Wissen sie, was mir letztens passiert ist? Nat�rlich nicht, also lassen sie es mich erz�hlen:
Ich stand in einem Supermarkt. Es war nicht hier, nicht an einem Ort wo man mich kennt, sondern an einem Fleck auf der Erde, wo man mich noch unvoreingenommen und manchmal auch dementsprechend taktlos ansieht. Um pl�tzlich stand diese alte Frau vor mir. Sie hatte wei�es Haar und ging leicht gebeugt. Und dennoch kam sie geradewegs auf mich zu, nahm mein Kinn zwischen die H�nde und sah mir tief in die Augen. Ihre Worte werde ich niemals vergessen:
�Ich habe noch nie so wertvolle Augen gesehen.�
Oh mein Gott, was habe ich f�r eine Angst gehabt, ich riss mich los, und rannte davon. Ich rannte kopflos aus dem Laden und beruhigte mich erst wieder, als ich im Hotel war.
Was hatte sie gemeint? Und wieso hatte ich solch eine Angst? Wertvolle Augen... wertvoll, im Sinne von kostbar? Im Sinne von ... in Geld umsetzbar? Was hatte sie blo� gemeint? Klar waren meine Augen wertvoll. Alles war wertvoll an mir, und wenn es ein St�ck Schei�e war. Es w�rden sich genug Menschen finden lassen, die einen Heiden Batzen Geld daf�r zahlen w�rden, ganz egal, ob man mich in St�cke rei�en oder gar zerst�ren m�sste.
Und da w�rden meine Augen sicher einen guten Preis erzielen.
Aber irgendetwas sagt mir, dass die alte Frau es nicht so meinte.
Was ist �berhaupt die Sache, die mich ausmacht. Wof�r werde ich geliebt? Habe wirklich solch ein Talent, solch eine sch�ne Stimme oder sehe ich wirklich einfach nur so s�� aus? Und werde ich immer noch so geliebt werden, wenn die Mode vergeht, andere Dinge und Menschen gefragt sind und ich vielleicht auch irgendwann �lter werde...
Ich hatte eine recht harte Kindheit. Meine Mutter starb, als ich gerade mal 5 Jahre alt war und mein Vater hatte mich und meine Geschwister oft einander ausgesetzt, das zutun, was wir tun sollten. F�r ein kleines Kind ist es etwas anderes. Ich konnte nicht sagen, ich will das nicht. Denn was wollet ich schon? Was wei� ich Kind von dem, was gut f�r ihn ist. Es war einfach so, eine Tatsache, die ich nicht anders kannte und wo ich niemals daran gedacht h�tte, es �ndern zu wollen. Erst viel sp�ter begann alles, au�er Kontrolle zu geraten, und ich fing an, mir Gedanken zu machen. Was sollte ich denken? Ich h�tte vielleicht die M�glichkeit jetzt alles zu beenden, doch was bleibt mir dann? Ich sage ihnen die Wahrheit... und denken sie daran, wahre Worte sind niemals sch�n. Und sch�ne Worte sind niemals wahr ! Stellen sie mir ein paar Fragen...
Warum ich nicht aufh�re?
Nun gut, es gibt viele Gr�nde... bitte fragen sie anders.
Ist es wirklich die Liebe zur Musik?
Oh ja, das ist es. Ich liebe meine Musik, doch ich liebe es vielleicht nicht, sie mit hirnlosen, und kopflosen Menschen zu teilen.
Warum ich dennoch Konzerte gebe?
Weil es einfach mein Job ist.
Reine Geldgier?
Diese Frage k�nnte ich auch an sie stellen. Nennen sie mir einen Menschen, der nicht Geld verdienen will. Das m�ssen wir doch alle. Und da ich nun mal Musiker bin, sch�pfe ich daraus auch alle M�glichkeiten, die mir Geld einbringen. Welcher normale Mensch w�rde das nicht tun? Ich bin nicht Mutter Theresa !
Wie ich zu den Fans stehe?
Ich sagte ihnen bereits schon einmal vor einiger Zeit, dass sie meine besten Freunde sind. Viele sind einfach nur Mittel zum Zweck. Ich bringe ihnen Zufriedenheit mit meiner Musik und einem L�cheln und sie bringen mir das Gef�hl, wirklich etwas erreicht zu haben, Geld zu verdienen und stets on the top zu sein.
Ist das alles verboten? Bin ich deswegen ein schlechter Mensch, weil ich einfach nur menschlich bin? Und auch ich habe meine Fehler, Sehns�chte und muss viele Erkenntnisse machen, die vielleicht falsch, vielleicht aber auch richtig sind. Also lassen sie mir die Zeit, mich selbst zu erkennen und mir meine Fehler einzugestehen.