Love takes 2� � or 3???

 

"Lalalaaa", sang ich lauthals Shaggys "It wasn�t me" aus dem Radio mit. Ich war bester Laune. Gut, ich versuchte mich in beste Laune zu bringen... Na, wie sollte man sich auch f�hlen, wenn man gerade aus seiner WG ausgezogen, wenn man von einer guten Freundin hintergangen, man gerade �ber seinen Ex hinweg und von den Eltern im Stich gelassen wurde? Finanziell wohl bemerkt! Eben, beschissen. Jedenfalls wollte ich weg aus Leipzig und hatte mich kurzer Hand entschlossen nach Berlin zu meiner Tante zu fahren und dort eine Weile zu bleiben. Viel Geld hatte ich nicht, dessen war ich mir schon bewusst. Okay, nicht viel Geld war vielleicht etwas untertrieben, ich besa� wenn�s hoch kam nicht mehr als den 10 Euro-Schein, der sich in meiner Hosentasche befand...

So sa� ich nun in meinem kleinen, alten, verrosteten Mini-Auto und fuhr gen Norden. Klasse! Hoffentlich reichte das Benzin noch bis Berlin! Genervt drehte ich dem Radio die Luft ab. "Shaggy!", murrte ich.

Pl�tzlich prasselten die ersten Regentropfen auf meine Frontscheibe. Regen! Wie passend! Passten haargenau zu meiner momentanen Stimmung! `Jetzt fehlt nur noch, dass "I�m singing in the rain" im Radio l�uft`, dachte ich. Ich grinste und drehte das Radio wieder an. Doch sofort als mir Geri Halliwell "It�s raining men, Halleluja..." entgegendr�hnte, verzog ich das Gesicht und drehte wieder ab. "Ich fass es nicht", murmelte ich, "heute ist einfach nicht mein Tag..."

Der Regen wurde immer schlimmer. Schon nach 2 Minuten konnte ich schon fast nichts mehr sehen. Aber auch nur fast. Den einsamen Tramper am Stra�enrand sah ich schon. Und grinste. Der Arme tat mir irgendwie Leid, ich war auch mal getrampt und hatte auch son Gl�ck. Trampen an sich war ja schon nicht die beste Besch�ftigung an einem Freitagabend, aber dann auch noch im Regen? Kurzerhand lie� ich meiner sozialen Ader freien Lauf, blinkte und kam einige Meter hinter IHM zum Stehen. Gleich kam ER angelaufen und schaute durchs Fenster. Ich kurbelte das Fenster herunter.

"K�nnen Sie mich mitnehmen? Ist mir egal wohin, Hauptsache ich sitz im Trockenen!", flehte ER und wrang demonstrativ Wasser aus seinen Haaren.

"Na, ob es noch trocken ist wenn Sie erst mal drin sitzen, wage ich zu bezweifeln, aber wenn Sie meine schlechte Laune ertragen k�nnen?! Bitte sehr." Ich beugte mich zur Fahrert�r und dr�ckte sie auf.

"Danke ich werde Ihnen f�r ewig dankbar sein!", schniefte ER und plumpste auf den Sitz, "und au�erdem kann man gegen schlechte Laune etwas tun."

Ich sch�ttelte den Kopf und gab IHM somit zu verstehen, dass ich nicht zum flirten aufgelegt war. Der Typ war mir nun doch ein wenig zu aufdringlich, und au�erdem nervten mich immer Leute, die gute Laune hatten, wenn ich schlecht drauf war...

"Oh, oh, ich verstehe. Stress?"

"Kann man so sagen, ja", gab ich knapp zur�ck und musterte meinen Beifahrer durch den Vorderspiegel hindurch. Erstaunt sah ich IHN dann richtig an. "Kein Gep�ck?"

"Nein, es war ein, wie soll man sagen", ER kratzte sich am Kopf und runzelte die Stirn, "na ja, ein sehr spontaner Aufbruch. Nicht mal mein Handy hab ich dabei. Geschweige denn von meinem Portemonnaie", erkl�rte ER schulterzuckend. Ich nickte verst�ndnisvoll. Ja, ja, das kannte ich...

Ich legte den Sicherheitsgurt wieder an, blinkte und trat aufs Gas. "Wo wollen Sie denn �berhaupt hin?"

"Wissen Sie, ich bin Ire, kenn mich in Deutschland also nicht besonders aus..."

Ich schmunzelte und zog die Augenbrauen hoch.

"Ok, ok", gab ER nach und hob die H�nde, "ich kenne mich hier gar nicht aus. Und eigentlich h�tte ich ja sogar einen ganzen Bus gehabt, nur leider konnte ich meine Klappe vor unserem Boss nicht halten und wurde mitten auf der Autobahn rausgeschmissen..." ER legte den Kopf schief und fuhr dann fort: "Tja, und da stand ich nun mutterseelenallein in einem fremden Land, ohne Handy, ohne Geld und nichts auf der Autobahn. Immer auf der Flucht wohl bemerkt!", f�gte ER noch hinzu und grinste, als ich schluckte und einen geschockten Gesichtsausdruck machte. "Sie sind doch nicht etwa irgendein Undercover-Spion von der Mafia, dem ich gerade bei irgendeinem Raub�berfall assistiere und sp�ter wohlm�glich daf�r eingebuchtet werde?!", hakte ich nach. Das war schlie�lich wichtig, ich wollte ja nicht im Gef�ngnis enden!

"Nein, nein, keine Sorge! Sooo schlimm bin ich nun auch wieder nicht!", beschwichtigte ER mich.

"Aha." Ganz �berzeugt war ich nicht, obwohl der Gedanke an Knast doch gar nicht so �berm��ig abschreckend w�re, oder? Ich mein, immerhin muss man da nicht arbeiten, du bekommst regelm��ig dein Essen und wohnen kannst du da auch... Ich sch�ttelte heftig den Kopf. So verlockend war�s auch wieder nicht, wenn ich da an `Frauenknast` und son Zeugs dachte...

"Trotzdem," fuhr ich fort, "warum tragen Sie dann immer noch diese durchgeweichte M�tze und die Sonnenbrille? Ich kann beim besten Willen keinen Sonnenstrahl entdecken. Und wenn, dann kommt das Licht vom Gewitter, das gerade �ber uns zieht! Nicht, dass ich doch mit James Bond..."

"Hey, Madam ist ja richtig misstrauisch!", grinste ER mich frech an.

Ich wurde rot. Eine doofe Angewohnheit aber leider nicht zu �ndern. Jetzt bildete sich der Typ wohlm�glich noch was drauf ein!

"Das braucht Ihnen doch nicht peinlich zu sein! Ich bewundere starke Frauen!", meinte ER immer noch grinsend, "aber Sie haben Recht, mit M�tze und Sonnenbrille kommt man sich bei diesen Witterungen schon etwas idiotisch vor." ER z�gerte noch einen Moment bevor ER erst seine Brille und dann die M�tze abnahm. Dann schaute ER zu mir, als ob ER auf eine Reaktion warten w�rde. Ich merkte das und schaute absichtlich angestrengt auf die Stra�e. Der sollte sich mal nichts einbilden! Als ER sich scheinbar entspannter als vorhin zur�cklehnte und aus dem Fenster guckte, warf ich unauff�llig einen Blick durch den Frontspiegel hindurch auf meinen Mitfahrer. Der fuhr sich gerade mit einer l�ssigen Handbewegung durch seine blonden Haare. `Wie Tim es immer getan hat�, fuhr es mir durch den Kopf. Ich zuckte zusammen. Wie kam ich denn pl�tzlich auf Tim? Es war doch aus mit uns beiden!

Ich schenkte meine Aufmerksamkeit wieder IHM und versuchte, Tim aus meinen Gedanken zu streichen.

ER hatte eine Wind-und-Wetter-Frisur, so nannte ich die vorne hochgegelten Haare, f�r die man sich eigentlich blo� in einen Sturm stellen brauchte, um die Frisur so hinzukriegen. Aber sie stand IHM unbeschreiblich gut! ER sah �berhaupt �berdurchschnittlich gut aus, das musste ich zugeben. Auch in dem etwas au�ergew�hnlichen, grauen Pulli, den ER trug. ER hatte eine sch�ne Nase, ein schmales Kinn, einen kleinen Mund, den er beim st�ndigen Grinsen immer so s�� verzog und er besa� Augen... Ja klar, jeder Mensch hatte Augen. Jedes Tier auch, aber nicht jeder hat SOLCHE Augen! Blau wie..., wie das Meer vor Portugal wenn es mal nicht von ausgelaufenen �ltankern verf�rbt wurde. Aber das tut hier nichts zur Sache. Dieses Blau war..., war einfach unbeschreiblich! Wenn man in diese Augen schaute hatte man das Gef�hl, in ihnen zu versinken.... Pl�tzlich blickte ER mir ebenfalls durch den Frontspiegel in die Augen und l�chelte und zwinkerte mir zu. Sofort wurde ich wieder rot und wandte meinen Blick blitzschnell ab. Da sah ich hinter der Kurve, ein paar 100 Meter vor mir eine lange Autoschlange, auf die ich immer schneller zuraste. Instinktiv trat ich auf die Bremse und im selbem Moment trief ER: "Stooooooopp!" und wir kamen ein paar Meter hinter dem letzten Auto zu Stehen. "Da hatten wir wohl beide die selbe Idee, was?"

"Kann man so sagen", erwiderte ich, immer noch geschockt �ber den beinahe-Crash, den ich fast gebaut h�tte. Ich versuchte �ber die vor mir stehenden Autos hinwegzugucken, schaffte es aber nicht. "Och n�!", st�hnte ich und st�tze meine Ellenbogen auf das Lenkrad, "auch das noch. Stau!" Ich lie� mich tiefer in meinen Sitz fallen und schloss f�r einen Gedanken lang die Augen. `Was f�r ein Schei�-Tag!� Dann �ffnete ich sie wieder und fragte: "Wollen Sie nicht lieber aussteigen und bei jemand anderem mitfahren, der vielleicht weiter vorne steht? Ich wei� nicht, wie lange...", fing ich an, doch wurde von IHM unterbrochen: "Hey, so selbstlos? Nein, nein, ich kann Sie doch nicht so einsam im Stau stehen lassen! Wenn ihnen dann was passiert k�nnte ich mir das nie verzeihen. Und da wird Ihnen doch langweilig und das kann ich nicht verantworten! Und au�erdem, wie kann ich so ein s��es Girl verlassen, das immer rot wird, wenn man ihm Komplimente macht?"

Und ER hatte Recht, ich wurde schon wieder rot. Mir war das schrecklich peinlich, aber da lenkte ER auch schon wieder ab: "K�nnen wir das `Sie� nicht weglassen? Niemand in meinem Beruf siezt mich und ich komm mir da ehrlich gesagt sonst auch immer so alt vor. Dabei bin ich erst 24! Ich hei�e Nicky!"

ER l�chelte und streckte mir seine Hand entgegen. Ich ergriff sie: "Okay, ich bin Laura. 21!", grinste ich.

"Aha, Laune etwas besser?"

"Ja, etwas", gab ich zur�ck und musste lachen.

"Wusste ich doch, dass ich es schaffen w�rde. Meinem Charme kann sich keiner so schnell entziehen. Sagt Bryan auch immer!"

"Eingebildet sind Sie, �h, bist du, wohl gar nicht, was?"

"N�, nicht wirklich. Warum?"

L�chelnd sch�ttelte ich nur den Kopf. Dann wendete ich mich wieder der Stra�e zu. "Mann, geht das hier auch noch mal weiter?" Genervt dr�ckte ich auf die Hupe, was weitere emp�rte Gegenhuper von meinen Vorderm�nnern ausl�ste. Sofort unterlie� ich es.

"Unfall!", stellte Nicky fachm�nnisch fest.

"Woher...?"

"Da vorn blinkt es blau und eben ist ein Polizeiauto an uns vorbeigefahren."

"Ach so. Na, das kann dauern." Ich stellte den Motor aus und machte es mir schon mal in meinem Sitz gem�tlich. Dann kam mir die Idee im Radio nach der L�nge des Staus zu h�ren. Ich dr�ckte den Knopf. ".... oh yeah, the Queen of my heart... Das waren Westlife mit "Queen of my heart", gew�nscht von Melanie aus M�nchen. So, und jetzt die Staumeldungen. Ein neuer Stau auf der A5 Richtung Hamburg wegen eines Unfalls, die Unfallstelle wird gerade ger�umt und kann wahrscheinlich in ein paar Minuten wieder befahren werden. Die A6..." Ich dr�ckte wieder auf den Knopf. "Gott sei Dank, gleich geht�s weiter. He, was ist denn? Warum grinst du so?", fragte ich verwundert, als Nicky nur schwer damit bem�ht war, nicht loszulachen. "Nix, gar nix. Streng dein Blondinenk�pfchen nicht unn�tig an! Das tut ihm nicht so gut!"

"Entschuldige bitte!", rief ich emp�rt. Das ging doch etwas zu weit.

"Hey, das war ein Witz!"

"Toller Witz, muss ich jetzt lachen?"

"Schon okay, kein Geflirte, keine Witze. Schon kapiert. Aber lachen darfst du trotzdem!" Da konnte ich nicht anders, ich musste l�cheln. Nicky konnte man gar nicht b�se sein irgendwie.

"Jetzt erz�hl aber mal, warum f�hrt eine h�bsche Frau alleine durch die Gegend?"

"Ach, es gab Zoff. Ziemlichen sogar. Ich hab�s in Leipzig einfach nicht mehr ausgehalten." Ich quasselte einfach und hoffte, dass Nicky meine roten Ohren so nicht bemerken w�rde.

"Schlimm?"

Ich nickte und blinzelte eine Tr�ne weg, die sich gerade einen Weg �ber meine Wange bahnen wollte.

"M�chtest du dar�ber reden? Wir kennen uns nicht, da f�llt es manchmal leichter zu sprechen. Und ich kann gut zuh�ren!"

"Sagt Bryan?", fragte ich l�chelnd.

"Ja", l�chelte Nicky zur�ck. "Ich muss mir immer Bryans Geschichten anh�ren, wenn er sich bei mir ausheult. Wenn er sich mal wieder mit seiner Frau streitet, kommt er zu mir und will einen Rat." Er sah mich erwartungsvoll an. Ich atmete einmal tief durch und begann: "Es fing alles an vor 3 Jahren. Ich hatte grade mein Abi in der Tasche und wollte von zu Hause ausziehen, da starb mein kleiner Bruder. Er war mein ein und alles. Wir 2 waren unzertrennlich. Haben echt alles zusammen gemacht. Er war damals 6. Ich muss oft daran denken, wie er jedes Mal nach der Schule in mein Zimmer kam und mir erz�hlte, was alles in der Schule passiert war. Leo hat sich immer so gefreut in die Schule gehen zu d�rfen! Bis er krank wurde. Krebs. Man erkannte den Krebs zu sp�t, dass Leo sofort ins Krankenhaus musste. Er konnte gar nicht verstehen, warum er nicht in die Schule durfte! Jeden Tag kam ich ihn besuchen. Ich versuchte nicht zu zeigen, wie traurig ich war. Nach ein paar Wochen starb er. Meine Eltern zogen sich immer mehr zur�ck. Ich hielt es daheim nicht mehr aus und zog in die WG. Julia und Lisa halfen mir �ber den Tod von Leo hinweg. So gut es eben ging. Nach einem Jahr WG zog Julia aus. Lisa hatte sie mit ihrem damaligen Freund betrogen. Ein paar Wochen sp�ter zog ich aus. Zu Tim. Lisa und ich hatten uns st�ndig gezofft. Lisa hat angefangen Drogen zu nehmen und ich hab sie nicht davon losgekriegt. Da bin ich lieber ausgezogen. Es ging auch alles soweit gut. Tim und ich verstanden uns super. Bis er mich betrogen hat. Da wollte ich weg. Ich bat meine Eltern um Geld, leider erfolglos. Ich sollte arbeiten gehen, meinten sie, das t�ten sie schlie�lich auch. Tja, und jetzt sitz ich hier. Mit einem wildfremden Typen im Auto, der jetzt meine ganze Lebensgeschichten kennt!" Ich l�chelte gequ�lt. Nicky lie� sich davon jedoch wenig beeindrucken "Du hast schon verdammt viel durchmachen m�ssen!", bemerkte er und schaute mich ernst an. Ich nickte und richtete meinen Blick angestrengt aus dem Fenster. Es regnete immer noch.

"Ich habe auch einen Bruder", fuhr Nicky fort, "Adam. Er ist 10 Jahre j�nger als ich aber wir sind ein Team. Ich seh ihn zwar nur noch selten, aber ich k�nnte mir ein Leben ohne ihn einfach nicht mehr vorstellen."

"Ja, ich vermisse Leo sehr. Aber es ist vorbei. Ich kann ihn nicht wieder lebendig machen. Das Leben muss schlie�lich weiter gehen. Hey, der Stau l�st sich auf!" Ich schluckte. Nickys Blick ruhte noch eine Weile auf mir, dann schaute er aus dem Fenster, wie ich aus den Augenwinkeln mitbekam. "Ja, scheint so." Ich drehte den Schl�ssel im Z�ndschloss. Es tat sich nichts. NICHTS! Ich versuchte es noch einmal, wieder erfolglos. So langsam wurde mir bewusst, was das hie�... woraufhin ich Nicky einen verzweifelten Blick zuwarf. Auch er schaute etwas ratlos drein. "Nein, nicht wirklich, oder?", st�hnte er.

"Ich sch�tze doch... Verdammt, was machen wir denn jetzt?"

"Also erst mal m�ssen wir von der Fahrbahn runter!" Tja, M�nner denken eben immer praktisch.

"Und wie stellst du dir das vor?", fragte ich sarkastisch. Nicky mochte ja ein Mann sein, aber deshalb konnte er doch nicht mein Auto von der Fahrbahn zaubern. Oder doch??

"Vielleicht schieben?"

"Schieben?"

"Schieben!"

"Aha."

"Na, so schwer kann die Karre ja wohl nicht sein. Ich schiebe hinten und du lenkst, ok?"

"Jjjja, warum nicht. Wenn du meinst. Find ich lieb, dass du mir hilfst!" Mein Ton wurde wieder sanfter.

"Ist doch selbstverst�ndlich. Ich kann doch keine Blondine mit ihrem Auto alleine lassen!" Da, da war es wieder, dieses schelmische Grinsen!

"Ha, ha, ha", gab ich ironisch zur�ck.

"Na dann. Los!" Fast gleichzeitig �ffneten wir die T�ren und stiegen aus --- und fast gleichzeitig sa�en wir wieder drin. Und sahen uns an.

"Schei�e, es regnet ja immer noch!", bemerkte Nicky.

"Wow, ich bewundere deine Beobachtungsgabe. Ich hab doch von Anfang an gewusst, heute ist ein Schei�-Tag! Na gut, dann auf in den Kampf. Auf 3! 1 - 2 - 3!" und schwupp waren wir drau�en und in sekundenschnelle nass bis auf die Haut. Als ich mal einen kurzen Blick nach hinten zu Nicky warf, stellte ich fest, dass mein Tramper, der in diesem Moment auch gewisse �hnlichkeit mit einem begossenen Pudel hatte, auch sehr gut gebaut war. Mit diesem enganliegenden Pulli... Nicht, dass ich Interesse an ihm h�tte, es handelte sich hier lediglich um eine Feststellung!

"Auf die Idee uns zu helfen kommen die wohl nicht, was?", beschwerte sich Nicky als die anderen Autofahrer seelenruhig an uns vorbeifuhren. "Tja, mit Hilfsbereitschaft ham�s wir Deutsche halt net so!", entschuldigte ich mich im Namen aller Deutschen. Inzwischen mussten wir schreien, weil der Regen sonst alles verschluckt h�tte. "Tja, wir Iren sind da wohl ganz anders." Ein paar Minuten sagte keiner etwas von uns. Unsere ganze Aufmerksamkeit war meinem Auto gewidmet. Ich wusste gar nicht, dass ein Mini-Auto wie meines so schwer sein konnte. Oder Nicky und ich waren einfach nur zu schwach f�r ihn. Obwohl ich mir das bei Nickys Muskeln, die unter seinem Pulli hervortraten, gar nicht vorstellen konnte...

"Laura?"

"Ja?"

"Ich frage jetzt mal das, was in den bl�den Comics immer gefragt wird: Schiebst du eigentlich mit?"

"Aber klar, f�r wen h�ltst du mich denn? Ich lenke und schiebe, wie befohlen. Oder bist du etwa zu schwach, dass du Max nicht auf die Standspur kriegst?"

"Was?"

"Ich sagte..."

"Nein, ich mein, WEN krieg ich nicht auf die Standspur?"

"Max!"

"Max? Du benennst dein Auto?" Nicky blieb trotz des Regens stehen, lachte laut auf und sch�ttelte den Kopf.

"Ja, warum denn nicht? Also Max ist jedenfalls einfallsreicher als wenn ihr M�nner euer ihr Auto benennt!", verteidigte ich mich und streichelte mein Auto.

"Wieso? Du wei�t doch gar nicht, wie..."

"Baby?", riet ich einfach mal ins Schwarze hinein. So nannten doch die meisten M�nner ihr Auto, oder?

"Woher wei�t du, dass mein Auto `Baby� hei�t?" Ich triumphierte innerlich. Hatte ich�s also doch geschafft ihn in die Enge zu treiben.

"Hah, hab ich also richtig geraten. Baby... Tz, tz..."

"Ok, ok, Frieden, unsere beiden Karren haben nicht den besten Namen abgekriegt. Aber k�nnen wir jetzt weiterschieben? Sonst stehen wir hier morgen fr�h noch!"

"Cooles Ablenkungsman�ver", lachte ich, tat dann aber wie mir gehei�en.

- - - - - - - - - - - - -

"Ja, noch ein kleines St�ck. Ja... okay. Geschafft!", jubelte Nicky ein paar Minuten sp�ter. Jetzt hatte er seine Ehre wohl wieder gerettet. Dachte er...

Blitzschnell sa�en wir wieder in "Max" drin.

"Puh, das h�tten wir", sagte ich und wischte mir durchs Gesicht.

"Ist hier in Deutschland immer son Wetter?" Nicky fuhr sich wieder durch die Haare. Diese Bewegung...

"Das sagt ja grad der Richtige, in Irland regnet�s doch st�ndig!"

"Ach, diese ewigen Vorurteile", winkte er ab.

"Wieso? Stimmt es nicht?"

"Nicht immer. Musst mal nach Eire kommen und dich selbst �berzeugen."

"Soll das eine Einladung sein?" Ich zog fragend die Augenbrauen hoch.

"Wenn du so willst?", grinste Nicky mich an und ich grinste zur�ck.

"Das merk ich mir! Aber im Moment kommen wir nirgends wo hin", wendete ich mich wieder unserem Problem zu.

"Ja, da hast du Recht. Denken wir noch mal unsere Lage durch. Wir haben ein kaputtes Auto namens Max..."

"Musste das jetzt sein?", unterbrach ich ihn.

"Ja musste sein." Nicky grinste schon wieder. Honigkuchenpferd...

"Also, ein kaputtes Auto. Hast du ein Handy?", fuhr er in seiner Aufz�hlung fort. Ich sch�ttelte den Kopf. "Handy schon, aber keinen Cent mehr drauf. Ich hatte kein Geld mehr mir neues Guthaben zu besorgen."

"Hm, ein kaputtes Auto, kein Handy. Wie sieht�s mit Geld aus? Zum Abschleppen oder so was in der Art?" Ich w�hlte in meinen Hosentaschen herum und brachte den 10�-Schein zum Vorschein. "Ich sch�tze, mehr krieg ich nicht zusammen."

"Tja, bei mir sieht�s noch schlechter aus. Ich hab ja gar nix."

"Ja du sollst ja auch nichts bezahlen, ist ja mein Auto!"

"Trotzdem... Ich hab doch genug Geld!" Oho, Nicky sah ja richtig weinerlich aus! Hatte ich jetzt etwa einen reichen Macker erwischt??

"Gott jetzt sag blo� nich, du wei�t nicht wohin mit deiner Kohle?!"

"So hab ich das nun auch nicht gemeint, ich lege mein Geld halt sinnvoll an. Shane zum Beispiel investiert in Autos. Er hat schon mindestens 8 Ferraris!"

"Aha." Was besseres fiel mir dazu beim besten Willen nicht ein. In dem Moment klopfte es an der Scheibe. Ein Mann stand drau�en und winkte wie wild. Fragend blickte ich zu Nicky. Er wusste was ich dachte. "Mach ruhig auf, ich bin ja da." So kurbelte ich das Fenster herunter. "Sie san h�nge g�bliebe, ge?", wurde ich auch schon von einem bayrischen Akzent begr��t. Ich nickte heftig. Wenn er jetzt gleich das sagt, was ich hoffte, w�rde das einen Jubelschrei zur Folge haben!

"I k�nnt se abschleppe, halt nur bis zur nexte Gastst�tt!" Erfreut schaute ich den Bayer an und warf Nicky dann einen vielsagenden Blick zu, unterdr�ckte aber den Jubelschrei. Wie h�tte denn das ausgesehen?

Nicky hob abwehrend die H�nde: "Ich nehm alles zur�ck!" und grinste. Schon wieder.

"Das w�re nett, Dankesch�n!" Ich schloss das Fenster wieder und stieg aus, um unserem "Retter in der Not" zu helfen, das Abschleppseil an Max zu befestigen. Nicky, der ebenfalls ausgestiegen war, legte mir seine Hand auf die Schulter. "Lass mal", winkte er ab, "ich mach das. Du bist ja v�llig durchn�sst!"

"Aber du doch..." Sanft schob er mich wieder auf den Sitz und lie� die T�r ins Schloss fallen. "...auch...", beendete ich meinen Satz. Ich nutze die Zeit um meine Gedanken zu ordnen. Meine Lage? Ziemlich hilflos. Meine Situation? Nicht mehr ganz so aussichtslos. Meine Gef�hle? Ziemlich durcheinander. `Mensch Laura, was f�r ein Tag...�seufzte ich. `Erst der Stress heute morgen mit der WG und dann gabelst du auch noch einen irischen Tramper auf, der dich geh�rig den Kopf verdreht! Und dann versuchst du dir auch noch st�ndig krampfhaft einzureden, dass du Tim vergessen hast! Laura, Laura...�Ich stellte den Scheibenwischer an und schaute Nicky und dem Bayern zu, wie sie beide Autos miteinander verseilten. Einmal guckte Nicky zu mir und streckte mir den ausgestreckten Daumen inklusive eines L�chelns entgegen.

Ich schloss die Augen, und prompt kam mir Leos Bild in den Kopf und es kam mir vor, als w�rde ich seine Stimme h�ren. `Ach Bruderherz...� Gott sei Dank blieb mir keine Zeit weiter dar�ber nachzudenken, denn die Beifahrert�r �ffnete sich und Nicky plumpste auf den Sitz.

"Na? Alles klar?", fragte ich.

"Yep, es kann losgehen. Er hat mich die ganze Zeit mit irgendeinem Zeugs vollgeschwafelt, aber ehrlich gesagt hab ich Null verstanden."

"Macht doch nichts."

"Ja, nur wissen wir jetzt nicht wo er uns hinkutschiert."

"Oh, stimmt. Na ja, werden wir ja merken." Und schon setzen wir uns mit einem Ruck in Bewegung.

Etwa 10 Minuten sp�ter hielten wir auf dem Parkplatz eines Rasthofes und Nicky und ich stiegen aus. Ich gab dem Bayern die Hand und bedankte mich bei ihm, der das Auto wieder abseilte. "Vielen Dank, dass Sie sich f�r uns die Arbeit im Regen gemacht haben. Ohne Sie w�rden wir da wahrscheinlich immer noch stehen. Ich w�rde Sie ja jetzt gerne auf einen Kaffee einladen, nur leider reicht das Geld daf�r nicht."

"Nix zu danke, ich muss eh weiter."

"Nochmals danke. Auf Wiedersehen." Er winkte uns einmal kurz zu und fuhr wieder los.

"So, und wir beide gehen da jetzt rein und w�rmen uns mit einer sch�nen Tasse Kaffee auf", beschloss ich und zeigte auf ein Haus, in dem sich wohl das Restaurant verbarg.

"Ach, ich dachte, dazu reicht das Geld nicht", schmunzelte Nicky.

"Na, soo dankbar bin ich nun auch wieder nicht. Los jetzt! Ich lad dich ein!"

"Ha ha, wie h�tte ich mir auch wohl was kaufen sollen?"

"Oh, sorry", lachte ich und so schnell wir konnten, rannten wir mit unseren Jacken �ber dem Kopf in die Eingangshalle.

"Na endlich im Trockenen!", rief Nicky.

"Das kannst du laut sagen!" Demonstrativ zog ich mein Haargummi aus dem Pferdeschwanz und sch�ttelte meine Haare. Leider war meine "Frisur" somit hin und meine Haare standen in alle Richtungen!

"Du hast sch�ne Haare", h�rte ich pl�tzlich Nickys Stimme neben meinem Ohr. Er stand so dicht, dass ich seinen Atem sp�ren konnte. Ich drehte mich zu ich um, dass ich ihm in seine Ozean-Augen sehen konnte und antwortete keck: "Danke, du auch!" und wuschelte ihm durch seine Haare. Der tat beleidigt und erwiderte mit einem Schmollmund: "Hey, meine Frisur!"

"Welche Frisur?", entgegnete ich und da musste auch Nicky lachen. "Hast ja Recht. Welche Frisur?"

"Also, gehen wir rein?"

"Sofort, ich sp�r meine H�nde schon nicht mehr!" Schnell lief er vor zur T�r und wollte sie mir aufhalten, nur da hatte er wohl nicht mit der modernen Technik gerechnet: sie ging automatisch auf. Ich bekam mich kaum wieder ein vor Lachen. So s�� sah es aus, wie er verdattert vor der T�r stand. Nicky schimpfte leise mit der T�r.

"Macht ja nix", lachte ich immer noch, "der Wille war ja da", und bekr�ftigte dies mit einem heftigen Kopfnicken..

"Na wenn du das sagst,." Nicky streckte mir seinen Arm entgegen. "Darf ich bitten?"

"Hey, bei diesem Gem�uer handelt es sich um eine Rastst�tte, Sie erinnern?"

"Na und?"

Ich zuckte lediglich mit den Schultern, hakte mich bei ihm ein und gemeinsam betraten wir das Caf�. Pl�tzlich blieb Nicky stehen. "Was ist denn?", fragte ich. Er zog seine M�tze aus der Tasche. Verwundert schaute ich ihn an. Er zuckte mit den Schultern. "Muss sein", sagte er nur. Ich lie� es auf sich beruhen. Wollte ja nicht zu aufdringlich erscheinen und nachfragen, was das sollte. "Da hinten ist ein Tisch!" Ich zeigte auf einen am Fenster. Zielstrebig liefen wir darauf zu, um noch vor den 2 �lteren Herren dort anzukommen.

"Sorry, aber wir sind erster", meinte ich.

"Schon okay, scheenen Fr�uleins mache ma doch gerne Platz!", erwiderten sie und verschwanden wieder. Nicky setze sich gar nicht erst hin. "So, und ich hol uns jetzt den Kaffee. 2 Mal?"

"Ja bitte, aber..." Doch da war er schon weg. `Tja, er wird schon merken, dass er kein Geld hat�, dachte ich. Und da kam er auch schon wieder. Mit hochrotem Kopf. "Du...", fing er an.

"Ich wei� schon. Hier!" Ich dr�ckte ihm den Schein in die Hand. "Danke", l�chelte er, schmiss seine Jacke schwungvoll �ber einen Stuhl und ging wieder.

"M�nner, also so wird die nie trocken!", murmelte ich und stand auf, um die pitschnasse Jacke ordentlich �ber die Stuhllehne zu h�ngen. So war ich nun mal, dagegen konnte man nix machen. Ich nahm die Jacke und wollte sie ein bisschen durchwringen, da fiel ein kleiner Stapel durchgeweichter Karten aus der Jackentasche auf den Boden. Ich hob sie wieder auf und warf unwillk�rlich einen Blick darauf. Ich nahm an, es w�ren Visitenkarten oder so was in der Art... Jedoch waren darauf nur 5 Jungs abgebildet, jeweils mit Unterschrift. Und oben dr�ber stand gro�: WESTLIFE. `Eindeutig ne Autogrammkarte�, schlussfolgerte ich und lobte mich selbst f�r meinen detektivische Sp�rsinn. Aber, Moment mal, Auto... AUTOGRAMMKARTE!!! Hektisch sah ich mir die 5 genauer an. Sahen alle ziemlich gut aus. Alle mitein... Ja, und da war er, der Beweis. Nicky. Nicky auf dieser Autogrammkarte!! `Okay Laura, jetzt mal ganz ruhig. Der Typ da drauf sieht haargenau so aus wie Nicky. Was es f�r Zuf�lle... gibt... Schei�e, es IST Nicky. Also muss Nicky Mitglied bei Westlife... Aber ja! Nat�rlich! WESTLIFE! Uptown Girl, she�s been living in her uptown world� Die Jungs aus Irland! Oh mein Gott. Ich bin tot!� Ich angelte nach der Stuhllehne und setze mich auf den Stuhl drauf, den ich beinahe sogar noch verfehlt h�tte. `Nicky sitzt bei dir im Auto, und du wei�t nicht wer er ist!�, schimpfte ich mit mir selbst, `was muss der denn von dir denken? Nat�rlich kenn ich Westlife! Julia war ganz vernarrt in Uptown Girl gewesen... und, Gott, wie peinlich! Ach und deshalb die Sonnenbrille und die M�tze! Und dann sagt der kein Sterbensw�rtchen davon, dass er....� Ich drehte die Karte um. `Shane Filan, Mark Feehily, Bryan McFadden... �, las ich leise, `klar, Bryan. Kian Egan und... Nicky Byrne. Na klasse.� Ich war in dem Moment so sauer. Auf mich selbst, weil ich so saum��ig bekloppt war, und auf Nicky, weil er mich an der Nase herumgef�hrt hat. Aber wie hei�t es so sch�n? Rache ist s��. Ich wedelte mit der Karte in meiner Hand, und da kam mir auch schon eine Idee. So schnell es ging las ich mir dir Steckbriefe auf der Karte sorgf�ltig durch. `Fu�ball, Shorty, braune Augen, blaue Augen, blond...�, murmelte ich leise vor mich hin. Als ich Nicky entfernt pfeifen h�rte (das sollte ihm noch vergehen!), packte ich so schnell es ging alles wieder so hin wie es war und plumpste auf meinen Stuhl und l�chelte selbstgef�llig. `Na warte Nicky Byrne, mach dich auf was gefasst.�

"So, bittesch�n. Einen hei�en Kaffee f�r ein hei�es, �h, s��es Girl." Er grinste bis �ber beide Ohren und nahm mir gegen�ber Platz. Gierig schl�rften wir unseren Kaffee. Nach ein paar Schl�cken stellte ich ihn wieder ab. "Och Mann, ich hab dauernd diesen schei� Ohrwurm...", maulte ich.

"Welchen denn?"

"Queen of my heart von Westlife. Kam ja eben im Radio. Toll, jetzt hab ich diesen Schrott im Ohr. Dabei kann ich Westlife nun �berhaupt nicht aussehen... Ich hab die Jungs bildlich vor mir wie sie ihren Song zum besten geben und sich wie die besten vorkommen. Jammern da rum und haben damit auch noch Erfolg..." Mehr brauchte ich nicht zu sagen denn Nicky verschluckte sich an seinem Kaffee was einen heftigen Hustanfall zur Folge hatte.

"Was hast du denn?", fragte ich scheinheilig.

"Nix, ich hab mich nur verschluckt", brachte Nicky m�hsam raus.

"Kennst du Westlife?", fuhr ich fort, "musst du doch, schlie�lich bist du auch aus Irland. Gott, wie die alle schon aussehen! Meine Freundin war mal ganz vernarrt in die!"

"Ach wirklich?" Nicky kratze sich hilflos am Kopf. Tat ihm Recht.

"Ja, schrecklich. Die ganzen W�nde waren vollgekleistert mit Postern! Wie die aussahen! Voll schei�e, findest du nicht?"

"�h, ja... find ich auch." Gott wie s��, er wurde immer kleiner auf seinem Stuhl! Aber das veranlasste mich nicht aufzuh�ren, nein, der sollte seine Rache bekommen! "Dauernd hat sie mir von denen vorgeschw�rmt! Ihr Liebling, der, der immer singt, sieht ja mal voll affig aus neben dem gro�en Blonden. Und der andere Blonde, der soll ja vorher Fu�ball gespielt haben. Tja, das h�tte er wohl auch so beibehalten sollen. Und wie sie tanzen! Dieses Rumgehopse auf der B�hne, gr�sslich sag ich nur. Meinst du nicht? Nicky du sagst ja gar nichts." Ich l�chelte ihn zuckers�� an und st�tze meine Ellenbogen auf den Tisch, w�hrend ich auf seine Reaktion wartete. Nicky blieb regelrecht der Mund offen stehen. "Och na ja.. soo schlimm sind sie ja auch wieder nicht...", stotterte Nicky und versuchte zu l�cheln, was ihm kl�glich missgl�ckte. Da konnte ich mich nicht mehr halten. Es ging einfach nicht mehr und ich prustete laut los. Als sich die paar Leute an den Nebentischen schon umdrehten, beugte sich Nicky vor und sah mich verwundert und zugleich hilflos an. Bei dem Blick riss ich mich zusammen, beugte mich ebenfalls vor und sah ihm grinsend in die Augen. "Ich hab die Autogrammkarte gesehen!" Nicky schlug sich an den Kopf. "Oh schei�e!"

"Warum hast du mir denn nicht gesagt, wer du bist?"

"Ach wei�t du, Leute die wissen wer ich bin, gehen komplett anders mit mir um, und du glaubst gar nicht wie froh ich war, als du mich nicht erkannt hast, und wir uns ganz normal unterhalten konnten. Trotzdem, Laura, meintest du das, �h, was du eben gesagt hast... ernst?"

Ich l�chelte ihn an und sch�ttelte den Kopf. "Wie k�nnte ich? Nein, ich mag eure Musik, und das mit meiner Freundin stimmt wirklich. Aber ich hab dich einfach nicht mit Westlife in Verbindung gebracht. Und so gut, dass ich dich auf den ersten Blick erkannt h�tte, kenne ich euch nun auch wieder nicht."

"Na dann ist ja gut. " Nicky atmete richtig auf. "So einen schlechten Geschmack h�tte ich dir auch gar nicht zugetraut!" Er grinste.

"Quatschkopf!"

"Aber woher wusstest du denn das mit dem Fu�ball..."

"Kennst du denn deine eigene Autogrammkarte nicht? Auf der R�ckseite stehen Steckbriefe drauf!"

"Ach so, ja. Stimmt." Nicky stellte seine leere Kaffeetasse auf den Tisch und sein Blick schweifte durchs Fenster nach drau�en. "Hey, es schneit ja!", rief er begeistert. Auch ich schaute hinaus und tats�chlich, leise rieselte der Schnee. Mit sehns�chtigem Blick beobachtete ich die dicken Schneeflocken. Da stand Nicky pl�tzlich auf. Er nahm meine Hand. "Los komm!"

"Aber..."

"Nix aber. Bei mir zu Hause gibt�s nicht so oft Schnee. Auf!" Hastig trank ich meinen Kaffee leer, schnappte mir meine Jacke und rannte Nicky hinterher, der gerade aus der T�r ins Freie trat. Ich folgte ihm durch die automatische Schiebet�r. Meine 1. Reaktion war, dass ich meine Jacke bis oben hin zukn�pfte. Es war lausig kalt, aber sch�n. Ich breitete meine Arme aus, legte den Kopf in den Nacken und schloss die Augen. Die Schneeflocken kitzelten auf meiner Nasenspitze. Wenn es schneite, wurde ich immer so sentimental. Vielleicht, weil ich vor vielen Jahren im Schnee meinen ersten Kuss bekam? Ich wei� es nicht.

"Hey Laura, Achtung!" Bevor ich reagieren konnte, bekam ich auch schon eine riesen Ladung Schnee ins Gesicht. "Hey, was soll der Schei�? Mann...", jammerte ich und sch�ttelte den Schnee aus meinen Haaren.

"Na, na, wer wird denn hier so zimperlich sein?", erwiderte Nicky, der schon wieder dabei war, eine Kugel zu formen. Da siegte die K�mpfernatur in mir und ich rief ihm zu: "Zimperlich? Ich? Na warte!" Ich ging hinter einem Auto n Deckung, nahm ein bisschen Schnee von dessen Scheibe, formte ihn zu einer Kugel, und als Nicky sich b�ckte um Schnee aufzunehmen, warf ich den Schneeball mit voller Wucht in seine Richtung. Und ich traf! Und wie! Nickys Augen funkelten mich an. "Das bekommst du zur�ck!" Und damit war eine gro�e Schneeballschlacht in Gange. Die Autofahrer w�rden sich freuen, ihre Scheiben waren frei von Schnee!

Nach einer Viertelstunde hielt ich ersch�pft inne. "Habt Erbarmen!", flehte ich.

"Was? Wertes Fr�ulein will schon aufgeben? Ist wertes Fr�ulein etwa ersch�pft?" Lachend feuerte ich meine letzte Kugel ab. Nicky duckte sich geschickt unter ihr durch. Dann lief er auf mich zu. "So, so, wertes Fr�ulein ist also ersch�pft. Na, dann legen Sie sich doch etwas hin!" So schnell konnte ich gar nicht gucken, da lag ich schon im Schnee. Nicky lie� sich neben mich fallen. Da lagen wir nun, beide von Kopf bis Fu� voll Schnee auf dem R�cken im Schnee und schauten zu den Sternen.

"Danke", fl�sterte ich

"Wof�r?"

"So viel Spa� hatte ich seit... seit dem Tod meines Bruders schon lange nicht mehr."

Nicky l�chelte. "Gern geschehen." Eine Weile lagen wir ohne ein Wort zu sagen einfach nur da und genossen den Augenblick. Die Ger�usche von der Autobahn ignorierten wir.

Pl�tzlich piepste etwas in meiner Tasche. Mein Handy. Ich setze mich auf und zog das Handy aus der Jackentasche. Ich hatte eine SMS bekommen! Neugierig dr�ckte ich auf >lesen<:

Es tut mir Leid mein Schatz. Ich wei� ich habe einen Fehler gemacht, aber ich liebe dich! Vielleicht kannst du mir noch einmal verzeihen, wenn ich dir verspreche, nie wieder so bl�d zu sein! Bitte gib mir noch eine Chance! ILU, Tim

Mir stiegen Tr�nen in die Augen, lie� das Handy sinken. Nicky, der mich bis dahin noch neugierig angeschaut hatte, sah jetzt besorgt drein. Ich versuchte gegen die Tr�nen anzuk�mpfen, doch es ging nicht. Sie waren st�rker und rannen mir vom Gesicht in den Schnee.

"Laura, was ist denn los? Hey", fl�sterte Nicky leise und legte mir seinen Arm um die Schultern. "Egal was passiert ist, es wird schon wieder. Sieh mal, was du heute schon alles durchgemacht hast. Du hast es mit mir in einem Auto ausgehalten, eine Schneeballschlacht gegen mich �berlebt, zwar verloren, aber das ist egal, und du hast dir stundenlang meine bl�den Witze angeh�rt. Was kann denn da noch kommen?" Er wischte mir mit dem Daumen eine Tr�ne vom Gesicht. Unwillk�rlich zauberte er mir mit dieser keinen Geste ein L�cheln aufs Gesicht.

"Na also, es geht doch. Und jetzt erz�hlst du mir mal, was es schlimmeres gibt, als mein Gequatsche. Nat�rlich nur wenn du willst. Ich h�tte vollstes Verst�ndnis daf�r, wenn du es mir nicht erz�hlen wolltest. Schlie�lich vertraut man seinem Mitfahrer nicht alles an. Und falls du einen Rat brauchen solltest, w�rde ich mein Bestes geben. Allerdings sind meine Ratschl�ge nicht immer sehr hilfreich. Einmal h�tte ich sogar einen handfesten Streit zwischen Shane und Gillian ausgel�st, als ich Shane einmal zum falschen geraten habe. Aus Frauensicht nat�rlich. Ich habe Shane erz�hlt, Frauen w�rden auf Tulpen stehen. War wohl falsch. Na ja. Aber..." Trotz meiner Tr�nen musste ich �ber Nickys �bereifer lachen. Es war s��, wie er sich M�he gab, mich auf andere Gedanken zu bringen. Doch dann wurde ich wieder ernst, zog meine Beine dicht an meinen K�rper und umschlang sie mit den Armen. Nicky Arm bewegte sich nicht ein St�ck.

"Also mein Freund... Ex-Freund, hat mich betrogen. Er hat mit einer anderen geschlafen und ich habe ihn dabei erwischt."

"Oh." Nickys Gesichtsausdruck �nderte sich von einem Augenblick zum anderen. K�nnte einem zu denken geben...

"Und jetzt hat Tim mir eine SMS geschrieben." Ich las sie ihm vor.

"Ruf ihn an!", war Nickys kurzer Kommentar dazu.

"Bitte?! Ich soll was?"

"Ihn anrufen."

"Aber er hat mich betrogen!"

"Und sich entschuldigt. Sieh mal, er schreibt dir eine SMS. W�rde er das tun, wenn er gl�cklich �ber seine Freiheit w�re? Ich w�rde das zumindest nicht tun. Glaub mir, die M�nnerwelt denkt nicht an Konsequenzen. Jetzt ruf ihn an. Zusammenschei�en kannst du ihn immer noch. Da drin hab ich vorhin eine Telefonzelle gesehen. Komm." Nicky stand auf und zog mich an der Hand hoch und lief mit mir im Schlepptau zur�ck in die Eingangshalle. Na wenigstens war�s hier warm...

"Du liebst ihn doch noch, oder?"

"Ja nat�rlich. �h, ich mein nat�rlich nicht!"

"Na also. Kleingeld... Ah, das R�ckgeld vom Kaffe." Er dr�ckte mir den Telefonh�rer in die Hand. Ich z�gerte immer noch. Doch als ich Nickys strengen Blick sah, gab ich nach und tippte langsam Tims Nummer ein. � Tuuuuuuuuuuut � "Ja?", meldete sich eine Stimme am anderen Ende. Tim. Ohne Zweifel. Ich biss mir auf die Unterlippe und holte einmal tief Luft. Ich schaute Nicky entschlossen an. Er nickte mir zu: "Denk dran, er ist ein Mann. Benutz nicht zu komplizierte Schimpfw�rter!", raunte er mir zu.

"Hallo? Wer ist denn da?" Tims Stimme wurde ungeduldig.

"Tim? Hier... Hier ist..."

"Laura?!" rief er mehr erleichtert als erstaunt.

"Ja", sagte ich leise. Ich spielte nerv�s mit dem Telefonkabel. Nicky gab mir mit Handzeichen zu verstehen, dass er drau�en warten w�rde. Ich wartete darauf, dass Tim etwas sagte. Da er das aber nicht tat und wohl auch nicht vorhatte zu tun, musste ich es wohl in die Hand nehmen. Na warte Tim, ich bin jetzt so richtig w�tend, mach dich auf was gefasst!

"Tim? Hast vielleicht vor mir eine Erkl�rung abzuliefern? Oder soll ich noch mein restliches Kleingeld auf Schweigen verschwenden? Okay, wenn du nichts zu sagen hast, ich habe genug. Wei�t du eigentlich was f�r ein mieses Schwein du bist? Was du mir angetan hast? Wei�t du �berhaupt wie weh es tut, seinen Freund im Bett mit einer anderen vorzufinden? Wei�t du wie es ist du gef�hlloses A..."

"Hey, Laura, h�r mir doch zu", unterbrach Tim meinen Gef�hlsausbruch.

"Ach, hast du deine Sprache wieder gefunden?"

"Ja habe ich. Und es tut mir Leid. Ich war stockbesoffen, glaub mir doch. Es war ein Ausrutscher! Ich liebe dich! Bitte Laura, verzeih mir. Nur noch dieses einzige Mal. Ich w�rde alles f�r dich tun!" Er schwieg. Ich schwieg. Schon wieder stiegen mir die Tr�nen in die Augen. Schei�e war ich heute emotional. Und ich h�tte mich f�r meinen n�chsten Satz erw�rgen k�nnen: "Ich liebe dich auch."

"K�nnen wir noch mal von vorne anfangen?", gab er ganz kleinlaut von sich. Ich holte tief Luft. Bei der Stimme konnte man einfach nicht hart bleiben. "Ja, aber nur unter einer Bedingung."

"Ich tue alles!"

"Du l�sst mich wieder bei dir wohnen und streichst endlich mein Zimmer gelb!"

"Nat�rlich. Sofort. Ich fahr gleich los und hol Farbe. Willst du mitkommen?"

Ich lachte und wischte mir die restlichen Tr�nen weg. Es gab keinen Grund mehr zu weinen. H�chstens vor Freude vielleicht.

"�hm du, das geht schlecht. Ich bin auf einer Autobahnrastst�tte", fing ich an.

"Autobahnrastst�tte?" S��, klang ja richtig geschockt.

"Ja, ich bin auf dem Weg zu meiner Tante nach Berlin. Ich war so fertig, ich musste einfach raus aus Leipzig. Gib mir noch ein wenig Zeit, ja?"

"Schon ok, ich versteh das. Komm zu mir, wenn du denkst, abgemacht?"

"Ist lieb von dir, danke. Du, mein Geld wird knapp. Ich meld mich. Bis dann."

"Ciao Laura. Ich liebe dich."

"Ich dich auch. Bye." Mit den Worten h�ngte ich den H�rer auf die Gabel und fuhr mir mit der Hand durch die Haare. "Puh, das h�tten wir", seufzte ich gl�cklich und machte mich auf den Weg nach drau�en um Nicky zu suchen. Doch ich brauchte gar keine gro�e Suchaktion starten, er sa� gleich vor der T�r auf den Steinen. Leise schlich ich mich an ihn ran. "Buh!"

"Aaaah!", schrie Nicky und sprang ruckartig auf. Als er mich sah beruhigte er sich augenblicklich wieder.

"Na, na, so schreckhaft?", neckte ich ihn.

"Ich? Schreckhaft? Nie im Leben", lachte er. "Na? So gute Laune?" Er zwinkerte mir zu.

"Tja", zwinkerte ich zur�ck, drehte mich um, schlang meine Arme um meinen K�rper und schaute in den Himmel. Der Tag verging schnell heute. Jetzt war es schon richtig duster drau�en.

"`Tja� ist keine Antwort. Aber aus deinem Gesicht lese ich eine Menge, und nur Gutes. Nun erz�hl schon, wie war�s?" Ich sp�rte seinen Atem an meinem Hals. Da konnte ich nicht anders, vor lauter Gl�ck fiel ich ihm um den Hals. "Danke, danke, danke", rief ich immer wieder.

"Ihr habt euch also wieder vertragen? Super!" Nicky hob mich hoch und wirbelte mich durch die Luft, was bei meinem Fliegengewicht auch kein Problem war. "Ich freu mich f�r euch!"

"Hey, lass mich runter", lachte ich.

"Zu ihren Diensten Ma�am!" Nicky setze mich betont vorsichtig ab und gab mir einen Kuss auf die Hand. "Kann ich sonst irgendetwas f�r Sie tun?"

"Danke, mein Zimmer wird schon gestrichen."

"H��?"

"Nichts, das kannst du nicht verstehen. Ist auch egal. Danke noch mal. Wenn du mich nicht dazu gebracht h�ttest, Tim anzurufen, h�tten wir uns vielleicht nie wieder vers�hnt. Aber dass ich ihn nicht so ungeschoren davonkommen lasse, ist dir doch wohl hoffentlich klar, oder?"

"Ich kenne dich zwar erst seit heute, aber das habe ich mir gedacht."

"Na siehste."

"Hach, ich wusste, das ich im Verkuppeln unschlagbar bin", seufzte Nicky, "ok, bei Mark hat�s nicht hingehauen, aber auch nur, weil er ein ganz spezieller Fall ist. Doch den bring ich auch noch unter, keine Sorge. Bei Shay war�s wesentlich einfacher..."

"Also bevor du jetzt noch anf�ngst in Erinnerungen zu schwelgen, erz�hl mir doch mal bitte den wirklichen Grund warum du trampen musst", bat ich.

"Na ja, also unser Manager, Louis, wollte uns noch 10 Extra-Konzerte aufbrummen, genau in unseren freien Zeit. Das w�re der erste Urlaub seit Monaten und mit den Konzerten w�re der dahin. Und dann habe ich zu Louis gesagt, dass, wenn er dem ganzen zustimmen will, er allein nach Berlin fahren kann. Tja, und so musste ich wohl oder �bel aussteigen, denn Louis bleibt f�r gew�hnlich genauso hartn�ckig wie ich." Nicky seufzte. "Aber egal, ich will meine Jungs ja nicht sitzen lassen, selbstverst�ndlich werde ich �bermorgen in Berlin sein und p�nktlich auf der B�hne stehen, ich will ihnen und vor allem Louis mal einen geh�rigen Schreck einjagen." Ich nickte. War irgendwo logisch.

"So", fuhr Nicky fort, "Problem 1 h�tten wir ja nun gel�st, bleiben nur noch Problem 2 und 3."

"Problem 1?", hakte ich nach.

"Ja, dich wieder mit deinem Freund zusammenzubringen", grinste er.

"Aaaah ja." Ich runzelte die Stirn. "Und 2 und 3?"

"Problem Numero 2 w�re entweder Max zum laufen zu bringen oder uns was einfallen zu lassen, wie wir hier weg kommen. Und Nr. 3, ich habe Hunger. Nicky setze einen leidenden Blick auf.

"Du hast Problem 4 vergessen, mir ist kalt. Aber dem kann man ja Abhilfe schaffen. Gehen wir wieder rein, schauen mal ob es was billiges zu essen gibt, das mein Budget nicht sprengt und denken dann �ber Problem 2 nach. Was h�ltst du davon?"

"Joa, nicht schlecht. Ich bin zuerst im Warmen!" Mit den Worten rannte er los zur T�r rein. Das lie� ich mir nicht zweimal sagen und spurtete hinterher. Nicky war ja schon ein Kindskopf. Ich kannte ihn gut ein paar Stunden und mochte ihn schon so richtig gern.

"Aaah, Hilfe!", lachte ich und plumpste mit dem ganzen Schwung vom Rennen auf einen Stuhl. Nicky hatte das selbe Problem und landete ebenso galant auf dem Stuhl wie ich.

"Mensch", schnaufte er, "f�r ein M�dchen bist du aber ganz sch�n schnell!"

"Hey!" Ich versuchte meinem Gegen�ber einen b�sen Blick zuzuwerfen, aber anscheinend scheiterte ich an diesem Vorhaben, denn Nicky grinste nur und zwinkerte mir zu.

"Kann es sein das du mich nicht ganz ernst nimmst?"

"Ich dich? Wie kommst du darauf?"

"Och, nur son spontaner Gedanke."

"Ok, Ablenkung: ich such uns was sch�nes, billiges zu essen aus und du denkst so lange �ber Problem 2 nach. Einverstanden?"

"Ja, ja, vor den schwierigen Problemen dr�cken, gell?"

"Aber nein. Bis gleich." Und schon war er weg. Dieses Mal mit Geld, er hatte ja noch das Restgeld vom letzen Mal, fiel mir grad ein. Ich war ja sch�n bl�d, er h�tte sonst was damit anstellen k�nnen und ich denke nicht mal daran, es mir wiedergeben zu lassen. Aber komischerweise vertraute ich Nicky. Ich konnte mir nicht erkl�ren wieso. Aber ich sollte ja auch nicht dar�ber nachdenken, sondern �ber Problem 2, meinem Auto. Ich blickte aus dem Fenster und sah ihn da stehen, Max. Eingeschneit im Schnee. "Tja M�xchen, was machen wir blo� mit dir, hm?", seufzte ich leise.

"Tataa! 2x Br�tchen � la Byrne. Nur 30 Cent das St�ck. Bin ich nicht gut?" Ich wendete meinen Kopf. Nicky stand vor mir, in der Hand ein Tablett mit 3 Br�tchen und einem Kaffee. Moment mal. �berrascht fragte ich nach. "3 Br�tchen? 1 Kaffee?"

"Ja, f�r mehr hat das Geld nicht gereicht. Die 2 Br�tchen und der Kaffee sind f�r dich." Er nahm Platz.

"Ach Quatsch", protestierte ich, "jeder 1 Br�tchen und das 3. und den Kaffee teilen wir uns. Keine Widerrede!" Ich schob ihm den Kaffee hin�ber und biss herzhaft in mein Br�tchen. Tat richtig gut. Eigentlich hasste ich trockene Br�tchen, aber f�r jetzt w�rde es gehen. M�ssen. Na ja, ich w�rde es schon �berleben. Und wenn ich es mir genau �berlegte, hatte mein Magen seit heute Morgen nichts Nahrhaftes mehr bekommen...

"Hier Laura, trink einen Schluck dann wird dir gleich wieder warm." Nicky reichte mir die Tasse. S�� wie er sich um mich k�mmerte.

"Danke." Eine Weile schwiegen wir. Als die Kaffeetasse bis auf den letzen Tropfen geleert war und wir das 3. Br�tchen gerecht geteilt und verputzt hatten, mussten wir wohl oder �bel auf das Thema kommen. "Sag mal, ist dir was eingefallen?"

"Nein Nicky, nicht wirklich. Und dir?"

"Mir auch nicht. Wir m�ssten irgendwie an Kohle kommen... Mensch, ich h�tte mir nie tr�umen lassen, dass ich einmal arm sein w�rde."

"Warum? Wie viele Millionen verdient man denn so als Star?"

"Och, wenn man vor der Queen singt springen schon mal ein paar Scheinchen r�ber."

"Cool, vor der Queen. Ist sie nett?"

Geheimnistuerisch beugte er sich zu mir r�ber. "Also ehrlich gesagt, nicht mein Fall. Viel zu... adlig. Und korrekt."

"Kann ich mir vorstellen", gab ich zu. Ich griff neben mich und wollte mein Handy aus der Jackentasche ziehen. Mal schauen, ob Tim sich gemeldet hatte. Doch ich griff ins Leere. Hektisch suchte ich auch in meinen Hosentaschen, vergeblich.

"Was ist denn?"

"Mein Handy. Wo ist mein Handy?"

"Ach du schei�e, sag blo� das liegt noch drau�en im Schnee?" Ich musste ihm wohl oder �bel zustimmen.

"Na dann los, auf zur Handy-Jagd. Es wird schon nicht weglaufen!" Er schnappte sich nun zum 2. Mal heute seine Jacke und warf mir meine zu.

"Musst du aus allem einen Witz machen?", jammerte ich auf dem Weg. Ich hoffte inst�ndig, dass mein Handy gleich wieder auftauchen w�rde. Es hat eine Stange Geld gekostet und ohne Handy w�re ich so gut aufgeschmissen!

"Warum Witz? Als Popstar lernt man nun mal alles mit Humor anzugehen. Sonst �berlebst du in diesem Business nicht."

"Schon kapiert." Ich hob abwehrend die H�nde bevor ich noch mehr kluge Weisheiten aus dem Show-Biz zu h�ren bekam.

Die n�chsten Minuten st�berten Nicky und ich im Schnee rum, auf der Suche nach meinem hei�geliebten Handy. Ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, da schrie Nicky: "Ich hahabs!" Ich rannte von der anderen Seite des Parkplatzes her�ber und nahm gl�cklich mein Telefon in Empfang.

"Da freut sich aber jemand, was?"

"Und wie. Ich k�nnt... Hey, ich hab ne SMS gekriegt!"

"Na von wem die wohl ist", grinste Nicky. Als Antwort knuffte ich ihn in die Seite und dr�ckte auf "lesen":

Liebe S��e, vergiss mich nicht, denn keiner liebt dich so wie ich!"

"Och Gott", war mein Kommentar.

"Schleimer", war Nickys. "Hat er dir wenigstens schon mal einen Strau� Rosen geschickt?"

"Nein, nicht das ich w�sste. Aber das ist mir egal", l�chelte ich.

"Ja siehste, ich habe meiner Georgina mal einen ganzen Strau� rote Rosen in die Klasse bringen lassen, als ich einmal pl�tzlich mit Westlife losmusste und mich nicht mehr von ihr verabschieden konnte. Und der Rest hat Schokolade bekommen."

"Du bist ein hoffnungsloser Romantiker, kann das sein?"

"Und wie...", seufzte Nicky. Na, woran er wohl gerade dachte.

"Deine Freundin kann sich gl�cklich sch�tzen mit dir."

"Willst du dich in meine Warteliste eintragen lassen? Nach Jennifer Love Hewitt w�re noch ein Platz frei."

"Nettes Angebot, aber ich bleibe Tim treu."

"Trotz allem?"

"Trotz allem", antwortete ich bestimmt, wie als Best�tigung f�r mich selbst.

"Aber wenn er noch mal mit einer Tussi ins Bett steigt, die nicht mal halb so nett ist wie du, kommst du zu mir nach Dublin und ich bring dich mit Mark zusammen. Der br�uchte dringend mal wieder ne Freundin, sonst geht der mir noch ein!"

"Mal sehen, vielleicht muss ich einmal darauf zur�ckkommen."

"Ich hoffe es nicht f�r dich, aber kommen kannst du trotzdem. Dann stell ich dich meinen Kumpels vor."

"Okay, mach ich", grinste ich.

"Du, das war mein Ernst!"

"Meiner auch."

"So, und jetzt wieder rein und wir suchen jetzt wirklich mal nach einer L�sung und au�erdem ist mir wieder kalt. Und dein N�schen wird auch schon ganz rot." Er stupste mir liebevoll auf die Nase und zog mich an der Hand mit hinein. Als wir an einer nur angelehnten T�r vorbeikamen, h�rten wir laute, aufgeregte Stimmen und da wir ja �berhaupt nicht neugierig waren, h�rten wir das alles auch nur zuf�llig mit: "Dass ich nicht lache!"

"Aber das ist doch gar nicht..."

"Und ob das wahr ist! Ich wei�, was ich gesehen hab, und das war eindeutig genug! Du Schlampe wolltest mit meinem Geld abhauen!"

"Wag es ja nicht, Kim als Schlampe zu bezeichnen!"

"Was mischt du dich da eigentlich mit ein? Muss du deine Freundin auch noch besch�tzen?"

"Du hast doch �berhaupt keinen Beweise!"

"Nein, die hab ich nicht, aber das was ich gesehen habe ist Grund genug euch beide zu feuern."

"Was?! Das kannst du nicht machen! Wir beide sind Chef-Kellner!"

"Und ob ich das kann. Ihr wolltet mich bestehlen! Nehmt eure Sachen und lasst euch hier ja nicht mehr blicken sonst hetze ich euch die Polizei auf den Hals!"

"Na gut, dann gehen wir eben. Komm Pat!"

Nicky und ich machten einen gro�en Schritt zur�ck als die T�r aufging und eine Frau und ein Mann, ca. 30 Jahre alt, herausgest�rmt kamen. Wir schauten unschuldig in die Luft, aber die 2 schienen uns �berhaupt nicht zu bemerken. Sie rannten vorbei, ohne uns eines Blickes zu w�rdigen und die Frau warf im Vorbeigehen ihre Sch�rze auf den Boden. "Saustall!", schrie sie und lief mit dem Mann im Schlepptau st�rmischen Schrittes durch die Schiebet�r und beide verschwanden in der Nacht. Verdutzt schauten Nicky und ich uns an. Dann fingen unsere Augen an zu funkeln. "Denkst du das gleiche wie ich?"

"Wenn du das denkst was ich denke glaube ich schon", grinste ich, nahm die Sch�rze vom Boden.

"H��?" Nicky kratze sich am Kopf.

"Ich meinte: ja."

"Oh, gut." Wir nickten uns verschw�rerisch zu und Nicky stie� die T�r auf und wir traten ein.

"Hm", r�usperte ich mich. Der Mann, der eben so gebr�llt hatte, war kr�ftiger Statur und stand an einem Herd. Aha, wir waren also in der K�che gelandet. Der Mann drehte sich zu uns um. "Was wollen Sie?" Na ja, freundlich klang er ja nicht gerade. Ich stupste Nicky von der Seite an und l�chelte dabei den Mann �bertreiben freundlich an. Nicky sollte jetzt irgendwas sagen...

"�h ja, also wir haben soeben, rein zuf�llig nat�rlich, ihr Gespr�ch mit angeh�rt..."

"Ach, rein zuf�llig also!", gab der Mann schnippisch zur�ck.

"Sie haben ja laut genug geschrieen!", rechtfertigte ich mich.

"Hey!", fl�sterte Nicky und warf mir einen vorwurfsvollen Blick zu.

"Ist doch wahr", fl�sterte ich trotzig zur�ck und verschr�nkte die Arme.

"Was wollt ihr jetzt? Ich hab zu tun."

"Also so eben sind ihnen ja 2 Kellner weggelaufen", fuhr Nicky fort und zeigte auf die Sch�rze in meiner Hand. Der Mann grummelte.

"Na ja, und unser Auto.."

"Moment mal, was hei�t denn hier unser Auto?", zischte ich.

"Ist ja auch egal, jedenfalls ist DAS Auto mit dem wir fuhren," er hob die Augenbrauen hoch, mit einem Seitenblick auf mich, "kaputt und wir haben kein Geld. Weder f�r einen Abschleppdienst noch f�r ein Taxi. Und da w�re ein bisschen Geld nat�rlich nicht schlecht. Es w�re ja nur f�r heute Abend, l�nger k�nnen wir sowieso nicht bleiben. Damit w�rden Sie uns helfen und wir Ihnen. Sie h�tten dann n�mlich noch ein bisschen Zeit um sich um Ersatz zu k�mmern. Wir..."

"Er meint wir k�nnen Ihnen aushelfen und hier f�r heute Abend kellnern", stoppte ich Nickys Redeschwall und guckte den Mann gespannt an. `Bitte, bitte!�, flehte ich innerlich.

"Sag ich doch", brummte Nicky.

"Tjaaa." Der Mann schien zu �berlegen. Seine Augen musterten uns eingehend. Mit �berheblichem Blick erwiderte ich sein L�cheln. Mich schaute er n�mlich sehr eingehend an, was mir nicht unbedingt gefiel. `Gott muss man Model sein um zu kellnern, oder was?�

"Habt ihr das schon mal gemacht?", wollte der Mann von uns wissen. Sahen wir etwa nicht so aus? Okay, meine angeklebten Fingern�gel machten vielleicht nicht den besten Eindruck, aber sollte man als Kellnerin wie der letzte Dreck rumlaufen? Konnte ich ja nichts daf�r wenn ich an den N�geln kaute. Und Nicky? Na ja, ich gab zu, man sah ihm schon an, dass er eigentlich immer nur ein Mikro in den H�nden hielt...

Ich wollte gerade den Kopf sch�tteln, da wurde ich von Nicky unterbrochen. "Aber nat�rlich, wir helfen regelm��ig im Caf� meines Freundes aus. Sind also bestens mit der Materie vertraut..." Ich knuffte ihn unbemerkt in die Seite. `Nicht zu dick auftragen� sollte das hei�en, `sonst f�llt�s auf!� Der Mann grinste nur. "Also gut. Ihr gefallt mir. Ich nehme euch." Ich unterdr�ckte einen Jubelschrei. Obwohl ich diesen Typen immer noch schrecklich arrogant fand, h�tte ich ihn k�ssen k�nnen. Nicky zwinkerte mir zu und dr�ckte meine Hand.

"Ich geh euch dann mal alles N�tige holen. Du kannst ja gleich die Sch�rze nehmen", sagte er zu mir und ging dann in einen angrenzenden Raum. "Na klasse, ich darf mich mit dem dreckigen Teil begn�gen", murmelten ich. Doch Nicky dr�ckte mir nur einen Kuss auf die Stirn. "Da hab ich unser Problem doch perfekt gel�st, nicht wahr?"

"M�nner", st�hnte ich und zog ihm seine M�tze tief ins Gesicht. Lachend nahm er seine M�tze ab und wuschelte sich durch die Haare. Jetzt war die Frisur ganz hin.

"So ihr 2." Der "Chef" war wieder da. "Hier hab ich... Sagt mal, wie hei�t ihr eigentlich?"

"Ich bin Laura und der Quatschkopf hier hei�t Nicky", antwortete ich f�r uns beide.

"Okay Laura, ich hab hier noch ne frische Sch�rze f�r dich gefunden. Du musst dich ja nicht mit dem benutzen Zeug begn�gen", grinste er und reichte mir die Sch�rze. Ich wurde rot.

"Und Nicky kann die nehmen." Er warf Nicky die andere zu, die er in der Hand hielt. Beide zogen wir unsere neue Arbeitskleidung an w�hrend der Chef weiter sprach: "Kurze Einweisung noch, dann k�nnt ihr loslegen. Die Leute bestellen ihr Zeugs dr�ben an der Kasse, die leiten das dann an mich weiter und ich bereite das Essen zu. Ihr m�sst eigentlich nur das Essen von mir an die richtigen Tische bringen. Nummern stehen jeweils drauf. Ah ja, bezahlen tun die Leute auch gleich an der Kasse. Also eure Aufgabe ist nur das Essen an den Mann zu bringen und wieder abzur�umen. Alles klar?"

"Puh, das waren aber viele Infos", seufzte Nicky, "aber wenn ich das richtig verstanden habe, haben Laura und ich einen ganz leichten Job, oder?"

"So ist es, genau. Nur da es Wochenende ist und es schon ziemlich sp�t ist, wird heute hier ziemlich viel los sein. Glaubt ihr, ihr kriegt das hin?"

"Kein Problem f�r uns, oder Laura?"

"Nee."

"Gut, dann auf geht�s!" Auffordernd klatschte er in die H�nde.

"Eye eye Chef." Nicky salutierte und der Chef dr�ckte Nicky gleich einen Teller in die Hand und schob uns nach drau�en. Nicky lief das Wasser im Mund zusammen, das konnte ich in seinen Augen ablesen. Ich grinste. Er sah aber auch zum Lachen aus in seiner Sch�rze.

"Sag Nix Laura, ich wei� wie ich aussehe. Aber es kann ja nicht jeder so sexy in einer Sch�rze aussehen wie du."

"Schmeichler", lachte ich. Er versuchte es doch immer wieder. Ich schubste ihn ins Restaurant. "An die Arbeit Kellner!"

Die erste halbe Stunde unseres Teilzeitjobs verlief etwas chaotisch. Nicky und ich irrten herum wie die Ir(r)en, wir hatten keine Ahnung wo Tisch 6 oder Tisch 27 war. Aber nach einiger Zeit hatten wir es gelernt und uns ganz gut eingespielt. Gerade begegneten wir uns im Gang zwischen Restaurant und K�che. Ich beladen mit 3 schmutzigen Gl�sern und Nicky hatte einen Teller mit lecker aussehendem Rinderfilet und Kartoffeln in der Hand. Bei uns beiden glitzerten Schwei�perlen auf der Stirn.

"Ganz sch�n anstrengend, was?", fragte ich,

"Ach wei�t du, bei mir ist es gar nicht die Anstrengung. Aber wenn ich gleich noch mehr solcher leckeren Sachen auf dem Arm durch die Gegend trage, kann ich f�r nichts mehr garantieren!"

Die n�chsten Stunden arbeiteten wir non stop. Es herrschte Hochbetrieb. Doch so langsam nahm der Ansturm ab und Nicky und ich konnten auch gelegentlich mal durchatmen. Nebeneinander lehnten wir an der geschlossenen K�chent�r. "Wie findest du den Job?", wollte ich von ihm wissen.

"Mir macht�s Spa�, aber jeden Tag w�r das nichts f�r mich."

"Ja ja, du verw�hntes Popsternchen", grinste ich.

"Hey!", rief Nicky und hielt meine Arme fest und dr�ckte mich gegen die Wand. "Noch ein Wort sonst..."

"Sonst was?"

"Sonst sing ich dir was!" Ich lachte. In dem Moment wurde die T�r ge�ffnet. Es war der Chef der seinen Kopf heraus steckte. "Was ist denn hier los? Ihr seid doch wohl nicht m�de!"

"Aber nein", widersprach Nicky und lie� mich wieder frei. "Wir sind schon wieder unterwegs", und Nicky lief los. Den Kopf sch�ttelnd ich hinterher.

"Der bestellte Eintopf. Bitte sehr." Ich stellte den Teller dem rotzfrechen Bengel vor die Nase, der mich schon zum 3. Mal an der Sch�rze gezogen hatte.

"Der Salat war hier?" Nicky setze die kleine Sch�ssel mit Salat ab und wandte sich schon wieder zum gehen, da wurde er von einer Frau angesprochen. "Warum tragen Sie eigentlich eine M�tze? Hier ist es doch so warm!" Nicky erschrak, aber er merkte, dass das keine hintergr�ndige Frage gewesen war und antwortete: "Wissen, Sie, unter uns, ich habe mir eine Glatze rasiert und bin mit dem Ergebnis �u�erst unzufrieden, Sie verstehen?"

"Klar, meine Tochter fragt mich nur schon die ganze Zeit." Die Frau l�chelte und zeigte auf ein kleines blondes M�dchen, das in der Spielecke spielte.

"Schon gut", gab Nicky mit einem unwiderstehlichen L�cheln zur�ck.

Ich schaute mich um, ob es irgendwo einen Teller zum abr�umen gab. Anscheinend nicht. Da sah ich Nicky am Tisch nebenan, der gerade wieder einen noch halbvollen Teller abr�umte und seufzend den Kopf sch�ttelte.

"Na? Hungrig?", raunte ich ihm zu.

"Und wie! Schon 3 Schnitzel habe ich serviert und jedes Mal musste ich mich beherrschen."

"Kann ich gut verstehen. Hey... h�r mal!" Mir waren �u�erst vertraute T�ne aufgefallen, die aus den Lautsprechern kamen. Ooooooh, ooooooohh, Uptown Girl... Nickys Miene hellte sich blitzartig auf. Wie man sich doch an seiner eigenen Musik so erfreuen kann...

"Ha, jetzt kommt Stimmung auf!", rief er und nahm im Vorbeigehen schwungvoll noch einen Teller auf. Ich bleib stehen und grinste. Nicky konnte sich kaum noch halten. Er t�nzelte gutgelaunt um die Tische herum.

"Na Leute, nicht so langweilig, it�s showtime!" Er blieb stehen, schaute mit verh�ngnisvollem Blick zu mir, stellte seine Teller auf den n�chstbesten Tisch und lief zu mir.

"Oh, oh, was kommt jetzt?"

"Darf ich bitten?"

"Was?"

"M�chtest du tanzen Laura?"

"Hier? Vor all den Leuten?"

"Klar, warum nicht?" Er grinste mich an.

"Okay, einmal im Jahr darf man auch mal durchgeknallt sein, stimmts?"

"Stimmt." Er nahm mich an die Hand, zog mich in die Mitte des Raumes, wo keine Tische standen und drehte mich einmal um die eigene Achse, so dass ich in seinem Arm lag. Ich blickte Nicky in die Augen und sah dieses Funkeln. Da konnte und wollte ich mich nicht mehr halten. Verga� einfach alles um mich herum, wie immer wenn ich tanze. Ich tanzte. Tanzte mit Nicky als w�ren wir in der Disco. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich je wieder in der Disco war...

Mittlerweile klatschten die Leute mit. Wir mussten uns wie kleine Kinder benommen haben, aber das war mir, und ich glaube auch Nicky, vollkommen egal. Ich genoss den Augenblick... Oooooh Uptown Girl. Die letzen Kl�nge verstummten. Die Leute klatschten wie wild Beifall und Nicky verbeugte sich lachend. Dann zog er mich an den Hand Richtung K�che. Ich wohl oder �bel hinterher.

"Du tanzt super, Laura!", schnaufte er. Wir waren beide m�chtig aus der Puste. "Hat doch Spa� gemacht, oder?"

"Ja. Und wie!", best�tigte ich.

"Hat man gesehen", mischte sich eine 3. Stimme ein. Oh, oh... Ich zog den Kopf ein. Der Chef.

"Nein, nein. Eure spontane Tanzeinlage war gro�artig! Den G�sten hat�s gefallen! Am liebsten w�rde ich euch fest einstellen."

"Nein, lieber nicht", lehnte Nicky ab. "Mir reicht�s f�rs erste."

"Danke, aber mein Traumjob ist es auch nicht. Aber es macht Spa�. Mal."

"Es ist nur verdammt anstrengend."

"Ja nat�rlich. Besonders wenn man es nicht gew�hnt ist", meinte der Chef, "ihr m�sst auch nicht weitermachen. Der gr��te Ansturm ist vorbei, und die paar Leute die jetzt noch kommen schaffe ich alleine. Ihr habt genug getan. Dankesch�n! Au�erdem ist es schon nach 1 Uhr nachts!"

"Was? Schon so sp�t?" Ich hatte heute Morgen das letzte Mal auf die Uhr gesehen. Komisch, wo ich doch sonst so ein zeitbewusster Mensch war.

"Ich hab euch �brigens was fertig gemacht. Ihr habt doch sicher Hunger! Steht drinnen auf der Platte. Holt es euch raus und esst erst mal was."

"Das w�r doch nicht n�tig gewesen!", erkl�rte ich, war aber trotzdem verdammt froh.

"Ach Laura, ich hab doch Nickys Blick gesehen", grinste er. Diesmal wurde Nicky rot.

"Dankesch�n!" Ich ging hinein in die K�che und holte unsere Teller. Er hatte uns was sch�nes zurecht gemacht. War also doch ein Lieber, ich nahm alles zur�ck!

Wir setzten uns an den K�chentisch, neben die Apfelschalen, Salatbl�tter und Fleischst�ckchen und a�en erst einmal unser Essen. Das erste seit Stunden! Das Br�tchen z�hlte nicht!

"Hm, schmeckt doch gut, nicht wahr?"

"Ja. Obwohl ich jetzt mit allem zufrieden gewesen w�re!", seufzte ich.

In dem Moment kam der Chef wieder rein. "Und? Schmeckt�s euch?"

"Und wie!", antwortete ich. "Jetzt versteh ich auch warum drau�en so ein Andrang war, bei dem Essen?!"

"Danke f�rs Lob, aber es macht auch eine Menge Arbeit."

Nicky und ich wandten uns wieder unserem Essen zu und der Chef verschwand mit 3 Tellern.

Als er nach ein paar Minuten wiederkam waren unsere Teller leer.

"Wow, ihr wart aber schnell!, staunte er.

"Tja, wenn man seit Stunden nicht bekommen hat?!" Nicky zuckte mit den Schultern. Ich versuchte ein G�hnen zu unterdr�cken. Der Chef jedoch sah das.

"So und ihr geht jetzt. Ihr habt genug getan. Danke noch mal."

Nicky schlug sich an die Stirn. "Schei�e Laura, wo sollen wir denn �berhaupt schlafen? Etwa in deinem Auto?"

"Mist, das hab ich ja ganz vergessen. Vielleicht..."

"Kein Problem", mischte sich der Chef ein, "ihr k�nnt ein Zimmer oben haben. Dort schlafen immer die Angestellten." Nicky und ich sahen uns kritischen Blickes an. `Na was das wohl kostet?�

"Ist auch umsonst. Ganz oben links. Moment, der Schl�ssel..." Der Chef griff in seine Hosentasche und schmiss Nicky einen Schl�ssel zu. "Und wegen dem Geld, kommt morgen fr�h einfach zu mir in die K�che, ich muss vorher noch die Abrechnungen machen. Aber dann zahl ich�s euch aus. Jetzt schlaft gut ihr 2. Und viel Spa� noch!" Mit den Worten schob er uns grinsend aus der K�che und machte die T�r von innen zu.

"Gute... Nacht", sagte ich noch, doch das schien er schon nicht mehr zu h�ren.

"Komm lass uns gehen, ich bin hundem�de", meinte Nicky und g�hnte.

"Hast Recht, ich brauch auch meinen Sch�nheitsschlaf."

"Den hast du doch gar nicht mehr n�tig", g�hnte Nicky noch mal. Ich erwiderte nichts darauf sondern hielt nach einer Treppe Ausschau. "Tja, und wo m�ssen wir jetzt hin?"

"Gute Frage. Er sagte ja oben... Da hinten ist eine Treppe!" Ich lief vor, hielt mich am Gel�nder fest und warf einen Blick nach oben. "Ach du schei�e, ja, oben ist der passende Ausdruck f�r diese schmeichelnde H�he!"

"Warum?" Auch Nicky blickte nach oben. "Oh, na ja, wir sind ja auch nur Angestellte...."

"Gibt�s hier denn keinen Aufzug?", jammerte ich.

"Nein, bestimmt nicht", sagte Nicky schnell. Verwundert guckte ich ihn an.

"Ich hab eine schreckliche Phobie vor Aufz�gen."

"Ach so, na dann bleibt uns ja eh nichts anderes �brig. Also dann, geteiltes Leid ist halbes Leid, hab ich Recht? Je eher sind wir oben."

"Hast Recht!", grinste er und lief die ersten Stufen hoch. Ich etwas langsamer hinterher. Irgendwie nahm diese f*** Treppe kein Ende. Oder war das Einbildung?

"Sag mal, wie viele Treppen bist du in deinem Leben eigentlich schon gelaufen?", schnaufte ich. So sportlich war ich nun auch nicht. Nicky anscheinend schon...

"Wei�t du", er blieb stehen, "als Star wohnt man immer ziemlich weit oben, und da ich immer laufe bekommt man irgendwann eine gewisse �bung."

"Und was machen deine Bodyguards? M�ssen die dann mit dir laufen?"

Nicky grinste. "Tja, was glaubst du warum sich keiner drum rei�t mein pers�nlicher Bodyguard zu werden? Komm her!" Er streckte seine Hand aus, ich ergriff sie. Und schneller als ich gucken konnte, hob er mich hoch und ich fand mich auf seinen Armen wieder. "Ich muss doch meine bl�de Schiebet�r wieder gutmachen", erkl�rte er grinsend. Ich fand das furchtbar lieb von ihm und er bekam zum Dank einen dicken Kuss auf die Wange.

"Pass blo� auf, dass dein Tim nicht eifers�chtig wird! Sonst war meine ganze Arbeit umsonst!" Sein Grinsen wurde nur noch breiter.

"Bild dir blo� nix drauf ein", drohte ich ihm mit dem Zeigefinger. "Denkst du ich will �rger mit deiner Georgina?"

"W�rd ich dir auch nicht raten, die kann ziemlich sauer werden!" Er pfiff durch die Z�hne.

"Ach?", lachte ich

Irgendwann waren wir "oben" angekommen. Nicky setzte mich ab und suchte nach dem Schl�ssel in seinen Hosentaschen. Hier "ganz oben" gab es nur eine T�r. War also nicht schwer unser Zimmer zu finden. Nicky drehte den Schl�ssel im Schl�sselloch und hielt mir die T�r auf. Ich trat ein und sah mich erst mal um. "�h, ich hab gedacht, hier g�be es 2 R�ume..." Verdutzt stand ich da und musterte kritisch die etwas zu w�nschen �brig lassende Zimmereinrichtung.

"Tja, das hab ich auch gedacht. Sieh mal, stattdessen ein Ehebett!" Er zeigte auf ein gro�es Bett in der Mitte des Raumes und schmiss den Schl�ssel darauf.

"Na toll." Ich seufzte und lie� mich aufs Bett fallen. Nicky war anscheinend auch nicht wohl bei der Sache. "Na ja, eigentlich kann ja gar nichts passieren. Wir sind beide vergeben, wollen nichts von einander und sind hundem�de, was soll da schon gro� passieren? Ich werde deiner Sch�nheit schon widerstehen k�nnen und mich tunlichst zusammenrei�en!"

"Ha ha, ich find das gar nicht so witzig!" Ich bef�rderte meine Schuhe in hohem Bogen in die n�chste Ecke, schmiss mich aufs Bett, legte mich auf den R�cken und streckte die Beine von mir. Mir war alles egal, Hauptsache schlafen...

"Du das war mein voller Ernst!"

Ich nickte kaum merklich und schloss meine Augen. �ffnete sie aber gleich wieder, als mir etwas einfiel: "Och nee!", st�hnte ich und setze mich auf.

"Was ist los?" Nicky war ins Bad gegangen und kam nun mit einem Handtuch sich die H�nde abtrocknend heraus.

"Meine Sachen sind noch im Auto!"

"Soll ich sie holen?" Er warf das Handtuch �ber den Kopf durch die T�r ins Bad, wo es auf dem Boden landete. "Mist, verfehlt!" Das handelte ihm einen strafenden Blick von mir ein.

Nicky st�hnte, lief zur�ck, h�ngte das Handtuch ordentlich an den Haken und fragte dann noch mal: "Soll ich?"

"Nein, ist lieb von dir, aber es geht auch so. Ich hab zwar eigentlich vollkommen die falschen Sachen an um in ihnen zu schlafen, aber was soll�s." Demonstrativ legte ich mich zur�ck und schloss wieder die Augen, die mir schon fast von alleine zufielen.

"Laura ich hab ne Idee." Nicky zog seinen grauen Kapuzen-Pulli aus. Unauff�llig blinzelte ich. Ich wollte ja nur einmal seinen K�rper bewundern! Ist ja schlie�lich nicht verboten. Und nein, dazu war ich auch nicht zu m�de, bl�de Frage. Ich wollte ja nur mal kurz... Oh wow! Schnell machte ich die Augen wieder zu. Hatte genug gesehen. Nicky schmiss mir den Pulli zu. Er landete genau auf meiner Nase... und roch verdammt gut nach Aftershave. Ich setzte mich wieder auf und nahm den Pulli von meiner Nase.

"Zieh meinen Pulli an. Der ist bequemer!"

"Danke", sagte ich. Nicky grinste sich einen ab. Ob er meinen angestrengten Blick auf das Shirt bemerkt hatte??? Na ja, irgendwo musste ich ja hingucken. Schwerf�llig erhob ich mich von dem sch�nen weichen Bett. "Ich geh mich dann mal umziehen", erkl�rte ich und schlurfte ins Badezimmer, knipste das Licht an und machte die T�r hinter mir zu. Das Shirt verfrachtete ich auf den Klodeckel. Ich drehte am Wasserhahn und wollte kaltes Wasser auf meine Handgelenke laufen lassen, aber da nur kleine Tropfen rauskamen lie� ich den Wasserhahn Wasserhahn sein und tauschte ich meine 3-lagigen Klamotten gegen Nickys Pulli ein, nat�rlich nicht ohne vorher noch einmal daran geschnuppert zu haben, und zog meine Jeans aus.

"Muss ich halt im Slip schlafen. Wird schon nicht so kalt werden", murmelte ich. Ich konnte meine Augen kaum noch offen halten vor lauter M�digkeit. Wenigstens konnte ich mir heute das Abschminken sparen, zum Schminken war ich heute fr�h n�mlich �berhaupt nicht gekommen. Ich tastete nach dem Lichtschalter, dr�ckte drauf und oh Wunder das Licht erlosch. Na, wenigstens das funktionierte. Mechanisch �ffnete ich die Badezimmert�r und trat von den kalten Badezimmerfliesen auf harten Hotelboden. Na, sehr luxuri�s war�s hier ja nicht gerade. Tja, da stand ich nun. Im Dunkeln. Nicky hatte schon das Licht ausgemacht und sich anscheinend diskret ins Bett verzogen. War ja nett von ihm, nur wie sollte ich denn bittesch�n das Bett finden? Ich kannte mich hier schlie�lich null aus! Klar, zu Hause find ich mich sogar im Schlaf zurecht, aber hier? Schritt f�r Schritt tastete ich mich vorw�rts. Die Jeans in der linken, die restlichen Klamotten in der rechten Hand. Schemenhaft konnte ich einen schwarzen Kasten auf der linken Seite erkennen. Bestimmt ein Schrank. Vom Fenster konnte ich auch keine Hilfe erwarten, da drau�en war�s noch dunkler als hier. Noch ein Schritt... "Autsch!"

"Das, war der Tisch", meinte Nicky. Ich konnte mir richtig vorstellen wie er jetzt grinsend im Bett lag!

"Das hab ich gemerkt", entgegnete ich. Mein Sarkasmus war nicht zu �berh�ren.

"Soll ich dir helfen?"

"Nein. Danke." Da wurde eine Nachttischlampe eingeschaltet und ich sah wo ich mich befand: vor der T�r. Wie peinlich!

"Hast du dich verlaufen, Laura?"

"Ich? Wie kommst du denn da drauf? Aber auf diese geistreiche Idee mit dem Licht h�ttest du auch schon fr�her kommen k�nnen!" Nicky hatte sich die linke Seite vom Bett ausgesucht. War mir Recht, ich schlief eh lieber rechts. Ich beeilte mich in mein Bett unter die Decke zu krabbeln. Denn im Gegensatz zu mir schaute Nicky n�mlich nicht weg. Eher im Gegenteil.

"Liegst du?", lachte Nicky.

"Ja", maulte ich.

"Gut!" Er knipste die Lampe wieder aus. Ich drehte mich auf die Seite und ber�hrte dabei einen Fu�. Nickys Fu�?

"Wir haben leider nur eine Decke", sagte Nicky.

"Auch egal", grummelte ich, und rollte mich ein. Augenblicklich fielen mir die Augen zu.

Einen Moment war Stille.

"Gute Nacht Laura", fl�sterte Nicky liebevoll. Seine leise Stimme l�ste bei mir ein warmes Gef�hl von Geborgenheit aus.

"Dir auch, Nicky", fl�sterte ich schon im Halbschlaf zur�ck.

"Einen wundersch�nen guten Morgen, S��e!"

Huch! Schlagartig schlug ich die Augen auf. Mann hatte ich gut... geschlafen. Da bemerkte ich den hei�en Atem neben meinem Ohr: Nicky. Uns trennte nur noch der Zipfel Decke zwischen uns. Ich drehte mich auf den R�cken. Nur ein paar Millimeter st�tze Nicky auf seinen Ellenbogen und sah mich genauso herausfordernd an wie ich ihn.

"Willst du mich hier irgendwie... verf�hren?", wollte ich wissen und blickte ihm in seine blauen Portugal-Augen.

"Wie kommst du darauf, S��e?" S��e, schon wieder. Er kam immer n�her du hatte dabei dieses Funkeln im Blick.

"Och, ich hab so das Gef�hl..." grinste ich.

"Ich wollte dich lediglich wecken."

"Ach so." Ich sch�ttelte lachend den Kopf. "Wie sp�t ist es denn?"

"Fast 12."

"Wow." Anerkennend piff ich durch die Z�hne.

"Na ja, haben wir uns doch auch verdient, oder? Musst du dir mal vorstellen, was an einem Tag alles passieren kann. Tramper auflesen, Auto kaputt, Beziehung gekittet und Traumjob gefunden. Was will man mehr?"

"Apropos, wir m�ssen unser Geld noch holen und gucken, ob wir damit nicht zumindest ein Taxi bezahlen k�nnen. Da sag ich nur: AUFSTEHEN!" Und damit war die prickelnde Stimmung dahin. Aber ich wollte hier ja nun auch nicht weich werden. Ich wusste, dass es Nicky unheimlichen Spa� machte mich etwas in die Enge zu treiben, aber ich wusste auch, dass er sich daraus einen liebevollen Spa� mit mir machte. Ich hatte ihn auch schon nach der kurzen Zeit die wir zusammen verbracht haben, unheimlich lieb gewonnen.

"Hallo, aufstehen!" Ich schob ihn sachte von mir weg und ber�hrte somit zwangsl�ufig (!!!) seine weiche Haut an der Brust. Ich m�chte gar nicht wissen, wie viele M�dchen wohl schon von so einer einzigen Ber�hrung getr�umt haben?!

"Wenn Mann so aus dem Bett geworfen wird, k�nnte sich Mann das glatt noch mal �berlegen", grinste Nicky und bewegte sich kein St�ck.

"Dann eben nicht." Ich schl�pfte unter seinem Arm hindurch und streckte mich erst einmal kr�ftig. Nicky legte sich wieder hin. "Wie schl�ft es sich denn in meinem Pulli?"

"Sehr gut!", schw�rmte ich. Verschwieg ihm aber, wie gut der Pulli gerochen hatte und warf stattdessen einen Blick aus dem Fenster. In dem Moment war es mir relativ egal, dass ich nur Pulli und Slip anhatte. Er hatte schlie�lich oben herum nichts an, also waren wir quitt.

"Also ich hab ziemlich gefroren so ganz ohne was", beklagte er sich und setze einen schrecklich weinerlichen Ton auf.

"Du, das tut mir Leid. Ich..."

"Ach Quatsch, ich hab dann einfach zu dir r�ber geguckt, dann wurde mir gleich warm, wenn nicht sogar hei�!"

"H�r auf du Charmeur. Ich geh mich jetzt jedenfalls um- oder anziehen." Und mit den Worten ging ich Richtung Badezimmer. Doch auf dem Weg dorthin stoppte ich.

"Wei�t du wo ich meine Sachen gelassen hab?"

"Vielleicht sind sie bei deiner Begegnung mit dem Tisch da..."

"Ja, ja, mach dich nur �ber mich lustig. Hab sie ja schon."

"Wollte ja nur helfen", schmollte Nicky.

"Ja, das wolltest du vor ein paar Stunden auch", rief ich, streckte ihm die Zunge raus und bevor mich das Kissen treffen konnte nach dem er gerade griff, klappte ich die T�r zu und erledigte meine Morgenw�sche, soweit das ohne Seife, und Co. und nur Tropfen Wasser �berhaupt m�glich war.

Nach 10 Minuten stand ich fertig vor Nicky und schaute anerkennend zu ihm herauf. "Ich fass es nicht, du hast das Bett gemacht!"

"Warum denn nicht? Und au�erdem musste ich mich ja irgendwie besch�ftigen. Mein Shirt hast ja du."

"Oh, sorry", entschuldigte ich mich und gab ihm mit rotem Kopf seinen Pulli r�ber.

"Schon ok. Sollen..." Doch da wurde Nicky von einem Klopfen an der T�r unterbrochen. Auf seinen fragenden Blick antwortete ich nur mit einem Schulterzucken. Mit dem Pulli in der Hand statt an, �ffnete er die T�r.

"Guten... Oh, ich wollte nicht st�ren."

"Ah, der Chef! Morgen!"

"Scheint ja ne hei�e Nacht gewesen zu sein", schmunzelte dieser.
"�h warum?", fragte ich und trat an die T�r. Ich ahnte was... Der Chef zeigte nur auf Nickys Shirt, indem er mit einem Arm, steckte. "Moment mal, da muss ich mal was klarstellen. Nicky und ich..."
"Na ja, ich will das junge Gl�ck ja auch gar nicht lange st�ren", fuhr der Chef einfach fort, "ich dachte ja eigentlich ihr k�met etwas fr�her, und weil ich jetzt Mittagspause hab, geb ich euch euer Geld gleich. Bitte." Er dr�ckte mir einen Umschlag in die Hand. Mit einem strahlenden L�cheln nahm ich ihn entgegen. "Danke", sagte ich und gab ihm die Hand.
"Nicht zu danken", erwiderte dieser, "ihr habt mir doch geholfen!"
"Trotzdem", schaltete sich auch Nicky ein, "danke!"
"Dann noch viel Gl�ck mit eurem Auto", l�chelte er, nickte uns zu und ging.
"Wiedersehen", rief ich ihm noch hinterher bevor ich mich wieder ins Zimmer verzog, war n�mlich ziemlich k�hl im Flur, und es mir samt Umschlag auf dem Bett gem�tlich machte. Im Schneidersitz z�hlte ich laut vor mich hin. "10, 20... Moment, da muss doch noch was... Hey, 20�?!?"
"Was?" Genauso erstaunt wie ich kam Nicky n�her und zog dabei seinen Pulli �ber den Kopf.

"Ja, 20�. Schei�e!

"Das kannst du laut sagen." Er lie� sich neben mich aufs Bett fallen, legte sich auf die Seite und nahm das Geld. "Wirklich, 20�. Damit kriegen wir keinen Abschleppdienst, und auch kein Taxi nach Berlin! Das ist doch noch hunderte von Kilometern entfernt! Und ich muss doch so schnell wie m�glich da hin!"
"Mach dir keine Sorgen. Das kriegen wir schon irgendwie hin", tr�stete ich ihn. Sanft dr�ckte ich seine Hand, dann sp�rte ich seinen dankbaren Blick. Einige Sekunden, die mir irgendwie l�nger vorkamen, sahen wir uns nur an. Dann kam wieder dieses Funkeln in Nickys Augen zum Vorschein.

"Oh, oh, nein oder? Nicht schon wieder ein Geistesblitz?"

"Hmmm, doch", lachte Nicky. Ich sprang auf. "Was ist es diesmal?", st�hnte ich, stemmte die H�nde in die H�ften und baute mich vor dem Bett auf.

"Wir trampen."

"Trampen? Wir?" Mir war die Sache etwas suspekt.

"Ja, warum denn nicht?"

"Ich trampe nicht. Das habe ich mir beim letzen Reinfall hoch und heilig geschworen!"

"Uns wird wohl nichts anderes �brig bleiben. Mit 20� kommen wir nicht weit. Der Kerl hat uns �bers Ohr gehauen und wird uns sicher nicht noch mal einstellen!" Ich z�gerte immer noch.

"Ich geh schnell ins Bad!", sagte Nicky. Ich ging zum Fenster und schaute auf meinem Max herunter, der eingeschneit im Schnee steckte. Was wir beide schon alles erlebt hatten... Ich besa� ihn schlie�lich schon seit meinem 18. Lebensjahr, das waren immerhin 2, nein sorry, 3 Jahre! Er hatte sozusagen die H�hen und Tiefen meines Lebens mit mir geteilt!


"Woran denkst du?"

"Aaah! Gott hast du mich erschreckt", rief ich und lehnte mich mit dem R�cken and die Fensterbank.

"Warum? Bin ich denn so schlimm?" Nicky setzte wieder seine leidende Meine auf.

"Nein", l�chelte ich, "du pustest mir nur schon zum zweiten Mal deinen Atem ins Ohr." Als Antwort darauf pustete er mir eine Haarstr�ne aus dem Gesicht.

"Du versuchst es mit allen Mitteln was?"

"Was meinst du?"

"Ey, komm, das wei�t du ganz genau. Okay. �berredet. Wir trampen."

"Super! Laura, du bist klasse!" Nicky gab mir einen Kuss auf die Stirn.

"Ich wei�", gab ich lachend zur�ck.


"Nicky, kannst du vielleicht die Tasche hier noch nehmen? Die ist mir einfach zu schwer."

"Was? Die auch noch? Sagen Sie Prinzessin, wollte Sie eine Weltreise t�tigen? Dass der ganze Kram �berhaupt in ihre werte Kutsche gepasst hat."

"Tja, in Max steckt eben doch mehr drin als man glaubt", gab ich trotzig zur�ck. "Auf auf James, keine M�digkeit vort�uschen!" Zur Best�tigung klatschte ich 2 Mal in die H�nde. Dann beugte ich mich zu meinem Auto hinunter, gab ihm ein K�sschen auf die Autohaube und fl�sterte ihm zu: "Machs gut M�xchen. Sobald ich bei Tante Angi bin soll sie regeln, dass man dich hier abholt. Versprochen!" Ich gab ihm einen Klaps, schloss sorgf�ltig alle T�ren ab und nahm meinen Rucksack. Nickys Blick ignorierte ich einfach und fragte stattdessen: "K�nnen wir?"

"Immer doch." Nicky in jeder Hand eine Tasche (die vom Anschein nach ziemlich schwer waren) und ich mit meinem Rucksack bepackt, liefen wir Richtung Autobahn. Ca. 10 Minuten liefen wir an der Stra�e entlang. Das machen Tramper so, irgendwie soll man nie zu nah an einem Parkplatz stehen. Keine Ahnung warum, alte Tramper-Weisheit.

Wir stellten unser, ich meine, mein Zeug, ab, mummelten uns noch einmal tief in unsere Jacken ein und streckten den Autos unsere Daumen entgegen. Erfolglos zun�chst. Als ein gro�er Bus angefahren kam, streckte ich immer noch wie eine Bl�de. Mein Daumen war schon fast eingefroren! Handschuhe, so einen Luxus besa� ich n�mlich nicht... Nicky jedoch nahm augenblicklich seinen Daumen runter.

"Hey Nicky, was ist los?", wollte ich von ihm wissen, ohne den Bus aus den Augen zu lassen.

"Nein, bitte nicht, lieber Gott, lass das nicht wahr sein!" Nun wurde ich aber doch beunruhigt. Ich lie� den Daumen sinken, drehte mich zu Nicky um und legte ihm meine Hand auf die Schulter. Er zeigte auf den Bus: "Das da ist MEIN Tourbus! Und genau dieser Bus h�lt gerade!"

"Aber... Ach so!" Ich begann zu kapieren. "Sitzen da auch deine Jungs drin?"

"Wenn die scheppernden Dosen am Auspuff h�ngen, bestimmt."

"Sind die alle so schnuckelig wie du?"

"Na ja... nicht ganz so wie ich." Na also, da war es ja wieder, sein Grinsen! "Oh, da kommen sie ja auch schon!" Nicky st�hnte als 4 Jungs rufend und schreiend auf uns zurannten.

"Nickyyyy!" Fast gleichzeitig kamen sie bei uns an und jeder wollte Nicky zuerst umarmen. Das ergab ein riesen Chaos. Ich nahm ein paar Meter Abstand und beobachtete grinsend die Szene. Dass es sich bei denen um "Popstars" handeln sollte, mochte ich noch nicht ganz glauben. Sie sahen ja alle gar nicht so schlecht aus. Nur der Gr��enunterschied war beachtlich...

Als die gro�e Begr��ungsszene vorbei war und alle Fragen die ihnen auf der Zunge brannten, durcheinander auf Nicky geprasselt waren, wurde ich bemerkt. Der gro�e Blonde kam auf mich zu und streckte mir seine Hand entgegen. "Mensch Nicky, wen haste uns denn da aufgegabelt?!", meinte er und pfiff durch die Z�hne.

"Du bist Bryan, stimmts?", fragte ich und ergriff seine Hand, "der, der immer Probleme mit..."

"�h genau", rief Nicky dazwischen und stellte sich neben mich. "Darf ich vorstellen? Bryan McFadden." Bryans verdutzter Gesichtsausdruck war genial! Anscheinend blickte er gerade gar nichts. "Angenehm. Ich bin Laura."

"Hi Laura." Der zweite kam auf mich zu und ergriff meine Hand. Es war der kleine Dunkelhaarige. "Shorty, hab ich Recht?"

"Ja der bin ich. Shane Filan", grinste er mich lieb an. Auch die restlichen zwei sch�ttelten meine Hand. Wie ich erfuhr handelte es sich hierbei um Kian und Mark.

"So, dann mal rein in die gute Stube", rief Kian und ergriff eine meiner Taschen. Mark nahm die andere. Zu Shane sagte er: "Los Shay, mach dich mal ein bisschen n�tzlich und nimm der Dame den Rucksack ab."

"H�tt ich eh gemacht, Schlauberger. Bin doch ein Gentleman!"

"Oho!", grinste Mark und lief zum Bus zur�ck und hievte dort m�hsam meine schwere Tasche hinein.

Bryan nahm Nicky zur Seite und fragte ihn leise: "Probleme mit wem, Byrne?" Nicky warf mir einen Blick zu und grinste unschuldig: "Nix. Aber sagt mal, wo ist denn eigentlich Lou?" Ganz wohl war ihm wohl nicht bei dem Gedanken, seinem Manager gleich zu begegnen.

"Nicht da", erkl�rte Mark, "ist vorgefahren nach Berlin."

"Wir hatten mehr Lust dich zu suchen als tatenlos im Hotel rumzulungern. Was sollen wir allein in Berlin?", f�gte Shane hinzu. Ich war richtig stolz auf mich, dass ich schon alle unterscheiden konnte!

Shane sprang in den Bus und hielt mir die Hand entgegen, die ich dankend ergriff und einstieg. "Ihr seid alle solche Kavaliere wie Nicky, was?"

"Aber nat�rlich", antwortete Kian stattdessen, "wir tragen unsere Frauen auf H�nden."

"Ach ja?"

"Ja", grinste Nicky mich an, sprang ebenfalls ein und lief nach vorne, um den Fahrer mit Handschlag zu begr��en, der auch gleich den Motor wieder anmachte. Ich nickte ihm kurz zu und bekam als Antwort ein etwas erstauntes L�cheln zur�ck. Nachdem Bryan die T�r geschlossen hatte, fuhr der Bus los.

Etwas hilflos stand ich nun in diesem riesen Tourbus und sah mich um. Sah alles irgendwie eine kleine Wohnung aus. Mit einem Haufen CDs, einer Playstation (...), einem Tisch und St�hlen, mehreren Betten und sogar einem Kicker! Ich schmunzelte. Wie war das mit dem Fu�ballspielen?

Nicky lie� sich auf sein Bett fallen und lehnte an der Wand hintendran. Die anderen hatten es sich schon alle irgendwo bequem gemacht, nur ich stand noch bl�d in der Gegend rum.

"Komm zu mir, Laura!", rief Nicky grinsend und klopfte vor sich aufs Bett. Ich sah die erstaunten Gesichter der anderen Jungs. Ich glaube, die waren vollkommen verwirrt. Also nahm ich vor Nicky Platz. Ein bisschen Provokation musste sein ;-)

Nicky schlang augenblicklich seine Arme um meine H�ften und zog mich sacht nach hinten, so dass ich mit dem R�cken an ihm lehnte. Ich drehte meinen Kopf zu ihm und l�chelte ihm zu.

"Hey Jungs, macht euern Mund wieder zu!", lachte Nicky.

"Nixter, du musst uns verstehen", verteidigte sich Mark, "wir sind alle etwas �berrascht. Erst st�rmst du so mir nichts dir nichts aus dem Bus und Louis schl�gt uns beinahe die K�pfe ein, und dann tauchst du hier pl�tzlich mit einer Neuen auf..."

"Es ist ja so...", ich r�usperte mich. Was die doch alle dachten..

"Es stimmt aber", mischte sich Bryan ein ohne mich ausreden zu lassen, "es ging alles ziemlich schnell. Aber so auf den ersten Blick gef�llt mir deine neuste Eroberung..." Er musterte mich eingehend und nickte dann um seine Aussage zu unterstreichen.

"�hm...", versuchte ich noch mal mein Gl�ck.

"Also, ich mag jeden, der auf den ersten Blick erkennt, dass ich Shorty bin", grinste Shane mich an. Ich l�chelte.

"Um auch mal was zu dem Thema zu sagen, ich schlie� mich dem Ganzen an", gab Kian auch noch seinen Senf dazu.

"Seid ihr jetzt fertig oder kommt noch was? Darf ich dann auch mal was sagen?", fragte ich und legte den Kopf schief. Die Blicke richteten sich auf mich. "Nicky und ich, wir waren, sind, und werden auch nie..."

"Laura, du musst das nicht verleugnen. Wir sind Nickys Freunde und verstehen v�llig wenn du..."

"Nein, das...."

"Doch, doch, Bryan hat Recht. Ist war selten, kommt aber auch mal vor!" Kian ignorierte Bryans vielsagenden Blick.

"Nicky, jetzt sag doch auch mal was!" Hilflos schaute ich nach hinten zu Nicky.

"Was soll ich denn sagen? Warum soll ich uns denn verleugnen?" Nicky grinste von einem Ohr bis zum anderen.

"Nicky!!"

"Ja, ja, schon gut. Also Laura und ich sind nicht zusammen. Sie hat einen Freund, ich hab meine Gina. Klar?"

Stille.

"Jungs??"

"Also wenn ich das mal so anmerken darf, geht ihr aber ziemlich herzlich miteinander um, daf�r, dass ihr nicht zusammen seid." Mark zog misstrauisch die Augenbraue hoch.

"Ach, findest du?" Nicky gab mir einen Kuss auf die Wange. "Wir verstehen uns einfach gut, das ist alles. Aber vielleicht sollten wir das Ganze mal erz�hlen, was?"

"W�r nich schlecht", stimmte Bryan zu.

"Okay, dann mal von vorne. Laura?"

"Okay." Ich fing an die ganze Story zu erz�hlen. Einige kleine Details lie� ich bewusst aus, aber an Nickys Schmunzeln merkten Shane, Mark, Kian und Bryan, dass da noch etwas gewesen sein musste. Nicky und ich wechselten uns ab und wir staunten selbst, was wir so alles in so kurzer Zeit erlebt hatten ;-)

"So, jetzt seit ich auf dem neusten Stand der Dinge", endete Nicky.

"Nicholas Byrne, ich staune. Ich habe nie gewusst, dass du so ein zuvorkommender und netter Typ bist!", rief Shane.

"Halt blo� die Klappe Filan!" In dem Moment klingelte ein Handy.

"Meins ist es nicht", meinte Kian gleich, "ich hab den Ton gewechselt!"

"Preisfrage: wer hat den eigenen Song als Klingelton?" Bryan zog die Augenbraue hoch.

"Nicky", sagte der Rest im Chor. Ich grinste. Das war eine verr�ckte Truppe...

"Wo ist es denn?" Ich war zur Seite ger�ckt, so dass Nicky aufstehen konnte und jetzt rannte er aufgeregt durch den Bus.

"Nimm das hier!" Mark warf ihm sein Handy zu, das auf dem Tisch gelegen hatte. Nicky nahm ab und rief: "Gina!" und verzog sich nach nebenan. Die 4 Westlifer verdrehten die Augen.

"Ich sch�tze 15 Minuten", sagte Mark.

"Nein, doch nicht nach einem Tag Pause! Ich bin f�r 25", widersprach Bryan. "Laura, jetzt wirst du wohl f�rs erste mit uns vorlieb nehmen m�ssen."

"Ich glaub ich werd�s �berleben, so �bel seid ihr n�mlich gar nicht."

"Wir werden unser bestes geben", l�chelte Shane.

Bryan kam zu mir uns setzte sich neben mich auf Nickys Bett. "Sag mal, mehr ist da wirklich nicht zwischen euch gelaufen?"

"Tut mir Leid, aber da war wirklich nichts."

"Schade, ich h�tte dich gern in unserer Westlife-Clique gehabt."

"Warum, was ist denn mit Georgina?"

"Ach die ist immer so zickig."

"Komm schon Bry, nur weil sie etwas schroff reagiert hat als du sie im betrunkenen Zustand dumm angemacht hast...?", verteidigte Shane Nickys Freundin.

"Glaub ihm kein Wort, Laura. Ohrfeige ist Ohrfeige. Und das verzeih ich ihr nie! Verdammt zickig ist sie..." Bryan war aufgestanden und stand nun vor Nickys Bett und sch�ttelte heftig den Kopf. Hinter seinem R�cken wedelten Shane, Mark und Kian mit den H�nden, was wohl bedeuten sollte, dass ich Bryan nicht glauben sollte. Ich zwinkerte den dreien zu und sagte zu Bryan gewandt: "Schon kapiert." Der schien zufrieden und Shane, Mark und Kian grinsten sich an. Dann fiel Bryan wohl doch noch etwas ein. "Laura, was meintest du denn eben mit `Der, der immer Probleme� mit wem hat?" Er kratzte sich am Kopf.

"Na ja, also... Nicky hat mir erz�hlt, dass er dir gelegentlich Tipps gibt wenn du Streit mit deiner Frau hast..."

"Ach, so ist das! Das ist also der Grund daf�r, dass Kerry immer noch mit dir verheiratet ist!", rief Shane, "du hast dir Ratschl�ge von unserem Charmeur geholt!" Bryan wurde rot.

"Oh sorry, ich wusste nicht..."

"Nee, nee, schon okay", winkte Bryan ab und l�chelte mir zu. Ich war erleichtert. W�re ja noch sch�ner, wenn ich es mir jetzt schon mit einem von Nickys Freunden verscherzt h�tte...

"Tja Jungs", lenkte Kian ab, "dann werden wir doch mal gucken, ob wir unserem Mr. Lover Lover nicht doch ein bisschen Konkurrenz machen k�nnen. Da soll doch einer behaupten, Westlife w�rde nur aus einem Charmeur bestehen. M�chtest du etwas trinken, Laura?" Ich �berlegte kurz. "Warum nicht? Ein Cocktail w�re nicht schlecht." Herausfordernd sah ich Kian an. Der stutzte.

"Mit so einem konterf�higen K�pfchen hast du wohl nicht gerechnet, was Ki?", lachte Mark.

"Cocktail? Kein Problem f�r mich. Schlie�lich bin ich seit `Uptown Girl� Fachmann im Cocktail machen. Wei�t du noch, Mark, wo wir Claudia einen gemixt haben?" Mark sch�ttelte als Antwort lachend den Kopf. Kian ging zum K�hlschrank, �ffnete ihn und kam mit ein Vielzahl von Flaschen wieder hervor. Mir blieb die Luft weg.

"Guck nicht so, das ist nicht mal die H�lfte von dem, was hier sonst noch so lagert!" Wow, diese Sauferei h�tte ich den Jungs ja gar nicht zugetraut!

Kian machte sich an meinen Cocktail. Fand ich ja s�� von ihm, dass er mir wirklich einen mixte. Eigentlich sollte das ja ein Scherz sein... Na ja...

"Pass blo� auf, Laura", warnte Bryan, "Mark und Ki sind die einzigen Singles hier. Also manche Worte von ihnen k�nnten glatt als Flirtversuch durchgehen!"

"Ha ha, wie witzig McFadden", sagte Mark sarkastisch. Kian bekam gar nichts mit, der war so in seinen Cocktail vertieft.

In dem Moment kam Nicky wieder. Bryan sah gleich auf die Uhr. "22 Minuten. Ha, ich war n�her dran Mark!"

"Ja, ja, schon kapiert, die n�chste Runde geht auf mich."

"Hey, ich wusste ja gar nicht, dass ihr meine Telefonanrufe..."

"Nur manchmal, Nix, nur manchmal." Mark und Bryan grinsten sich an.

"Ja, ja", erwiderte Nicky ungl�ubig und setzte sich wieder neben mich.

"Und? Alles klar?", fl�sterte ich.

"Ja", l�chelte er zur�ck. Da klingelte sein Handy schon wieder. Verwundert nahm er ab. Dann ein kleinlautes: "Oh, hi Louis." Wir anderen sahen uns an. Louis...

Nicky verzog das Gesicht und hielt das Handy von seinem Ohr weg. Louis musste ja sehr w�tend sein... Nicky wurde mit der Zeit immer kleinlauter bis nur noch ein leises "Sorry" rauskam. Dann legte er auf. "Zitat von Mr. Walsh: Wir sollen unsere Hintern so schnell wie der gottverdammte Bus f�hrt nach Berlin in die Max-Schmeling-Halle bewegen und uns sofort auf der B�hne blicken lassen. Ob Tag oder Nacht, unsere Hotelschl�ssel bekommen wir erst nach dem Soundcheck." Er seufzte.

"Daniel, gib Gas, sonst kriegst du von Louis einen auf den Deckel", rief Bryan zum Fahrer nach vorne. Der antwortete darauf mit einer wegwerfenden Handbewegung. Das hatte er wohl schon �fter von Bryan zu h�ren bekommen ;-)

"Hey, der Cocktail � la Egan ist fertig!", lie� Kian pl�tzlich von sich h�ren. Ich stand auf um ihn mir abzuholen. Mit kritischem Blick schaute ich ins Glas. Ich sah eine undefinierbare Mischung aus allen m�glichen Farben. "Probier mal, m�sste eigentlich ganz passabel schmecken!"

Ich r�hrte ein paar Mal mit dem Strohhalm drin herum und nahm dann mutig einen keinen Schluck. Alle schauten mich neugierig an, aber an Kians Blick kam keiner vorbei. Dann l�chelte ich. "Du, der schmeckt gro�artig!" Kians Miene hellte ich auf.

"Laura, das meinst du doch nicht ernst, oder?", wollte Shane wissen. "Kian hat doch nicht etwa den ersten Cocktail seines Lebens gemixt, der auch wirklich schmeckt?!"

"Also mir schmeckt er. Willst du mal probieren?" Ich hielt Shane meinen Strohhalm hin und er trank einen Schluck. "Wow Ki, ich bin beeindruckt. Dein erster gutschmeckender Cocktail! Machst du mir auch einen?"

"Mir bitte auch, wenn der allen so gut schmeckt?!" Zur Best�tigung hielt ich auch Nicky mein Glas hin. Die gleiche Reaktion wie bei Shane.

"Kian, ich dann bitte auch, den will ich dann doch auch mal testen", schloss sich Bryan an.

"Klar, mach ich sofort. Du auch Mark?"

"Nat�rlich, das kann ich mir doch nicht entgehen lassen!"

Kian strahlte wie ein Honigkuchenpferd als er sich an die weiteren Cocktails machte.

"Was ist da eigentlich alles drin?", fragte ich.

"Och du, glaub mir, das willst du gar nicht wissen", grinste Kian.

"Oh, okay." Ich hob abwehrend die H�nde und trank noch eine Schluck. Dann nahm ich mein Glas und ging langsam durch den Tourbus und sah mich um. An der CD-Sammlung blieb ich h�ngen. Tracy Chapman, David Grey... Atomic Kitten? Westlife? "Ihr habt eure eigenen CDs hier?"

"Klar", antwortete Shane, "wenn wir mal den Text vergessen."

"Und au�erdem h�r ich unsere eigenen Songs selbst sehr gerne. `World of our own�, oder `Upown Girl�...", f�gte Nicky grinsend hinzu.

"Und Atomic Kitten h�rt Bryan. Ist n�mlich noch ein altes Album, da war seine Frau noch ein Kitten", erkl�rte Mark. Ich nickte. Atomic Kitten standen auch bei mir im Regal, ich hatte nur nicht gewusst, dass es zwischen ihnen und Westlife eine Beziehung gab.

Ich setzte meinen Rundgang fort und kam bei den Betten zu stehen, denn ich hatte an der Wand eines Bettes etwas entdeckt. Fragend blickte ich in die Runde. "Darf ich mir die Fotos angucken?" Alle Blicke richteten sich auf Bryan, deshalb gelangte ich zu der Annahme, dass die Fotos, die dort an der Wand neben dem Bett hingen, zu ihm geh�rten. Er bekam einen strahlenden Gesichtsausdruck. "Klar!" Ich stellte meine Cocktail ab und trat n�her ran. Es war eine Frau abgebildet, im Arm ein kleines M�dchen.

"Das ist meine Frau Kerry und meine Tochter. Molly." Bryan war ebenfalls aufgestanden und zeigte nun mit seinem Finger auf eines der Fotos.

"Wie alt ist sie? Die Tochter mein ich." Ich lachte fuhr mit dem Finger �ber das M�dchen. S�� war sie, und h�bsch!

"1 1/2 Jahre", antwortete er. Ich l�chelte. Bryan musste richtig stolz auf seine kleine Familie sein.

"Bryan ist furchtbar stolz auf Molly", sprach Mark das aus, was ich soeben gedacht hatte.

"Sie ist aber auch ein Goldst�ck", schw�rmte Kian und sah von seinen Cocktails auf. "Du glaubst gar nicht Laura, was hier los war als Molly uns 4 als Onkels bezeichnet hat!" Shane lachte bei dem Gedanken.

"Ich kann�s mir bildlich vorstellen", grinste ich. Molly war aber auch wirklich eine ganz S��e! Wobei ich von dem Namen zun�chst etwas irritiert war. Aber in Irland hat man anscheinend eine andere Vorstellung bei dem Namen. Gut so.

Ich nahm das Bild etwas genauer unter die Lupe, was verwunderte Blicke von den anderen einbrachte. Sogleich entschuldigte ich mich: "Ich habe Fotografie studiert, deswegen kann ich bei Fotos nicht widerstehen, tut mir Leid."

"Fotografin bist du also. Hey, vielleicht treffen wir dich ja mal bei einem Fotoshooting wieder?", feixte Bryan.

"Ich w�rde mich freuen", sagte Nicky.

"Ich mich auch", lachte ich. "Aber das k�nnte euch tats�chlich mal passieren, ich habe mich bei einigen Agenturen beworben.

"Na dann w�nsche ich dir viel Gl�ck!"

"Bryan hat �brigens unseren halben Tourbus mit Fotos seiner Molly beklebt. An jeder T�r, an jedem freuen St�ckchen Wand blicken uns Mollys blaue Augen an!", f�gte Kian hinzu und zeigte mit dem Finger auf eine Schrankt�r. Da musste ich wohl oder �bel zustimmen.

"Tja, ich hab wenigstens keine Fotos von meiner Mum h�ngen", trotzte Bryan.

"Mensch wie oft denn noch? Das war ein Familienfoto!", rechtfertigte sich Kian.

"Dar�ber streiten sie sich seit Jahren", st�hnte Mark. Ich nickte und kam zu Nickys Bett. Bevor ich etwas sagen konnte, sp�rte ich schon seinen Arm auf meiner Schulter, der auf eine junge Frau zeigte, die meiner Meinung nach ziemlich h�bsch war,

"Da ist meine Georgina", fl�sterte Nicky mir ins Ohr, w�hrend Bryan und Kian immer noch heftig am diskutieren waren.

Ich ging etwas n�her an das Foto ran. "Sie passt zu dir!", grinste ich und schl�pfte unter seinem Arm durch weiter zu Shanes, Kians und Marks Bett. Shane erz�hlte mir ausf�hrlich von seiner Gillian. Nur bei Mark und Kian entdeckte ich keine Fotos, aber ich glaube die beiden f�hlten sich ganz wohl als Singles. Das versuchten sie mir zumindest gerade weiszumachen ;-)

"Jungs?", h�rte ich pl�tzlich von vorne eine Stimme. Ah ja, der Fahrer. Daniel hie� er doch, oder?

"Was denn los Dan?", fragte Shane. Ja, Daniel war�s.

"Kann mal einer von euch kurz �bernehmen? Ich muss mal auf die Toilette!"

"Nat�rlich, ich mach das!", rief Shane und sprang auf.

"Das w�rde dir so passen, Shay. Ich fahre!" Auch Bryan war aufgestanden und jetzt liefen beide nach vorne.

"Bryan, dich lasse ich erst Recht nicht dran. Du hast mir ein zu schnelles Tempo drauf!" Daniel sch�ttelte heftig den Kopf. Shane triumphierte schon. "Sorry Shay, du bist letztes Mal schon so chaotisch gefahren!" Jetzt setzte auch Shane eine beleidigte Meine auf und verschr�nkte die Arme vor der Brust.

"Wenn zwei sich streiten freut sich der dritte. Ich fahre." Nicky grinste und setzte sich seelenruhig ans Steuer. Daniel war kurz auf die Standspur gefahren und hatte Nicky das Lenkrad �berlassen. Jetzt verschwand Daniel.

Ich hatte mich mit meinem Cocktail zu Nicky gesellt und stand nun neben seinem Sitz. Ich war noch nie in so einem Bus gewesen. Die Fahrerkabine sah so ganz anders aus als ich mir das gedacht hatte. Richtig viel Platz war hier!

Shane und Bryan trotten beleidigt wieder ab. Nicky lachte. "Das machen sie jedes Mal und nie schaffen sie es sich zu einigen."

Ich guckte aus dem gro�en Fenster auf die Stra�e. Es schneite schon lange nicht mehr, aber man musste gut aufpassen, denn die Stra�e war nass und glatt. Aber Nicky lenkte sicher den Bus zur�ck auf die Autobahn. H�tte ich gar nicht gedacht, dass er so sicher mit dem Bus umgehen kann. Wohl versteckte Talente ;-)

"Krieg ich noch eine Schluck? Kian hat wohl ein paar Probleme mit der Zusammenstellung." Nicky grinste und nickte zu Kian nach hinten. Stimmt, Kian sah etwas verzweifelt aus.

"Klar, hier." Ich steckte ihm den Strohhalm in den Mund. Er musste ja auf die Stra�e gucken.

"Und, hast du dich denn schon ein bisschen mit meinen Jungs angefreundet?", fragte er danach.

"Die sind alle voll nett. Ich h�tte nie gedacht, dass ihr so normal seid."

"Ja, das denken leider die wenigsten. Aber du kannst ja jetzt mit guten Beispiel voran gehen."

"Ja, kann ich. Aber es wird mir eh keiner glauben."

"Wieso denn nicht?"

"Komm, wer sollte mir die Geschichte abnehmen, dass Nicky von Westlife getrampt ist und ausgerechnet ich ihn aufgegabelt hab. Dann hat er mich noch mit meinem Ex zusammen gebracht, und gekellnert haben wir. Und nicht zu vergessen, in einem Bett geschlafen."

"Okay, ich geb zu, das klingt etwas ungew�hnlich. Aber hat doch Spa� gemacht, oder?"

"Und wie. Ich hab dir doch gesagt, ich hatte schon lange nicht mehr so viel Spa�."

"Freut mich, dass ich dir etwas helfen konnte. Ich mag es nicht wenn Girls ungl�cklich sind."

"Du bist s��." Ich legte meine Hand auf Nickys am Lenkrad. Er l�chelte mich kurz an, dann konzentrierte er sich wieder voll auf die Stra�e.

"Na ihr 2?" Mark kam zu uns. "Ich hab deinen Cocktail Nix." Mark stellte Nicky seinen auf den daf�r vorgesehenen Platz. War also an alles gedacht worden hier. Ich hatte ehrlich gesagt auch nichts anderes erwartet. Dann wandte sich Mark an mich und lehnte sich an die T�r. "Was hast du eigentlich vor in Berlin?"

"Ich brauchte mal ein bisschen Pause", antwortete ich wahrheitsgem��. "Meine Tante wohnt in Berlin, da hab ich gedacht ich k�nnte zu ihr. F�r eine Woche oder so. Ich hoff sie ist da, ich kam n�mlich nicht mehr dazu sie vorher anzurufen. Aber ich denke schon." Mark nickte. "Geht�s Nicky? Verdammt glatt vom Schnee, was?"

"Das kannst du laut sagen. Aber es geht. Du kennst meinen Fahrstil doch."

"Ja, und ich wei� schon warum Dan immer dich ran l�sst." Mark grinste. "Gut, dann lass ich euch zwei noch ein bisschen allein. Sag wenn ich fahren soll, ja?"

"Danke dir, mach ich", antwortete Nicky und Mark verschwand. Nicky und ich unterhielten uns noch eine Weile, bis Daniel wieder kam und das Steuer �bernahm. Nicky und ich gesellten uns wieder zu den anderen, die wohl gerade �ber uns diskutiert hatten, denn augenblicklich waren sie still. Nicky und ich schauten uns an und fingen an zu lachen.

"Da haben sich aber auch 2 gefunden", seufzte Bryan und sch�ttelte den Kopf.

Die n�chsten Stunden vergingen schnell. Ich verstand mich gut mit den Westlifern und unterhielt mich gern mit ihnen. So verging die Zeit, bis es langsam dunkel wurde drau�en. Bryan und Nicky hatten ein paar Pizzen warm gemacht. Sie sagten, Pizza h�tten sie immer vorr�tig, falls sie mal unterwegs w�ren und keine Zeit h�tten sich was zu kaufen. Jetzt sa�en wir am Tisch und a�en unsere Pizzen. Dabei unterhielten wir uns, tranken unsere Cocktails, aus dessen Mixerei Kian fast gar nicht mehr rauskam, weil sie einfach so gut schmeckten, und redeten. Mit den Lifern konnte man richtig viel Spa� haben. Entweder stichelten sie sich, oder rissen irgendwelche Witze, oder sie diskutierten �ber irgendwelche unwichtigen Dinge. Also ich wei� nicht, ob ich es t�glich mit ihnen in einem Bus aushalten w�rde?

Es hatte auch wieder angefangen zu schneien. Dicke Schneeflocken fielen vom Himmel. Ich schaute ihnen gerne dabei zu, aber das war in Anwesenheit der 5 Chaoten neben mir eh nicht m�glich ;-)

Irgendwann, es m�sste so gegen 22 Uhr gewesen sein, h�rten wir erst einen Fluch aus der Fahrerkabine, dann blieb der Bus mit einem Ruck stehen. Erschrocken schauten wir 6 uns an, dann liefen wir alle nach vorne um zu sehen, was passiert war. Alle hofften wir das gleiche, `bitte kein Unfall!�. Doch wir konnten aufatmen, es war kein Unfall. Aber unbedingt besser war das, was wir sahen, auch nicht.

"Schei�e, ist das viel Schnee!", sprach Shane das aus, was wir alle dachten. Alle starrten wir durchs Fenster auf die Stra�e. Vor uns stand eine laaange Autoschlange, die gar nicht aufh�ren wollte. Von hier oben hatte man einen besseren Ausblick, als Nicky und ich gestern in Max, da konnte man einen Stau gut �berblicken. Aber der Grund f�r den Stau war dieses mal nicht ein Unfall. Sondern das Wetter. Die Autos vor uns hatten schon eine dicke Schneeschicht auf ihren D�chern, standen wohl schon etwas l�nger da. Und es sah auch nicht so aus, als w�rden sie gleich wieder losfahren.

"Das kann dauern", st�hnte Daniel und lehnte sich in seinem Sitz zur�ck.

"Schei�e, was machen wir denn jetzt? Das Konzert ist morgen Abend und heute h�tte der Soundcheck sein sollen!", bemerkte Kian.

"Ach bis zum Konzert schaffen wir es locker, die Frage ist nur, ob Louis uns bis dahin leben l�sst", zweifelte Nicky.

"Dich leben l�sst, Nix, dich!"

"Jetzt bin ich Schuld oder was, Bry?"

"Ja wer ist denn aus dem Bus gest�rmt? Du oder ich?"

"Danke auch. Ihr seid wirklich gute Freunde. Wollt ihr etwa eure freie Zeit f�r Konzerte opfern?"

"Nein, aber das h�tten wir auch sachlich regeln k�nnen!", mischte sich Kian ein.

"Jungs, jetzt kommt. F�r den Stau kann Nicky doch wirklich nichts. Und au�erdem...", bemerkte Mark, "ich fand gut, dass Nicky das mal ausgesprochen hat was wir eh alle gedacht haben. Ich hab n�mlich auch keinen Bock auf weitere 10 Konzerte!"

"Nee, ich auch nich, dann m�sste ich n�mlich meinen Flug stornieren. Dabei hatte ich mich schon so auf Dubai gefreut... Und ich wollte mit Gill endlich mal ausspannen." Bryan grinste als er Shanes vertr�umten Blick auffing.

"Louis hat uns n�mlich zu fragen bevor er irgendwas festmacht. Schlie�lich stehen wir dann ersch�pft auf der B�hne, und nicht er!"

Nicky stimmte Mark zu. "Das seh ich genau so. WIR m�ssen entscheiden, ob wir Konzerte geben k�nnen, und wie viele. Und Louis wei�, dass wir gerne Konzerte geben, aber irgendwann reicht es."

Bryan und Kian sahen sich an, dann nickten sie. "Ihr habt Recht, tschuldige Nicky." Bryan hielt seinem Freund die Hand hin. Nicky schlug in seine und in Kians ein. "No problem" und grinste.

"Freut mich ja, dass ihr euch einig seid, aber trotzdem �ndert das nichts an der Tatsache, dass wir vor morgen Abend, wenn wir Gl�ck haben morgen Nachmittag, in Berlin ankommen!", schaltete sich Daniel ein.

"Gibt es nicht eine Ausweichm�glichkeit? Einfach einen kleinen Umweg? Weiter westlich oder so?", fragte ich.

"Nein, leider nicht. Wir sind schon zu weit auf der Autobahn gefahren."

"Tja, dann bleibt uns wohl nicht anderes �brig als zu warten, dass es aufh�rt zu schneien und die Stra�e bald freiger�umt wird", traf Shane den Nagel auf den Kopf.

Daniel seufzte. "Leider ja."

"Okay, Dan, du sagst Bescheid wenn dich jemand abl�sen soll..."

"Nicky, Louis bringt mich um wenn er erf�hrt, dass ich euch habe fahren lassen!"

"Hey, das war eine reine Sparma�nahmen von ihm! Er kann nicht erwarten, dass du Tag und Nacht ohne Unterbrechung am Steuer sitzt! Und wenn er das nicht versteht kann ich auch nichts daf�r."

"Na gut. Ihr habt gewonnen. Aber kein Wort zu Louis!"

"Logisch. Also, Dan du sagst Bescheid. Und was machen wir solange?" Nicky guckte fragend in die Runde.

"Hey, was haltet ihr von Karten spielen?", schlug Bryan vor und wir waren einverstanden. Also setzten wir uns wieder an den Tisch (Kian brachte Dan vorher noch einen Cocktail vorbei) und spielten Karten. Ganz normale Karten, den Strippoker hatte ich Bryan gerade so ausreden k�nnen.

"Oh Leute ich kann nicht mehr!", st�hnte ich, schmiss meine Karten vor mich auf den Tisch und lehnte mich zur�ck in meinen weichen und gem�tlichen Sessel. Wie gut sie hier doch ausgestattet waren...

"Da stimm ich dir zu, Laura." Auch Shane legte seine Karten offen auf den Tisch.
"Ich hab auch keine Lust mehr", bemerkte Kian. "Ich verwechsel ja schon Kreuz und Pik!" Und Au�erdem werd ich..." Er g�hnte herzhaft. "... so langsam m�de."

"Kommt, ihr wollt doch nicht aufgeben?! Ein Spiel noch!", rief Bryan, stupste Mark an, der jedoch auch nur ein Kopfsch�tteln �brig hatte und was einen verzweifelten Blick von Bryan zur Folge hatte, bei dem man fast h�tte schwach werden k�nnen. Fast...

"Hey wei�t du wie lang wir schon spielen? Seit geschlagenen 3 Stunden! Au�erdem ist es auch schon halb 12, ich bin hundem�de weil wir alle diese Nacht fast nicht geschlafen haben und ich hab erst ein einziges Mal gewonnen. Da nimmst DU mir �bel, dass ICH nicht mehr spielen will?" Kian zog die Augenbrauen hoch.

"Ich kann nichts f�r deine miese Spieltaktik", wehrte Bryan ab. "Aber ich freu mich ja, dass ich wenigstens mal mit Konkurrenz gespielt habe." Bryan grinste mich an. "Du spielst richtig gut, Laura. Und ich muss immer mit diesen Waschlappen Vorlieb nehmen." Er zwinkerte mir unbemerkt zu. Laute Proteste der "Waschlappen", und Bryans Grinsen wurde nur noch breiter.

"Danke danke, ich f�hle mich geehrt. Ich hab fr�her oft mit meiner Oma Karten gespielt. Sie hat es Leo und... und mir... �h, bei... beigebracht." Ich stockte. Leo... Mein Bruder Leo. Bryan, Mark, Shane und Kian sahen mich verwundert und fragend an. Ich wich ihren neugierigen Blicken aus und senkte den Kopf, sodass keiner in meine Augen sehen konnte. Keiner sollte die Tr�nen sehen, die jetzt in meinen Augenwinkeln brannten wie Feuer, keiner. Nerv�s drehte ich den Herz Buben in meinen H�nden. Unbemerkt bahnte sich eine Tr�ne einen Weg �ber meine Wange und tropfte auf die Karte. Ich sp�rte wie jemand seine Hand auf meine legte und mich so sanft dazu brachte, die Karte auf den Tisch zu legen. Ich brauchte nicht hochzugucken um zu wissen wer es war. Nur einer hatte so einen zarten H�ndedruck.

Ich hatte pl�tzlich ein Bild vor mir. Mein kleiner Bruder Leo, wie er auf der Schaukel sa�, fr�hlich jauchzte und rief, ich solle ihn noch h�her anschaukeln. Ich hatte gelacht und in seine strahlenden Augen geschaut. Ich hatte ihm noch nie einen Wunsch abschlagen k�nnen.

Jetzt waren die Tr�nen nicht mehr aufzuhalten. Ich sp�rte, wie noch eine Tr�ne ihren Weg �ber meine Wange fand. Und noch eine, und noch eine. Ich zog meine Hand unter Nickys weg und wischte mir energisch die Tr�nen weg. Ich wollte nicht weinen, nicht jetzt, und nicht hier.

Nickys Hand legte sich auf meine Wange und wischte eine Tr�ne mit dem Daumen weg. Ich konnte regelrecht h�ren wie die Blicke von Bryan, Mark, Shane und Kian zu Nicky wanderten, dazu brauchte ich auch nicht aufzusehen. Doch Nicky lenkte geschickt ab. "Leute ich glaub, ich muss unbedingt mal unter die Dusche und dann verzieh ich mich in mein Bett. Ich hab noch ein bisschen Schlaf nachzuholen damit ich fit f�r die Tour bin. Oder Laura, willst du zuerst duschen?" Das, war ein sogenannter Wink mit dem Zaunpfahl. Ich schloss kurz die Augen, atmete tief durch und als ich merkte, wie das Zittern meiner H�nde ein wenig nachlie�, sah ich ihn an und versuchte zu l�cheln. "Ja, ich hab seit gestern Morgen nicht mehr geduscht." Ich tat betont fr�hlich, doch ich h�tte es genauso gut bleiben lassen k�nnen. Keiner nahm mir diese Fr�hlichkeit jetzt ab. Trotzdem lie�en sie sich nichts anmerken.

"Komm mit, ich zeig dir die Dusche." Nicky zog mich an der Hand vom Stuhl und ging voraus. Hinter sich schloss er die T�r hinter seinen Bandkollegen, die immer noch am Tisch sa�en und sich undefinierbare Blicke zuwarfen, w�hrend ich alles N�tige aus meiner Tasche, die Mark dekorativ mitten auf dem Gang abgestellt hatte, zusammensuchte. "Schei�e, jetzt hab ich meinen Schlafanzug vergessen", murmelte ich leise als ich auch nach dreifachem Rumgew�hle nichts pyjama�hnliches zum Vorschein gebracht hatte.

"Macht nichts, ich find schon was f�r dich", sagte Nicky. Ich wirbelte herum. "Hast du mich erschreckt", rief ich leise.

"Warum? Ich hab doch das ins-Ohr-pusten weggelassen", l�chelte er. Doch dann verwandelte sich sein Gesichtsausdruck in Besorgnis. "Alles klar, Laura? Ich hab nur gedacht, ein bisschen Einsamkeit in unserer westlif�schen Dusche w�rde dir gut tun."

"Ich wei�, danke Nicky." Ich richtete mich langsam auf, sah meinen Gegen�ber aber nicht an. Irgendwie ging es mir schon besser. Das Bild, die Erinnerung war verschwunden. Ich hatte manchmal solche kleinen Anf�lle wo ich mich am liebsten irgendwo verkriechen wollte. Aber diese Stimmung konnte genauso schnell verschwinden wie sie gekommen war. "Ich wei� auch nicht was pl�tzlich in mich gefahren ist, Nicky. Ich..."

"Jetzt rechtfertige dich blo� nicht! Ich wei� wie es ist wenn man einen geliebten Menschen verliert. Die einen werden schneller damit fertig, die anderen brauchen mehr Zeit. Und wenn du mehr Zeit brauchst um den Tod deines Bruders zu verkraften dann ist das vollkommen okay. Und mach dir blo� keinen Kopf wegen den anderen, die m�gen vielleicht alle etwas unverst�ndnisvoll aussehen, aber in Wirklichkeit sind sie das gar nicht." Nicky zwinkerte mir zu als er erneut meine Hand nahm und mich durch den Gang f�hrte und schlie�lich vor einer T�r stehen blieb welche er mit dem Fu� aufstie�. Mit einer theatralischen Handbewegung zeigte er hinein. "Bittesch�n, unser bescheidenes Badezimmer." Ich ging hinein und schaute mich um. "Wow." Ich pfiff anerkennend durch die Z�hne. Nie w�rde ich auf die Idee kommen, dass ich mich gerade in einem Tourbus befand. Ich lie� mich auf den Klodeckel sinken. Meine Sachen hatte ich auf meinem Scho�.

"Tja, uns soll�s halt an nichts fehlen", grinste Nicky. "Also, ich lass dich dann mal allein. Was zum anziehen f�r die Nacht leg ich dir vor die T�r." Nicky wollte schon die T�r hinter sich schlie�en, da steckte er seinen Kopf nochmal kurz durch den T�rspalt. "Vergiss nicht die T�r abzuschlie�en, die anderen k�nnen manchmal sehr neugierig sein." Nicky schmunzelte und machte dir T�r hinter sich zu.

"Nicky?!", rief ich ihm hinterher.

"Ja?" Er zog die Augenbrauen hoch als er nochmal hereinschaute. "Was gibt�s?"

"Warum tust du das alles?" Ich musste ein St�ck hochgucken um ihm in die Augen sehen zu k�nnen. Nicky schien kurz zu �berlegen bevor er die T�r etwas weiter �ffnete und sich an den T�rrahmen lehnte. "Vielleicht weil ich dich mag Laura." Einen Augenblick passierte nichts, dann l�chelte ich. "Auch wenn du�s nicht h�ren willst: danke. F�r alles."

"Kein Problem. Kann ich jetzt gehen oder kann ich noch irgendetwas f�r Sie tun, Madam?"

Ich lachte: "Hau ab du Spinner!" Und Nicky zog nun endg�ltig die T�r hinter sich zu. Schwerf�llig erhob ich mich vom Klodeckel und schloss die T�r ab. Man konnte ja schlie�lich nie wissen.

Dann zog ich mir meine Klamotten aus und stellte mich unter die � meiner Meinung nach schon � Luxus-Dusche. Ich schloss die Augen und genoss das Gef�hl des warmen Wassers auf meiner Haut. Doch sobald ich sie geschlossen hatte, tauchte dieses Bild vor meinem inneren Auge auf. Das Bild meines Bruders, als ich an seinem Bett gesessen hatte, seine Hand in meiner und wie ich tatenlos hatte zusehen m�ssen, wie er einschlief. F�r immer einschlief.

Ich seufzte als mein Blick den Spiegel �ber dem Waschbecken streifte. Ich hatte die letzten 15 Minuten unter der Dusche verbracht, bis mir bewusst geworden war, dass ich den Wasserverbrauch der 5 Herren gerade ziemlich steigerte.

Ich stieg aus der durchsichtigen Duschkabine und schnappte mir eines der schneewei�en Handt�cher vom Haken. Dabei fiel mein Blick auf ein rotes Handtuch. Ich hob es ein St�ck an und konnte einen Winnie Pooh erkennen. Ein Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen. Diese Kindsk�pfe....

"Ich bring�s ihr, gib her!", h�re ich ged�mpfte Stimmen durch die T�r als ich mir mit der B�rste durch die nassen Haare fuhr.

"Nein, schlie�lich ist es von meiner Frau, und nicht von deiner!... Du hast ja auch gar keine." Jemand lachte.

"Gott Jungs, macht doch nicht so einen Aufstand. Wir legen�s vor die T�r oder willst du da jetzt reinplatzen Egan?! Von dir McF red ich doch gar nicht."

"Musst du mich immer schlechter machen als ich bin? Ich dachte wir Dubs halten zusammen?!"

"Netter Versuch Bryan, das tun wir ja auch. Aber Laura lasst ihr in Ruhe! Beide!" Nickys Stimme hatte einen scharfen Unterton bekommen. Und fl�sternd f�gte er ein: "Sie hat genug durchgemacht" hinzu.

Ich l�chelte und knotete das Handtuch um meinen K�rper. Nicky war ein Schatz.

Dann versuchte ich, durch ein Augenreiben, meine verweinten Augen zu touchieren. Ich dr�ckte die T�rklinke herunter und �ffnete die T�r. Vor mir standen Kian, Bryan und Nicky. Kian und Bryan, die jeder einen Zipfel eines blauen Etwas in der Hand hielten, musterten mich eingehend von Kopf bis Fu�. Kian pfiff sogar leise durch die Z�hne... M�nner eben.

Nicky war der Einzige, der mir in die Augen schaute. Tief, viel zu tief. Sein Blick fragte: "Hast du geweint?". Nein, sein Blick wusste: "Du hast geweint."

Entschuldigung, ich muss mich korrigieren, Nicky war der Einzige, der mir zuerst in die Augen schaute... und es dann erst seinen Freunden gleich tat.

Ich blinzelte. So viel zum Thema verweinte Augen touchieren. Ich l�chelte Nicky zu und sch�ttelte den Kopf. Er verstand und l�chelte ebenfalls. Dann schaute ich an Bryan und Kian vorbei, zu Mark und Shane, die im T�rrahmen des "Wohnzimmers" lehnten und abwehrend die H�nde hoben. "Wir haben damit...", Mark zeigte in die Richtung der 3, "...nichts zu tun." Allerdings tat er das mit der falschen Hand. H�tte Shane nicht rechtzeitig Marks Arm gefasst, w�re der Inhalt dessen Glases einen Moment sp�ter auf dem Boden vor sich hingepl�tschert. Kians Cocktail schien gro�en Anklang gefunden zu haben.

Ich lachte leise. Dann sagte Nicky: "Hier Laura, mit Bryans tatkr�ftiger Unterst�tzung hab ich was f�r dich gefunden..." Er schmunzelte w�hrend er das sagte und auf das blaue Etwas in den H�nden seiner Freunde zeigte.

"Yep, ist von meiner Frau, Laura", erkl�rte Bryan. "Sie hat es mal hier vergessen. Ihr steht es unheimlich gut. Sie hat aber sicherlich nichts dagegen, wenn du es dir mal ausleihst."

Ich nahm das Nachthemd entgegen, das Kian mir entgegen hielt. Das war wirklich sehr h�bsch, aber ebenfalls sehr, nun ja, wie soll man sagen, luftig...?

Nicky bemerkte meinen Blick und grinste: "Sorry, aber etwas anderes wollten wir nicht finden."

"Oh eure Bereitschaft schmeichelt mir." Lachend sch�ttelte ich den Kopf. M�nner waren eben doch allesamt gleich.

"Aber ihr wollt doch jetzt nicht etwa schon schlafen? Ich dachte wir gucken noch meine Rose?!", schaltete sich Mark ein. Verwirrt sah ich zu ihm. Was wollte er?

Bryan lachte. "Ja ja, du und deine Rose..." Und zu mir gewandt meinte er: "Er meint die aus Titanic, Kate Winslet. Der hat sich in die verknallt."

"Hab ich nicht!"

"Hast du doch!"

"Hab ich nicht... Gucken wir jetzt?"

"Hast du Lust mitzuschauen? Titanic, den Kinofilm?", fragte mich nun Nicky. Aha, das war also los. "Ja, warum nicht. Dann zieh ich dieses entz�ckende Nachthemd sp�ter an." Ich lachte als ich Kians Gesichtsausdruck sah.

"Gut, dann ziehst du dich jetzt an, bevor Kian gleich die Augen rausfallen, und ich besetz dir einen Platz vorm Fernseher, okay? Nur der beste wird wahrscheinlich schon von Mark besetzt sein..." Den beleidigten Protest von Mark �berh�rte er gekonnt.

"Ok." Ich nickte und l�chelte ihm zu bevor ich wieder die T�r hinter mir schloss und begann mich umzuziehen.

"Mark, wenn du deinen reizenden Kopf mal etwas zur Seite bewegen w�rdest, w�rden auch wir was sehen", war das erste was ich aus dem, von Bryan benannten "Chilling Room", zu h�ren bekam als ich meine Haare zusammenknotend den Raum betrat.

"Ach da bist du ja Laura. Mark wird schon ganz hibbelig."

"McFadden, k�nntest du bitte mal mit deinen bl�den Spr�chen aufh�ren?", entgegnete Mark genervt und lie� sich zwischen Nicky und Shane auf die Couch fallen. Ich musste schmunzeln, denn dass diese M�nner wirklich ausgewachsene M�nner sein sollten konnte ich immer noch nicht ganz glauben.

"M�chtest du etwas trinken Laura?", h�rte ich darauf eine Stimme, die ich Kian zuordnete, und nach einem kurzen Blick in die Runde bemerkte ich auch, dass Kian fehlte. Aber bei so vielen gutaussehenden M�nnern sollte mal einer durchblicken...

"Gerne", rief ich in die angenommene Richtung.

"Was denn?"

"�hm... ach, irgendwas."

"Ist gut!"

Nachdem der Knoten in meinem Haar endlich fest sa� ging ich zu den 4 Herren auf der Couch vorm Fernseher.

"S��e, Bryan hat sich breit gemacht", meinte Nicky und schaute unschuldig zu mir hoch, "kannst dich aber auf meinen Scho� setzen." Auffordernd klopfte er auf seine Knie und sein Blick wurde fast noch unschuldiger. Da Bryan es sich laut seufzend nur noch bequemer auf seinem Platz machte und somit den letzten freien Fleck f�r sich vereinnahmte und Shane dazu veranlasste noch ein St�ck mehr Sicherheitsabstand zu nehmen, willigte ich ein und setzte mich vorsichtig auf Nickys Scho�. Der zwinkerte mir zu womit er sich nur einen liebevollen Sto� von mir in den Oberarm einhandelte.

"Voli�, ihr Drink Madame!" Kian wedelte mit einem Glas vor meiner Nase herum.

"Oh, dankesch�n!" Ich nahm ihm das Glas aus der Hand und warf einen kritischen Blick hinein. "Darf ich fragen was das ist?"

"Nee", antwortete er seelenruhig und ignorierte, dass zwischen Bryan und Shane eigentlich kein Platz mehr war und lie� sich r�cklings zwischen die beiden fallen.

"Hey!"

"Autsch!"

"Sorry!"

"Habt ihr�s bald?", st�hnte Mark und drehte ungeduldig die Fernbedienung in seinen H�nden.

"Ist gut Kumpel", entgegnete Nicky, "mach an, aber bitte, behalt deine schmutzigen Gedanken, wenn Rose auftaucht f�r dich, ja?"

Mark ignorierte diese Bemerkung, dr�ckte auf >Play< und legte die Fernbedienung vor sich auf den Tisch. Dann verschr�nkte er beleidigt die Arme vor der Brust. "5 gegen 1, das find ich unfair." Allgemeines Gegrinse der Lifer. Nur ich beugte mich zu Mark r�ber und fl�sterte leise: "4 gegen 2, ich find Leo n�mlich voll s��." Mark grinste verschmitzt von einem Ohr bis zum anderen und schaute triumphierend zum Rest seiner Band. Nicky sch�ttelte den Kopf. "Dieser alte Schleimbeutel-di-Caprio?!"

"Sag lieber nix", lachte ich, "ich finde, der hat �u�erlich ein bisschen �hnlichkeit mit dir."

"Ach findest du?" �bertrieben fuhr er sich durch die Haare. "Ich find Leonardo die Caprio auch unheimlich attraktiv."

"Psst! Es f�ngt an!", rief Mark. Ich zwinkerte Nicky als Antwort nur zu. Der stupste mir leicht auf die Nase, legte dann seine Arme um meinen Bauch und ich lehnte mich vorsichtig an ihn und genoss den Film.

"Ach das war ja wieder sch�n", sagte Kian ironisch und erhob sich von der Couch. Dann drehte er sich zu uns um und seine Augen weiteten sich. W�hrend im Hintergrund noch der Abspann lief, schweifte sein Blick von der linken Ecke der Couch zur rechten und wieder zur�ck. "Ach du meine G�te", st�hnte er und sch�ttelte ungl�ubig den Kopf. Der Grund? Bryan und Shane hatten eine Schachtel Taschent�cher auf ihren Knien und zogen immer abwechselnd ein Taschentuch heraus. Mark und ich hatten die Hand des anderen seit der Szene, in der Leo alias Jack untergegangen war, nicht mehr losgelassen und uns beiden rollte eine Tr�ne �ber die Wange als wir gebannt auf den Fernseher starrten. Mein Kopf lehnte an Nickys Schulter und Nicky selbst schluckte unaufh�rlich und versuchte die Tr�ne wegzublinzeln, die in seinem Auge funkelte.

"Ich fass es nicht, Jungs!", rief Kian, doch als Bryan ihn nur verst�rt anschaute, sch�ttelte Kian nur noch einmal den Kopf und sagte leise: "Was hab ich mir da nur f�r Waschlappen angelacht..."

Dann wurde der Bildschirm schwarz und ich seufzte einmal und stand auf. Als ich die anderen sah musste ich unwillk�rlich grinsen, der Anblick wie sich jeder an jeden klammerte war einfach zu s��. Besonders Bryan, der Shanes Arm anscheinend gar nicht mehr loslassen wollte.

Kian warf einen Blick auf seine Armbanduhr und erschrak: "Schei�e, wisst ihr wie sp�t es ist? Schon nach 3! Louis bringt uns um, wir haben morgen Abend ein Konzert!"

"Jetzt mach mal keine Panik Ki, du willst ja nur, dass Laura das Nachthemd von Kerry anzieht", meinte Nicky und stand schwerf�llig von der Couch auf. Kian funkelte Nicky w�tend an, der daf�r nur ein Schulterzucken �brig hatte und Mark an der Hand hochzog.

"Feehily, das war doch nur ein Film", sagte er verzweifelt zu ihm.

"Wei� ich doch aber..." Mark schneuzte in sein Taschentuch, "aber der ist immer wieder aufs neue traurig..."

Kian seufzte und schob Mark Richtung T�r. "Ich wei� ja nicht was ihr noch vorhabt, aber ich muss ins Bett. Morgen haben wir auch noch ein Fotoshooting, und ihr wisst wie unvorteilhaft ich auf Fotos aussehe, wenn ich nicht ausgeschlafen bin..."

"Ich sehe auf Fotos zwar immer gut aus, egal ob ausgeschlafen oder nicht, gehe aber trotzdem ins Bett", grinste Nicky und schlurfte zur T�r. "Nix da Nix, das Bad krieg ich zuerst!", rief Kian und rannte los. Nicky hinterher und nur an dem Gefluche kurze Zeit sp�ter konnte man erkennen wer zu sp�t gewesen war: Nicky.

"Wow..."

"Huiuiui." Bryan pfiff anerkennend durch die Z�hne w�hrend Kian sich auf ein weiteres "Wow" beschr�nkte.

"Also ich find das Ding ja nach wie vor etwas..." Unaufh�rlich zupfte in an meinem geliehenen Bekleidungsst�ck f�r diese Nacht herum als ich etwas hilflos im T�rrahmes stand und zu den Jungs schaute. Kian hatte seine Jeans in den H�nden. Wahrscheinlich hatte er vorgehabt sie achtlos in irgendeine Ecke zu verbannen um sie dann am n�chsten Morgen zu suchen. Shane sa� aufrecht unter der Decke in seinem Bett und rieb sich leise fluchend den Kopf, den er sich am Bett oben dran gesto�en hatte. Nicky und Bryan hielten in ihrer, dem Anschein nach, wilden Diskussion inne und Mark sa� in seinem Bett und schaute sch�chtern wieder auf das Display seines Handys nachdem er einen kurzen Blick zu mir riskiert hatte.

"Ach Laura, ich finde du siehst bezaubernd aus", grinste Kian schelmisch und legte seine Jeans �ber die Stuhllehne.

"Oh danke, freut mich, dass es dir gef�llt", erwiderte ich sarkastisch und versuchte das Nachthemd etwas in die L�nge zu ziehen... vergeblich. "Sag mal Bryan, das zieht deine Frau wirklich regelm��ig an?"

"Nun ja, w�rde sie das tun w�re es ja nicht hier..."

"Aha... �hm, ich w�rde mich jetzt gerne unter irgendeine Bettdecke verkriechen..."

"Kannst du auch gleich, wenn diese 4 hier nicht so stur w�ren!" Nicky warf einen vorwurfsvollen Blick in Richtung seiner Freunde.

"Gibt�s ein Problem? Ich hab doch gesagt, ich find wo anders..."

"Laura!"

"Ja sorry..."

"Nein, es ist nur, dass die nicht mal f�r eine, f�r eine einzige Nacht, mit mir das Bett teilen wollen!"

"Ja wir sind doch nicht lebensm�de!", wehrte Bryan ab. "W�re Laura 2 Monate sp�ter aufgetaucht h�tten wir den neuen Tourbus gehabt und genug Betten �brig, aber jetzt? Ich mit meinem Kumpel in einem Bett, soweit kommt�s noch!"

"Och Bryan..."

"Nix da, und lass deinen Hundeblick, der zieht bei mir nicht!"

"Ihr seid so bl�d!"

"Nix, ich versteh gar nicht wo dein Problem liegt", versuchte Shane zu schlichten, "teil dir doch mit Laura dein Bett, ihr seid doch nur gute Freunde, dann d�rfte das doch nun wirklich kein Problem sein..." Sein verstecktes Grinsen war trotzdem nicht zu �bersehen.

"Ach daher weht der Wind." Allwissend sch�ttelte ich den Kopf. "Nicky, die wollen uns hier nur in Verlegenheit bringen! Die denken, wir w�rden es nicht schaffen, in einem Bett zu liegen und die H�nde bei uns zu lassen!"

"Laura, nicht so direkt", zwinkerte Nicky mir zu. Ich grinste. "Na wir haben das doch schon eine Nacht geschafft, wieso nicht jetzt auch?"

"Ihr habt was?!", kam es von allen Seiten. Die Nacht ein einem gemeinsamen Bett in einem gemeinsamen Hotelzimmer war n�mlich eines der Details gewesen, die wir bei unserer Erz�hlung verschwiegen hatten.

"Och, nicht der Rede wert. Nicky, welches dieser entz�ckenden Betten ist deines?"

"Links unten."

"Wand oder au�en?"

"Au�en, nicht, dass du mir noch rausf�llst!"

"Ok." Die offenen M�nder von Kian, Mark, Shane und besonders Bryan ignorierten wir und krochen in Nickys Bett.

"Gute Nacht!", sagte ich und machte es mir unter der Bettdecke bequem. Davon hatten wir n�mlich 2. Nicky legte sich neben mich und r�ttelte seine Decke zurecht.

"Nacht", murmelte Bryan und stieg in sein Bett. Er besa� n�mlich das �ber Shane, gegen�ber von Nicky und mir. �ber uns Kian und neben uns Mark. Wenig sp�ter war es ruhig... und immer noch hell. "Wer hat denn diesmal vergessen das Licht auszumachen?"

"Ich war�s nicht Ki, Bryan war�s, der war letzter!", antwortete Mark und bekam einen giftigen Blick von Bryan zugeworfen.

"Jetzt sagt nicht ich muss hier nochmal runter, ihr wisst doch, dass das immer son Aufstand ist...", grummelte Bryan, doch alles half nichts, er musste nochmal runter. Schwerf�llig kletterte er aus seinem Bett, dr�ckte den Lichtschalter am anderen Ende des Raumes und schlurfte dann wieder zur�ck. "Autsch!", war das letzte was man h�rte. Dann war Ruhe.

"Gute Nacht Laura", fl�sterte Nicky mir zu und auch im Dunkeln konnte ich ein L�cheln erkennen.

"Rrrrr.... rrrrrrrr..."

"Bryan, halt endlich die Klappe!" Ein scharfer Luftzug ging an unserem Bett vorbei. Es war Kian der ein Kissen zu Bryan geschmissen hatte.

"Was denn?", murmelte Bryan, drehte sich in seinem Bett um und schlief leise weiter.

Zum wiederholten Male drehte ich mich von einer Seite auf die andere. "Kannst du auch nicht schlafen?", h�rte ich eine Stimme neben mir fl�stern.

"Nee", fl�sterte ich zur�ck.

"Ich auch nicht."

"Ich �berleg schon die ganze Zeit was deine Fans mit mir anstellen w�rden, wenn sie w�ssten, dass ich gerade schon wieder mit dir in einem Bett liege", lachte ich leise, um die anderen nicht zu wecken.

"Die Vorstellung allein w�re lustig, meine Fans w�ren da sicher sehr einfallsreich."

"Nein Nicky, ich meine das ernst, was ist denn mit deiner Freundin? Die w�rde mich umbringen!"

"Ja das ist ja noch gar kein Vergleich zu dem, was mit mir passieren w�rde. Dein Freund hat sicherlich ein paar Muskeln mehr als meine Georgina", seufzte Nicky.

"Da kennst du aber meinen Tim schlecht." Vorsichtig drehte ich mich wieder auf die andere Seite zu Nicky und st�tze mein Kinn auf meine H�nde. Nicky legte sich auf die Seite und schaute mich an. "Wieso? Ist das etwa so ein Weichei?"

"Weichei? Ganz bestimmt nicht. Aber trotzdem..."

"Also kein Vergleich zu mir...", stellte Nicky selbstgef�llig fest.

"Hey du alter Angeber!" Lachend knuffte ich ihn in die Seite. Doch mein Lachen verstummte als ich ihm in seine Augen sah. Ich wei� nicht was mir in dem Augenblick durch den Kopf ging, aber...

"Nicky, ich..." Weiter kam ich nicht. H�tte ich es gewollt, dann vielleicht. Aber hatte ich es gewollt?

Vorsichtig nahm Nicky meinen Kopf in seine H�nde und unsere Lippen kamen denen des anderen immer n�her. Es war zu sp�t um f�r jeglichen Widerstand zu sorgen, deshalb schloss ich einfach nur meine Augen und genoss das Gef�hl wie ich wenig sp�ter seine warmen Lippen auf meinen sp�rte. Nicky k�sste mich zur�ckhaltend, ohne einen Anflug von Forderung oder Drang. Es war ein wundersch�nes Gef�hl seinen hei�en Atem zu sp�ren, seine Finger, wie sie sanft die Konturen meines Gesichts nachfuhren... Ohne Eile strich er mir eine Haarstr�hne hinter die Ohren, und ohne Eile nahm er mich fester in seinen Arm... Ich erwiderte seinen Kuss, mit so viel Gef�hl, wie ich es schon lange nicht mehr getan hatte. Doch fast gleichzeitig wie er in seinem Kuss innehielt, l�ste ich mich von ihm.

Verlegen lie� Nicky mich los und kratze sich am Kopf. "Es tut mir Leid, ich... ich wollte das nicht..."

"Schon gut, ich war es schlie�lich genauso..." Seufzend legte ich mich auf den R�cken und starrte an die Decke. Die Decke des Bettes oben dran.

"Ich sch�tze das h�tte nicht passieren d�rfen, was?", fragte Nicky leise und ich sp�rte, wie auch er sich auf den R�cken legte und einmal tief durchatmete.

"Nein, eigentlich nicht, denn jetzt haben deine Freunde auch noch Recht gehabt." Ein verzweifelter Versuch meinerseits die Lage zu entsch�rfen.

"Stimmt." Nicky legte seinen Kopf zur Seite und grinste mich an. Dann wurde er wieder ernst. "Was machen wir denn jetzt?", fragte er ratlos.

"Hm, vielleicht vergessen?", schlug ich vor und sah zur Seite. Ich konnte die Silhouette seines K�rpers erkennen. Er war schon ein Traumtyp dieser Nicky Byrne, aber nicht mein Traumtyp, denn den hatte ich schon l�ngst gefunden. "Ich liebe Tim n�mlich", sprach ich meine Gedanken aus, leise, denn ich hatte Angst Nicky k�nnte sich vor den Kopf gesto�en f�hlen. Schlie�lich hatte ich seinen Kuss erwidert...

"Ich liebe meine Gina doch auch. Also, nicht schlecht die Idee. Vergessen?"

"Vergessen." Ich schlug in seine ausgestreckte Hand ein und zog meine Decke bis ans Kinn.

"Gute Nacht Nicky."

"Nacht Laura." Er drehte sich auf die Seite und schloss die Augen. "Ach Laura?"

"Hm?"

"Darf ich dir was sagen?"

"Yep."

"Du k�sst unheimlich gut!"

"Oh du ewiger Charmeur!", lachte ich.

"Danke, danke."

"Sag mal, ist es bei euch im Bus immer so kalt?"

"Nee, nur seitdem man die Heizung nicht mehr ganz aufdrehen kann. Komm mal her." Nicky zog mich zu sich ran und legte seinen Arm um meine Schulter.

"Willst du mich irgendwie provozieren?", fragte ich und schaute zu ihm hoch.

"Nee, wieso denn?"

"Hab nur so gedacht". Ich kuschelte mich an seine Schulter und wenig sp�ter schliefen wir beide tief und fest.

"Jungs, raus aus den Federn, es ist 10!"

"Daniel, halt die Klappe", maulte Shane und zog die Bettdecke �ber den Kopf als Daniel das Licht anmachte.

"Ruhe ihr beiden", zischte Bryan, der vor Nickys und meinem Bett stand und Daniel und Shane zu sich heranwinkte.

"Oh nein Bryan, tu was du nicht lassen kannst aber lasst mich da raus. Ich bin nur der Busfahrer!" Damit verlie� er auf dem schnellsten Weg den Raum.

"Langweiler", murrte Bryan und widmete sich dann wieder dem kleinen Vorhang vor Nickys Bett. "Ich will doch nur gucken ob er sie im Arm h�lt, dann sind sie n�mlich zusammen. So leicht f�hren die mich hier nicht hinter�s Licht, ich bin ja nicht bl�d."

"Nee Bry, gar nicht."

"Ki halt den Mund." Bryan lie� sich nicht beirren und riskierte einen vorsichtigen Blick hinter den Vorhang, der an jedem Bett angebracht war und das Licht abhalten sollte. Dann nickte er zufrieden und zog ihn wieder zu. "Ich hab�s euch doch gesagt, da l�uft was zwischen denen. Nicky h�lt Laura im Arm!"

"Bryan, das muss doch gar nix hei�en", entgegnete Shane. "Und k�nntest du jetzt vielleicht mal still sein? Du warst n�mlich derjenige der heute Nacht geschnarcht hat und ich deswegen kaum geschlafen habe!"

"Guten Morgen Laura", fl�sterte Nicky leise, sodass die anderen nichts h�ren konnten und r�ttelte sacht an meiner Schulter.

"Schon Morgen?", fragte ich verschlafen und rieb meine Augen, die ich mit M�he und Not ge�ffnet hatte.

"Ja. Wach werden, S��e." Er zog den Vorhang zur Seite und setzte sich augenreibend auf den Bettrand. "Morgen Jungs", g�hnte er herzhaft und streckte sich ausgiebig. Ich nahm das als Anlass mich auf die andere Seite zu drehen, mich in meine Decke einzumummeln und weiterzuschlafen.

"Morgen Nix, na, gut geschlafen?"

"Oh ja, und wie", grinste Nicky Bryan an, der skeptisch die Augenbrauen hochzog. "Ach komm, ich wei� doch was du denkst. Zwischen Laura und mir l�uft nix und wird auch nie etwas laufen. Und ist auch nie etwas gelaufen!" Nicky nickte nachdr�cklich und lobte sich innerlich: `Na das klang doch mal richtig �berzeugend!� Dann machte er sich auf den Weg ins Bad.

"Vergiss es Byrne, Ki ist drin", kam es unter der Bettdecke von Mark hervor. Nicky knurrte und raufte sich durch die Haare. "Wieso ist der Typ jedes Mal schneller als ich?!, murmelte er leise vor sich hin als er sich auf die Kante seines Betts setzte, die unter seinem Gewicht leise knarrte und mich nun endg�ltig wach werden lie�.

"Na du kleine Schlafm�tze?", neckte Nicky und stupste mir sanft auf die Nase.

"Ich bin keine Schlafm�tze, und schon gar nicht klein", rechtfertigte ich mich und setzte mich mit einem Ruck auf. "Autsch!"

Nicky lachte. "Tr�ste dich, jeder st��t sich mal den Kopf am Bett oben dran an."

"Das beruhigt mich ungemein wei�t du das? Aua."

"Soll ich pusten?"

"Nee, lass mal gut sein", lachte ich. "Sag mal, wie viele Frauen sto�en sich hier bei dir denn so den Kopf an?"

"Laura, du wirst doch nicht etwa neugierig sein?"

"Ich??", rief ich betont unschuldig.

Nicky grinste. "Also wenn ich es mir recht �berlege, hat in dem Bus eigentlich noch keine bei mir gen�chtigt. Doch Molly, aber die ist zu klein um sich den Kopf anzusto�en. Sie konnte hier drin ja sogar noch stehen! Aber bald haben wir ja unseren neuen Bus, da touren wir dann mit Kind und Kegel."

Ich schmunzelte bei der bildlichen Vorstellung, dann war hier ja richtig was los! "Guten Morgen!", rief ich dann den anderen Jungs zu.

"Morgen", kam es 3-stimmig zur�ck. Ich war beeindruckt, sogar ein "Morgen" h�rte sich bei denen schon gut an!

"Laura", sagte Bryan, "falls du dich jetzt fragst warum meine Tochter Molly nicht bei mir geschlafen hat, der liebe Nicky war der Meinung ich w�rde meine eigene Tochter nachts aus dem Bett schmei�en, weil ich ja angeblich immer so unruhig schlafen w�rde. Da hat er Molly gekidnappt und in sein Bett gelegt. Das habe ich ihm bis heute nicht verziehen." Bryan warf Nicky einen giftigen Blick zu w�hrend er wieder in sein Bett kletterte.

"Es war nur zu Mollys Sicherheit, und au�erdem ist das zu s�� wenn sie ihren Daumen im Mund hat und friedlich schl�ft."

"Ist ja gut, Ruhe jetzt", murmelte Shane genervt und vergrub seinen Kopf unter dem Kissen.

"Sagt mal irre ich mich oder stehen wir?" Mark streckte seinen Kopf unter der Decke hervor und sah die anderen fragend an. Als er meinem Blick begegnete, l�chelte er mich an. Ich l�chelte zur�ck.

"Ich glaub wir stehen", antwortete Bryan, der es sich in seinem Bett bequem gemacht hatte und, wie alle, auf Kian und ein freies Badezimmer wartete. "Aber wieso?"

"Das ist mir schei�egal", kam eine ged�mpfte Stimme von Shane unterm Kissen.

"Vielleicht gab�s n Gewitter oder so?", meinte Mark und ignorierte Shane einfach.

"Oder einen Stau oder so", schaltete sich Nicky ein und zuckte die Schultern. "Egan, mach hin!", f�gte er mit lauter Stimme hinzu. Kein Kommentar.

"Bryan, geh doch einfach zu Dan und frag ihn, aber lasst mich in Ruhe. Mensch!" Shane verschwand wieder unter seinem Kissen.

"Bitte?! Ich kletter doch jetzt hier nicht nochmal runter!" Allgemeines Gest�hne von Mark, Shane und Nicky und ein Schulterzucken von Bryan. Dann rief er durch den halben Bus: "Daaaan?!" Shane verschwand nun endg�ltig unter seiner Bettdecke und Nicky verzog schmerzhaft das Gesicht.

"Ist was passiert?" Pl�tzlich stand Daniel in der T�r und schaute besorgt zu seinen Sch�tzlingen. "Ist jemand aus dem Bett gefallen? Nee, Bryan sitzt noch oben. Ist jemand krank? Heiser? Oh Gott nicht auszudenken!"

"Dan, alles ok, wir wollten nur wissen warum wir stehen und nicht fahren", beruhigte Nicky und Dan atmete auf. "Na Gott sei Dank, ich hab schon gedacht als Bryan so geschrieen hat... Habt ihr denn noch nicht aus dem Fenster geguckt? Dann macht das mal. Ach �brigens, guten Morgen Laura." Er zwinkerte mir zu und verschwand wieder. Nun war Bryan als erster aus dem Bett, mit Hilfe eines mehr oder weniger eleganten Sprungs von der 4. Stufe, und schob die Vorh�nge zur Seite. "Ach du heilige Schei�e", rief er. Nun wurden auch die anderen neugierig und sch�lten sich aus ihren Betten. Ich ebenfalls, und auch Shane sah pl�tzlich wach aus. Na ja, fast zumindest...

Zu 5. standen wir am Fenster und trauten unseren Augen nicht.

"Snow is falling", sang Mark leise und bemerkte dann trocken: "Tja, ich sch�tze wir sind eingeschneit."

Alles um uns herum war wei�. Soweit man das beurteilen konnte standen wir auf einem Parkplatz. Die kleinen Berge um uns herum lie�en sich als eingeschneite Autos identifizieren.

Nicky schaute auf den Boden und sch�ttelte langsam den Kopf. "Louis bringt mich um..."

"Darauf kannst du dich verlassen", entgegnete Mark und suchte sich schon mal seine Klamotten zusammen. Shane nickte zustimmend und tat es ihm gleich. Bryan gab auch noch seinen Senf dazu: "Ich such dir auch einen sch�nen Grabstein aus." Nicky schlug Bryans Hand von seiner Schulter und st�tzte sich auf die Fensterbank.

"Hey", fl�sterte ich ihm ins Ohr und legte meinen Kopf an seine Schulter und sah hinaus. "Wird schon nicht so schlimm werden, bis heute Abend seit ihr da und k�nnt auftreten. Und sonst erkl�r ich deinem Manager das.."

"Aber du hast doch gar keine Schuld, ich bin doch einfach aus dem Bus ausgestiegen. Und du kennst Louis nicht, der rei�t mir den Kopf ab, und das noch vor der Show." Er seufzte, legte seine Hand auf meine und lie� seinen Blick �ber den wei�en Schnee schweifen.

"Seht ihr, seht ihr?!", raunte Bryan Shane und Mark zu und nickte in Nickys und meine Richtung. Die beiden sahen sich nur kurz an, zogen genervt die Augenbrauen hoch und winkten ab.

"Der N�chste bitte", rief da Kian betont fr�hlich und kam zur T�r herein.

Nicky l�chelte mir noch einmal zu und drehte sich dann zu Kian um. "Na, auch mal fertig? Deine Frisur sieht wie immer un�bertrefflich aus." Kian grinste nur. Nicky schnappte sich schnell seine Jeans und ein T-Shirt und wollte sich schon auf den Weg ins Bad machen... "Nicky?", hielt Kian ihn zur�ck, "willst du nicht erst Laura lassen?"

Sofort hielt Nicky an. "Ach so, na klar, tschuldigung..."

"Nein lass, geh du, ist doch egal."

"Wirklich?"

Ich nickte.

"Sicher?"

"Ja doch", lachte ich und Nicky verschwand im Bad.

"So Laura, jetzt mal unter uns M�nnern", begann Bryan und schubste mich sanft auf den n�chsten Stuhl.

"Ich bin kein Mann." Skeptisch zog ich die Augenbrauen hoch.

"Ja, aber wir... ach, ist doch egal." Bryan zog sich einen Stuhl heran und setzte sich mir gegen�ber. Hinter ihm standen Mark, Kian und Shane, die Arme vor der Brust verschr�nkt und einem breiten Grinsen im Gesicht. 3 Engel f�r Nicky... oder so... Ganz links Mark, in langem grauen Pulli und roten Boxershorts, in der Mitte Kian in Jeans und Hemd, und rechts Shane, in schwarzen Boxershorts und wei�em T-Shirt. Was f�r ein Kontrast... Ich musste mich bem�hen Bryan m�glichst ernst anzuschauen was bei dem Hintergrund nicht einfach war. "Was gibt�s?", fragte ich und st�tze meine Ellenbogen auf die Knie. Erwartungsvoll sah ich von Bryan zu den anderen und wieder zur�ck. Keine Antwort. Warum guckten die denn pl�tzlich alle so... intensiv? Verdutzt schaute ich an mir herunter... Dann setzte ich mich blitzschnell aufrecht hin und verschr�nkte die Arme vor der Brust. "Ihr M�nner seid doch alle gleich," st�hnte ich und nun richtete sich Bryans Blick auch wieder auf meine Augen.

"Also Laura", fing er nochmal an, da er sich wohl wieder an sein eigentliches Vorhaben erinnert hatte. "Was l�uft zwischen dir und Nicky?"

Ich hatte schon das "N" eines "Nichts" herausgebracht, da wurde ich schon von Bryan unterbrochen. "Sag jetzt nichts nicht, �h, nicht nichts, ich wei�, dass ihr was miteinander habt. Einen Bryan McFadden f�hrt keiner so schnell hinters Licht."

"Au�er es ist dunkel", erwiderte ich trocken. Bryans Gesichtsausdruck verwandelte sich in ein Fragezeichen. "H�?" Hinter ihm kriegte sich Shane schon nicht mehr ein vor Lachen und Kian und Mark erging es auch nicht besser. Als ich die 3 so sah wie sie verzweifelt versuchten nicht laut loszulachen lag auch mir ein Schmunzeln auf dem Gesicht, doch ich beherrschte mich und lauschte Bryans weiteren Ausf�hrungen.

"�h ja...", stotterte Bryan, sichtlich verwirrt. "Also was ich eigentlich sagen wollte, ich wei�, dass ihr was miteinander habt, und wir das nur nicht wissen sollen, damit wir Georgina nix erz�hlen und ihr beiden euch weiter heimlich treffen k�nnt und... und...

"Was und? Bryan, sprich ruhig." Ich nickte aufmunternd und sah ihn ernst an.

Shane lag schon fast auf dem Boden vor Lachen... Na ja, wenigstens war er jetzt wach.

"Und... Laura guck doch nicht so, ich wei�, dass zwischen euch was l�uft! Ich kenn Nicky lang genug um zu sp�ren, zu welcher Frau er sich hingezogen f�hlt und zu welcher nicht!" Jetzt war es Kian, der sich eine Tr�ne aus dem Augenwinkel wischte und sich k�stlichst �ber Bryan am�sierte.

"Ach ja? Und du meinst zu sp�ren, dass Nicky sich zu mir hingezogen f�hlt." Das konnte ja noch interessant werden!

"Ja. Jetzt sagt doch auch mal was!" Bryan drehte sich zu seinen Freunden um, die pl�tzlich kerzengerade da standen und einen todernsten Gesichtsausdruck machten. Bryan nickte zufrieden und wandte sich wieder mir zu, was Mark, Shane und Kian als weiteren Anlass nahmen... Wenn die 3 so weitermachten w�rden sie gleich unterm Tisch liegen...

"Laura, du lagst heute Morgen in Nickys Arm, das ist doch wohl Beweis genug, und wehe du leugnest jetzt nochmal!"

"Bryan, woher wei�t du denn, dass ich in Nickys Armen lag?" Langsam erhob ich mich und baute mich vor Bryan auf. Bryan wurde rot und schaute verlegen auf seine F��e. "Na ja...!"

"Du hast doch nicht etwa..." Er wurde immer kleiner. Gespielt ver�rgert schaute ich auf ihn herab. "Tz tz... Da k�nnen Nicky und ich ja noch froh sein, dass du erst heute Morgen geguckt hast, nicht auszudenken wenn du heute Nacht..." Nun konnte auch ich mir ein Schmunzeln nicht mehr verkneifen. Gott sei Dank schaute Bryan immernoch betreten auf den Boden, sonst w�re ich schon l�ngst aufgeflogen. Jetzt wussten auch Mark, Kian und Shane, die kurzzeitig genauso geschockt geguckt hatten wie Bryan, dass ich nur so tat um Bryan ein bisschen zu verwirren. Mark zwinkerte mir zu und Shane zeigte mir den erhobenen Daumen.

Bryans Kopf schnellte nach oben und sah mir verdutzt in die Augen. "Ihr... ihr habt..."

"Ja und es war wundersch�n. Wei�t du, Nicky ist ja so einf�hlsam. So sanft und z�rtlich, ein Traumtyp..." Theatralisch seufzte ich. Bryan schluckte. "Ich... ich..."

"Tja, schade, dass du keine Frau bist, dann w�rdest du vielleicht auch mal in den Genuss kommen. Nicky kann ja wirklich so gut..." Ich machte eine kleine Kunstpause, in der Bryan schockiert �ber das, was er glaubte jetzt gleich zu h�ren, zu seinen Kumpels schaute, und ich f�gte dann seufzend ein "k�ssen" hinzu. Man konnte regelrecht h�ren wie Bryan der Stein vom Herzen fiel. Jetzt waren Kian, Shane und Mark nicht mehr zu halten. Shane prustete laut los und hielt sich an Kians Arm fest und Mark schlug in Kians ausgestreckte Hand ein. "Mann Laura, dem hast du�s aber mal so richtig gezeigt", rief Kian.

"Danke", lachte ich und schlug Bryan auf die Schulter. "Tut mir Leid, aber ich hab mir das nicht verkneifen k�nnen." Der blickte immer noch etwas bedr�ppelt drein und nickte nur langsam.

"Laura, ich bin stolz auf dich. Grad mal ein paar Stunden hier und du hast McFadden schon voll im Griff", h�rte ich pl�tzlich Nickys Stimme und drehte mich um. Der stand im T�rrahmen und zwinkerte mir zu. Ich ging zu ihm und raunte ihm ein: "Mit der Wahrheit l�gt sich�s eben immernoch am besten" zu und knuffte ihn grinsend in die Seite.

"Bin ich bescheuert? Ich geh doch jetzt nicht in die K�lte! Au�erdem war ich nicht da, ich hab die Vorr�te nicht aufgegessen."

"Sch�n Byrne, aber wegen wem haben wir einen Tag mehr Autofahrt drangeh�ngt? Na?" Mark warf einen strengen Blick in Richtung von Nicky, der es sich neben mir auf dem Sofa bequem gemacht hatte und seinen Arm auf die Lehne hinter mir legte.

"Schon gut, aber trotzdem will ich da nicht raus. Wisst ihr wie kalt es ist?"

"Eben, deshalb geh ich auch nicht." Mark verschr�nkte die Arme vor der Brust. Erwartungsvoll guckten er und Nicky zum Rest der Truppe.

"Ich w�rde vorschlagen Shane geht", mischte sich Kian ein, bevor jemand auf die Idee kommen k�nnte, er sollte...

"Ich? Wieso das denn?", rief Shane entsetzt.

"Wei� auch nicht. Warum nicht du?"

Shane sch�ttelte nur heftig den Kopf.

"Ich wei� warum nicht Shane", meinte Bryan, "der w�rde glatt im Schnee versinken!" Er lachte laut auf.

"Wie witzig, dann w�sste ich wer geht, n�mlich du, dein Kopf w�rde zumindest immernoch rausgucken sodass du weiterhin deine bl�den Spr�che ablassen kannst."

"Hey, gut gekontert Shay!", rief Kian und klatschte in die H�nde, was einen b�sen Blick von Bryan einbrachte. Dann war Stille. Keiner traute sich aus dem Bus raus, also wollte auch keiner was zum fr�hst�cken holen.

"Dan!", rief pl�tzlich Mark und fing an zu strahlen. "Dan geht!"

"Das ist eine gute Idee. Dahaaaaaan?!", schrie Bryan durch den ganzen Bus und wieder tauchte wenig sp�ter das besorgte Gesicht des Busfahrers in der T�r auf. Er hatte es aber auch nicht leicht...

"Was ist los?", fragte er mit genervtem Unterton. "So langsam hab ich deine Rufereien satt McFadden."

"Wir h�tten eine Aufgabe f�r dich, du gehst uns was leckeres zum Fr�hst�ck besorgen. Wir d�rfen nicht raus, du wei�t, K�lte vertragen unseren Stimmb�nder so schlecht..." Bryan h�stelte gek�nstelt.

"Aha, K�lte vertragen eure Stimmb�nder so schlecht, nat�rlich... Was�n das f�r�n Quatsch?"

"Dan..."

"Vergesst es. Ich versuche gerade den Bus zum Laufen zu bringen. Der Motor ist n�mlich eingeeist." Er drehte sich auf dem Absatz um und wollte schon wieder verschwinden, als ihm noch etwas einfiel. "Ach so, vergesst nicht mir mein Br�tchen mit Erdbeermarmelade mitzubringen, ja?"

Er lief schnell davon, bevor ihn das von Nicky geworfene Kissen traf.

"Tja...", seufzte Mark.

"Tja...", seufzte Kian.

"Jungs, wo bleibt denn der Mann in euch?", schaltete ich mich ein. "Echte M�nner w�rden sich weder von Schnee, noch von Eis oder gar von K�lte abbringen lassen um an ihr Ziel zu gelangen... In diesem Fall dem B�cker." Theatralisch fuchtelte ich in der Luft herum und Nicky, neben mir, brachte sich schnell in Sicherheit.

Kein Kommentar von einem der 5 Herren in diesem Raum.

Doch nach diversen Minuten in umh�lltem Schweigen, tat Kian eine grandiose Idee kund: "Wir losen!"

"Losen", wiederholte Mark skeptisch.

"Losen?" Shane kratzte sich nachdenklich am Kopf, dann hellte sich sein Gesicht auf: "Losen!"

Auch Bryan schien begeistert von dieser Idee und schnappte sich sogleich die Streichholzschachtel, die neben ihm auf dem Tisch lag und brach 6 St�ck in unterschiedliche L�nge. "So, die zwei, die die k�rzesten ziehen, m�ssen raus..."

"... und die paar Meter vom Parkplatz zur Gastst�tte laufen", beendete ich Bryans Satz und sch�ttelte den Kopf.

"Genau, Ladies first." Er grinste breit und hielt mir die Streichh�lzer entgegen. Doch bevor ich mich f�r eines entscheiden konnte, griff Nicky ein. "Moment Bryan, Laura ist Gast, wenn hier einer rausgeht, dann einer von uns, aber nicht Laura."

Mir blieb der Mund offen stehen und Mark, Kian, Shane und Bryan ging es, wie man unschwer erkennen konnte, nicht anders.

"Mensch Byrne, so viel Zuvorkommnis h�tte ich dir auf deine alten Tage gar nicht mehr zugetraut!", rief Kian. Nicky verzog das Gesicht und nahm Bryan ein Streichholz aus der Hand. Sein Gesicht verzog sich noch mehr, als er sich die Gr��e seine Streichholzes n�her betrachtete.

"Nicky muss, Nicky muss!" Shane klatschte schadenfreudig in die H�nde und die restlichen 4 tauschten viel sagende Blicke aus.

"So, der n�chste bitte." Nachdem auch Kian, Mark und Shane ihre H�lzer gezogen hatten, blieb nur noch eines f�r Bryan �brig. Und genau dieses Eine, war das zweite Kurze. Bryan und Nicky sahen sich tief in die Augen und funkelten sich kampflustig an. Shanes Blick wanderte von Bryan zu Nicky, von Nicky zu Bryan und sein Grinsen wurde von Mal zu Mal breiter.

"Gut Jungs, ich w�rde vorschlagen, Nix und Bryan machen sich dann mal auf den Weg...", schmunzelte Mark, denn weder die Miene von Bryan, noch die von Nicky, hatte sich geregt.

Bryan stand vom Sofa auf, schnappte sich seine Lederjacke und ging zur T�r. "Auf was wartest du Byrne, beweg deinen Hintern, oder willst du dein Fr�hst�ck heute Abend zu dir nehmen?" Nicky seufzte, l�chelte mir kurz zu und folgte dann Bryan hinaus aus dem Bus. Er knallte die T�r schwungvoll hinter sich zu und dann war nur noch das leise Fluchen der beiden zu h�ren. "Oh schei�e ist das kalt!" "Jammer nicht rum Bryan, lauf!" "Sag du mir nicht was ich zu tun habe!" "Dann lauf doch einfach!"

"Ja, und wir machen uns dann mal ans Tisch decken, was?"

Man konnte deutlich an Marks Tonfall h�ren, dass dies nicht zu seinen Lieblingsbesch�ftigungen geh�rte und er zog sich auch sofort geschickt aus der Aff�re. "Ihr schafft das doch auch ohne mich, ich muss jetzt ganz dringend duschen." Und weg war er.

"�hm, ich muss noch mein Bett machen."

"Du machst sonst nie dein Bett Kian!", meinte Shane.

"Aber heute", erwiderte dieser und schon war auch er verschwunden.

Ich verschr�nkte meine Arme vor der Brust und blickte zu Shane.

"Was?!"

"Ich warte."

"Auf was wartest du Laura?"

"Auf das, was dir gleich urpl�tzlich einf�llt, unbedingt und ganz dringend tun zu m�ssen."

Shane zog den Kopf ein. "Also ich wollte eigentlich meine Freundin anrufen..."

"Dann hau schon ab."

"Echt?"

"Ja echt." Ich lachte und Shane begann zu strahlen. Er nahm sein Handy vom Tisch und lief in den Nebenraum.

Nun erhob auch ich mich und versuchte mich ein wenig zu orientieren. Teller, Besteck, Kaffeemaschine? Ich fing an mich durch die verschiedenen Schr�nke und Schubladen zu arbeiten und nicht nur einmal lachte mich ein fr�hliches Kindergesicht an. Bryan hatte ganze Arbeit geleistet....

"Mein Br�tchen ist jetzt voller Schnee du Idiot!"

"Du hast es fallen lassen Bryan, daf�r kann ich nichts."

"Du hast einen Schneeball nach mir geworfen, da hab ich mich nun mal erschreckt. Was hab ich dir eigentlich getan? Ich hab lediglich ein paar Nachforschungen angestellt, weil ich um dein Wohlergehen besorgt war... Und um das von Georgina. Trotzdem ist das noch lange kein Grund mir einen Schneeball ins Gesicht zu klatschen und mich um mein Essen zu bringen!"

"Hab ich gar nicht."

"Hast du doch!"

"Hab ich nicht! Bist aber auch selbst Schuld, wenn du�s jetzt schon essen musst."

Mit den Worten betraten Bryan und Nicky den Bus. Beide bis zu den Knien wei� (vom Schnee) und an den Nasen rot.

Ich warf einen letzten Blick auf "meinen" gedeckten Tisch und nickte zufrieden. War alles da. Ich hatte mir richtig M�he gegeben. Es sollte ein kleines Dankesch�n an die Jungs werden, dass ich hier bleiben durfte.

Mit einem Ruck blieb Nicky stehen und Bryan prallte unsanft auf ihn drauf.

"Laura? Wo sind denn die anderen?", fragte Nicky. Bryan lief, leise vor sich hin fluchend, um Nicky herum und lie� sich samt nasser Jacke und Hose auf die Couch fallen, was einen tadelnden Blick von Nicky und ein gelangweiltes Schulterzucken von Bryan zur Folge hatte.

Ich fing an, an den Fingern abzuz�hlen: "Also Mark steht unter der Dusche, was auch unschwer zu �berh�ren ist, da er schon seit geschlagenen 10 Minuten lautstark und in den unterschiedlichsten T�nen, vor sich hin singt. Kian macht schon die ganze Zeit sein Bett, und Shane telefoniert. Auch schon die ganze Zeit."

"Ich bin soeben mit dem Bettmachen fertig geworden!", h�rte man in diesem Moment Kian, der aus dem Schlafraum kam.

"Hast du meins gleich mit gemacht?", wollte Nicky wissen.

"Nee wieso?"

"Weil du so lange gebraucht hast." Nicky grinste mich an. Kian war sichtlich froh, auf diese Frage nichts antworten zu m�ssen, denn in diesem Moment betrat Shane den Raum. "Hey, ihr seit schon da. Das nenn ich Timing, habe grad mein Telefonat beendet." Shane strahlte �bers ganze Gesicht.

"Du hast mit Gill telefoniert, stimmts?", warf Bryan ein.

"�h ja... woher wei�t du das?"

"Das sieht man", lachte Bryan und der Rest stimmte mit ein. Shane grinste gl�cklich. Das musste Liebe sein...

"Ok, ich geh mich dann schnell umziehen." Bryan erhob sich schwerf�llig vom Sofa und lief ins Schlafzimmer. Im Vorbeigehen klopfte er lautstark an die Badezimmert�r: "Mark, du kannst wieder rauskommen, der Tisch ist gedeckt!" Und um einige Lautst�rken lauter rief er: "Daaaaaaaaan, komm rein, gleich gibt�s Fr�hst�ck!" Kian verzog das Gesicht und hielt sich die Ohren zu. "Schreihals", murmelte er.

Ich nutzte die Zeit und lie� meinen Blick nochmal �ber den Fr�hst�ckstisch schweifen. Da entdeckte ich einen schon etwas verwelkten Blumenstrau� in einem der Schr�nke. Ich nahm ihn heraus und stellte ihn mitten auf den Tisch. Nochmals nickte ich zufrieden. "Jetzt hab ich alles."

Nicky, der mich beobachtet hatte, kam auf mich zu und dr�ckte mir einen Kuss auf die Wange. "Hast du sch�n gemacht", fl�sterte er mir ins Ohr. Ich l�chelte zur�ck: "Gern geschehen."

Er zwinkerte mir zu und ging dann ebenfalls ins Schlafzimmer um sich umzuziehen.

"Bryan, die Marmelade."

"Was m�chtest du Shane? Ich kann dich so schlecht verstehen, wenn du ein halbes Br�tchen im Mund hast." Bryan sprach mit �berfreundlicher Stimme und Nicky gab Shane einfach gleich selbst die Marmelade. Shane l�chelte ihm dankbar zu und schmierte sich sein 3. Br�tchen.

"Shane lass es gleich, ihr k�nnt sp�ter weiter essen, wir m�ssen fahren", sagte Dan und Shane sch�ttelte heftig den Kopf und biss demonstrativ in sein Br�tchen.

"Ja dann fahr doch einfach!" Mark verstand nicht, wieso man daraus so ein gro�es Trara machen musste.

"Jungs, wir sind eingeschneit, der Bus kommt keinen Zentimeter voran! Ohne eure tatkr�ftige Unterst�tzung kommen wir heute nicht mehr los."

"Tatkr�ftige Unterst�tzung, tz...", grummelte Kian.

"Dan du wei�t doch, unsere Stimmb�nder...", versuchte Bryan es nochmal, erntete daf�r jedoch nur einen abwertenden Blick von Dan.

"Also Jungs, bewegt eure Hintern, damit Louis nicht noch den letzten Nerv verliert und weiter vergebens auf unser Erscheinen beim Soundcheck wartet", seufzte Mark und stand als Erster auf. Gefolgt von dem Rest der Truppe.

"Versuch es nochmal, Laura!" Ich nickte und startete noch einmal den Motor.

"Nein, ich komm noch nicht raus!", rief ich dann durch die ge�ffnete T�r des Busses den Jungs zu, die allesamt schon ziemlich unterk�hlt aussahen. Doch Shane, Bryan, Nicky, Mark, Kian und Dan hatten ganze Arbeit geleistet und bereits einen Gro�teil des Tourbusses vom Schnee befreien k�nnen. Sehr zum Leid der Besitzer der anderen Fahrzeuge rings um den Parkplatz des Busses, denn die hatten nun den gesamten Schnee auf ihren Windschutzscheiben.

Sie schippten flei�ig weiter und ich gebe zu, ich sp�rte ein wenig Genugtuung, dass selbst die ganz Gro�en einmal ganz normale Dinge tun mussten ;-)

Doch sie wussten, dass sie unbedingt weiterfahren mussten, um rechtzeitig zum Konzert in Berlin zu sein.

"Jetzt nochmal Laura!", rief Kian und riss mich somit aus meinen Gedanken. Ich tat wie mir gehei�en und rief dann erfreut: "Geschafft, er ist frei!" und streckte ihnen den ausgestreckten Daumen entgegen.

Die Jungs atmeten auf und schlugen sich gegenseitig in die H�nde. Ich verlie� meinen Platz auf dem Fahrersitz und stieg zur�ck ins Innere des Busses. Kurz darauf tauchten 6 roten Nasen auf. "Ich glaub ich mach euch jetzt erst mal einen hei�en Tee, was?" Keine Antwort, nur 6 Mal heftiges Kopfnicken. Nebeneinander lie�en sie sich auf die Couch fallen und lehnten sich geschafft zur�ck. Nur Dan klemmte sich sofort hinters Steuer und fuhr los, bevor der neue Schnee den soeben freigewordenen Bus wieder einschneite. Diese Tortur wollte keiner von ihnen nochmal durchmachen.

"Jungs, packt schon mal alles zusammen, wir sind gleich da!", konnte man von vorne Dan h�ren.

Shane, der an der linken Seite des T�rrahmens lehnte, seufzte und sah von oben auf mich herunter. "Schade eigentlich..."

"Stimmt, war lustig mit dir Laura", stimmte Kian, der an der rechten Seite des T�rrahmens lehnte, zu und beide nickten.

Ich l�chelte ihnen von unten gequ�lt zu, denn ich war gerade schwer damit besch�ftigt, den Rei�verschluss meiner Tasche zuzuziehen, was mir leider nicht so recht gl�ckte.

"Lass mich mal." Nicky schob mich zur Seite und machte ihn in einem Ruck zu.

"Danke", sagte ich und schaute zu ihm hoch.

"Kein Problem." Auch er guckte mich mit Hundeaugen an. "Du wirst mir fehlen." Nicky nahm mich in den Arm, doch sogleich schob ich ihn wieder sanft von mir weg. "Hey, wir kennen uns doch noch gar nicht so lang!" Ok, ich geb zu, mein Argument hatte keinen �berzeugend klingenden Unterton.

"Na und? Die anderen kennen dich noch viel weniger und m�gen dich auch schon." Zur Best�tigung nickten Kian und Shane gleichzeitig.

"Hast ja Recht", zwinkerte ich Nicky zu und umarmte ihn noch einmal fest. Dann konnte man vereinzelt Stimmen vom "Cockpit" aus h�ren:

"Sagt mal, wo sind wir eigentlich?"

"Na hier, Dan."

"Quatscht Mark, hier sind wir!"

"Seid ihr blind? Von wegen hier Bryan, genau entgegengesetzt, n�mlich hier!"

"�hm, Laura, kannst du mal kommen??", riefen Bryan und Mark gleichzeitig, die beauftragt wurden, Dan durch die Stra�en zu lotsen, denn sie alle hatten darauf bestanden, mich direkt vor der Haust�r meiner Tante abzusetzen.

Nicky, Shane und Kian st�hnten. "Wer war eigentlich der Idiot, der behauptet hat, die beiden w�ren die besten Kartenleser unter uns?", fragte Kian in die Runde doch die anderen beiden zuckten nur mit den Schultern.

"Ich komme", rief ich und machte mich auf den Weg mach vorne.

"Wo brennts?"

"Wir... wir... wir wissen nicht wo wir sind", gab Bryan, sichtlich ungern, zu.

"Zeigt mal her." Ich schnappte mir den Stadtplan und versuchte mich zu orientieren. Dann fing ich an zu lachen. "Ja kein Wunder, ihr haltet den Stadtplan falsch herum!"

Bryan und Mark wurden rot und ganz klein w�hrend Dan in schallendes Gel�chter ausbrach. Das Kartenlesen sollten die beiden vielleicht doch nochmal �ben...

"Machs gut Laura!"

"Pass auf dich auf!

"Und komm uns bald nochmal besuchen!"

Nach und nach umarmte ich jeden der 4 und mir fiel der Abschied fast ein bisschen schwer. Verr�ckt, wenn man bedenkt, dass ich sie gerade mal einen Tag kannte.

"Mach ich gerne", zwinkerte ich Shane zu.

"Sag mal Laura, willst du auswandern oder wieso ist dein Zeug so schwer?", rief Bryan, der mit Dan auf uns zu kam, in jeder Hand eine meiner Taschen.

"Ja komm, Bryan, du bist verheiratet, du m�sstest doch wissen, dass Frauen immer ihren ganzen Haushalt mitnehmen, wenn sie wegfahren!", lachte ich.

"Stimmt, wenn ich�s mir so recht �berlege, Kerry wollte mal die Mikrowelle..."

"Jungs, ich st�r nur ungern, aber wir m�ssen." Demonstrativ zeigte Dan auf seine Uhr. Dann l�chelte er und gab mir die Hand. "Nett dich kennengelernt zu haben, dann gingen sie wenigstens mal ein paar Stunden jemand anderem auf die Nerven." Er grinste und lief dann zur�ck zum Bus.

Schweren Herzens wandte ich mich an Nicky. "Tsch��", sagte ich und legte den Kopf schief.

"Du wirst mir fehlen, S��e", erwiderte er und dr�ckte mich einmal fest.

"Ach �brigens, dein Auto steht in den n�chsten Tagen vor deiner T�r." Er grinste.

"A... Aber wie..."

"Ich hab den ACDC, nee, den ADAC, hei�t das so..?"

"�h, ja...?"

"Ja, den hab ich angerufen und gesagt, sie sollen dein Auto von der Rastst�tte abholen, wieder in Gang bringen und sch�n polieren, damit Max seinen Glanz wieder kriegt."

"Gott, das wird ein Verm�gen kosten!", rief ich und schlug die H�nde vors Gesicht w�hrend mein Kopf wilde Spekulationen �ber den Endpreis machte.

"Die Rechung wird an mich geschickt", grinste Nicky nochmal.

"Aber..."

"Kein aber Laura, du kannst es eh nicht �ndern. Bis ich dem Kerl verklickert hatte, dass die Rechung nach Dublin geschickt werden soll..."

"Du bist unverbesserlich Nicky, wei�t du das?"

"Ja, wei� ich. Komm her!" Er nahm mich ein letztes Mal in den Arm und ich wusste, dass ich ihn und die anderen Schwachk�pfe schrecklich vermissen w�rde...

"So, jetzt aber genug. Macht zu, dass ihr loskommt, sonst dreht Louis ganz ab!", scheuchte ich sie zum Bus.

"Ich glaube, wenn wir erst mal in der Halle sind, werden wir eh nicht mehr lange zu leben haben", sagte Mark.

"Wir? Wohl eher ich, mir wird er den Kopf abrei�en!", warf Nicky ein und seufzte. "Aber eigentlich ist ja auch er selbst schuld..."

"Lass gut sein Nix, du kannst deiner Aktion nichts gutes mehr abgewinnen", seufzte nun auch Shane und zwinkerte mir zu. "Au�er, dass wir Laura kennen gelernt haben." Er setzte sein sch�nstes L�cheln auf.

"Jetzt haut ab, sonst kommen mir noch die Tr�nen", lachte ich und schubste Shane ins Innere des Busses.

"Singt sch�n, heut Abend, ja?"

"Wir widmen dir nen Song!", konnte ich Kian h�ren.

"Ich f�hle mich geehrt", rief ich zur�ck und schmunzelte.

"T�ren zu?", fragte Dan.

"Gleich!", rief Nicky und gab mir noch schnell einen Kuss auf die Wange. "War sch�n mit dir", l�chelte er.

"Es war mir eine Ehre mit einem Star im Bett zu liegen", zwinkerte ich.

"Spinnerin", lachte er. "Ciao Laura!"

"Tsch�� Nicky, tsch�� Jungs!"

"Ciao!"

"Bye!"

"Bis irgendwann mal!"

Dann schlossen sie die T�r und der Bus fuhr an. Durchs Fenster konnte ich sie winken sehen und ich winkte zur�ck.

Irgendwie w�rde ich sie alle vermissen, so verr�ckt es war, aber solche Chaoten hatte ich in meinem ganzen Leben noch nicht erlebt.

Ich nahm meine Taschen vom Boden und schleifte sie zum Gartentor meiner Tante. Dort stellte ich sie ab und lief die 3 Treppen zur Klingel hoch. "Drrring", machte es und geduldig wartete ich... und wartete ich... "Schei�e Mann, mach auf!" �rgerlich klopfte ich an die T�r und versuchte durch das kleine Fenster einen Blick in den Flur werfen zu k�nnen, doch durch das verzerrten Glas konnte man nichts erkennen.

Ich seufzte, beschloss mich nicht aufzuregen und schob mit der Hand die kleine Schneeschicht auf der Treppe zur Seite. Dann setzte ich mich, legte meinen Kopf in die H�nde, wippte mit dem Fu� auf und ab und stellte mich auf eine lange Wartezeit ein. Wenn meine Tante erst einmal weg war, dann nicht f�r kurz...

"Na, nicht da?", h�rte ich pl�tzlich eine mir bekannte Stimme.

"Nicky! Was machst du denn hier?"

"Dan hat durch den R�ckspiegel gesehen, dass du dich hingesetzt hast und da wollte ich doch mal gucken... Ist deine Tante nicht da?"

"Nee wei�t du, ich sitz gern in der K�lte und frier mir den Hintern ab", gab ich zur�ck.

"Hm stimmt, ist logisch." Er grinste. "Hast du nicht Lust mit aufs Konzert zu kommen? Heute Abend ist deine Tante bestimmt wieder da."

"Du gibst nie auf, was?"

"Ich kann doch nicht verantworten, dass du hier ich wei� nicht wie lange sitzt! Au�erdem..."

"Au�erdem?", hakte ich nach.

"Na ja, au�erdem war McFadden so sch�n ruhig, als du da warst."

Ich lachte. "Ihr seid die chaotischsten Chaoten die ich je gesehen habe, wei�t du das?"

"Ja", lachte Nicky und hielt mir dann die Hand hin. "Wir setzten dich auch p�nktlich heute Abend wieder hier ab. Versprochen."

"Ehrenwort?"

"Absolutes Ehrenwort!" Er hielt Zeige- und Mittelfinger in die H�he.

Bei so einem Blick konnte ich nicht nein sagen und legte meine Hand in seine. "Na dann. Habt ihr denn noch einen hei�en Tee f�r mich? Ich hab den glaub ich bitter n�tig."

"Alles was Sie wollen Prinzessin!", rief Nicky �berschw�nglich und zog mich hoch. Dann gab er mir einen dicken Kuss auf die Wange und schnappte sich mein Gep�ck.

Hatte ich also noch ein paar Stunden mehr, um mich in diesen chaotischen Haufen hoffnungslos zu verlieben.

 

 

The End

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