Open Arms

 

1.

Lauri:

Wie lange war ich jetzt nicht mehr hier gewesen? Es tat richtig gut, einfach nur in der Sonne zu liegen und an nichts zu denken. Die letzten 5 Monate war ich nicht mehr zu Hause gewesen. Die ganzen Tage sind wir nur von einem Termin zum anderen gehetzt. Jetzt haben wir erst mal 3 Wochen frei. Keine Konzerte, keine l�stigen Interviews und vor allem keine nervenden Fans. Nat�rlich sind unsere Fans wichtig, aber ab und zu braucht man auch mal �ne Auszeit. Den anderen drei schien es nicht anders zu gehen. Sie sehen alle sehr kaputt aus. Und obwohl es wirklich sehr hei� ist, liegen wir alle nur auf unseren Decken rum. Es schien mir, als h�tte keiner von uns die Kraft, im See rum zu toben. Die Sonne blendet mich. Ich setze mich hin. Am See ist heute die H�lle los. Kein Wunder bei dem Wetter l�uft nun mal alles was Beine hat zum See. Ich lasse meinen Blick �ber den See und die Wiese schweifen. Alles ist total relaxed. Ein paar Kinder toben herum, ein paar Jugendliche machen gerade ein Feuer, vermutlich zum grillen. Doch pl�tzlich bleibt mein Blick h�ngen. Da sehe ich sie. Sie ist wundersch�n. Braune lange Haare, ziemlich klein, einfach s��. Ich schaue sie an. Sie sitzt ganz allein auf einer gro�en Decke. Es schienen aber noch mehr Leute mit ihr hier zu sein. Sie sitzt mit dem R�cken zu mir, konnte mich nicht sehen. Ich sehe, wie sie in ihre Tasche griff und eine Packung Zigaretten rausfischte. Marlboro Menthol. Ganz genau meine Marke. Sie �ffnet die Packung... Scheinbar ist sie leer. Sie holt ein Feuerzeug raus und wirft die Packung weg. "Jetzt oder nie", h�re ich pl�tzlich hinter mir Eeros Stimme. Ich erschrecke. Ich drehe mich um und sehe in sein grinsendes Gesicht. Ich f�hle mich ertappt. Dennoch hat er Recht. So eine Chance kommt nie wieder.

 

Hilja:

Die Sonne brennt. Ich sitze allein auf meiner Decke und schaue den anderen beim schwimmen zu. Ich will erst sp�ter schwimmen, will einfach noch ein bisschen die Sonne geniesen. Ich krame in meiner Tasche nach meinen Zigaretten. Das ist genau das, was ich jetzt brauche. Einfach in der Sonne liegen und �ne Zigarette rauchen. Doch als ich das P�ckchen �ffne bleibt mir fast das Herz stehen! Leer! Sie war tats�chlich leer! Schei�e! Was soll ich jetzt tun? Ich nehme erst mal das Feuerzeug raus und werfe dann die Packung weg. Ich �berlege. Maija raucht schlie�lich die selbe Marke, aber ich kann ja nicht einfach an ihre Tasche gehen und darin herumw�hlen. Ich m�sste wohl oder �bel warten, bis sie wieder hier ist. Sie h�tte ja bestimmt nichts dagegen. Ich �berlege, was ich nun machen sollte. "Rauchen wir eine zusammen", h�re ich hinter mir pl�tzlich eine Stimme. Ich drehe mich um und sah einen Kerl, der mir eine Packung Marlboro Menthol entgegenstreckte. "Eine? Zusammen?" Jetzt war dem Typ das pure Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Er wurde sogar rot. S��! "�h...nein! Zwei...aber zusammen." Ich musste grinsen. "Ja, gerne." Er setzt sich neben mich auf die Decke. Ich nehme eine Zigarette und mache sie an. "Da hatte ich ja echt Gl�ck, dass du gerade hier warst. Sonst w�re ich wahrscheinlich gleich an Entzugserscheinungen gestorben oder so..." Er l�chelt. "Das w�re schade gewesen." Nachdem wir uns dann eine Weile angeschwiegen haben, fragt er mich nach meinem Namen. "Hilja und wie hei�t du?" "Lauri."

Lauri:

Nach anf�nglichen Schwierigkeiten l�uft es mittlerweile ganz gut. Wir unterhalten uns �ber Gott und die Welt. Vor allem scheint sie mich nicht zu erkennen. Ich f�hle mich beobachtet. Obwohl ich sie nicht sehen konnte wusste ich, dass Pauli, Eero und Aki uns beobachten. Hilja hat ein wundervolles Lachen. Und ihre Augen erst. Irgendwie haben sie was mystisches. Sie waren dunkelblau. Ich rauche meine Zigarette extra langsam. Sie hat ihre ungef�hr doppelt so schnell geraucht, wie ich meine. Nun muss ich meinen ganzen Mut zusammen nehmen. Ich will sie wieder sehen, unbedingt! Ich hole gerade Luft...

Maija:

Es ist hei�. Ich hole was zu trinken und gehe wieder Richtung Decke. Die Preise hier sind echt der Oberhammer. 3� f�r ein einfaches Mineralwasser. Ich rege mich tierisch dar�ber auf. Als ich unsere Decke erblicke sehe ich, dass Hilja nicht mehr alleine ist. Es ist mir egal. Mich besch�ftigt nur das vollkommen �berteuerte Wasser. "Die sind hier echt voll gest�rt, die sollte man verklagen. Das musst du dir mal vorstellen, 3 � f�r so ein einfaches Wasser und das bei diesem Wetter!" Hilja sieht mich erst etwas schockiert an, muss dann jedoch grinsen. "Tja, die machen ihr Gesch�ft", sagt sie. Ich setze mich hin. Auf diesen Schock muss ich erst mal eine rauchen. Eigentlich habe ich den Kerl bei Hilja erst jetzt registriert. Ich sehe ihn kurz an, schaue aber gleich wieder zu Boden. Irgendwie war mir jetzt die ganze Aktion peinlich. Ich sortierte meine Gedanken. Ich w�re zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich nie auf die Idee gekommen, dass ich st�re. Ich strecke dem Typ meine Hand entgegen, schlie�lich wei� ich ja noch gar nicht wer er war. Er nimmt meine Hand. "Maija". "Lauri". Er l�chelt. Vielleicht lacht er mich auch aus. Ich habe keine Ahnung. "Maija ist meine beste Freundin," erkl�rt Hilja nun.

 

2.

Lauri:

"Die sind hier echt voll gest�rt, die sollte man verklagen. Das musst du dir mal vorstellen, 3 � f�r so ein einfaches Wasser und das bei diesem Wetter," h�rt ich genau in diesem Moment eine ziemlich hysterische Stimme. Ich erschrack, schluckte meine Worte erst mal runter. Ich sah ein M�dchen vor uns stehen. Hellblonde, lange, nasse Haare, himmelblaue Augen und ebenfalls ziemlich klein. Sie setzt sich zu uns. Oh, nein! Sie raucht eine Zigarette. Es macht nicht den Anschein, als ob sie gleich verschwinden w�rde. Ihrem Blick nach zu urteilen, sch�mt sie sich etwas wegen ihrem Auftritt. Ich l�chele. Dann stellt sie sich vor. Sie ist also Hilja�s beste Freundin. Das kann ja heiter werden, dachte ich so f�r mich. Hat sie mich erkannt? Ich wei� es nicht. Ich habe kein gutes Gef�hl bei der Sache. Vielleicht sollte ich einfach gehen. Ich kannte Hilja ja erst seit knapp 10 Minuten; noch konnte ich einfach so gehen. Doch irgendwas hielt mich gefangen. Ich wei� nicht was es war. Ich konnte nicht gehen. Maija begann uns mit irgendwelchen M�ll zuzulabern. Ich h�rt ihr nicht zu. Hilja grinste. Ich hatte das Gef�hl, dass auch sie nicht zuh�rt.

Hilja:

Ich glaubs nicht! Maija schafft es wirklich immer, einen zu blamieren. Sie hat sich tats�chlich zu uns gesessen. Wie werde ich sie denn jetzt wieder los? Ich denke nach, wei� es jedoch nicht. Maija l�sst sich ja nicht einfach so absch�tteln. Sie erz�hlt irgendwas was. Ich h�re nicht zu. Ich hab Angst, dass sie Lauri vertreibt. W�re nicht das erste Mal. Aber so ist sie nun mal. Er sieht geschockt aus. Ich gucke auf den Boden und schiele dabei leicht zu Lauri. Er l�chelt leicht zur�ck. Mir f�llt ein Stein vom Herzen. Irgendetwas sagt mir, dass er nicht gehen wird.

 

Lauri:

"Entschuldigung! Darf ich mal kurz st�ren?" ich drehe mich um. Aki steht neben mir. Er guckt Maija an. Sie guckt ihn erwartungsvoll an. "Kannst du mir sagen, wo es hier was zu trinken gibt?" "Klar, kann ich, aber wei�t du, wie teuer, das hier ist?" "Ja, das haben vorhin alle in einem Umkreis von 10 km mitgekriegt!" Hilja und ich fangen laut an zu lachen. Maija wird ganz rot, muss aber auch lachen. Sie erkl�rt Aki, wo der Getr�nkestand ist. "Das finde ich nicht, kannst du nicht schnell mitkommen und es mir zeigen?" Jetzt verstand ich erst, was er vorhatte! Maija verdreht zwar die Augen, stand dann aber doch auf. Dankend sehe ich zu Aki.

 

Maija:

Wie bl�d kann man(n) eigentlich sein? Der Getr�nkestand ist doch gar nicht zu �bersehen. Naja, was soll�s ein wenig Bewegung schadet nichts. Die ersten paar Meter lief er schweigend hinter mir her. Am Getr�nkestand angekommen holte er dann zwei Colas und gab mir eine davon. "Oh, dankesch�n." "Das ist weil du mir den Weg gezeigt hast. Da kann ich dich jetzt ja nicht einfach verdursten lassen." "Ist ja sch�n, dass du dir so viele Sorgen um mich machst." "Das nicht, aber irgendjemand muss mich ja auch wieder zur�ck bringen..." Ich trat ihm leicht ans Schienbein. Gespielt beleidigt drehte er sich von mir weg. Ich grinste. "Das ist nicht lustig!" "Doch, sonst w�rde ich ja nicht lachen..." "Warte nur, das gibt Rache!" "Uh, soll ich schon mal Angst haben?" Wir alberten rum. Irgendwie haben wir uns auf Anhieb gut verstanden.

 

3.

Aki:

Puh, geschafft. Lauri hat jetzt wieder seine Ruhe vor der Nervens�ge. Aber eigentlich ist sie gar nicht so schlimm. Ich find sie bis jetzt ganz nett. Jetzt muss ich mir nur was einfallen lassen, damit sie nicht mehr zur�ck zu Lauri und dem M�dchen will. Am besten sag ich ihr die Wahrheit. Dann wird sie es verstehen und ich brauche mir nicht den ganzen Tag Gedanken zu machen, wie ich sie davon abhalte, wieder dorthin zu gehen. "Komm, wir setzen uns mal hier hin," sagte ich zu ihr. "Wei�t du, Lauri mag deine Freundin und ich glaube du st�rst die Beiden." Ich glaube, es d�mmert ihr jetzt. "Oh schei�e" h�re ich nur von ihr. "Was?" "Wieso bin ich da nicht drauf gekommen? Ist doch eigentlich eindeutig gewesen!" "Ja, eigentlich schon. Aber es macht ja nichts, ist ja nichts passiert. Lass die Beiden jetzt einfach mal ein bisschen allein". Sie nickte l�chelnd. Sie hatte ein s��es L�cheln.

 

Lauri:

Endlich waren sie weg. Danke Aki. Ich nahm erneut meinen ganzen Mut zusammen und ... "Tut mir echt leid", sagte Hilja. Ich sah sie an. Sie war wirklich wundersch�n. "Macht nichts, Du kannst ja nichts daf�r. War doch ganz lustig." "Normalerweise ist sie auch nicht so, ich wei� nicht was das gerade war..." Schei�e! Schoss es mir durch den Kopf. Maija hat mich bestimmt erkannt und war deswegen so von der Rolle.

"Du...," fing ich langsam an. Sie schaute mich an. Ich konnte fast nicht weitersprechen. Ich versank in ihren Augen. "Was?" fragte sie nach einer Weile. "�h...ich wollte dich fragen, ob du heute abend schon was vorhast." Ich hatte das Gef�hl, es w�ren die schwierigsten W�rter meines Lebens gewesen. "Nein, wieso?" "Ja also, wenn du m�chtest, k�nnten wir ja vielleicht zusammen was machen." Ich sp�rte, dass ich knallrot war. Sie l�chelte. "Was denn?" "Keine Ahnung, such dir was aus", entgegnete ich ihr. Ich konnte ihr nicht mehr in die Augen sehen. "Wie w�r�s mit Kino?" "Ja klar gute Idee."

 

Hilja:

Genial! Er hat mich wirklich gefragt, ob wir nachher noch was machen. Ohne Maija! Normalerweise kommt das nicht vor. Die meisten M�nner wollen Maija immer dabei haben. Sie ist halt blond und somit auch ziemlich beliebt. Aber ihr macht das schwer zu schaffen, weil sie auch viel ausgenutzt wird. Ich schaue an den Himmel. Dunkle Wolken ziehen �ber uns hinweg. "Ich glaube, es wird gleich regnen. Vielleicht sollten wir schon mal ein paar Sachen zusammen packen." Gerade als ich das gesagt habe fing es mit einem Schlag an wie aus Eimern zu sch�tten.

 

Maija:

Toll! Muss es jetzt anfangen zu regnen! Aki nimmt meine Hand und rennt los. So schnell kann ich gar nicht reagieren und fliege erst mal voll hin. Aki bleibt stehen und guckt mich entschuldigend an. "Da vorne ist ein Unterstand, da k�nnen wir hin." Ich stehe auf. Mein rechtes Knie blutet. Ich humpele hinter ihm her zu dem Unterstand. Ich setze mich auf die Bank, bin mittlerweile klatschnass. Mein Knie tut weh. Es wollte auch gar nicht mehr aufh�ren zu bluten. Ich legte es hoch auf die Bank. Aki nahm ein Taschentuch und tupfte ganz vorsichtig das Blut von meinem Knie ab. "Tut�s sehr weh?" "Es geht schon," log ich. Ich genoss es, wie er sich um mich k�mmerte.

Es wurde kalt.

 

4.

Aki:

Oh man, das tat mir jetzt echt leid. Aber wenigstens sind wir im Trockenen. Vor der H�tte pl�tschert der Regen auf den Asphalt. Es regnet wirklich stark. Ich sehe, dass sie Schmerzen hat, auch wenn sie es nicht zugibt. Ich wische ihr das Blut vom Knie. Es war irgendwie sch�n, sie zu ber�hren. Schnell verscheuche ich den Gedanken, schlie�lich habe ich eine Freundin. Sie scheint kalt zu haben. "Hast du kalt?" "Ja, schon. Der Regen hat die Luft ganz sch�n abgek�hlt." Ich hatte nichts, was ich ihr h�tte geben k�nnen. Es war ja bis vor dem Regen noch unglaublich hei� gewesen. "Ich wei�, das h�rt sich jetzt seltsam an, aber ich k�nnte dich h�chstens mit meiner K�rperw�rme w�rmen..." Sie grinste, lehnte sich dann aber an mich. Ich nahm sie in dem Arm und versuchte sie irgendwie warm zu halten. Sie f�hlte sich so gut an, ihre Haut war so zart. Sie riecht so gut, ich kann nicht genau zuordnen nach was. Ihr Haar liegt auf meinem Arm. Ich schlie�e meine Augen und vergesse alles andere um mich herum. In diesem Moment gibt es nur noch sie und mich.

 

Lauri:

Schei� Regen! Dabei war es gerade so sch�n. Schnell haben wir alles zusammenger�umt: Jetzt kamen noch zwei M�dchen an, die scheinbar auch zu Hilja geh�ren. Sie hei�en Sanna und Nea. Gleich drauf kamen auch Pauli und Eero angerannt. Nat�rlich klitschnass. Irgendwie hatte wohl keiner damit gerechnet, dass es so schnell anf�ngt zu regnen. Zusammen rannten wir 6 in das Cafe am See. Dort war es wenigstens trocken. Daf�r war dort jetzt nat�rlich alles voll. Wir stellten uns dann einfach irgendwo in eine Ecke. Pl�tzlich sah ich eine Gruppe von 5 M�dchen, die direkt auf mich zeigten. Oh nein! Das hatte mir jetzt gerade noch gefehlt. Und ausgerechnet jetzt, wo Hilja doch dabei war. Ich bemerkte, dass die M�dchen bereits dabei waren, sich zu uns durch zu k�mpfen. Hilfesuchend sah ich zu Pauli und Eero. An ihren Blicken erkannte ich, dass sie die M�dchen auch gesehen hatten. Ruhig bleiben, dachte ich mir. Ich konnte ja auch nichts tun. Nur hoffen, dass es nicht allzu peinlich wird. Pl�tzlich dachte ich an Maija und ihren Auftritt vorhin. Ich musste bei dem Gedanken daran grinsen. So schlimm konnte das jetzt gar nicht werden. Ich bemerkte Hiljas Blick zu mir. Sie hatte wohl gemerkt, dass die M�dchen in unsere Richtung steuerten.

Die M�dchen waren nicht so schlimm, wie ich bef�rchtete. Sie wollten blo� ein Autogramm von uns haben. Wir haben ihnen eins gegeben und dann sind sie wieder abgerauscht. Dennoch traute ich mich nicht in Hiljas Richtung zu gucken. Ich wusste, was sie jetzt fragen wollte.

 

Hilja:

Was war denn das gerade? Hab ich getr�umt? Wieso wollten die denn ein Autogramm von den Jungs haben? "Lauri?" "Ja?" Ich h�rte die Unsicherheit in seiner Stimme. "Was war das?" "Na ja, die wollten ein Autogramm von uns." "Ach nee! Das hab ich auch mitgekriegt. Aber warum? Ich meine, von mir will ja auch niemand eins." Lauri erz�hlte mir, dass sie �ne Band sind, die sich "The Rasmus" nennt und dass sie wohl ziemlich erfolgreich sind. Ich �berlegte. Der Name sagt mir was. In diesem Moment blitzte es drau�en! Ich erschrak. Lauri sah mich fragend an.

 

Maija:

Ich lag in Akis Arm. Es war sch�n. Am liebsten w�re ich gar nicht mehr aufgestanden. Ich sp�rte seinen Atem. Irgendwie f�hlte ich mich richtig wohl bei ihm. Pl�tzlich blitzte und donnerte es! Ich zuckte zuerst zusammen, dann sprang ich wie von der Tarantel gestochen auf. Aki schaute mich entsetzt an. "Es hat gedonnert, es gibt ein Gewitter!!!" "Macht doch nichts, wir sind hier doch gut aufgehoben." "Nein", schrie ich schon fast. Ich war verzweifelt,

hatte Angst. "Ich muss zu Hilja. Sie ist meine beste Freundin und hat Angst bei Gewitter." "Du kannst jetzt aber nicht da raus. Das ist viel zu gef�hrlich." Und wie ich konnte! Ich rannte los nach drau�en. Aki sprang nun auch auf und lief mir hinterher. "Warte!" h�rte ich ihn noch rufen. Doch schon war ich drau�en. Ich lief ein paar Schritte durch den Regen, da merkte ich, wie mich etwas von hinten packte, etwas das st�rker war als ich. Es war st�rker als ich, das sp�rte ich gleich. Dennoch versuchte ich mich loszureisen. Es donnerte! Ich erschrak unglaublich. Aki dr�ckte mich fester an sich, ihm war wohl l�ngst klar, dass es hier nicht um Hilja ging, sondern jetzt in erster Linie ich panische Angst hatte. Ich h�rte auf mich zu wehren und lie� mich in Akis Arme fallen. Ich hatte wirklich �ne Schei�angst bei Gewitter. Hilja auch, aber nicht so schlimm wie ich. Pl�tzlich bemerkte ich mein Knie wieder. Shit! Daran hatte ich �berhaupt nicht mehr gedacht. Es tat pl�tzlich so weh! Es blutete auch wieder. Erneut donnerte es und ich zuckte erneut zusammen. Aki merkte das und hielt mich fester in seinem Arm. Ich vergrub meine Gesicht in seinem T-Shirt. Ich wollte es nicht, dennoch

musste ich heulen. "Du musst keine Angst haben, ich bin doch bei dir. Ich werde schon auf dich aufpassen," hauchte er mir ins Ohr.

Langsam zog er mich wieder zur�ck zum Unterstand. Wir waren auch beide schon vollkommen durchn�sst. Wir setzten uns wieder auf die Bank. Ich kramte mein Handy raus und schrieb Hilja �ne SMS. Ich wollte wenigstens wissen, dass sie nicht allein war.

 

5.

Aki:

Sie hat wirklich Angst. Sie tut mir leid. Ich setzte mich neben sie und sah erst jetzt, dass ihr Knie wieder blutete. Ich stand auf und kniete mich vor sie. "Du h�ttest das nicht tun sollen," sagte ich etwas grob zu ihr, w�hrend ich ihr erneut das Blut wegtupfte. Sie schluchzte. "Tut�s weh?" Sie sagte nichts. Es musste einfach weh tun. Ich sah hoch zu ihr. Eine dicke Tr�ne kullert ihr die Wange runter. Wie gerne w�rde ich sie tr�sten, sie in den Arm nehmen, ihr sagen, dass ich f�r sie da bin, ihr sagen, dass ich sie...Nein, das konnte nicht sein. Was war blo� los mit mir? Habe ich wirklich gerade gedacht, dass ich sie liebe? Nein. Ich liebe Elina. Deshalb bin ich mit ihr zusammen. Oder? Ich setzte mich wieder hin. Ich bin total verwirrt. Maija weint immer noch. Ich kann nichts tun, habe das Gef�hl, wenn ich sie anfasse, kann ich sie nicht mehr los lassen. Sie sieht mich nicht an. Ich habe keine Ahnung, was ich sagen soll. Soll ich �berhaupt irgendwas sagen? Ich merke, dass sie sich gegen mich fallen l�sst. Langsam lege ich meinen Arm um sie. Ich f�hle mich ihr so nah. Was soll ich tun? Ich dr�cke sie fester an mich. Es donnert! Sie ist nicht erschocken. Ich streiche ihr die Haare aus dem Gesicht. Sie ist wundersch�n. Ich ziehe sie noch n�her zu mir. Ich sp�re ihren Atem auf meiner Haut. Sie heult nicht mehr. Atmet ganz ruhig und gleichm�ssig. Ich fange an ihr langsam �ber den Arm zu streicheln.

 

Lauri:

Eigentlich bin ich schon erleichtert, dass Hilja nun Bescheid wei�. Es blitzt! Hilja sieht �ngstlich aus. "Hey, alles klar bei dir?" Ich h�rt ein z�gerliches "Ja...mh...nein! Ich habe Angst bei Gewitter." "Brauchst du aber doch gar nicht. Hier sind so viele Leute. Da kann dir doch nichts passieren." Ihrem Blick nach zu urteilen scheint sie davon nicht gerade �berzeugt zu sein. "Wo ist Maija? Die dreht durch!" "Mach dir keine Sorgen um sie, Aki k�mmert sich um sie," versuchte ich sie etwas zu beruhigen.

 

Hilja:

Wenn der w�sste. Ich bin mir da jedenfalls nicht so sicher, ob Aki gegen Maija ankommt. In diesem Moment piepst mein Handy. Es ist Maija. Puh. So wie es aussieht hat Aki sie ja doch im Griff. Komisch. Das passt nicht zu Maija. Wieso kann sie sich gegen ihn nicht durchsetzen, sonst ist sie doch auch nicht so schwach. Ich muss l�cheln.

Endlich wird ein Tisch genau vor uns frei. Wir setzen uns erst mal hin und bestellen uns etwas zu trinken. Lauri, Eero und Pauli erz�hlen uns noch ein bisschen was �ber ihre Band. Echt interessant, wo die �berall schon waren. Richtige Stars eben. Endlich! Ich kann es kaum glauben! Es hat aufgeh�rt zu regnen. Wir machen uns auf den Weg zum Parkplatz.

 

Maija:

Oh mein Gott! Warum f�hle ich mich so verdammt gut bei ihm? Warum suche ich immer wieder seine N�he? Er streichelt mir �ber den Arm. Das ist so sch�n. Von mir aus k�nnte er ewig weitermachen. Ich will nicht mehr weg, will nicht mehr weg von Aki. Ich will mehr!!! Aber ich bin zu sch�chtern. Seine Ber�hrungen machen mir �ne G�nsehaut. Ich r�cke n�her zu ihm. Ich will ihn k�ssen, doch ich traue mich nicht. Ich schaue ihm nur tief in die Augen und hoffe, dass er meine Sehnsucht sieht. Pl�tzlich h�re ich Stimmen. Spazierg�nger vermutlich. Ich merke, dass es nicht mehr regnet und auch nicht mehr donnert. Macht nichts. Ich bleibe in seinem Armen liegen. Ich will ihn nicht los lassen. Die Stimmen werden lauter.

Ich merke, wie Aki sich versucht von mir zu l�sen. Nein! Alles, nur dass nicht. Ich versuche ihn festzuhalten und sehe ihn flehend an. "Hey, das sind Lauri und Hilja. H�rst du sie nicht?" Doch. Ich h�rte sie, aber ich wollte sie nicht h�ren. Ich wollte nicht. Sie werden uns auseinander rei�en. Sie haben uns bemerkt, es ist zu sp�t. Mir wird kalt. Aki steht auf.

 

6.

Lauri:

Gl�cklicherweise haben wir Aki auf dem Weg zum Parkplatz gefunden, sonst m�ssten wir jetzt noch ewig auf ihn warten oder ihn sogar suchen. Zu acht gehen wir zum Parkplatz. Maija sieht nicht gut aus, sie hat wohl geweint. Sie spricht den ganzen Weg �ber kein Wort. Mit keinem. Auch mit Hilja nicht. Seltsam. Ich merke, dass Hilja sich Sorgen um Maija macht. Ich werde mir Aki nachher mal vorkn�pfen und ihn ein bisschen ausquetschen, was los war. Hat sie wirklich solche Panik bei Gewitter? Ist ja schrecklich...

Wir sind am Parkplatz. Ich verabschiede mich von Hilja. Noch f�llt es mir nicht schwer. Ich werde sie ja schon in ein paar Stunden wieder sehen zum Kino.

Aki:

Alle verabschieden sich. Ich kann das nicht. Ich kann Maija nicht ansehen, es ist zu seltsam. Es tut weh. Aber das darf es nicht. Ich werde jetzt einfach gehen und sie vergessen. Wir werden uns nie wieder sehen. Wahrscheinlich habe ich mir das sowieso alles nur eingebildet. Nat�rlich habe ich das. Ich kenne Maija gerade mal seit knapp 2 Stunden, wie kann ich denn blo� denken, dass da mehr ist. Es waren 2 sehr intensive Stunden. Aber mehr auch nicht. Ich

steige schon mal ins Auto, schaue doch noch mal nach Maija. Sie hat den ganzen Weg �ber nichts gesagt. Weint sie etwa wieder? Ich kann es nicht genau erkennen. Sie darf nicht... Ich m�sste ihr weh tun. Wir fahren los. Gleich bin ich zu Hause bei Elina. Ich muss wieder einen klaren Kopf kriegen. Ich werde Maija nie wieder sehen.

 

Maija:

Ich will nicht gehen! Ich verstehe auch nicht, warum er einfach so geht? Er hat keine Handynummer oder sonst was von mir. Warum ist er so komisch, so kalt? Ich will ihn wieder sehen, doch er ist pl�tzlich so abweisend zu mir. Was habe ich ihm denn getan? Tausende Fragen geistern wild durch meinen Kopf. Hilja sieht so happy aus. Sch�n! Ich freue mich f�r sie, auch wenn ich das im Moment nicht zeigen kann. Ich bin entt�uscht von Aki, verstehe ihn nicht. Er geht einfach so, ohne ein Wort zu verlieren. Ich kann nicht glauben, dass ich mir dass alles nur eingebildet habe. Da war mehr! Gleich sind wir zu Hause. Hilja redet die ganze Zeit nur von Lauri. Ich w�rde so gerne mit ihr reden, will ihr aber die Laune nicht verderben. Ich schweige vor mich hin. Wir sind da! Ich steige aus. Ich will nicht hier rein, ich will zu Aki! Ich k�nnte schreien. Ich gehe gleich in mein Zimmer, damit ich endlich in Ruhe heulen kann.

 

Hilja:

Irgendwie war Maija seltsam. Ich wei� nicht, wie und ob �berhaupt ich sie darauf ansprechen soll. Normalerweise kommt Maija selbst, wenn sie mit mir reden will. Und wenn sie das nicht tut, will sie auch nicht reden. Obwohl sie meine beste Freundin ist, kann ich mich nicht richtig auf sie konzentrieren. Ich muss irgendwie die ganze Zeit �ber an Lauri denken. Ich bin gl�cklich. Gl�cklich, dass ich ihn getroffen habe. Vielleicht habe ich ja wirklich mal ein wenig Gl�ck. Ich stehe vor meinem Kleiderschrank und schaue auf die Uhr. Es ist 18:17 Uhr. Um 19 Uhr treffe ich Lauri. Oh Gott, ich habe wieder absolut nichts passendes in meinem Schrank. Da kann jetzt nur Maija helfen. Ich renne aus meinem Zimmer, direkt zu Maijas Zimmer. Ich bin schon ganz aufgeregt. Kann kaum noch klar denken. Ich rei�e die T�r auf: "Maija, du bist meine letzte Hoffnung!..." Ich breche den Satz erschrocken ab. Sie weint. Warum? Ich wei� es ehrlich gesagt nicht. Ich setze mich neben sie aufs Bett. "Was ist denn los?" "Nichts" antwortete sie mir. Klar dachte ich, deshalb heulst du wahrscheinlich auch. Ich sah sie durchdringend an. Sie wehrt meinen Blick ab. Ich versuche mit ihr zu reden, doch ich kriege kein einziges Wort aus ihr raus. Ich wei� nicht, was ich noch tun soll. Es ist 18:34Uhr. Ich werde zu sp�t kommen. Aber ich will Maija auch nicht einfach so sitzen lassen. Auf der anderen Seite w�re sie vielleicht gerne allein. Ich wei� nicht, was ich tun soll. Ich frage sie ob sie allein sein will. Sie nickt. Ich stehe auf und verlasse ihr Zimmer. Jetzt musste ich mich wirklich richtig beeilen. 18:44 Uhr und ich stehe noch im Jogginganzug da und vollkommen ungeschminkt. Ich reise gerade die erstbesten Klamotten aus dem Schrank und springe schnell rein. Dann laufe ich schnell ins Bad wenigstens noch ein kleines bisschen schminken. 18:57 Uhr. Ich st�rme aus dem Haus und renne Richtung Stadt. Hoffentlich wartet er auf mich.

 

7.

Lauri:

Wo bleibt sie nur? Es ist schon 19:04Uhr. Was, wenn sie mich nur verarscht hat? Was, wenn sie doch nur irgend so ein nervender Fan ist? Nein, dann w�rde sie mich hier nicht stehen lassen ...Ich sollte ihr einfach noch ein paar Minuten Zeit lassen. Vielleicht bin ich einfach zu misstrauisch geworden. Ich schaue erneut auf die Uhr. 19:13Uhr. Da kommt sie ja. Mir fiel ein Stein vom Herzen. Ich l�chele sie an und sie l�chelt zur�ck, w�hrend sie sich zu mir k�mpfte. Sie sah ziemlich verhetzt aus. "Sorry. Ich bin zu sp�t." "Hauptsache ist ja, dass du �berhaupt gekommen bist!" Ich war wirklich froh, dass sie da war. " Maija geht�s nicht so gut und ich wollte sie nicht einfach sitzen lassen." Oh Mist. In diesem Moment fiel mir ein, dass ich ganz vergessen habe, mit Aki zu reden. "Was hat sie denn?" "Keine Ahnung, sie wollte es mir nicht sagen." "Aber ich dachte, sie w�re deine beste Freundin?" "Ja, schon...Ach, ich wei� ja auch nicht!" Sie zerrte mich in Richtung Kinokasse um den Film auszusuchen. Wir entschieden uns f�r "50 erste Dates". Ich habe nicht wirklich viel von dem Film mitgekriegt, ich war anderweitig besch�ftigt...Ich konnte meinen Blick nicht von ihr lassen. Ich verfluchte meine verdammte Sch�chternheit.

 

Hilja:

Er guckt mich die ganze Zeit an. Eigentlich hasse ich das. Der Junge soll doch mal was machen. Er sieht irgendwie unbeholfen aus, so als w�sste er nicht richtig, was er tun soll. Ich glaube, er wei�, was er tun will, aber nicht, ob er es darf... Trau dich! Irgendwie erinnert er mich jetzt an einen kleinen Schuljungen, der gerade merkt, dass es da noch was anderes gibt...S��! In diesem Moment frage ich mich, ob er wohl die Geschichte von den Bienchen und den Bl�mchen kennt... Bei dem Gedanken daran muss ich lachen. Versuche es zur�ck zu halten, doch es geht nicht. Hoffentlich f�hlt er sich nicht ausgelacht... Er schaut mich verwirrt und fragend an. "Was ist denn so lustig?" Daraufhin muss ich noch mehr lachen. Ich kann fast nicht mehr. "Nichts, ist schon gut." "Hey, komm schon, das ist gemein. Ich will auch lachen!" In dem Moment m�ssen dann wohl s�mtliche meiner Gehirnzellen versagt haben, ich kann es nicht mehr l�nger halten. "Kennst du die Geschichte mit den Bienchen und den Bl�mchen? Ich glaube nicht!" Schei�e, schei�e, schei�e! Habe ich das gerade wirklich gesagt? Ich suche das ber�hmte Loch im Boden, finde es nat�rlich nicht. Wenigstens nimmt er�s mit Humor, grinst. Ich wei� nicht wie es deuten soll.

 

Lauri:

Wow! Eigentlich sollte mich diese Fragen umhauen. Aber sie ist knallrot und ... einfach s��. Sie sch�mt sich total. "Wie kommst du darauf?" "Wei� nicht, ich bin manchmal ziemlich bl�d. Kann da auch nichts f�r."

Der Rest des Films verlief ohne weitere Vorf�lle. Nach dem Film waren wir noch etwas trinken. Ich kann kaum mit ihr reden, sehe nur ihre Sch�nheit. Dennoch wird es nicht peinlich. Obwohl ich bestimmt viel Mist geredet hab. Ich will sie, dass ist mir jetzt eindeutig klar. Wenn ich mich nur blo� mehr trauen w�rde...

Ich bringe sie noch nach Hause. Es ist 23:11 Uhr und sie muss morgen fr�h raus. Ich lade sie noch zu meiner Party �bermorgen ein. Ich bin mehr als gl�cklich, dass sie wirklich kommen will. Sie bringt Maija mit. Vielleicht erfahre ich ja auch bis dahin, was heute Mittag mit ihr los war.

 

Hilja:

Mh... Normalerweise w�rde ich jetzt ja gleich Maija alles erz�hlen, aber das w�re heute wohl schlecht. Ich lege mich in mein Bett und denke an Lauri. Er ist echt toll. Vor allem redet er trotz meiner Attacke noch mit mir. Ich musste grinsen bei dem Gedanken daran. Wie d�mlich! Und wenn ich Maija �bermorgen mit auf Lauris Party schleppe, wird sie vielleicht auch abgelenkt, von was auch immer... Vielleicht erz�hlt sie es mir ja auch bis dahin. In meinem Kopf geistert Lauri rum. Ich kann nicht einschlafen, w�re viel zu gerne bei ihm. Dann k�nnte ich mich jetzt an ihn kuscheln...

 

8.

2 Tage sp�ter:

Aki:

Das erste Sonnenlicht weckt mich. Elinas Haare kitzeln an meiner Nase. Vorsichtig streife ich sie weg. Ich versuche sie dabei nicht zu wecken. Es gelingt mir. Irgendwie ist es komisch. Ich versuche es noch zu verdr�ngen, aber... mir fehlt Maija. Ich sollte mit Elina dar�ber sprechen, aber das kann ich nicht. Ich wei� doch gar nicht, was Maija f�hlt, ich wei� ja nicht einmal mehr was ich f�hle. Ich denke die ganze Zeit an Maija. Elina tut mir leid. Das hat sie nicht verdient. Sie schl�ft seelenruhig in meinem Arm und ich sehne mich so sehr nach der Liebe einer anderen. Vielleicht m�sste einfach nur ein wenig Zeit vergehen. Ich w�rde Maija bestimmt bald vergessen haben. Ich wusste, dass es eine L�ge war. Ich war verzweifelt. Gut, dass es heut abend wieder �ne Party bei Lauri gibt, da komme ich bestimmt auf andere Gedanken.

 

Hilja:

Nicht schon wieder! Es ist unglaublich. Mein Kleiderschrank ist wirklich voll bis in die letzte Ecke und dennoch ist mal wieder nichts passendes drin. Ich bin genervt. Wenigstens hat sich Maija wieder beruhigt, obwohl sie immer noch niemandem gesagt hat, was los war. Eigentlich will sie nicht auf Lauris Party, das sp�re ich. Sie tut es mir zu liebe. Aber es wird ihr gut tun wieder unter Leute zu kommen. Ich ziehe meine dunkelblaue Jeans an und ein olivgr�nes Top. Auf dem Weg ins Bad kommt Maija mir entgegen. Sie hat vermutlich die �lteste Hose an, die sie gefunden hat. Neongelb! Maija h�tte da zwei mal reingepasst. Ausserdem hat sie einen grauen Schlabberpulli an! Entsetzlich! "Bist du sicher, dass du so mit kommen willst?" "Wieso? Hast du was dagegen?" Sie war gereizt. Aber das war sie sowieso die letzten Tage. "Ja, wenn ich ehrlich bin, schon!" antwortete ich ihr. Konnte sie sich denn nicht zusammenreisen? F�r mich? So blamiert sie mich doch voll vor Lauri. "Dann muss ich eben hier bleiben," entgegnet sie mir resignierend. Oh nein, so nicht! Ich schiebe sie vor mir her, in ihr Zimmer. Dort ziehe ich ihre wei�e Hose und ein hellblaues Top aus ihrem Schrank. Sie guckt zwar etwas widerwillig, zieht sich dann aber doch um. Gl�ck gehabt. Das w�re sonst voll peinlich geworden.

 

Maija:

Warum merkt sie nicht, dass ich da nicht hin will, ich will meine Ruhe haben. Und vor allem, will ich nicht sehen, wie gl�cklich sie ist. Ich bin gemein, dass wei� ich, kann aber nichts dagegen tun. Ich wei� nicht, wie es weitergehen soll. Ich habe so gehofft, dass Aki doch hier vorbeikommt, sich von Lauri die Adresse holt. Aber nichts! Hilja ist endlich fertig, wir k�nnen gehen. Ich f�hle mich total genervt von ihr. Sie ist so gut gelaunt, f�r meinen Geschmack viel zu gut gelaunt. Nach 20 Minuten sind wir bei Lauri. Ich kriege ein seltsames Gef�hl. Hilja greift in Richtung Klingel. In diesem Moment kommt mir ein schrecklicher Gedanke. Lauri und Aki waren doch gute Freunde! Was, wenn er hier war? Mir wird schlecht. Hilja klingelt. Vielleicht habe ich mich ja auch geirrt und... was wei� ich! Vielleicht wird ja alles gut, wenn er erst mal vor mir steht. Lauri �ffnet. Wir gehen rein. Er hat �ne sch�ne Wohnung, richtig gem�tlich. Lauri dr�ckt uns auch gleich zwei Gl�ser Sekt in die Hand. Er ist echt in Ordnung. Ich sollte es Hilja g�nnen. Ich trinke von meinem Sekt und als ich wieder hoch guckte, sah ich Aki! Es jagte mir einen Schauer �ber den R�cken, aber ich war froh. Froh ihn zu sehen, jetzt diese Chance zu kriegen, ihn nicht noch mal gehen zu lassen. Ich dr�cke Hilja mein Glas in die Hand und mache mich auf den Weg zu ihm. Am liebsten w�rde ich ihm einfach um den Hals fallen.

 

Aki:

Schei�e! Was macht Maija denn hier? Sie hat mich gesehen. Mir wird ganz mulmig. Elina steht neben mir. Ich sehe Maija direkt in die Augen, nur f�r einen kurzen Moment. Aber es reicht. Sie macht mich verr�ckt. Mir wird ganz hei�. Sie steuert direkt auf uns zu. Ich kriege Panik. Ich kann nicht, denke ich so. Bleib stehen! Sie bleibt nicht stehen. Sie kommt immer n�her. Ich bin wie gel�hmt, kann mich nicht bewegen. Ich brauche sie, jetzt! Ich darf nicht! Mein Kopf arbeitet auf Hochtouren. Ich kriege nicht mehr mit was um mich rum passiert, bin nur noch auf Maija fixiert. Ich habe Angst; Angst, dass ich ihr um den Hals falle. Ganz schwach dringt Elina wieder in meinen Kopf. Sie kann die Macht nicht �bernehmen. Maija ist zu stark. Sie ist fast da. Nur noch wenige Schritte. Sie schaut mir direkt in die Augen. Ich kann nicht mehr weg gucken. In diesem Moment sp�re ich, wie mich etwas weg reist. Ich will nicht weg! Ich sp�re etwas, es ist ein Kuss. Und... oh mein Gott... es ist Elina! Ich erwache aus meiner Trance, blicke direkt in Elinas Augen, sie l�chelt, ahnt also nichts. Maija! Hat sie�s gesehen? Ich bete, dass sie es nicht gesehen hatte. Langsam drehe ich mich wieder um, wollte zu Maija. Ich gucke und ...

 

9.

Maija:

Ich bleibe abrupt stehen. Ich traue meinen Augen nicht! "Was macht die Tussie da und wer ist sie?" denke ich laut, ohne zu merken, dass Lauri neben mir steht. "Die Tussi ist Elina und sie ist Akis Freundin!" er l�chelte mich an. Das musste ich erst mal verdauen. "Akis Freundin," wiederholte ich langsam. Lauri nickte. "Seit wann?" "Kann ich dir nicht genau sagen, ungef�hr 2 Jahre." 2 Jahre! Das war zuviel. Ich drehe mich um und renne. Ich wusste nicht wohin, Hauptsache weg. Warum? Warum passiert so was immer nur mir? Warum tut er mir das an, er hat mich nur ausgenutzt. Eigentlich sollte ich daran gew�hnt sein. Ich heule mal wieder. Endlich drau�en. Ich setzte mich auf den Rasen und musste erst mal eine rauchen. Ich dachte, Aki w�re was besonderes und kein so Durchschnittsarsch! Wo war Hilja? Ich brauchte sie jetzt. Sie kam nicht. Sie hat wahrscheinlich besseres zu tun, als sich um mich zu k�mmern. Tolle beste Freundin. Ich stand auf und ging nach Hause. Ich wollte auf gar keinen Fall wieder da rein. Ich konnte es nicht ertragen.

 

Lauri:

Hab ich mir das jetzt eingebildet oder... "Hey Hilja, komm mal her." Ich erz�hlte ihr die Story. "Ich glaube Maija hat sich in Aki verliebt." Hilja sah mich mit gro�en Augen an, sch�nen Augen. "Und Aki?" "... hat doch eine Freundin!" " Das ist ein Grund, aber kein Hindernis," entgegnete sie mir k�hl. "Lass ihr mal wenig Zeit um ihre Gedanken zu sortieren. Vielleicht solltest du sie morgen mal direkt drauf ansprechen."

 

Hilja:

Das w�rde einiges erkl�ren. Lauri hatte recht, ich werde morgen mit ihr reden. Lauri geht uns noch was zu trinken holen. Eiswodka! Ich liebe Eiswodka. Ich hatte wirklich Spa�, obwohl ich viel an die arme Maija dachte. Wenn Lauri recht hatte, war sie wirklich arm. Es war schon 4:19Uhr und es waren nur noch ich und Pauli da. Lauri will mit mir heim laufen. Echt nett von ihm, mich nicht allein durch die Dunkelheit rennen zu lassen. Pauli wohnt in der anderen Richtung. Aki war auch komisch drauf. Ob er gemerkt hat, was mit Maija ist?

Lauri zieht gerade seine Schuhe an um mich nach Hause zu bringen. Wir waren allein. Ich ging auf ihn zu. Er stand auf und erschrak wohl etwas, weil er nicht damit gerechnet h�tte, dass ich so nah bin. Er rennt mich fast um. Ich halte ihn fest. "Hey, nicht so st�rmisch," hauche ich ihm ins Ohr. Er hat die Augen geschlossen. Nur kurz. Aber mir zeigte es, dass ich ihn ganz genau dort hatte, wo ich ihn haben wollte. Ich sah ihm in die Augen und...

 

Lauri:

Ich glaube ich tr�ume. Sie k�sst mich! Ist es real? Es muss. Es f�hlt sich so gut an. Ich will nie wieder aufh�ren sie zu k�ssen. Doch sie l�st sich langsam von mir. Ich kann nicht anders, muss sie anbetteln. "Mach weiter! Nicht weg gehen. Das ist so sch�n." Mir kommt es schon fast wie ein winseln vor. Sie zieht mich an sich, schaut mir tief in die Augen. Ich glaube, ich sterbe. Vielleicht bin ich auch schon Tod und im Himmel... "Darf ich hier bleiben? Erstmal nur heute nacht und dann gerne auch l�nger?" fl�stert sie mir ins Ohr. Hat sie das wirklich gefragt? Nat�rlich darf sie das. Nein! Sie muss! Ich k�sse sie als Antwort.

 

10.

Aki:

Ich werde verr�ckt. Elina ist mit ihrer Schwester shoppen. Ich muss was unternehmen. Jetzt. Aber was? Ich muss sie sehen. Ich greife zum Telefon und w�hle Lauris Nummer. Er wird mich umbringen, es ist erst 09:42Uhr. Und nach dieser Party... Es klingelt ewig. Komm schon Lauri, ich wei�, dass du zu Hause bist. Geh ran! Und tats�chlich, er geht ran. Das ist nicht Lauri. Das ist ...keine Ahnung! Ich �berlege, ... es ist Hilja! Wieso hab ich sie jetzt am Telefon? Egal. Ist sogar gut so. Sie kann mir Maijas Handynummer geben. Macht sie auch. Gut so. Ich schreibe ihr �ne SMS. "Hallo Maija, ich bins, Aki! Muss dir unbedingt was zeigen, kann ich vorbei kommen?" Was viel d�mlicheres ist mir gerade nicht eingefallen. Ich schicke die SMS ab. Nerv�s laufe ich durchs Zimmer. Was sollte ich ihr eigentlich zeigen? Ich hatte eine Idee...

 

Maija:

Der hat vielleicht Nerven. Was will er mir denn zeigen? Naja, soll er halt mal kommen. Kann ja eh nicht anders. Es klingelt. Ich �ffne ihm die T�r und er kommt rein. Es ist seltsam. Ist seine Tussie nicht da? Scheinbar nicht! Was wird denn das jetzt? Ich sitze mich an den Tisch und er dr�ckt mir irgendwelche Bl�tter in die Hand. Es waren Songs. Songs, die Aki geschrieben hatte. Er meinte, ich solle sie lesen und ihm meine Meinung dazu sagen. "Warum legst du Wert auf meine Meinung." "Wei� nicht. Lauri ist immer so streng, deshalb soll sie zuerst jemand anderes lesen." Und warum kann das nicht deine Freundin machen, dachte ich mir. Ich verstand den Kerl nicht. Ich las die Texte, sie waren ganz ok. Ich h�rte, wie jemand die Haust�r aufsperrt. Es ist Hilja! Ich gucke auf die Uhr. Wo kommt sie denn jetzt her? Ich dachte, sie w�rde noch schlafen. Oh, sie hat Lauri im Schleptau. Sie gucken uns etwas seltsam an. Aki hat mir so weh getan, ich halte seine Gegenwart nicht l�nger aus. Ich dr�cke Lauri die Songtexte von Aki in die Hand. "Hier, das sind Akis neue Songs." Ich frage mich, wieso Lauri �berhaupt da ist. Aber im Moment habe ich andere Sorgen. Er liest die Texte. Er hat einen seltsamen Gesichtsausdruck. Er muss sich sogar hinsetzen. Ich habe zwar eigentlich keine Ahnung, aber so schlecht fand ich sie jetzt auch wieder nicht.

 

Lauri:

Seit wann schreibt Aki Songs? Hab ich was verpasst? Ich nehme die Bl�tter und beginne die ersten Zeilen zu lesen. Moment mal... Wieso kommt das mir so bekannt vor? Weil es meine Songs sind. Was macht Aki gerade da? Warum verkauft er meine Songs bei Maija als seine Songs? Ich muss mich setzen. Ich atme tief durch. Schaue Aki an. Er hat einen �ngstlichen, eingesch�chterten Blick drauf. Ich gebe ihm zu verstehen, dass ich nichts sagen werde. Was sollte das?

 

Maija:

Ich stehe auf. Seine Gegenwart wird mir jetzt echt zu viel. Er scheint meinen Blick gedeutet zu haben. Ich w�rde den gestrigen Tag so gerne aus meinem Ged�chtnis streichen. Aber es geht nicht. Er geht auch. Auf der einen Seite bin ich froh. Trotzdem k�nnte ich heulen. Ich liebe ihn! Da besteht absolut kein Zweifel mehr. Erst jetzt kann ich Lauri fragen, was er hier macht. Ich freue mich nat�rlich f�r Hilja. Und Lauri. Ich umarme beide. Wenigstens sie hat Gl�ck. Ich muss langsam wieder "normal" werden. Ich gehe in die K�che und mache Fr�hst�ck.

 

11.

Aki:

Das war die absolut bescheuertste Idee, die ich jemals hatte! Sie war kalt wie Eis. Das hat mir weh getan. Ich glaube, sie liebt mich auch. Nein, ich glaube es nicht! Ich wei� es! Wird sie mir verzeihen? Ich muss unbedingt mit ihr reden. Ich kann nicht anders. Ich muss es Elina sagen. Aber nicht jetzt! Erst mit Maija sprechen. Ich merke, wie mir eine Tr�ne �ber die Wange l�uft. Ich bin so bescheuert. Ich habe von anfang an gewusst, dass ich sie liebe und ich wusste, dass ich Elina verlassen werde. Musste ich Maija wirklich erst noch so weh tun? Ich hoffe, sie kann mir verzeihen.

 

Hilja:

Ich wei� nicht so recht, ob ich sie wirklich jetzt auf Aki ansprechen soll. Immerhin sitzt Lauri daneben. Da kann sie sicher nicht so mit mir reden, wie sie es sonst tun w�rde. Ich werde irgendwann sp�ter mit ihr reden. L�uft ja nicht weg.

Sie hat fr�hst�ck gemacht. Viel Hunger hab ich jedoch nicht. Erstens habe ich nicht sonderlich viel geschlafen und zweitens ist mein Bauch voll! Mit Schmetterlingen. Aber, wenn ich jetzt nichts esse, wirkt sich das bestimmt nicht positiv auf ihre Laune aus. Hoffentlich wird sie nicht b�se, wenn ich heute abend wieder zu Lauri gehe. Und nicht was mit ihr unternehme...

 

Abends:

Aki:

Ich schaffe es kaum, zwei Minuten irgendwo ruhig stehen oder sitzen zu bleiben. Ich bin so nerv�s. Und �ngstlich. Ich zerbreche mir den Kopf dar�ber, wie ich es Maija sagen k�nnte. Und dann ist da ja auch noch Elina. Ich muss es tun. Es gibt keinen Ausweg mehr. Pl�tzlich kriege ich doch wieder Zweifel. Was ist, wenn ich das alles ganz falsch gedeutet hatte, wenn sie mich gar nicht liebt?!?! Dann w�rde ich mich voll blamieren. Macht nichts! Viel schlimmer w�re es doch, Maija dadurch zu verlieren. Ich darf gar nicht daran denken. Ich muss handeln! Jetzt gleich!

 

Maija:

Toll, jetzt bin ich wieder allein. Obwohl ich nicht mehr weinen will, finde ich es im Moment sch�n, allein zu sein. Ich mag Hilja, aber im Moment ist sie einfach zuviel f�r mich. Ich schalte den Fernseher an. Es ist Dienstag; es l�uft nichts interessantes. Ich bleibe bei irgend so einem Programm h�ngen. Dort ist gerade Werbung. Ich �berlege, einfach eine DVD zu gucken. Ich setze mich auf den Boden vor die DVD�s, um einen Film auszusuchen. Es klingelt. Hat man hier denn echt nie seine Ruhe? Schrecklich. Genervt stehe ich auf und gehe zur T�r. Ich bemerke gerade noch beil�ufig, dass im Fernsehen die Teletubbies laufen. Egal. Ich �ffne die T�r. Es ist Aki. Der schon wieder! Was wollte er denn noch hier? Vielleicht machte es ihm ja Spa� mich so zu qu�len. Ich war �berrascht, wie kalt ich sein konnte. Ich lies ihn rein.

 

12.

Aki:

So, hier w�re ich schon mal. Jetzt muss ich es nur noch fertig bringen, mit ihr zu reden. Wir gehen ins Wohnzimmer. Ihr Anblick macht es mir fast nicht m�glich, auch nur einen einzigen halbwegs klaren Gedanken zu fassen. Ich wollte das Schweigen brechen, holte Luft und... Was ist das??? Teletubbies??? Ich glaube ich sehe gerade zeimlich geschockt aus. Guckt sie so was etwa? Ich kann sie nicht fragen, es gibt wichtigere Dinge. Ich versuche zuerst mal ein wenig "normal" mit ihr zu reden. Klappt auch soweit ganz gut. Scheint so, als w�re sie gar nicht sauer.

 

Maija:

Also echt! Versteh mal einer die M�nner. Aber warte nur, ich kann das Spiel auch spielen. Aber verarschen wirst du mich jedenfalls nicht. Ich war gespielt freundlich zu ihm. Er will einen Film mit mir zusammen gucken. Wenn es sich nicht vermeiden l�sst... Werden wir doch mal sehen, wer hier mit wem spielt! Wir gucken "Signs". Er sitzt neben mir auf der Couch. Oh wie schrecklich. Irgendwie hab ich das Gef�hl, dass er immer n�her kommt. Kann aber auch Einbildung sein. Muss es wohl. Ist es aber nicht. Er ist verdammt nah. Ich rutsche ein St�ck von ihm weg, weiter kann ich jetzt aber auch nicht mehr, ohne von der Couch zu fallen. Er legt seinen Arm um mich. Im ersten Moment bin ich froh dar�ber und lasse mich gegen ihn fallen. Was mache ich da? Oder besser gesagt, was macht er da? Oder wir? Ich kann nicht mehr denken. Es ist wieder wie am See. Er legt seine andere Hand auf mein Knie! Hilfe! Ich schnappe nach Luft. Doch es ist, als w�re kein Sauerstoff mehr da. Jedenfalls nicht soviel, wie ich jetzt br�uchte. Ich bin ihm wieder ganz nah. Er streift mit seiner Nase an meinem Ohr vorbei. Ich kriege G�nsehaut. Schei�e! Irgendwie hab ich alles vergessen, was davor war. Kann ihm absolut alles verzeihen in diesem Moment. Er schaut mir in die Augen, sein Gesicht ist ganz nah. So nah, dass ich seinem Atem in meinem Gesicht sp�ren kann. Vorsichtig ber�hren seine Lippen meine. Ich habe das Gef�hl an diesem Kuss zu vergl�hen. Pl�tzlich kommt wieder dieses unglaubliche Verlangen nach ihm in mir hoch. Ich ziehe ihn richtig zu mir und k�sse ihn st�rmisch. Innerlich habe ich Angst, dass er wieder einfach so geht.

 

Aki:

Was w�rde ich daf�r geben, um diesen Moment f�r immer halten zu k�nnen. Ich schaue ihr in die Augen; ich muss es ihr jetzt sagen. Sie liegt in meinem Arm. Ich suche ihr Ohr und fl�stere ihr bestimmt 10 mal "Ich liebe dich" hinein. Ich bin gl�cklich, dass sie meine Liebe erwidert. Wenn da nicht noch Elina w�re... es ist egal. Ich werde bei Maija bleiben. Wir kuscheln noch ein bisschen und k�ssen uns immer wieder. Ich kann nicht von ihr lassen. In dieser Nacht habe ich endlich mal wieder gut geschlafen ..., weil Maija da war,... weil sie die ganze Zeit bei mir war!

13.

Maija:

Endlich wachte ich wieder gl�cklich auf. Er war hier, die ganze Nacht. Und er hat gesagt, dass er mich liebt. Was ist mit seiner Freundin? Ich schiebe den Gedanken ganz weit weg. Im Moment will ich nur genie�en. Ich liebe in seinem Arm. Sch�n. Ich merke, dass auch er langsam wach wird. Er �ffnet seine Augen und sieht direkt in meine. Ich schmelze dahin. Er hat wundervolle Augen. Und er sieht so herrlich verschlafen aus. Er l�chelt und k�sst mich. Ich k�nnte den ganzen Tag im Bett bleiben, aber das geht leider nicht. Ich m�sste dringends mal wieder zur Uni. Ich gebe ihm noch einen Kuss und stehe langsam auf. Im Bad muss ich noch mal �ber die Ereignisse der letzten 24 Stunden nachdenken. Als ich fertig bin, ist auch Aki aufgestanden. Ich umarme ihn. Ich muss ihn jetzt nach seiner Freundin fragen und wie er sich das jetzt weiter vorstellt.

Er wird mit seiner Freundin Schluss machen! Ich falle ihm um den Hals und dr�cke ihn so fest ich nur kann. Dann muss ich auch schon los. Aber es ist nicht schlimm. Wir verabreden uns f�r den Abend.

 

Aki:

Ich bin auf dem Weg nach Hause. Eigentlich war es gar nicht mehr mein zu Hause. Mulmig sie mir schon bei dem Gedanken an Elina. Ich wei� nicht, wie ich ihr es beibringen soll. Schlie�lich hat sie ja noch keinen blassen Schimmer. Vielleicht ahnt sie ja doch was. Angeblich sollen Frauen f�r so was ja ein Gesp�r haben. Ich habe ihr erz�hlt, wir w�rden mit der Band proben. Wir haben im Proberaum extra Matratzen liegen, falls es sp�t wird und wir nicht mehr nach hause laufen wollen. Deshalb wird sich Elina nichts dabei denken, dass ich die ganze Nacht weg war.

Ich bin da. Ich bemerke den Klos in meinem Hals. Jetzt blo� keine Zweifel kriegen. Ich sperre die T�r auf. Sie ist nicht da, hat aber einen Zettel geschrieben, dass sie ein paar Lebensmittel kaufen ist.

 

Lauri:

Oh man, das war mir jetzt aber ganz sch�n peinlich. Da will ich unbedingt, dass Hilja �ber Nacht bei mir bleibt und dann hab ich nicht mal �ne Scheibe Brot f�r sie. Ich werde schnell zum B�cker laufen und Brot holen. Ich will ja nicht, dass sie verhungert. Beim B�cker treffe ich Elina. Ich muss ihr nat�rlich gleich mal von Hilja erz�hlen. Es wundert mich, dass Aki ihr noch nichts gesagt hat. "Ich hab sie echt genau zur rechten Zeit getroffen. Jetzt wo wir mit der Band 3 Wochen Verschnaufpause haben, habe ich ja richtig viel Zeit f�r sie." "Ja, eigentlich schon, aber die scheinst du ja nicht gerade sinnvoll zu nutzen." Es war nicht b�sartig gemeint, aber ich verstand nicht so ganz, was sie meinte. "Wieso? Wir h�ngen doch Tag und Nacht zusammen." "Du solltest die Zeit nur mit ihr verbringen und nicht n�chtelang proben, auch wenn sie da dabei ist." " Boah, wei�t du wie lange es her ist, dass wir zuletzt n�chtelang geprobt haben? Ewig jedenfalls." "Ach ja? Und was war gestern?" Ich wusste jetzt echt nicht, was sie von mir wollte. "Gestern waren wir Billard spielen. Au�erdem ist es meine Sache, wie oft ich sie sehe und was wir dann machen." Ich wurde langsam gereizt. "Und Aki? Was hat er denn gestern gemacht." Ich verstand echt nichts. "Hey, wieso wei�t du das nicht, er ist doch dein Freund, und nicht meiner. Aber er hat gesagt, er wolle zu Maija." "Wem?" "Maija, Hiljas beste Freundin." "Und was wollte er da?" "Hat er nicht... (in diesem Moment d�mmert es mir!) ...gesagt," antworte ich ihr etwas unsicher.

14.

Aki:

Sie kommt. Ich werde ihr jetzt noch nichts sagen. Erst mal die Lage peilen. "Hallo." Keine Antwort von ihr. Ich versuche es zu ignorieren, werde sie einfach mal ganz locker fragen was sie eingekauft hat. "Was hast du denn gekauft?" "Das ist egal! Wo warst du?" Sie h�rte sich seltsam an. Aus irgendwelchen unerkl�rlichen Gr�nden L�ge ich sie an. " Ja, tut mir leid, aber wir haben so lange geprobt und da...," sie unterbricht mich. "Mit Maija? Ich glaube, ich will gar nicht wissen, was ihr "geprobt" habt!" Das hatte gesessen. Woher kannte sie Maija? Und woher wusste sie, das da was lief? Ich konnte nicht mehr L�gen, ich wollte es ihr ja sowieso sagen. "Ich glaube auch, dass du das nicht wissen willst!" Ups, was war das denn? Das war jetzt aber direkt! Sie sieht ziemlich geschockt aus. Hoffentlich f�ngt sie jetzt nicht an zu heulen. Doch! Nat�rlich heult sie. Ich kann ihr nicht helfen, kann sie nicht mal mehr in den Arm nehmen. Aber jetzt bin ich frei; frei f�r Maija.

 

Hilja:

Lauri ist echt ein Schatz. War jetzt sogar extra Br�tchen f�r mich holen. Ich gebe ihm als Dank einen Kuss. Ich habe in der Zwischenzeit schon mal den Tisch gedeckt. Maija hat mir �ne SMS geschrieben und gefragt, ob wir vielleicht heute mal wieder zu Uni gehen. Aber da hatte ich echt besseres zu tun! Aber sie soll ruhig mal gehen. Vielleicht wird sie das ablenken. Von was auch immer ... von Aki. "Du sag mal, hast du heut schon was von Maija geh�rt?" fragt Lauri mich w�hrend dem Fr�hst�ck pl�tzlich. "Ja, sie hat mir vorhin �ne SMS geschrieben," antworte ich ihm trocken. "Und?" er wirkt pl�tzlich ganz aufgeregt (was ich �brigens sehr s�� fand). "Was und?" "Ja, was hat sie geschrieben? Erz�hl schon!" "Wieso interessiert es dich denn, was Maija schreibt? Muss ich eifers�chtig werden?" frage ich ihn gespielt b�se. "Quatsch, jetzt sag doch endlich mal." Er wirkte, als w�rde er gleich platzen vor Spannung, was ich nicht so ganz nachvollziehen konnte. "Ob wir heute zur Uni gehen," sage ich ihn dann endlich. "Mehr nicht?!?! Komm sag schon!" Die Sache wurde seltsam. "Nein, was soll sie denn noch erz�hlt haben?" "Irgendwas von Aki!" "Ach so! Nein, hat sie nicht. Sollte sie?" "Wei� ich nicht, aber ich w�rd�s gern wissen. Er war doch gestern abend noch bei ihr ... und die ganze Nacht nicht zu Hause!" Den letzten Teil des Satzes hat er so leise gesagt, dass ich es kaum verstanden habe. "Echt?" jetzt war ich auch �berrascht. "Woher wei�t du das denn?" "Ich habe Elina beim B�cker getroffen und sie hat das gesagt." Ich springe auf, renne zu seinem Handy bringe es ihm: "Los, mach schon, ruf ihn an!"

 

 

Maija:

Endlich mal wieder ein sch�ner Tag. Ich gehe gut gelaunt nach Hause, obwohl ich innerlich immer noch Angst davor habe, dass er alles gar nicht ernst meinst. Und dass er es einfach nicht packt, seine Beziehung zu beenden. Ich w�rde ihn gerne anrufen, aber das geht ja nicht. Es w�re eine mittlere Katastrophe, wenn ich dann Elina am Telefon h�tte. Also lasse ich es besser. Ich sehe ihn ja auch heute abend. Das ist noch so lang! Wir wollen Inline Skates laufen gehen. Hoffentlich kann ich das �berhaupt noch. Ich bin schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr gefahren.

Ich h�re den Anrufbeantworter ab. Wow! Geschlagene 7 neue Nachrichten. Ich h�re sie ab. Und stelle fest: Sie sind alle von Hilja! Mh ... eigentlich kein schlechtes Zeichen, wenn sich das jetzt sogar schon bis zur ihr rum gesprochen hat. Ich werde sie gleich mal zur�ck rufen. Sie k�nnte sich ja auch mal wieder hier sehen lassen.

15.

Aki:

Ich muss raus aus dieser Wohnung. Bei Elina kann ja wohl jedenfalls nicht bleiben. Wo soll ich hin? Und Maija...vielleicht geht ihr das zu schnell. Ich werde wohl erst mal zu Lauri gehen. Aber der hat jetzt mit Hilja bestimmt auch besseres zu tun, als obdachlose aufzunehmen. Was soll�s, ich habe ja eh keine Wahl. Meine Sachen werde ich in den n�chsten Tagen holen kommen. Ich werde wohl sowieso noch mal mit Elina reden m�ssen.

Ich bin bei Lauri und gl�cklicherweise kann ich vorerst hier bleiben. Er hat noch ein G�stezimmer. Als n�chstes muss ich jetzt doch zuerst Maija anrufen. Allein schon, um ihre sch�ne Stimme zu h�ren. Sie ist sichtlich erleichtert, dass Elina Bescheid wei�. Wir beschlie�en uns heute abend einfach bei ihr zu treffen. So richtig Lust auf Inline Skates haben wir beide nicht. Vielleicht k�nnen wir das ja demn�chst mal zusammen mit Lauri und Hilja nachholen.

 

 

Lauri:

Es war ein sch�ner Abend. Aki ist bei Maija und wird auch dort bleiben. Er hat mir vorhin eine SMS geschrieben. Ich denke, wir werden ihn hier auch nicht so oft sehen, obwohl er jetzt �bergangsweise hier wohnt. Hilja scheint schon zu schlafen, ich gehe noch schnell ins Bad und werde dann auch schlafen gehen. Ich bin wirklich froh, dass sie bei mir ist. Obwohl ich mir nat�rlich Gedanken mache, wie das mit uns weitergehen soll. Es sind nur noch zweieinhalb Wochen bis wir wieder auf Tour gehen. Dann werde ich sie verdammt lange nicht sehen k�nnen. Hoffentlich stehen wir das durch. Aber ich glaube daran, ich glaube an unsere Liebe. Ich drehe mich zu ihr um und nehme sie in den Arm. Sie dreht sich um. Scheinbar ist sie doch noch wach. Sie kuschelt sich an mich. Es ist sch�n jemanden wie sie zu haben. Ich ziehe sie noch n�her zu mir und vergrabe mein Gesicht in ihren sch�nen, langen Haaren. So schlafen wir ein.

 

Maija:

Langsam wird es hell. Die Sonne geht bald auf und wir hocken immer noch hier rum. Wir haben die ganze Nacht �ber kein Auge zugetan. Viel zu kostbar war die Zeit, die wir miteinander hatten. Wir haben viel gekuschelt und gek�sst. Es war �ne wundersch�ne Nacht, auch wenn ich jetzt ziemlich m�de bin. Vielleicht sollten wir doch mal schlafen. Ich will ihm gerade ein Zeichen geben, da sehe ich, dass er eingeschlafen ist. Na toll. Dann darf ich jetzt wohl auch auf unserer viel zu kleinen Couch schlafen. Ich will ihn auch nicht wachmachen. Er sieht so s�� aus. In diesem Moment wurde mir klar, dass es vollkommen egal war, ob wir nun in einem gro�en Bett schlafen oder unter einer Br�cke! Das Wichtigste war, dass wir zusammen waren.

16.

Aki:

Ich werde durch unglaubliche Schmerzen geweckt. Kein Wunder, so wie ich eingeschlafen war. Maija war noch wach. Ich wollte eigentlich auch nicht einschlafen. Ich versuche langsam aufzustehen und ziehe sie mit hoch. Ich habe das Gef�hl, als w�rde mein Kreuz jeden Moment durchbrechen. Ich f�hle mich wie ein uralter Mann. Ich bin wirklich froh, als wir endlich in Maijas bequemen Bett sind. Ich nehme sie in den Arm und dr�cke sie ganz fest an mich. Sie k�sst mich. Es dauert keine 5 Minuten bis sie eingeschlafen ist. Es wurde auch schon langsam hell. Kein Wunder, dass sie m�de war. Irgendwie drang pl�tzlich Elina in meinen Kopf. Hoffentlich geht es ihr gut. Sie tat mir schon leid. Ich war mal so gl�cklich mit ihr und jetzt tue ich ihr so weh... Es l�sst sich nicht mehr �ndern und ich m�chte es auch gar nicht �ndern. Ich merke, dass meine Augen zufallen.

 

Hilja:

In meinen Traum duftet es nach Kaffee und auch noch als ich aufgewacht bin. Es ist fast Mittag und Lauri ist nicht mehr hier. Er ist wohl in der K�che. Ich stehe auf und gehe in Richtung K�che. Auf halbem Weg kommt er mir entgegen. Er umarmt mich gleich und k�sst mich. Da ich mich noch im Halbschlaf befinde, kann ich gar nicht so schnell reagieren. Ich bin richtig verpeilt. Aber gl�cklich. Er hat Fr�hst�ck gemacht und wir fr�hst�cken zusammen. Allerdings komme ich nicht wirklich dazu etwas zu essen, weil wir uns st�ndig k�ssen. Ich genie�e es. Es ist echt Jahrzehnte her, dass ich so gl�cklich war, wie mit ihm. Wir beschlie�en sp�ter mal zu mir nach Hause zu gehen und zu gucken, wie�s bei Maija und Aki l�uft. Schlie�lich sind wir beide ja verdammt neugierig, wenn es um so etwas geht. Au�erdem ist Maija auch noch meine beste Freundin und ich muss doch wissen, wie es ihr so geht...

 

 

Maija:

Etwas schrilles dringt in mein Ohr. Ich schrecke hoch. Zuerst kann ich dieses schrecklich Ger�usch �berhaupt nicht zuordnen, obwohl ich wei�, dass ich es kenne. Ich muss mich zuerst mal orientieren. Es ist die Klingel. Aki guckt auch etwas verpennt. Auf der Uhr konnte ich dann erschreckenderweise erkennen, dass es bereits 14:28 Uhr war. Ich hatte das Gef�hl, es w�re gerade 7! Es klingelt wieder. Ich f�hle mich gar nicht in der Lage aufzustehen und den weiten Weg bis zur T�r zur�ck zu legen. Irgendwie schaffe ich mich dennoch aus dem Bett und schleppe mich zur T�r und �ffne sie. Es sind Lauri und Hilja. Sie hat vermutlich ihren Schl�ssel vergessen. Toll! Und deshalb m�ssen jetzt andere leiden. Ich wollte gerade wieder in mein Zimmer tappen, als Hilja mich festh�lt und in Richtung Wohnzimmer schiebt. Eigentlich will ich gar nicht da hin. Ich will zu Aki. Aber gegen Hilja habe ich ja eh keine Chance und wenn Lauri dabei ist erst recht nicht; also muss ich wohl mitgehen.

 

Hilja:

So, jetzt setzen wir uns erst mal hin und dann werden wir sie ausquetschen. Ich hole gerade Luft, als Aki in T�rrahmen auftaucht. Ich grinse ihn frech an. Lauri auch. Tja, sieht ja fast wie ein Happy End aus. Aki setzt sich neben Maija auf die Couch und nimmt sie in den Arm. Ich w�rde ja schon gerne fragen, was denn mit seiner Freundin ist. Aber ich traue mich nicht. Wer wei�, in welches Fettn�pfchen ich da trete. Fettn�pfchen sind n�mlich meine Spezialit�t. Maija und ich gehen erst mal Kaffee kochen. In der K�che sind wir n�mlich ungest�rt. Ich frage sie direkt nach Elina: "Was ist denn jetzt eigentlich mit Elina?" Ich schaue sie vorsichtig an. "Aki hat sich von ihr getrennt," antwortet sie mir nur. Aber ich will mehr wissen. "Das wei� ich. Schlie�lich wohnt Aki sozusagen bei Lauri." "Mh..." "Aber glaubst du denn, dass die Geschichte wirklich durch ist? Ich meine, die waren immerhin zwei Jahre zusammen." "Das kann ich dir nicht sagen. Ich hoffe es nat�rlich. Aber wir werden sehen. Abwarten und Tee trinken. Ich will da jetzt nicht dr�ber nachdenken, was alles noch passieren k�nnte..." Naja. Also eigentlich hat sie schon recht. Am Besten w�rde sie alles mal auf sie zukommen lassen. Obwohl ich das ja nicht k�nnte. Ich glaube, ich h�tte wahnsinnige Angst, dass er es sich wieder anders �berlegt. Man wei� ja nie. Da hatte ich mit Lauri echt Gl�ck gehabt. Wer wei�, wie sonst alles gekommen w�re. Wenn Lauri eine Freundin gehabt h�tte, h�tte er mich am See bestimmt gar nicht angesprochen. Und dann h�tte Aki auch niemals Maija kennen gelernt. Tja, Elina w�re wahrscheinlich gl�cklich gewesen, wenn es so gekommen w�re. Aber ich finde es so besser! Oh, unser Kaffee ist fertig.

18.

Aki:

Lauri und ich haben, w�hrend die M�dels Kaffee gekocht haben, beschlossen, sp�ter in die Stadt zu gehen und irgendwo �ne Pizza zu essen, da wir alle keine gro�e Lust hatten, gro�artig was zu kochen. Und die M�dels waren auch froh. Wenn wir mit der Band auf Tour sind, ern�hren wir uns oft wochenlang von so etwas.

Zuerst mal tranken wir alle eine Tasse Kaffee. Au�er Maija; sie hasst Kaffee. Lauri und Hilja waren ja echt ganz sch�n neugierig. Aber es machte mir nichts aus. Obwohl es schon ein seltsames Gef�hl war, wenn es um Elina ging. Aber im gro�en und ganzen erz�hlte ich ihnen die Geschichte mit Maija gerne. Wir erz�hlten ihnen wirklich alles, angefangen beim See. So ging der Nachmittag auch relativ schnell rum. Da Lauri und Hilja den ganzen Nachmittag hier geblieben waren, konnten wir uns gemeinsam auf dem Weg in die Stadt machen. Gegen 19:30Uhr gingen wir los. Mir tat immer noch alles weh. Die Nacht auf der Couch ist mir nicht sonderlich gut bekommen. Maija scheint�s da besser zu gehen. Aber sie hatte ja auch eine bequeme "Unterlage".

 

Hilja:

Es war wirklich sch�n, mal wieder einen ganzen Tag mit Maija zu verbringen. In den letzten Tagen habe ich sie nicht oft gesehen. Und wenn, dann war sie schlecht gelaunt. Aber heute war sie gut geklaunt, sehr gut sogar. So kannte ich sie auch. Sie war immer irgendwie etwas chaotisch und irgendwie hat mir das in den letzten Tagen richtig gefehlt. Manchmal empfand ich es auch als nervend, aber so ganz ohne war auch nicht toll. So ist es schon besser. Es scheint jetzt ja bergauf zu gehen. Falls Aki nicht doch Elina � R�ckf�llig wird. Nach dem Pizza essen, waren wir noch in Maijas und meine Stammkneipe einen Trinken. Aber ganz harmlos. Maija und ich wollten morgen zur Uni, da konnten wir uns jetzt nicht die Birne zuhauen. Was ich eigentlich sehr schade fand... Aber ich war die ganze Woche noch nicht in der Uni und so musste ich doch mal wieder gehen. Und da Lauri und Aki morgen mit der Band proben wollten, hat sich das gerade optimal angeboten. Wir sind auch relativ fr�h wieder bei Lauri zu Hause. Aki ist wieder bei Maija geblieben und ich denke mal, er wird auch vorl�ufig dort bleiben. Lauri schl�ft schon; ich komme gerade aus dem Bad. Aber so kann ich nicht schlafen, ich muss zuerst noch eine rauchen.

 

4 Tage sp�ter

Maija:

Ich bin nerv�s. Aki trifft sich heute mit Elina. Er hat noch einige Sachen bei ihr liegen, die er holen will. Und dann wollen sie sich aussprechen. Irgendwie habe ich Angst, obwohl ich ihm im Gro�en und Ganzen nat�rlich vertraue. Ich werde mich in der Zwischenzeit mit meiner Schwester Raisa in der Stadt treffen. Raisa ist zwei Jahre �lter als ich und fr�her war sie immer meine wichtigste Bezugsperson. Im Laufe der Jahre hat sich das etwas gelegt. Sie wohnt auch mittlerweile etwas ausserhalb von Helsinki, so dass ich sie nur noch selten sehe. H�chstens mal kurz an der Uni; sie studiert n�mlich auch. Heute wollen wir uns mal wieder in aller Ruhe treffen. So bin ich wenigstens etwas abgelenkt. Sie wei� auch noch gar nichts von Aki. Raisa hat momentan zwar etwas Stress in ihrer Beziehung, aber bei den beiden ist das fast schon normalzustand. Ihr Freund hei�t Mico. Die beiden k�nnen wohl nicht ohne einander leben, aber eben auch nicht miteinander. Vielleicht sind sie auch einfach schon zu lange zusammen; immerhin schon fast 6 Jahre und Raisa ist ja erst 23. Mico ist noch ein Jahr j�nger, gerade 22.

 

Aki:

Ich stehe vor Elinas T�r, habe den Schl�ssel in der Hand. Es f�llt mir wirklich schwer, aufzusperren und rein zu gehen. Ich habe Angst; vor Elina und vor allem, was eventuell passieren k�nnte. Aber es n�tzt nicht, ich muss rein. Ich stecke den Schl�ssel in das Schl�sselloch, atme noch mal tief durch und sperre dann auf. Vorsichtig gehe ich rein. Das Radio ist voll aufgedreht. Es l�uft "I don�t wanna know" von Mario Winans. Elina liebt diesen Song, das wei� ich.

Sie steht in der K�che und r�umt Geschirr weg, aber sie hat mich bemerkt. Wir sehen und in die Augen. Es waren vermutlich nur ein paar Sekunden, aber mir kommt es wie eine Ewigkeit vor.

"Ich habe deine Sachen schon zusammen ger�umt", sagt sie irgendwann und zeigt auf ein paar Kisten. Ihre Stimme klingt kalt, verletzt. Ich nicke nur stumm. Ich f�hle mich nicht f�hig irgendwas zu sagen. Ich setze mich an den Tisch in der K�che. Sie auch. Ich suche nach Worten, finde aber keine. Ich sehe, dass sie anf�ngt zu weinen. Bitte nicht, denke ich mir. Alles nur nicht weinen. Dann kann ich erst recht nichts mehr sagen. Aber es ist zu sp�t, ich sehe eine Tr�ne. Ich wei�, ich muss jetzt irgendwas sagen. "Nicht...ich...du...es..."Oh gott, ich kann das nicht!

 

Maija:

Raisa wartet schon auf mich. Aber sie ist es glaub ich schon gew�hnt. Ich bin n�mlich st�ndig zu sp�t dran. Wir fallen uns erst mal in die Arme. Wir m�ssen uns wirklich �fter sehen. Ich finde es wirklich sehr schade, dass wir uns nur so selten sehen. Wir gehen erst mal in eine Cafe und trinken dort zwei Erdbeershakes. Ich erz�hle ihr nat�rlich erst mal alles von Aki. Sie freut sich f�r mich, auch wenn es bei ihr nicht so toll ist. Aber vielleicht sieht es bei mir ja auch schon schlechter aus. Shclie�lich wei� ich ja nicht, was bei Aki und Elina gerade passiert. Es ist ein seltsames Gef�hl. Ich will ihm vertrauen, aber gewisse Zweifel kann ich nicht verleugnen. Ich kenne ihn ja auch noch nicht so lange, gerade mal 8 Tage. Aber es w�rde bestimmt gut gehen.

18.

Ca. 2 Wochen sp�ter:

Lauri:

Heute beginnt unsere Tour. Leider kann Hilja nicht mitkommen, weil sie einige Klausuren nachholen muss. In den letzten Tagen haben wir wirklich jede freie Minute miteinander verbracht und Hilja hat nicht gerade viel Zeit in ihr Studium inverstiert. Aber das konnte sie ja nun alles nachholen. Wenigstens bleibt Maija auch zu Hause. Vielleicht f�hlt sich Hilja dann nicht ganz so alleine. Ich schaue aus dem Fenster unseres Flugzeuges. Wir fliegen knapp �ber den Wolken. Die Sonne scheint. Es ist ein wunderbarer Ausblick. Noch sch�ner w�re es nat�rlich gewesen, wenn Hilja bei mir w�re. Ich w�nschte, wir w�ren schon wieder zu Hause. Aber das w�rde noch 7 Wochen dauern. 7 Wochen!!! In diesem Moment hatte ich das Gef�hl, diese Wochen werden nie vergehen. Ob sie mich auch so vermisst, wie ich sie?

 

Maija:

Endlich sehe ich Hilja mal wieder. Ich denke, sie wird in den n�chsten Wochen ohne Lauri doch wieder mehr Zeit f�r mich haben. Aber ich h�tte ja auch keine Zeit f�r sie gehabt. Nat�rlich ist es hart so alleine, ohne Aki. Hilja wird es da nicht anders gehen. Au�erdem wohnt Raisa vorr�bergehend bei uns. Sie hat sich mal wieder heftigst mit Mico gestritten. Aber so wie es aussieht, ist es diesmal endg�ltig. Schade eigentlich. Aber auf der anderen Seite ist es wohl besser so, wie sich dauernd gegenseitig die Sch�del einzuschlagen. Raisa geht es im Gro�en und Ganzen relativ gut.

 

Nochmal 9 Tagen sp�ter:

Hilja:

Weil heute wieder ein richtig sch�ner Tag war, beschlossen wir wieder an den See zu gehen. Ich ging mit ein paar Freunden hin. Maija ging nicht mit. Sie kannte die anderen auch nicht. Ich kannte sie selbst nicht so gut. Sie waren in meinem Kurs und schienen ganz okay zu sein.

Wir setzten uns auf die Wiese und ich dachte daran, wie das alles mit Lauri anfing. Es waren zwei schwierige Wochen ohne ihn. Ich hatte die Hoffnung, dass es Maija genauso geht. Aber ich habe das Gef�hl, das es ihr gar nichts ausmacht von Aki getrennt zu sein. Marko sa� neben mir und kramte in ihrer Tasche nach seinen Zigaretten. "Ich habe noch einen Rest schwarzen Afghanen", sagte er pl�tzlich und holte ein kleines, schwarzes D�schen hervor. "Direkt aus Amsterdam. Geht richtig gut ab, das Zeug. Habt ihr Lust?" "Klar" murmelte Janika "Bau mal � und weck mich, wenn das Ding fertig ist." Ich runzelte die Stirn, w�hrend ich Marko dabei zusah, wie er mit seinem Taschenmesser ein kleines dunkles Kl�mpchen Haschisch bearbeitete. Sorgf�ltig br�selte er die abgeschabten Haschischkr�melchen auf eine kleine, ausgew�hlte Portion Tabak und drehte daraus eine Haschischzigarette. Emmi griff nach dem Joint. Marko reichte ihn ihr und gab ihr Feuer. Emmi paffte, bis der Joint ordentlich aufglomm und zog dann genie�erisch daran. Ein s��licher Geruch breitete sich aus. "Nicht schlecht, das Zeug" sagte Emmi und reichte den Joint an Janika weiter. "Willst du auch?" fragte sie mich. "Nein," sagte ich. "Du kiffst nicht?" fragte Marko. "Nein," sagte ich wieder. "Schade f�r dich," sagte Marko. "Aber ist nat�rlich okay."

Ca. 20 Minuten sp�ter:

"Hey, nicht so traurig gucken," sagte Marko pl�tzlich zu mir. "Ich bin nicht traurig"sagte ich schnell. "Klar bist du traurig," korrigierte mich Marko. "Eine Frau wie du sollte nicht gtraurig sein, wenn es um die Liebe geht," sagte Marko "H�r nicht auf ihn, Hilja," murmelte Janika mit geschlossenen Augen. "Marko ist ziemlich durchgeknallt und wenn er stoned ist, wird es besonders deutlich..." "Du wei�t ja nicht wovon du sprichst," sagte Marko. "Ich sehe etwas g�ttliches in deinen Augen. Das ist kein Bl�dsinn, ehrlich! Ich mache laufend komische Erfahrungen. Und in deinen Augen sehe ich ohne Zweifel eine g�ttliche Kraft..." Und dann tat er es! Er k�sst mich.

 

21.

Aki:

Oh, wie ich das hasse. Unser Hotel hier in London ist ein wahrer "Volltreffer". Wir sind im 3. Stock und es gibt noch nicht mal einen Fahrstuhl. Nachdem wir unsere Zimmerschl�ssel abgeholt haben, rei�t Pauli die Treppenhaust�r auf und... Iiiiiiiiiiiihhhh!!! Was ein Gestank! Total vermodert. Tja, Augen zu und durch. Hilft ja nichts. So schnell es geht, rennen wir hoch, kommen in den Flur und merken, dass der Gestank eigentlich eher schlimmer als besser wird. Vorsichtig sperrt Lauri unser Zimmer auf. Wenigstens stinkt es im Zimmer nicht mehr. Beim Anblick des Zimmers bleibt mir jedoch fast der Atem stehen. Immerhin hatten wir EIN Bett! Allerdings nur eine Decke (die hatte schon s�mtliche Farben angenommen, die man sich nur irgendwie vorstellen konnte). Das Bett sah aus, wie aus dem zweiten Weltkrieg.

Wir k�mpfen uns erst mal durch die ganzen Spinnenweben. Das Fenster ist offen. Vermutlich damit es nicht stinkt. Allerdings ist unser Zimmer so um die 4 Meter hoch, was zur Folge hat, dass wir nicht an das Fenster ran kommen, um es eventuell zu schlie�en. In der Mitte des Zimmer befindet sich eine wirklich selten h�ssliche S�ule. Zu diesem Zeitpunkt sind wir uns der Bedeutung noch nicht bewusst.

 

Lauri:

Mutig gehe ich in Richtung Bad und �ffne die T�r. Die Farbe der Wand war nicht wirklich zu erkennen, irgendeine Mischung aus wei�, gelb, braun, und nat�rlich schimmlig. Die T�r ging nicht richtig zu. Aber das war nicht weiter schlimm. Da das Bad so klein war, konnte man, wenn man auf der Toilette sa�, die T�r sowieso nicht zu machen. Ich begann erst mal das Zimmer nach Kakerlaken abzusuchen. Gl�cklicherweise erfolglos. Da es schon so sp�t war, gingen wir gleich schlafen (Was uns schon einiges an �berwindung gekostet hat). Aber es lies sich ja weder �ndern noch vermeiden. Das Zimmer von Pauli und Eero war auch nicht besser.

Ich konnte allerdings nicht wirklich schlafen, es war hier echt abartig. Gl�cklicherweise waren es nur zwei N�chte. Obwohl ich es eigentlich vermeiden wollte, musste ich jetzt doch mal zur Toilette. Ich stand also auf und schlich mich an Aki vorbei. Er schien echt zu schlafen (was sich jedoch bald �ndern sollte). Ich beeilte mich extra, weil es wirklich eklig war. Ich dr�ckte die Toilettensp�lung und dann war es auch schon zu sp�t. Langsam realisierte ich, dass das Wasser nicht ablaufen wollte. Es kam immer n�her. Ich fing erst mal an wie bl�d zu schreien. Aki kam angerannt und sah die Katastrophe. Mittlerweile lief das Wasser deutlich �ber den Toilettenrand. Aki st�mte zur Toilette hin und haute erst mal wie wild auf der Sp�lung rum. Und es funktionierte. Das Wasser floss langsam ab. Was ein Gl�ck!

 

Hilja:

Ich war v�llig verwirrt. "Ich muss jetzt gehen," sagte ich irgendwann nach dem Kuss leise und stand auf. Keiner erwiderte etwas und keiner kam mir hinterher. Auch Marko nicht. Ich hoffte inst�ndig das Maija nicht zu Hause war. Aber sie war zu Hause. Ich wusste, ich w�rde ihr nichts erz�hlen. Wenigstens jetzt noch nicht. "Du guckst so merkw�rdig," sagte Maija pl�tzlich. "Ist etwas passiert?" "Nein, nichts." "Dann ist ja gut".

Am n�chsten Tag:

Heute abend findet bei Jukka eine Party statt. Mir kam das gerade recht, wo ich so allein war. Auch die Tatsache, dass Marko da sein w�rde, machte mir nichts aus.

Laute Musik dr�hnte durch Jukkas Garten. Der Geruch von Schwei� und Deos kam mir entgegen. Pl�tzlich hielt mir jemand von hinten die Augen zu. Ich dachte, es m�sste Jukka sein. Die H�nde glitten von meinen Augen, strichen f�r einen Augenblick �ber meinen Hals und meine Schultern und meine Arme entlang. Schnell machte ich einen Schritt zur Seite und drehte mich um. Es war Marko. Er l�chelte mich an und streichelte mit seinem Finger meine linke Wange, ganz kurz blo�. "Hallo Hilja", sagte er und ich mochte seine Stimme. "Tantz du?" Ich sch�ttelte den Kopf. "Warum nicht?" "Ich wei� nicht," sagte ich. "Ich habe Hunger." "Okay, essen wir was. Und dann tanzen wir. Ich will den Beat in deinem K�rper sehen." Darauf erwiderte ich nichts, aber ich folgte ihm. "Ich habe �brigens letzte Nacht von dir getr�umt", sagte er pl�tzlich. "Du hast mich gek�sst in diesem Traum," fuhr er fort. Ich wusste �berhaupt nicht, wie ich mich ihm gegen�ber verhalten sollte. "Wei�t du was?" fragte er mich. "Was?" " Eines Tages werden wir miteinander schlafen, das sp�re ich." Ich hielt den Atem an. Was redete er da?

22.

Aki:

Die letzte Nacht war �berstanden. Ein seltsames Ger�usch dringt in mein Bewusstsein. Ich �ffne die Augen und erkenne, dass es eindeutig aus der S�ule kommt. Es ist gerade mal 5 Uhr. Ich schaue zu Lauri und sehe, dass auch er wie gebannt die S�ule anstarrt. Das Ger�usch ist einfach unverkennbar. Bei der S�ule handelte es sich wohl um das Toilettenrohr des Hotels. Jedenfalls konnte man sehr genau nach voll ziehen, was sich gerade auf anderen Toiletten abspielte. Ich krabbelte aus meinem Bett. Lauri legt sich wieder hin, will noch etwas schlafen. Ich musste duschen gehen. Der n�chste Schock ist also schon vorprogrammiert. Aber es l�sst sich nicht vermeiden, so kann ich nicht mehr rum laufen. Todesmutig drehe ich das Wasser auf. Scheint okay zu sein. Nach einer gewissen Zeit f�hle ich mich relativ sicher. Ich begann also mit dem Duschen.

"Aki?" h�rte ich Lauri pl�tzlich rufen. "Was ist denn?" "Ich wollte dir nur mitteilen, dass dein Duschwasser aus der Wand kommt und du das halbe Zimmer unter Wasser gesetzt hast" sagte er ganz ruhig. Irgendwie musste ich jetzt einfach lachen. Ich trocknete mich schnell ab und ging mir das Ungl�ck angucken.

Hilja:

Ich wollte eigentlich aufstehen. "Du bist sehr energiegeladen," sprach Marko weiter "Das sp�re ich. Es ist nicht leicht f�r mich, einfach so neben dir zu sitzen ohne dich zu ber�hren." Er k�sst mich wieder. Etwas in mir war erschrocken und emp�rt. Ich machte einen Schritt r�ckw�rts. "Nein, nicht," sagte ich. "Okay, sorry," sagte Marko sofort und l�chelte entschuldigend.

Ein paar Stunden und einige Alkopops sp�ter:

"He, Hilja, ich glaube, du hast einen Schwips," sagte Sanna und setzte sich zu mir. "Aber du hast Gl�ck: Ich habe was dabei, das dich wieder fit macht." Sie griff in ihre Tasche und fischte ein kleines T�tchen heraus, in dem ein paar gr�nliche Pillen waren. Ich wusste nat�rlich gleich, was es war. Ein paar Augenblicke sp�ter dr�ckte sie mir ein Glas Wasser in die Hand und ich schluckte eine kleine, gr�ne Pille. Es war wunderbar. Die Musik wummerte mir in den Kopf und in die Seele. Ich f�hlte mich pl�tzlich von Kopf bis Fu� leicht und gl�cklich. Ich war nicht mehr m�de. Ich stand auf und zog Sanna hinter mir her zur Tanzfl�che. Es war genial. Irgendwann tanzte ich mit Marko. "Du bewegst dich wie eine G�ttin," rief Marko mir ins Ohr. Seine Rastalocken streichelten meine hei�e Stirn. Das f�hlte sich sch�n an und ich legte meine Arme um Markos Hals. Marko k�sste mein hei�es Gesicht. Seine Finger streichelten sanft meinen R�cken. In der Luft lag wieder dieser Geruch von Haschisch. Wenige Minuten sp�ter reichte jemand die Haschischzigarette an mich weiter. Vorsichtig setzte ich sie an meine Lippen. Ich nahm einen schnellen Zug. Obwohl ich immer gewusst habe, wie dumm so was ist, tat ich es in den folgenden Wochen immer wieder. Meistens waren es Ecstasypillen. Zumindest am Anfang. Ich vermisste Lauri so schrecklich und doch wusste ich, dass er nicht verstehen w�rde, was ich tat. Ich w�rde mich einfach bis er wieder da war, mit den Pillen �ber Wasser halten. Viel l�nger w�rde mein Geld daf�r eh nicht reichen.

5 Wochen sp�ter:

Lauri:

Ich musste nur noch irgendwie diesen einen Tag �berstehen. Morgen w�rden wir endlich nach hause fliegen. Dann w�rde ich endlich wieder bei Hilja sein. Sie hat mir in den letzten Wochen wirklich sehr gefehlt. Aber irgendwie habe ich auch ein komisches Gef�hl. Hilja war in den letzten Tagen teilweise sehr merkw�rdig am Telefon. Manchmal hatte ich echt das Gef�hl, sie zu nerven. Bestimmt hat sie mir auch manchmal gar nicht zugeh�rt. Maija sagt, ihr w�re das auch aufgefallen, aber Hilja meinte immer, es w�re alles okay. Und Maija ist ja immer hin ihre beste Freundin. Wenn da wirklich etwas w�re, h�tte sie es ihr doch erz�hlt. Ganz bestimmt.

 

23.

Lauri:

Unser Flugzeug landet. Nur noch wenige Meter trennen mich von Hilja. Irgendwie werde ich nerv�s. Maija und Hilja kommen uns zusammen abholen. Wir gehen durch die Kontrolle. Maija kommt auf uns zu. Allein. Wo ist Hilja? Maija f�llt Aki um den Hals. Ich stehe etwas verwirrt daneben. Ich schaue Maija nur an, und sie wei� wohl, was ich fragen will. "Tut mir leid, ich habe keine Ahnung, wo Hilja ist. Ich habe sie in den letzten Wochen so gut wie nicht gesehen." "War sie denn nicht zu Hause?" fragte ich sie. "Nein, h�chstens mal 2 Minuten um irgendwelche Sachen zu holen. Sie sagte, sie sei bei Freunden." "Hmm." Ich fand das wirklich seltsam. Hatte sie Streit mit Maija. Es machte eigentlich nicht so den Eindruck. Maija guckte eher ziemlich hilflos und verst�ndnislos. So als k�nnte sie es selbst nicht verstehen. Ich verstand es auch nicht.

Maija:

Lauri tut mir voll leid. Er sieht richtig entt�uscht aus. Ich habe gestern mit Hilja telefoniert, aber sie war total verdreht. Sie meinte nur, es w�rde ja reichen, wenn eine von uns die Jungs abholen f�hrt. Und als ich dann so gemeint habe, dass sie das dann ja machen k�nnte, meinte sie nur, sie wolle heute abend feiern gehen und habe dann keinen Bock morgen fr�h so fr�h aufzustehen. Ich sollte doch lieber fahren, mir w�rde ja sowieso mehr dran liegen. Ich habe sie dann gefragt, ob sie sich denn gar nicht freut Lauri wieder zu sehen und darauf meinte sie total kalt einfach nur nein. Zuerst wusste ich gar nicht, was ich dazu sagen sollte. Ich habe dann nat�rlich nachgebohrt, habe sie gefragt, ob sie sich sicher ist, dass wirklich alles bei ihr in Ordnung ist. Sie meinte es sei alles in Ordnung und das was nicht in Ordnung sei, w�rden Menschen wie ich sowieso nicht verkraften. Im ersten Moment konnte ich da gar nichts mehr dazu sagen. Nach einer Weile habe ich dann gefragt, wieso sie so seltsam ist, sie ist doch schlie�lich meine beste Freundin. Daraufhin meinte sie dann, sie w�re alt genug, um sich ihre Freunde selbst auszusuchen und sie h�tte nie behauptet, dass sie meine beste Freundin w�re oder so was �hnliches. Wenn ich das geglaubt h�tte, w�rde es ihr leid tun f�r mich. Und dann hat sie aufgelegt.

 

Hilja:

Ich bin total nerv�s. Lauri kommt heute und ich wei� nicht, wie ich mich ihm gegen�ber verhalten soll. Mittlerweile ist aus dem Ecstasy LSD geworden. Aber es hilft. Es ist ein unglaubliches Gef�hl, etwas was ich so nie hatte. So frei. Ich wollte mich zwar nur bis Lauri wieder da ist mit dem zeug �ber Wasser halten. Aber es ist einfach zu gut. Marko besorgt mir die Pillen immer. Ich hoffe nur, Lauri merkt nichts. Ich habe sie gut versteckt. Mit Maija will ich keinen Kontakt mehr. Wir haben unser halbes Leben miteinander verbracht. Sie kennt mich einfach zu gut; sie w�rde es direkt merken. Ich schaue auf die Uhr. Eigentlich m�ssten sie bald hier sein. Mir tut alles weh und ich bin total down. Und wenn Lauri das mitkriegt, wird er sich Sorgen machen. Also darf er es nicht merken. Ich muss gl�cklich wirken. Ich hole schnell noch ein Pille, bevor Lauri da ist. Es ist die letzte. Ich muss also sp�ter unbedingt noch zu Marko. Ich bin zwar pleite, aber vielleicht gibt er mir ja einen Vorschuss.

 

 

24.

Aki:

Endlich wieder zu Hause. Endlich wieder bei Maija. Als ich sie am Flughafen endlich wieder gesehen habe, wurde mir klar, dass sie mir noch viel mehr gefehlt hat, als ich gedacht habe. Es war einfach nur sch�n, sie zu sehen. Wir sind jetzt in Maijas Zimmer. Lauri haben wir mit hier her genommen, falls Hilja hier war. War sie nat�rlich nicht. Lauri unterhielt sich noch kurz mit Raisa, die immer noch bei Maija wohnt. Ich glaube auch nicht, dass sie so schnell wieder ausziehen wird. Wozu auch. Die Wohnung war ja mehr als gro� genug. Und Hilja war ja eh meistens nicht da. Und selbst dann h�tte es noch gereicht. Nach 10 Minuten ging Lauri dann aber auch zu Fu� zu sich nach Hause. Raisa ist noch schnell zu ihrer besten Freundin gefahren. Maija und ich machen es uns jetzt richtig sch�n gem�tlich auf der Couch und gucken einen Film. Maija hat sich an mich gekuschelt. Pl�tzlich sehe ich, wie ihr eine Tr�ne �bers Gesicht l�uft. "Hey, was ist denn?" frage ich sie vorsichtig. "Hilja," sagt sie nur. "Was ist mit ihr?" frage ich weiter. "Ich wei� es nicht. Aber sie ist so seltsam. Ich habe das Gef�hl, sie gar nicht mehr zu kennen.

 

Lauri:

Ich stehe vor meiner Wohnungst�r. Hoffentlich ist sie hier. Ich w�sste auch nicht, wo sie sonst sein k�nnte. Aber sie ist hier. Und kommt auch gleich angelaufen und f�llt mir um den Hals. In diesem Moment habe ich das Gef�hl, dass ich mir ganz umsonst Sorgen gemacht habe und das alles in Ordnung ist. Sie hat sogar was zu essen gemacht. Ich bin auch schon halb ausgehungert. Ich traue mich gar nicht, sie zu fragen, warum sie nicht am Flughafen war, aber nach dem Essen habe ich es dann doch getan. Sie meinte nur, sie h�tte viel zu tun gehabt. Irgendwie hat mich das schon entt�uscht. Aber jetzt waren wir ja endlich wieder zusammen und diesem Moment, war das das einzig wichtige. Leider musste sie sp�ter noch weg. Sie schrieb morgen eine Klausur und wollte mit einer Freundin lernen. Da kann ich mich nat�rlich nicht in den Weg stellen, obwohl ich es sehr gerne getan h�tte. Schweren Herzens lies ich sie gehen. Sie w�rde ja wieder kommen.

 

Hilja:

Ich hoffe, Lauri hat nichts gemerkt. Ich habe versucht so normal wie m�glich zu sein. Aber jetzt wird es wirklich h�chste Zeit, dass ich neue Pillen kriege. Ich hoffe nur, dass Marko auch zu Hause ist. Und, dass er mir was gibt, auch wenn ich�s nicht direkt bezahlen kann. Ich klingele. Er ist da. Mir f�llt ein Stein vom Herzen. "Hey, Hilja! Sch�n dich zu sehen. Komm rein." Ich betrete seine Wohnung. "Setz dich doch!" Ich setzte mich also auf die gro�e Couch. Marko hatte nur eine sehr kleine Wohnung. Aber f�r ihn reichte sie. Er setzte sich auf sein Bett, das direkt gegen�ber der Couch stand. "Du willst bestimmt was zum abschalten," sagte er weiter und l�chelte mich an. Ich nickte. "Es gibt da aber ein Problem. Ich habe kein Geld mehr." Ich versuchte zu l�cheln. Er l�chelte auch, kramte dann in seiner Tasche und hielt mir ein P�ckchen mit ungef�hr 10 Pillen hin. Dankend sah ich ihn an. Ich stand auf und griff nach dem P�ckchen. Aber er zog es pl�tzlich weg, so dass ich auf sein Bett fiel. Blitzschnell lag er auf mir. Was wird das denn?

 

 

25.

Hilja:

Er begann mich zu k�ssen. Ich wollte das nicht. Schlie�lich war ich mit Lauri zusammen und das wollte ich eigentlich auch bleiben. Ich versuchte ihn irgendwie wieder von mir weg zu dr�cken. Was mir auch gelang. Er sah mich nur an und sagte dann: "Tja. Hilja, ich kann dir diese Pillen nicht einfach so geben. Wenn du kein Geld hast, will ich halt was anderes von dir. Du hast die Wahl. Ich wei� allerdings nicht, was dein Freund davon halten w�rde, wenn er erf�hrt, dass du diese Pillen nimmst." Ich schaute ihn entsetzt an. Ich brauchte diesen Pillen. Ich hatte nicht wirklich eine Wahl. Das wusste ich so gut, wie er es wahrscheinlich auch wusste. Und Lauri durfte das nicht erfahren. Niemals! Wenn ich morgen fr�h aufwachen w�rde und total fertig bin, wird Lauri stutzig. Er k�nnte es also auch merken, wenn Marko nichts sagen w�rde. Ich �berlegte hin und her. Ich liebte Lauri und wollte ihn auf keinen Fall verlieren. Aber wenn er rauskriegt, dass ich LSD nehme, werde ich ihn verlieren und das darf nicht passieren. Aber auf der anderen Seite werde ich ihn wahrscheinlich auch verlieren, wenn er erf�hrt, dass ich mit Marko geschlafen hatte. Aber das Risiko, dass er das rausfindet war wesentlich geringer. Also tat ich es. Ich schlief mit Marko.

 

 

Maija:

Ich bin wirklich froh, dass die letzten Wochen vorbei waren. Ich habe Aki alles �ber Hilja erz�hlt und auch er findet ihr Verhalten seltsam. Ich verstehe sie nicht mehr. Fr�her waren wir Tag und Nacht zusammen. Sie fehlt mir. Obwohl sie so gemein zu mir war. Sie hat sich auch seitdem nicht mehr bei mir gemeldet. Vielleicht hat sie auch Angst. Aki hat vorhin noch mit Lauri telefoniert und gesagt, dass sie sich ihm gegen�ber scheinbar relativ normal verh�lt. Ich wei� wirklich nicht, was ich ihr getan hatte. Vielleicht beruhigt sie sich auch einfach wieder. Ich w�rde die Zeit jetzt viel lieber mit Aki zusammen genie�en, aber ich kriege Hilja einfach nicht aus meinem Kopf.

Ich werde von der Klingel aus meinen Gedanken gerissen. Ich lief zur T�r und �ffnete. Zu meiner �berraschung war es Nea. Nea war am See auch dabei, als wir Lauri und Aki zum ersten Mal getroffen hatten. "Hallo," sagte sie. "Darf ich reinkommen?" "Ja, nat�rlich." Ich war etwas �berrascht. Es war doch schon sehr sp�t. Was wollte sie denn um diese Uhrzeit noch hier. Wir setzten uns auf die Couch. "Was f�hrt dich zu mir?" begann ich sie zu fragen. "Hm...sag mal... ist mit Hilja alles okay?" Wie kam sie denn jetzt darauf? Ich z�gerte etwas. "Ich ... wei� nicht. Wieso?" "Naja, kann ja sein, dass es ganz unbedeutend ist, aber ich hab sie eben zuf�llig gesehen. Sie stand bei Marko in der Haust�r zusammen mit ihm." Hatte Aki nicht gesagt, Lauri h�tte gesagt, sie wolle zu einer Freundin lernen...? "�h ... wer ist Marko?" "Oh entschuldige. Ich dachte du kennst den." " Nein." " Er war fr�her auf meiner Schule, eine Klasse h�her als ich. Mit 16 ist er von der Schule geflogen. Er wurde von einem Lehrer beim dealen erwischt." Ich glaubte zuerst mich verh�rt zu haben. Sie sprach weiter: "Und ich wei�, dass das l�ngst nicht alles ist, was Marko macht. Und ich fand es unberuhigend Hilja dort zu sehen." Nea und Hilja konnten sich nie so besonders gut leiden. Und wenn Nea sich um Hilja Sorgen macht, muss es ernst sein. Ich begann ihr alles zu erz�hlen was ich wusste. Und Nea erz�hlte mir auch alles was sie �ber diesen Marko wusste. Der war ja echt skrupellos.

Ich musste ihr irgendwie helfen. Aber wie? Sollte ich es Lauri sagen? Nein. Ich wusste ja gar nicht, ob an der Sache �berhaupt was dran war. Au�erdem hatte ich auch eine ganze Menge Angst davor. Ich erz�hlte erst mal keinem etwas davon.

 

Ungef�hr 2 Monate sp�ter:

Lauri:

Wir sitzen beim essen. Ich denke nach. Hilja verh�lt sich seltsam. Sie will keinen Kontakt mit Maija und �berhaupt am Besten mit niemandem reden.

Mir fiel auf, dass sie Seit ein paar Tagen nur noch mit Pullover rum lief, obwohl es in der Wohnung wirklich warm genug war um ein einfaches T-Shirt anzuziehen. Als ich sie darauf angesprochen habe, meinte sie, sie wolle sich halt nicht erk�lten. Dennoch hatte ich das Gef�hl, dass sie dicht macht, wenn ich mit ihr reden will. Ich komme irgendwie nicht mehr richtig an sie ran. Das macht mich traurig. Irgendetwas musste passiert sein. Etwas, dass sie mir nicht sagen konnte, oder wollte. Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als Hilja nach dem Ketchup griff. Ihr �rmel vom Pullover rutschte dabei etwas hoch. Ich sah ihren Arm und erschrak. Ihr Arm hatte alle vorstellbaren Farben. Sie sah, dass ich es sah, und lies erschrocken den Ketchup fallen.

 

 

26.

Hilja:

Die letzten Wochen waren echt der pure Horror. Ich habe so ungef�hr alle 2 bis 3 Tage mit Marko geschlafen, um Pillen zu kommen. Ich wollte es nicht. Seit ein paar Tagen reichten mir diese Pillen aber nicht mehr. Ich begann Heroin zu spritzen. Da man es meinem Arm mittlerweile ansah, zog ich nur noch Pullis an, wenn Lauri in der N�he war, obwohl es manchmal echt verdammt hei� war. Ich musste mir auch immer irgendwelche Ausreden einfallen lassen, wenn er mit mir schlafen wollte. Lange w�rde das vermutlich nicht mehr gut gehen. Ich hatte Angst. Angst vor Lauris Reaktion. Lauri war alles was ich noch hatte. Maija fehlte mir. Aber ich konnte nicht einfach so zu ihr gehen. Wenn ich Lauri verlieren w�rde, h�tten ich nur noch meine Angst vor Marko. Denn auch vor ihm hatte ich mittlerweile nur noch Angst. In Gedanken versunken greife ich nach dem Ketchup.

 

Aki:

In den letzten Wochen hat sich eine ganze Menge ver�ndert. Hilja will scheinbar wirklich nichts mit Maija oder mir zu tun haben. Es versteht keiner so richtig, was mit ihr los ist. Auch Lauri hat die Ver�nderung bemerkt.

Zwischen Maija und mir l�uft nach wie vor alles super. Ich habe sie vor zwei Wochen gefragt, ob sie mich heiraten will und sie hat ja gesagt. Wir sind zwar erst seit einem halben Jahr zusammen, aber ich wei� einfach, dass sie die richtige ist.

 

Maija:

Ich habe mich in der Zwischenzeit richtig mit Nea angefreundet. Sie wird auch meine Trauzeugin sein. Dazu habe ich sie gleich "verdonnert". Nea, Raisa und ich sind heute in der Stadt unterwegs um ein Brautkleid zu kaufen. Wir haben richtig viel Spa� zusammen. Sonst hatte ich nur mit Hilja so viel Spa�. Aber Hilja hat da ja scheinbar keinen Bock mehr drauf. Nea hat in der Zwischenzeit genau rausgefunden, was Marko mit ihr macht. Und es hat mich wirklich schockiert. Ich konnte ihr nicht helfen. Sie wollte sich ja auch nicht helfen lassen.

Ich glaube ich habe Nea und Raisa heute an den Rand eines Nervenzusammenbruchs gebracht. Ich bin halt sehr w�hlerisch. Aber zu guterletzt hatte ich dann nach etwa 5 Stunden was passendes gefunden. Es war wei�, oben sehr eng, wurde dann aber nach unten weiter. Ganz unten war es dann richtig schon weit. Und oben waren noch rote Rosen dran. Als ich zu Hause war, beschloss ich endlich was zu tun, was ich vermutlich schon l�ngst h�tte tun sollen. Ich hatte nie den Mut dazu. Aber nun nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und griff zum Telefon.

 

 

27.

Lauri:

Ich rang nach Luft. Ich konnte nicht glauben, was ich gerade gesehen hatte. Was hatte sie getan? Ich sah sie erst mal nur fassungslos an, versuchte dann irgendwelche Worte zu sagen. Aber dazu kam es nicht mehr. Das Telefon klingelte. Es war Maija. Sie sagte, sie m�sse ganz dringend mit mir reden. Ich versuchte sie irgendwie auf einen sp�teren Zeitpunkt zu vertr�sten. Sie bestand darauf, dass es direkt sein m�sste. Eigentlich w�re es mir in dem Moment egal gewesen, denn Hilja war f�r mich jetzt erst mal ganz klar wichtiger. Pl�tzlich sprang sie jedoch auf und rannte ohne irgendwas zu sagen oder mich auch nur anzusehen an mir vorbei und raus aus der Wohnung. Sie donnerte die T�r hinter sich zu. Ich war wie gel�hmt. Ich musste ihr nach. Ich lies sofort den H�rer fallen und rannte nach drau�en. Aber ich sah sie nicht. Ich hatte Angst, h�llische Angst um sie. Sie war weg. Ich machte mich auf den Weg zu Maija. Vielleicht ist sie ja wieder da, wenn ich wieder komme.

 

Maija:

Jetzt werde ich Lauri und Aki alles erz�hlen, was ich wei�. Hoffentlich wird Lauri nicht b�se, weil ich es schon so lange wei�. Wir setzen uns auf die Couch. Ich bitte Aki darum, Lauri in die Mitte zu lassen. Ich begann sehr vorsichtig und langsam mit allem was ich wusste. Lauris Blick war total starr und ausdruckslos. Wenn ich es nicht gewusst h�tte, h�tte man echt meinen k�nnen, er sei Tod. Aber nach wenigen Sekunden sehe ich eine Tr�ne �ber seine Wangen laufen. Auch Aki guckt schockiert. Ich nehme vorsichtig Lauris Hand. Und jetzt f�ngt er an, richtig zu weinen. Nach einiger Zeit erz�hlt er uns dann, was er heute erlebt hat. Das sie Drogen nimmt, hat er sich wohl schon gedacht. Aber von der Sache mit Marko hatte er keine Ahnung. Bis jetzt. Wir beschlie�en jetzt alle zusammen zu ihm nach Hause zu gehen und zu gucken, ob sie wenigstens wieder da ist.

Sie ist nicht da. Da wir aber auch nicht l�nger warten wollen, werden wir sie suchen gehen.

 

Hilja:

Es regnet. Ich laufe schon seit Stunden ziellos durch die Stadt. Ich wei� nicht wo ich hin soll. Zu Lauri kann ich nicht. Er w�rde eine Erkl�rung haben wollen. Was sollte ich blo� tun. Genau vor dieser Situation hatte ich immer die meiste Angst gehabt. Und jetzt war es wohl soweit. Ich hatte Lauri verloren. Alles was ich noch hatte. Ich war ganz allein; allein mit meiner Angst. Angst vor Marko und allem was kommen w�rde. Ich heulte. Den ganze Tag schon. Freunde hatte ich keine mehr. Ich wusste, dass nur einen Ort gab, wo ich hinkonnte. Marko. Auch wenn ich da nicht hinwollte. Es wurde dunkel und ich hatte kaum noch kraft.

 

 

28.

Aki:

Wir haben uns getrennt auf der Suche nach Hilja, weil dadurch die Chance sie zu finden stieg: Au�erdem halfen uns noch mehr Leute sie zu suchen: Eero und Pauli nat�rlich, Raisa, Nea und noch eine Menge anderer Freunde. Ich war innerlich echt froh, dass so etwas nicht Maija passiert ist.

Pl�tzlich sehe ich sie! Sie l�uft direkt vor mir. Ich beginne schneller zu gehen. Als ich in ihrer N�he bin, rufe ich nach ihr. Obwohl ich es nicht mal erwartet h�tte, bleibt sie stehen. Es ist richtig unheimlich hier. Wir sind in einer kleinen Nebenstra�e und es ist weit und breit au�er uns keine Menschenseele zu sehen. Wir stehen uns jetzt direkt gegen�ber. Ich habe sie eine Ewigkeit nicht mehr gesehen. Sie sieht schlecht aus. Total fertig. Ich versuche sie davon zu �berzeugen, dass sie mit nach Hause kommen soll. Sie sch�ttelt energisch den Kopf. Wo will sie denn sonst hin? Ich versuche weiter sie zu �berzeugen, als pl�tzlich jemand nach meinem Arm greift. Ich drehe mich um und hinter mir steht ein Kerl mit Rastalocken. Von Nea wusste ich dass dieser Marko Rastalocken hat, deshalb war ich mir auch ziemlich sicher, dass er es war. "Was machst du hier," fragte er mich und allein bei seinem Tonfall bekam ich schon irgendwie Angst. Aber die musste ich jetzt �berwinden, schlie�lich musste ich Hilja da raus holen. "Was hast du mit Hilja gemacht?" frage ich ihn, allerdings etwas eingesch�chtert.

"Willst du ihr helfen?" fragte er schon fast sp�ttisch. " Ja!" sagte ich nur. Er fing an richtig dreckig zu lachen. "Das tut mir jetzt aber wirklich leid," sprach er nach einiger Zeit weiter. Seine Augen hatten was wahnsinniges. "Du kannst ihr nicht helfen. Wenn du ihr hilfst, w�rdet ihr mich verraten und dann k�me ich in den Knast. Und wei�t du, das will ich eigentlich nicht so." Ich wurde seltsamerweise etwas sicherer: "Das h�ttest du dir mal etwas fr�her �berlegen sollen." Mittlerweile stand er direkt vor mir. Hilja stand mit etwas Abstand dahinter. Ich hatte mittlerweile das Gef�hl, dass sie mitgehen wird. Ich w�rde mich jetzt einfach an dem Kerl vorbeischaffen, sie am Arm mitzerren und so schnell wie m�glich weg von hier. Ich machte einen Schritt auf ihn zu und sagte zu ihm: "Ich werde jetzt gehen und sie mitnehmen." Ich l�chele ihn noch sp�ttisch an. Ich hatte zwar keine Ahnung woher dieser pl�tzliche Anfall von Mut kam, war aber eigentlich auch egal. Ich ging noch einen schnellen Schritt auf ihn zu, da h�rte ich einen lauten Knall. Ein stechender Schmerz durchfuhr mich. Ich konnte nicht zuordnen wo. Ich bekam kaum Luft. Ich sah Hiljas entsetztes Gesicht, aber es war ganz weit weg. Alles war pl�tzlich ganz weit weg. Ich sah noch, dass Marko eine Pistole in seiner Hand hielt. Dann sah ich Maija. Ihre himmelblauen Augen, die immer so sch�n gestrahlt haben. Ich sehe ihr l�cheln, h�re sie sogar lachen. Ich merke, dass meine Beine mich nicht mehr halten. Ich falle... Dann wurde es dunkel.

Lauri:
Ich war verzweifelt. Wie konnte es nur soweit kommen; wie konnte es vor allem soweit kommen, ohne dass ich etwas gemerkt habe. Hatte ich wirklich nichts gemerkt? Vielleicht hatte ich es ja doch gemerkt und wollte es einfach nicht wahrhaben. Es war egal; spielte absolut keine Rolle mehr. Dennoch besch�ftigt es mich. Ich musste sie jetzt finden. Obwohl ich schon fast nicht mehr wusste, wo ich noch suchen sollte. Ich hatte auch etwas die Orientierung verloren. Hier war ich noch nie in meinem Leben zuvor. Es war auch keine besonders vertrauenserweckende Gegend hier. Pl�tzlich sehe ich etwas. Da liegt jemand. Vorsichtig gehe ich n�her. Bis ich erkenne, dass es Aki ist. Ich kriege erst mal einen Schock und renne dann schnell zu ihm. Da ist soviel Blut. Ich rief �ber ihn, doch es passierte erst mal nichts. Ich heulte schon Rotz und Wasser. Ich nahm seinen Arm und suchte den Puls. "Komm schon, komm schon, du musst hier irgendwo sein. Tu mir das nicht an," sagte ich immer wieder vor mich hin. Ich fand ihn nicht. Er hatte keinen. Er war Tod. Als ich das realisierte, lies ich mich erst mal neben ihn auf die Stra�e fallen. Ich heulte mittlerweile so viel, dass ich kaum noch Luft bekam. Was war hier passiert? Pl�tzlich bekam ich Angst. Es k�nnte ja sein, dass der, der das war, noch hier ist. Schnell stand ich auf. Ich w�rde erst mal wieder gucken, dass ich an eine richtige Stra�e komme und dann die Polizei rufen. Aber erstmal weg von hier. Ich rannte so schnell ich konnte. Ich konnte kaum was sehen, weil meine Augen total verweint waren. Pl�tzlich stolperte ich �ber etwas. Ich blieb kurz stehen um zu sehen, was es war. Ich konnte es nicht richtig erkennen. Wollte es wohl auch nicht erkennen. Es war Hilja. Auch sie war tot. Ich konnte nicht mehr. Ich f�hlte mich am Ende meiner Kr�fte. Reflexm��ig begann ich einfach wieder zu laufen.

 

 

29.

Ca. 4 Jahre sp�ter

Maija:

Es war ein b�ser Schock damals f�r mich. Ich war lange Zeit nicht f�hig �berhaupt normal zu leben ohne Aki. Die Polizei hat seinen M�rder nie gefunden. Alle vermuten, dass es Marko war, aber Beweise gibt es keine. Ich glaube nicht, dass es Marko war � ich wei� es! Nach Akis Beerdigung wollte ich auch nicht mehr leben. Ich habe versucht mich umzubringen; dachte, dass ich dann wieder bei ihm sein k�nnte. Lauri hat mich davon abgehalten. Auch f�r ihn war es nicht leicht. Mittlerweile sind Lauri und ich zusammen, sogar verheiratet. Wir haben zwei kleine Kinder; Zwillinge; Leni und Kira. Und dennoch liebe ich Lauri nicht so wie ich Aki geliebt habe. Das wei� er aber auch. Und ihm geht es auch genauso. Hilja wird immer die Liebe seines Lebens bleiben. Aber wir wissen auch, dass wir uns gegenseitig brauchen. Wir haben doch sonst niemanden mehr. Die Menschen um uns herum denken alle, es sei alles in Ordnung. Nur wir wissen, dass es das nicht ist und auch niemals sein wird. Unsere Beziehung ist etwas seltsam. Ich will nicht sagen, dass ich ihn nicht liebe. Denn das w�re eine L�ge. Ich liebe ihn.

 

 

Ende

 

 

 

 

 

 

 

 

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