Furchtlos


Kennen sie Sokrates? Wissen sie, was dieser Philosoph einst gesagt hat? Er sagte:

�Das einzige was ich wei�, ist, dass ich nichts wei�.�

Steckt da nicht so viel drin? Sind das nicht alle Antworten auf meine Fragen? Sagte er nicht, das man gar nichts wissen kann? Und das es das einzige ist, was man wissen sollte? Doch ist es nicht auch eine Schadtat, wenn man all sein Wissen in Frage stellt und dabei wieder am Nullpunkt ankommt? Ich gehe einmal all die Aussagen Sokrates durch und versuche sie zu verstehen.

�Die Grundlage unseres Wissens liegt in der Vernunft.�

In der Vernunft? Hei�t es, weil ich nichts wei�, bin ich nicht vern�nftig? Hei�t es, ich kann gar nichts wissen, weil mir die Vernunft nicht Einlass in ihre Geheimnisse verschaffen will? Oder muss ich einfach nur nach dem guten Gewissen der Vernunft handeln, um weise zu werden? Also gibt es keinen Unwissenden, sonder nur einen Unvern�nftigen. Und demnach m�sste alles, was ich frage, nur an meinem Verstand zweifeln lassen, nicht jedoch aber an meiner Unwissenheit. Aber verdammt Sokrates sich damit nicht selber? Wiederspricht er sich nicht, wenn er dann noch sagt:

�Unwissenheit ist die Wurzel allen �bels.� ????

Nun wei� ich zumindest, warum ich so unzufrieden bin. N�mlich nicht, weil mir meine Situation stinkt, weil mir die Fans auf die Nerven gehen, sondern weil ich selber damit nicht umgehen kann. Ich selbst bin es doch, der meint, von nichts eine Ahnung zu haben und nur ich kann es �ndern. Ich kann weder meine Mitmenschen, noch den Lauf der Zeit beeinflussen, ich kann es nur, indem ich mein Selbst �ndere. Meine Einstellung wechsle und meinem Gl�ck den Weg �ffne.
Aber stimmt es denn, was Sokrates sagt, ist es die Antwort auf meine Frage? Es klingt so logisch, aber wenn ich mir die Jahreszahlen ansehe (470-399 v.Chr.), dann scheint es doch veraltet. Doch k�nnen philosophische Worte jemals veralten? Als ich vor einiger Zeit in der Bibel gelesen habe, musste ich feststellen, dass es einfach ein himmlisches Buch ist. Es beschreibt nicht, wie die Welt vor Millionen von Jahren entstanden ist. Nein, die Welt begann nicht dort, wo sie entstanden ist, sondern erst dann, als ich geboren wurde. Da sah ich die Welt zum ersten mal. Eine Blume schien f�r mich so neu und unergr�ndlich, ein Wort meiner Eltern so unverst�ndlich, dass ich erst durch die Jahre ihre Bedeutung erlernte. Ist die Welt nicht f�r ein neugeborenes Kind noch genauso jung und fremd wie vor so vielen Jahren es f�r ... meinet wegen eben... Adam und Eva war? Und muss nicht jedes Baby erst den Umgang mit all den fremden Dingen lernen, bevor es verlassen aus Mutters Sch�tzenden Armen gelassen wird?
Also stimmt es doch, es klingt so logisch und einleuchtend. Alles, was gro�e Philosophen sagten, ist wahr. Vielleicht nicht f�r jeden, aber f�r ihn war es die pure Nacktheit und der pure Wahnsinn. Und ich kann mir das daraus ziehen, was ich f�r richtig halte. Was mich in meiner Studie weiter bringt und was mich vielleicht zum Ziel bringen w�rde.
Sehen wir einmal weiter, was steht denn noch so f�r eine Weisheit in der Philosophischen Geschichte?

�Cognito ergo sum�

Drei ber�hmte Worte, so oft geh�rt und doch nie verstanden. Ich frage meinen Vater was es bedeutet. Er kann es mir sagen, er hat es doch studiert, er kennt sich aus. Er sagt es mir...

�Ich denke, also bin ich.�

Schlaue Worte von Ren� Descartes.
Ich drehe den Zettel in meinen H�nden, und �berlege, was es wohl hei�en mag. Ich denke... tu ich das? Denke ich? Ich denke, dass ich sehr bald schon eine Antwort finden werde. Also bin ich... Bin ich denn? Ich finde, ich bin ein �u�erst attraktiver junger Mann, der viel Talent besitzt und begehrt wird. Ist das mein Dasein?
Ich wei� doch so viel, und ich denke so viel, also muss ich auch irgendwer sein. Und wenn ich nun mal nichts wei�, dann werde ich in mich gehen, meine Vernunft befragen und mehr wissen, als jeder andere. Und wenn ich nun schon wei�, das ich �berhaupt jemand bin und wirklich existiere, dann wei� ich auch, dass ich Antworten finden werde. Denn nichts kann ergr�ndet werden, wo nichts ist. Und niemals kann man eine Antwort auf etwas finden, was es nicht gibt. Aber mich gibt es, das habe ich nun herausgefunden. Und wenn es mich gibt, dann werde ich auch sehr bald wissen, wer ich eigentlich bin.
Es ist doch ein sch�nes Gef�hl, einmal einer Sache v�llig sicher zu sein. Vielleicht habe ich so eben den Grundstein all meines Wissens gesetzt. Einmal erkannt, das ich wirklich jemand bin. Das ich nicht nur Illusion bin, das ich Mensch bin... eben keine Droge, die andere genommen haben, und kein Frosch, der einfach durch die Welt h�pft. Ich bin ein denkender und verstehender Mensch, und selbst wenn ich vielleicht noch weit weg von Vernunft und Erkenntnis bin, so will ich doch lernen und mich selber einmal verstehen lernen.
Und ich habe keine Angst mehr vor dem was kommt, werde mit voller Neugierde mich in neue Fragen st�rzen, alles umwerfen und ein ganz neues Bild erschaffen. Ein Bild, mit dem ich vielleicht auch nicht nur mich selber, sondern auch andere Menschen verstehen kann um ihnen bei der Suche nach sich selber zu helfen.
Nun bin ich einmal frei von Angst und Furcht.



Patrick Kelly

_________________________________________________________________________

By Barby K. 1998






>>


Hosted by www.Geocities.ws

1