Hier gibts ein paar Infos zu Bands und zu meiner Musikrichtung!

 

Also ich höre Musik von Bands wie zum Beispiel:

 

-Ill Nino

-Slipknot

-In Flames

-Nirvana

-KoRn

-Devildriver

-Killswitch Engage

-Sepultura

-Staind

-HIM

-Hoobastank

-Dimmu Borgir

-Mudvayne

-Traproot

-Static-X

 

und alles was in Richtung Trash/MelodicDeath und -NuMetal geht. Zwischendurch darfs aber auch mal "normalo" Rock wie zb. Die Happy oder Nickelback sein. Warum ich gerade die Musik höre weiß ich auch nicht. Liegt aber wahrscheinlich daran, dass das die meißten meiner Bekannten auch hören und ich dadurch auf den Geschmack gekommen bin ;-)

 

 

Hier sind jetzt mal ein paar Bands mit pic und Beschreibung:

 

 

 

Ill Nino

 

 

Ill Nino sind:

Dave Chavarri (Drums)

Cristian Machado (Vocals)

Jardel Paisante (Guitar)

Danny Cuoto (Percussion)

Ahrue Luster (Guitar)

Laz Pina (Bass)

 

Ill Nino (New Jersey). Der Name lässt es schon vermuten, hier schwingt der Latino-Geist im Hintergrund mit, obwohl die Musik von Ill Nino so gut wie nix mit Salsa, Tango oder sonstigen südamerikanischen Verrenkungen zu tun hat. Dave hatte eine Idee: "The idea is to be as heavy as possible and as melodic as possible — with a Latin twist".
Diese Eingebung hat das ehemalige Pro Pain und M.O.D.-Mitglied Chavarri, als er von einer Tour als Aushilfs-Drummer bei Soulfly zurück kommt und selbst eine Band ins Leben rufen möchte. Aus diesem Grund trommelt er die oben erwähnten Kameraden zusammen. Im College Radio-Sender WSOU haben Ill Nino einen einflussreichen Fürsprecher, und im Verbund mit permanenten Auftritten beginnt das Pflänzchen, langsam aber stetig zu wachsen. Support-Auftritte für Kittie, Snapcase und den Buddys von Soulfly machen Ill Nino einem größeren Publikum zugänglich. Musikalisch orientiert man sich bei der Gitarrenarbeit an den späteren Label-Mates von Machine Head, der Rhythmus kommt von den erwähnten Brasilianern und das kreative Chaos hat man mit den Clowns von Slipknot gemein.

Man darf jedoch nicht den Fehler begehen und Ill Nino nur als Derivat aus den genannten Bands sehen. Das New Jersey-Sextett hat seinen eigenen Stil und der setzt sich immer weiter durch. Das Debüt der Band erscheint witzigerweise auf eben dem Label, das auch fast alle anderen bislang genannten Bands beheimatet. Produziert wird "Revolution, Revolucion" von Ron St. Germain (311, Creed und Soundgarden). Er verpasst dem Erstling einen druckvollen Sound, und so nimmt es nicht wunder, dass das Debüt bei der immer größer werdenden Fangemeinde voll absahnt.

Die folgende Tour im Vorprogramm von Machine Head lässt viele Münder offen stehen, denn eine derartige Power bei einem Support-Act hat man schon lange nicht mehr gesehen. Im März 2002 erscheint dann der Soundtrack zu Resident Evil, zu dem die Band den Track "What Comes Around" beisteuert. Insgesamt verbringen sie 2002 zwei mehr auf Tour als in heimischen Gefilden, denn sie backern auf insgesamt elf Touren 20 verschiedene Länder und zwar nicht nur als Support für die Maschinenköppe und P.O.D., sondern auch als Headliner mit Raging Speedhorn als Opener.

Als sie es doch mal wieder nach Hause schaffen, ist auch da nicht Sieasta angesagt, sondern es geht sofort ans Songwriting für's nächste Album. Wärend der Pre-Productions kommt es aber zu einigem Ärger mit Percussionist Roger und Klampfer Marc, weshalb beide schließlich ihre Koffer packen müssen. Marc ist inzwischen bei Soulfly eingestiegen, und Ill Nino können sich als Ersatzleute Ahrue Luster (ex-Machine Head) und Danny Couto für die Klings und Klöngs krallen. Mit Produzent Bob Marlette (u.a. Saliva, Black Sabbath) zimmern sie "Confession" ein, das noch mehr Wert auf die lateinamerikanischen Rhythmen und Melodien legt, und auch der Gesang von Frontbeau Cristian Machado ist noch variabler geworden. Damit haben sie ihren eigenen Stil endgültig geprägt und sind ihren Vorschusslorbeeren mehr als gerecht geworden.

Bevor Ende September 2003 das Album erscheint, gibt's einen kleinen Vorgeschmack in Form der "How Can I Live" Single auf dem "Freddy vs. Jason" Soundtrack und im Oktober geht es mit Spineshank und Chimaira im Rahmen der Roadrunner Roadrage Tour durch deutsche Hallen.

 

 

 

Slipknot

 

 

 

Wenn man aus einem Nest wie Des Moines, Iowa, stammt, wie der Slipknot-Neuner, ist es keineswegs leicht, auf sich aufmerksam zu machen. Okay, das ganze Dorf kennt einen zwar schnell, aber das bringt, global gesehen, gar nix. Dabei kommt die Metalcombo Slipknot wirklich mit den besten Eigenschaften daher. Ihr Soundcocktail ist schlicht böse, aggressiv, beängstigent und auf jeden Fall durchgeknallt.
Auf grellen Overalls hat jedes Mitglied seine Nummer verewigt (0 bis 8) und passend zum Liedgut schocken Slipknot mit schrillen Halloween Sci-Fi-Masken, die sie als eine Erweiterung ihrer Persönlichkeiten ansehen.

So viel zum Image. Nachdem sie sich 1995 gegründet haben, bringen sie ein in Eigenregie produziertes Album heraus, das aber nicht zu den erhofften "Connections" im Musik-Biz führt. Mit "Slipknot" und Vertragspartner Roadrunner kommt 1999 der Karriere-Boost. Zur allgemeinen Überraschung sind in den USA bis zum jetzigen Zeitpunkt schon über 100.000 Exemplare des zweiten Albums abgesetzt! Eine Slipknot-Manie setzt in der Folgezeit fast wie von Geisterhand ein und mittlerweile kann man auf Konzerten viel Freaks mit dem Schriftzug des Neuners sehen. In dieser Beziehung sind sie hipper als die meisten Bands der deftigeren Sorte.

Album Nummer drei ist ja der Sage nach der entscheidende Output in der Karriere einer Band und da Nummero zwei so heftig einschlägt, steigen die Erwartungen an den Nachfolger um einen enormen Prozentsatz nach oben. Doch bevor es so weit ist, machen die Neun Chaoten mehrmals negative Schlagzeilen. Die Besucher bei Rock am Ring/Rock im Park zum Beispiel waren wohl wenig angetan, als die Band ohne Angabe von Gründen einfach nicht erscheint. Stattdessen haben sie wohl eine Baggerfahrt durch die Eiffel eingeschoben und sich aus dem Staub gemacht.

Zu diesem Zeitpunkt laufen schon die Vorbereitungen zur Veröffentlichung des neuen Albums. "Iowa", so der schlichte Titel, verursacht im Vorfeld mächtig Wirbel. Um den Rummel ordentlich anzuheizen, werden sämtliche Kopien der Platte zurückgehalten und auch die Presse erhält das Teil erst ganz kurz vor der Veröffentlichung. Der Erfolg bleibt nicht aus und "Iowa" verkauft sich wie Eier zu Ostern. Was die Qualität des Outputs betrifft, sind die Meinungen jedoch gespalten.

2002 kommt der Chaotentrupp dann wieder auf Tournee nach Deutschland. Das Hamburg-Konzert im Docks gerät allerdings zum Debakel. Nachdem die angekündigten zwei Vorbands (Straight, American Head Charge) ausfallen, dauert der Auftritt von Slipknot nur etwa 50 Minuten (inklusive zehnminütigem Intro!). Als die Fans schließlich aufgefordert werden, nach dieser Kurzeinlage die Halle zu verlassen, beginnen einige Fangruppen zu randalieren. Vor der Halle verschaffen enttäuschte Fans ihrem Unmut Luft, indem sie Slipknot T-Shirts verbrennen.

Doch es kommt noch viel schlimmer. Nach dem Amoklauf von Erfurt berichten Boulevardzeitungen, der Täter sei ein großer Fan der Fratzenmänner gewesen. Prompt nehmen große Musiksender Slipknot aus ihrem Programm und die Band muss sich die gleichen Vorwürfe gefallen lassen, wie Rammstein und Marilyn Manson nach dem Massaker von Littleton. Nun ja, wer glaubt, an solchen Taten sei nicht lasche Waffengesetzgebung, Leistungsdruck und Vereinzelung des Menschen schuld, sondern "gewaltverherrlichende Musik", der muss schon ziemlich simpel gestrickt sein.

Dass die Band selbst nicht ganz so simpel gestrickt ist, wie ihr manche Kritiker vorwerfen, beweisen die Neun im Mai 2004 mit "Vol. 3". Abwechslungsreicher denn je drängen Slipknot auf den Hörer ein, auch wenn nicht jeder eingefleischte Maggot diese Kehrtwende nachvollziehen kann. Doch ist die Zeit reif für ein wenig Veränderung, das Konzept des Oberwüterichs in Masken war langsam aber sicher ausgereizt.

 

 

 

In Flames

 

 

 

1990 hat Jesper Strömblad (g) die Schnauze voll und verlässt die Band Ceremonial Oath, in der er zusammen mit Anders Fridén und Anders Iwers (ex-Tiamat) spielte, weil er Bock auf was Anderes und vor allem Eigenes hat. Also schnappt er sich kurzerhand Johan Larsson (b) und Glenn Ljungström (g) und spielt mit denen zusammen ein Demo ein. Im Vollsuff (wie es sich für schwedische Metaller gehört) rufen sie eines Nachts den Chef von Wrong Again Records an, spielen ihm ihr Demo vor uns erhalten in der selben Nacht einen Deal. Dass sie schon genügend Songs für eine reguläre Scheibe zusammen hätten, entspricht zwar nicht ganz der Wahrheit, aber die Nacht ist ja noch lang.
"Lunar Strain" erscheint 1994 und kann sich im Underground behaupten. Die Besetzungsliste bei In Flames erinnert eher an eine Passagierliste einer Boeing 747, da man sich auch hin und wieder nur einzelne Musiker bei befreundeten Acts wie Dark Tranquillity, Arch Enemy oder Dawn ausleiht. Trotzdem gelingt es der Band mit der EP "Subterranean" ein Jahr später, einen Deal mit Nuclear Blast zu reißen. Der ständige Wechsel an den Instrumenten ist auf Dauer nicht tragbar, weswegen man Anders Fridén für die Vocals und Björn Gelotte für die Drums verpflichtet.

Mit "The Jester Race" erlangt man weltweit größere Achtungserfolge und in Japan einen Vertrag mit Toy's Factory. Somit sind die Möglichkeiten gegeben, intensiv zu touren, was die Band mit Kreator, Samael und Grip Inc. auch kräftig tut. Glenn und Johann teilen nach den Aufnahmen zu "Whoracle überraschend mit, dass sie das Schiff verlassen werden und lassen Anders, Jesper und Björn mit 'ner fertigen Scheibe und 'ner halben Band zurück. Glücklicherweise finden sich in Peter Iwers (b)und Niklas Engelin (g) zwei Leute, die eine Mini-Tour mit Dimmu Borgir absolvieren und anschließend verpflichtet werden.

Es folgen eine ausgedehnte Tour durch Europa und einige Wochen in Japan, welche alle sehr erfolgreich sind. Zurück in Schweden macht sich Niklas aber vom Acker, da er sich eher auf seine andere Band Gardenian konzentrieren will. Kurzerhand drückt man Björn die Klampfe in die Hand (schließlich war das sein eigentliches Hauptinstrument) und holt sich von Sacrilige Daniel Svensson für die Kessel. Das klappt so weit ganz gut und man prügelt "Colony" ein. Endlich geht es auch auf Tour in den USA, obwohl Japan immer mehr zum Zentrum ihres Erfolges mutiert.

Mit "Clayman" zeigt sich die Vielseitigkeit der Band recht deutlich, denn sie touren mit so unterschiedlichen Acts wie Dream Theater, Testament, Therapie, Slipknot oder Methods Of Mayhem. In Flames spielen bis zum Umfallen, wobei Peter erst während der skandinavischen Gigs wieder mit von der Partie ist, da er zu Hause ein Töchterlein erwartete. Seinen Job erledigt derweil Dick Löwgren.

Nach Peters Rückkehr geht man in Europa erst mal zusammen mit Sentenced, To/Die/For und Dark Tranquillity durch die Hallen und anschließend mit Dimmu Borgir, Lacuna Coil und Nevermore, ehe sich die Schweden erst einmal etwas frei nehmen und zwischenzeitlich die Live-Scheibe "The Tokyo Showdown" auf den Markt schmeißen.

Lange lassen sie aber nicht auf sich warten. Im September 2002 erscheint "Reroute To Remain - Fourteen Songs Of Conscious Madness" und setzt zum Erstaunen von Presse und Fans sogar noch einen auf "Clayman" drauf. Sänger Anders hat kräftig an seinem Gesang gearbeitet und auch vor akustischen Gitarren oder elektronischen Spielerein schrecken die Fünf nicht zurück. Verdientermaßen steigt die Scheibe auf Platz fünf der heimischen LP-Charts ein. Bald geht es mit Pain und Soilwork auf Europa Tour, nachdem man in Amerika zuerst mit Slayer und Soulfly und anschließend mit Dark Tranquillity, Sentenced und Killswitch Engaged für volle Hütten sorgt.

 

 

 

Nirvana

 

 

 

Der Verantwortliche, der 1992 bei MTV den Song "Smells Like Teen Spirit" auf Heavy Rotation setzt, ist sich damals wohl kaum bewusst, dass er damit den Schalter für ein neues Zeitalter des Alternative-Rocks umlegen würde. Was immer ihn dazu getrieben hat auf dieses aus dem üblichen Musikvideo-Rahmen fallende Pferd zu setzen, es war ein kommerzieller Glücksgriff sondersgleichen. Mit einem langweiligen Sporthallen-Video, in dem meist ein zerzauster Typ seine schulterlangen, blonden Haare in die Kamera wuschelt und einen einfachen vier Akkord-Riff-Song lustlos hinschmettert, treffen ein paar Gammler aus Seattle seltsamerweise den Nerv der Zeit und werden zu einem Sprachrohr einer ganzen Generation inszeniert.
Ob das so gewollt war, ist streitbar. Gitarrist, Sänger und Songwriter Kurt Cobain hat es sich wohl nicht zum Ziel gesetzt, für Millionen von Teenager in ihrer Depri-und-nicht-verstanden-Phase als Role-Model herzuhalten. Andererseits kämpft er seit seinen Anfangstagen als Musiker verbissen, höllisch selbstbewusst ("Ich wusste immer dass ich etwas besonderes mache.") und ohne Rücksicht auf Verluste für ein Leben in Ruhm, Ehre und jeder Menge Rock'n'Roll.

In seinen High School-Tagen ändern sich seine Vorlieben von Heavy Metal zunächst hin zu amerikanischem Hardcore. Black Flag zählen später neben den Pixies zu seinen absoluten Lieblings-Bands. Über seine Kiffer- und Abhäng-Kumpels lernt Cobain die Heavy Punks der Melvins aus dem nahe liegenden Ort Olympia kennen. Sie sind cool, rauchen eine Menge Joints und haben nichts mit den Leuten aus der Football-Mannschaft zu tun, von denen sich Kurt nach und nach abgrenzt. Cobain himmelt die Melvins an und wird durch sie endgültig vom Punkrock angefixt. Nebenbei spielt er bereits in einigen Punk Bands, darunter bei Fecal Matter, bei denen der Melvins-Drummer Dale Crover Bass zupft. Durch den Melvins-Kopf King Buzzo kommt Kurt 1985 in Kontakt mit dem Bassisten Krist Novoselic, der zwar in relativ behüteten Verhältnissen aufgewachsen ist, aber in Sachen Punk-Rock-Interesse und High-School-Desinteresse mit Cobain auf einer Wellenlänge liegt.

Sie schließen sich zusammen und durchlaufen dabei eine Vielzahl von Formationen und Bands, bis sie als Skid Row in der Besetzung Kurt (Gitarre, Gesang), Krist (Bass) und Aaron Burckhard (Drums) musizieren. Bei ihren ersten Auftritten spielt die Band bereits erste Versionen von Songs wie "Spank Thru", "Beeswax" oder "Floyd The Barber", die sich später auf dem Nirvana-Debüt "Bleach" wiederfinden. Die Formation bleibt, gemäß ihrem Lifestyle von Drogen und Abgesifftheit (Kurt lebt einige Zeit sogar unter einer Brücke in Aberdeen und ernährt sich hauptsächlich von Fisch, Bier und Süßigkeiten) nicht lange zusammen. Für Burckhard ist Nirvana, wie sich Skid Row mittlerweile nennen, ein Spaß. Für Krist und Kurt ist die Band hingegen alles andere als nur ein Zeitvertreib. "Sie wollten jeden Tag proben. Das war ein bisschen viel.", resümiert Burckhard sein Engagement. Er verlässt Nirvana, und Kurt und Krist stehen ohne Drummer da. Ein Zustand, an den sie sich gewöhnen.

Kurt zieht nach Olympia, und Nirvana nehmen 1988 mit ihrem alten Kumpel Dale Crover am Schlagzeug ihr erstes Demo auf. Produziert wird es vom Seattler Hausproduzenten Jack Endino, der damals praktisch alles produziert, was auf den Seattle-Label Sub Pop erscheint. Bruce Pavitt und Jonathan Poemann, die Sub Pop-Gründer, werden auf Nirvana aufmerksam und verschaffen ihnen einige Gigs.

Nachdem Dale Crover mit King Buzzo nach San Francisco zieht, stehen sie wieder einmal ohne Schlagzeuger da. Auf Crovers Tipp wird Dave Foster eingestellt, ein Redneck mit Schnauzbart aus Aberdeen. Von Anfang ist aber klar, dass sein Einsatz nur von kurzer Dauer sein wird. Foster ist zu sehr Macho, zu sehr Proll, als dass er sich mit dem Punkrock-Style von Krist und Kurt, die zeitweise auch zu Dritt mit Novoselic' Freundin Shelli in einem Haus wohnen, anfreunden könnte. Als Foster einen Nebenbuhler krankenhausreif schlägt und für ein Jahr ins Gefängnis wandert, kommt aushilfsweise Aaron Burckhard wieder kurz ins Boot. Chad Channig, der dann für längere Zeit fester Nirvana-Drummer ist, ersetzt ihn. Zwei Monate nach Channings Einstieg nehmen Nirvana ihrer erste Single für Sub Pop auf. "Love Buzz", eine Coverversion von Shocking Blue auf der A-Seite und der eigene Song "Big Cheese" auf der B-Seite. Die 7'' erscheint nur in einer kleinen Auflage von tausend Exemplaren über den legendären Sub Pop-Singles-Club.

Für lächerliche sechshundert Dollar spielen Nirvana 1989 ihr Debüt-Album "Bleach" ein. Jason Evermann wird auf der Rückseite des Booklets zwar als zweiter Gitarrist genannt, in Wirklichkeit ist auf "Bleach" aber kein einziger Ton von ihm zu hören. Er war nur bei einigen Live-Shows vierter Mann, bevor er Nirvana Ende 1989 verlässt, um bei Soundgarden einzusteigen, die neben Mudhoney eine der wenigen Bands aus Seattle ist, die zu dieser Zeit schon überregionalen Erfolg hat.

Obwohl alles andere als leicht verdaulich, belegt "Bleach" gute Platzierungen in den College-Radio-Charts und mausert sich zum Liebling der amerikanischen Indie-Szene. Kurts Songwriter-Qualitäten sind auf dem Debüt noch lange nicht auf ihrem Höhepunkt angelangt, lassen aber das Potential, das in ihm steckt, erahnen. Songs wie "About A Girl" gehen schon deutlich in eine ähnliche Richtung, die Nirvana zwei Jahre später weltweit bekannt macht. Noch sind sie in den Staaten aber nicht viel mehr als eine Underground-Tipp.

Die englische Presse ist da natürlich schon etwas weiter. Angefixt durch andere Seattle-Bands haben die Insulaner Grunge schon längst als das nächste große Ding ausgemacht. Durch den großen Support damaliger Indie-Stars wie Sonic Youth und Dinosaur Jr., werden Nirvana in England schnell zu viel versprechenden Newcomern. Spätestens als Cobain & Co mit Tad auf England-Tour gehen, sind Holzfäller-Hemden in aller Munde.

Nirvana nehmen zusammen mit Butch Vig, dem Starproduzenten und späteren Garbage-Drummer, ein Demo auf, mit dem sie sich bei verschiedenen Major-Labels bewerben wollen, die sich jedoch schon heftig um die Band reißen. Im Mai 1990 verlässt Chad Channings die Band. Kurt und Krist sind schon lange mit seinem Spiel unzufrieden, da sie es für zu undynamisch halten. Mit Dan Peters von Mudhoney finden sie kurzfristig und für eine Single ("Sliver/Dive") Ersatz.

King Buzzo spielt dann erneut Schicksalsgeber für Nirvana. Er gibt dem jungen Drummer Dave Grohl, der damals in der Hardcore-Band Scream spielt, die Telefonnummer von Novoselic. Grohl ruft tatsächlich an, obwohl er von Nirvana nicht wirklich begeistert ist: "Sie rissen mich nicht gerade vom Hocker". Als er die Zusage von Kurt und Chris hat, steigt er dennoch mitsamt Drumkit und ein paar Klamotten ins Flugzeug und fliegt nach Seattle. Bei der ersten gemeinsamen Probe läuft alles glatt. "Nach zwei Minuten wussten wir, dass er der richtige Schlagzeuger war", erzählt Novoselic später über Grohls Drumming, dass endlich die gewünschte Härte hat. Grohl zieht zusammen mit Cobain in ein Haus, und bald darauf spielen Nirvana ihre erste Show mit dem neuen Schlagzeuger aus Washington – nach nur einem Tag ist das Konzert ausverkauft.

Über Sonic Youth stellen Nirvana Kontakt zu Geffen Records her, bei denen sie im April 1991 einen Deal unterschreiben. Zusammen mit Butch Vig nimmt die Band in Los Angeles ihr zweites Album "Nevermind" auf, das nach einer Europa-Tournee mit Sonic Youth im September 1991 erscheint. Als eine der letzten Bands aus Seattle, die mit einem Major-Album auf den Markt kommt, sind die Erwartungen auf Seiten der Plattenfirma aber eher mittelmäßig.

"Nevermind" steigt auf Platz 144 der amerikanischen Charts ein und wird bereits im Oktober vergoldet. Das Video zur ersten Single "Smells Like Teen Spirit" (ein Satz den Bikini Kill-Sängerin Kathleen Hanna an Cobains Wand sprüht und damit Kurts Körperdüfte mit dem eines Deodorants vergleicht) läuft auf den Clip-Kanälen rauf und runter und hilft kräftig mit, dass sich das Album nach einer kurzen Tour mit den Red Hot Chili Peppers und Pearl Jam pro Woche unglaubliche 300.000 mal verkauft. Die Platte ist um einiges härter ist als alles was sich damals auf dem Mainstream-Markt tummelt. Sie bringt die Verschmelzung von Punk und Metal, Grunge, den Massen näher und schubst sogar Michael Jackson mit "Dangerous" von ersten Platz der Album-Charts. Führt Alternative Rock davor noch ein Leben in der Nische, haben die Medien danach mit Nirvana und vor allem mit Cobain ihren ersten abgewrackten Rockstar, der sich herrlich medial ausschlachten lässt.

Zu Beginn spielen Nirvana das Spiel der Stars auch kräftig mit und provozieren, wo sie nur können. Legendär sind ihre effektiv in Szene gesetzten, selbstzerrstörerischen Auftritte, bei denen meist nicht mal ein Becken stehen bleibt. Nirvana pöbeln in TV-Shows und bieten der Welt das Bild, das man von ihnen verlangt. Ihrer Anhängerschaft geben sie ein Gefühl der Identifikation und der Revolte. Cobain macht jedoch nicht auf Verständnis für die gelangweilte Jugend. Er lebt eher genau das aus, was sich viele wünschen: die komplette Verneinung: "Here We Are Now, Entertain Us".

Als Cobain dann auch noch mit der Hole-Frontfrau Courntey Love anbändelt, hat die Presse ihr Vorzeige-Paar. Im Februar 1992 heiraten Cobain und Love auf Hawaii. Love ist bereits hochschwanger und bringt am 18. August 1992 die gemeinsame Tochter Frances Bean auf die Welt. Zwei Wochen später berichtet das Boulevard-Magazin Vanity Fair, dass Love während ihrer Schwangerschaft Heroin genommen habe. Daraufhin wird den Eltern das Sorgerecht für einen Monat entzogen und erst nach einem heftigen Rechtsstreit wieder zurück gegeben.

Cobain zieht sich immer mehr zurück und flüchtet sich in Alkohol und Drogen. Er nimmt täglich Heroin für vierhundert Dollar, da der Bankautomat nicht mehr an einem Tag ausgibt. Weil Cobain vollkommen unfähig ist, einen Nachfolger für "Nevermind" aufzunehmen, veröffentlicht Geffen im Dezember 1992 die B-Seiten und Raritäten-Sammlung "Incesticide", um Nirvana im Gespräch zu halten. Es wird auf Wunsch der Band nicht promotet, erreicht aber trotzdem Platz 39 der amerikanischen Charts.

Bei ihrem dritten Album entscheiden sich Nirvana für Steve Albini als Produzenten. Albini hat sich bereits mit Platten der Breeders oder den Pixies einen guten Namen gemacht. Im Februar 1993 nehmen Nirvana in Minnesota ihr drittes Album auf. Eigentlich ist geplant, ihm den Titel "I Hate Myself And I Want To Die" zu geben. Das empfindet die Plattenfirma aber als zu hart und lehnt es ab. Schließlich tauft man es auf "In Utero".

Albinis grober Sound stößt bei Geffen ebenfalls auf Ablehnung. Nach dem utopischen Verkaufszahlen des Vorgängers ist der Druck groß, das Album wird von R.E.M.-Produzent Scott Litt noch mal gemixt, da Geffen die urpsrünglichen Aufnahmen unter kommerziellen Gesichtspunkten für untragbar hält. Ab den Sessions mit Albini bis zum endgültigen Release am 21.September 1993 zieht sich der Streit zwischen Band und Firma auf knapp sechs Monate.

"In Utero" entwickelt sich zum Schlag ins Gesicht von MTV und Radiostationen. Bis auf wenige Songs wie "All Apologies" oder "Pennyroyal Tea" ist es ein verzerrter Wutausbruch, mit dem Cobain dem Pop-Appeal den Riegel vorschiebt. Einen "Smells Like Teen Spirit"-Nachfolger sucht man vergebens, trotzdem schießt die Platte von 0 auf 1 in die Charts.

Bei der folgenden Tournee lassen sich Nirvana durch die LA Punk-Legende Pat Smear (The Germs, später für eine Platte auch bei den Foo Fighters) an der zweiten Gitarre unterstützen. Die Tour läuft relativ erfolgreich, auch wenn einige Shows nicht ausverkauft sind. Am 18. November 1993 spielen Nirvana ein MTV Unplugged-Konzert, das ein Jahr später als CD veröffentlicht wird. Es zeigt Nirvana von einer unbekannten Seite mit einem ungewöhnlichen Fokus auf Perfektion.

Am 1.März 1994 spielen Nirvana ihr letztes Konzert im Münchner Terminal Eins. Danach verbringt Cobain mit Courtney Love einige Tage in Rom, wo er wieder einen Zusammenbruch erleidet. Die Mixtur aus Champagner und dem valiumähnlichen Rohypnol wird an die Medien als Überdosis verkauft, ist in Wirklichkeit aber bereits ein geheim gehaltener Selbstmordversuch. Zurück in Seattle verbessert sich Kurts Gemütslage nicht. Am 18. März muss Courtney Love die Polizei in ihr Haus rufen, da Cobain sich im Badezimmer eingeschlossen hat und damit droht, sich umzubringen.

Der Nirvana-Sänger begibt sich in das Exodus Recovery Center in Marina del Ray bei Los Angeles, um seinen Drogenkonsum und die Psyche in den Griff zu bekommen. Bereits nach zwei Tagen flieht er aus der Anstalt und geht zurück nach Seattle. Dort angekommen, verbarrikadiert er sich am 5. April 1994 in einem Raum über seiner Garage und schießt sich eine Dosis Heroin in den Arm, nach der ein normaler Mensch bereits klinisch tot sein müsste. Mit einer Schrotflinte, die er im März zusammen mit seinem Freund Dylan Carlson gekauft hatte, um sich gegen Einbrecher zu schützen, schießt er sich danach in den Mund. Erst drei Tage später wird seine Leiche von einem Elektriker gefunden. Allen Spekulationen um den Tod Cobains zum Trotz, wird als Todesursache offiziell Selbstmord angegeben.

Am Abend des 10. April versammeln sich Tausende Jugendliche in der Innenstadt von Seattle, um Abschied zu nehmen. Courtney Love liest dabei den von ihrem Ehemann zurück gelassen Abschiedsbrief vor. Später wird er sogar auf T-Shirts und Poster abgedruckt. Kurt Cobains Leichnam wird eingeäschert, und die Garage, in der sich er sich das Leben nahm, zwei Jahre später abgerissen, um den Ort nicht zu einem Pilgerort verkommen zu lassen.

Nach Cobains Tod wird neben dem Unplugged-Album auch das Live Video "Live! Tonight! Sold Out!" veröffentlicht. Als 1996 das Live-Album "From The Muddy Banks Of The Whiskah" erscheint, sind die verbleibenden Nirvana-Mitglieder bereits anderweitig beschäftigt. Dave Grohl wechselt bei seiner eigenen Band den Foo Fighters äußerst erfolgreich von den Drums an die Gitarre und den Gesang, während Krist Novoselic mit Sweet 75, von der Außenwelt kaum beachtet, weiter musiziert.

1997 gründen Grohl und Novoselic zusammen mit Courtney Love ein Nirvana Partnership, um den Nachlass der Band zu verwalten. Die traute Dreisamkeit entwickelt sich allerdings zum Desaster und resultiert in einem endlosen Rechtsstreit zwischen den Parteien Grohl/Novoselic und Love, die darauf pocht, die Songs ihres Ehemannes allein zu verwalten. Erst 2002 erscheint das Best Of-Album und nicht wie eigentlich geplant eine weitere Raritäten-Box. Es enthält mit "You Know You're Right" einen einzigen neuen Song, den Novoselic nach der letzten Nirvana Studiosession in seinem Keller bunkert. Love ist das noch nicht genug und sie veröffentlicht kurz vor Weihnachten 2002 die Tagebücher ihres Mannes. Tagebücher ist jedoch eine falsche Beschreibung, es handelt sich aber eher um eine Ansammlung von Notizzetteln, Songtext-Fragmenten oder wirren Kritzeleien.

Krist Novoselic gibt 2003 seinen Rückzug von der Musik bekannt, nachdem sein Comeback-Versuch mit seiner neuen Band Eyes Adrift (zusammen mit dem Ex-Sublime-Drummer Bug Gaugh und Ex-Meat Puppets Curt Kirkwood) missglückt. Er will sich nun der Politik widmen. Dave Grohl ist dagegen Rockstar geblieben. Neben seiner Hauptbetätigung bei den Foo Fighters klopft er noch hier und da auf die Becken. Seine berühmtesten Zwischeneinlagen sind die bei den Queens Of The Stone Age und bei Killing Joke.

 

 

 

KoRn

 

 

 

Im Alternative-Bereich haben Korn fett zugeschlagen: Steiler Karriereschub, von der Highschool direkt in die Billboards. Zu Recht, denn im Dschungel der Crossover- und Hardcore-Bands fanden die fünf Freunde aus Bakersfield in Kalifornien zu ihrem unverwechselbar bösen und durchgeknallten Sound.
Aber die Korns brauchen dazu kein Make-Up und bunte Kontaktlinsen, die sind wirkliche Freaks. Die beiden Riff-Künstler James "Munky" Shaffer und Brian "Head" Welch fahren quietschende und ächzende Panzergitarren an die Soundfront und werden dabei von der heftigen Rythmsection von Fieldy am Bass und David an den Drums kräftig in den Arsch getreten. Der unverwechselbare Kornsound macht sich an runtergestimmten Gitarren und Fieldys Slap-Bassspiel fest. Sänger Jonathan Davis kommt aus der Klassik und erreicht ein erstaunliches stimmliches Spektrum vom affektierten Chorknaben bis hin zur sprechsingenden Kreissäge. Seine düsteren und zynischen Lyrics schaffen es scheinbar perfekt, den "Kids In America" aus den ungeliebten, gebeutelten Herzen zu sprechen.

Die Bandgeschichte beginnt irgendwann Anfang der Neunziger Jahre in eben jenem kalifornischen Kaff Bakersfield, in denen die Körner beschließen, die Bierdosen gegen Instrumente auszutauschen. Sie ziehen nach LA und verdienen sich, wie es das große Buch vom Rock-Biz von jedem Newcomer verlangt, erst einmal die Sporen mit vielen, vielen Liveauftritten. Irgendwann landen sie beim Immortal-Label und bringen dort 1994 ihr selbstbetiteltes Debut heraus, das ein mittelschweres Erdbeben in der Metalwelt auslöst und heute als Geburtshelfer und Klassiker des NuMetal gilt. Songs wie "Shoots And Ladders" oder "Blind" kennt jeder Metalhead, der Cap und schlabbrige Hosen trägt.

Korn hüllen sich und ihre Hörer in eine selten dagewesene Finsternis. Das spricht die Jugendlichen an, sie können sich mit dem von Korn gezeichneten Bild des vernachlässigten Mittelstandskids, dass mit seinen Ängsten allein steht, bestens identifizieren. Korn legen mit "Life Is Peachy" und "Follow The Leader" zwei weitere NuMetal-Hämmer nach. Letzeres Album bedeutet für sie auch den kommerziellen Durchbruch, die Videos zu "Got The Life" und "Freak On A Leash" laufen auf MTV auf Heavy Rotation. 1998 stellen sie außerdem die "Family Values Tour" auf die Beine, auf der sie unter anderem mit Limp Bizkit, Rammstein und Ice Cube die Bühne teilen.

Doch irgendwie schaffen es Korn nicht, ihre Wut und damit ihre Originalität zu konservieren. In den folgenden Jahren macht Fronthemd Jonathan Davis durch seine Alkoholsucht von sich reden, die er therapiert, indem er Prozac-abhängig wird. Vor der Presse redet er lieber über seine Vorliebe für Pornos als über die Musik. Das geht auch an der Band nicht spurlos vorüber. Auf den nächsten Alben "Issues" von 1999 und dem 2002er "Untouchables" wirken Korn trotz des weiterhin sehr hohen Niveaus wie ein Schatten ihrer selbst. Die Fans scheint das nicht zu stören, "Issues" schafft es in den deutschen Albumcharts bis auf Platz Neun, "Untouchables" toppt die Charts sogar. Das hiphop-lastige Soloprojekt von Basser Fieldy "Fieldy's Dreams" ist dagegen nicht von großem Erfolg gekrönt. Er veröffentlicht 2002 sein "Rock'n'Roll Gangster", das in Kritikerkreisen weitgehend durchfällt.

Korn verfügt jedoch über eine sehr loyale Fanschar, da sie den Ruf haben, stets um den Kontakt mit den Anhängern bemüht zu sein (ein Fan durfte gar ihr "Issues"-Cover designen) und sehr intensive Liveshows zu spielen. Ihr bis dato letztes Album veröffentlichen die Fünf Ende 2003 mit "Take A Look In The Mirror", das leider den musikalischen Trend der zwei Vorgängeralben fortsetzt und in niveauvolle Belanglosigkeit abgleitet.

 


 

 

 

So, das war mal die Beschreibung und Bandgeschichte von 5 Gruppen. Wäre möglich das noch weitere hinzu kommen.

 

Badabing

 

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