Nein, tut mir leid, ich habe dich niemals gesehen.
Doch, sie nur hin, ich bin du und du bist ich.
Nein, wir sind von grund auf verschieden, ich kann niemals du sein.
Nicht? Dann sieh doch mal in den Spiegel, was siehst du?
Ich sehe ein Ebenbild von dir, aber nicht mich.
Du hast nur Angst so zu sein, wie ich, so kalt und grausam.
Wie kommst du darauf, das du grausam bist?
Ich habe dich eingenommen, ich habe dir die Fragen in den Kopf geworfen und du findest durch mich keinen Ausweg mehr.
Bin ich du?
Ja, das bist du, und alles was ich tu, ist deine Schuld. Ich beherrsche dich und niemals wird jemand verstehen, dass du unschuldig bist.
Was hast du vor?
Ich werde dich vernichten. Das hei�t, du wirst dich selber vernichten, mit all deinen dummen Fragen. Versuche nicht die Welt zu begr�nden, denn du bist grundlos, so wie alles hier.
Nein, das glaube ich nicht, ich habe schon viel herausgefunden und den Rest werde ich auch noch erkennen. Ich bin auf einem guten Weg.
Auf dem Weg in deinen Tod, siehst du doch. Aber geh nur weiter. Ich muss dann nicht mehr in dir leiden, du erl�st auch mich durch die Verdammnis, in die ich dich getrieben habe.
Hahaha, das glaubst du? Du bist ein naiver kleiner Junge, hast keine Ahnung vom wirklichen Leben und wirst niemals auch nur einen Funken von Anstand in dir haben.
Ich habe bestimmt mehr Anstand als du, du willst mir nur Angst machen, du willst, dass ich aufgebe.
Du bist ich.
Nein, niemals, ich habe so lange nachgedacht und studiert, und ich werde dich besiegen.
Niemals wirst du dich selber besiegen k�nnen, ich werde immer ein Teil von dir sein und du wirst immer etwas tun, was du nicht verstehst. Denn mein Handeln kannst du niemals erfassen.
Du meinst, du bist der B�se Teil in mir, den ich niemals begr�nden kann?
Genau, denn ich bin grundlos, aber niemals zerst�rbar.
Warst du es, der all die schlimmen Taten begangen hat, die ich so bereue?
Sicher, ich bin dein negatives Dasein, dass, was dich zerst�rt und was dich nieder macht. Und meinetwegen wirst du noch verzweifeln und sterben.
Aber du kannst mich nicht vernichten, denn das w�rde auch dich t�ten. Du bist ein Teil von mir, und nur durch mich kannst du leben und dein Unheil anrichten.
Oh wie schlau du doch bist. Was meinst du, wieso ich mich dir stelle. Nicht jeder hat die M�glichkeit, in sich zu schauen und seinem anderen Ich zu begegnen, doch jeder tr�gt es in sich.
Aber ich bin st�rker, ich werde dich nicht vernichten k�nnen, aber ich werde dich unterdr�cken.
Patrick, du bist kein Heiliger. Sieh es ein, du wirst niemals nur Gut handeln k�nnen, solange ich in dir weiterlebe.
Ich wusste gleich, dass niemand nur gut oder b�se sein kann. Doch wie kann ich mir selber noch vertrauen, wenn ich wei� das du jederzeit mein Handeln beeinflussen kannst?
Vertraue niemanden, nicht einmal dir selbst. Denn nichts ist unberechenbarer als etwas, was tief in dir weilt.
Lass mich allein, bitte, such dir einen anderen. Ich brauche dich nicht, du bringst mich um, du zerst�rst das perfekte Bild in den K�pfen anderer Leute.
Sie werden dich verstehen, denn auch sie sind nur ein Opfer seiner selbst. Deswegen tun sie oft Dinge, die sie nachher bereuen. Sie zerst�ren Menschen, die sie lieben. Sie zerst�ren dich, obwohl sie es nicht wollen.
Sind Menschen so? Sind sie wirklich so zweigespalten und fernab von jeder eigentlichen Identit�t?
Ja, frag nur weiter. Du wirst es nie erfahren. Du wirst morgen aufstehen und dich fragen, ob du dir das hier nur eingebildet hast.
Warum sagst du mir das?
Damit du endlich mit deiner dummen Philosophie aufh�rst.
Du sagtest doch, du h�ttest mich dazu getrieben.
Ja, denn sie schw�cht dich und l�sst mir freien Raum. Durch deine endlose Fragerei und deine schlechte Laune, hast du mir unbemerkt Platz geschaffen. Jetzt bist du am Ende und ich muss es stoppen, bevor du ganz zugrunde gehst. Denn dann w�re auch meine Macht vorbei.
Du wirst mich nicht zerst�ren, und ich werde es schaffen, dich soweit zu unterdr�cken, dass ich auch ohne dich leben kann.
Hahaha, ist das dein Ernst? Wenn ich es nicht geschafft habe, wirst du es auch nicht. Du stellst nur Fragen, aber ich kenne alle Geheimnisse, ich bin viel m�chtiger, ob du es willst oder nicht.
Jetzt, wo ich dein Geheimnis kenne, werde ich dich auch besiegen k�nnen.
Selbstsicher trat ich vor dem Spiegel hervor und warf stolz meine Haare nach hinten. Niemand k�nnte mich jetzt noch aufhalten, den Kampf gegen meinen gr��ten Feind, mich selbst, zu bestreiten.
Patrick Kelly
By Barby K. 1998