World of Magic

(Spruch des Verderbens - Schlimmer geht�s immer!)

by Kezza, Mareike und Marlene!


Hallo, darf Plappermaul Mareike noch was sagen? Dann Plappermaul Mareike darf nix sagen *g* Befehl von Oberplappermaul Kezza ;-) Guck nicht so, schon gut, schon gut, schie� los. Wollte euch nur sagen, dass ihr euch wirklich gl�cklich sch�tzen k�nnt!!!
1. Ihr habt Zeit, das hier zu lesen. Warum nicht alle Leute so viel Zeit haben, werdet ihr verstehen, wenn ihr euch Zeit nehmt und lest!!!
2. Ihr k�nnt das hier lesen, ohne das es euer Leben ver�ndern wird. Warum nicht alle Leute einfach alles lesen k�nnen, ohne das es ihr Leben ver�ndert, erfahrt ihhr, wenn ihr einfach lest.
3. Und weil aller guten Dinge 3 sind, w�nschen wir euch jetzt einfach viel Spass beim Lesen! Ganz genau, viel Spa� *lol* Macht euch bereit f�r eine Achterbahn durch das ziemlich verr�ckte Leben des ziemlich verr�ckten Bryan und des ziemlich verr�ckten Nicky.


Am Morgen hatte es angefangen zu regnen. Schwere Regentropfen kamen vom Himmel und prasselten laut auf das Hausdach in Dublin, unter dessen Giebel man ein lautes Poltern vernehmen konnte.
"Wei�t du was?" Nicky hievte einen schweren Karton zur Seite und st�hnte. "Das hier ist kein Dachboden, das ist eine Rumpelkammer!"
Er warf einen vorwurfsvollen Blick zu Bryan. Der zuckte nur mit den Schultern. "Kann ich da jetzt was f�r?" fragte er unschuldig und schmiss einen Haufen Papier auf einen Stapel voll Ger�mpel, worauf sich eine dicke Staubwolke ausbreitete.
"Ist ja schlie�lich nicht mein Haus und au�erdem sind Rumpelkammern und Dachb�den sowieso immer das Gleiche", f�gte er noch hinzu und wedelte mit der Hand, um den Staub zu vertreiben.
Nicky musste ihm Recht geben. Er und Bryan hockten seit Stunden unter dem Dach des Studios und suchten etwas.
"Sag mal, glaubst du wirklich, dass die Dinger hier oben gelandet sind? Kann doch auch sein, dass Louis sie bei sich zu hause hat."
"Wei� nicht, aber diese ganzen Umr�umarbeiten hier sind doch ein guter Grund, davon mal abzulenken. Au�erdem kann es wirklich sein, dass die Kiste versehentlich hier gelandet ist. Dass wir sie das letzte mal gesehen haben, ist auch schon eine Woche her und guck dir die Kartons doch mal bitte an. Alle gleich und Staub ist auch �berall gleich viel drauf. Da kann der doch leicht hier oben gelandet sein. Wie soll man die bl�den Dinger hier finden?"
Bryan sch�ttelte den Kopf und nieste. "Man, die waren ehrlich nicht schlecht, aber ich verstehe nicht, wieso WIR die jetzt suchen m�ssen."
Nicky kramte weiter. "H�r lieber auf, dich zu beschweren und such weiter."
"Wer hat denn angefangen? Du!"
"Okay, okay, aber das bringt jetzt auch nichts. Louis sitzt bei sich zu hause - ich hoffe, dass er wenigstens auch am Suchen ist - und Shay, Ki und Mark kommen erst heute Abend irgendwann und verschwinden dann sicher sofort in ihr Hotel. Die sehen wir erst morgen im Studio und bis dahin sollten wir die Tapes gefunden haben. Aber ich verstehe auch nicht, warum die gerade dann das Studio umbauen, wenn wir ein Album aufnehmen wollen. Kein Wunder, dass hier Chaos herrscht."
"Nee, ein Wunder ist das nicht, aber eine verdammte Schei�e."
Nicky b�ckte sich erneut. Er hatte sich einen neuen Karton als Opfer auserkoren und riss ihn brutal auf.
"Hey wow", rief er erstaunt. Bryan kam angelaufen und rief aufgeregt: "Hast du sie? Hast du sie?"
Nicky sch�ttelte den Kopf. "Aus welcher Zeit sind die denn?" fragte er und bef�rderte ein uraltes Tonband ans Tageslicht, das aussah, als w�re es aus einem Zeitalter vor den Dinos.
"Toll", sagte Bryan. "Wirklich ganz toll. Das sind ja wohl kaum die Demotapes, die wir letzte Woche aufgenommen haben." Mit verschr�nkten Armen und einem vorwurfsvollen Blick zu Nicky ging Bryan auf den Karton zu und trat dagegen.
"Aah", ert�nte es wenige Sekunden sp�ter und Bryan h�pfte auf einem Bein auf und ab. Nicky lachte. "Stabil sind sie!"
"Verdammt stabil", st�hnte Bryan und stellte sein Bein vorsichtig auf den Boden. "Also so was k�nnten die doch wenigstens mal auf den M�ll bringen, oder?"
"Wer wei� denn schon noch, was da drauf ist?" fragte Nicky. "W�rde mich wundern, wenn �berhaupt noch ein Ger�t existiert, mit dem man die abspielen kann."
"Mich nicht", sagte Bryan gelangweilt w�hrend er sein schmerzendes Bein rieb. "So was findet man hier bestimmt auch noch. Wenn du einen Shop f�r musikalische Antiquit�ten er�ffnen willst: Bitte, bedien dich."
"Nee, will ich nicht, ich will die doofen Tapes."
"Noch mal: Sie sind nicht doof und deshalb m�ssen wir sie auch finden."
Nicky st�hnte. "Okay, dann mal los."
Beide kramten weiter. Kiste f�r Kiste wurde alles durchsucht. Jedes Mal, wenn eine neue Kiste ge�ffnet wurde, dann bildete sich eine neue Staubwolke.
"Glaubst du, hier oben gibt es Geister?" fragte Nicky pl�tzlich.
Bryan st�hnte wieder. "Nicky, was soll diese doofe Frage? Ist dir langweilig?"
"Ja!"
"Dann such weiter und h�r auf �ber uralte Tonb�nder und Geister zu labern. Hier oben ist es nicht mal dunkel!"
"Vielleicht nachts..."
"Nicky!"
Nicky hielt die Klappe. Bryan war sichtlich genervt. Bei Nicky war an diesem Nachmittag niemand zu hause, aber Bryan konnte sich in diesem Moment sicher sch�neres vorstellen, als auf einem verstaubten Dachboden irgendetwas zu suchen... und seien es Geister.
Nicky riss den n�chsten Karton auf und konnte seinen Augen nicht trauen. Demotapes. Und sie sahen sogar aus, wie die Demotapes, die sie suchten.
"Bryan" rief Nicky aufgeregt. "Ich hab sie."
"Was? Die Geister?" fragte Bryan genervt, der jetzt keinen Bock auf Nickys Antiquit�ten hatte.
"Bryan, ehrlich, ich hab die Tapes!"
Bryan drehte sich um und rannte auf Nicky zu. St�rmisch durchquerte er den Raum, kam aber nur bis zur H�lfte, wo ein Karton genau in seiner Bahn stand. Es machte einmal Bums und Bryan fiel zur Seite in einen Stapel Kartons, der kurz schwankte, fast stehen blieb, sich im letzten Moment aber doch noch entschied umzukippen. Genau auf Bryan, der wild mit den Armen fuchtelte, als die Kartons von oben auf ihn fielen.
"Bryan" schrie Nicky erschrocken und wandte sich von dem Karton, der er stundelang gesucht hatte, ab. Er rannte auf den Stapel Kartons zu, der sich schon heftig bewegte, als Bryan versuchte, sich aus dieser bl�den Lage zu befreien. Nicky schnappte sich einen Karton und warf ihn zur Seite. Ein zweiter flog hinterher. Irgendwann kam Bryans Kopf zum Vorschein. Der guckte zwar nicht so, als ob es ihm Spa� gemacht h�tte, aber auch nicht so, als w�rde er gleich sterben.
"Ist was passiert?"
"Nee, gar nicht", sagte Bryan ironisch. "Das war blo� ein Haufen Kartons, der auf meinen Kopf gefallen ist du Hirni."
"Na da kann doch gar nicht mehr viel kaputt gehen.", scherzte Nicky, h�rte aber schlagartig auf zu grinsen, als Bryan nicht anfing zu lachen, sondern wild mit den Beinen strampelte, um noch ein paar Kartons wegzuschieben.
"Witzig Nicky, soll ich lachen oder k�nnen wir das auf morgen verschieben?"
Nicky grinste ihn an und streckte Bryan seine Hand entgegen. Bryan ergriff sie und zog sich daran hoch. "Schei�kartons", fluchte er und trat noch einmal gegen einen. Sein Fu� schmerzte, aber das war zu verkraften, wenn man mit ansehen konnte, wie der Karton auseinander fiel und keinen Schaden mehr anrichten konnte. Siegessicher blickte Bryan auf den Karton hinunter, wie nach einer Schlacht, die er mit M�he und Not gewonnen hatte, ein Feind, der hilflos auf dem Boden lag und um Gnade flehte, ein...
"B�cher?" riss Nickys Stimme Bryan aus seinen Gedanken und lie� ihn zusammenzucken. Nicky stand da und starrte die verstaubten Ledereinb�nde der B�cher, die �lter sein mussten, als die Tonb�nder, an. Sie waren in dem Karton gewesen, den Bryan gerade kaputt bekommen hatte.
"B�cher?" wiederholte Nicky. Bryan blickte ratlos auf die B�cher hinunter. Nicky b�ckte sich und hob eines von ihnen auf. Sofort fielen einige Seiten aus dem Einband und verteilten sich auf dem Boden. Nicky lie� den Einband ebenfalls fallen.
Bryan streckte seine Hand aus und durchw�hlte die B�cher. Er zog ein besonders dickes und schweres heraus und hielt es vor sein Gesicht. Nicky fing an zu husten, als Bryan einmal kr�ftig �ber das Buch pustete und der ganze Staub auf Nicky Gesicht landete.
"Bryan", hustete Nicky. Bryan k�mmerte sich nicht um ihn. Mit dem Daumen fuhr er �ber den dicken, braunen Ledereinband des Buches. Der Streifen, der sich durch die Staubschicht, die sich noch auf dem Buch und nicht in Nickys Gesicht befand, zog, lie� ein paar Buchstaben sichtbar werden. Dazu ein paar bunte Zeichen, mit denen die verschn�rkelte und altmodische Schrift verziert worden war. Bryan zog sich einen �rmel �ber die Hand und fuhr damit noch einmal �ber den Buchumschlag, sodass das ganze Titelbild sichtbar wurde.
"Book Of Magic", sagte er ratlos und schlug es auf. Die Seiten waren vergilbt und hatten eine Menge Eselsohren. "Ach verdammt, was sind das denn alles f�r Sprachen?" schimpfte er dann und legte das Buch zur�ck.
"Zeig doch mal her", sagte Nicky, der sich von dem Staub befreit hatte und griff nach dem Buch. Er betrachtete das Titelbild nur kurz und schlug die erste Seite auf. Dann die zweite.
"Glaubst du an so was?" fragte Nicky.
"An was? Ich wei� nicht mal, was das ist."
"Na das ist ein Zauberbuch."
"Zauberbuch?" Bryan betrachtete erst Nicky und dann das Buch sehr skeptisch, dann tippte er sich mit dem Finger an die Stirn und lachte. "Wer glaubt denn an Magie und so Zeugs?"
Nicky zuckte mit den Schultern. "Komm, lass uns trotzdem mal was lesen." Bryan st�hnte. Erst Geister und dann auch noch ein Zauberbuch. Das wurde ja immer besser....
"Ach komm", flehte Nicky. "Zu Kerry kommst du schon noch fr�h genug!"
"Kerry? Nee, die ist nicht da!"
"H�h, ich dachte sie w�re zuhause?"
"Nee, ist sie nicht, die ist bei Natasha und Josh in London, aber ich will trotzdem nicht l�nger hier bleiben. Hast du auch einen Spruch, mit dem du mich nach hause bef�rdern kannst? Sonst schnapp ich mir die Tapes und haue ab."
"Warte", sagte Nicky und bl�tterte wie wild in dem Buch herum. "Ich versuche es mit dem hier!"
Bryan, der eigentlich vor gehabt hatte, zu gehen, blieb stehen. Er wollte Nicky den Spa� nicht verderben und lustig war es ja auch irgendwie.
Nicky hatte eine Seite gefunden, die ihm wohl ganz gut gefiel. Er hatte zwar keine Ahnung, was da stand, aber die Seite war sch�n bunt und der Spruch war auch nicht zu lang.
"Komm, du musst mitlesen", forderte Nicky und hielt Bryan das Buch hin. Bryan kam n�her. "Also sch�n.
Hast du dir also was deutsches ausgesucht."
"Sieht so aus", antwortete Nicky und legte den Zeigefinger auf die erste Zeile. Er fing an zu lesen und Bryan las mit. Die W�rter h�rten sich zwar leicht komisch an, aber den gleichen Effekt w�rde es wohl haben, insofern es �berhaupt einen Effekt geben sollte.

Urteilen �ber andere
Geht nur aus Erfahrung
Willst du urteilen
So musst du erfahren

Urteilen �ber andere
Geht nur aus Wissen
Willst du urteilen
So musst du Wissen

Urteilen �ber andere
Geht nur durch Kennenlernen
Willst du urteilen
So musst du kennenlernen

Erfahren
Wissen
Kennlernen
Bald

Da war der Spruch zu ende. Bryan zuckte mit den Schultern und sagte ein wenig entt�uscht: "Schade ich bin immer noch hier!"
Nicky lachte. "Pass auf, gleich gibt es roten Schnee oder so."
Bryan zeigte Nicky den Vogel und riss ihm das Buch aus der Hand. Er legte es zur�ck zu den anderen und fasste Nicky an der Hand. So zog er ihn durch den Raum, schnappte sich die Demotapes, die Nicky eben gefunden hatte, und verlie� den Raum.
"Wohin mit den Tapes?" fragte Bryan und ging vorsichtig die Treppe hinunter. "Ins Studio?"
Nicky verneinte. "Lieber nicht, sonst stehen die morgen wieder da oben und wir d�rfen fr�hlich aufs Neue suchen."
Bryan gab ihm Recht und schlug im ersten Obergeschoss nicht den Gang zum Studio ein, sondern ging die Treppen weiter runter. Die Tapes wollte er mit nach hause nehmen und am n�chsten Tag wieder mitbringen.
Drau�en auf dem Parkplatz verabschiedete er sich eilig von Nicky, um nicht nass zu werden.
Den Karton verstaute er neben sich auf dem Beifahrersitz, um nicht erst an den Kofferraum zu m�ssen. Er wendete den Wagen. Vor ihm fuhr Nicky vom Parkplatz und machte sich auf den Weg nach hause.
Bryan fuhr zu sich. Dort angekommen lief er eilig ins Haus. Es stand leer und verlassen da. Einige Vorh�nge waren zugezogen, im Briefkasten steckten ein paar Briefe, drinnen vor der T�r lagen noch mehr.
Bryan schob sie mit dem Fu� ein wenig zur Seite, als er in den Flur kam. Zuerst musste er den Karton irgendwo abstellen. Er fand einen Platz auf dem K�chentisch. Kerry h�tte das wahrscheinlich als unordentlich bezeichnet, aber egal. Sie war ja nicht zuhause.
Die Briefe legte er neben den Karton. Jetzt war der K�chentisch voll, aber Bryan hatte im Moment nicht mal Hunger. Er war ersch�pft und schlurfte deshalb die Treppe hoch und zum Schlafzimmer. Unten im Flur hatte er noch seine Schuhe ausgezogen und kreuz und quer mitten drin stehen lassen, aber jetzt lie� er sich angezogen wie er war aufs Bett fallen und d�ste vor sich hin. Ein wenig faulenzen konnte auch nicht schaden und das war allemal besser, als morgen wieder unausgeschlafen zur Arbeit zu kommen.
Es war erst sieben, aber da war Bryan schon selig und ruhig am schlafen.

Nicky war ebenfalls zu hause angekommen und war gleich unter die Dusche geh�pft. Das mit dem Staub nahm er Bryan noch ein wenig �bel, aber jetzt unter der Dusche verga� er es. Er nahm sich vor, gleich noch eben Louis anzurufen und ihm mitzuteilen, dass die Demob�nder aufgetaucht waren. Bryan hatte es bestimmt vergessen. Er verga� immer alles und so wunderte Nicky sich auch nicht, als Louis ganz erstaunt war und nicht schon �ber alles Bescheid wusste, als Nicky ihm am Telefon die frohe Botschaft �berbrachte.
"Das ist gut", sagte er erleichtert und erinnerte Nicky noch einmal daran, dass er morgen p�nktlich um sieben im Studio sein sollte.
"Alles klar", sagte Nicky und legte auf. Das war typisch Louis. Das konnte einem echt den Abend verderben, wenn man gerade daran erinnert worden war, dass es morgen wieder fr�h aufstehen hie�. Au�erdem sollte man das eher Mark oder Bryan sagen. Die waren schlie�lich diejenigen, die nie aus dem Bett kamen.
Nicky schlurfte in die K�che. Im K�hlschrank war mal wieder tote Hose. Auch egal, dann eben nicht. Nicky kramte noch kurz durch die Fanpost, die sowieso schon wieder viel zu lange darauf wartete, wenigstens einmal angeschaut zu werden und ging nach oben.
Er g�hnte und schaute auf die Uhr. Gott, schon neun. Er musste ewig unter der Dusche gestanden haben. Ob Bryan noch wach war? Sehr fraglich. Er konnte N�chte durchmachen, wenn er wollte, aber alleine war er relativ ungef�hrlich und harmlos. Nicky entschloss sich, ins Bett zu gehen. Kian, Shane und Mark waren bestimmt schon in Dublin angekommen und in ihrem Hotel gelandet. Morgen w�rde es dann wieder arbeiten hei�en und das wiederum bedeutete fr�h aufstehen, was so viel zu sagen hatte wie: Geh lieber ins Bett!
Es war totenstill im Haus. Nicky war alleine und lag im Bett, die Decke bis ans Kinn gezogen, w�hrend der Regen immer noch unaufh�rlich an die Fenster klatschte. Genau die richtige Situation um nachzudenken. Nur wor�ber?
Nicky fragte sich, woran Bryan jetzt gedacht h�tte. Vielleicht sehnte er sich in solchen Momenten nach Kerry und seiner Tochter Molly, vielleicht k�mmerte er sich auch lieber um seine blauen Flecken, f�r die ein Stapel Kartons verantwortlich war.
Nicky wusste es nicht, und weil er auch nicht wusste, an was er denken sollte, fragte er sich, warum der K�hlschrank dauernd leer war, warum man immer so fr�h aufstehen musste und warum einige Leute nichts besseres zu tun hatten, als ihn mit Briefen zu �berh�ufen...
Alles relativ unspannend. Wie witzlos die ganze Sache in Wirklichkeit war, merkte Nicky nicht mehr. Denn die Folge auf diese langweiligen Fragen, auf die es ja doch keine Antwort gab, war ein tiefer Schlaf.

Es hatte aufgeh�rt zu regnen. Das war das erste, was Bryan auffiel, als er die Augen wieder �ffnete. Es war n�mlich still geworden. Der prasselnde Regen fehlte. Drau�en war es d�mmrig und Bryan setzte sich schlagartig auf. Halbblind griff er nach dem Wecker und hielt in vor sein Gesicht.
Puh, erst f�nf. Genug Zeit, um gem�tlich aufzustehen, gem�tlich zu fr�hst�cken, gem�tlich zu duschen und dann gem�tlich zur Arbeit zu fahren. Das kam selten vor und deshalb blieb Bryan nicht im Bett liegen, sondern stand auf. Er hatte immer noch seine Klamotten an, die er gestern nicht mehr ausgezogen hatte. Er hatte sich wohl gestern ins Bett gelegt und dann ruhig und selig durchgeschlafen. Trotzdem war er noch ein wenig m�de und schlurfte ins Bad. Auf dem Weg dahin w�re er fast gestolpert, denn seine Hose schien pl�tzlich einige Zentimeter zu lang zu sein. Vielleicht lag es daran, dass er keine Schuhe anhatte. Bryan hielt aber das Gleichgewicht und ging vorsichtig weiter. Er konnte kaum was sehen, weil er seine Augen immer noch nicht richtig offen hatte. Am besten war jetzt eine Dusche. Bryan tastete nach der Badezimmert�r und �ffnete sie. Er ging langsam auf den Spiegel zu. Sein Spiegelbild kam ihm langsam entgegen. Verschwommen nahm Bryan die Figur wahr, die da auf ihn zukam. Er kniff die Augen zusammen.
"Nein, das kann nicht sein" murmelte er und rieb sich die Augen. Das was er da im Spiegelbild sah, war nicht das, was er erwartet hatte. Es war schrecklich und es waren KEINE blauen Pocken oder �hnliches.

Nickys Wecker klingelte ebenfalls um f�nf. Noch zwei Stunden. Das reichte. Keine Hetze an diesem Morgen. Es war noch genug Zeit, aber mit Verschlafen oder so hatte Nicky sowieso noch nie Probleme gehabt. Langsam setzte er sich im Bett auf und rieb sich die Augen. Dann fuhr er sich mit der Hand durch die Haare, die sich merkw�rdig anf�hlten. Anders, als sonst morgens, wenn Nicky sich durch die Haare fuhr. Ja, sie f�hlten sich ein wenig k�rzer an. Nicht viel, aber er war ja wohl noch so gut bei Verstand, dass er seine Haare kannte. Oder nicht? Vielleicht war fr�h aufstehen doch nicht die richtige Methode. Vielleicht war man nicht so durcheinander, wenn man es wie Bryan machte und einfach mal l�nger im Bett blieb. Zugegeben, Bryan war selbst dann noch vergesslich, aber der war sowieso eine Sache f�r sich. Ein Ph�nomen, was die Wissenschaft vielleicht noch einmal genauer unter die Lupe nehmen sollte, bevor man ihn auf die Menschheit loslie�. Nicky musste Grinsen, als er an Bryan und seine Vergesslichkeit dachte. Ob sie heute wohl ohne Demotapes arbeiten m�ssen w�rden? Nicht auszudenken.
Nicky fuhr sich noch einmal durch die Haare, aber das Gef�hl, dass sie anders waren, blieb. Deshalb sprang er hastig aus dem Bett und ging zum Schrank. Jetzt wollte er es wissen. Eilig riss er die Schrankt�r auf, in deren Innenseite sich ein Spiegel befand. Er schaute in den Spiegel, machte kurz ein geschocktes Gesicht und schrie dann laut auf.

Bryan hatte ebenfalls geschrieen. Vielleicht sogar noch lauter oder l�nger. Nicht auszuhalten. Bryan hob die Hand. Sein Spiegelbild hob sie ebenfalls. Wirklich nichts besonderes, seinem Spiegelbild dabei zuzusehen, wie es genau das machte, was man selber auch tat, w�rde das Spiegelbild doch blo� nicht aussehen wie Nicky. Ja, es war Nicky. Sein Gesicht, seine Haare und kleiner war er auch. Bryan hatte geschrieen und beruhigte sich wieder. Es war ein verdammter Spiegel... Konnten Spiegel irgendwann nicht mehr richtig funktionieren? Eher weniger!
Bryan schaute immer noch auf die glatte Oberfl�che des Spiegels und Nickys Augen schauten zur�ck. Er wollte es wissen, aber er traute sich nur langsam. Er hob die H�nde und betrachtete sie. Nicht nur im Spiegel, nein richtig. Bryan schrie erneut. Das waren nicht seine H�nde und die Stimme, die eben geschrieen hatte, auch nicht. Und �berhaupt, das war gar nicht er... er schon, aber nicht sein K�rper. Er geh�rte Nicky. Was f�r ein Alptraum. Wenn die Nacht doch blo� endlich zuende w�re...
Bryan versuchte sich einzureden, dass es wirklich ein Alptraum war, aber es war keiner. Alles war so echt, bis auf die Tatsache, dass er in Nickys K�rper steckte und... was war mit Nicky? Steckte der jetzt etwa...

Ja, das tat er. Es war ihm �hnlich ergangen, wie Bryan. Erst war der Spiegel schuld gewesen, dann war es doch ein Alptraum gewesen, aber inzwischen war es die brutale Realit�t. Sie hatte den Alptraum zur Seite geschoben und Nicky musste einsehen, dass alles wahr war.
Und Bryan? An den hatte er auch schon gedacht. Da gab es nur eine L�sung, dass erst mal zu kl�ren.
Nicky eilte die Treppe runter, wobei er fast �ber seine eigenen Beine gestolpert w�re, die ja nun um einiges l�nger waren, als vorher.
Das Telefon stand da wie immer. Alles war wie immer. Alles bis auf sein K�rper.
Nicky schnappte sich den H�rer und w�hlte. Alles f�hlte sich so anders an, aber er schaffte es trotzdem, die Nummer von Bryan fehlerfrei zu w�hlen. Es dauerte eine Weile, bis sich Nickys eigene Stimme mit einem leisen "Hallo" meldete. Nicky erschrak kurz, aber Bryan ging es wahrscheinlich nicht anders, als er seine Stimme am anderen Ende der Leitung h�rte.
"Hallo", sagte Nicky und dann war es eine Weile still, weil keiner wusste, was er zu dieser brenzligen Lage zu sagen hatte. Bryan fasste sich als erster wieder und rief ganz aufgeregt ins Telefon: "Nicky, was ist hier los?"
"Das w�sste ich auch gerne", sagte Nicky ganz verzweifelt. "Siehst du zuf�llig aus wie ich?"
"Stell dir vor, das tue ich. Und du? Etwa wie ich?"
"Gut kombiniert... was tun wir denn jetzt?"
"Was wei� ich?" schrie Bryan. "Ich bin total fertig. Nicht, dass ich was gegen deinen K�rper hab, aber..."
"Schon okay, ich will meinen auch wieder haben. Ich frag mich nur, wie das gehen soll!"
"Wenn ich das w�sste", sagte Bryan und atmete tief durch. "Ich w�sste gern erst mal, wie das passieren konnte. Das ist doch nicht normal!"
"Nicht normal? Hast du vielleicht noch einen Ausdruck, der noch harmloser klingt? Ich hab einen. Wie w�re es mit Book of Magic?"
Bryan st�hnte. "Ja klar, Nicky, wie konnten wir so doof sein...du glaubst doch nicht ehrlich dass dieses d�mliche Spruch daran Schuld ist?" Bryan hegte immer noch einen Funken Hoffnung, dass alles nur ein Traum war, aber den zerst�rte Nicky gleich wieder.
"Doch, tue ich, es gibt keine andere Erkl�rung daf�r!"
"Und was tun wir jetzt?"
"Okay", fing Nicky an und versuchte ruhig zu bleiben. "Uns wird wohl nichts anderes �brig bleiben, als uns mit der jetzigen Situation abzufinden. Aber es gibt einiges zu tun."
"Was?"
"Mensch Bryan, bist du noch so verschlafen, dass du noch gar nichts bemerkt hast? Kann es vielleicht sein, dass dir deine Klamotten nicht mehr richtig passen?"
"Ach das meinst du. Doch ist mir aufgefallen. F�r meine Hosen sind deine Beine ein wenig kurz..."
"Sie sind nicht zu kurz", wehrte Nicky sich. "Deine Hosen sind zu lang f�r meine Beine."
"Gut, dann eben so", gab Bryan nach. "Egal, kommst du r�ber? Und bring mir was zum Anziehen mit, okay?"
"Okay, dann bis gleich und bereite dich schon mal mental auf unser Treffen vor, ja?"
"Wie denn? Ich glaube ich kippe um, wenn ich... also du, auf mich zul�ufst!"
"Okay, dann mach was anderes. Ich bin gleich da."
"Okay... aber Nicky... d�rfte ich duschen?"
"Was fragst du mich? Zeit hast du. Ich such noch die Sachen..."
"Nee Nicky, das ist es nicht. Ich meine ja nur, ich hab dich noch nie..."
"Bryan, was redest du da?"
"Nicky, wenn ich jetzt unter die Dusche gehe... oder aufs Klo - mal nebenbei bemerkt: das wird sich nicht vermeiden lassen - dann...ich meine... wenn ich mich jetzt ausziehe..."
"Oh Bryan, daran hatte ich ja noch gar nicht gedacht... aber egal, mach was du willst. Wie gesagt, es wird sich nicht vermeiden lassen!"
"Okay", sagte Bryan, obwohl im gar nicht wohl bei der Sache war. Er sah aus wie Nicky, redete mit Nickys Stimme, aber dachte wie er selbst.....
Nicky verabschiedete sich und lief wieder nach oben. Im Schlafzimmer suchte er was f�r Bryan zusammen und zog sich eine Baggy an. Die war sch�n lang und man sah nicht sofort, dass seine Sachen im nicht mehr so ganz passten. Dazu ein weites T-Shirt, das reichte f�rs erste. Dann fuhr er zu Bryan. Es war ein wenig ungewohnt, mit dem Kopf fast die Decke des Autos zu ber�hren. Die totale Umstellung.

Bryan lief nerv�s im Wohnzimmer auf und ab. Einerseits wartete er sehns�chtig auf Nicky, andererseits w�nschte er sich, dieses Treffen w�re nie notwendig gewesen. Den Gang zur Toilette und unter die Dusche hatte er gut �berstanden. Die Psyche und sogar das schlechte Gewissen hatte da erst nicht ganz mitgespielt, aber Bryan hatte sich gezwungen. Nicky musste schlie�lich das selbe durchmachen und gegen den Drang der Natur war ja schlie�lich jeder machtlos.
Es klingelte. Hastig st�rmte Bryan an die T�r. Langsam und vorsichtig �ffnete er sie. Was da stand, h�tte ihn fast umgehauen, auch wenn er die ganze Zeit gewusst hatte, was ihn erwartete. Trotzdem schrieen beide einmal und starrten sich dann fassungslos an.
"Oh Gott Bryan", rief Nicky aufgebracht und fiel seinem Freund fast weinend in die Arme. Als er sich wieder beruhigt hatte ging er mit Bryan ins Wohnzimmer und gab ihm die Sachen. Bryan nahm die Tasche mit den Klamotten.
"Okay, ich gehe mich umziehen und du gehst zu meinem Kleiderschrank. Wei�t ja, wo der ist. Such dir irgendetwas aus!"
Bryan lief ins Bad, w�hrend Nicky sich auf den Weg zu Bryans Schlafzimmer machte. Im Kleiderschrank befanden sich viele Klamotten. Zu viele. Nicky brauchte eine Weile, bis er etwas gefunden hatte, was ihm gefiel. Schnell schl�pfte er in eine Hose, zog sich einen Pulli �ber und wartete auf Bryan. Der kam wenige Minuten sp�ter ins Zimmer. Die beiden betrachteten sich kurz gegenseitig und Nicky sagte: "Okay, das w�re geschafft. Am besten suche ich mir noch ein paar Sachen und nehme sie mit nach hause, oder?"
Bryan sch�ttelte den Kopf und bekam einen verwirrten Blick von Nicky als Antwort. Bryan erkl�rte es ihm: "Nicky, es tut mit leid, dir das zu sagen, aber du wirst zwangsl�ufig hier einziehen m�ssen, du wirst mein Auto fahren, du wirst in meiner K�che essen und so weiter!"
Nicky nickte. "Stimmt da hast du recht. Ich werde hier einziehen. Aber du hast was vergessen. Dich scheint das ja nicht sonderlich zu kratzen, dass ich hier wohne, oder?"
"Ach komm, ob du nun in meinem Bett schl�fst oder ich, ist mir wirklich egal."
Nicky verschr�nkte die Arme. Jetzt kam der wirklich unangenehme Teil. Unangenehmer, als die Kleinigkeiten eines anderen Mannes bis aufs kleinste erforschen zu m�ssen.
"Bryan, hast du mal dar�ber nachgedacht, wer sonst noch in diesem Bett schl�ft?"
Bryan erschrak. "Kerry" schrie er. Nicky nickte. Bryan wusste nicht, was er sagen sollte.
"Bryan, nicht nur, dass ich hier mit ihr wohnen werde. Ich kann dir versichern, dass eine Frau Schluss macht, wenn man sich nicht um sie k�mmert, mit ihr rumknutscht, mit ihr..."
"Stop" schrie Bryan. "Du willst nicht mit Kerry..."
Nicky war kurz still und �berlegte. "Also das h�ngt davon ab, wie lange das hier jetzt so bleibt, aber wenn das zu lange dauert und Kerry... also ich werde nat�rlich versuchen, das zu verhindern, aber..."
"Ich wei�", st�hnte Bryan und war den Tr�nen nahe. "Irgendwann wird es sich nicht mehr verhindern lassen!" Bryan senkte den Kopf. Dass es so schlimm werden w�rde, h�tte er nicht gedacht. Er wollte sich einfach nicht vorstellen, wie Nicky hier in seinem Haus mit Kerry lebte... Nicky konnte nichts daf�r, aber es war trotzdem unvorstellbar. Schrecklich.
Ein Blick auf die Uhr sagte Nicky, dass es Zeit war, sich langsam auf den Weg ins Studio zu machen. Er legte Bryan seine Hand auf die Schulter und r�ttelten ihn leicht. "Jetzt komm", forderte er ihn auf. "Ich wei�, dass das schlimm f�r dich ist, aber f�r mich ist es doch genauso schlimm. Glaubst du, ich will hier einziehen und vor Kerry so tun, als w�rde ich sie lieben?"
Bryan schaute auf und sch�ttelte den Kopf. "Du wei�t, dass ich dir das nie zutrauen w�rde."
"Na dann komm. "Wir kl�ren das heute Nachmittag bis ins Detail und fahren jetzt ins Studio..."
"Einfach so? Wir haben noch einiges vorher zu kl�ren."
"Was?"
Bryan �berlegte, wo er anfangen sollte. "Also..."., startete er. "Zuerst m�ssen wir verdammt aufpassen, wie wir uns anreden. Du darfst mich immer noch Bryan nennen, aber nicht vor den anderen. Das w�re das Bl�deste, was uns passieren k�nnte, weil ich finde, dass wir den anderen erst mal nichts erz�hlen sollten. Die glauben uns sowieso nicht."
"Stimmt", sagte Nicky. "Au�erdem muss ich deine Parts singen und du meine. Kannst du den Text? Also ich kann deinen nicht sonderlich."
"Nee, kannst du vergessen, deinen kann ich auch nicht. Wir m�ssen improvisieren. Das ist im Studio kein Problem, weil die Songs fast neu sind, nur auf der B�hne..."
"Das �berlegen wir sp�ter. Eine Frage Bryan: Wie kommt man immer auf so bl�de Spr�che und wie kann man den ganzen Tag unaufh�rlich reden?"
Bryan lachte. "Ach Gott, das wird alles schwer. Okay, einfach reden und die Spr�che kommen von alleine."
"Gut, versuche ich, aber eins ist f�r dich noch wichtig. Du darfst nicht von Kerry schw�rmen, so gerne du es auch tun m�chtest. Und erz�hl blo� nicht von neuen W�rtern, die deine Tochter gelernt hat. Das mache ich, okay?"
"Okay, dann mal los!"
"Stop, hast du nicht was vergessen Bryan?"
"H�?"
"Die Demotapes!" Nicky trippelte mit dem Fu� auf dem Boden w�hrend er Bryan streng ansah.
"Ach ja!" Bryan schlug sich an Nickys Stirn, rannte zum K�chentisch und schnappte sich die Tapes.
"Ich hab sie!"
"Na dann mal los!"
Beide verlie�en das Haus.
"Wir fahren einzeln", entschied Nicky und �ffnete die T�r seines Wagens.
"Halt", rief Bryan. Nicky drehte sich um und sah gerade noch, wie Bryan im etwas zuwarf. Er streckte seine Hand aus und fing es. Es war Bryans Autoschl�ssel. Bryan kam auf Nicky zu und streckte die Hand aus. Nicky r�ckte seinen Schl�ssel raus und gab ihn Bryan, der daraufhin in Nickys Auto stieg.
"Keine Kratzer", ermahnte Nicky Bryan grinsend und schlendert r�ber zu Bryans Auto. Er stieg ein und fuhr Bryan, der schon aus der Einfahrt war, hinterher.
Er konnte es immer noch nicht so ganz fassen, was ihm heute passiert war. Er steckte in Bryans K�rper, hatte die Stimme seines besten Freundes, aber sein Geist, sein Gehirn war noch von ihm, von Nicky Byrne. So was gab es doch nicht, oder? Daran war auf jeden Fall dieses verdammte Buch Schuld, das war ihm klar, aber wie konnten sie die ganze Sache hier r�ckg�ngig machen? War das �berhaupt m�glich? Oder w�rde er wom�glich f�r immer in Bryans K�rper....? Nein, das w�rde er nicht zulassen, er w�rde eine L�sung finden, zusammen mit Bryan.

Auch Bryan gr�belte auf dem Weg zum Studio nach. Es w�rde eine ganz sch�ne Umstellung werden so zu tun als w�re er Nicky. Als er endlich am Studio ankam, war er wie immer der letzte. Nicht ganz, Nicky kam auch zu sp�t, was die anderen wohl sehr verwundern w�rde, daf�r w�rden sie sich noch eine sch�ne Ausrede einfallen lassen m�ssen. Bryan stieg aus dem Auto und wunderte sich, wieso er seinen Kopf nicht anschlug. Da fiel ihm wieder schmerzhaft auf, dass er ja in Nickys K�rper steckte. Er blieb neben Nickys Wagen stehen und wartete auf seinen Kumpel, der auch gleich auf den Parkplatz fuhr.
Nicky stieg aus und kam auf Bryan zu. Es war ein merkw�rdiges Gef�hl auf sich selbst zuzulaufen, aber langsam gew�hnten sie sich daran.
"Bryan, wir m�ssen dieses Buch finden, nur darin werden wir die L�sung auf unser Problem hier finden!"
"Stimmt, aber wie willst du es den anderen verklickern, warum wir freiwillig auf dem Dachboden verschwinden?"
"Wir verklickern ihnen gar nichts, ich sag einfach, dass ich aufs Klo muss. Du verschwindest ja �fters zu den unpassendsten Momenten, also wird es auch diesmal nicht auffallen und dann renne ich nach oben und mach mich auf die Suche, okay?"
Bryan nickte und lief dann neben Nicky her ins Geb�ude. Auf direktem Wege gingen sie zu Louis und gaben ihm die Demotapes.
"Aber bitte, Louis, pass auf, dass so was nie wieder passiert, ich will nicht wieder von Kartons begraben werden!" bat Bryan seinen Chef und Nicky nickte bekr�ftigend.
"Stimmt, Bryan hatte da oben ein paar unsch�ne Erlebnisse!" Louis sah seine Sch�tzlinge besorgt an.
"Bryan? Geht es dir auch gut? Seit wann sprichst du dich in der dritten Person an?"
Oh Shit, Nicky hatte ganz vergessen, dass er ja jetzt Bryan war. Unsicher blickte er Bryan an, der versuchte die Situation zu retten.
"�h, wir haben gewettet und Bryan hat verloren, jetzt muss er den ganzen Tag Bryan zu sich selbst sagen!"
"Aha, aber sonst geht es euch gut? Wer kam denn auf diesen Schwachsinn? Oh lass mich raten, du selbst Bryan oder?"
Nicky nickte, was sollte er auch anderes tun? Er war froh, dass Bryan ihm aus der Patsche geholfen hatte und um so schnell nicht wieder in so eine Situation zu geraten, beschloss Nicky ab jetzt lieber die Klappe zu halten. Er l�chelte Louis an und zog Bryan dann weiter zu den anderen drei, die schon genervt auf die beiden warteten.
"Na, auch endlich mal da? Wie geht es Molly?" begr��te sie Mark, der ganz verr�ckt nach der kleinen Tochter von Bryan war.
"Gut", ert�nte es zweistimmig. Sowohl der echte Bryan, als auch der unechte Bryan f�hlten sich angesprochen und diesmal blickte Nicky Bryan w�tend an.
"�h, Nicky war heute fr�h schon bei uns, und da hat er gesehen, dass es meinem kleinen Engel super geht!"
"Ich dachte Kerry sei mit ihr in England?" fragte Kian dagegen und sah abwechselnd Nicky und Bryan an.
"Nun ja, das stimmt schon, aber sie kam schon gestern Abend zur�ck, Natasha muss heute schon weg, deswegen!" Nicky sah Bryan siegessicher an und Bryan l�chelte, Nicky hatte die Lage entsch�rft.
"Alles klar, na dann k�nnen wir ja jetzt ans Aufnehmen gehen, ihr wisst ja, dass wir uns beeilen m�ssen! Kann jeder seinen Text?"
"Nein!" kam es auf Shanes Frage kleinlaut von Bryan.
"Nicht im Ernst, Nicky oder? Sag mir, dass das ein Witz ist, du hattest doch wohl Zeit genug bis jetzt!"
"Schon aber, ich.... war krank, jawohl!"
Die drei Sligojungs blickten Bryan zweifelnd an, irgendwie waren Nicky und Bryan heute komisch.
"Entschuldigt mich Jungs, ich muss mal schnell f�r kleine..... Ni, Nilpferde, ja genau!" Nicky drehte sich schnellstm�glich um und rannte aus dem Zimmer. Das war knapp gewesen, ein Gl�ck war ihm statt Nicky noch Nilpferd eingefallen. Wie s�he das denn aus wenn er zu sich selbst Nicky sagen w�rde, wo er doch jetzt Bryan war? Er musste dieses Buch finden, so schnell wie m�glich. Als er vor der T�r stand, atmete er erst mal tief ein und aus. Das w�rde noch schlimmer werden als er und Bryan bisher angenommen hatten. Sie verga�en immer wieder, dass sie ja eigentlich der andere waren, wenn das so weiterging w�rden sie noch in viele brenzlige Situationen kommen.
So schell Nicky mit seinen neuen, langen Beinen zurecht kam, sprang er die Treppen nach oben und stie� die T�r zum Studiodachboden auf. Zum Gl�ck war er nicht abgeschlossen... aber wie sah es hier aus? Alle Kartons waren wieder ordentlich aufgebaut. Was war hier geschehen?
"Das darf doch nicht war sein. Verdammt noch mal, wo soll ich denn jetzt nur anfangen zu suchen?" fluchte Nicky leise vor sich hin. Er erschrak als er Bryans Stimme h�rte und drehte sich um, doch niemand war da. Es konnte ja auch niemand da sein, er hatte selbst mit Bryans Stimme gesprochen. Hastig fing er an, Karton f�r Karton aufzurei�en, doch keiner enthielt das gesuchte Buch. Was sollte er jetzt nur tun? Die anderen w�rden sich wundern, wo er solange blieb, also beschloss er zur�ck nach unten zu gehen, sollte Bryan doch sein Gl�ck versuchen und diese staubigen Kartons durchsuchen. Es war unglaublich wie schnell diese Kartons Staub ansetzen, selbst die Kartons, die sie gestern zusammen entr�mpelt hatten, waren schon wieder staubig, dass es krachte. Genau so schnell wie rauf, sprang er die Treppen auch wieder nach unten und betrat das Studio. Mit neugierigen Blicken wurde er von Bryan empfangen, doch Nicky sch�ttelte nur, f�r die anderen kaum merklich, den Kopf.
"Auch mal wieder da Bryan? Na dann kann es jetzt ja endlich losgehen!"
"Nee, sorry Jungs, aber jetzt muss ich!" Bryan sah Kian an und verschwand dann durch die T�r. Drau�en h�rte er noch wie Kian anfing zu fluchen: "Was ist denn heute nur los mit euch? Habt ihr Durchfall? Oder was falsches gegessen?"
Bryan grinste nur und rannte los, er musste dieses Buch finden und zwar m�glichst schnell. Oben fand er ein heilloses Chaos vor, Nicky hatte wirklich ganze Arbeit geleistet. Bryan beugte sich �ber den ersten Karton und sah hinein. Es waren die alten Tapes vom Vortag, also Fehlanzeige. Im n�chsten Karton entdeckte er wieder Tapes, diesmal etwas neuere, doch sicher auch nicht mehr die neusten. Nach dem dritten erfolglosen Karton wurde es ihm zu dumm. Er stellte sich in die Mitte des Raumes und fing an, auszuz�hlen. Der Karton, der rauskam, wurde wieder untersucht, und wie der Zufall es so wollte, es waren schon mal B�cher in diesem Karton. Bryan versuchte ihn anzuheben, doch schwerer h�tte selbst eine Kiste mit Steinen nicht sein k�nnen. Fluchend stellte er ihn wieder ab und machte sich mehr Platz um den Karton herum. Buch f�r Buch fing er an anzugucken, doch das Book of Magic war nicht dabei. Als er beim vorletzten Exemplar der Kiste angekommen war, schloss er kurz die Augen und schickte ein Sto�gebet nach oben, dass dies das gesuchte Buch sein m�ge. Z�gern griff er in den Karton und zog das.... gesuchte Buch hervor.
"Ja!" schrie er auf und stand auf. Das Chaos lie� er genau so zur�ck wie er es angetroffen hatte, schlie�lich hatte er es ja nicht verursacht, das war Nicky gewesen. Musste aber niemand erfahren. Er l�schte das Licht, schloss die T�r, stopfte sich das Buch unter seinen Pulli und hastete nach unten.
"Sorry Jungs, aber ich........" Bryan hatte eine Entschuldigung schon auf den Lippen, aber in dem Raum, den er vorher verlassen hatte war niemand mehr. Ganz toll, wo waren die? Bryan verlie� den Raum wieder und stand etwas hilflos im Gang. Es war wie Nicky gesagt hatte, alleine war Bryan v�llig harmlos und ungef�hrlich. Er beschloss mal bei Louis im B�ro vorbeizusehen, doch auch dort war niemand. Das kam Bryan �u�erst seltsam vor. Die konnten doch nicht einfach so verschwunden sein, gerade jetzt wo er das Buch hatte und Nicky und er vielleicht bald schon wieder ihre richtigen K�rper und Stimmen hatten. Da fiel es ihm ein, das Fotoshooting. Verdammt, er musste sich beeilen, die anderen waren sicher schon unten in der Maske. Das Hello!-Magazine wollte heute Mittag Fotos von den Jungs im Studio machen, sie hatten einen gro�en Artikel geplant, man konnte fast schon Serie sagen, in denen sich jeder Lifer einzeln zu Wort melden durfte. Ausgabe 1 sollte f�nf Seiten nur �ber Shane enthalten, Ausgabe 2 �ber Bryan, Ausgabe 3 �ber Nicky, Ausgabe 4 war die f�r Kian und Nummer 5 f�r Mark. Mist, wieso ausgerechnet jetzt wo Bryan Nicky war? Verdammte Schei�e, er musste Nicky finden. So gut es mit dem Buch unterm Pulli m�glich war rannte Bryan nach unten. Ihm war gar nicht wohl bei dem Gedanken auf so wichtigen Fotos als Nicky in die Kamera zu grinsen, er war viel lieber er selbst.
Und dann auch noch alles �ber Nicky ausplaudern. Bryan nahm sich fest vor, den Reporter zu k�pfen, sollten irgendwelche bl�den Frage zu Nickys Person oder seinem Privatleben vorkommen. Wenn er da was falsches sagte, dann hatte er ein Problem und nicht nur er. Gott er musste mit Nicky reden, bevor Ausgabe 2 und 3 des Hello!-Magazine rauskamen. Er konnte nur hoffen, dass die Interviews nicht schon alle heute stattfinden sollten...
"Ach Quatsch, daf�r ist doch heute gar keine Zeit", redete er sich ein. Er lief weiter und legte zwischendurch irgendwo das Buch ab. Unter dem Pulli war es nicht sonderlich gut aufgehoben und auf bl�de Fragen hatte Bryan auch keine Lust.
Der Fotograf war schon da, aber Nicky, Shane, Kian und Mark waren noch in der Maske, als er unten ankam.
Bryan dr�ckte die T�rklinke der Maske herunter und trat ein.
"Nicky", wurde er begr��t und Bryan war leicht irritiert, fing sich aber sofort wieder und l�chelte.
"Wow, ich bin nicht der letzte", rief Nicky. Bryan musste innerlich grinsen. Nicky hatte in seiner Rolle schon einiges dazugelernt. Respekt.
Bryan setzte sich auf einen Stuhl, lie� sich kurz fertig machen und ging dann mit den anderen zur�ck ins Studio, wo der Fotograf die Fotos machen wollte.
Alles ging ein wenig drunter und dr�ber, weil zwischen der Kamera und den Jungs eine aufgescheuchte Reporterin auf und ab lief, weil sie es kaum erwarten konnte, endlich mit Westlife zu sprechen. Ein Wunder, dass der Fotograf nicht die Geduld verlor. Ruhig und gelassen(zumindest sah es �u�erlich so aus) machte er seine Fotos. Einzeln, zusammen, zu zweit...
So lange, bis der Fotograf hatte, was er wollte und die Reporterin endlich anfangen konnte. Sie hatte lange lockige Haare, die sie wild auf dem Kopf zusammen gesteckt hatte.
"Schlimmer als ein Huhn", dachte Bryan, sagte aber nichts. W�re Nicky so dreist gewesen?
"Okay", s�uselte die Reporterin mit hoher quietschender Stimme und kam mit einem Tonbandger�t auf die Jungs zu. Bryan flehte innerlich: "Bitte, Shane kann sein Interview machen, aber NICHT ich."
Sein Wunsch wurde nicht erh�rt.
"Wir machen zwei Interviews, so viel schaffen wir heute. Zuerst Shane und dann..." Sie schaute auf ihren Notizblock und lie� ihre Blicke dann von einem zum anderen wandern, bis sie bei Bryan angekommen war. "Bryan?"
Langsam sch�ttelte Bryan seinen Kopf und setzte einen leidenden Blick auf. "Ich f�hl mich nicht so gut... �h... k�nnten wir das nicht..."
"Kein Problem", rief die Reporterin, auch wenn sie erst ein wenig beleidigt ausgesehen hatte. "Nicky?" fragte sie dann, als sie seinen Namen als n�chstes auf der Liste gefunden hatte. Keiner meldete sich. Nicky war nicht da. Nachdem Bryan ihm einmal unauff�llig auf den Fu� getreten und zur T�r gedeutet hatte, war er unauff�llig verschwunden.
"Ich glaube, der musste mal", sagte Bryan eilig.
"Gut, dann eben nicht. Dann machen wir Shane und Kian." Kian nickte und die Reporterin seufzte erleichtert. Wahrscheinlich h�tte sie sich nicht mal gewundert, wenn er sich auch noch geweigert h�tte. Mark stand auf und machte Anstalten, den Raum zu verlassen. Bryan folgte ihm sofort.
Drau�en auf dem Flur kam Nicky ihnen entgegen. Mark warf ihm einen unidentifizierbaren Blick zu und verschwand auf der Toilette. Nicky ging mit verwirrtem Gesicht auf Bryan zu. "Was ist los?" fragte er, weil er immer noch nicht verstanden hatte, warum er den Raum hatte verlassen sollen.
"Mensch Nicky, jetzt �berleg doch mal, wie willst du denn jetzt bittesch�n ein Interview machen?"
Nicky ging ein Licht auf. "Klar, aber machen m�ssen wir es trotzdem. Es bringt doch nichts."
"Und ob, du wirst heute Nachmittag mit zu mir... �h... zu dir kommen und dann besprechen wir das ganze noch mal. Ich habe das Gef�hl, dass wir aus dieser mistigen Lage nicht so schnell wieder herauskommen, auch wenn ich das Buch gefunden hab, und jetzt bleibt uns nichts anderes �brig, als das Leben des anderen m�glichst gut durchzupauken."
"Hast Recht, da brauchen wir aber eine Menge Zeit!"
"Nicky", rief Bryan fr�hlich. "Du hast es kapiert. Was meinst du denn, warum ich mich heute vor dem Interview gedr�ckt hab."
"Na dann..."
Nicky kratzte sich am Kopf und fragte: "Wie lange werden die f�r die Interviews brauchen? Schaffen wir denn heute noch was aufzunehmen?"
Bryan konnte nur mit den Schultern zucken, aber eine Antwort war sowieso nicht n�tig. Louis kam ihnen auf dem Flur entgegen. "Okay Leute, wir machen uns an die Arbeit. Wo ist der dritte im Bunde? Ich dachte, die wollte heute nur zwei Interviews machen!"
Nicky nickte. "Mark ist noch aufm Klo."
"Bryan, wie lobenswert. Du wei�t also auch mal �ber die aktuelle Situation bescheid."
Nicky setzte ein ironisches Grinsen auf. "Haha!"
Hinter ihm ert�nten Schritte. Es war Mark, der sein Gesch�ft anscheinend erledigt hatte.
"Sch�n, dann k�nnen wir anfangen" rief Louis und ging mit Mark, Nicky und Bryan nach oben. Er wollte sich mal ein paar Proben anh�ren, hier und da was �ndern und dann w�rden die anderen auch irgendwann wiederkommen.

"Okay, fangen wir an", seufzte Nicky und lie� sich auf Bryans Sofa in seinem neuen zu hause nieder. Als sie im Studio fertig gewesen waren, hatte er sich mit Bryan und dem Buch so schnell wie m�glich auf den Weg nach hause gemacht, damit sie noch ein wenig Zeit hatten, bevor Kerry am n�chsten Morgen kommen w�rde.
Bryan nickte und seufzte. Das w�rde harte Arbeit werden, aber daran f�hrte kein Weg vorbei.
"Fangen wir mit dir an", sagte Bryan. "Das ist das wichtigste. Ich kann bei dir machen, was du willst, weil du alleine wohnst, aber wenn Kezza was merkt..."
Nicky und Bryan verzogen das Gesicht. "Das geht nicht gut, ich sag�s dir", sagte Nicky.
"Wird schon", machte Bryan ihm Mut. "Das ist gar nicht soooo schwer. Die Spitznamen meiner Tochter und meiner Frau kennst du. In meinem Haus kennst du dich auch einigerma�en aus..." Bryan musste grinsen und klopfte Nicky auf die Schulter. "Du hast ja auch noch die ganze Nacht Zeit, dich hier umzuschauen."
Wieder verzog Nicky das Gesicht und musste schon bei dem Gedanken daran, die ganze nacht durchzumachen, g�hnen. Doch Bryan redete einfach weiter.
"Wei�t du das Lieblingsgericht von Kerry?"
"�h..."
"Okay, in der K�che musst du dich sowieso nicht auskennen. Kerry wei�, dass ich nicht kochen kann. Und wie sieht es mit ihrem Lieblingsrestaurant aus?"
"Also das ist so..."
"Wann solltest du sie lieber nicht st�ren?"
"Wie bitte?"
Bryan lehnte sich zur�ck. "Wie gesagt, das wir harte Arbeit."
"Ach Bryan, das hat doch alles keinen Zweck so. Schreib mir doch am besten alles auf, was ich wissen muss, dann lerne ich das heute Nacht alles sch�n auswendig, okay? Merken kann ich es mir eh nicht."
"Das nenne ich mal eine gute Idee, Kleiner!" Bryan stand auf und holte sich einen Block und einen Stift und fing an zu schreiben. W�hrenddessen machte Nicky f�r Bryan Stichw�rter �ber das N�tigste.
"Okay, fertig!" meinte Nicky nach gut einer Stunde und dr�ckte Bryan den Zettel mit seinen Notizen in die Hand.
"Hier, deine sind auch fertig!" Nicky nahm den Zettel von Bryan entgegen und fing an ihn zu lesen, aber nut gut drei Minuten sp�ter hob er entsetzt den Kopf.
"Bryan, das ist doch nicht dein Ernst oder?"
"Was ist nicht mein Ernst?"
"Dass ich Kerry jeden Tag einen Blumenstrau� mitbringen muss? Sei mir nicht b�se, aber das halte ich f�r ein bisschen arg �bertrieben! Dann sieht es hier ja bald aus wie in einem Blumengarten, nee danke, muss nicht sein."
"Ganz ruhig Nicky, mach es einfach. Kerry ist es gew�hnt, sie liebt Blumen und wir wollen doch nicht auffallen oder?"
Genervt nickte Nicky, was hatte er auch gro� f�r eine Wahl? Gegen Mitternacht hatten sie alle wichtigen Informationen ausgetauscht und Bryan machte sich auf den Weg zu Nickys Haus. Beide hatten sie noch viel Arbeit vor sich und bis morgen fr�h musste die sitzen. Westlife hatten frei bekommen, damit Bryan seine Frau und seine kleine Tochter vom Flughafen abholen konnte. Er hatte sie schon ewig nicht mehr gesehen und solange gebettelt bis Louis eingewilligt hatte. Tja, alles umsonst, nun w�rde Nicky wohl den n�chsten Tag mit Bryans zwei Sch�tzen verbringen.

"Shit!" Nicky hatte genervt den Wecker ausgeschlagen und wollte eigentlich eine Runde weiterschlagen, als es ihm wie Schuppen von den Augen fiel. Er war Bryan und statt sich Bryans Lebenslauf und �hnliches Zeug zu merken war er eingeschlafen. Hektisch schlug er sich die Decke zur�ck und sprang aus dem Bett. Er st�rmte zum Schrank und suchte nach brauchbaren Klamotten f�r den Tag.
"Mist, wo hat Bryan nur seine Socken?" Seit geschlagenen zehn Minuten durchw�hlte Nicky jede Schublade in Bryans und Kerrys Schlafzimmer, die ihm in den Weg kam, aber er fand nicht das, was er suchte. Jeglichen Schei� hatte er gefunden, nur die Socken blieben verschwunden. Ihm blieb wohl nichts anderes �brig, als Bryan anzurufen. Er rannte barf��ig nach unten und grapschte nach dem Telefonh�rer. Hastig w�hlte er seine eigene Rufnummer und wartete darauf, dass Bryan abnahm.
"McFadden? Hallo?" kam es verschlafen aus dem H�rer
"Nicht McFadden du Doofkopp, du musst Byrne sagen!"
"Nicky, ach du... was hab ich gesagt?"
"Du hast McFadden gesagt!"
"Ach herrje!"
"Das kannst du laut sagen. Bryan, wo versteckst du deine Socken? Ich find absolut keine!"
"H�h? Und deswegen klingelst du mich mitten in der Nacht aus dem Bett? H�ttest du halt gesucht!"
"Bryan, ich such seit einer Ewigkeit danach, finde aber nichts. Nebenbei bemerkt ist es fast elf Uhr, von wegen also mitten in der Nacht und drittens muss ich in... genau f�nf Minuten los um Kerry und Molly abzuholen. Also, was ist jetzt?"
"Im Bad, zweite Schublade von links!"
"Danke und tsch�ss!" Nicky war schon dabei aufzulegen als Bryan aufschrie: "Nicky warte!"
"Was ist denn noch?"
"Kann ich heute Mittag vorbei kommen um meine beiden Frauen zu sehen?"
"Klar mach das! Bis dann!"
"Ja, bis dann!" Nicky schmiss den H�rer auf die Station und st�rmte die Treppen wieder nach oben. Fast h�tte es ihn hingeschlagen, Bryans unnormal lange Beine war er immer noch nicht gew�hnt. Mit Gl�ck kam er aber schlie�lich doch im Badezimmer an und suchte weiter.
"Zweite von Links", murmelte Nicky vor sich hin und z�hlte die Schubladen ab. Endlich hatte er seine Socken in der Hand und konnte sich anziehen. So war es doch gleich viel angenehmer, mit warmen F��en. Im Schnellverfahren rannte er wieder nach unten in die K�che, a� drei Bissen Brot, trank einen Schluck kalte Milch und rannte dann mit seinen Autoschl�sseln in der Hand nach drau�en. Auf in den Kampf, von nun an war er wirklich Bryan McFadden.

Seit Nickys Anruf war auch Bryan hellwach. So eine Panne wie vorher mit dem Namen durfte ihm nicht noch einmal passieren, wenn sie nicht auffliegen wollten. Es tat ihm weh zu wissen, dass er die n�chsten Tage, vielleicht sogar Wochen auf seine Frau und seine Tochter verzichten musste. Er vermisste sie so sehr, mit jeder Minute die sie getrennt waren noch ein St�ckchen mehr. Er wollte so schnell wie m�glich sein eigenes Leben, seinen eigenen K�rper, seine eigene Stimme wiederhaben. Da fiel ihm das Buch ein. Wenn er jetzt an seinem freien Tag schon mal so ungew�hnlich fr�h, seiner Meinung nach, wach war, so konnte er dies auch nutzen. Das Buch hatte er ja bei sich, sie hatten beschlossen es in Nickys Haus zu verstecken. Bei Bryan Zuhause war die Gefahr zu gro�, dass Molly oder gar Kerry es vielleicht doch irgendwann finden w�rden. Er setzte sich nach einem ausgiebigen Fr�hst�ck (so viel Zeit musste sein) in Nickys Wohnzimmer und fing an, in diesem alten Buch zu bl�ttern.
"Dann lass uns mal eine L�sung finden *Book of Magic*", meinte Bryan, wobei er den Buchnamen extra ausdrucksvoll betonte. Seite f�r Seite schlug er um. Dass es so etwas �berhaupt gab, nicht zu fassen. Magie war also kein Amenm�rchen, dass man den kleinen Kindern erz�hlte, damit sie Ruhe gaben, es gab sie wirklich. Nicht zu fassen. Und h�tte Bryan sie nicht am eigenen Leib erfahren, so h�tte er das alles vielleicht trotz dieses Buches f�r Schwachsinn gehalten. Aber nun hatte sich die Sachlage ge�ndert und Bryan tat m�glichst gut daran, sobald wie m�glich eine L�sung f�r sein und Nickys Problem zu finden. Alleine war er aber so ziemlich aufgeschmissen, er verstand nur Englisch und Irisch ein bisschen. Dass bisschen Deutsch aus seiner Schulzeit hatte er schon l�ngst wieder verlernt. Aber hier befanden sich Sprachen drin, Bryan verdrehte sich der Kopf als er das alles gesehen hatte. Latein, Franz�sisch, Spanisch, Italienisch.... Genervt schlug er das Buch wieder zu. Es hatte keinen Zweck, er musste auf Nicky warten. Aber der war nun auf dem Flughafen um Bryans Familie in Empfang zu nehmen.

Nerv�s stiefelte Nicky im Flughafengeb�ude auf und ab. Er wollte die Sache endlich hinter sich bringen, je eher Kerry und Molly kamen umso schneller war er wieder zuhause mit ihnen und kurze Zeit sp�ter w�rde dann ja auch Bryan kommen. Pl�tzlich stupste ihn jemand von hinten an die Schulter. Erschrocken wirbelte Nicky herum und blickte direkt in die braunen Augen einer blonden Frau, die ein Kind auf den Armen trug. Kerry und Molly.
"Hallo Schatz, hier sind wir!"
Nachdem sich Nicky von seinem Schock erholt hatte, fing er an zu strahlen und umarmte Kerry heftig. Genau so h�tte es Bryan ja auch gemacht, dachte er sich. Molly dr�ckte er einen Schmatzer auf die Nasenspitze, was diese mit einem Lachen quittierte. Dann trat er einen Schritt zur�ck um die beiden Frauen genau zu mustern, mit denen er nun die n�chsten Tage verbringen musste.
"Hey, und was ist mit mir?" meinte Kerry grinsend und legte sich einen Finger auf die Lippen. Nicky wurde unwohl, genau das hatte er vermeiden wollen. Aber wenn er nicht wollte, dass Kerry auf ihn, also auf Bryan sauer war, musste er sie wohl oder �bel k�ssen.
"Wie konnte ich das nur vergessen?!" fragte er und l�chelte gespielt, ehe er sich zu ihr hinunterbeugte und ihr einen Kuss gab. Zufrieden nickte Kerry danach und sagte: "Schon besser!" Auch Nicky nickte und bat dann zum Aufbruch. Es war ihm unangenehm mit Bryans Familie alleine zu sein. Nicky mochte Kerry zwar, keine Frage, aber mehr als wie eine Schwester war sie f�r ihn nicht. Es fiel ihm verdammt schwer so zu tun wie wenn er Kerry liebte, denn dies entsprach ja nicht den Tatsachen, doch trotzdem schlug er sich ganz gut in seiner Rolle als Ehemann und Vater bisher. Er trug Kerrys Koffer zum Auto und bat sie dann, einzusteigen.
"Hey Kerry, ich hab uns f�r morgen schon einen Tisch im *Rivo* bestellt!"
"Mein Lieblingsrestaurant, seit wann kannst du dir denn so was merken?" Kerry sah erstaunt auf.
"Ach wei�t du, auch ein Bryan McFadden lernt dazu!" Puh, das war knapp gewesen. Um ein Haar h�tte Nicky auch Nicky gesagt, aber irgendwie kam er schon ganz gut mit seiner neuen Rolle zurecht und hatte sich noch rechtzeitig an seinen neuen Namen erinnert.
"Tja, Wunder geschehen also doch" murmelte Kerry vor sich hin als Nicky bei den McFaddens in die Hofeinfahrt fuhr und anhielt.
"Komm, ich helfe dir noch reintragen?"
"Wieso noch? Ich dachte du musst heute nicht mehr weg!"
"Das ist richtig. Das ist so..... �hm, Nicky wollte heute Mittag vorbeikommen, wir m�ssen noch etwas besprechen und da sein Auto mal wieder Schrott ist, muss ich ihn wohl oder �bel abholen!" Gerettet!
"Na wenn das so ist. Auch Nicky wird irgendwann noch kapieren wie man ein Auto richtig f�hrt!" l�chelte Kerry und Nicky grinste nur. Wenn die w�sste, mit wem sie grad �ber Nicky sprach! Wie versprochen trug Nicky Kerry die Koffer ins Haus und fuhr dann los zu Bryan.

Was mochte Nicky jetzt wohl machen? War Kerry schon da? Hatte Molly wieder einen neuen Zahn bekommen? Bryan sa� vor dem TV und gr�belte. Was er sich ansah, wusste er selbst nicht so genau, er passte nicht auf. Es machte ihn fast verr�ckt, nicht zu seiner Familie zu d�rfen. Stattdessen sa� er hier als Nicky herum. Toll war das alles, ganz toll. Dieses doofe Buch hatte ihm auch nicht helfen k�nnen und bis er zu Nicky und Kerry gehen konnte, dauerte es auch noch eine ganze Weile. Hunger hatte er keinen, was sehr bedenklich war. Normalerweise a� Bryan immer wenn ihm langweilig war oder er nicht wusste, was er als n�chstes anstellen sollte, aber heute nicht. Sp�testens jetzt wurde ihm klar, dass er in Nickys K�rper steckte. Mit Haut und Haaren war er nun Nicky und wenn Nicky genau so wenig von diesem Buch verstand wie er w�rde das auch noch eine ganze Weile so bleiben. Sie mussten was tun. So ein guter Kumpel Nicky auch war, ewig wollte Bryan nicht als Nicky leben. Pl�tzlich h�rte er es vorm Haus hupen. Nanu, diesen Hupton kannte er doch. Es war sein eigener Wagen und das konnte nur bedeuten: "Nicky!" Bryan hatte den Namen seines Kumpels freudig ausgerufen. Endlich jemand, der ihm seine Langeweile nehmen w�rde. Er �ffnete die T�r und lie� Nicky herein.
"Na, alles klar?"
"Ja. Manchmal wurde es zwar brenzlig, aber ich hab uns immer gerettet!"
"Sehr gut, mit einem dummen Spruch oder?"
"Nee, mit saudummen Erkl�rungen!"
"H�? Na egal, auch gut. Komm rein bevor uns noch jemand sieht, die w�rden uns ja alle f�r bekloppt halten wenn wir uns falsch anreden!"
"F�r dich ist das ja nicht so tragisch Bryan, du bist als bescheuert bekannt, ich nicht!"
"Haha, sehr witzig. Kann ich sp�ter lachen?"
"Nun sei doch nicht gleich sauer. Sag mir lieber ob du im Buch was gefunden hast!"
Das war das Stichwort. Bryan sch�ttelte den Kopf und kl�rte Nicky dann �ber die hunderttausend verschiedenen Sprachen darin auf.
"Sch�n und gut, was machen wir nun?"
"Keine Ahnung, du bist das Superhirn, lass dir was einfallen?"
"Hey, nur weil mich nicht alle f�r bl�d halten, hei�t das noch lange nicht, dass ich das nicht bin, okay Bryan?"
Bevor Nicky merkte, was er da gerade gesagt hatte, brach Bryan schon in schallendes Gel�chter aus.
"Gut zu wissen, dass ich nicht als einziger so verpeilt bin, danke Nicky!"
Nicky grinste Bryan nur schief an, ehe er aufstand und Bryan befahl mitzukommen.
"Kerry wartet, los komm!"
"Wieso wartet Kerry?"
"Erkl�re ich dir alles auf der Fahrt, nun mach hin!"
Bryan nickte, schnappte sich seine oder besser Nickys Jacke und folgte seinem Freund, der das Buch mit sich trug nach au�en. Gerade wollte Bryan in Nickys Wagen einsteigen, als Nicky ihn aufhielt.
"Halt, du f�hrst mit mir!"
"Warum?" fragte Bryan verwundert.
"Erstens wei� ich so mein Auto in Sicherheit und zweitens geh�rt das zur Erkl�rung von vorhin dazu!"
"Okay!" Widerspruchslos, so gar nicht Bryans Art stieg er ein, obwohl das bedeutete, dass er nicht fahren durfte, und wartete gespannt, was Nicky ihm zu sagen hatte. Auf dem Weg zur�ck zu Kerry und Molly erz�hlte Nicky seinem Freund von seiner kleinen Notl�ge. Bryans Reaktion war schallendes Lachen darauf.
"Oh Nicky, wenn du nicht aufpasst bringst du uns noch in Teufels K�che. Nicht, dass wir da nicht schon sind, aber pass besser auf!"
"Ja du hast gut reden. Ich hab auch eindeutig den schwereren Teil abbekommen!"
"Oh du armes Nicky Katzi Tatzi!"
"Haha!" Irgendwie konnte Nicky heute gar nicht �ber Bryans Witze lachen, zumal ja eigentlich er nun f�r die Unterhaltung zust�ndig gewesen w�re. Aber wer konnte es ihm schon ver�beln, dass er nicht so locker drauf war wie Bryan? Die Situation war so neu und schwer genug f�r alle.

"Kerry, wir sind da!" schrie Nicky, nachdem er die Haust�r ge�ffnet hatte. Unterwegs hatten sie noch schnell den t�glichen Blumenstrau� gekauft, Bryan hatte ihn daran erinnert, sonst h�tte Nicky das glatt vergessen. Bryan und er legten ihre Jacken auf die Ablage, das Buch gut darunter versteckt. Wenn Bryan sich an Kerry satt gesehen hatte, wollten sie anfangen zu recherchieren. Es musste doch einen R�ckzauber oder so was in der Art geben.
"Hallo Schatz", meinte Kerry und dr�ckte Nicky einen Kuss auf die Wange, den Bryan mit einem traurigen Blick quittierte. Nicky zuckte nur leicht mit den Schultern, was sollte er denn dagegen tun?
"Hi Nicky, komm doch rein", meinte Kerry dann zu Bryan gewandt und die beiden gingen ins Wohnzimmer, wo Kerry schon den Tisch f�r den Tee gedeckt hatte. Da kam wieder mal die Engl�nderin in Kerry durch, auf ihren Tee verzichtete sie genau so wenig wie auf ihre Blumen. Die Blumen. Nicky schlug sich an den Kopf und rannte nach drau�en in den Flur, wo er den Strau� hatte liegen lassen. Er schnappte sie sich und kam zur�ck.
"F�r dich", sagte er und schob Kerry die Blumen in die Hand.
"Oh danke sch�n mein Engel. Die muss ich doch gleich mal in eine Vase stellen", erwiderte sie gesch�ftig und rauschte ab in die K�che.
"Nicky, ich halt das echt nicht lange aus", meinte Bryan, als seine Frau verschwunden war und er sicher gehen konnte von niemandem geh�rt zu werden.
"Es ist schlimm genug, dass ich du bin, aber dieses Geturtel eben.......!"
"Ja was soll ich denn machen? Sie vor den Kopf sto�en? Dann bist du sie f�r immer los", stellte Nicky jammernd fest.
"Okay, dann trinken wir jetzt unseren Tee ruckzuck und dann verschwinden wir ins Arbeitszimmer und nehmen dieses verdammte Buch noch mal unter die Lupe!"
Nicky nickte und wollte gerade antworten, als Kerry wieder kam. Sie sah ja schon atemberaubend aus, Bryan hatte sich eine wirklich wundersch�ne Frau als Ehefrau rausgesucht.
"Greift zu", meinte sie und deutete auf den Kuchen, den sie abstellte.
"Aber immer doch", meinte Bryan und fing an sich den Teller voll zuschaufeln.
"Nanu, Nicky, seit wann bist du so ein Vielfra�?" fragte Kerry lachend. Bryan wurde rot, Nicky war ja nie so hungrig wie er. Er musste verdammt noch mal besser aufpassen, was er tat oder sagte.
"Ach wei�t du, ich wei� nicht, wann ich das n�chste Mal dazu komme, so einen wunderbaren Kuchen zu essen, also muss ich vorsorgen!"
Puh, manchmal wurde es echt knapp. Kerry l�chelte nur und war sichtlich erstaunt, dass ihr Kuchen so gut ankam. Nicky a� daf�r kaum etwas, er war immer noch zu �berfordert mit allem.
"Schatz, was ist los? Wieso isst du nichts?" Kerry blickte ihren Mann, wie sie glaubte, besorgt an. Es kam selten vor, dass er nichts a� und deshalb machte sie sich Sorgen.
"Ich hab keinen Hunger!" Bryan sah erschrocken von seinem Kuchen auf. Seine Blicke bohrten sich regelrecht in Nicky. Wie konnte er so was nur sagen? Er wusste ganz genau, dass Bryan IMMER Hunger hatte.
"Okay, Bryan Nicholas McFadden. Was ist los?"
Nicky sah hilfesuchend zu Bryan, aber der konnte ihm auch nicht helfen. Da musste Nicky alleine wieder rauskommen.
"Gar nichts ist los. Louis hat mich nur gestresst. Das ist alles. Wirklich", f�gte er noch hinzu, als Kerry ihn immer noch zweifelnd anblickte.
"Wegen deinen Songs?" fragte sie.
"Genau, sie gefallen ihm nicht...."
"Dabei sind sie gro�artig", fiel Bryan Nicky ins Wort. Nicky nickte bekr�ftigend, was sollte er auch anderes tun? Er stie� ein Sto�gebet gen Himmel, dass Kerry ihm und Bryan Glauben schenken w�rde und so wie es aussah wurde er erh�rt.
"Na dann ruf ich da doch gleich mal an! Das kann ja wohl nicht angehen, dass Louis die Songs von meinem Mann als schlecht einstuft." Kerry war schon immer �berzeugt von Bryan gewesen, sie stand hinter ihm, egal was kommen mochte.
"�h nein!"
"Wieso nicht? Lass mich doch mit Louis reden", behaarte sie. Gott, was hatten sie sich da nur eingebrockt? Nicky hatte schon jetzt die Schnauze gr�ndlich voll. Warum war Kerry nur so stur? Reichte er nicht, dass Bryan das schon war?
"�h, nun ja......!"
"Er ist nicht da", schaltete Bryan sich wieder in das Gespr�ch ein. "Er ist mit Girls Aloud unterwegs!"
"Ach so, na dann muss ich das wohl verschieben!"
"Ja!" Nicky atmete auf und horchte dann. Molly schrie. Kerry sprang auf und lief nach oben zu ihrer kleinen Tochter, die wohl ihren Mittagschlaf gerade eben f�r beendet erkl�rt hatte.
"Siehst du Bryan, so geht das schon die ganze Zeit. Ich trete von einem Fettn�pfchen ins N�chste. Am besten sag ich gar nichts mehr."
"Nein, alles nur das nicht. Du wei�t doch, dass ich immer am Reden bin, solange ich nicht gerade was esse. �berhaupt, wie kommst du nur auf den Bl�dsinn, dass ich keinen Hunger h�tte? Nicky!"
"Tut mir leid, aber ich hab ja keinen, da hab ich das einfach gesagt!"
"Das kann ja was werden.....!" Bryan stand auf und zog Nicky ebenfalls nach oben.
"Komm, gehen wir ins Arbeitszimmer, bevor Molly kommt und ich uns noch verrate!" Nicky nickte und lief Bryan hinterher. So ganz gut kannte er sich ja doch auch noch nicht aus, obwohl er sich gestern Nacht in diesem Riesenhaus alles mal angesehen hatte.
"Kerry, wir arbeiten an neuen Songs und wollen nicht gest�rt werden!" rief Nicky nach oben w�hrend Bryan sich das Buch schnappte.
"Okay, viel Spa�!"
"Werden wir haben!" schrie Bryan zur�ck und lief weiter. Er �ffnete die T�r und betrat sein vertrautes Arbeitszimmer. Sogar das hatte er vermisst und ein Fan von Arbeit war Bryan ja wahrlich nie gewesen.
"Auf in den Kampf", meinte Bryan siegessicher und schloss hinter Nicky die T�r. Dann schlug er das Buch auf.
Bryans Finger bl�tterten Seite f�r Seite durch das Buch, wobei er Angst hatte, das Ding k�nnte jeden Augenblick auseinanderfallen. Nicky schaute sich alle Seiten sorgf�ltig an, was aber auch nichts daran �nderte, dass man fast kein Wort von dem verstand, was da geschrieben worden war. Nur die Hoffung, die schwand immer mehr.
"Man, das hat keinen Sinn", meckerte Nicky, als er langsam Kopfschmerzen von all den Sprachen bekam, die er ja doch nicht verstand. Seit einer Stunde sa� er nun mit Bryan vor dem Buch und hatte es bestimmt schon zum hundertsten Mal durchgebl�ttert.
Auch Bryan verlor die Geduld. Er hatte sie schon vorher verloren, hatte es aber geschafft, sich zu beherrschen. Jetzt schaffte er es nicht mehr und krallte sich die erste Seite. W�tend umklammerte seine Finger das Papier und rissen daran, bis die Seite sich aus dem Einband l�ste und herausriss. Zwei Papiere segelten zu Boden.
"Bryan, was hast du getan?" fragte Nicky best�rzt. "Du hast zwei Seiten aus dem Buch gerissen."
"Gar nicht wahr, es war eine", schimpfte Bryan und blickte Nicky b�se in die Augen.
"Es waren zwei!"
"Eine!"
"Dann guck es dir doch an, es sind zwei Seiten!"
Bryan blickte zu Boden und sah die zwei Papiere. Er b�ckte sich, um sie aufzuheben.
"Hey, was ist das?" fragte er und hielt Nicky eine der beiden Seiten hin. "Die haben wir v�llig �bersehen."
"Wie denn?" fragte Nicky, der es nicht fassen konnte, dass man ein Buch tausend Mal durchbl�ttern und dabei eine Seite �bersehen konnte. Er griff nach dem Papier und riss es Bryan aus der Hand.
"Iiiihhh", ert�nte es sofort von ihm und er lie� das Blatt fallen. "Das klebt ja h�llisch..."
"Nat�rlich, die Seiten klebten ja auch zusammen,, deshalb haben wir sie �bersehen. Aber bringt uns das jetzt was?"
"Ich glaube schon", sagte Nicky. "Guck mal!"
Bryan kam n�her und betrachtete die Seite, auf der in krakeliger Schrift ein paar W�rter standen.
"Was bringt uns das? Du willst mir nicht erz�hlen, dass du das lesen kannst, oder?"
"Ich dachte, du k�nntest es", sagte Nicky vorwurfsvoll und verengte die Augen. "Das ist ja eine Sauklaue... P... n... nee, h... �h... ach, das ist doch bl�d."
"Sag ich doch", meinte Bryan. "Das bringt uns gar nichts"
Nicky kratzte sich am Kopf. "Was ist denn, wenn es jemand anders lesen kann?"
Bryan musste lachen. "Haha, und was willst du sagen? Hallo, ich bin Nicky und in Bryans K�rper, k�nntest du mir mal helfen?" Bryan lachte weiter, aber Nicky lie� sich nicht beirren und meinte scherzhaft: "Sch�n, dass du die Seite rausgerissen hast, dann m�ssen wir gar nichts sagen!"
Bryan grinste ironisch.
Von drau�en h�rte man ein lautes Lachen. Das konnte nur von Molly kommen. Kerry hatte sie wohl mit ins Wohnzimmer genommen, wo sie jetzt mir ihrem Winnie Pooh sa� und spielte. "Dadda", h�rte man dann noch.
Nicky lachte. "Ich glaube, deine Tochter ruft nach mir!"
Bryan lachte nicht. "Lustig", sagte er, als er daran dachte, dass er eigentlich der jemand war, der jetzt loslaufen musste. "Okay", sagte er dann, als er sich eingeredet hatte, dass es jetzt nicht anders ging. "Du gehst zu Molly und ich mache mich wieder auf den Weg nach hause. Ich werde mal versuchen, dieses Gekrakel hier zu entziffern.
"Und wie willst du nach hause kommen?"
"Oh Shit, f�hrst du mich wieder?"

"So, jetzt sag dem Onkel Nicky Tsch�� und dann fahren wir nach hause, okay?" Nicky nahm Molly auf den Arm und riss sie von Bryan los, auf dessen Arm sie die ganze Zeit gesessen hatte. Bryan wollte sie gar nicht wieder hergeben, aber als sie Nicky einen Schmatzer auf die Wange gab und wieder ein fr�hliches "Dadda", ausspuckte, lie� er sie los. Sie hatte Nicky als Vater akzeptiert, was auch nicht anders vorherzusehen war. Sie hatte noch nicht bemerkt, dass er sich manchmal anders verhielt. Sie winkte Bryan noch einmal zu, als Nicky mit ihr die Einfahrt entlang ging.
Nicky hatte Bryan wieder zur�ck zu seinem Haus gebracht und sich von Molly �berreden lassen, sie unbedingt mitzunehmen. Bryan hatte das super gepasst, noch ein wenig l�nger bei seiner Tochter zu bleiben.
Jetzt war er wieder alleine. Molly und Nicky waren abgefahren und Bryan hatte die T�r hinter sich geschlossen. Das Buch hatte er noch in der Hand. Molly hatte er erkl�ren m�ssen, dass es kein M�rchenbuch war und sie hatte es in Ruhe gelassen.
Bryan lie� sich in der K�che nieder. Das ganze haus war verlassen und es war totenstill. Bryan lauschte dem leisen Summen des K�hlschranks und bekam Hunger. Nicky hatte Gott sei Dank daf�r gesorgt, dass der K�hlschrank nicht leer war. Genug da und mit etwas zu Essen setzte Bryan sich vor das Buch. Die zwei losen Seiten hatte er wieder vorne rein gelegt.
Bryans eine Hand wollte gerade nach dem Buch fassen, als der Magen mal wieder st�rker war. Kurz, bevor die Finger das Buch ber�hrten, machte die Hand Stopp und flog hin�ber zum Teller.
"Mit vollem Magen kann man besser denken", sagte Bryan zu sich, wobei er Kerrys Kuchen, der sich auch noch irgendwo in der Magengegend befand, schon wieder ganz vergessen hatte.
Erst, als er ein zwei Bissen runtergeschluckt hatte, schlug er das Buch auf und machte gro�e Augen. Verdammt, nicht nur die Spr�che in diesem Buch waren verhext, nein alles war verhext, verdammt alles, was im Moment passierte. Die zwei Seiten waren weg.

Molly war auf der R�ckfahrt gut besch�ftigt. Sie hatte sich etwas zum Spielen gesucht und war in ganz in ihrer eigenen Welt verschwunden und in ihrer Welt, da war sie gerade ein Seeungeheuer, dass gerade dabei war, ein Schiff zu vernichten. Als sie laute und gruselige Ger�usche von sich gab, blickte Nicky in den R�ckspiegel und musste l�cheln. Molly war ein kleiner Engel und er konnte verstehen, warum Bryan sie eben nicht loslassen wollte. Jetzt hatte sie ein Papierschiff in jeder Hand. Beide schipperten ruhig auf dem gro�en Ozean dahin, bis Ungeheuer Molly kam und sie verschlingen wollte. Kleine Kinder a�en alles und wenn es...
Nicky verengte die Augen. Waren das nicht...
Nicky trat auf die Bremse, fuhr auf den Randstreifen und schrie: "Molly! NEIN!"
Geschockt drehte sich Nicky zu dem kleinen Kind auf dem R�cksitz um und wurde von zwei erschrockenen, kleinen Augen angeguckt.
"Dadda?" fragte die Kleine und hielt Nicky das St�ck Papier hin. Nicky nahm es und wuschelte Molly kurz durch die Haare, was zur Folge hatte, dass sie gleich wieder lachte und fr�hlich daher quiekte. Man konnte diesem kleinen Engel einfach nicht b�se sein. Vorsichtig faltete Nicky den Zettel auseinander. Bingo, es waren die beiden Seiten, die Bryan vorher aus dem Buch gerissen hatte. Ganz toll. Nun sa� Nicky mit Bryans Kind in Bryans Auto und hielt die Zettel in der Hand, die eigentlich bei Bryan sein sollten, gro�artig.
Was sollte er nun machen?
"Umkehren!" murmelte er. Zur�ck zu Bryan fahren war echt die einzige M�glichkeit. Also wendete er das Auto, was von Molly mit einem erstaunten Ton gew�rdigt wurde, und fuhr zur�ck zu seinem Kumpel.

Erstaunt sah Bryan auf, als er klingelte. Hatte er nicht gerade genug eigene Sorgen? Wie sollte er nur Nicky erkl�ren, dass die vielleicht wichtigsten Seiten des Buches fehlten? Nicky w�rde ihm den Kopf abreisen. Nein, halt, erst w�rde er ihn so richtig sch�n anschreien und dann den Kopf abreisen. Verlockende Aussichten. Angesichts dieser bevorstehenden Situation schlich Bryan zur T�r und �ffnete diese. �berrascht sah er auf. Nicky mit Molly auf dem Arm standen ihm gegen�ber. Die Kleine wollte sofort zu Bryan auf den Arm und verdutzt nahm Bryan sie in seine Arme.
"�h, Nicky? Gut, dass du kommst, ich muss dir was sagen!" meinte Bryan nachdem er sich nach wenigen Sekunden wieder gefangen hatte und sah seinen Freund offen an.
"Nee, musst du nicht. Es geht um die Zettel und ich kann dich beruhigen, hier sind sie!" Nicky legte sie auf den Tisch und nahm dann Molly wieder, bereit zum Gehen.
"Moment, nicht so schnell. Wo hast du sie her?"
Bryan war froh, dass sie wieder da waren aber er wollte trotzdem gerne wissen, wieso Nicky sie hatte, schlie�lich war es ausgemacht gewesen, dass er sie haben sollte.
"Molly hatte sie und hat ein Papierschiff draus gebaut!"
Aha, das erkl�rte einiges. Bryan l�chelte und wuschelte seiner Tochter durch die Haare.
"Ja, ja, du kleine Maus. Da hast du uns aber einen geh�rigen Schrecken eingejagt!" sagte er und grinste, als Molly mit ihrer Hand auf seinen Kopf patschte.
"Aber jetzt m�ssen wir echt los, Kerry, wartet. Sag Bye Molly!"
"Bye Nic", antwortete Molly brav. Nicky konnte sie noch nicht sagen, also war Nicky eben Nic f�r sie.
Bryan lachte und w�nschte den beiden eine gute Heimfahrt. Dann schnappte er sich die Zettel und wollte sich gerade auf den Weg zur�ck ins Wohnzimmer machen, als das Telefon klingelte.
"Herrgott, ich will meine Ruhe!" jammerte Bryan und ging zum H�rer.
"Mc.... �h Byrne hier?" meldete er sich, gl�cklich nicht McFadden gesagt zu haben.
"�h, wohnt hier nicht ein Mister Bourne?"
"Nein, da muss ich sie entt�uschen, hier wohnt einzig und alleine der einzigartige Nicky Byrne aus Dublin!" Die weibliche Stimme am anderen Ende der Leitung gefiel ihm und so konnte es Bryan nicht lassen, seine Scherze zu treiben. Im Moment war er ja Nicky, unverheirateter Single, also musste er kein schlechtes Gewissen haben, dass Kerry b�se sein k�nnte, wenn er hier so lustig mit einer anderen Frau sprach.
"Oh, Entschuldigung, dann muss ich mich wohl verw�hlt haben!"
"Macht gar nichts. So viele Anrufe kriege ich nicht und eine Frau mit so einer s��en Stimme ruft mich schon gleich gar nicht an!"
"Komisch, kann ich mir gar nicht vorstellen, Sie klingen n�mlich voll nett, Nicky!"
"Nun ja, man tut was man kann."
"Ich hei�e �brigens Georgina Ahern. Ihren Namen kenne ich ja schon, also ist es nur fair, wenn sie auch meinen kennen", meinte die Frau lachend. Sie gefiel Bryan obwohl er nur ihre Stimme kannte.
"Wissen Sie was, ich hab jetzt keine Zeit mehr zu telefonieren, aber wir k�nnten uns doch morgen Abend in der Stadt treffen!? Was meinen Sie, haben Sie Lust?"
"Morgen Abend? Ja gerne, wann und wo?" Sie klang begeistert, was Bryan freute. So w�rde er f�r Nicky eine Frau finden. Alleine war sein Freund eh nicht im Stande ein weibliches Wesen anzul�cheln, geschweige den anzusprechen. Nicky w�rde ihm dankbar sein, wenn er die Sache f�r ihn in die Hand nahm.
"In der *Temple Bar* um 20 Uhr, okay?"
"Prima, ich freu mich!"
"Ich mich auch, also bis dann!" Bryan freute sich wirklich, wenn er schon nicht mit Kerry zusammen sein konnte, weil er in diesem verflicksten K�rper von Nicky steckte, so wollte er sich wenigstens anderweitig besch�ftigen. Er w�rde Kerry nicht betr�gen, auf keinen Fall, aber gegen einen netten Abend mit dieser Georgina hatte er nichts.
"Ja, bis da..... halt, wie erkenne ich Sie?"
"Ach ja, stimmt ja, wir kennen uns ja noch gar nicht. Also ich bin gro�, so 1,88 m etwa, blond, lustig...."
"Gro�artige Beschreibung Mister, aber es gibt viele M�nner, vor allem in Dublin, die so aussehen. Passen Sie auf, setzen sie sich einfach um acht an die Bar und zwar an den ganz linken Platz. Dort werden Sie dann fr�her oder sp�ter auf mich treffen!"
"Alles klar, ciao!" Diesmal legte Bryan wirklich auf. Es gefiel ihm, dass diese Frau die Sache so klar in die Hand genommen hatte. Er w�rde f�r Nicky schon eine passende Frau angeln. Nun war aber wieder das Buch dran. Bryan riss sich aus seinen Gedanken und lief ins Wohnzimmer, wo er sich erst mal st�rkte, sein Essen lag ja noch auf dem Teller. Telefonieren machte schlie�lich auch hungrig und dem musste Abhilfe geschaffen werden. Gierig biss er in sein Sandwich ehe er sich wieder dem Buch widmete, besonders den zwei auff�lligen Seiten. Mit einer Lupe bewaffnet versuchte er die Schrift einigerma�en gut zu erkennen, was ihm auch mehr oder weniger gut gelang.
"Prudence, also, hei�t der erste Name. Gro�artig. Prudence und wie weiter? Was soll ich mit einem einzigen Namen? Verdammt!" Bryan trat mit einem Bein gegen Tisch, was wohl nicht so schlau gewesen war. Jaulend hielt er sich sein Bein. Wieso musste dieser Tisch nur so Schei�hart sein?
"Immer ich", jammerte er. "Wieso schlag ich auch immer die M�bel, wenn ich sauer bin?" fragte er sich, w�hrend er sich weiter seinen Fu� rieb. Es war ein sch�nes Gef�hl, als der Schmerz nachlie�.
"Okay, auf ein neues", meinte er, riss sich zusammen und versuchte mehr von dieser alten und ehrlich gesagt ziemlich h�sslichen Schrift zu erkennen. Der n�chste Name fing auch mit P an.
"P, H, O. Was k�nnte das sein? Ein E und ein N. Ja genau, ein E und ein N. Und die letzten beiden sind ein, ein I, ja und ein X? Phoenix?" murmelte Bryan vor sich hin w�hrend er angestrengt versuchte, diese Buchstaben zu entziffern.
"Prudence und Phoenix, so was tolles. Sind die sicher, dass ihre Eltern sie lieben? Molly ist ein viel sch�nerer Name!" Siegessicher l�chelte Bryan, er freute sich, dass sein M�dchen einen so viel sch�neren Namen trug.
"Weiter geht es. Und mit Nachnamen hei�en die beiden..... H, A, M. Ein I oder wie? L, T und O und N. Hamilton. Tolle Wurst, Prudence und Phoenix Hamilton. Prima und jetzt? Was n�tzen mir die beiden Namen?" Genervt schlug Bryan das Buch zu. F�r heute hatte er genug getan.

"Kerry, bist du mir b�se, wenn ich gleich ins Bett gehe? Ich bin so m�de." Zur selben Zeit hatte sich Nicky in einem anderen Stadtteil von Dublin dazu entschlossen ins Bett zu gehen, wenn er nicht wollte, dass er mit Kerry Chemie stattfinden lassen sollte. Sie war jetzt lange genug von ihrem Mann getrennt gewesen, da war es ganz nat�rlich wenn ihr ein paar Bed�rfnisse gefehlt hatten.
"Nein Schatz, geh nur, ich komm auch gleich!" rief ihm Kerry zu. Nicky nickte und setzte seinen Weg nach oben fort. Auf halbem Wege klingelte das Telefon. Er machte kehrt und ergriff den H�rer.
"Byrne?"
"Man, Nicky, lernst du es denn nie? McFadden. M C F A D D E N musst du sagen. Hast du ein Gl�ck, dass immer nur ich dich anrufe."
"Erschreck mich doch nicht so Bryan, ich schlafe schon fast!"
"Sch�n f�r dich, kannst du auch gleich weitermachen, aber bitte alleine, ja?"
"Was denkst du von mir? Nat�rlich alleine. Los, spuck aus, was willst du?" Nicky war h�rbar genervt und das merkte auch Bryan, allerdings kannte er nicht Nickys waren Grund f�r sein genervtes Verhalten.
"Ich wollte dir nur schnell sagen, dass ich wei�, wem unser Buch geh�rt. Morgen k�nnen wir diese zwei Frauen suchen."
"Wow, und wie willst du das anstellen?"
"Schon mal was von Telefonbuch geh�rt?" fragte Bryan. "Wir treffen uns morgen und du siehst zu, dass du ins Bett kommst, bevor Kerry dich �berf�llt, okay?"
"Ja, ja!" grummelte Nicky und legte dann auf.
"Bryan, wer war es?" h�rte er Kerry, die die K�che machte.
"Nicky, er wollte mich dran erinnern, dass wir morgen in Studio 2 Aufnahmen haben. Du kennst mich ja, meine Vergesslichkeit."
Dann verschwand Nicky nach oben und ging ins Bett.

Bryan ging ebenfalls nach oben. Das Buch nahm er mit und steckte es unter das Kopfkissen, bevor er ins Bad ging, um sich fertig zu machen. Er wollte auf keinen Fall das Risiko eingehen, noch einmal irgendwelche Seiten zu verlieren. Noch freute er sich auf den n�chsten Abend. Noch �berlegte er sich, wie diese Georgina wohl aussehen w�rde, denn noch wusste er nicht, dass sich Gef�hle auf den Schlag �ndern konnten, wenn es soweit war.
Er ahnte es nicht einmal, als er an diesem Abend alleine ins Bett gehen musste und an Kerry dachte. Ja, er vermisste sie und hatte morgen ein Date mit einer anderen Frau, doch im Moment machte das gar nichts. Im Moment baute Bryan voll auf Nicky, der es hoffentlich vermeiden w�rde, sich mit Kerry in den Laken zu w�lzen. Die K�sse waren schon schlimm genug, und noch schlimmer war, dass Molly Nicky l�ngst als Vater akzeptiert hatte. Nicky geh�rte zur Familie und das war es, was Bryan an diesem Abend ein paar Tr�nen vergie�en lie�, bevor er traurig einschlief und nur ein paar Mal wieder aufwachte, weil das Buch unter dem Kopfkissen ihn st�rte.
"Nacht Molly", fl�sterte er noch in die leere Dunkelheit, bevor er einschlief.

"Nacht Molly", fl�sterte Kerry und nahm die Bettdecke ihrer Kleinen hoch. Molly legte sich hin und Kerry deckte sie zu. Wie immer steckte Molly ihren Daumen in den Mund, murmelte ein "Nacht Mama" und schloss die Augen. Kerry betrachtete sie eine Weile im schummerigen Licht der kleinen Nachttischlampe und l�chelte. Wie ein kleiner Engel lag sie in ihrem Bett und schlief. Bis auf das Engel vielleicht nicht an ihren Daumen nuckelten.
Kerry l�schte das Licht und verlie� leise das Zimmer. Im Flur war es dunkel, denn ihr Liebling hatte sich l�ngst ins Bett gelegt.
Nicky �ffnete noch einmal die Augen, als Kerry das Zimmer betrat, schloss sie aber sofort wieder und tat, als w�rde er schlafen. Kerry schaute auf ihren Bryan, wie sie dachte, hinunter. Zu s��, wenn er schlief.
Als sie sich umzog, blinzelte Nicky. Es war dunkel, aber es war Vollmond und durch das offene Fenster wurde genug Licht hineingelassen. Es war kaum mit Nickys Gewissen zu vereinbaren, Kerry so anzustarren, wenn sie sich umzog, trotzdem schaute er weiterhin zu ihr hin�ber.
"Mein Gott Bryan, was tue ich hier?" fragte er sich und schloss die Augen, als Kerry sich umdrehte und zum Bett kam. Sie nahm ihre Decke und kroch darunter. Dann r�ckte sie n�her an Nicky heran und k�sste ihm vorsichtig den Nacken. Nicky merkte, wie ihm unwohl und zugleich kribbelig im Magen wurde. Kerry legte ihren Arm um Nicky und dr�ckte ihn.
"Nacht S��er", fl�sterte sie leise in sein Ohr und schloss die Augen.
"Schei�e", dachte Nicky, als er merkte, was mit ihm passiert war.

Es h�tte etwas anderes sein sollen, dass Bryan an diesem Morgen aus dem Schlaf holte. Nicht dieser bl�de Wecker und auch nicht ein paar bl�de Autos, die vorne auf der Stra�e unterwegs waren. Nein, entweder h�tten es Kerrys Lippen sein m�ssen, die einem sanft zu verstehen gaben, dass es Zeit zum Aufstehen war oder wenigstens der Duft nach frischem Kaffee, wenn Kerry schon wieder in der K�che war. Ja sogar Kerrys laute Stimme, wenn es mal wieder viel zu sp�t war, w�re besser gewesen, als diese Einsamkeit und dieser bl�de Wecker, der einem klar machte, dass niemand da war, der einen Wecken, geschweige denn Fr�hst�ck machen konnte.
Langsam qu�lte Bryan sich aus dem Bett und schwankte ins Bad. Es war wie jeden Morgen, den er in den letzten Tagen erlebt hatte. Bryan erlitt jedes Mal einen halben Herzinfarkt, wenn er in den Spiegel blickte und Nickys Gesicht ihn anstarrte. Es war immer noch so unvorstellbar und so irreal, was passiert war und Bryan hatte immer noch das Gef�hl, die ganze Zeit durch einen bescheuerten und absurden Traum zu laufen, der kein Ende nehmen wollte. Vielleicht war es auch ein Film, der noch lange nicht zuende gedreht war. Mit Sicherheit der falsche Film.

Nein, bei Nicky h�tte es ruhig der Wecker sein d�rfen, um einem wenigstens das Gef�hl zu geben, dass noch alles in Ordnung war. Aber es war gar nichts in Ordnung und das bekam Nicky gleich am fr�hen Morgen zu sp�ren, als Kerry ihn von hinten k�sste. Sie tastete sich von Hals runter bis zum R�cken, wo Nicky sofort eine G�nsehaut bekam. Nicky war zerrissen. Einerseits mochte er Kerry und wie sie mit ihm umging, andererseits musste er an Bryan denken, der eigentlich der Einzige war, der das Recht hatte, mit Kerry im Bett zu liegen, und sich von ihren K�sschen wecken zu lassen. Doch der eine Pol war st�rker. Die G�nsehaut verschwand und Nicky blieb ruhig liegen, um sich von Kerry verw�hnen zu lassen. Das ging so lange, bis Kerry von selbst aufh�rte und sich entschloss, Fr�hst�ck zu machen. Sie stand auf, wobei Nicky ihr fasziniert hinterher schaute. Nicht schlecht. Nicky musste sich auf die Zunge bei�en, um nicht einmal laut und kr�ftig zu pfeifen, um seine Gef�hle zum Ausdruck zu bringen. Er konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass Bryan so was am fr�hen Morgen tat. Und weil er sich auch nicht vorstellen konnte, dass Bryan so einfach aus dem Bett kam, blieb er einfach liegen, was Kerry auch nicht sonderlich zu verwundern schien. Wahrscheinlich v�llig normal, dass Bryan liegen blieb. Gut so.

"Also gut, erst Studio und dann das Buch", sagte Bryan zu sich und lief zum Kleiderschrank. Er wunderte sich ,warum er so viele neue Sachen hatte, bevor er merkte dass es nicht seine Sachen waren. Nicht zu fassen, dass es so lange dauern konnte, bis man sich an so was gew�hnte aber Bryan bef�rchtete, dass er sich nie dran gew�hnen w�rde.
Das fing damit an, dass er jeden Morgen p�nktlich erscheinen musste, um nicht gleich aufzufallen. Weiter ging es, wenn er die Klappe halten musste, obwohl ihm ein bl�der Spruch auf der Zunge lag und am schlimmsten war es, dass er keine Sachen vergessen durfte, die er sonst immer verga�. Das war durchaus das schwierigste an der ganzen Sache. Man konnte sich morgens fr�h aus dem Bett zwingen und man konnte bl�de Spr�che unterdr�cken, aber Dinge zu behalten, wenn man von Grund auf vergesslich war, das war geradezu unm�glich. Und den anderen einzureden, dass Nicky pl�tzlich Alzheimer h�tte, w�re unglaubw�rdig und w�rde wahrscheinlich eine weitere Katastrophe hervorrufen.
Ein Blick auf die Uhr sagte Bryan, dass er sich bald auf den Weg machen musste. Es war keine Zeit mehr, sich weiterhin �ber diese bl�de Vergesslichkeit, die nun leider in Nickys K�rper steckte, Gedanken zu machen. Bryan wollte noch etwas fr�hst�cken und deshalb suchte er sich noch schnell etwas zum anziehen, was Nicky vielleicht auch angezogen h�tte, und ging nach unten. Dort war nicht wie �blich der Tisch gedeckt, aber im K�hlschrank befand sich genug. Alles kein Problem, man musste sich nur ein bisschen umstellen, solange es nur das Fr�hst�ck war.

Nicky hatte es schon beim Fr�hst�ck schwer. Was mochte Bryan doch gleich noch am liebsten? Und was mochte er nicht? So genau hatte er das leider nicht aufgeschrieben. Nicky lie� seine Blicke �ber den Tisch gleiten, auf dem sich das ganze Fr�hst�ck befand. Es w�rde gar nicht so schwer werden, sich genau das falsche auszusuchen. Oder tat Kerry gar nichts auf den Tisch, was Bryan nicht mochte?
G�te, war das schwer und deshalb griff Nicky einfach zu. Er konnte sowieso nichts daran �ndern, dass er nicht wusste, was Bryan zum Fr�hst�ck a�, entweder es war falsch und er musste sich eine Notl�ge einfallen lassen, oder es war richtig und dann galt es, m�glichst viel davon zu essen. Er wollte sich gerade in die Schlacht st�rzen, als Kerry ihn rettete. Sie nahm die Pfanne mit den Eiern in die Hand und schaufelte Nickys Teller damit voll. Noch w�hrend Nicky am Essen war, schmierte Kerry Unmengen von Marmelade auf ein Toast und schob es Nicky zu. Nicky legte seine Gabel beiseite und wollte in das Toast bei�en, als Kerry es wieder wegzog und selber hineinbiss. Kerry hatte also Lust auf Spielchen. Na gut, wenn sie wollte. Nicky beugte sich nach vorne und blickte Kerry mit einem flehenden Blick an, dem sie auch sofort nachkam. Nicky biss vom Toast ab und als Kerry es wieder wegzog, verirrte sich ein kleines bisschen Marmelade in Nickys Mundwinkel. Kerry musste grinsen und beugte sich zu ihm r�ber. Nicky sah wieder Bryan vor sich, als Kerry ihn k�sste, um an die Marmelade zu kommen, aber er lie� es zu.
"F�r dich Bryan, willst du, dass sie Schluss macht?" dachte er leise, was Kerrys Kuss gleich viel angenehmer machte. Was sollte er denn tun? Wenn schon keinen Sex, dann wenigstens K�ssen, wenn nicht sofort auffallen sollte, dass irgendetwas nicht in Ordnung war.

"Keine Kratzer", wiederholte Bryan noch einmal Nickys Worte, als er den Z�ndschl�ssel umdrehte und der Wagen sich in Bewegung setzte. Und es wurden keine Kratzer. Das war auch das letzte, was Bryan jetzt gebrauchen k�nnte. Nicky hatte immerhin seinen K�rper und Bryan wollte nicht wissen, was er damit machen w�rde, wenn mit dem Auto irgendetwas geschehen w�rde. Bryan verwarf den Gedanken. Nicky w�rde nicht auf solche grausamen Ideen kommen. Nie.
Im Studio war er Gott sei Dank nicht der letzte. Kian fehlte noch und Nicky war zum Gl�ck auch noch nicht da und Bryan hoffte inst�ndig, dass er sich auch noch ein wenig Zeit lassen w�rde. So eine halbe Stunde w�re nicht schlecht. Kian kam etwa f�nf Minuten nach Bryan. Waren also alle da, bis auf Nicky. Bryan musste grinsen, als Louis anfing, sich wieder dar�ber aufzuregen, dass Bryan nicht da sein. Es war lustig, so was mal zu h�ren, denn wenn man zu sp�t kam, hatte das leider den Nachteil, dass man nie mitbekam, welche Ausma�e das hatte, bevor man eintraf. Gut, dass Louis nicht wusste, dass Bryan in Wirklichkeit schon da war. Vielleicht h�tte er sich zur�ckgehalten. Louis lief nun also die ganze Zeit im Studio auf und ab, wobei er immer wider auf die Uhr schaute. Bryan wurde nerv�s. So langsam sollte Nicky kommen, wenn er nicht einen Rekord im zu sp�t kommen aufstellen wollte. Es war an der Zeit, dass Bryan endlich eintrudelte, das musste Nicky doch wissen.
Und er wusste er. V�llig kaputt vom Treppen laufen kam er durch die T�r und wollte sich gerade entschuldigen, als Louis einen Wortschwall �ber ihm auskippte. War mal wieder ganz lustig, sich das ganze ausnahmsweise von Weitem anzugucken. Nicky h�rte kleinlich zu und als Louis fertig war, schickte Bryan noch schnell ein Sto�gebet zum Himmel.
"Nimm�s mit Humor", murmelte er und er wurde erh�rt. Nicky grinste und ging fr�hlich grinsend an Louis vorbei.
"Sch�n, dann sind ja jetzt alle da. K�nnen wir anfangen?"
"Ja, das k�nnen wir", fauchte Louis und lie� sich neben dem Produzenten nieder, der ab jetzt das Kommando hatte.
Bryan setzte sich zu Nicky auf eines der Sofas.
"Sag mal, kannst du jetzt eigentlich den Text von den ganzen Songs?" fragte er leise.
"Na ja, zumindest die, die wir noch aufnehmen, aber die �lteren Lieder..."
"Ist nicht schlimm, solange wir keine Auftritte haben", meinte Bryan. "Und du bist dir sicher, dass du singen willst?"
Nicky zuckte mit den Schultern. "Mir wird nichts anderen �brig bleiben."
"Na ja, da sind noch die Interviews, die m�ssen wir auch noch machen!"
Nickys Stimmung sank sofort auf den Tiefstpunkt. "Mist, wenn ich wenigstens w�sste, was die ungef�hr wissen wollen..."
"K�nnen wir nichts dran �ndern. Du wei�t so ungef�hr Bescheid und mehr geht nicht. Noch mal werden wir uns da nicht drum herumreden k�nnen!"
"Hast recht, aber..."
"Bryan, kommst du?" ert�nte eine laute Stimme. Sie kam vom Produzenten, der auf seinem Stuhl sa� und Nicky auffordernd zuwinkte.
Bryan klopfte seinem Kumpel auf die Schulter. "Du packst das schon."
Nicky nickte und erhob sich. Er schnappte sich den Kopfh�rer und stellte sich vors Mikrofon.
"Alles klar?" fragte der Produzent und Nicky nickte wieder.
"Okay, here we go", rief der Produzent und lie� die Musik laufen. Nicky �berlegte kurz, ob er es schaffen w�rde. Er konnte singen, aber darum ging es jetzt leider gar nicht. Es ging darum, so zu singen wie Bryan und Nicky fragte sich, ob man wie Bryan singen konnte, nur, weil man Bryans Stimme hatte. Er schloss kurz die Augen und sah Kerry.
"Okay, du tust es f�r sie.", sagte er sich. "Nein, was denkst du da.", wies er sich in die Schranken. "f�r Kerry... nein..."
Die Musik ging aus.
"Bryan?" fragte der Produzent? "Du sollst singen!"
Nicky fuhr hoch. So ein Mist. Er schaute kurz zu Bryan, der gar nicht hinsehen konnte. Warum musste alles schief gehen?
Nicky konzentrierte sich wieder auf die Musik. "Okay, dann tust du es f�r Bryan", sagte er sich diesmal und es funktionierte sogar. Noch w�hrend er die letzten Takte sang, konnte er sehen, wie Bryan erleichtert aufatmete und sich entspannte. Es hatte geklappt und niemand hatte was bemerkt, was mit Sicherheit daran lag, dass Nicky es einfach super hinbekommen hatte.
Bryan hatte in diesem Song keinen Part zu singen. Louis schickte die beiden fr�hzeitig runter und wollte mit den anderen weitermachen, w�hrend unten die Interview liefen.
Auf den Treppen wurden Bryan und Nicky nerv�s.
"Das wird schon", sagte Bryan.
"Und was ist, wenn ich pl�tzlich gar nichts mehr �ber dich wei�?" fragte Nicky und blieb auf der Treppe stehen.
"Dann erz�hlst du irgendetwas. Muss ich wohl oder �bel auch tun. Kann ja sein, dass wir beide und pl�tzlich ganz schrecklich ver�ndert haben..."
"Wer�s glaubt wird selig", sagte Nicky und zeigte Bryan im Weitergehen einen Vogel.
"Nee, war auch ein Scherz", lachte Bryan. "Ich hab eine andere Idee. Wir m�ssen blo� daf�r sorgen, dass wir beide im Raum bleiben. Wir werden der Reporterin mit dieser Methode ein wenig auf die Nerven gehen, aber es muss sein."
"Bryan, was hast du vor?"
"Wirst du sehen! Fang du einfach mit deinem Interview an."
"Wenn du meinst", grummelte Nicky und ging mit Bryan auf eine T�r zu.
"Na los", forderte Bryan ihn auf und die beiden betraten den Raum. Das aufgescheuchte Huhn sa� diesmal fast ganz still auf dem Sofa. Nur, dass sie die ganze Zeit mit den Fingern auf ihren Unterlagen rumtrommelte. Sie konnte es einfach nicht lassen, aber vielleicht w�rde ihre Nervosit�t sie ein wenig davon ablenken, dass hier in Wirklichkeit gar nichts mehr stimmte.
Bryan und Nicky setzten sich und die Reporterin fragte sofort: "Wer f�ngt an?"
"Ich" rief Nicky, als m�sste er sich mit Nicky darum streiten, wer als erster durfte. Die Reporterin z�ckte ihren Kuli und ein Tonbandger�t. Doppelt gemoppelt, fand Bryan, sagte aber wieder nichts. Die ersten Fragen waren leicht. Das Geburtsdatum von Bryan hatte Nicky immer gewusst. Er wusste nicht, warum man so was Uninteressantes fragen musste, aber das erleichterte die ganze Sache enorm.
Schwieriger wurde es, als die Reporterin wissen wollte, was Kerry am meisten an Bryan aufregte. Gott, das hatte er in den paar Stunden mit ihr noch nicht herausgefunden. Nicky tat, als w�rde er �berlegen und er fragte sich, ob Bryan wirklich einen Plan hatte. Aber er hatte einen. Bryan fing laut an zu lachen.
"Ach Bryan, gib�s zu, Kerry findet dauernd K�sesocken unter dem Bett und leere Bierdosen vor dem Fernseher!"
Nicky war kurz irritiert, warf Bryan einen k�nstlich w�tenden Blick zu, damit es wenigstens ein bisschen so aussah, als h�tte er das nicht ausplaudern sollen, und sagte dann: "Okay, hast Recht. Das ist es!"
So ging das die ganze Zeit. Bryan hatte fast ein bisschen Schadenfreude, dass das Huhn sichtlich nerv�s wurde, als Bryan fast das die ganzen Fragen an Nicky beantwortete und umgekehrt. Doch hinterher gab sie sich mit ihren Antworten zufrieden. Sie w�rde sowieso nicht schreiben, wer was gesagt hatte. So doof war sie dann doch wieder nicht.

"Wie, die stehen nicht im Telefonbuch?"
Bryan riss Nicky das dicke Buch aus der Hand und bl�tterte verzweifelt die Seiten hin und her.
"Na wie ich es sage. Sie stehen nicht drin!"
"so eine Schei�e, wie sollen wir die denn dann finden?"
Nicky zuckte mit den Schultern.
"Bryan, das kann auch noch einen ganz unangenehmen Grund haben, warum die hier nicht drin stehen..."
"Was?" rief Bryan aufgeregt, als Nicky mit dem Ausspucken z�gerte.
"Na ja... das ist ein Dubliner Telefonbuch... und..."
"Nein!" rief Bryan. "Bitte nicht, da finden wir sie ja nie." Bryan war gestresst. Die Sache im Studio heute war schon stressig genug gewesen. Sie hatten ihre K�pfe mal wieder erfolgreich aus der Schlinge gezogen, aber das brachte gar nichts. Eine Katastrophe folgte auf die n�chste.
"Vielleicht hast du ein altes Telefonbuch", meine Bryan, der mit Nicky in Nickys Haus sa�.
"Oder ein neues", sagte Nicky. "Das w�re noch viel schlimmer. Guck dir das Buch mit den Zauberspr�chen an. Das Buch hat vielleicht einige hundert Jahre �berlebt, aber die Besitzer?"
"Nicky, h�r auf, so einen Mist zu reden. Ich sage, die beiden leben noch und wenn ich das sage, dann ist das so! Punkt!"
"Na wenn du meinst!"
"Ja, das meine ich. Hast du denn noch eine Idee, wie wir die beiden finden k�nnten?"
"Jo, beim Einwohnermeldeamt. Es gibt ja auch noch Leute, die ihre Nummer nicht im Telefonbuch haben. Du ja schlie�lich auch nicht."
"Da w�re ich ja auch sch�n bescheuert", sagte Bryan.
Nicky nickte und meinte: "Die haben vielleicht auch ihre Gr�nde."
"Okay, dann fahren wir jetzt los", sagte Bryan, der keine Lust mehr auf das Vertauschpiel hatte. Nicky, der auch keinen Bock mehr hatte, stimmte ihm zu.
"Ich darf fahren", sagte Bryan, zog Nickys Autoschl�ssel aus der Tasche und wedelte damit vor Nickys Nase herum. Nicky gab widerwillig sein Einverst�ndnis. Na ja, Bryan w�re ja auch nicht begeistert, abgesehen davon, dass Bryans Wagen schon ein paar Kratzer hatte.
"Na gut, aber jetzt lass uns los!"

Im Einwohnermeldeamt fingen die Probleme dann wieder von vorne an. Hinter einem Schreibtisch sa� eine alte Dame, mit einer kleinen Brille auf der Nase. Sie hatte graue Haare und h�tte mit ihrem Alter glatt selbst die Besitzerin des Buches sein k�nnen. Leider war sie es nicht und weigerte sich strikt, Nicky und Bryan in irgendeiner weise Auskunft �ber die zwei gesuchten Personen zu geben.
"Das darf ich nicht", war das einzige, was sie dazu zu sagen hatte und Nicky bef�rchtete schon, dass der Wortschatz der alten Dame sich auf diese vier Worte begrenzte. Na da hatten sie ja genau die richtige Frau an der Auskunft sitzen.
"Das darf ich nicht", wiederholte sie.
Bryan st�tze sich mit den H�nden auf den Schreibtisch und ging mit seinem Gesicht fast bis an das der Dame heran. Ihre Nasen ber�hrten sich fast, als Bryan aufgebracht schrie: "H�ren sie mal, ich hab wirklich keine Lust, meine Zeit mit ihnen zu verschwenden, also w�rden sie jetzt bitte so freundlich sein, mir die Adresse von den beiden zu geben?" Bryan hatte seinen Zeigefinger ausgestreckt und bohrte jetzt damit auf der Tischplatte herum.
"Das darf ich nicht", sagte die Frau und Nicky hatte beschlossen, dass sie wirklich nicht mehr sagen konnte.
"Ich sag ihnen jetzt mal, was sie nicht d�rfen", schnauzte Bryan weiter und die Frau wich ein paar Zentimeter zur�ck. "Sie d�rfen sich nicht mit mir anlegen, das kann wirklich gef�hrlich werden..."
"Gibt es ein Problem?" fragte eine Stimme hinter ihnen. Wahrscheinlich war es diese eine Frage, die die Frau hinter dem Schreibtisch davor bewahrte, dass Bryan �ber den Tisch sprang und ihr eine knallte. Bryan und Nicky drehten sich um. Hinter ihnen stand eine Frau, die nicht nur um einiges j�nger, sondern auch um einiges netter aussah, als die andere. Sie l�chelte die beiden fragend an, wobei sie ihren blonden Locken einmal nach hinter fliegen lie�. Nicky fragte sich kurz, ob er im Einwohnermeldeamt oder in einem Studio f�r Haarshampoowerbung gelandet war, als Bryan das Wort ergriff.
"Nicht direkt ein Problem, aber ihre Kollegin hier macht es zu einem."
"Kann ich ihnen vielleicht helfen?" fragte die j�ngere und r�ckte ihr Namensschild zurecht. Dann klimperte sie mit den Wimpern.
Bryan hatte keine Lust auf Flirtversuche. Er hatte eine Frau zu Hause, ein Blind Date f�r heute Abend und jetzt eigentlich nur ein Problem, das er gleich ansprach.
"Nat�rlich, wenn sie uns eben eine Adresse raussuchen k�nnten, dann w�re uns das sehr hilfreich."
"Das darf sie nicht", meldete sich die Frau hinter dem Schreibtisch wieder.
"Na toll", rief Nicky und klatschte leise in die H�nde. "Sie kann sogar die dritte Person bilden!"
"Worum geht es denn", fragte die Blonde, ohne auf ihre Kollegin einzugehen.
"Wir haben etwas gefunden, dass den beiden geh�rt und wir w�rden es gerne pers�nlich zur�ckgeben", sagte Bryan, wobei es halb gelogen war. Er wollte blo� seinen K�rper zur�ck haben. Er reichte der Frau den Zettel mit den zwei Namen.
"Kein Problem", s�uselte die junge Dame. "Ich bin gleich wieder da!"
Sie verschwand irgendwohin. Bryan konnte es nicht lassen, die Dame mit den grauen Haaren siegessicher anzul�cheln. Wahrscheinlich h�tte Nicky das nicht gemacht, aber die hatte sowieso keine Ahnung und deshalb war es auch egal.
"So bitte sch�n!"
Die Frau war wieder aufgetaucht und reichte Bryan den Zettel. Bryan bedankte sich und die Frau verschwand wieder.
"Los, wir hauen ab", sagte Nicky und zog Bryan mit sich. Bryan warf noch einen Blick zur�ck auf die alte Dame und wedelte mit dem Zettel durch die Luft. Dann lief er Nicky hinterher und bekam von dem b�sen Blick, der auf seinem R�cken haftete nichts mehr mit.
"So, jetzt will ich nach Hause", sagte Nicky und ging auf das Auto zu.
"Nach Hause?" fragte Bryan schockiert. "Nicky, du hast heute Abend vielleicht die Chance, deinen K�rper wiederzubekommen!" Bryan verga� in seiner Freude �ber den Fortschritt total, dass er eine Verabredung hatte.
"Ich wei�", antwortete Nicky, w�hrend er sich auf dem Beifahrersitz niederlie�. "Ich werde heute Abend mit Kerry im *Rivo* essen gehen. Das kann ich unm�glich absagen, du kennst sie doch!"
Bryan seufzte. "Hast recht, dann machen wir es morgen, okay?"
Nicky war einverstanden. Vor Bryans Haus verabschiedete er sich von Bryan und stieg in Bryans Wagen.

"Gott, wir machen das echt noch eine Nacht freiwillig mit", st�hnte Bryan, als er Nickys Haust�r aufschloss und den dunklen Flur betrat. Gleichzeitig war er aber auch erleichtert. H�tte Nicky nichts von Essen gehen und so gesagt, dann h�tte Bryan das Date voll verschwitzt. Gut, Nicky wusste ja auch noch nichts davon. Sorgen dar�ber, wie er Nicky das schonend beibringen sollte, machte er sich noch nicht. Erst mal wollte er gucken, was �berhaupt daraus wurde.
Es war ihm nicht ganz wohl dabei, dass Nicky einfach so mit Kerry essen ging, aber Kerry hatte so was mal wieder verdient und zum Schluss war es ja hoffentlich bald doch wieder er, dem sie daf�r dankbar sein w�rde.
Bryan zog sich noch schnell etwas anderes an und machte sich dann auf den Weg zur *Temple Bar*. Das Viertel war um diese Zeit schon gut besucht. Hier reihten sich die Pubs nur so aneinander, im Dunkeln beleuchteten die Stra�enlaternen die Stra�e gut und an der *Temple Bar* standen schon wieder viele Leute. Bryan betrat die Bar und fragte sich, welche der Theken Georgina gemeint hatte, doch weil er an der vorderen niemand sah, ging er weiter zur n�chsten, die sich weiter hinten im Pub befand, und bemerkte, dass der ganz linke Platz tats�chlich schon besetzt war und zwar von einer Frau. Er schlug sich durch die Menschenmenge und als er nah genug dran war, rief er ihren Namen.
"Georgina?"
Die Frau drehte sich tats�chlich um und strahlte erfreut, als sie Bryan sah.
"Nicky?" rief sie und stand auf.
"Ganz genau", meinte Bryan grinsend und lief auf sie zu. Sein Blind Date war ja gro�e Klasse. Sie hatte lange, braune Haare, gr�nblaue Augen, war gro�, einfach ein Traum. Sie umarmte ihn kurz, irgendwie waren sie einander vertraut. Bryan setzte sich neben sie und wusste nicht, was tun. Normalerweise war er ja nicht so sch�chtern, Kerry hatte er auch nur wegen seiner coolen Spr�che bekommen, aber jetzt wollten im absolut keine einfallen. Da bemerkte er, dass er ja Nicky war und der war ja eh nicht ganz so frech wie er, also war das auch gar nicht schlimm. Also beschloss er in die Offensive zu gehen und Georgina einfach mal anzul�cheln, mal gucken, was sie tun w�rde.
"Was grinst du so?"
"Einfach nur so!"
"Aha!"
"Ja, ich hab nur grad festgestellt, dass zu der Stimme aus dem Telefon eine wundersch�ne Frau geh�rt, das ist alles!"
Georgina grinste verlegen, sie war geschmeichelt. Bryan l�chelte, denn ihm gefiel Georgina wirklich. Sie kam zwar nicht an seine Kerry ran, aber eine unleugbare Sch�nheit besa� sie trotzdem. In Gedanken versunken bemerkte Bryan den Barkeeper nicht, der ihn schon drei mal gefragt hatte, was er trinken wollte. Erst als Georgina ihn in den Arm kniff, erwachte er aus seiner Vertr�umtheit und sah auf.
"�h, ein Guinness bitte", bestellte er und blickte dann gleich wieder zu Georgina, die angefangen hatte, in ihrem Cocktail, der vor ihr stand, zu r�hren. Als Bryan einen kr�ftigen Schluck von seinem frischen Guinness genommen hatte, stand er auf und zog Georgina mit sich auf die Tanzfl�che.
"Los, lass uns eine Runde das Tanzbein schwingen" meinte er, was von Georgina mit einem Grinsen quittiert wurde. Hatte er also mal wieder Eindruck geschunden. Bryan schaffte es immer wieder, egal in welchem K�rper er steckte. Wild wirbelten sie zu den Kl�ngen von richtigen Partyknallern �ber den Fu�boden und rempelten dabei nicht nur ein P�rchen an. Jedes Mal bekam Bryan dabei fast einen Lachanfall und mit der Zeit konnte auch Georgina nicht mehr an sich halten und lachte herzhaft mit. Da hatte sie sich ja einen lustigen Vogel geangelt.
Nach einigen Songs waren die Beiden so au�er Puste, dass sie beschlossen zur�ck an die Theke zu gehen. Ihre Getr�nke waren verschwunden, also spielte Bryan den Gentleman und bestellte neue, f�r sich und Georgina einen Liebescocktail. Bryan wusste genau, was ihn erwartete, er hatte mit Kerry oft genug einen getrunken. Halt, nicht an Kerry denken. Er tat dies f�r Nicky, einzig und allein f�r Nicky. Er war nicht Bryan im Moment, er war Nicky, also betrog er Kerry auch nicht. Aber das ungute Gef�hl blieb. Nichtsdestotrotz kam f�nf Minuten sp�ter der Liebescocktail f�r die beiden. Ein gro�es Glas, mit vielen Fr�chten, zwei R�hrchen zum Trinken aber nur einer Gabel f�r die Fr�chte. Sie mussten sich also gegenseitig f�ttern und nicht nur einmal brach Georgina in Lachen aus, weil Bryan sich besonders doof anstellte. So viel Spa� hatte sie schon lange nicht mehr gehabt. Viel geredet wurde nicht, in der Bar war es zu laut, aber die Gestiken und Mimiken alleine reichten aus um Bryan zu zeigen, dass Georgina ihn mochte, sehr mochte..... und er mochte sie auch. Aber empfand er wirklich gleich wie sie?

Zur gleichen Zeit etwa sa� Nicky zu Hause in Bryans Wohnzimmer, auf Bryans Lieblingscouch und sah Bryans Lieblingssendung *Friends* an. Kerry sa� neben ihm und hatte sich an ihn gekuschelt. Nicky hatte einen Arm um �seine� Frau gelegt und hielt sie einfach nur fest. Mehr war nicht m�glich, ohne dass sein schlechtes Gewissen Bryan gegen�ber ihn erdr�ckte. Wenn er geahnt h�tte, was Bryan in dem Moment tat, er w�re nicht so schuldbewusst gewesen. Nicky hatte Kerry sehr gerne, mehr als ihm lieb war sogar. Kerry war wundersch�n und er genoss es in ihrer N�he zu sein, ihre sanften K�sse zu sp�ren, einfach zu wissen, dass sie da war. Aber es tat weh, dass Kerry in ihm nur Bryan sah. Als sie aufstand, blickte er sie verwundert an.
"Was hast du vor?" fragte er sie.
"Oh Bryan, hast du es schon wieder vergessen? Wir wollten doch ins *Rivo*", meinte sie und sah ihn leicht vorwurfsvoll an.
"Ach stimmt ja. Na dann, nix wie los oder?"
"Genau. Molly schl�ft, wir m�ssen nur noch schnell das Babyphon zu meiner Mum nach Nebenan bringen, dann k�nnen wir!"
Nicky nickte und stand auf. W�hrend Kerry zu Mollys Oma r�berlief, zog er sich oben etwas feineres an. Das *Rivo* war schick, nicht zu schick aber in Jeans aufzutauchen w�re trotzdem etwas zu frech gewesen. Ein Gl�ck hatte er Bryan mal dorthin fahren m�ssen, sonst h�tte nicht mal den Weg gewusst. Als Kerry wieder kam schl�pfte auch sie schnell in eine etwas elegantere Robe und folgte Nicky in ihrem schwarzen Minikleid zum Auto. Es stand ihr ausgezeichnet und Nicky sparte nicht mit Komplimenten. Erstens weil Bryan das auch getan h�tte, so ein kleiner Charmeur wie er war, und zweitens war es Nickys ehrliche Meinung, Kerry sah einfach nur hinreisend aus.
Als sie am *Rivo* angekommen waren, parkte Nicky und stieg aus. Rasch lief er um das Auto herum und �ffnete Kerry die T�r.
"Darf ich bitten, sch�ne Frau?!" grinste er und hob Kerry seinen Arm hin, so dass sie sich daran festhalten konnte. Sie l�chelte und hackte sich bei ihrem Mann unter. Dann liefen sie gemeinsam in das Restaurant.

"Puh, noch mal eine Runde tanzen �berlebe ich nicht", meinte Georgina lachend und zog Bryan erneut an die Theke wo inzwischen schon der dritte Liebescocktail auf die beiden wartete. Und so langsam merkte man ihnen diese auch an. Beide waren leicht beschwipst und wirbelten nur noch umher. Bryan grinste Georgina an, ehe er sie zu einem weiteren Tanz aufforderte. Und weil in diesem Moment eine Ballade begonnen hatte, *If tomorrow never comes* von Ronan Keating, nickte Georgina. Zu etwas schnellerem Tanzen w�re sie nicht mehr in der Lage gewesen aber dies lie� sich noch machen. Bryan streckte ihr seine Hand hin, die Georgina ergriff. Dann zog Bryan sie her zu sich und legte seine Arme um sie. Georgina hielt sich an Bryan geschmiegt fest und wippte leicht zur Musik. Bryan tat es ihr gleich. Sie bewegten sich zu den Takten der Melodie nur sehr zaghaft, es war ein sch�nes Gef�hl sie in seinen Armen zu halten. Er legte sein Kinn auf ihre Haare und hielt sie ganz fest. Es tat gut, sie bei sich zu haben, aber er sp�rte genau, dass er nur Freundschaft f�r sie empfand. Er liebte seine Kerry, auch wenn er wie Nicky aussah. Das wurde ihm in dem Moment, als die beiden gemeinsam auf der Tanzfl�che standen, klar. Aber zur Zeit war er ja Nicky und es war seine gottverdammte Pflicht auch so wie Nicky zu tun und wer wusste schon, ob sich Nicky vielleicht nicht auch in Georgina verliebt h�tte?! Nur Nicky wusste dies und ihn konnte Bryan im Moment leider nicht fragen. Also beschloss er das Risiko einzugehen und versuchte Georgina f�r sich, f�r Nicky zu gewinnen. Am Ende des Liedes sah Georgina ihm pl�tzlich in die Augen. Bryan wurde ganz schwindelig, weil sie so perfekte Augen hatte. Diese Mischung zwischen gr�n und blau war einfach genial. Bryan erwiderte ihren Blick und hinderte Georgina auch nicht daran, als die ihrigen Lippen den seinen immer n�her kamen. Er k�sste sie, er stand mitten auf der Tanzfl�che in der Temple Bar und k�sste sie. Und das, obwohl er doch eigentlich verheiratet war, verdammt. Halt, er war nicht verheiratet, er war Nicky, alles war in Ordnung. Nachdem Bryan erneut zu der Erkenntnis gekommen war, dass er ja in Nickys, seiner Meinung nach viel zu kleinem K�rper steckte, entspannte er sich und fing an diesen Kuss zu genie�en. Ganz wohl war ihm zwar immer noch nicht bei der Sache, aber er tat es f�r Nicky und nach und nach fing er an diesen ewig dauernden Kuss sogar etwas zu genie�en, wie Nicky es auch getan h�tte.
Nachdem sich Georgina schlie�lich von ihm gel�st hatte, lie� er sie los und kratzte sich verlegen am Kopf. Was war nur eben mit ihm passiert? Aber Georgina nahm ihm seine ganze Befangenheit, indem sie grinste und meinte: "Hey, du k�sst gut!"
Da fing auch Bryan an zu lachen und gab das Kompliment gerne zur�ck.
"Und was stellen wir nun an?" wollte Bryan wissen und sah Georgina frech an.
"Keine Ahnung, was du nun machen willst. Ich wei� nur, dass ich jetzt leider nach Hause muss, weil ich morgen leider um zehn in der Uni antanzen muss, Vorlesung!" Mit diesen Worten verdrehte sie die Augen. Es war offensichtlich, dass sie viel lieber hier bei Bryan geblieben w�re.
"Oh, wirklich? Schade", meinte Bryan darauf und zog eine Fratze. Er war wirklich entt�uscht, dass sie jetzt schon gehen musste, denn so sp�t war es noch gar nicht. Georgina l�chelte ihn an.
"Ja, leider. Aber wir k�nnten uns doch morgen Mittag wieder treffen oder?"
Da hellte sich Bryans Miene schlagartig wieder auf. Sie hatte Recht, ein weiteres Treffen war die L�sung.
"Jo, eigentlich schon. Doch, das m�sste gehen. Gibst du mir deine Telefonnummer, damit ich dich erreichen kann falls es doch nicht klappen sollte?"
"Klar!" Sie nickte und z�ckte Papier und Stift aus ihrer Handtasche. Es war Bryan unbegreiflich wozu eine Frau so was dabei hatte, noch dazu in so einer kleinen Tasche, aber ihm sollte es Recht sein. Keine Minute verging bis er Georginas Nummer in seinen H�nden hielt, seine, bzw. die von Nicky wusste sie ja schon. Seine Mission war also erf�llt. Nickys Date war gut gelaufen, er hatte Georgina f�r Nicky an der Angel h�ngen, perfekt. Wenn er geahnt h�tte, was Nicky in dem Moment laufen hatte...

Kerry und Nicky hatten den Abend im Restaurant genossen. Das Essen war vorz�glich gewesen und die beiden hatten es sich richtig schmecken lassen. Nun sa�en sie wieder im Auto, auf dem Weg nach hause. Da fuhr Nicky langsamer, hielt am den Stra�enrand und hielt den Wagen an. Kerry sah in fragend an und blickte direkt in die Augen ihres Mannes.
"Was ist los, Schatz?" wollte sie wissen.
"Kerry, ich halt das nicht mehr aus. Ich muss dir jetzt einfach die Wahrheit sagen!" Nicky hatte beschlossen, mit diesem d�mlichen Spiel aufzuh�ren und Kerry, auch wenn Bryan das nicht passen mochte, in die ganze Geschichte einzuweihen.
"H�r zu. Ich bin nicht Bryan, ich bin Nicky. Ich stecke in Bryans K�rper, weil wir so einen verfluchten Zauberspruch zusammen ausgesprochen haben..."
Kerry sah ihn entsetzt an. Hatte Bryan jetzt vollkommen den Verstand verloren? Sie lachte ihn an, so ein Schwachsinn konnte auch nur ihrem Mann einfallen.
"Ja klar Bryan und ich bin deine Schwester. Guter Witz, wirklich, ein guter Witz. So ein Unsinn kann auch nur dir einfallen", meinte sie immer noch grinsend. Es war offensichtlich, dass sie Nicky kein Wort glaubte. Nicky war nahe dran zu verzweifeln, er hatte es versucht ihr klar zu machen wie die Sache wirklich war, aber statt dessen lachte sie. Ja sie lachte ihn aus und hielt das alles f�r einen Witz. Sch�n, wenn es einer gewesen w�re, aber es war keiner und Kerry glaubte ihm nicht. Verdammt noch mal, er hatte keine Lust mehr. Er hatte sich in Kerry, die Ehefrau seines besten Freundes verliebt und steckte zudem noch in Bryans K�rper, gro�artig, wirklich gro�artig. Was sollte er nur tun um aus diesem Schlamassel irgendwie wieder heil rauszukommen? Da fiel ihm ein, dass sie ja die Adressen dieser beiden Hamilton-Frauen hatten, vielleicht w�rden die ihnen morgen helfen k�nnen. Er seufzte, mehr als warten konnte er nicht tun. Kerry wollte ihm ja nicht glauben. Also seufzte er, lachte �ber seinen eigenen *Witz*, damit Kerry weiterhin der Meinung blieb, dass alles okay sei und fuhr los. Morgen war er wieder er selbst, dann w�rde er nicht mehr Tag und Nacht mit Kerry zusammen sein m�ssen und w�rde sich hoffentlich wieder entlieben. Ja, genau so w�rde alles werden.
F�nf Minuten sp�ter bog er in ihre Hofeinfahrt ein.

Wieder kein Kuss. Also ein schrecklicher Morgen, wie jeder andere, seit Bryan nicht mehr in seinem K�rper steckte. Kaum zu glauben, wie sehr sich das Leben ver�nderte, wenn man blo� �u�erlich jemand anders war. Direkt unmenschlich.
Es war das selbe wie jeden Morgen, seit es passiert war. Nickys Bett, Nickys Klamotten, Nickys Bad und alleine fr�hst�cken. Es gab keinen Weg daran vorbei und man konnte lediglich versuchen, sich einzubilden, Kerry w�re blo� kurz weg und w�rde gleich wiederkommen, aber wenn das Haus nach zwei Stunden dann immer noch so leer war, wie vorher auch, dann brachte das gar nichts.
Na ja, wenigstens war da seit gestern noch eine Frau, auf die man warten konnte. Man hatte nicht die ganze Zeit das Gef�hl, dass den ganzen Tag gar nichts passieren w�rde. Obwohl den ganzen Tag genug passierte, wenn man nicht f�r den gehalten wurde, der man wirklich war, war es langweilig, wenn man verheiratet und trotzdem alleine war.
Nicht zu fassen, dass man sich unter diesen Umst�nden jeden Morgen aus dem Bett qu�lte. Sogar dann, wenn nicht mal Arbeit im Studio oder sonstiges angesagt war. Aber man konnte auch nicht den ganzen Tag verschlafen, w�hrend Nicky dabei war, sich mit Kerry zu vergn�gen.
Deshalb stieg er aus dem Bett und machte den morgendlichen Rundlauf vom Bad bis zum Kleiderschrank und dann bis in die K�che. Dort lag das Buch auf dem Tisch. Das verdammte Buch.
Wenn man sich das so �berlegte, dann war es die Schuld von Louis. Oder doch der ganzen Firma mitsamt dem bl�den Studio, das umgebaut werden musste? H�tte es nicht umgebaut werden m�ssen, dann h�tte Louis ihn und Nicky nie auf diesen bl�den Dachboden geschickt, dann w�rde das Buch dort immer noch liegen...
"Nein, wir sind selber daran Schuld", sagte Bryan zu sich. "Wir ganz alleine, weil wir so doof waren, zu glauben, dass es Sachen, die man noch nicht gesehen hat, nicht gibt."
Aber nein, es gab wirklich Magie auf dieser Welt und Bryan hoffte, dass er ihr nie wieder begegnen w�rde, sobald er das hier alles hinter sich gelassen hatte. er w�rde es hinter sich lassen, das stand f�r ihn fest.

F�r Nicky stand w�hrenddessen noch gar nichts dergleichen fest. Letzte Nacht, als er mit Kerry nach Hause gekommen war, war nichts schlimmes passiert, weil Kerry m�de gewesen war, aber Nicky sp�rte, dass es nicht mehr langen dauern konnte, dann w�rde Kerry es einfach tun. Oder seine Liebe zu Kerry w�rde so gro� werden, dass er es tun w�rde. Irgendwer w�rde anfangen, eine Katastrophe. Nicky konnte sich nicht vorstellen, irgendwann einmal mit Bryans Ehefrau geschlafen zu haben. Es war unfair Bryan gegen�ber und auch wenn Kerry von alldem noch nichts wusste, es war auch unfair ihr gegen�ber.
Er hatte versucht, es ihr zu erkl�ren, aber sie hatte gelacht und es f�r einen von Bryans Witzen gehalten. Sie h�tte vielleicht auch gelacht, wenn sie nicht mit Bryan verheiratet gewesen w�re. So eine bl�de Geschichte konnte man selbst von einem humorlosen und ernsten Mann nicht glauben. Kerry w�rde es nie glauben. Es w�rde �berhaupt niemand glauben, der es nicht gesehen hatte und leider hatte es niemand gesehen.
Es w�rde dabei bleiben, er liebte Kerry und irgendwann w�rde es nicht mehr m�glich sein, sich zur�ckzuhalten, weil Bryan immer noch Kerrys Ehemann war.
Nicky war zerrissen. Er war heute mit Bryan verabredet, um dem ganzen ein Ende zu bereiten und er freute sich darauf, wieder in seinem K�rper zu stecken, andererseits w�nschte er sich jetzt schon, dass er Kerry nie wieder w�rde verlassen m�ssen.
Trotzdem wollte er das Treffen nicht verschieben. Wenn sich die Sache kl�ren w�rde, dann w�rde sich auch das Problem mit Kerry l�sen. Er w�rde Abstand von ihr gewinnen und vielleicht vergessen, was zwischen ihnen gelaufen war. Und desto schneller alles wieder beim Alten war, desto leichter w�rde es werden... f�r alle.

Bryan hatte Georgina eine SMS geschickt. Er wollte sich am Abend mit ihr Treffen um vorher genug Zeit zu haben, sich mit Nicky auf die Suche nach den Besitzern des Buches zu machen. Noch hatte er den ganzen Tag vor sich, also genug Zeit.
Die Adresse hatte er sich schon angeguckt. Sie w�rden die Zeit brauchen, denn die Adresse kam nicht aus Dublin. Bryan war trotzdem erleichtert. Die Damen h�tten �berall auf der Welt leben k�nnen und jetzt wohnten sie in einem kleinen Ort in der N�he von Dublin. Vielleicht eine Stunde Autofahrt.
Bryan hatte sich gewundert, warum die beiden nicht im Telefonbuch gestanden hatten und man beim Einwohnermeldeamt einfach so die Adresse rausger�ckt hatte, aber daf�r gab es zwei simple Erkl�rungen. Entweder die Leute, die aus dieser Gegend stammten, standen nicht mehr im Telefonbuch f�r Dublin oder die nette Dame, die ihnen die Adresse gegeben hatte, hatte wirklich nur Eindruck schinden wollen, was sie ja auch schon mit ihren langen Haaren und dem ganzen Schnickschnack versucht hatte.
War letztendlich auch egal. Er hatte die Adresse und heute w�rde er seinen K�rper zur�ckbekommen, dessen war er sich sicher.

"Kerry, ich muss los", sagte Nicky und gab Kerry einen Kuss auf die Wange. Er hatte den letzten Bissen von Kerrys Traumfr�hst�ck aufgegessen und wollte sich auf den Weg zu Bryan machen, der ihm schon erkl�rt hatte, dass es kein F�nf-Minuten-Trip werden w�rde, den sie heute unternehmen wollten.
"Wohin willst du denn?" fragte Kerry, die etwas entt�uscht war.
"�h", machte Nicky und kratzte sich am Kopf. Daran hatte er nicht gedacht. War klar gewesen, dass sie fragen w�rde, wo er hinwollte und sie hatte auch ein Recht darauf, es zu erfahren. Da er aber nicht wieder mit der wahren Story kommen konnte, sagte er schnell: "Zu Nicky, wir wollten ein paar Songs schreiben!"
Kerry l�chelte verst�ndnisvoll und begleitete Nicky in den Flur.
"Wann kommst du wieder?"
"Ich wei� nicht Schatz... so schnell ich kann, das verspreche ich dir!"
"Okay", sagte Kerry und gab Nicky noch einen Kuss.
Nicky verschwand aus dem Haus. Kerry blieb noch in der offenen T�r stehen und schaute Nicky dabei zu, wie er ins Auto stieg und auf die Stra�e fuhr.
Es war wieder still im Haus. Molly sa� im Wohnzimmer auf dem Boden und malte. Sie hatte sich Stifte und Papier gesucht und malte gelb-rote Bilder. Ihre Zeichnungen hatten nicht ganz die Form von B�ren, denn Kerry war sich sicher, dass sie Pooh malen wollte, trotzdem war sie talentiert, fand Kerry.
Nicky war verschwunden. Er war um die n�chste Ecke gebogen und Kerry konnte ihn nicht mehr sehen. Trotzdem blieb sie in der T�r stehen und starrte auf die Stra�e. Bryan hatte sich ver�ndert, seit sie wieder da war. Er a� nicht mehr so viel und war d�nn geworden. Sie hatten noch keine gemeinsame Nacht gehabt und die K�ssen waren jedes Mal etwas Seltsames. Kerry hatte das Gef�hl, dass Bryan z�gerte, bevor er anfing, wirklich leidenschaftlich zu werden, um ihr zu zeigen, wie sehr er sie liebte. Sie merkte, dass er sie liebte, aber es war anders, als sonst. Nachts war er abweisend, ging fr�h ins Bett und war selten im Haus. Zugegeben, Louis hatte die Jungs zu einiger Arbeit im Studio verdonnert, aber heute nicht und jetzt fuhrt er zu Nicky. Kerry wurde den Gedanken nicht wieder los, dass etwas nicht stimmte, oder dass sie nicht mehr die eine Person in seinem Leben war. Vielleicht w�rde sie ein wenig Abstand brauchen und wenn das so weiterging, dann auch etwas mehr.

"Na endlich!" Bryan kam schon aus der T�r, als Nicky aus dem Auto stieg.
"Sorry, ich musste Kerry erst erkl�ren, wo ich denn so dringend hinmusste."
"Und, was hast du gesagt?"
"Wir w�rden Songs schreiben! Aber ich glauben sie ist nicht besonders gl�cklich dar�ber, dass ich dauernd weg bin, wo ich doch schon mal einen Tag frei habe."
"Kann ich verstehen", sagte Bryan und nickte. "Aber sie hat mich bald wieder, und dann wird sie mich nie wieder los."
Nicky l�chelte und nickte. Er freute sich f�r Bryan, aber...
"Bald ist es vorbei", wies er sich selbst zurecht und ging mit Bryan zu seinem Auto.
"Fahr blo� vorsichtig", ermahnte er seinen Freund noch einmal und lie� sich auf dem Beifahrersitz nieder.
"Keine Panik", beschwichtigte Bryan ihn, drehte den Z�ndschl�ssel um, fuhr langsam vom Grundst�ck und raste los.
"Sagte ich vorsichtig?"
"Ja, ich fahre vorsichtig!"
"Das sehe ich."
Bryan verlie� Dublin und der Verkehr wurde weniger. In Irland gab es eine Autobahn und die f�hrte leider Gottes nicht in den Ort, wo Bryan und Nicky hinwollten. Deshalb musste Bryan das Tempo doch ein wenig drosseln, als sie auf die Landstra�en kamen.
"Pass auf", scherzte Nicky. "Wir kommen gleich zu so einer alten Bude, wo schon der Schornstein raucht, weil drinnen irgendwelche Zaubertr�nke in einem gro�en Kessel gebraut werden." Bryan lachte. Er konnte sich lebhaft vorstellen, wie sie durch Spinnweben kriechen mussten, um ihre K�rper wiederzubekommen. Er sah schon Nicky vor sich, wie er angewidert in ein Glas mit einem gr�nen und brodelnden Trank schaute, weil er es trinken sollte. Er musste Grinsen und auch Nicky, der wohl an �hnliches gedacht hatte, zog die Mundwinkel nach oben.
"Wie hie� die Stra�e?" fragte Bryan, weil es nicht mehr weit sein konnte. Nicky nahm den Zettel vom Armaturenbrett und nannte Bryan den Stra�ennamen.
Bryan schaute suchend aus dem Fenster.
"Mein Gott, die muss doch hier irgendwo sein, verdammt noch mal!"
"Da!" rief Nicky wenige Sekunden sp�ter und Bryan riss das Lenkrad rum. Die Stra�e war nicht sonderlich bewohnt und Bryan wurde langsam unwohl. Das erfundene Bild von einer mit Efeu bewachsenen Villa mitten in der Landschaft kam ihm wieder in den Sinn. So eine Villa w�rde perfekt an das Ende der Stra�e passen und weil die Hausnummer irgendwo am Ende dieser Stra�e sein musste, wollte Bryan sich am liebsten wie Nicky, der wohl die gleichen Bef�rchtungen hatte, die Augen zuhalten. Weil er aber keine Lust hatte, gleich im Stra�engraben zu landen, lie� er es lieber und so war er auch der erste, der das Haus entdeckte. Es war ein Zwischending zwischen dem, was es h�tte sein sollen und dem, was Bryan und Nicky sich in ihrer Fantasie ausgedacht hatten. Nicht direkt eine heruntergekommene Villa, die fast im Nebel verschwand und im Sumpf versank, aber durchaus ein �lteres Haus, das einsam in der Gegend herumstand und nicht gerade vertrauensw�rdig aussah. Na ja, es passte trotzdem in die irische Landschaft.
"Nicky, da ist es." Bryan r�ttelte an Nickys Schulter, um ihn auf das Haus aufmerksam zu machen.
"Oh mein Gott", st�hnte Nicky, als er das Haus sah. "Wohnt da noch jemand?"
"Wieso nicht? Die vier W�nde und das Dach sind noch da."
"Komm, lass die Scherze, ich will da nicht rein."
"WAS? Du willst deinen K�rper wiederhaben und deshalb wirst du mit mir da rein gehen", beschloss Bryan und bremste das Auto, als er vor dem Tor des Gartenzauns angekommen war.

Bryan hatte das Buch erst mal in eine Tasche gepackt. Es war ja nicht mal sicher, ob den beiden das Buch �berhaupt geh�rte.
Kurz nachdem Nicky einmal kr�ftig an die T�r geklopft hatte, �ffnete jemand. Ja, es waren sogar zwei Frauen, die Bryan und Nicky erstaunt anblickten.
"Prudi, sieh mal, haben wir neue Nachbarn?" fragte die eine und beide lachten laut. Nicky blickte etwas verwirrt drein, w�hrend Bryan schon versuchte, zu entscheiden, wer von den beiden, wer war. Prudi war mit Sicherheit Prudence, dann war die andere Phoenix, na toll.
Nicky, der sich inzwischen ebenfalls damit abgefunden hatte, dass die beiden lustig drauf waren, nahm das Wort in die Hand und fragte vorsichtig: "Sind wir hier richtig bei Hamilton?"
Die beiden Frauen, Nicky sch�tzte sie auf sein Alter, wurden ernst. "Ja, das sind Sie", sagte die gr��ere der beiden, die eben nach neuen Nachbarn gefragt hatte. Wie hie� sie? Auch Nicky kombinierte, dass sie Phoenix war. Sie strich sich eine Str�hne ihres langen schwarzen Haares aus der Stirn. "Was gibt es?"
"D�rfen wir reinkommen?" fragte Bryan. "Es ist sehr wichtig."
Die beiden waren ein wenig verdutzt, traten nach kurzem Z�gern jedoch zur Seite und lie�en Bryan und Nicky herein. Drinnen sah es nicht mal so schlimm aus. Das Haus war aufger�umt. Hell und ger�umig und im Flur f�hrte eine Treppe in den zweiten Stock. Keine Spinnweben, keine kochenden Kessel... alles war okay. Bryan atmete tief durch und folgte den beiden Frauen in die K�che. Als eine von ihnen dort wieder einen fragenden Blick aufsetzte, legte Bryan die Tasche auf den Tisch.
Phoenix schnappte sofort zu und holte den Inhalt heraus, worauf beide ihre M�nder aufrissen und aus dem Staunen nicht wieder herauskamen.
"Oh mein Gott", sagte Prudence und nahm das Buch.
"Wie... oh mein Gott?" fragte Bryan.
"Na, was habt ihr damit gemacht?" fragte Phoenix, die sich nicht vorstellen konnte, dass zwei M�nner nichts besseres zu tun hatten, als das Buch lediglich zur�ckzubringen.
"Das ist ja unser Problem", antwortete Nicky. "Ich bin er!" Er zeigte verzweifelt auf Bryan.
"Wie, du bist er?" Prudence hatte keine Ahnung, wovon die beiden redeten.
"Er hat meinen K�rper und ich will ihn zur�ck haben!"
Nicky hatte keine Lust, lange um den hei�en Brei herumzureden und so kam er sofort zur Sache. Prudences Augen wurden gr��er.
"Oh mein Gott", sagte wie wieder.
"Oh mein Gott", sagte auch Phoenix. "Die haben den K�rpertauschzauber benutzt", sagte sie zu ihrer Schwester und dann zu Nicky und Bryan gewandt: "Seid ihr denn des Wahnsinns?"
Bryan und Nicky wussten nicht, was sie sagen sollten. Sie hatten den Ernst der Lage erkannt und waren deshalb so schnell wie m�glich hergekommen, aber so wie es aussah, hatten diese zwei Damen einen riesengro�en Schrecken bekommen und taten so, als w�re es das Ende der Welt.
"Und �berhaupt", zischte Prudence weiter. "Woher habt ihr das Buch?"
"Von einem Dachboden..."
Phoenix lie� den Kopf h�ngen. "Und ich dachte, da w�re es gut aufgehoben! Aber nein ,irgendwer kommt wieder, findet es und kann es nicht lassen, damit herumzuspielen. Ganz toll."
"Wie bitte? IHR habt das Buch da oben hingelegt?"
"Was?" fragte Prudence. "Von selber wird es wohl kaum dahin geflogen sein..."
"Das w�rde ich dem verdammten Ding auch noch zutrauen", fl�sterte Bryan dazwischen.
"Ich hatte es nur da oben versteckt, damit es hier niemand findet, wo die Nachbarn doch schon immer vorbeikommen und sich �ber den gr�nen Qualm beschweren", fuhr Prudence fort. "Ich konnte ja nicht wissen, dass ihr es findet."
Nicky wurde hysterisch. "Verdammt, ich konnte auch nicht wissen, dass das Ding wirklich magisch ist."
Phoenix begann zu lachen. "Na sch�n, und jetzt?"
"Was und jetzt?" fragte Bryan, der es nicht fassen konnte, dass sie so eine Frage stellte. Hatte die denn nicht begriffen, dass er keine Lust hatte, weiterhin Nicky zu sein? Hatte sie wirklich nicht begriffen, dass sie die einzigen waren, die ihnen helfen konnten? Mist, das w�rde verdammt schwer werden.
Nicky redete unterdessen weiter. "Ich will nur wieder mit Bryan tauschen, das ist das einzige. Und ihr seid die einzigen, die uns dabei helfen k�nnen.
"Und wieso sollten wir euch helfen?"
Bryan war nah dran, ohnm�chtig zu werden. Ihre einzige Hoffnung, wieder in ein normales Leben zur�ckzukehren, streikte und hatte keine Lust.
"Bitte", flehte Nicky, der nicht aufgeben wollte.
Prudence und Phoenix verschr�nkten die Arme und schauten sich an.
"Was meinst du Prudi? Sollen wir?"
"Sollen wir", wiederholte Prudence grinsend.
Phoenix h�rte auf zu lachen und �berlegte. Sie schien ernsthaft zu �berlegen, was sie tun sollte.
"Wei�t du", sagte sie zu ihrer Schwester, "ich hab wirklich keine Lust, mit denen meine Zeit zu verschwenden, insofern sie das Zeitlimit noch nicht �berschritten haben, helfen wir ihnen und wir haben unserer Ruhe."
"Schade", sagte Prudence. "Ich h�tte sie gerne zappeln lassen.
"Ach komm, h�r auf", meinte Phoenix.
Nicky und Bryan h�rten sich das Gespr�ch mehr oder weniger geduldig an und warteten nur noch darauf, dass die beiden endlich ja sagten und sie es hinter sich bringen konnten.
"Okay", kam dann die erl�sende Antwort von Prudence und sie gab Phoenix das Buch und sofort fing sie an, eifrig in dem Buch umherzubl�ttern. Schnell hatte sie den Tauschzauber gefunden. Sie bl�tterte noch einmal um.
"Prudi?" fragte sie dann und wandte sich an ihre Schwester und wie die beiden auch immer verwandt miteinander sein mochten. "Der R�cktauschzauber war doch hinter dem Tauschzauber, oder?"
Prudence nickte und stellte sich hinter Phoenix, um ihr �ber die Schulter schauen zu k�nnen. Dann sah sie es auch. Da, wo sich der Zauber h�tte befinden m�ssen, befand sich nur noch ein Streifen Papier mit einer abgerissenen Kante.
"Phoenix", rief Prudence erschrocken. "Er ist weg!"
Hastig bl�tterte Phoenix in dem Buch herum. Bryan und Nicky beobachteten sie schockiert. Bryan hatte gedacht, sie wollte ihn ver�ppeln, aber die
Angst in ihren Augen verriet, dass es kein Scherz war. Der Zauber war weg.
"Kannst du ihn auswendig?" fragte Prudence hoffnungsvoll, aber Phoenix konnte nur den Kopf sch�tteln. Es brachte alles nichts, die Seite musste gefunden werden. Prudence schlug das Buch zu und wandte sich wieder Bryan und Nicky zu.
"So Jungs, wie lange ist das her, dass ihr eure K�rper getauscht habt?"
Nicky �berlegte und sagte: "Heute ist der vierte Tag..."
"Gut", sagte Phoenix. "na ja, nicht so gut, ihr habt 3 Tage, um die Seite zu finden."
"Wie bitte?" fragte Bryan schockiert. "3 Tage? Wieso?"
Prudence stellte sich hinter Phoenix. "Hatten wir eben was von Zeitlimit gesagt?"
"Sch�n, und wenn ich keine Lust hab, dieses Limit einzuhalten?" fragte Bryan bissig. "Es ist schon schlimm genug, dass das bl�de Ding �berhaupt weg ist, jetzt macht es bitte nicht noch schlimmer."
"Wieso wir?" fragte Prudence unschuldig. "Das haben wir uns nicht ausgedacht und wenn du keine Lust hast, dich an das Limit zu halten, dann hast du dich damit offiziell daf�r entschieden, f�r den Rest deines Lebens in einem anderen K�rper zu hocken."
"Was soll das schon wieder hei�en?" mischte sich Nicky ein, der Schreckliches ahnte. Seine Bef�rchtungen wurden wahr, als Phoenix sagte: "Wenn die Seite nicht rechtzeitig da ist, dann kann der Spruch irgendwann nicht wieder r�ckg�ngig gemacht werden."
Bryan lie� sich auf einen Stuhl sinken, st�tze den Kopf auf die H�nde und schloss die Augen. "Nein, das darf alles nicht wahr sein, das darf einfach nicht wahr sein... es ist alles nur ein b�ser Traum und gleich wache ich auf und alles ist wieder gut..."
Bryan wachte nicht auf. Als er die Augen wieder �ffnete, sa� er immer noch auf dem K�chenstuhl, Prudence, Phoenix und Nicky mit verzweifelten Blicken neben ihm.
"Verdammt!" schrie Bryan und stand ruckartig auf. "Ich werde die Seite finden, habt ihr das alle geh�rt? Ich werde sie finden!" Bryan trat einmal kr�ftig gegen den Stuhl und ging zu Nicky, packte ihn am �rmel und zog ihn mit in den Flur.
"Komm, wir werden keine Minute verschwenden und uns sofort auf die Suche machen."
Fast verzweifelt riss er die T�r auf und zog Nicky ins Freie. "Ich werde sie finden", rief er, wie ein irre Gewordener. Und Bryan hatte das Gef�hl, als w�rde er wirklich bald irre werden. Alles ging schief und so, wie es jetzt war, war es einfach nicht mehr auszuhalten.

Die Fahrt war schweigend verlaufen. Nicky hatte nicht einmal was gesagt, als Bryan aus lauter �rger und Wut das Gaspedal bist fast zum Anschlag durchgedr�ckt hatte. Er hatte ihn durch die Landschaft rasen lassen und gemerkt, wie er seine Wut langsam aber sicher an seinem Auto auslie�. Es hatte so kommen m�ssen. Es war vorauszusehen gewesen, dass Bryan ohne Kerry kaputt gehen w�rde. Wenn er auf Tour war, dann sah er sie auch nicht oft, aber jetzt durfte er sie nicht mal anrufen, um ihr zu sagen, wie sehr er sie liebte. Er war nur noch ein guter Kumpel f�r Kerry, nicht mehr, als ein guter Freund und Nicky stand pl�tzlich an Kerrys erster Stelle. Nicky wusste nicht, wie sehr diese erste Stelle br�ckelte. Sie war nah dran, kaputt zu gehen und das w�rde das Ende bedeuten. Das Ende f�r eine Menge Sachen. Ein Ende f�r Kerry, ein Ende f�r Bryan und vielleicht stand sogar die Freundschaft von Bryan und Nicky auf dem Spiel, aber an all das dachte Nicky nicht, denn die einzige, die von der kaputten Stelle wusste, war Kerry.

Kerry hatte indessen einen Plan gefasst. Heute Nacht wollte sie mit Bryan schlafen. W�rde er wieder abblocken, war es wirklich Zeit f�r eine Pause. Nachdem sie in der K�che alles vom Abendessen aufger�umt hatte, l�schte sie das Licht und lief ins Wohnzimmer, wo ihre kleine Tochter seit dem Morgen ununterbrochen malte. Und mit der Zeit war aus dem Strichchaos auf Mollys Blatt immer mehr ein Teddy geworden und mittlerweile sahen ihre Bilder Winnie Pooh sogar ziemlich �hnlich. Ihr Kind hatte Talent, das stellte Kerry ohne Neid fest.
"So mein Schatz, Zeit f�r�s Bettchen!" Sie hatte ihre Arme um Molly gelegt und versuchte sie hochzuheben.
"Nein, Mama", meinte die Kleine und hielt sich an einem ihrer Bilder fest. Da dies aber nicht sehr standhaft war, trug Kerry eben ein Kind und ein Blatt Papier nach oben.
"Doch, M�uschen, es ist schon sp�t, morgen kannst du weitermalen, okay?"
"Aber Daddy, ich muss auf Gute Nacht Kuss warten!" Es war so s�� wie ernst Molly ihre Mama ansah.
"Ich schick Daddy zu dir rein, oder du kriegst morgen Abend eben zwei K�sse von ihm, einverstanden?"
Molly tat, wie wenn sie angestrengt �berlegen m�sse, doch dann l�chelte sie: "Okay, aber du musst mir jetzt 2 geben!"
Kerry nickte lachend, und knuddelte ihr Kind. Oben im Bad badete sie Molly noch kurz ehe sie Molly in ihren Schlafanzug steckte und hin�ber ins Kinderzimmer trug. Kaum lag die Kleine im Bett, da fielen ihr auch schon die Augen zu und sie schlief sofort ein. Kerry betrachtete ihre kleine Tochter noch eine ganze Weile, Molly war perfekt wie es ihr schien. Sie konnte es auch jetzt nach �ber einem Jahr, das sie Molly nun schon hatte, nicht glauben, dass etwas so wundersch�nes tats�chlich von ihr abstammte. Sie konnte sich nicht satt sehen an ihr.
Erst als sie unten eine T�r h�rte, verlie� sie das Kinderzimmer und ging die Treppen nach unten.
"Hey Kezza, ich bin wieder da!"
Kerry runzelte die Stirn. Seit wann nannte Bryan sie wieder Kezza? Das hatte er seit Mollys Geburt nicht mehr getan. Aber Nicky wusste es nicht und zog ahnungslos seine Schuhe aus. Eigentlich w�re er jetzt gerne alleine gewesen. Er musste und wollte nachdenken. Bryan war wie ein Irrer durch die Stra�en gerast, und hatte f�r den gesamten Weg von den beiden Schwestern bis zu ihm zur�ck nur knapp die H�lfte der normalen Zeit gebraucht. Nicky hatte teils echt Angst um sein Leben gehabt. Sie waren, kaum als dass sie bei Nickys Haus angekommen waren, sofort weiter zum Studio gefahren. Einen Schl�ssel hatten sie ja. Hoffend und doch fast schon verzweifelt waren sie oben beim Dachboden angekommen und hatten alles durchw�hlt, so schnell sie es eben konnten. Aber gefunden, gefunden hatten sie nichts. Als sie nach �ber vier Stunden vergeblichen Suchens immer noch nichts entdeckt hatten, hatte Nicky beschlossen zu gehen. Er wollte zu Kerry. Zu Bryan sagte er nur, dass er sie nicht so lange alleine lassen wolle, nicht, dass sie noch misstrauisch wurde, aber innerlich sehnte er sich nach Kerry, nach Bryans Kerry. Bryan hatte genickt, das sah er ein. Er wollte nicht demn�chst seinen K�rper wieder haben und dann feststellen m�ssen, dass seine Frau das Weite gesucht hatte, nur weil Nicky sich nicht gen�gend um sie gek�mmert hatte. Kerry war in so was sehr pingelig.
Und gegessen hatte Nicky zudem auch schon lange nichts mehr. Sollte er noch d�nner werden, w�rde er bald von den Knochen kippen und dann h�tte Kerry erst recht Verdacht sch�pfen m�ssen. Bryan wusste ja nicht, dass Nicky schon versucht hatte, Kerry alles zu erkl�ren und sie ihm nicht geglaubt hatte. Aber Prudence und Phoenix glaubten ihnen und das war gut. Sie w�rden ihnen helfen k�nnen, wenn sie erst diesen verdammten R�ckzauber gefunden hatten. Dabei war das Zeitlimit noch am schlimmsten. Sie hatten noch genau 3 Tage Zeit um ihre K�rper zu tauschen. Was wenn sie das nicht schaffen w�rden? So sehr Nicky Bryan auch mochte, auf ewig wollte er dann doch nicht in dem K�rper seines besten Freundes stecken bleiben. Und Kerry war da ja auch noch. Diese stand immer noch auf der ersten Treppenstufe und sah Nicky eindringlich an. Dies gefiel Nicky gar nicht, er ahnte, dass Kerry etwas vorhatte. Als sie l�chelnd auf ihn zukam, wurde er noch misstrauischer, grinste sie aber ebenfalls schief an.
"Was ist los?"
"Pst", meinte Kerry nur und ging zu Nicky. Sanft legte sie seine Arme auf ihre Schulter und zog seinen Kopf zu ihr herunter. Vorsichtig streiften ihre Lippen die seinen. Nicky wusste nicht, was er tun sollte. W�rde er Kerry zur�ck sto�en, w�rde sie sauer auf Bryan sein und das durfte er nicht riskieren. Aber w�rde er sie damit weitermachen lassen, so w�rde er Bryan, Kerry und auch sich selbst betr�gen, das durfte noch weniger geschehen. Verdammt, er sa� in der Zwickm�hle. Vorerst konnte er sie ja walten lassen, gegen ein paar K�sse war nichts einzuwenden. Zwar f�hlte er sich schuldig, weil er diese K�sse genoss, sie waren hei� und voller Leidenschaft, doch er redete sich immer wieder ein, dass er dies nur f�r Kerry und Bryan tat. Aber eigentlich war ihm bewusst, dass auch Eigennutz dahinter steckte. Langsam zog Kerry ihn Stufe f�r Stufe nach oben. Im oberen Stockwerk angekommen, schlug sie den Weg Richtung Schlafzimmer ein. Nicky ahnte, was Kerry vorhatte, doch er traute sich nicht, sie zu stoppen. Statt dessen merkte er, dass seine Gef�hle f�r Kerry immer st�rker wurden, lange w�rde er sie nicht mehr zur�ck halten k�nnen. Kerry lie� sich aufs Bett fallen und da sie Nicky nicht losgelassen hatte, fiel er mit ihr in die vielen Kissen auf dem Bett. Er f�hlte sich mies, so verdammt mies, doch was sollte er tun? Er hatte keine Wahl, und eigentlich wollte er auch keine Wahl haben. Er begehrte Kerry, in diesem Moment mehr denn je. Nach und nach verga� er, dass es sich hierbei um die Frau seines besten Freundes handelte, er fing an zu genie�en. Oh ja, er genoss, auch wenn Bryan ihm die ganze Zeit im Hinterkopf rumschwirrte. Vorsichtig streifte er Kerry das Top �ber den Kopf. Er konnte ihren Atmen ganz deutlich h�ren, er sp�rte, welch gro�e Lust sie auf ihn hatte. Und ihm ging es genau so. Kerry hatte sich �ber ihn gebeugt und angefangen sein Shirt nach oben zu rollen. Dann k�sste sie Zentimeter f�r Zentimeter die Haut, die darunter zum Vorschein kam. Es kitzelte, aber ihre Lippen waren so z�rtlich und sanft, zart bahnten sie sich ihren Weg nach oben. Immer wieder hauchte sie Nicky einen Kuss auf die Lippen, dann zog sie ihm sein Shirt ganz aus. Es gefiel ihm, dass Kerry ganz offensichtlich das Kommando �ber das, was als n�chstes passieren w�rde, in der Hand hatte. Sie war einfach nur ein Traum und Bryan hatte verdammtes Gl�ck sie als Frau zu haben. Shit, wieso dachte er dauernd an Bryan? Er war Bryan im Moment und er musste alles daf�r tun, damit Kerry dies auch weiterhin glaubte, wenn sie ihm schon nicht die Wahrheit glauben konnte. Vielleicht w�re dies jetzt der richtige Zeitpunkt gewesen um die Karten auf den Tisch zu legen, Kerry alles, wirklich alles zu sagen, dass er Nicky in Bryans K�rper war und sich in sie verliebt hatte, aber sie w�rde ihm ganz sicher wieder nicht glauben. Sachte erhob sich Nicky leicht und drehte Kerry so auf den R�cken, dass sie nun unter ihm lag. Er sah ihr fest in die Augen, wie dunkel und mystisch sie doch waren. Mit M�he schaffte er es, sich von ihren Augen loszureisen und k�sste die Haut rund um ihren Bauchnabel. Nach und nach entledigten sie sich ihrer weiteren Klamotten, er wollte Kerry und es war glasklar, dass Kerry auch ihn wollte. Das Aufhaltsame schien unaufhaltsam. Und es war unaufhaltsam...

Einige H�user weiter sa� ein genervter Bryan auf der Wohnzimmercouch von Nicky und starrte auf Nickys Handy. Nicht mal sein eigenes Handy durfte Bryan behalten aber auch das hatten sie in Anbetracht der Situation tauschen m�ssen. Es war zum verr�ckt werden. Zum ersten hatte er diesen Zettel mit dem R�ckzauber nicht gefunden und zum zweiten war eben eine SMS von Georgina eingetrudelt, dass sie doch keine Zeit hatte. Ihre Mutter war krank geworden und sie musste bei ihr bleiben und sie pflegen. Alles war gro�artig, wirklich gro�artig. Das einzig tr�stliche an der ganzen d�mlichen Situation war wohl noch, dass es tats�chlich einen R�ckzauber und keinen R�cktrank oder so was f�r diesen ganzen Mist hier gab. Nicht auszudenken, was ihnen diese beiden Frauen sonst vorgesetzt h�tten. Aber ein viel gr��eres Problem f�r Bryan im Moment war, dass er diesen bescheuerten Zettel nicht gefunden hatte. Es konnte doch nicht so schwer sein, ein einziges St�ck Papier auf diesem Dachboden zu finden. Doch, konnte es, wenn noch mindestens eine Million andere unwichtige Zettel da rumlagen. Daran, dass sich der Zettel vielleicht gar nicht auf dem Dachboden befand, wollte Bryan gar nicht denken. Nachdem Nicky gegangen war, hatte Bryan selber noch eine gute Stunde weitergesucht, aber mehr als ein paar Spinnen und Spinnweben hatte er nicht gefunden, der gesuchte Zettel blieb verschwunden. Bryan war noch nie daran gewesen, wirklich zu verzweifeln, heute f�hlte er sich zum ersten Mal v�llig, komplett ohne Hoffnung. Hoffnungsloser ging es wohl nicht mehr. Darauf musste Bryan erst mal was essen, seinen Appetit hatte ihm auch noch nie etwas verdorben und so schnell w�rde das auch nicht geschehen. Nach einem Blick in den K�hlschrank machte er sich ein Sandwicht und stellte fest, dass er bald mal einkaufen gehen musste. Wieder merkte er schmerzlich, wie sehr ihm doch die Frau im Haus fehlte. Nicht irgendeine Frau, sondern seine Kerry. Notfalls noch Georgina, aber die war ja eigentlich f�r Nicky gedacht. Mampfend setzte er sich aufs Sofa zur�ck und schickte Georgina eine SMS zur�ck, in der er sich mit ihr f�r den n�chsten Morgen verabredete. Louis hatte eine Nachricht auf Nickys Anrufbeantworter hinterlassen, er war krank geworden und konnte nicht arbeiten. Und das hie� f�r Westlife eine zus�tzlich freier Tag. Gott, waren alle krank?
"Und wenn �bermorgen Anto noch krank w�re, w�re es noch perfekter", murmelte Bryan, wenigstens f�r den Moment zufrieden vor sich hin. Aber da fiel ihm auch schon wieder der verlorene Zettel ein. Wo konnte der nur sein? Er war weg, das stand fest, aber ein Zettel konnte doch nicht so einfach weg sein, das ging nicht, das durfte einfach nicht sein. Reflexartig stand Bryan auf und lief zum Telefon. Er griff sich den H�her und w�hlte die Nummer, die auf dem Zettel mit der Adresse der Hamiltonschwestern stand. Die Nummer hatten weder er noch Nicky bemerkt, erst als Nicky den Dachboden vorher schon l�ngst verlassen hatte, hatte Bryan die Nummer entdeckt.
"Hamilton?" meldete sich eine weibliche Stimme. Bryan wusste nicht, welche Schwester es war, also sagte er nur seinen Namen.
"Hi Bryan, was kann ich f�r dich tun? Hast du den Zettel gefunden? Phoenix, komm mal her, Bryan, �h ich meine Nicky, ach wie auch immer, ist dran!"
Sehr gut, nun wusste Bryan also schon mal, dass er Prudence an der Strippe hatte.
"Da muss ich dich leider entt�uschen, Prudi, der Zettel ist weg", meinte Bryan und betonte diesen l�cherlichen Spitznamen noch mal extra ironisch.
"H�? Wieso rufst du dann hier an und st�rst uns in einem Ritual?" Bryan h�rte Phoenix irgendetwas im Hintergrund murmeln, aber er verstand sie nicht und wollte sie auch nicht verstehen.
"Ganz einfach meine Gute, weil ich eine Frage hab!"
"Na dann schie� mal los!"
"Gibt es keinen Zauber, der uns den Zettel wieder bringt, was verlorenes sozusagen wieder zur�ck bringt, dort, wo es hingeh�rt?"
"Hm..." Schweigen war am anderen Ende der Leitung zu vernehmen und Bryan hatte schon fast vermutet, dass Prudence aufgelegt hatte.
"Ja, da gibt es schon einen!"
"Na prima, dann los!"
"Tja, da gibt es allerdings zwei Probleme!"
"Oh sicher, w�re ja auch zu sch�n gewesen, wenn mal etwas auf Anhieb geklappt h�tte." Bryan fluchte leise vor sich hin, h�rte aber weiter zu was Prudence ihm sagte.
"Erstens br�uchten wir dazu ein St�ck des verlorenen und zweitens, und das ist das viel gr��ere Problem, beherrschen Phoenix und ich diese Kunst des Zur�ckzauberns nicht!"
Sch�ne Schei�e. Bryans allerletzte Hoffnung schwand dahin, klasse Aussichten, wirklich. Musste jeder immer alles, was er sich ausdachte, vermiesen? Mist aber auch.
"Warte mal Bryan, ich w�rde sagen, ihr kommt morgen noch mal zu uns. Wir �berlegen uns heute Nacht mal was und fragen die Geister um Rat, was die dazu meinen, okay?"
"Geister?" Bryan glaubte sich verh�rt zu haben. Geister gab es nicht. Wenn schon dann spielte er manchmal Geist um den anderen einen Schrecken einzujagen, aber echte gab es ganz sicher nicht.
"Ja, Geister, Bryan. Lebende Tote, schwebende Seelen. Sag dazu, was du willst!"
Bryan nickte, immer noch sprachlos. Als keine Reaktion zur�ck kam, bemerkte er, was er falsch gemacht hatte. Prudence und Phoenix waren zwar Hexen, aber durch Telefone sehen konnten auch sie noch lange nicht.
"Gut, dann viel Spa� dabei, und stresst mir die Toten nicht zu sehr ja?" Bryan hatte seinen Humor wieder gefunden und konnte es nicht lassen die beiden Frauen am H�rer zu verarschen.
"Alles klar du Superman, pass du mal gut auf dich oder besser gesagt auf dich und den K�rper deines Freundes auf, klar?"
"Ai, ai, Sir!" salutierte Bryan und legte dann den H�rer auf. Er hatte wieder eine Hoffnung, Prudi, diesen Namen fand er immer noch zu komisch und Phoenix w�rden sich etwas einfallen lassen, er musste nicht mehr denken. Sehr gut, dann konnte er ja jetzt in Ruhe ins Bett gehen. Nach diesem Stress heute hatte er etwas Ruhe und Erholung auch bitter n�tig. Nach einer erfrischenden Dusche, womit er den Staub und die ganzen Spinnenweben abgewaschen hatten, lief er in Nickys Schlafzimmer.
"Nie wieder klettere ich in die hintersten Ecken eines Dachbodens. N�chstes Mal macht das Nicky", schwor er sich w�hrend er �ber den dunklen Gang huschte. Ihm waren nie aufgefallen, wie gro� und bedrohlich doch Schatten in der Nacht wirken konnten. Er war froh, als er endlich sicher in Nickys Bett lag.
"Nicht mehr lange, Kerry, dann bin ich wieder bei dir...", murmelte er bevor er zufrieden einschlief.

Nicky lag w�hrenddessen wach in Bryans Bett und hielt Kerry in seinen Armen. Bryans Frau hatte ihren Kopf auf seine Brust gelegt und schlief. Es war wundersch�n mit ihr gewesen, doch jetzt qu�lte ihn erneut das schlechte Gewissen, mehr als jemals zuvor. Er hatte sie alle betrogen, er spielte doch allen nur noch etwas vor, sogar sich selbst war er bis vor kurzem nicht ehrlich gewesen. Er hatte sich zwar eingestanden, dass er Kerry liebte, aber wie es jetzt weitergehen sollte, wusste er nicht. Er konnte doch morgen nicht so einfach Bryan unter die Augen treten und so tun, als sei alles okay. Das ging nicht. Bryan w�rde ihm den Kopf abrei�en. Oder eher erst verschlagen und dann den Kopf abrei�en. Beides war nicht sehr angenehm. Bryan w�rde die Ausrede, dass Nicky es nur f�r ihn getan hatte, nicht gelten lassen. Kurz gesagt, er war am Arsch. Wie kam er aus dieser Situation nur wieder raus? Und bitte m�glichst heil. Hoffentlich hatte Bryan den Zettel mit der L�sung aus diesem Schlammassel gefunden, hoffentlich. Und trotzdem musste er Bryan alles gestehen, so sehr ihm auch davor grauste. Und wenn m�glich, dann m�glichst bald. Mit einer kleinen Sorgenfalte auf der Stirn schlief auch Nicky schlie�lich ein.

Am n�chsten Morgen erwachte Nicky recht zeitig, obwohl auch er heute logischerweise nicht ins Studio musste, Louis hatte schlie�lich allen abgesagt. Aber Nicky erwachte alleine, Kerry war nicht da. �berrascht setzte Nicky sich auf. Neben ihm lag ein Zettel. Ein Zettel? Neugierig hob Nicky ihn hoch und fing an zu lesen:
*Bryan, ich wei� nicht, was mit dir los ist, aber du ver�nderst dich, du hast dich ver�ndert. Und ich wei� nicht woran das liegt. Ich glaube, wir brauchen erst mal etwas Abstand voneinander. Molly habe ich mitgenommen, ich brauch einfach eine Pause. Kerry!*
Das war alles, mehr stand nicht drauf. Nicht, wo sie hin war, noch wann sie wiederkommen w�rde. Tr�nen stiegen in Nicky au. Alle Bem�hungen waren umsonst gewesen. Alles vergebens. Er hatte Kerry verloren, Bryan hatte Kerry verloren und gleich w�rde er zu Bryan gehen und sich killen lassen. Wunderbar. Dabei war die letzte Nacht doch so sch�n gewesen. Nicky hatte wirklich gedacht, dass er Kerry damit alle Zweifel und das Misstrauen genommen hatte, aber dem Anschein nach war es wohl nicht so gewesen. Hatte wirklich nur er es genossen? Das konnte nicht sein, er h�tte Kerry doch irgendetwas anmerken m�ssen. Und jetzt war sie einfach sang- und klanglos gegangen und hatte Molly mitgenommen. Bryan w�rde umkommen, es war f�r ihn doch schon schwer genug ein paar Stra�en weiter zu wohnen und nicht zu seiner Familie zu k�nnen und jetzt war Kerry auch noch sauer auf ihn. Er w�rde durchdrehen. Nicky musste sich etwas einfallen lassen, so schnell wie m�glich.
"Handy!" Das war die Idee. Nicky sprang aus dem Bett und rannte nach unten zum Telefon. Rasch hatte er die paar Ziffern von Kerrys Handynummer eingetippt und lauschte dem Tuten.
"Hallo?"
"Kerry? Leg bitte nicht auf!" flehte Nicky und hoffte, dass Kerry ihm einige Minuten zuh�ren w�rde. Was er sagen wollte, wusste er zwar auch noch nicht, aber er verlie� sich da jetzt einfach mal auf seinen Verstand.
"Was? Hast du meinen Zettel nicht bekommen?" Sie klang so komisch, irgendwie, ja sauer passte wohl am besten.
"Doch, aber ich versteh ihn nicht..." Nicky hoffte inst�ndig, das richtige gesagt zu haben. Was besseres war ihm nicht eingefallen.
"Was gibt es denn da nicht zu verstehen? Du ver�nderst dich, bist so komisch geworden, l�gst mich an und vertraust mir nicht mehr. Verzeih mir Bryan, aber darauf hab ich absolut keine Lust!" Sie klang nicht nur sauer, sie war sauer. Sie war sogar stinksauer. Toll, was sollte Nicky jetzt tun?
"Bitte Kerry, lass uns doch dar�ber reden", bat Nicky. Er musste jetzt wie Bryan Handeln und Denken.
"Nein Bryan, ich hab die Schnauze voll. Ohne Vertrauen kann eine Beziehung nicht klappen und es ist ja wohl offensichtlich, dass du mir nicht vertraust. Und ich vertraue dir mittlerweile auch nicht mehr!"
"Kerry, ich....."
"Nein Bryan, es tut mir leid!" Mit w�tender Stimme legte Kerry auf und Nicky war wieder alleine. Alleine in einem gro�en, fremden Haus, verlassen von der Frau seines besten Kumpels, sch�ner Mist. Und was sollte er nun machen? Er musste jetzt erst mal zu Bryan und ihm alles sagen. Also zur�ck nach oben, wo Nicky sich anzog und fertig machte. Hunger hatte er keinen, also lie� er das Fr�hst�ck heute wohl mal ausfallen. Auch egal, Kerry war ja nicht da und konnte somit auch nichts merken.

Die Autofahrt zu Bryan h�tte beinahe auf halbem Wege geendet, h�tte Nicky den Autofahrer nicht gesehen, der von links kam, als Nicky noch dar�ber nachdachte, wie er Bryan das mit letzter Nacht erkl�ren sollte.
Schnell riss er das Lenkrad rum und brachte den Wagen in Sicherheit. F�r den Rest der Fahrt versuchte er, sich ein wenig mehr zu konzentrieren. Das fiel ihm schwer, aber er brachte sich und das Auto unversehrt zu seinem eigenen Haus.
Bryan hatte ihn schon erwartet, obwohl sie sich nicht verabredet hatten. Es war offensichtlich gewesen, dass Nicky kommen w�rde, um sich wieder auf die Suche nach der Seite zu machen, oder vielleicht auch erst mal zu Prudence und Phoenix zu fahren, um zu sehen, ob die beiden zu einer L�sung gekommen waren. Sie mussten eine L�sung haben, sie mussten.
Bryan hatte aus dem K�chenfenster gesehen, wie Nicky gekommen war, deshalb stand er schon in der T�r, als Nicky aus dem Wagen stieg und auf das Haus zulief. Bryan sah gut gelaunt aus, stellte Nicky fest und ging mit gesenktem Blick auf Bryan zu.
"Wer nach unten sieht, der hat Angst", dachte er, aber er wagte es nicht, Bryan in die Augen zu sehen.
"Nicky", wurde er von Bryan begr��t, erst da schaute er kurz auf. "Nicky wir haben frei und das bedeutet so viel wie, wir haben ein wenig mehr Zeit, unser Problem zu l�sen!"
Nicky nickte. "Ganz toll, ich bin mir im Moment nicht sicher, ob wir dieses Problem �berhaupt jemals l�sen werden."
Nicky wusste nicht, was Bryan am letzten Tag noch in Erfahrung gebracht hatte, aber er hatte die Hoffnung auf eine Besserung der aktuellen Lage schon aufgegeben, als er den Zettel von Kerry gelesen und vergeblich versucht hatte, mit ihr zu reden. Und auch als Bryan ihm erz�hlte, mit wem er gestern noch gesprochen hatte, ging es Nicky nicht besser.
"Nicky, was ist los?" fragte Bryan. "Hast du �berhaupt geh�rt, was ich gerade gesagt hab?"
Nicky wagte es zum ersten Mal an diesem Tag, Bryan wirklich in die Augen zu schauen. "Ja, ich hab dich geh�rt, aber ich denke, dass das nicht die L�sung auf unser Problem sein wird... �hm..."
"Wie... nicht die L�sung... Nicky, was redest du da f�r einen Mist?"
"Bryan... ich... ich glaube, ich muss dir was sagen, aber lass mich bitte ausreden, bevor du mich umbringst, ja?"
"WAS? Ich dich umbringen? Ich hab keinen Grund und au�erdem w�rde ich es nicht fertig bringen, mir meinem eigenen Hals umzudrehen." Bryan lachte.
"Bryan, jetzt ist wirklich nicht die Zeit f�r Witze. Ich hab dir was zu sagen und danach wirst du es definitiv wagen, deinen eigenen Hals umzudrehen!"
"Byrne, komm zur Sache!"
Nicky atmete tief durch. Er hatte sich auf der Autofahrt die richtigen Worte zurechtgelegt, aber die waren nat�rlich nicht mehr da.
"Bryan, das war letzte Nacht... ich kam nach hause und Kerry..."
Bryan ahnte Schreckliches, lie� Nicky aber ausreden. Er wusste nicht, was er sagen sollte. Er konnte nicht, obwohl er gar nicht h�ren wollte, was Nicky jetzt zu sagen hatte.
"Bryan, es ist einfach so passiert, wir sind ins Schlafzimmer... und..." Nicky fing an zu schluchzen und fiel Bryan um den Hals. Tr�nen liefen �ber seine Wangen. Kerry war toll gewesen, aber jetzt in Bryans Gegenwart war das ganze nur noch ein schlechter Traum, aus dem es kein Erwachen gab.
"Bryan, ich hab mit Kerry geschlafen", kam es dann von ganz selber aus Nickys Mund. Nicky lie� Bryan wieder los und trat ein paar Schritte zur�ck. Er senkte den Kopf wieder und wartete stumm, was Bryan als n�chstes tun w�rde. Aber Bryan tat nichts. Geschockt stand er da und wusste nicht, was er tun sollte. Erstarrt und mit eiserner Miene blickte er Nicky an. "Wow", brachte er heraus, wobei er selbst nicht wusste, ob er damit Erstauen oder �rgerlichkeit ausdr�cken wollte. Seine Stimme war tonlos und sagte gar nichts.
Eine Weile standen die beiden sich stumm gegen�ber, bis Nicky es wieder wagte, weiterzureden.
"Das ist noch nicht alles", sagte er und �berlegte wieder, was er sagen sollte. Jetzt kam das, was das Schlimmste an der ganzen Sache war. Die erste Stelle hatte Risse gehabt und jetzt war sie kaputt. Kerry war weg.
"Kerry... sie...", stotterte Nicky weiter. "Ich bin heute morgen aufgewacht und da..." Weiter kam er nicht. Die Worte klammerten sich auf Nickys Zunge fest und er hatte das Gef�hl, sich jeden Moment �bergeben zu m�ssen. Bryan hatte keine Ahnung, was jetzt kommen w�rde, aber schlimmer, als es jetzt schon war konnte es wirklich nicht mehr werden. Dachte er.
Nicky startete einen weiteren Versuch und diesmal klappte es.
"Bryan, das ganze ist so... ich glaube, Kerry ist nicht so doof, uns abzukaufen, dass ich du bin. Sie kennt dich und sie hat gemerkt, dass es nicht mehr so ist, wie fr�her. Ich glaube, sie brauchte einfach ein bisschen Abstand, weil sie sehr verwirrt ist und..."
Nicky stoppte, weil er merkte, dass weitere Erkl�rungen nicht n�tig waren. Kerry war weg, Bryan hatte es begriffen und die ersten Tr�nen liefen �ber seine Wagen. Bryan hatte schnell realisiert, was er letzte Nacht verloren hatte.

"Phoenix, so wird das nichts."
Prudence schmiss ihrer Schwester ein Buch vor die F��e, dass sie eben ausprobiert hatten. "Das klappt nicht!"
"Ich hab ja gleich gesagt, wir sollten nicht deinen verstorbenen Opa befragen. Der hat keine Ahnung."
"Hat er jawohl."
"Hat er nicht, du siehst doch, dass es nicht funktioniert hat."
"Okay, okay, es war also der falsche Spruch. Wir haben in jetzt dreimal ausprobiert und es hat nichts gebracht. Vielleicht sollten wir doch deine Tante befragen. Du wei�t ja doch alles besser als ich."
"Nat�rlich tue ich das. Ich bin ganze 156 Jahre �lter als du."
"156 Jahre, das ist gar nichts. Guck dich an, du siehst fast aus, wie meine Zwillingsschwester. Wenn du diese beiden Chaoten fragen w�rdest, dann w�rden sie dich wahrscheinlich um die 20 sch�tzen und mich auch, also macht das echt keinen Unterschied."
"Ist ja sch�n, dass sie dich um die 20 sch�tzen. Kannst du dich ja freuen, so wie du diesem Bryan immer auf den Hintern starrst."
"Ich starre Bryan gar nicht auf den Hintern" schrie Prudence so laut, dass man es drau�en h�ren konnte.

Bryan blickte Nicky an. Eigentlich wollte er lachen, aber er tat es nicht. Was eine von den beiden da geschrieen hatte, h�rte sich zu lustig an, aber gerade war keinem der beiden zum Lachen zumute. Die Fahrt war schweigend verlaufen. Nur, als einmal eine schrecklich traurige Ballade im Radio lief, da hatte Bryan wieder angefangen zu weinen. Doch jetzt, wo er aus dem Auto gestiegen war, hatte er sich schnell die Nase geputzt, sich die Tr�nen weggewischt und versuchte, wenigstens ein bisschen freundlich zu gucken.
Prudence und Phoenix schienen ein wenig �berrascht und Prudence lief ein wenig rot an, als Bryan vor ihr stand. Sie hatte wohl auch schon mitbekommen, dass man ihre Bemerkung drau�en geh�rt haben k�nnte. Aber Bryan �u�erte sich dazu nicht, weil er wirklich andere Probleme hatte, als sich dar�ber Sorgen zu machen, ob Prudence nun auf seinen Arsch, der ja eigentlich Nicky geh�rte, starrte oder nicht.
"Hallo", sagte er.
"Hallo", antworte Phoenix und trat einen Schritt beiseite damit Nicky und Bryan eintreten konnten.
Bryan hatte die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben. Er war wild entschlossen, sich seinen K�rper wiederzuholen und dann wollte er Kerry wiederhaben. Mit einem flehenden Blick fragte er Prudence und Phoenix: "Und, habt ihr es?"
Prudence trat nerv�s von einem Fu� auf den anderen. "Nicht direkt..."
"Nicht direkt? Geht�s vielleicht ein kleines bisschen pr�ziser? Haben eure Toten euch nun geholfen, oder waren sie wohl doch schon ein bisschen zu tot, um noch dar�ber nachdenken zu k�nnen, wie man eine l�cherliche Buchseite wieder herzaubert?"
"Bryan", rief Nicky entsetzt und auch Phoenix und Prudence sahen ihn w�tend an. Bryan schaute kleinlich von einem Gesicht zum anderen, bis er ein leises "Sorry" rausbrachte. Aus lauter Verzweiflung h�tte er Prudence und Phoenix beinahe zur Wei�glut gebracht, aber angesichts der Tatsache, dass die beiden keine L�sung f�r Bryans und Nickys Problem hatten, w�re das auch egal gewesen.
Trotz alledem beherrschten die beiden Schwestern sich. "Wir haben es letzte Nacht versucht, aber leider hat es nicht funktioniert!"
"Und warum versucht ihr es nicht noch einmal?" fragte Nicky.
"Hey, du hast Gl�ck gehabt, dass gestern Vollmond war..."
"Hei�t das, ihr m�sst auf Vollmond warten?" fragte Bryan entsetzt und musste sich hinsetzen, um nicht umzukippen. Prudence und Phoenix nickten.
"Dann ist es zu sp�t", sprach Bryan die Gedanken der beiden laut aus.
"Eben und deshalb m�ssen wir uns jetzt schnellstens was �berlegen", meinte Nicky und zum ersten Mal seit sie hier waren sprach er einen richtigen Satz.
"Und was, du Mister Superschlau?" Bryan war genervt, und w�re Nicky wirklich am liebsten an die Gurgel gesprungen aber sich selber verunstalten wollte er dann ja doch nicht. Zudem war er ja selber Schuld. Wer hatte denn mit Nicky diesen bl�den Spruch ausgesprochen?! Jetzt war es an der Zeit zu Handeln, sie hatten nicht mehr viel Zeit und dieser verfluchte Zettel wahr ja schlie�lich immer noch verschwunden. Aber Bryan war sich sicher, dass sie ihn finden w�rden. Nur wann, das war die gro�e Frage! Zudem spielte die Zeit gegen sie und der Mond ja sowieso.
Da sollte mal jemand die Astrologie verstehen...
"Komm, Nicky, wir m�ssen weitersuchen."
Schweigend nickte Nicky und stand auf, wenn sie den Zettel nicht suchen w�rden, konnten sie ihn auch nicht finden. Sie verabschiedeten sich und liefen zum Wagen, der am Stra�enrand vor diesem Hexenhaus, wie Bryan es nannte, stand.

"Also auf ein neues", murrte Bryan als er mit Nicky die Treppen im Studio hochstieg. Ein Gl�ck war niemand da, sie waren ja alle krank. Den Schl�ssel hatten sie, auf ins Gefecht.
Nach stundenlangem Suchen, das wie am Tag zuvor genau so erfolglos verlaufen war, gaben sie es auf.
"Das hat doch alles keinen Zweck mehr Bryan. Ich bleibe du, du bleibst ich, Kerry bleibt verschwunden und alles ist aus!"
"Oh nein, das ist es nicht. Sei doch nicht immer so pessimistisch, so kann ja nix klappen."
"Ja was soll ich denn auch noch tun? Der Zettel ist nicht da, Punkt! Au�erdem bin ich ganz im Gegensatz zu dir kein so hoffnungsloser Optimist!"
"Oh Nicky, halt die Klappe und such weiter."
"Nein, ich will nicht mehr!" Nicky weigerte sich standhaft auch nur einen Knochen zu bewegen. F�r ihn hatte diese Sucherei keinen Sinn mehr.
"Fein, dann lass es bleiben!" Und mit diesen Worten stampfte Bryan davon. Er hatte genug f�r heute. Er w�rde jetzt zu Georgina gehen und sich ausheulen. Sollte Nicky doch mal ne Weile alleine verbringen, er hatte Kerry fortgejagt. Bryans Trotz und seine Wut wurden immer st�rker. Auf der einen Seite wollte er Kerry und sein altes Leben wiederhaben aber auf der anderen hatte er so genug von diesem ganzen Drama und wollte f�r ein paar Stunden wenigstens mal alles vergessen und das tat er wohl am besten bei Georgina. Mit ihr hatte er einfach Spa�.
Unten stieg er in sein Auto, sollte Nicky doch laufen, er hatte genug von seinem tollen Kumpel f�r heute. Heftig aufs Gas dr�ckend raste Bryan durch die Dubliner Innenstand und zu Nickys Haus, in einen Vorort.

Nicky stand nachdenklich auf dem Dachboden. Seit Bryans �berraschtem Fl�chten hatte er sich tats�chlich keinen Millimeter mehr bewegt. Wieso lief nur alles schief in letzter Zeit? Was hatte er verbrochen? Das war so unfair. Aber gut, Bryan war weg und er wieder alleine. Vielleicht sollte er jetzt einfach mal aufh�ren zu gr�beln und den Tag genie�en. Er war verdammt noch mal immer noch Bryan und wollte versuchen so zu tun wie Bryan, auch wenn es ihm jetzt eigentlich nicht mehr viel brachte, Kerry war ja weg. Und wie hatte Bryan doch mal so sch�n gesagt? *Wir k�nnten jeden Moment sterben!* und er hatte mal wieder Recht damit. Man wusste nie wie schnell so was ging. Stufe f�r Stufe ging er nach unten und auf die Stra�e. Kein Auto, nichts. Toll, heimlaufen war also angesagt. Heim zu den McFaddens. Ganz toll. Er f�hlte sich nicht wohl alleine in diesem Riesenhaus. Langsam schlich er durch die Stra�en Dublins. Die Sonne schien seit einiger Zeit mal wieder richtig. Die Strahlen kitzelten ihn an seiner Nase und schafften es sogar, dass er sich wenigstens ein bisschen besser f�hlte. Es h�tte ja noch viel schlimmer kommen k�nnen...
Wie Recht er damit doch hatte, und dieses Unheil kam gleich an der n�chsten Stra�enecke. Pl�tzlich tauchte ein monstr�ser Kerl an Nickys Seite auf und sah ihn h�sslich grinsend an. Verwundert blickte Nicky zur�ck. Was wollte der denn? Aber bevor er auch nur irgendetwas sagen konnte, hatte sein Gegen�ber zum Schlag ausgeholt und traf Nicky heftigst am Kopf und Nickybrach zusammen. Schmerz durchzuckte ihn und pl�tzlich wurde es schwarz um Nicky, so schwarz wie noch nie...

W�tend schlug Bryan die T�r hinter sich ins Schloss. Er hatte genug, er hatte verdammt noch mal die Schnauze voll. Frustriert, dass alles so scheu�lich schief lief, schmiss er die Schl�ssel in die Ecke und knallte die Jacke hinterher. Erst dann viel sein Blick auf den blinkenden Anrufbeantworter, es hatte jemand eine Nachricht hinterlassen. Er bet�tigte den Knopf und gleich darauf ert�nte Georginas Stimme.
"Hi Nicky, geht das mit heute klar? Ab 11 Uhr warte ich dann im Park ja? Bye!"
Und schon hatte Georgina wieder aufgelegt. Als ob Bryan die Verabredung mit so einer Sch�nheit jemals vergessen h�tte. Grinsend lief er in die Ecke, holte seine Jacke und seinen Schl�ssel wieder und ging zur�ck zum Auto um zum besagten Park zu fahren. Er wollte Georgina nicht so lange warten lassen. Wieder raste er durch Dublin, schneller als erlaubt, aber wie eh und je kratzte das Bryan kein Bisschen, er wollte �rger abbauen, also tat er auch �rger abbauen und zwar auf seine Art. Da kam der Park in Sicht. Quietschend hielt er an und parkte, um dann zum Treffpunkt zu laufen. Von weitem schon erblickte er Georgina. In ihrem Kleid und ihrem offenen Haar, das fr�hlich im leichten Wind umherwehte, sah sie zum Anbei�en aus. Sie gefiel Bryan, ja das tat sie. Als sie ihn entdeckte, stand sie auf und kam lachend auf ihn zu. Sie kam n�her an ihn heran und k�sste ihn zur Begr��ung auf die Wange. Dabei fiel Bryan zum ersten Mal auf, wie gut sie doch roch, er mochte ihr Parfum. Grinsend sah er sie an. Es war schon komisch, egal wie viel Stress er auch hatte, sobald er bei Georgina war, hatte er alles andere vergessen.
"Ich hab den ganzen Tag frei. Mein Chef ist krank", meinte er strahlend aber ein Blick in Georginas Gesicht verriet ihm, dass sie dar�ber nicht so ganz gl�cklich war wie er.
"Was ist los?" fragte er und sah sie an.
"Nun ja, nicht viel, nur muss ich von 14 bis 16.30 Uhr heute arbeiten! Uni-Vortrag anh�ren", meinte sie.
"Hm, das macht doch nichts, was hast du danach vor?"
"Wei� nicht...... hm, wir k�nnten uns doch um 17 Uhr treffen?" schlug sie vor.
"Hm, 17 Uhr ist schlecht, wie w�re es mit f�nf Uhr heute Abend bei mir?" Frech sah er sie an und wartete auf ihre Reaktion, die auch gleich darauf kam.
"F�nf heute Abend ist auch gut", lachte sie zur�ck und zog Bryan dann an der Hand weiter in den Park hinein. Weiter hinten gab es einen wundersch�nen kleinen See, zu dem wollte Georgina. Bryan ging mit ihr, Hand in Hand, als er pl�tzlich Kerry sah. Sie lief mit Molly Richtung Spielplatz. Krampfhaft darum bem�ht, dass sie ihn nicht sah, versteckte er sich so gut es ging neben Georgina, aber es war zu sp�t, Kerry hatte ihn entdeckt.
"Hi Nicky, was machst du denn hier?" fragte sie und nahm Molly, die quengelte, auf den Arm.
"Ich bin mit..... meiner Freundin unterwegs!" Wie aus einem Reflex raus hatte Bryan Georgina eben als Nickys Freundin vorgestellt, was h�tte er auch anderes tun sollen? Georgina vor den Kopf sto�en und sagen, dass sie nur eine Freundin von ihm sei? Ging nicht, es war doch so klar, dass Georgina was von ihm wollte und er h�tte es jetzt am wenigstens gebrauchen k�nnen, wenn er sich jetzt auch noch mit ihr verkracht h�tte. Au�erdem brachte ihn Kerrys Anwesenheit ganz sch�n durcheinander, sie hatte sich doch heute morgen erst von ihm oder besser gesagt Nicky getrennt. Um die Situation zu entsch�rfen strich er Molly einmal sanft �ber die Wange, was die mit einem hellen Lachen quittierte. Bryan strahlte, es war so sch�n sein Kind mal wieder zu sehen.
"Ach, du hast eine Freundin? Wie hei�t sie?" Kerry war neugierig, f�r Bryans Geschmack zu neugierig, wo Nicky doch nicht mal wusste, dass er ab jetzt eine Freundin hatte.
"Ich hei�e Georgina", stellte sich Bryans Begleitung vor und streckte Kerry die Hand hin. Diese ergriff sie schwungvoll und sch�ttelte sie.
"Ich bin Kerry, nett dich kennen zu lernen. Und das ist meine Tochter Molly!"
Georgina l�chelte die Kleine an und sah dann wieder zu Bryan.
"Ich glaube, wir m�ssen weiter!" sagte sie und Bryan nickte.
"Stimmt, also bye Kerry, sag Ni, Ni, dem Nilpferd einen Gru�!" Beinahe h�tte er sich verraten und zu Nicky auch Nicky gesagt, das w�re den beiden Frauen hier sicher seltsam vorgekommen, wenn er zu seinem besten Kumpel einen falschen Namen gesagt h�tte.
"Nilpferd? Ich nehme mal an, dass du Bryan meinst. Gott, ihr habt vielleicht komische Namen f�r euch." Sie sch�ttelte belustigt den Kopf, wurde dann aber wieder ernst.
"Tja, aber ich f�rchte das musst du selbst tun, ich bin heute morgen ausgezogen, wir brauchen ne Pause!"
"Oh, das tut mir leid f�r euch", spielte Bryan, er durfte sich nicht anmerken lassen, dass er es schon wusste und wie nah ihm das ging. Kerry zuckte nur mit den Schultern und wanderte dann mit Molly weiter, die mit ihren kleinen H�ndchen vergn�gt winkte.
"Sie ist s��!" riss Georgina ihn pl�tzlich aus seinen Gedanken.
"Was? Wer?"
"Na die Kleine, Molly hie� sie, richtig?"
"Ach so, ja, genau. Molly ist schon ein Traumkind!" Wenn Georgina nur w�sste, dass dieses Traumkind seine Tochter war......
Am See angekommen, setzten sie sich ans Ufer, Georgina ganz dicht neben ihm. Sie legte ihren Kopf auf seine Schulter, was ihn dazu veranlasste, seinen Arm um sie zu legen. Schweigend sahen sie aufs Wasser, bis Bryan begann, kleine Steinchen ins Wasser zu werfen. Georgina sah auf, und ihre Lippen waren nur noch ein paar Millimeter voneinander entfernt.
"Wenn ich schon deine Freundin bin, dann musst du mich jetzt auch k�ssen!" meinte sie und grinste Bryan verschmitzt an.
"Nichts lieber als das, kommt her, meine Freundin", wobei er das Wort Freundin noch mal doppelt betonte. Georgina wandte sich etwas, um zu seinem Gesicht zu kommen. Vorsichtig legte sie ihre Hand auf seine Wange, blickte ihn fest an und versank dann v�llig in diesem einen Kuss mit Bryan.
"Wow!" meinte sie nach atemlosen f�nf Minuten und sah Bryan verz�ckt an. Dieser l�chelte und schlang seine Arme wieder um sie. Wenn er schon nicht seine Kerry haben konnte, so wollte er wenigstens Georgina haben. Nach einer Weile der Stille sah Georgina auf die Uhr.
"Nicky, ich sag es dir ja wirklich nur ungern, aber ich muss los!"
"Och man, jetzt schon?"
"Ja, leider. Es ist zwanzig Minuten vor zwei!" Treuherzig sah sie ihn an. Da konnte Bryan nicht anders und k�sste sie einfach noch mal.
"So, jetzt lass ich dich gehen. Aber nur bis heute Abend um f�nf!"
"Okay, um 17 Uhr bin ich bei dir", grinste sie und stand dann notgedrungen auf. Sie w�re viel lieber bei Bryan geblieben aber die Arbeit rief. Bryan sah sie an und l�chelte. Georgina war schon eine klasse Frau. Diese klasse Frau beugte sich exakt im selben Moment noch ein letztes Mal zu ihm herunter und k�sste ihn noch einmal, dann verschwand sie auf den Parkwegen.
W�hrend er ihr nachsah, kam ihm eine Idee. Er hatte ja heute frei, auf Nicky und seine Probleme mit dem Buch hatte er absolut keinen Nerv mehr heute, also w�rde er f�r Georgina eine �berraschung vorbereiten. Grinsend stand er auf und machte sich auf den Weg, er hatte einiges zu tun f�r heute Abend.

Nicky �ffnete die Augen. Um ihn drehte sich alles, ihm war schwindelig. Wo war er hier �berhaupt? Mit M�he versuchte er zu erkennen wo er lag. Seine H�nde konnte er dabei nicht zu Hilfe nehmen, die waren ihm auf dem R�cken zusammen gebunden worden. Au�erdem lag er unbequem. Es war dunkel, wo auch immer er war, Licht gab es hier wohl nicht. M�de legte er seinen schweren Kopf zur�ck auf das Kissen. Sein Kopf schmerzte zu allem �bel auch noch und zudem musste er dringend pinkeln. Mit seiner letzten Kraft, die er aufbringen konnte, rief er nach Hilfe.
"Hallo? Hallo? Ist hier jemand?" Dann verfiel er zur�ck in Stille und lauschte ob er etwas h�rte. Eilige Schritte kamen ihm entgegen, aber durch die Dunkelheit ert�nten sie noch lauter und bedrohlicher als sonst. Nicky kr�mmte sich weiter zusammen. Er wollte es nicht zugeben, aber er hatte Angst. Zum ersten Mal in seinem Leben, seit er denken konnte, hatte er wirklich Angst. Er konnte nur hoffen, dass es sich um Bryan handelte, der ihm mal wieder einen Streich spielte. Aber gleichzeitig konnte er sich das auch absolut gar nicht vorstellen, Bryan w�rde ihm nie etwas �ber die R�be ziehen, schon gar nicht wenn sie ihre K�rper getauscht hatten. Au�erdem war er nach ihrem kleinen Streit so schnell abgehauen..... und zu allem �bel klangen diese Schritte da drau�en auch gar nicht wie die von Bryan. Die waren gleichm��ig, Bryans waren unregelm��ig, weil man nie wusste wo er als n�chstes hinsprang. Sorgenvoll blieb Nicky liegen und kniff die Augen heftig zusammen als pl�tzlich das Licht in diesem Raum oder wo auch immer er gerade lag, anging.
"So, bist du also endlich wach, du Ratte?"
"H�? Ratte? Wach? Wer ist da? Egal, wer immer da auch ist, ich muss mal aufs Klo", meinte Nicky, der jetzt noch verwirrter war als vorher schon.
"Sch�n, dann steh auf, aber dalli, dalli!" Diese Stimme klang nicht freundlich, oh nein, sie klang gar nicht freundlich, und verst�rkte Nickys Angst nur noch mehr. Aber er erhob sich, der Ruf der Natur war noch st�rker als seine Angst. Er folgte diesem Mann, dessen Gesicht er nicht erkennen konnte nach drau�en in den Gang und sah seinem Entf�hrer dabei zu, wie er einen Raum aufschloss und Nicky hineinstie�, nachdem er ihm die Fesseln abgemacht hatte. Eine Toilette, ein Gl�ck. Freudig verrichtete Nicky sein Gesch�ft und f�hlte sich danach gleich viel besser. Er wusch sich die H�nde und warf sich eine Ladung voll Wasser ins Gesicht, was au�erordentlich gut tat, und endlich sah er wieder etwas klarer und sein Verstand kehrte zur�ck. Er klopfte an die T�r, um damit zu zeigen, dass er fertig war. Der Mann �ffnete ihm wieder und lie� ihn heraus. Und da sah Nicky zum ersten Mal sein Gesicht. Aber er kannte diesen Menschen ihm gegen�ber nicht, er war sich sicher, ihn nie gesehen zu haben.
"Los Bryan, zur�ck in dein Zimmer", forderte er Nicky auf und Nicky folgte gehorsam, er wollte nichts riskieren solange er nicht wusste, was dieser Mensch von ihm wollte. In seinem Zimmer, dass eher einer notd�rftigen Abstellkammer glich, setzte er sich sofort wieder aufs Bett, sein Kopf schmerzte immer noch ziemlich von dem Schlag, den er bekommen hatte. Ziemlich sehr war wohl noch die bessere Bezeichnung daf�r. So langsam verlor Nicky aber trotz seiner Schmerzen die Geduld, er wollte endlich wissen was hier vor sich ging.
"Was wollen sie?" fragte er und versuchte so viel Nachdruck in seine Stimme zu legen, wie nur irgendwie m�glich war.
"Geld? Ein Auto? Ein Haus? Bitte, k�nnen sie alles haben, lassen sie mich nur hier raus!"
"Was? Nein, so was langweiliges will ich sicher nicht, das hab ich alles schon. Ich will Kerry!"
"H�? Kerry?" Nicky war sich nicht sicher, ob er richtig geh�rt hatte. Was wollte dieser Mensch mit Kerry?
"Ja, Kerry, ich will sie heiraten. Und jetzt stell keine so bl�den Fragen, du wirst schon fr�h genug hier rauskommen. Ich brauch nur eine Unterschrift von dir!"
"Wozu das denn? Meine Unterschrift ist nicht die von Kerry!"
"Och Bryan, stell dich doch nicht d�mmer als du bist. Das ist irritierend, also bitte!"
"Ich bin nicht dumm und ich stell mich auch nicht dumm, ich sehe nur keinen Sinn darin, was meine Unterschrift mit Kerry zu tun hat, die Sie sie eh nie bekommen werden!"
"Gott Bryan, halt einfach nur die Klappe, okay? Ich sag es jetzt ganz langsam, damit du es auch kapierst, dumm bist du n�mlich, egal was du dazu sagst. Also, ich brauch deine Unterschrift auf Scheidungspapiere!"
"Was f�r Scheidungspapiere? Was soll das hier werden? Ein Scherz? Toll, ich hab keine Lust mehr. Die *versteckte Kamera* oder sonst was kann rauskommen!"
"Sehr witzig, du sollst die Klappe halten und nur hier unterschreiben, dann kannst du gehen!"
Nickys Entf�hrer hielt ihm einen Zettel unter die Nase. Nicky studierte ihn eing�ngig und sah dann verwirrt lachend auf.
"Sehr witzig, ich soll mich von Kerry scheiden lassen? Toller Witz, echt!"
Nicky sch�ttelte belustigt den Kopf, er hatte keine Ahnung, was er von dem hier halten sollte. Erlaubte sich jemand einen Scherz mit ihm oder war er, also Bryans K�rper wirklich entf�hrt worden? Das passte doch alles nicht zusammen, so ein Schwachsinn. Als ob er nicht genug Probleme gehabt h�tte, in wenigen Tagen war dieses verdammte Limit abgelaufen und er steckte f�r immer in Bryans K�rper fest, das durfte einfach nicht passieren. Er musste hier raus.
"Das ist kein Witz, Bryan, sondern mein voller Ernst!" Wie dieser Kerl Bryans Namen aussprach, nicht zu fassen, so voller Abscheu und Ekel.
"Sch�n, dann ist es halt kein Witz, mir auch egal!" Nicky wunderte sich selber woher er so viel Mut hatte diesem Mann so zu widersprechen, aber er tat es.
"Wollen wir wetten, dass es dir nicht egal ist? Unterschreib jetzt endlich, sonst passiert was!"

Bryan war, w�hrend sein Kumpel mit einem Verr�ckten k�mpfte, durch halb Dublin gerannt um alles, was er f�r das Date mit Georgina heute Abend brauchte, zu besorgen. Endlich hatte er alles zusammen und machte sich auf den R�ckweg. Er hatte noch gut eine halbe Stunde bis Georgina kam, in der musste er alles noch herrichten und perfekt dekorieren. Somit lag ein sch�nes St�ck Arbeit vor ihm, aber Bryan w�rde das schaffen, zur Not w�rde er einfach noch mal einen Zauber anwenden, schlimmer konnte es eh nicht werden, dachte er. Von Nickys Verschwinden ahnte er zu diesem Zeitpunkt noch nichts.
Hastig sprang er aus dem Wagen und schleppte sich mit f�nfhundert verschiedenen T�ten ins Haus. Dort schmiss er alle mehr oder weniger vorsichtig auf den K�chentisch und fing an die Blumen und die Erdbeeren herzurichten und im Wohnzimmer aufzubauen. Er hatte beschlossen, Georgina einfach mit lauter roten Sachen zu �berraschen. Rot f�r die Farbe der Liebe. Auf dem R�ckweg zum K�chentisch legte er eine Kuschelrock-CD ein, sanfte Balladen geh�rten da einfach dazu. Gerade als er alles soweit aufgebaut bzw. verstaut hatte, klingelte es. Georgina war p�nktlich, ganz im Gegensatz zu Bryan der normalerweise bei Verabredungen oder Terminen generell mindestens eine halbe Stunde zu sp�t kam. Nicht so die Frau, die er sich angelacht hatte. Er �ffnete und lie� Georgina herein. Diese schmiss ihre Arme um seinen Hals und k�sste ihn zur Begr��ung erst mal ausgiebig. Lachend dr�ckte Bryan sie schlie�lich von sich weg.
"Nicht so st�rmisch junge Frau, komm doch erst mal rein. Hast du es gleich gefunden?"
"Klar, ist ja nicht zu �bersehen, deine Villa hier", grinste sie und folgte Bryan ins Haus. Vor dem Wohnzimmer blieb sie sprachlos stehen. Sie sah die ganzen roten Rosen und Erdbeeren, die Bryan sch�n verteilt hatte. Drau�en d�mmerte es bereits ein wenig, und das Licht hatte er extra ausgelassen, nur eine kleine Lavalampe leuchtete neben der Stereoanlage in der Ecke des Zimmers.
"Gef�llt�s dir?" fragte Bryan sch�chtern und streifte Georginas Jacke von ihren Schultern.
"Ob es mir gef�llt? Nicky das ist der Wahnsinn!"
"Das freut mich. Komm, setz dich", bot er ihr an und lie� sich auf die Couch fallen. Georgina tat es ihm gleich und erst da bemerkte sie die Musik, die leise den Raum durchflutete. Sie sah sich um und ihr Blick blieb am Wohnzimmertisch haften.
"Erdbeeren? Sahne? Champagner? Oh, Nicky, du bist ja sogar romantisch!"
Bryan grinste frech, ja, das war er. "Na dann k�nnen wir uns ja jetzt einen romantischen Abend machen. Oder spricht was dagegen?"
Einen romantischen Abend... genau das hatte sie gewollt.
"Nee, es spricht absolut nichts dagegen", lachte sie.
An was anderes brauchte Bryan jetzt also auch nicht denken. Es gab nur noch sie und ihn. Drau�en war es immer dunkler geworden und am Himmel glitzerten schon die ersten der zigtausend Sterne und er war sich sicher, dass das, was er jetzt tat, richtig war, zu verlieren hatte er ja schlie�lich absolut nichts mehr. Bryan machte die kleine Lavalampe aus und z�ndete dann ein paar Kerzen auf dem Tisch an. Das Licht im Raum wurde noch schummeriger als es die Lavalampe eh schon gemacht hatte. Er setzte sich auf den Boden, wo er eine weiche Decke ausgebreitet hatte und zog sie zu sich heran. Er nahm eine Erdbeere und f�hrte sie langsam zu ihrem Mund. Sie biss ab und l�chelte Bryan an, ehe sie ihm eine Erdbeere vorsichtig in den Mund schob. Als sich dabei ein bisschen der Sahne, die sie auf die Beere getan hatte, an seine Nase verirrte, k�sste Georgina sie ihm z�rtlich von dieser Stelle weg. Er musste lachen, weil es kitzelte und zog Georgina noch n�her an sich. Wieder folgte ein langer Kuss und als sich ihre Lippen ber�hrten hatten sie beide das Gef�hl, wie wenn es nur noch sie beide g�be, niemanden sonst.
Bryans H�nde wanderten auf ihre Schultern hinunter und begannen, langsam die Tr�ger ihres Kleides herunterzustreifen. Sie lie� ihn gew�hren und gab ihm immer wieder z�rtliche K�sse auf seine Lippen. Bryans H�nde glitten langsam auf ihren R�cken, den sie vorsichtig auf und ab fuhren und er wollte den BH aufmachen. Doch sie hielt ihn zur�ck und sah Bryan ernst an.
"Halt, Nicky", fl�sterte sie verf�hrerisch. "Jetzt bin ich mal dran."
Bryan lie� sich nach hinten auf den Boden fallen. Sie beugte sich �ber ihn und begann damit, ihm sein Hemd auszuziehen. Die beiden kamen sich bei diesem Spielchen, das beide einfach nur noch genossen, immer n�her und bemerkten, dass nichts mehr zwischen ihnen stand, sie hatten alles um sich herum vergessen, selbst Bryan verga� sein eigentlich viel wichtigeres Problem. Irgendwann hatten sich die beiden unter eine Decke verkrochen, die Bryan von der Couch geangelt hatte. Nur noch die zwei, niemand sonst, der sie nun davon abhalten k�nnte, diese Nacht zu einem einfach nur wundersch�nen Erlebnis zu machen.

Zur selben Zeit lag Nicky wieder zusammengekr�mmt auf seiner harten Pritsche. Ihm war kalt und er f�hlte sich einsam. Nachdem er sich standhaft geweigert hatte, diesen d�mlichen Wisch zu unterschreiben, war sein Entf�hrer endlich wieder gegangen, nicht ohne den Zettel und den Stift fein s�uberlich neben Nickys Bett zu platzieren. Sah so aus, wie wenn er l�ngere Zeit hier verbringen musste. Darauf hatte er aber absolut keine Lust, er musste hier raus und sich seinen K�rper zur�ck holen. Er hatte nicht vor, auf ewig Bryan zu sein. Man gew�hnte sich zwar an alles, aber nicht an so etwas. Einschlafen konnte er nicht. Er hatte Hunger und jetzt, wo alles so still und ruhig war, kam die Furcht und Angst wieder in ihm hochgekrabbelt. Er hatte solche Angst davor, seinen K�rper nie wieder zu bekommen. So viel er auch sonst daran auszusetzen kannte, er liebte seinen K�rper, seinen eigenen K�rper und brauchte ihn, denn im Prinzip war er trotz aller Macken eben doch SEIN K�rper. Er war ihm vertraut und einfach wichtig. Au�erdem musste er doch Kerry davon �berzeugen, wieder zu ihm, oder eben zu Bryan zur�ck zu kehren, er hatte doch gesehen wie seinen Kumpel das alles mitnahm. Was w�rde der sagen, wenn er merkte, dass nicht nur Kerry und Molly, sondern auch noch er, sein bester Freund in seinem K�rper weg war? Er musste den Streit mit Bryan aus dem Weg r�umen, er konnte es nicht haben wenn er sich mit Bryan, was nebenbei bemerkt gar nicht so oft vorkam, stritt. Au�erdem musste er einfach seinen K�rper wiederhaben, er musste. Irgendwann fielen ihm m�de die Augen zu, gr�beln war anstrengend, au�erdem nahm Nicky das alles ziemlich mit. Zudem arbeitete sein Gehirn gegen Bryans K�rper, also musste er wohl eine Runde schlafen.

Bryan blinzelte mit den Augen. Neugierig sah er sich um. Zuerst wusste er nicht wo er war, deswegen �ffnete er die Augen noch etwas weiter und erkannte, dass er in seinem Wohnzimmer auf dem Boden lag. Auf dem Boden? Ja und neben ihm lag eine h�bsche Frau, Anfang zwanzig, Georgina. Er sah sie l�chelnd an, sie sah so sch�n aus wenn die ersten Sonnenstrahlen durch das Fenster auf ihre Haare fielen und sie golden erscheinen lie�en. Er konnte es nicht glauben, er hatte eine Nacht mit Georgina verbracht. Eine wundervolle Nacht voller Leidenschaft, Liebe und Z�rtlichkeiten. Doch jetzt bei Tageslicht sah alles wieder anders aus. Er war kein bisschen besser als Nicky. Er hatte Kerry betrogen und Nicky mit einer Frau schlafen lassen, die Nicky noch nicht einmal kannte. Das w�rde �rger geben, Chaos war vorprogrammiert. Verdammt, wieso musste er sich immer tiefer in die Schei�e reiten?

Nicky wachte auf und erinnerte sich sofort an den letzten Tag. Er hatte es tats�chlich geschafft, auf dieser mistigen Pritsche zu schlafen. Ein Wunder, dass er nur zweimal aufgewacht war. Da war es mitten in der Nacht gewesen. Es war immer noch dunkel, doch ein Blick auf die Uhr sagte Nicky, dass es bereits hell sein musste. Da die Fensterl�den aber immer noch verschlossen waren, blieb es dunkel. Nur durch ein paar Ritzen, kam ein wenig Licht, merkte Nicky, nachdem er sich kurz umgeschaut hatte.
Neben dem Bett lag immer noch der doofe Zettel. Nicky hatte nicht erw�hnt, dass er sich von Kerry getrennt hatte. Vielleicht h�tte das die Situation ver�ndert, vielleicht auch nicht. Bryan und Kerry waren immer noch verheiratet und Kerry hatte etwas von *Pause* gesagt und nichts von wegen Ende der Beziehung. Noch konnte alles wieder gut werden, wenn er nur nicht dieses bl�de Ding unterschreiben w�rde. Scheidung, dann w�re er Bryan als Freund f�r immer los und dann war sowieso alles im Eimer.
Nicky wusste nicht, woher dieser bl�de Kerl die Unterschrift von Kerry nehmen wollte, aber er klang �berzeugend, hatte wohl alles geplant und Nickys Unterschrift w�rde reichen, um alles zu zerst�ren.
Er musste hier raus, das war wichtig. Leider war rauskommen nicht so einfach und das bl�deste war, dass sie ihn bald vermissen w�rden. Irgendwer w�rde die Polizei einschalten und wenn die ihn hier raus h�tten, dann ging es los. Hier ein Verh�r, da eine Gerichtsverhandlung und das war jetzt das, was er und Bryan am wenigsten gebrauchen konnten. Morgen Abend um Mitternacht war alles vorbei, bis dahin musste das Ding gelaufen sein, wie es auch ausgehen mochte.
Nicky blickte noch einmal auf die Uhr. Es war bereits kurz nach zw�lf. Er musste lange geschlafen haben. Jetzt waren es noch 36 Stunden, sogar ein bisschen weniger. 36 Stunden, um hier heraus zu kommen, den Zettel zu finden und alles wieder ins Lot zu bringen. 36 Stunden, die verdammt schnell vergehen w�rden.

Georgina war weg. Verdammt, warum musste sie studieren? Bryan h�tte den ganzen Morgen mit ihr im Wohnzimmer liegen k�nnen, aber das Studium war den beiden gewaltig dazwischen bekommen.
Bryan stand in der K�che und hatte die letzten Reste vom Fr�hst�ck wegger�umt, als er �berlegte, was er als n�chstes tun sollte. Daf�r sch�mte er sich hinterher. Es gab nur eins zu tun. M�glichst schnell den bl�den Zettel finden.
Bryan �berlegte kurz, ob er Nicky anrufen sollte, aber er war der letzte, mit dem er jetzt reden wollte und deshalb entschloss er sich, die Sache erst mal alleine in die Hand zu nehmen. Schlie�lich rannte die Zeit davon.
Dieses mal wollte er ruhig an die Sache rangehen und er �berlegte erst einmal wo sie das Buch �berall gehabt hatten: Sie hatten es auf dem Dachboden vom Studio gefunden, da war das Buch aber nicht, da war er sich mittlerweile ziemlich sicher. Dann, als sie sich verwandelt hatten, waren sie mit dem Buch zu ihm, oder besser gesagt zu Nicky nach Hause gefahren um nach dem Spruch der sie zur�ck verwandeln w�rde zu suchen. Also konnte die Seite noch im Auto und in seinem Haus sein.
Zuerst wollte er im Auto suchen, und wenn die Seite dort nicht sein sollte, w�rde er, trotz seinem Streit mit Nicky, zu ihm fahren und dort suchen. Jetzt konnte Kerry ja auch keine dummen Fragen mehr stellen. Die hatte Nicky ja erfolgreich vertrieben. Also musste er jetzt diese bl�de Seite finden und dann w�rde er wieder Bryan McFadden werden.
Am Auto angekommen suchte er als erstes unter den Sitzen. Da war zwar alles m�gliche drunter aber nicht die Seite. In diesem Auto musste echt mal wieder aufger�umt werden. Dabei hatte Nicky doch gar keine Kinder die so viel M�ll herumschmissen.
Als n�chstes guckte er in den Seitentaschen, doch auch vergebens. Jetzt blieb nur noch eins, da er sich nun wirklich nicht vorstellen konnte das der Spruch in den Kofferraum gekommen war: das Handschuhfach. Das war zwar auch sehr unwahrscheinlich, weil sich Bryan ganz sicher war dass das Buch nicht im Handschuhfach gelegen hatte, aber einen Versuch war es wert.
Als er das Handschuhfach �ffnete kam ihm ein gro�er Schwall Papier entgegen. Er durchw�hlte ihn schnell, aber das einzige was er fand waren Parkscheine, Parkscheine und noch mal Parkscheine. Seit wann sammelte sein Kumpel diese bl�den Dinger? Er suchte weiter. Das Handbuch f�r das Auto, Sonnenbrille, ein alter Schokoriegel, aber da hinten lag noch ein vergilbtes Papier. Er kramte es hervor, hatte zwar kaum Hoffnung das die Seite in der Hinterletzten Ecke von diesem verm�llten Handschuhfach lag, aber einen Versuch war es wert. Doch er hatte kein Gl�ck, der gelbliche Zettel war blo� ein Strafmandat f�r falsches Parken, das schon sehr alt sein musste.
"Okay", dachte er sich. "Wenn das bl�de Ding nicht hier ist dann musste es bei Nicky sein."
Entschlossen setzte Bryan sich auf den Fahrersitz und machte sich auf den Weg zu Nicky. Sie mussten diesen bl�den Streit endlich beenden, denn die Zeit wurde immer knapper und dass die beiden vielleicht immer im K�rper des anderen stecken w�rden, das war es dieser Streit einfach nicht wert. Der Weg zu Nicky kam Bryan viel zu lang vor. Immer dann, wenn man keine Zeit hatte, dann dauerte alles viel zu lange, was die vielen roten Ampeln, an denen Bryan stehen bleiben musste, noch unterst�tzten. Nur noch wenige Stunden und jede Minute war kostbar. Irgendjemand hupte hinter ihm, als Bryan einem Wagen die Vorfahrt nahm, doch Bryan machte sich nichts draus.
Bryan schaute nerv�s auf die Uhr, konnte aber erleichtert aufatmen, als endlich Nickys Haus in Sicht kam. Schnell und mit vielen Schlenkern fuhr er das Auto in die Einfahrt. Wohl ein wenig zu schnell. Hinten am Wagen h�rte er ein lautes Kratzen, als das Auto den Gartenzaun streifte.
"Oh Shit", fluchte Bryan, hielt das Auto und schlug mit der Hand aufs Lenkrad. Hastig stieg er aus, um sich den Schaden anzugucken.
"Wow, das wird den Streit nicht gerade beenden", sagte er zu sich, als er den Kratzer in Nickys Auto entdeckte. Lang zog sich die Schramme durch das gl�nzenden Metall.
Bryan dachte dar�ber nach, was Nicky wohl jetzt wichtiger w�re. Sein K�rper oder sein Auto? Man konnte nie wissen, denn Bryan wusste, wie Nicky an seinem Auto hing.
"Keine Kratzer", kamen Nickys Worte ihm wieder in den Kopf, als Bryan mit dem Finger vorsichtig �ber den Kratzer fuhr und die raue Stelle sp�rte.
"Also mir w�re mein K�rper wichtiger", sagte Bryan sich, lie� den Wagen in der Einfahrt stehen und ging auf die Haust�r zu. Das Haus sah verlassen und dunkel aus, was nach Kerrys Auszug nicht gerade verwunderlich war. Keine schreienden Kinder, keine lachende Kerry... Bryan unterdr�ckte die Tr�nen, die gerade in ihm aufsteigen wollten und dr�ckte auf den Klingelknopf. Es hatte keinen Sinn, jetzt an Kerry zu denken. Es gab etwas, das war jetzt wichtiger und Bryan sch�mte sich daf�r, dass es so etwas wirklich gab, etwas, dass wirklich vor Kerry stand. Aber mit Kerry konnte er sp�ter noch reden, wenn alles wieder in Ordnung sein w�rde, hoffte er.
Auf das Klingeln meldete sich niemand. Bryan klingelte noch einmal und noch einmal, aber als nach langem Warten immer noch niemand da war, gab er es auf. Langsam ging er durch den Vorgarten und dann um das Haus herum. Die Blumen waren lange nicht mehr gegossen worden und lie�en ihre K�pfe h�ngen. Im Garten lag ein roter Ball, den Molly nach drau�en geschleppt haben musste...Molly...
Bryan sch�ttelte heftig den Kopf, als er merkte, dass er schon wieder an seine Familie denken musste. Vielleicht gab es doch nichts, was wichtiger war. Vielleicht war es einfach nur eiliger, versuchte Bryan sich einzureden und gab sich damit zufrieden. Schlie�lich war eilig und wichtig immer noch etwas ganz anderes.
Als Bryan von hinten durch die Glast�r ins Wohnzimmer schaute, war niemand da. Das Wohnzimmer war verlassen, nur ein paar Sachen, die Nicky geh�rten, lagen auf dem Sofa und auf dem kleinen Tisch davor. Die K�chent�r, die Bryan hinten sehen konnte, war verschlossen, aber als er eben am K�chenfenster vorbeigekommen war, war es auch dort dunkel gewesen..
Die T�r war nat�rlich verschlossen. Bryan �berlegte, ob Nicky vielleicht einen Schl�ssel f�r sein Haus in seinem Wagen liegen hatte, aber er erinnerte sich nicht daran, ihm je einen gegeben zu haben.
"Wehe, der Kerl geht mit irgendwelchen anderen Frauen aus", dachte Bryan sich, als er dar�ber nachdachte, wo Nicky wohl gerade sein konnte, und ballte die F�uste. "Wehe", wiederholte er laut und verlie� den Garten. Er ging noch einmal zur Haust�r und klingelte, doch wieder meldete sich niemand. Nicky schien wirklich nicht zuhause zu sein. Bryan �berlegte, ob Nicky irgendetwas gesagt hatte, wo er hinwollte, aber er konnte sich nicht daran erinnern. Bryan hatte keine Ahnung, wann Nicky wiederkommen w�rde, deshalb holte er Nickys Handy aus der Tasche. Er gab seine eigene Nummer ein, da Nicky nat�rlich mit seinem Handy rumlief und lie� es klingeln. Es schellte ein paar Mal, dann wurde die Verbindung unterbrochen. Nicky wollte wohl nicht gest�rt werden, was Bryans Misstrauen noch einmal verst�rkte, aber tun konnte er ja auch nichts.
Er be�ugte noch einmal den Kratzer und beschloss, dass man das auch hinterher regeln konnte und fuhr wieder davon. Verzweifelt �berlegte er, wo der Zettel noch sein konnte, aber er hatte keine Idee. W�hrend er durch die Stadt irrte, kam ihm immer wieder der schreckliche Gedanke, dass der Zettel vielleicht schon gefehlt hatte, bevor sie das Buch gefunden hatten. Dann w�ren sie sowieso verloren, denn dann konnte der Zettel sich auf der ganzen Welt befinden und es waren keine 40 stunden mehr Zeit. Und nicht mal 1000 Stunden h�tten gereicht, die Weltkugel in jeder Ecke abzusuchen.
Bryan fuhr an den Stra�enrand und stoppte. Er konnte nicht weiterfahren. Wahrscheinlich h�tte er den Wagen vor den n�chsten Stra�enpfeiler gejagt. Er legte seine Arme aufs Lenkrad und dann seinen Kopf darauf. Tief atmend versuchte er, sich ein wenig zu beruhigen, was ihm nicht gelang, als er sah, wie die Zeiger der Uhr auf dem Armaturenbrett sich immer weiter bewegten. Sie schienen sich immer schneller zu bewegen auf den einen Punkt, an dem alles vorbei war. Es h�tte nie so weit kommen m�ssen, h�tten sie blo� nie dieses verdammte Buch in die Hand bekommen. Alles war kaputt gegangen und das einzig Gute in Bryans Leben war jetzt Georgina, die leider keine Zeit hatte. Ganz hervorragend, alles war so was von bl�d und alles Gute hatte keine Zeit. Aber Zeit, das war sowieso ein Begriff, den man nicht definieren konnte. Bryan wusste nur eins: Er hatte keine Zeit.
Er trat aufs Gaspedal und machte sich wieder auf den Weg.

"Geben Sie mein Handy her!" schrie Nicky, aber der Entf�hrer zeigte kein Erbarmen und l�chelte nur geh�ssig.
"Das werde ich ganz sicher nicht tun, du hast jetzt wichtigeres zu tun und zwar diesen Wisch zu unterschreiben!" Er warf Nicky den Zettel hin und dr�ckte dann den Anrufer weg.
"Darf ich wenigstens wissen wer es war? Oder ist das auch verboten?"
Nicky war genervt, mehr als das. Er wollte hier raus und wollte alles, was in den letzten Tagen so verdammt schief lief wieder gerade biegen. Und das m�glichst schnell, er hatte nicht mehr viel Zeit. Irgendwie musste er doch jemandem mitteilen k�nnen, wo er war. Bryan musste es wissen, er k�nnte das schlimmste, eine Hetzjagd der Presse oder so, noch verhindern.
"Aber sicher doch. Es war dein Freund Nicky!"
"Verdammt!" fluchte er, das w�re seine Chance gewesen. Verdammter Mist. Da piepste sein Handy schon wieder, eine SMS war gekommen. Und er konnte sie wieder nicht lesen. Hoffentlich war sie von Bryan, er w�rde misstrauisch werden wenn er nicht innerhalb der n�chsten 5 Minuten eine Antwort von Nicky bekam. So blieb Nicky nur zu hoffen. Der Entf�hrer fing an die SMS zu lesen und sah dann verwirrt auf.
"Mir scheint, dass dein Kumpel reichlich doof ist. Wieso solltest du mit anderen Frauen weggehen, wo du doch Kerry hast? Zwar nicht mehr lange, aber immerhin! Und was geht das Nicky �berhaupt an, was du machst? Also nee, ihr seit schon sch�n bl�de", meinte Nickys Entf�hrer und warf dann das Handy in eine Ecke. Es gab zwei kl�gliche Laute von sich und war dann ganz tot, mausetot.
"Sehr gut! So, du �berlegst dir jetzt mal, ob du endlich unterschreiben willst, sonst gibt es heute mal nichts zu essen!"
Damit verschwand der Mann und lie� Nicky wieder alleine auf seiner harten Pritsche zur�ck. Seine H�nde waren zwar nicht mehr gefesselt, daf�r aber seine F��e. Mit M�h und Not versuchte Nicky trotzdem aufzustehen und zu seinem Handy zu h�pfen. Endlich hatte er es erreicht und konnte es aufheben. Tja, so ganz tot war sein Handy wohl doch noch nicht. Er untersuchte es und probierte es dann einfach Bryan eine SMS zu schicken, aber es klappte nicht, sein Akku war kaputt. Gro�artig, wirklich gro�artig. Aus Frust knallte Nicky es selber auch noch mal in die Ecke und setzte sich gestresst zur�ck auf diese alte, d�mliche Pritsche. Er hatte keine Lust mehr, er wollte hier raus. Seine Gedanken fingen an, abzuschweifen........

Genervt war Bryan wieder zu sich zur�ck nach Hause gefahren und hatte seinem Kumpel eine SMS geschickt. Doch er hatte keine Antwort erhalten und das machte ihn stutzig. Nicky schrieb normalerweise immer sofort zur�ck wenn er eine SMS bekam, es sei denn er stand grad auf der B�hne, aber da Bryan da im Moment nicht stand konnte Nicky da auch nicht stehen. Und so war es doch recht seltsam, dass Bryan keine Antwort erhielt. Wie ein Handy funktionierte, auch wenn es nicht Nickys eigenes war, w�rde er doch wohl wissen.
Bei sich zu Hause angekommen, setzte er sich erst mal mit einem Sandwich ins Wohnzimmer, eine St�rkung tat immer gut. So langsam wurde er unruhig, wo steckte Nicky nur? Es verging nie ein Tag, an dem sich Nicky nicht mal bei ihm meldete und gerade jetzt, wo sie diesen K�rpertausch vollzogen hatten, w�rde es Nicky doch sicherlich nie in den Sinn kommen, einfach so abzuhauen und sich nicht wenigstens �ber eine mickrige SMS oder einen kleinen Anruf abzumelden. Er wusste doch, was f�r gro�e Sorgen Bryan sich um seinen K�rper machte. Au�erdem musste dieser d�mliche Streit einfach aus der Welt geschafft werden. Bryan musste was tun, Nicky suchen. Und am besten auch noch finden. Doch wie sollte er das nur anstellen? Dublin war gro�, sogar verdammt gro� f�r irische Verh�ltnisse.
"Prudi und Nixie m�ssen mir helfen!" Ohne es zu wollen hatte er sich einen Spitznamen f�r Phoenix �berlegt, ihm war dieser lange Name auf die Nerven gegangen. Also eilte er, nat�rlich mit Sandwich in der Hand zum Telefon und w�hlte die Nummer der beiden Schwestern.
"Hallo?"
"Phoenix, bist du es?"
"Nee Nicky, fast, ich bin Prudence!"
"Auch gut, aber hier ist trotzdem Bryan!"
"Oh, sorry!"
"Schon gut. Das ist jetzt nicht so wichtig, wir haben ein viel gr��eres Problem: Nicky ist verschwunden!"
"Was? Sag das noch mal! Du willst uns doch verschei�ern oder?"
"Nein, wirklich nicht, Nicky ist weg. Er ist nicht zu Hause, nicht bei der Arbeit, sein Auto steht, wenn ich es mir so recht �berlege alleine vorm Tor, das ist absolut nicht normal, da muss was passiert sein!"
"Mensch Bryan, wei�t du was das bedeutet, wenn Nicky weg ist? Ohne Nicky kein R�ckzauber, ohne Nicky bleibst du Nicky!"
"Ja doch, das wei� ich auch und deswegen muss ich ihn finden, nur wei� ich nicht wie. Dublin ist so gro�, k�nnt ihr mir nicht irgendwie helfen?"
"Hm, lass mich mal �berlegen.... Phoenix, hol mal unseren gro�en Standplan von Dublin! Also Bryan, ich hab ne Idee, aber ob�s klappt, wei� ich nicht!"
"Egal, Hauptsache du versuchst was!" Bryan war nahe dran zu verzweifeln, so knapp vor dem Ziel durfte Nicky einfach nicht weg sein. Zwar fehlte der Spruch auch noch, aber den w�rden sie schon noch irgendwo auftreiben, ganz weg konnte er schlie�lich auch nicht sein.
"So, wir halten jetzt mal das Pendel �ber die Stadt, man, mach schon Phoenix, wir haben nicht ewig Zeit!"
"Ja, ja, doch", ert�nte es von hinten durch den H�rer und Bryan musste unweigerlich grinsen. Nur zu gerne h�tte er jetzt gesehen wie die beiden sich da zur Eile antrieben.
"Find the person, who is away. Show it through room and time and day!"
"Was ist denn das f�r ein M�ll?" wollte Bryan wissen, aber Prudence unterbrach ihn zugleich wieder.
"Man, halt die Klappe, wir brauchen absolute Ruhe sonst geht das nicht!"
"Okay, sorry!"
"Bryan, sei still!" Prudi war nahe dran zu explodieren der Tonlage ihrer Stimme nach. Also war Bryan ruhig, sie wollten ihm ja schlie�lich nur helfen. Nach weiteren f�nf verschwiegenen Minuten hielt Bryan es nicht mehr aus.
"Und? Habt ihr was rausgefunden? Wo ist er?"
"Also ich kann dich beruhigen, er ist noch hier in Dublin, irgendwo!"
"Was soll das hei�en irgendwo? Wisst ihr nun wo er ist oder nicht?"
So langsam verlor Bryan die Geduld, er war gereizt und hatte die Schnauze von diesem ganzen Mist voll.
"�h, nun ja, nicht so direkt. Er muss irgendwo sein, wo Metall ist und bei Metall wirken unsere Kr�fte nun mal nicht, sorry!"
"Prima, wirklich ganz toll. Und wo soll ich jetzt bitte sch�n nach ihm und gleichzeitig auch noch nach dem Zettel suchen? Metall gibt es vieles hier!"
"Tut uns leid, mehr k�nnen wir echt nicht tun. Aber sieh es doch mal positiv, er ist noch hier!"
"Sehr witzig du Hexenkind!"
"Ey danke, so hat mich noch niemand genannt. Hexenkind, das gef�llt mir. Hast du geh�rt Phoenix, Hexenkind hat er mich genannt."
"Ja ganz toll. Also ich muss jetzt los und suchen. Trotzdem danke. Metall...." murmelte Bryan und legte dann auf. Metall, wo konnte er hier nach Metall suchen? Gott, war das verzwickt, wieso musste immer er in so scheu�liche Situationen kommen? Metall sollte er finden, Nicky sollte er finden und den R�ckzauberspruch wohl am besten auch noch. Alles klar, er hatte ja sonst nichts zu tun. Nein, Georgina war ja gar nicht da. Diese Ironie mal wieder, warum strafte es ihn immer so? M�de setzte er sich auf die Couch und nahm sich vor, nur kurz ein paar Sek�ndchen zu verschnaufen, doch daraus wurde nichts. Die letzten stressigen Tage forderten ihr Tribut und Bryan schlief m�de ein. Den ganzen Tag, die ganze Nacht, ununterbrochen!

Nicky war es nicht anders ergangen, auch er war so m�de wie selten gewesen und hatte versucht m�glichst viel zu schlafen. Der Entf�hrer hatte ihn in Ruhe gelassen, erst jetzt, sp�t am Abend kam er wieder, dr�ckte ihm eine Scheibe Brot in die Hand und ein Glas Wasser und verschwand dann eine Augenbraue hochziehend wieder aus diesem ungem�tlichen Raum, nachdem er einen Blick auf das immer noch ununterschriebene Papier geworfen hatte. Nicky a� die Scheibe Brot gierig, auch wenn er normalerweise etwas besseres gewohnt war. Doch heute nahm er sogar dies dankbar an, wo er doch den ganzen Tag noch nichts gegessen hatte. Er legte sich wieder auf die Pritsche. Schlafen war das beste was er tun konnte, wenn er hier nicht versauern wollte. Betend und hoffend, dass Bryan ihn bald hier finden und retten w�rde, schlief auch er m�de ein.
Nur einmal wachte er kurz auf, weil er einen Alptraum hatte. Drau�en fegte ein heftiger Wind �ber die Stadt, vorausgesetzt, er war �berhaupt noch in Dublin, und lie� die Fensterl�den, die wohl nicht ganz fest waren, bed�chtig knarren. Nicky lauschte und h�rte sogar ein paar Regentropfen, die gegen die Wand klatschten. Immer im selben schnellen Rhythmus, der Nicky noch m�der machte, als er eigentlich schon war, und ihn wieder einschlafen lie�.

Bryan wachte ebenfalls ein paar Mal auf. Unruhig r�kelte er sich auf der Couch hin und her und verfolgte auf der Uhr mit, wie die Stunden, die er und Nicky noch hatten, immer weniger wurden und alles auf den Abgrund zulief. Bei jeder Stunde, die verging, fragte Bryan sich, warum er auf der Couch lag und nichts unternahm, doch er wusste nicht, was zu unternehmen war. Nicky war weg und Bryan war viel zu hoffnungslos, um sich noch einmal aufzuraffen und die Welt auf den Kopf zu stellen. Metall, die beiden hatten Vorstellungen. Wenn man schon allein an die vielen Autos dachte, die es in Dublin gab, dann konnte einem schlecht werden. Dieser Tipp war wirklich �berfl�ssig gewesen. Das einzige, was einen minimalen Anhaltspunkt auf Nickys Aufenthaltsort gab, war, dass er sich noch in Dublin befand... Dublin, einer Millionenstadt.

Nicky hatte die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Schon fr�h wachte er auf und hatte den Entschluss gefasst. Er w�rde es schaffen, bevor es wieder Mitternacht werden w�rde und wenn er daf�r �ber Laichen gehen musste, dann war es auch egal. Jetzt galt es, mit Bryan wieder alles in Ordnung zu bringen und dessen Ehe zu retten. Und die wurde garantiert nicht gerettet, wenn er diesen bl�den Zettel unterschrieb. Und Nicky war sich nicht mal sicher, ob sein Entf�hrer ihn �berhaupt gehen lassen w�rde, wenn er unterschrieben hatte. Bl�d war der ja auch nicht. Langsam schlug Nicky die d�nne, kratzige Decke zur�ck und stand auf. Den Knoten hatte er l�ngst offen, auch wenn seine Fingerkuppen dabei fast drauf gegangen w�ren. Es hatte ihn bestimmt eine Stunde gekostet, den Knoten im Dunkeln zu l�sen.
Nickys Beine wackelten, als er sie auf den Boden setzte und sein ganzes Gewicht darauf setzte. Er schwankte kurz, fing sich aber wieder und begann im Zimmer auf und ab zu wandern. Hin und her, von links nach rechts und niemand merkte es, dachte Nicky. W�hrend er seinen Weg durch den kleinen dunklen Raum fortsetzte, knarrten die alten Holzdielen unter ihm und lie�en jemanden aufwachen, der kein anderes Ziel hatte, als Kerry zu heiraten. Dieser stand sofort auf und zog seine Waffe unter dem Kopfkissen hervor. Sein Opfer durfte gar nicht laufen k�nnen...
Leise stieg er aus dem Bett und verlie� das Schlafzimmer. Die Waffe vor sich gerichtet, immer mit dem Gedanken im Kopf, dass Bryan schon bis auf die Treppe gekommen sein konnte, schlich er durch den Flur und dann zur Treppe, wo sich aber noch niemand befand. Die Stufen knarrten ein wenig, als er sie betrat. Bei jedem Schritt einmal, bis er den Absatz erreichte und auf Nickys Zimmert�r zuging. Von dort kam das Knarren, das in regelm��igen Abst�nden zu h�ren war.
Er wusste nicht, was da drinnen vor sich ging, aber es war schon unerh�rt genug, ihn nachts aus dem Bett zu schmei�en. Er umklammerte den Zimmerschl�ssel und drehte in um. Da h�rte das Knarren auf und er sah Bryan regelrecht vor sich, wie er innehielt und sich nicht mehr von der Stelle r�hrte. Vorsichtig dr�ckte er die T�rklinke runter und lie� die T�r aufschwingen und als die Gestalt, sein Gefangener, der ihn eben noch erstarrt angestarrt hatte, ganz pl�tzlich und ohne Vorwarnung mit einem lauten Schrei auf ihn zust�rmte, da dr�ckte er ab. Ein lautes St�hnen war zu vernehmen, dann ein dumpfer Laut, als die dunkle Gestalt auf den Boden sank und sich kaum noch regte. Der Entf�hrer erstarrte kurz und sah dann, wie Bryan sich langsam bewegte und zum Bett schleifte. Es hatte ihn erwischt, aber er hatte es �berlebt. Fast ein wenig selbstzufrieden trat er ein paar Schritte zur�ck, schloss die T�r wieder zu und ging die Treppe runter. Wie ein Cowboy blies er einmal �ber die M�ndung seiner Pistole und versteckte sie zur�ck im Schlafzimmer wieder unter dem Kopfkissen. Er hoffte, dass er nicht noch einmal Gebrauch von ihr machen m�ssen w�rde.

Nicky hatte sich auf die Pritsche fallen lassen. Gerade noch. Ein paar Sekunden sp�ter und er w�re vor Schmerz zur�ck auf den Boden gesunken. Seine Ohren waren noch ganz bet�ubt von dem Knall, den er geh�rt hatte, den Bruchteil einer Sekunde, bevor er einen stechenden Schmerz im Bein gesp�rt und sich fallen lassen hatte. Es war dumm gewesen, einen Fluchtversuch auf diese Art und Weise zu starten. Nicky merkte, dass er in diesem einen Moment nicht nachgedacht hatte. Er war in Rage gewesen und war aus dem Unterbewusstsein heraus einfach auf seinen Entf�hrer losgegangen. Viel zu voreilig und jetzt war es zu sp�t. Nat�rlich war es immer noch stockdunkel und Nicky konnte nicht sehen, was genau mit seinem Bein passiert war. Er hatte das Gef�hl, als sei die Kugel vorbei gegangen, aber sie hatte sein Bein gestreift und eine riesige Wunde hineingerissen. Um sich einen besseren �berblick �ber die Situation zu verschaffen, f�hlte er vorsichtig mit seinen Fingern das Bein ab und als er eine klebrige Fl�ssigkeit sp�rte, wusste er, dass er stark am Bluten war. Schnell zog er die Hand weg und wischte sie an seinem Pulli ab. Ihm wurde ein wenig �bel, aber er unterdr�ckte den Brechreiz, der sich in seinem Rachen breit machte, und �berlegte, was zu tun war.
Er schnappte sich sein Kissen und zog den alten wei�en Bezug ab. Das w�rde vorerst als Verband reichen. Es musste nicht mehr langen halten, denn Nicky wusste, dass er raus musste und wenn ihm eine Flucht nicht gelingen w�rden, dann musste sowieso nichts mehr halten. Keine 20 Stunden mehr. Es war der Morgen des siebten Tages und n�chste Nacht musste alles gelaufen sein.

Bryan stand erst wieder auf, als es hell wurde. Dunkle Wolken waren �ber Nacht am Himmel aufgezogen, doch es wurde trotzdem hell. Der Himmel war grau und in der Nacht hatte es geregnet. Zu allem Ungl�ck wurde das Wetter jetzt also auch noch so richtig schlecht. Wieder ein Blick auf die Uhr, die Bryan am liebsten zerschlagen h�tte. Nicht zu fassen, wie schnell die Zeit davon lief, wenn man sie brauchte. Bryan hatte sogar schon �berlegt, die Zeit von Prudi und Nixie zur�ckdrehen zu lassen, aber er hielt es f�r wenig wahrscheinlich, dass die beiden das konnten. Er war bestimmt nicht der erste, der auf die Idee gekommen war. Der Wettlauf gegen die Zeit war fast verloren. Das Ziel war nicht mehr weit und Bryan und Nicky lagen immer noch hinten und waren v�llig au�er Atem, w�hrend die Zeit unaufh�rlich weiterrannte.
Bryan beschloss, seinen Kumpel noch einmal anzurufen. Es konnte nicht sein, dass er seinen K�rper f�r eine Frau aufgab. Bryan hatte bestimmt mal behauptet, dass er f�r Frauen, insbesondere f�r Kerry, alles aufgeben w�rde, aber inzwischen sah das ganz anders aus und deshalb traute er Nicky auch nicht mehr irgendwelche Aff�ren zu, �ber die er v�llig das Wichtigste verga�. Es musste etwas anderes passiert sein, �berlegte sich Bryan, als er gedankenverloren Nickys Nummer w�hlte. Er war so gedankenverloren, dass er erst ziemlich sp�t merkte, wie "the person you�ve called is not available" durch die Leitung t�nte.
Entt�uscht legte Bryan auf und lief nerv�s durchs Haus. Er wusste nicht recht, wonach er zuerst suchen sollte. W�hrend er s�mtliche Papierstapel durchw�hlte, fragte er sich immer wieder, ob er nicht zuerst nach Nicky suchen sollte. Aber er tat es nicht. Beides war wichtig und Bryan hatte sich f�r den Zettel entschieden. Einfach so, denn eigentlich war Nicky wichtiger, wenn Bryan daran dachte, was Nicky alles passiert sein konnte. Vielleicht, weil er darauf setzte, dass Nicky immer noch eine eigenen Beine hatte, mit denen er zur�ck kommen konnte. Das Papier w�rde ihm nicht in die Arme laufe und rufen: "Da bin ich!"
Doch irgendwann war sich Bryan sicher, dass sich der Zettel nicht in diesem Haus befand. Er war sich auch fast sicher, dass sich der Zettel nicht auf dem Dachboden des Studios befand. Die letzte Chance war sein Haus, wo Nicky im Moment wohnte. Leider wurde die M�glichkeit, dass sich der Zettel auf Tahiti oder in S�dafrika befand immer wahrscheinlicher. Bryan hatte sich auch schon vorgestellt, wie er aufgeweicht auf dem Boden des atlantischen Ozeans herumschwamm und die kleinen Fische sich daran erfreuten. Nicht auszudenken, was dann passieren w�rde.

Der alte Bettbezug war schon ganz rot geworden. Mit jeder Minute wuchs der Blutfleck auf dem wei�en Stoff ein St�ck mehr und desto gr��er er wurde, umso weniger Zeit hatten Nicky und Bryan, alles wieder in Ordnung zu bringen. Nicky hatte lange �berlegt, was er anstellen konnte. Der Fluchtversuch am Morgen war der totale Flop gewesen, was mit Sicherheit daran gelegen hatte, dass Nicky einfach un�berlegt gehandelt und ein Versuch dieser Art von Anfang an zu Scheitern verurteilt gewesen war.
Es w�re eine Frage der Zeit gewesen, wenn es nicht so verdammt eilig gewesen w�re. Dann h�tte sich Nicky lange �berlegt, wie er rauskommen k�nnte, vielleicht h�tte er sogar gewartet, bis die Polizei die ganze Sache in die Hand genommen h�tte. Fr�her oder sp�ter h�tte man ihn vermisst und dann h�tte man ihn gesucht und dann h�tte man ihn gefunden und dann h�tte und dann w�rde und dann w�re...
Nicky wurde klar, dass ER handeln musste und niemand anders. Jetzt konnte er nicht mehr warten, bis die ganze Sache sich von alleine aufkl�rte. Bis heute Nacht gab es noch eine Menge zu tun und Nicky hoffte, dass Bryan das auch wusste. Wahrscheinlich war der Zettel immer noch nicht aufgetaucht und wenn Bryan ihn nicht finden w�rde...
Nicky sch�ttelte den Kopf. Im Moment war er dauernd drauf und dran den Teufel an die Wand zu malen und sich die schlimmsten Sachen auszudenken, was nicht gerade eine Verbesserung der Situation herbeif�hrte. Nicky wusste nicht, was schlimmer war. Sich um seine Schmerzen zu k�mmern, oder an schlimme Sachen zu denken. Beides war schlimm und Nicky gr�belte weiter, wie er fliehen konnte, was sich mit der Wunde an seinem Bein sowieso schon als schwierig darstellen w�rde.

Bryan hatte sich am K�chentisch niedergelassen, die H�nde auf den Kopf gest�tzt und sich dran gemacht, zu verzweifeln, als das Telefon klingelte. Der schrille Klingelton von Nicky, an den sich Bryan nie w�rde gew�hnen k�nnen, lie� ihn hochschrecken und eine Weile erstarren. Dann sprang er auf und rannte in den Flur, um den Anruf entgegenzunehmen.
"Mc... Byrne?" Bryan wurde nerv�s. Zwischenzeitlich hatte er es geschafft, sich mit Byrne zu melden, aber jetzt war alles wieder vergessen. Vielleicht, weil er sich nichts sehnlicher w�nschte, als sich endlich wieder mit McFadden melden zu k�nnen, w�hrend Kerry im Hintergrund mit den beiden Kleinen besch�ftigt war.
"Louis hier", meldete sich die andere Person.
"�h... Louis... Hallo" sagte Bryan, der nicht wusste, was Louis wollte. War er nicht krank gewesen?
"Hallo, noch nicht ganz ausgeschlafen", fragte Louis lachend, als er Nickys stotternde und verwirrte Stimme h�rte.
"Doch, doch", versicherte Bryan, der sich ausgeschlafen, aber ganz und gar nicht wohl f�hlte. "Ich wundere mich nur, dass du anrufst."
"Hast du ein Problem damit?"
Gott, konnte der nicht endlich sagen, was er wollte.
"Nein, was gibt es denn?"
"Gute Neuigkeiten, es ist alles wieder in Ordnung und wir k�nnen gleich heute im Studio weitermachen, wenn euch das jetzt nicht zu pl�tzlich kommt!"
"Nicht zu pl�tzlich?" Bryan f�hlte sich ein wenig �berrumpelt und nicht nur das. Er konnte unm�glich ins Studio, das war das Letzte, wozu die Zeit jetzt noch reichte.
"Na ja.", fing er an und versuchte, eine Ausrede zu finden. "Nicky... �h... Bryan ist glaube ich, gar nicht da."
Das war die volle Wahrheit. Na ja, zumindest war Bryans K�rper mit Nicky darin nicht da und Bryan hatte keine Ahnung, wo er stecken konnte.
"Wie, er ist nicht da?"
"Wei� auch nicht, ich hatte vorher versucht, ihn zu erreichen, weil... weil... weil wir was zu besprechen hatten und da war keiner da und auf dem Handy erreicht man ihn auch nicht."
"Und Kerry?"
"Kerry.", �berlegte Bryan weiter. Warum musste Louis jetzt so kurz vor dem Ende so bl�de Fragen stellen. "Kerry ist gerade nicht da... sie ist weg... genau, sie ist mit Molly ein wenig weg..."
"Okay Nicky, ich versuche jetzt gar nicht, das zu verstehen. Bryan ist also nicht da... Und du wei�t nicht, wann er wiederkommt?"
"Nein, ich wei� ja auch nicht, wo er ist. Gestern hab ich mich mit ihm... ich hab nicht mit ihm gesprochen."
"Gut, ich versuche dann gleich auch noch mal, ihn zu erreichen."
"Gut, mach das", sagte Bryan, verabschiedete sich schnell und legte eilig den H�rer auf, nachdem Louis ihm noch gesagt hatte, dass er die Sache mit dem Studio vergessen sollte, wenn er sich nicht noch einmal melden sollte. Er wischte sich einmal mit dem �rmel �ber die Stirn, die ganz feucht geworden war. Ein Wunder, dass Louis nichts gemerkt hatte. Bryan wusste nicht, ob er sich w�nschte, dass Louis Nicky erreichen w�rde oder nicht. Wenn Nicky wieder da war, dann w�rde es ab ins Studio gehen und dann w�rde die Zeit, die sowieso viel zu knapp bemessen war, garantiert nicht mehr reichen und wenn Nicky immer noch nicht wieder da war, dann w�rde die Zeit auch nicht mehr reichen. Bryan fasste sich die ganze Sache also so zusammen, dass die Zeit sowieso nicht mehr reichte.
Au�er, wenn Nicky vielleicht noch ein bis zwei Stunden warten w�rde, was auch schon zu viel w�re, aber dann k�nnten sie das Ding mit dem Studio noch umgehen. Warum hatte Louis nicht noch einen Tag krank bleiben k�nnen? Bryan musste zugeben, dass er Menschen wirklich ungern schlechtes w�nschte, aber diesmal tat er es.

Das Telefon klingelte einsam durch die Dunkelheit und Einsamkeit des verlassenen Hauses der McFaddens. Eine Minute und noch eine, dann h�rte es auf. Louis hatte es versucht, aber kein Gl�ck gehabt. Bei den McFaddens war niemand zu hause.
"Klar, wenn man Bryan braucht, dann ist er nicht da."
Louis hatte keine Ahnung, dass Bryan sich l�ngst in Bereitschaft hielt und es diesmal an Nicky lag, dass wieder alles nicht so klappte, wie Louis sich das vorstellte. Louis hatte in Erw�gung gezogen, einmal bei Bryan vorbei zu fahren, aber das w�rde h�chstwahrscheinlich auch nichts bringen. Wenn keiner ans Telefon ging, dann w�rde auch niemand an die T�r kommen. So logisch konnte Louis sogar noch denken, denn von Nicky war er eben ganz aus der Fassung gebracht worden. Der wusste anscheinend auch nicht mehr, was er wollte und wer er �berhaupt war. Deshalb rief er erst Mark und Kian an, dann Shane.
"Shane?" fragte Louis, als er ihn gerade an der Strippe hatte.
"Ja? Was ist denn noch?"
"Das w�sste ich auch gerne, aber ich hab gerade mit Nicky telefoniert..."
"Und?"
"Wei�t du, was mit ihm los ist?"
"Was soll mit ihm los sein? Ich hab in den letzten Tagen kaum mit ihm gesprochen."
"Sei froh, ich glaube, der wei� nicht mehr, was er will."
"Ach so, na da brauchst du dir keine Sorgen machen, das wei� der �fters nicht."
"Shane", sagte Louis in einem ungewollt scharfen Ton. "Jetzt bleib mal ernst. Ich hab ihn gefragt, wo Bryan ist und dann hat er mir da irgend so einen Mist vorgelabert und dauernd seinen und Bryans Namen vertauscht..."
"Ach das", sagte Shane.
"Wie, ach das? Wei�t du, was die beiden haben?"
"Nee, aber das hatten sie im Studio neulich auch schon. Entweder, die wollen uns ver�ppeln, was dann wahrscheinlich Bryans Idee war, oder die beiden haben zu viel getrunken, was dann wahrscheinlich auch Bryans Idee war."
"Bryan ist aber leider nicht da und auf dem Handy ist er auch nicht zu erreichen. Vielleicht war er auch gestern schon weg, ich mache mit Sorgen."
Shane verdrehte die Augen und seufzte. "Louis, Bryan ist keine 12 mehr und er hatte Ferien. Kein Wunder, dass er weg ist."
"Okay Shane, bringt alles nichts, wir gehen nicht ins Studio."
Louis verabschiedete sich von Shane und legte auf. Das war es also. Man sollte sowieso nicht versuchen, diese Jungs kurzfristig in Studio zu locken. Es war ja so schon schwer genug, immer alle zusammenzukriegen und jetzt, wo Nicky und Bryan auch noch so eine Art zweite pubert�re Phase hatten, hatte es sowieso keinen Sinn. Vielleicht, dachte sich Louis, ist es sowieso besser, wenn ich noch einen Tag Pause mache und es morgen wieder versuche.

Bryan tippte nerv�s mit dem Finger auf die spiegelglatte Holzplatte des kleinen Telefontisches in Nickys Flur. Louis hatte sich noch nicht wieder gemeldet, also schien er Nicky noch nicht erreicht zu haben. Bryan wusste nicht, ob er sich dar�ber freuen sollte oder nicht. Das mit dem Studio w�rde heute sicher flach fallen, es musste einfach.
Tipp, tipp, tipp, Bryan wartete immer noch, ob das Telefon klingeln w�rde oder nicht, aber es blieb still. Deshalb verlie� er den Flur nach einer halben Stunde, in der er unaufh�rlich den Tisch ramponiert hatte und ging in die K�che. Dort setzte er sich wieder an den K�chentisch und verzweifelte weiter. Es gab also noch zwei M�glichkeiten, wo der Zettel sein konnte. Entweder irgendwo auf der Welt, wo Bryan ihn nicht finden w�rde oder in seinem eigenen Haus, in das er nicht reinkam. Au�erdem brauchte er Nicky, den er nicht erreichen konnte und ein wenig mehr Zeit, die er nicht zur�ckdrehen konnte. Es hatten bestimmt eine weitere halbe Stunde gedauert, bis Bryan sich entschlossen hatte, endlich zu handeln. Es gab nur noch eine M�glichkeit, an den Zettel zu kommen und die war sein eigenes Haus und es gab auch nur noch eine M�glichkeit, dort hineinzukommen.
Bryan schnappte sich die Autoschl�ssel und rannte nach drau�en. Es regnete immer noch. Genau das richtige Wetter f�r einen Tag, an dem alles schief lief. Unaufh�rlich klatschten die Regentropfen auf das Autodach, als Bryan sich �ber die vollen Stra�en zu seinem eigenen Wohnhaus schlug. Es war bereits Nachmittag, als er durch Dublin fuhr und Bryan �berlegte, was er schon alles gemacht hatte. Nicht viel. Er hatte den Zettel gesucht, sich total fertig gemacht und viel telefoniert. Jetzt war der Tag bald rum und dann war noch Zeit bis Mitternacht.
Bryan fuhr seine Auffahrt hoch und sah sein Haus immer noch dunkel und verlassen dastehen, wie vorher auch. Bryan �berlegte, wo er am besten reinkam. Vielleicht hinten.
Bryan wurde sofort nass, als er aus dem Auto stieg und rannte in den Garten. Der Boden war nass und matschig und bei dem Tempo w�re Bryan fast ausgerutscht, h�tte er nicht halt am Gartenzaun gefunden. Im Garten angekommen, schaute Bryan noch einmal durch die Fenster, aber das Haus war immer noch leer. Deshalb ging er ein paar Mal an der Hinterfront des Hauses hin und her, bis er sich entschieden hatte. Er w�rde es tun. Es war nicht Gro�es im Gegensatz zu dem, was passieren w�rde, wenn er es nicht tat. Als er sich f�r die Gartent�r entscheiden hatte, nahm er den Stein hoch, den er aus dem Vorgarten hatte mitgehen lassen und schlug zu. Das Glas bekam einen Sprung und ging beim n�chsten Schlag in die Br�che. Bryan streckte seine Hand durch das Loch nahe des T�rgriffs und �ffnete die T�r. Und weil jetzt sowieso alles egal war, solange es noch Hoffnung gab, betrat er mit den dreckigen Schuhen den hellen Wohnzimmerteppich. Im Wohnzimmer blieb er stehen und schaute sich traurig um.
"Es w�re alles so perfekt", dachte er, als er sein Heim betrachte, was leider ein wenig verlassen wirkte.
Er beschloss, das Haus von oben nach unten durchzuk�mmen. Schlie�lich war das Buch hier gewesen... im Arbeitszimmer. Also doch nicht von oben nach unten. Bryan ging ins Arbeitszimmer und begann mit der Suche. Er fand Haufen von Songs, die er mal geschrieben hatte, sogar welche von Mollys Bildern lagen dazwischen. Aber kein Zettel, der aus einem Buch gefallen war. Bryan durchsuchte alles noch ein zweites mal, dann gab er auf. Jetzt wollte er doch von oben nach unten suchen. Wer wei�, wo Nicky das Buch �berall gehabt hatte. Bryan ging nach oben und schaute sich im Flur um. Er konnte sich nicht so recht entscheiden, bis er die T�r sah, an der ein gro�es Winnie Pooh Bild hing. Bryan bemerkte, wie er unheimliche Sehnsucht bekam.

Die Kugelschreibermine rutschte sofort heraus, nachdem Nicky die rote Plastikschale aufgeschraubt und die zwei Teile auseinandergezogen hatte. Die Feder rutschte herunter und beide Teile fielen zu Boden. Was Nicky noch in der Hand hatte, legte er neben sich, dann b�ckte er sich und hob die Mine auf. Die Feder lie� er liegen. Er betrachtete die Mine eingehend und als einer kleiner Lichtstrahl, der sich einen Weg durch die Ritzen der Fensterl�den gesucht hatte, sie traf, blitzte sie kurz auf.
Nicky steckte die Mine in die Hosentasche, damit er sie schnell wiederfand und humpelte zur T�r. Dort lie� er sich auf den Boden sinken und fuhr mit seinen Finger an der T�rschwelle entlang, um zu testen, wie gro� die Spalte zwischen T�r und Boden war. Sie war nicht sonderlich gro�, aber es konnte reichen. Nicky zog sich an der T�rklinke hoch und ging zur�ck zum Bett, wo er eben noch gesessen und den Kugelschreiber auseinandergenommen hatte. Irgendwo lag noch der Zettel. Nicky tastete danach und als er ihn gefunden hatte, nahm er ihn und faltete ihn einmal, um ihn stabiler zu machen.
Nicky stie� ein kleines Sto�gebet gen Himmel, dass er den richtigen Moment ausgew�hlt hatte und genau in dem Moment h�rte er unten eine T�r schlagen und einen Motor anspringen.
"Danke Gott", fl�sterte Nicky, als er sich ziemlich sicher war, das Haus f�r sich allein zu haben.
Nicky steckte die Hand in die Tasche und umklammerte die Mine ganz fest. In der anderen Hand hielt er das Papier, das von seiner Hand, die ein wenig zitterte, leicht zusammengedr�ckt wurde. Es knisterte beruhigend, als Nicky ein wenig locker lie�.
Nickys Atem ging flach und schnell, als er auf die T�r zuhumpelte. Sein Gesicht war schmerzverzogen und kleine Schwei�tropfen rannen von seiner Stirn.
Wieder lie� sich Nicky vor der T�r nieder und nahm den Zettel. Er hatte ihn schon durch den Spalt unter der T�r hindurchgeschoben, als er ihn noch einmal zur�ck zog. Er hatte �berlegt, ob er die T�r nicht eintreten sollte, aber mit dem Bein war das unm�glich und wenn doch noch jemand im Haus sein sollte, dann war eine leise Flucht seine einzige Chance.
Nicky faltete den Zettel wieder auseinander. Gr��erer Zettel, gr��ere Chance. Dann schob er ihn wieder unter der T�r hindurch, sodass er ihn wieder zur�ckholen konnte. Er �berpr�fte noch einmal, ob der Zettel auch unter dem Schl�sselloch lag und stand auf. Sein Bein wollte unter ihm wegknicken, aber Nicky hielt sich krampfhaft an der T�r fest und blickte durchs Schl�sselloch. Alles dunkel.
Wieder steckte er seine Hand in die Tasche. Diesmal zog er die Mine heraus und steckte sie soweit es ging ins Schl�sselloch.
"Jetzt oder nie", dachte er sich und stocherte im Schl�sselloch herum.

Ohne lange nachzudenken war Bryan geradewegs in Mollys Zimmer gegangen. Alles sah aus wie immer. Auf dem Boden lagen Kuscheltiere, das Bett hatte Kerry wie immer gemacht. Hinten in der Ecke stand eine Spielkiste aus der Stifte, Baukl�tze und andere bunte Dinge herauskamen. Bryan w�nschte sich, Molly w�rde dort sitzen und mit ihnen spielen. Auch wenn Molly nicht da war, Bryan freute sich, dass wenigstens noch einige von ihren Sachen da waren. Vielleicht hatte Kerry ja doch noch vor, irgendwann wieder zur�ckzukommen.
Bryan ging noch ein paar Schritte ins Zimmer hinein, bis er auf einem kleinen bunten Teppich stand und nach unten blickte. Dort lag eins von Mollys Lieblingskuscheltieren. Sie hatte es nicht mitgenommen. Bryan hob es auf und betrachtete es eine Weile. Doch als ihm die ersten Tr�nen kamen, entschloss er sich, es wieder an seinen Platz zur�ckzulegen. Molly w�rde es vermissen und sie w�rde es abholen, da war Bryan sich sicher. Er b�ckte sich und wollte das Tier wieder auf den Boden setzen, als ihm etwas ins Auge stach.

Bryan war keine 10 mehr, trotzdem machte Louis sich Sorgen. Es waren Ferien, Bryan war nicht da. Kerry war mit Molly weg, so wie Louis das verstanden hatte, ohne Bryan und Nicky und Bryan redeten nur noch Mist. Louis bezweifelte, ob die beiden wirklich schon 10 waren. Deshalb beschloss er, einfach bei Bryan vorbeizufahren. Was Nicky da eben geredet hatte, war ihm reichlich wirr vorgekommen und der Versuch, sich ein wenig hinzulegen, war fehlgeschlagen. Drau�en war es am regnen, deshalb rannte Louis bis zu seinem Wagen.

Nicky drehte die Mine ein letztes Mal, dann machte es Pling. Es war Nickys einzige Chance gewesen und ob er sie erfolgreich genutzt hatte, w�rde sich in wenigen Sekunden herausstellen. Er lie� die Mine im Schl�sselloch stecken und lie� sich mit einem heftig pochenden Herz und zittrigen H�nden und Knien auf den Boden sinken. Eine schmale Kante des Zettels hatte er nicht unter der T�r hindurchgeschoben. Seine H�nde waren verschwitzt und zitterten. Vorsichtig legte er seine Fingerkuppen auf den Rand des Zettels und schob ihn zu sich hin �ber den Boden. Nicky hatte am Ton nicht erkennen k�nne, wo der Schl�ssel gelandet war und so hoffte er inst�ndig, dass der Schl�ssel auf der Din-A4 Seite gelandet war. Die Chancen waren nicht sehr hoch, aber sie reichten. Als Nicky das Blatt wieder halb zu sich geholt hatte, blitzte etwas kleines darauf. Hastig griff Nicky nach dem Schl�ssel und umfaste ihn fest mit der Hand, sodass diese noch mehr zu zittern begann. Nicky blickte auf die Uhr. Noch wenige Stunden, die er jetzt nutzen konnte und musste.

Bryans Herz schlug heftiger, als er den vergilbten Zettel sah, der unter den Kuscheltieren lag. Nur eine Ecke war zu sehen und an der zog Bryan. W�hrend er zog, betete er. Vorsichtig faltete er den Zettel auseinander, wobei er die Augen fast zusammenkniff. Er wusste nicht, ob er wirklich wissen wollte, was auf dem Zettel stand. Bryan hielt den Zettel mit ausgestreckten Armen vor sich und �ffnete dann langsam die Augen. Der Zettel hatte die richtige Gr��e, er hatte die richtige Farbe und unten auf der Seite befand sich eine verschn�rkelte und bunt verzierte Seitenzahl, die nur zu einem Buch geh�ren konnte. Erstarrt blieb Bryan mitten in Mollys Zimmer stehen und starrte den Zettel an. Er las nicht, was drauf stand, er guckte sich nicht die Verzierungen an. Er starrte einfach nur auf das Papier. Er brauchte eine Weile, bis er realisiert hatte, was er da gerade gefunden hatte. Er zog den Zettel an sein Gesicht heran und k�sste ihn. Bryan schrie auf, sprang einmal in die Luft und rannte aus dem Zimmer.
"Molly, du wirst mal eine ganz B�se", sagte er zu sich und musste grinsen.
"Blo� nicht dran denken, dass sie nicht da ist... sie wird wiederkommen..."
Bryan rannte hastig die Treppe nach unten.

Die Ampeln hatten es nicht gut mit ihm gemeint. Sobald Louis Wagen auch nur in die N�he eines solchen Dings kam, sprang das Licht auf rot und Louis musste halten. Es dauerte eine ganze Weile, bis er das Haus der McFaddens erreicht hatte und in der Auffahrt hielt. Als er aus dem Wagen stieg, hatte es aufgeh�rt zu regnen. Die dunkeln Wolken waren noch da, w�rden sich aber bald verziehen. Alles war nass und grau, sogar der wei�e Putz des Hauses schien grau.
Louis klingelte erst gar nicht. Er kannte den Weg um das Haus herum nur zu gut. Es war ein kleiner Trampelpfad zwischen den Blumenbeeten, den Bryans Freunde getreten hatten, wenn sie in den Garten oder von hinten ins Haus wollten. Es kam oft vor, dass Bryan mit der Gitarre im Arbeitszimmer sa�, an neuen Songs feilte und die Schelle einfach �berh�rte und wenn Kerry dann nicht da war, dann gab es die Gartent�r. Louis hatte Bryan oft gewarnt, die Gartent�r besser zu verschlie�en, auch wenn er zuhause war, denn inzwischen hatten selbst einige Fans dazu beigetragen, dass der kleine Weg immer breiter getreten wurde. Bryan hatte das wenig gek�mmert und Louis erwartete, dass die T�r auch jetzt offen war. Er hatte die Hinterfront des Hauses erreicht, doch was er jetzt sah, das entsprach ganz und gar nicht seinen Erwartungen.

Bryan w�re fast die Treppe runtergefallen, so eilig hatte er es. Es war eine Mischung aus Freude und Eile, die ihn dazu antrieb, immer zwei Stufen gleichzeitig zu nehmen. Er freute sich riesig, den Zettel gefunden zu haben, andererseits war Nicky immer noch nicht wieder aufgetaucht. Schnell huschte er durch den Flur und verlie� das Haus durch die Haust�r.

Die Scheibe der Gartent�r war eingeschlagen worden, die T�r stand einen Spalt weit auf. Auf dem Teppich waren matschige Fu�abdr�cke, die in den Flur f�hrten. Louis machte sich gerade Gedanken dar�ber, was passiert sein konnte, als er drinnen eine T�r schlagen h�rte. Das war ohne Zweifel die Haust�r gewesen. Als Louis vor dem Haus einen Motor aufheulen h�rte, rannte er los, doch als er vorne auf der Stra�e ankam, war niemand mehr da. Bei den McFaddens war eingebrochen worden.

Drau�en d�mmerte es bereits, als Bryan das Haus verlie�. Bryan erschrak, als er kurz in den Himmel blickte und merkte, dass er bed�chtig dunkel geworden war. Er konnte sich nicht erkl�ren, wo die ganze Zeit hin war. Sie rieselte davon, wie der Sand in einer Sanduhr, nur noch ein wenig schneller. Es w�rde nicht mehr lange dauern, dann war es ganz dunkel. Bryan entschloss sich, nach hause zu fahren und Nickys Handy in den Wahnsinn zu treiben. Er musste Nicky erreichen und er w�rde ihn erreichen, dessen war Bryan sich sicher. Er trat fester aufs Gaspedal, raste �ber eine rote Ampel und verschwand dann im Verkehrschaos Dublins.

"Nichts anfassen", sagte Louis zu sich und zog sein Handy aus der Tasche. Die Polizei meldete sich sofort, versprach, einen Wagen loszuschicken und Louis wartete vor dem Haus. F�nf Minuten eher und er h�tte den Dieb erwischt... Louis lachte. Nein, der Dieb h�tte wahrscheinlich ihn erwischt.
Trotzdem konnte Louis sich immer noch nicht erkl�ren, wo Bryan stecken sollte. Sah so aus, als war er wirklich l�nger nicht zu hause.
Auf der Stra�e kam ein Polizeiwagen n�her. Ein paar Leute stiegen aus und gingen um das Haus herum, w�hrend einer von ihnen zu Louis kam und einen Notizblock z�ckte.
"Bitte nicht", flehte Louis leise, als er merkte, dass er die n�chste Zeit damit besch�ftigt sein w�rde, Fragen zu beantworten. Leider f�hrte kein Weg drum herum und auch wenn es schon anfing zu d�mmern, lie� sich der uniformierte Mann nicht beirren. Er blickte kurz auf das Haus, notierte sich noch einmal die Hausnummer und fing an zu reden. Louis beantwortete die Fragen mit "Nein" und "Hm" und manchmal sch�ttelte er nur m�de mit dem Kopf. Die letzten Tage waren ein Chaos gewesen. Erst krank sein, dann von Nicky durcheinander gebracht werden und dann so was. Louis hatte keine Ahnung von dem wirklichen Chaos, in das sich Nicky und Bryan mit ihrer Neugierde gest�rzt hatten, aber ihm reichte das, was er bis jetzt gesehen und miterlebt hatte.
"Okay, wir werden versuchen Mr. McFadden zu finden so schnell es geht", rief der Beamte, riss Louis damit aus den Gedanken und lie� ihn hochfahren.
"�h... was?"
"Ich sagte, wir werden alles tun, um Mr. McFadden so schnell wie m�glich zu finden."
"Mr. McFadden ist keine 12 mehr", wiederholte Louis Shanes Worte. "Ich habe ihn lediglich seit zwei Tagen nicht mehr gesprochen. Es wird schon nichts passiert sein."
"Schon", sagte der Beamte und l�chelte. "Aber wir denken, dass es sein Haus ist und er das Recht hat, so schnell wie m�glich zu erfahren, was hier passiert ist."
"Ach so", sagte Louis m�de und g�hnte einmal, um seinem Gegen�ber zu zeigen, dass er das Gespr�ch nun beenden wollte. Er hatte hier nichts mehr zu tun, denn die dunklen Wolken hatten sich wohl anders entschieden und wieder fing es an zu regnen.

Der Schl�ssel passte selbstverst�ndlich. Eilig hatte Nicky die Kugelschreibermine aus dem Schl�sselloch geholt und den Schl�ssel hineingesteckt. Wenige Sekunden sp�ter sprang die T�r auf und Nicky blickte eine Treppe hinunter.
"Na dann", ermutigte er sich selber, als er sein Bein sp�rte. Vorsichtig humpelte er auf die Treppe zu und bekam das Treppengel�nder zu fassen, bevor er fiel. Krampfhaft schlossen sich seine Finger um das Gel�nder und glitten bei jeder Stufe, die Nicky schaffte, ein St�ck weiter runter. Bei jeder Stufe hatte Nicky erneut Angst, sein Entf�hrer k�nne jeden Moment unten an der Treppe stehen und zu ihm hinaufschauen, doch es passierte nichts und auch, als Nicky die Haust�r gefunden hatte und nach drau�en trat, war dort niemand. Es wurde schon dunkel und Nicky fragte sich, wo der Tag geblieben war. Hatte er wirklich die ganze Zeit einfach dagelegen und sich um seine Schmerzen gek�mmert? Die Stra�e war nass und es war immer noch heftig am regnen. Aber es tat gut, wieder frische Luft in die Lunge zu bekommen. F�r einen Moment blieb Nicky stehen, schloss seine Augen, verga� die Schmerzen in seinem Bein und sog die frische Luft ein. Solange, bis er einen furchtbaren Gestank in die Nase bekam. Er �ffnete seine Augen und sah einen gro�en Transporter voll Ger�mpel, der am Ende der Stra�e durch ein Gro�es Tor fuhr, um seinen Metallm�ll dort abzuladen. Nicky sah zu. Dass er sich auf den Weg machte. Er kam langsam voran und wusste nicht recht, wo er war, doch er lief einfach los. Er musste Bryan erreichen. Leider war sein Handy nicht mehr zu gebrauchen, er brauchte ein Telefon, irgendwo. Leider hatte er noch niemanden getroffen, der ihm helfen konnte, aber das wollte er auch gar nicht. Er wollte nur Bryan, denn f�r lange Geschichten, die andere Leute vielleicht verlangen w�rden, war keine Zeit mehr, genauso wenig wie f�r einen Arzt, den Nicky auch dringend brauchte.
Als Nicky merkte, wie er in eine Gegend kam, die etwas bewohnter war, sp�rte er sein Bein heftiger Pochen als je zuvor. Der Regen hatte Verband und Hose aufgeweicht und seine Jeans hatte an einem Bein ein kr�ftiges, dunkles Rot angenommen. Kritisch betrachtet Nicky sein Bein und versuchte weiterzulaufen. Er wusste nicht, was er suchte, aber es musste eine M�glichkeit geben, Bryan zu erreichen. Er kam an eine Stra�e, auf der ein paar Autos an ihm vorbeirasten, als h�tten sie keine Zeit. Aber sie hatten Zeit, wenn man bedachte, dass Nicky verletzt und zu Fu� unterwegs war und leider keine Zeit hatte. Sein Bein drohte einzubrechen und Nicky sp�rte, wie es das Gewicht seines K�rpers nicht mehr halten konnte und als er versuchte, sich auf das andere Bein zu stellen und sich dabei am Pfeiler einer Fu�g�ngerampel festzuhalten, war es schon zu sp�t.

Louis wollte noch zu Nicky fahren. Es gab nichts mehr zu tun, die anderen Jungs waren in ihrer freien Zeit nach Sligo gefahren und hatten sich nun erst gar nicht erst auf den Weg nach Dublin gemacht und Bryan war nicht da. Trotzdem hatte Louis das Bed�rfnis, einiges zu kl�ren. Er hatte Nicky selten so durcheinander erlebt und auch im Studio, wo Shane ihn noch einmal dran erinnert hatte, hatten er und Bryan sich schon so komisch benommen. Louis hasste Unkonzentriertheit, wenn es darum ging, ein neues Album auf die Reihe zu bekommen, oder wichtige Interviews zu machen. Nur zu gut erinnerte er sich daran, wie Shane eines Morgens zu einem Interview gegangen war und aus lauter M�digkeit doch glatt verraten hatte, in welchem Hotel sich die Jungs gerade befanden. Bereits f�nf Minuten sp�ter hatten die ersten die Hotelbar gest�rmt, waren in den Hotelfluren umhergewuselt und es waren immer mehr geworden. Wenn er an Nicky und Bryan dachte, dann w�re es im Moment kein Wunder, wenn genau das gleiche noch einmal passieren w�rde.
Wenigstens war Nicky zuhause, als Louis an der T�r klingelte. Sofort machte er auf und fuhr sich einmal mit der Hand durch seine nassen Haare. Im Flur standen seine Schuhe, die noch dreckig waren. Nicky war wohl ebenfalls auf die dumme Idee gekommen, sich bei diesem Wetter irgendwo drau�en aufzuhalten.
"�h... Hallo... komm doch rein", sagte Nicky, jedenfalls dachte Louis, dass es Nicky war, und trat einen Schritt zur Seite. "Ich bin gerade erst wieder gekommen..."
"Das sieht man", meinte Louis mit einem Blick auf seine Haare und folgte ihm in die K�che. "Hast du was von Bryan geh�rt?"
Bryan sch�ttelte den Kopf. "Wei� auch nicht, wo er steckt, aber der kommt schon wieder." Bryan versuchte gleichg�ltig zu klingen, was ihm nicht ganz gelang. Drau�en war es bereits dunkel und er sagte einfach, dass Nicky, den Louis nat�rlich immer noch f�r Bryan hielt, schon irgendwann wieder kommen w�rde. Irgendwann war leider viel zu sp�t, aber das w�rde Louis nicht verstehen. Trotzdem merkte dieser, wie er von einem Fu� auf den anderen trat und immer wieder einen nerv�sen Blick aus dem K�chenfenster auf die Stra�e warf.
"Wartest du auf jemanden?" fragte Louis, als sie eine Weile geschwiegen hatten und er Bryan nun schon zum vierten Mal dabei ertappt hatte, wie er nerv�s auf die Stra�e blickte.
"N�..." Bryan kratzte sich am Kopf. "Ganz sch�n bl�des Wetter drau�en..."
Bryan musste weggucken, als Louis ihm direkt in die Augen blickte. Gott, was wollte der eigentlich. Mal eben im ung�nstigsten Moment vorbeischauen oder die nicht vorhandene Zeit verschwenden? Bryan spielte nerv�s mit den Fingern, was Louis schon wieder bemerkte.
"Nicky, was ist los?" fragte er auf seine direkte Art. Bryan starrte wieder aus dem Fenster.
"Nicky!"
"�h... was?" fragte Bryan verwirrt und wendete seinen Blick von der Stra�e ab, die so leer war, wie zuvor.
"Was ist los?" fragte Louis erneut. Bryan zuckte mit den Schultern und wich Louis Blicken aus. "Was soll los sein?"
"Das wei� ich auch nicht, aber meinst du nicht, du h�ttest mir was zu erz�hlen?"
Bryan schnaubte genervt. Er hatte Louis jetzt ganz bestimmt nichts zu erz�hlen und im Moment kam es ihm beinahe so vor, als wollte Louis den besorgten Vater spielen.
"Ich habe gar nichts zu erz�hlen und ich glaube, dass mein momentanes Privatleben niemanden etwas angeht", lie� Bryan seine Luft raus, weil er Louis so schnell wie m�glich loswerden wollte.
"Oh doch, ich glaube das aber. Seit den paar Studioaufnahmen glaube ich n�mlich nicht mehr, dass es sich hier nur um dein Privatleben handelt. Und nicht nur deins. Bryan ist ja auch nicht besser..."
"Wenn du w�sstest, mit wem du hier gerade redest", dachte Bryan, der es nicht ertragen konnte, dass Louis ihm einfach irgendeinen Unsinn verzapfen wollte, obwohl er keine Ahnung von der aktuellen Situation hatte. Trotzdem lie� er Louis weiterreden.
"Ich hatte neulich ein sehr unangenehme Unterhaltung mit der Dame von Hello!-Magazin, die nicht gerade angetan von euren Interviews war, was nur ein Beispiel f�r euer komisches Verhalten in letzter Zeit ist. Ihr habt euch beim Singen... ich will nicht sagen verschlechtert... ihr habt euch ver�ndert und ich mache mir wirklich Gedanken..."
"Das brauchst du aber nicht. Nicky und... �h... Bryan..."
"Wer?" fragte Louis, der langsam das Gef�hl bekam, dass die beiden wirklich nicht mehr wussten, wer sie waren.
"Na Bryan und ich... wir hatten eben ein paar Probleme und einen kleinen Streit... und..."
"Das sah aber neulich nicht so aus", sagte Louis, als er daran denken musste, wie Bryan und Nicky lachend ins Studio kamen und gerade eine v�llig alberne Wette abgeschlossen hatten.
"Na ja, es war nicht direkt ein Streit... wir..." Bryan wusste nicht, wie es jetzt weitergehen sollte, aber weiterreden war auch gar nicht n�tig. Louis drehte sich zur T�r um und sagte: "Ich gehe jetzt und wenn du was von Bryan h�rst, dann k�nnt ihr euch ja �berlegen, ob ihr uns sagen m�chtet, was los ist. Ich glaube nicht, dass die anderen Jungs das noch witzig finden, wenn das so weitergeht."
Ohne ein weiteres Wort verlie� er das Haus und verschwand in der Dunkelheit.
"Shit", fluchte Bryan und schlug mit der Faust auf den K�chentisch, wo die Buchseite lag, die er eben gefunden hatte. Der Spruch darauf war kurz und lateinisch. Bryan verstand ihn nicht, aber er w�rde ihnen in etwa drei Stunden sowieso nichts mehr n�tzen.

Nickys Hand rutschte am kalten und glatten Stahl des Ampelpfeilers ab, sein Bein knickte weg und Nicky sank zu Boden. Sein Bein schmerzte mehr denn je, als er pl�tzlich quietschende Reifen h�rte und ihn zwei Scheinwerfer blendeten, die durch die Dunkelheit auf ihn zukamen. Die Regentropfen, die von Himmel fielen, wurden vor seinen Augen wei�, dann musste er sie zukneifen und die Hand vors Gesicht halten.
Er h�rt eine Autot�r schlagen, dann Schritte. Er konnte nicht erkennen, wer oder was es war, denn das Auto stand direkt vor ihm und die Scheinwerfer blendeten ihn unaufh�rlich. Eine m�nnliche Stimme rief: "Gott, was ist passiert?"
Nicky wusste nicht, ob er gemeint war, doch er war auch v�llig unf�hig, gegen den Verkehrsl�rm anzuschreien. Seine Haare klebten auf der Stirn und ein d�nner Schleier aus Regenwasser, der �ber sein Gesicht lief, vermischte sich mit dem Schwei�, der trotz der K�lte auf seiner Stirn stand.
Um sein inneres Denken schwebte eine Mauer aus Nebel, die kaum zu durchsehen war. Sein Gegen�ber sagte noch etwas, aber die Mauer lie� nur Bruchst�cke davon zu Nicky durch und die paar Worte, die sich in sein Unterbewusstsein schmuggelten, kamen dumpf bei ihm an und waren nur schwer zu ordnen. Doch dann hockte der Mann sich vor ihn, direkt ins Licht. Die Helligkeit wich zur Seite und Nicky konnte die Augen wieder �ffnen. Vor ihm hockte ein Mann, direkt vor den Scheinwerfern und Nicky konnte nur die Umrisse einer Figur erkennen, die mit der Hand vor seinem Gesicht herumwedelte, um ihn zur�ck in die Gegenwart zu holen. Verwirrt sch�ttelte Nicky den Kopf, um ein wenig klarer denken zu k�nnen.
"Hallo?" sagte der Mann. Er nahm seine Hand wieder runter und fasste Nicky an die Schulter. "Alles klar?" fragte er besorgt.
Gar nichts war klar, aber Nicky nickte trotzdem.
"Es geht schon wieder", wimmerte er, griff mit der einen Hand erneut nach dem Ampelpfeiler und umklammerte mit der anderen sein Bein, wo die Wunde immer noch von der blutgetr�nkten Hose verdeckt wurde. Der Stoff hatte ein dunkles Rot angenommen, das sich in Kombination mit Nickys Gesicht gar nicht nach "es geht schon wieder", geschweige denn vertrauenserweckend aussah. Nicky wollte sich hochziehen, doch die Hand, die die ganze Zeit auf Nickys Schulter gelegen hatte, dr�ckte ihn wieder runter.
"Sie sehen aber nicht so aus, als ob sie laufen k�nnten", sagte der Mann, dessen Gesicht Nicky immer noch nicht erkennen konnte, zeigte auf das verletzte Bein und zog vorsichtig Nickys Hand weg. Nicky lie� es geschehen. Seine Finger waren blutig, rot und klebrig. Nicky legte seine Hand hinter sich auf den nassen Boden, st�tzte sich darauf ab und lehnte sich leicht nach hinten. Sein Ellbogen zitterte und wenige Sekunden sp�ter sp�rte Nicky eine kalte Hand auf seinem Bein, dass sich vor lauter Schmerzen ganz hei� anf�hlte. Er musste die Z�hne zusammenbei�en und die Augen schlie�en, um nicht laut loszuschreien. Als er die Augen wieder �ffnete, war es immer noch der Mann, der Nickys Hosenbein hochgeschoben hatte und kritisch den provisorischen Verband betrachtete. Der vorher wei�e Stoff war blutrot, durchgeweicht und immer noch schien das Blut langsam aus der Wunde zu sickern.
"Sie brauchen einen Arzt", bemerkte der Mann und blickte Nicky ins Gesicht. "Ich bringe sie in ein Krankenhaus."
Nicky sch�ttelte energisch den Kopf und bekam einen Anflug von Panik, als der Mann seine Hand ergriff und ihn auf die Beine ziehen wollte.
"Das geht nicht", sagte er leise und zog seine Hand wieder weg.
"Sie schaffen das", sagte der Mann, deutete auf sein Auto und f�gte noch hinzu: "Mein Auto steht doch sofort hier."
"Das geht nicht", wiederholte Nicky. "Ich muss weiter, ich hab keine Zeit."
Da fing der Mann an zu lachen. Er lachte eine Weile und wurde dann wieder ernst.
"Kommen sie."
"Nein", sagte Nicky in einem noch viel ernsteren Tonfall, aber das half nichts. Der Mann bestand, schon allein aus Gewissensgr�nden, darauf, Nicky in ein Krankenhaus zu bringen, um das Bein versorgen zu lassen. Fest entschlossen hockte er sich neben Nicky, legte Nickys Arm um seine Schulter und stand langsam auf. Nicky schrie, als er sein Bein sp�rte. Ein stechender Schmerz fuhr ihm durch die Knochen, doch als er sich wieder fallen lassen wollte, wurde der Griff des Mannes, der Nickys Handgelenk umklammerte, fester und hielt ihn oben.
"Nein", wimmerte Nicky noch einmal und versuchte, sich mit allerletzter Kraft zu wehren.
"Ich habe keine Zeit", dachte er, ohne etwas zu sagen, denn dieser Mann w�rde es nicht verstehen. Er wusste nicht, was Zeit war und was er schon gar nicht wusste war, was Zeit in diesem Moment alles bedeuten konnte.
Der Mann zog Nicky mit zu seinem Auto. Halb humpelnd, halb auf einem Bein h�pfend, war Nicky bei dem silbernen BMW angekommen und lie� sich auf den Beifahrersitz fallen, nachdem der Mann ihm die T�r ge�ffnet hatte. Nicky konnte sich vor seinem Entf�hrer in Sicherheit wiegen, doch er wusste nicht, was er im Moment lieber wollte. Sicherheit oder die Chance, alles wieder in Ordnung zu bringen. Beides w�re nicht schlecht gewesen, aber das ging wohl nicht und jetzt hatte ihm die Entscheidung sowieso schon jemand abgenommen.

Bryan musste sich setzen. Er war froh, dass Louis gegangen war, aber irgendwie n�tzte das jetzt auch nichts mehr. Nicky war immer noch nicht wieder da und Bryan wurde das Gef�hl nicht los, dass irgendetwas passiert war. Nicky wusste doch, dass es heute Nacht so weit war. So was verga� man nicht einfach.
Vor ihm auf dem K�chentisch lag der vergilbte Zettel, mit den wenigen lateinischen Worten. Leider war die Schrift kaum zu lesen. Bryan hatte das, was er entziffern konnte, bestimmt hundert Mal vor sich hingemurmelt, aber die beiden Hexen hatten ja gleich erkl�rt, dass sie den Spruch wieder zusammen aufsagen mussten und au�erdem konnte er nicht alles lesen. Das erschwerte die Sache noch mehr, denn wenn Nicky wieder da war, vorausgesetzt, Nicky kam �berhaupt wieder, dann mussten sie auch noch zu Prudence und Phoenix fahren. Im Dunkeln.
Das ganze in etwa... Bryan blickte auf die Uhr. Zweieinhalb Stunden und auf Nickys Handy war immer noch niemand zu erreichen.

Das Handy lag n�mlich tot in Nickys Hosentasche und wurde von Nicky nicht mehr beachtet. Er hatte dar�ber nachgedacht, was Bryan mit ihm anstellen w�rde, wenn er das mit seinem Handy erfuhr, doch schlie�lich war es nicht seine Schuld gewesen und �ndern konnte man daran jetzt auch nichts mehr. Und h�tte er von den Kratzern in seinem Auto gewusst, dann w�re es sowieso noch sinnloser gewesen, sich dar�ber Gedanken zu machen. Das war es sowieso. Was war ein kaputtes Handy gegen ein kaputtes Leben? Und seit das Handy auf den Boden gefallen war, hatte Nicky auch nicht mehr dar�ber nachgedacht. Jetzt war nicht der richtige Zeitpunkt daf�r. Es war aber auch nicht der richtige Zeitpunkt f�r eine Fahrt ins Krakenhaus.
Nicky konnte sich vorstellen, wie Bryan verzweifelt versuchte, ihn zu erreichen und er sa� bei einem fremden Mann im Auto, der sich dar�ber lustig machte, dass er keine zeit hatte. Wunderbar.
"Verdammt", fluchte Nicky, aber der Mann neben ihm war aufs Fahren konzentriert und h�rte es nicht. "Sobald ich im Krankenhaus bin, werde ich telefonieren", sagte Nicky zu sich und ballte fest entschlossen seine H�nde. Sie zitterten, als seine Fingern�gel sich in die Handfl�chen gruben, doch Nicky dr�ckte nur noch fester zu und legte die F�uste auf seine Oberschenkel.
"Wir sind gleich da", sagte der Mann und lenkte den Wagen um eine Kurve.
"Na hoffentlich", dachte Nicky und wischte mit dem, �rmel seines Pullis einmal �ber die Scheibe, um besser sehen zu k�nnen. Drau�en regnete es immer noch in Str�men und am Rand der Stra�e floss das Regenwasser wie ein kleiner Bach die Stra�e hinunter. Das Auto wurde langsamer und als Nicky durch die Vorderscheibe guckte, sah er kurz ein riesiges Geb�ude, dann versperrten die Regentropfen wieder die Sicht, bis der Scheibenwischer �ber das Glas fuhr und den Blick auf einen leeren Parkplatz freigab.
Der Mann parkte das Auto und stieg aus. Nicky beobachtete ihn dabei, wie er eilig um das Auto herumrannte und dann wieder die Beifahrert�r �ffnete. Er und Nicky blickten sich einen Moment lang an, dann streckte der Mann seine Hand aus, wie er es vorhin schon getan hatte, als er Nicky von der Stra�e hochgeholfen hatte. Diesmal ergriff Nicky sie sofort. Er hatte jetzt nur noch das Ziel, m�glichst schnell ins Krankenhaus und dort an ein Telefon zu kommen. Zusammen und nur langsam vorankommend gingen die beiden auf die gro�en Glast�ren des Krankenhauses zu. Die Besuchszeit war l�ngst vorbei und die Einganghalle war fast leer.
Daf�r ging das, was passierte, als Nicky endlich drinnen stand, viel zu schnell. Innerhalb von wenigen Sekunden hatte eine Schwester ein paar �rzte aufgescheucht nachdem sie sich von ihrem kleinen Schock, den sie beim Anblick von Nickys Bein bekommen hatte, erholt hatte.
Wenig sp�ter befand Nicky sich in einem trostlosen Untersuchungsraum zusammen mit zwei �rzten. Einer von ihnen rannte mit wehendem Kittel durch den Raum und riss s�mtliche Schubladen auf. Der andere wollte wohl gerade etwas sagen, doch Nicky kam ihm dazwischen.
"Ich muss ganz dringend telefonieren", rief er aufgebracht und wollte sich aufsetzen, doch der Arzt dr�ckte ihn wieder runter.
"Das k�nnen sie sp�ter tun", versicherte er und krempelte Nickys Hose hoch.
"Es ist aber wichtig", versuchte Nicky es noch einmal. Ohne Erfolg.
"Ich glaube, dass ihr Bein im Moment am wichtigsten ist", sagte der Arzt und Nicky musste aufgeben. Er versuchte, sich ein wenig zu entspannen und dabei nicht auf die gro�e Wanduhr zu schauen, die neben einem der wei�en Schr�nke hing. Nicky schloss die Augen und wollte an etwas anderes denken, doch da kamen die Schmerzen wieder. Als er die Augen wieder �ffnete, sah er, dass der Arzt den *Verband* abgewickelt hatte und jetzt auf der blutenden Wunde rumdr�ckte.
"Verdammt", fluchte Nicky in sich hinein. "Ich wei� gar nicht, warum ich das hier �berhaupt mache. Ist ja schlie�lich nicht mein Bein... Bryan wird mich killen..."
Nicky blieb nichts anderes �brig, als ruhig, jedenfalls so ruhig, wie es die momentane Situation zulie�, liegen zu bleiben und alles �ber sich ergehen zu lassen, bis er gehen konnte. Er ahnte nicht mal, dass der Arzt gar nicht vorhatte, ihn gehen zu lassen.

Zwei Stunden. Wie ein Countdown, aber wenn das so weiterging, dann w�rde die Rakete nicht starten. Es w�rde nicht mal *Plopp* machen. Es w�rde alles so bleiben, wie es war und wenn Bryan so an sich heruntersah, dann war es so ganz bestimmt nicht richtig.
Das war Qu�lerei. Vor der Uhr sitzen und nichts tun k�nnen, w�hrend die Zeiger immer weiter im Kreis liefen. Bryan �berlegte, ob es �berhaupt etwas schlimmeres geben konnte, als das, was er gerade durchmachte. H�tte er l�nger dar�ber nachgedacht, oder vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt in einer anderen Situation, dann w�re er vielleicht zu dem Schluss gekommen, dass es irgendwo auf der Welt genug Menschen gab, denen es schlimmer ging, doch diese Menschen lebten im Moment in einer Welt, die ganz woanders war und deshalb entschied Bryan, dass es das schlimmste war. Ein Gang durch die H�lle. Nur noch ein wenig schlimmer eben. Vielleicht h�tte er das nicht gedacht, wenn er gewusst h�tte, was Nicky in diesem Moment durchmachte. Vielleicht h�tte Bryan es ebenfalls mit einem Gang durch die H�lle verglichen. Nur ohne Landkarte oder so.
Nicky hatte keinen Plan, wie es jetzt weitergehen sollte, wie er Bryan erreichen konnte. Der sa� irgendwo rum und machte sonst was. Viel tun konnte er nicht mehr, doch Nicky entschied, dass es leichter war, sich um seine Schmerzen zu k�mmern, als gar nichts tun zu k�nnen. Das machte die ganze Sache f�r einen winzigen Moment ein wenig leichter. Nur kurz, dann kam der Arzt. Der hatte sich kurzerhand entschlossen, die Wunde zu n�hen und Nicky hatte das Gef�hl, er w�rde nie fertig werden, worauf ihm ganz schwindelig wurde. Vielleicht lag es an der Spritze, vielleicht auch daran, dass er lange nichts gegessen hatte.
H�tte er stehen m�ssen, w�re er h�chstwahrscheinlich umgekippt und der Arzt schien das sehr wohl zu wissen. Nicky h�tten schreien k�nnen, denn �rzte wussten immer in den falschen Momenten, was einem fehlte. Der Arzt hielt Nickys Idee, wieder nach hause zu fahren f�r eine ganz schlechte Idee und erkl�rte Nicky, dass er ihn eine Nacht im Krankenhaus behalten wolle. Ein Moment, in dem man nur noch sterben wollte. Nicky verstand nicht, warum man wegen einer Wunde am Bein eine Nacht im Krankenhaus bleiben sollte.
"Sie haben viel Blut verloren", sagte der Arzt und Nicky verstand. Er hatte den unzufriedenen Blick des Arztes beim Pulsf�hlen nur halb bemerkt und sich nichts daraus gemacht, doch jetzt wusste er, was er zu bedeuten hatte. Nicht zu glauben, dass ein Arzt, der doch eigentlich dazu da war, einem zu helfen, alles zerst�ren konnte und das innerhalb von wenigen Minuten. Und dann auch noch ein Arzt, der so gar nicht kompromissbereit war und Nicky auf keinen Fall gehen lassen w�rde. Alle Versuche, sich irgendwie zu wehren, waren gnadenlos zum Scheitern verurteilt und Nicky landete kurze Zeit sp�ter irgendwo in einem dunklen und verlassenen Zimmer. H�tte er laufen k�nnen, w�re er geflohen doch sein Bein lag, noch immer bet�ubt und leblos, unter der Bettdecke und dachte gar nicht daran, sich auch nur einen Zentimeter von der Stelle zu bewegen. Nicky versuchte es ein paar Mal, hatte aber keinen Erfolg. Was nicht ganz so trostlos war, war das gar nicht so leblose Telefon auf dem kleinen Schr�nkchen neben seinem Bett.

Bryan hatte sich gerade �berlegt, in welcher Farbe er Nickys Wohnzimmer streichen konnte, damit es ihm auf Dauer gefallen w�rde, als das Telefon klingelte.
Lustlos stand Bryan auf, �berlegte sich noch einmal ganz kurz, ob es wirklich die richtige Farbe war, und schlurfte in den Flur. M�de griff er nach dem H�rer.
"... Byrne?"
"Bryan?"
"Nicky?"
"Ja, ich bin�s", sagte Nicky aufgeregt. "Du Bryan, ich..."
Bryan kam ihm ungehalten und unfreundlich dazwischen: "Nicky, kannst du mir vielleicht mal verraten, wo du steckst? Wir haben keine zwei Stunden mehr und du verschwindest einfach. Ich sitze hier rum und bin am verzweifeln. Stell dir vor, ich hab mir gerade �berlegt, in welcher Farbe ich dein Haus streichen werde, damit es mir gef�llt und..."
"Bryan, jetzt komm wieder runter, ich kann da echt nichts f�r, aber das ist eine l�ngere Geschichte."
"Gott, du hast vielleicht Nerven. Wo steckst du?"
"Also das ist so... ich bin im Krankenhaus..."
"WO? Verdammt, was hast du angestellt?"
"Auch ne l�ngere Geschichte, aber wenn du dich jetzt beeilst und noch ein kleines Wunder geschieht, dann wirst du es am eigenen Leib erfahren.. im wahrsten Sinne des Wortes."
"Okay", sagte Bryan und war mit dem H�rer in der Hand schon dabei, eine Jacke anzuziehen und nach dem Autoschl�ssel zu suchen.
"Wo genau bist du? Wei�t du, es ist nach zehn und ich m�chte um diese Uhrzeit niemanden nach deiner Zimmernummer fragen, um wohlm�glich noch aufzufallen."
"Zimmer 578 und die einzige M�glichkeit, hier raus zu kommen, wird abhauen sein."
"Auch das noch", st�hnte Bryan und versuchte gerade, in seine Schuhe zu steigen, w�hrend er in der einen Hand immer noch den H�rer hielt und mit der anderen nach dem gerade gesichteten Autoschl�ssel angelte.
"Sorry, ich konnte den Arzt nicht �berreden, also hol mich bitte hier raus und dann... Bryan?"
"Ja?"
"Hast du den Zettel?" Dar�ber hatte Nicky nicht mehr nachgedacht und musste schockiert feststellen, dass Bryan ihn vielleicht gar nicht hatte.
"Den hab ich nat�rlich", sagte Bryan gelassen.
"Was hei�t denn hier *nat�rlich*?"
"Wenn ich ihn nicht h�tte, dann w�re ich gerade von einer Br�cke gesprungen und w�rde jetzt entweder tot im Wasser rumpaddeln oder - wenn ich Pech gehabt h�tte - l�ge ich jetzt ein paar Zimmer neben dir."
Nicky musste lachen. Zum ersten Mal seit Tagen.
"Okay du Halbleiche, dann sieh zu, dass du loskommst", sagte er, verabschiedete sich und legte auf. Bryan lie� den H�rer auf die Gabel knallen, schnappte sich den Zettel und rannte nach drau�en.
Es regnete immer noch. Einer von den Tagen, an denen es den ganzen Tag regnete, kurz aufh�rte und dann wieder regnete. Und dann, wenn man raus musste, dann regnete es sowieso. Und �berhaupt, wenn man es eilig hatte, dann waren die Stra�en nass und man konnte nicht mal schnell fahren, ohne sein Leben zu riskieren und deshalb riskierte Bryan es einfach. H�tte er es nicht getan, dann w�re sein Leben auch hin�ber gewesen. Trotzdem hoffte er, dass er heile bei Nicky ankommen w�rde. Seinem besten Freund wollte er nun doch nicht zumuten, auf der Beerdigung seines eigenen K�rpers aufkreuzen zu m�ssen. Bryan bemerkte, dass er zu viel nachdachte. Er bemerkte es, als das rote Licht einer Ampel an seinem Fenster vorbeiflog, aber da war es schon zu sp�t zum Bremsen und als Bryan von links und rechts lautes Hupen h�rte, trat er einfach das Gaspedal durch und raste mit quietschenden Reifen �ber die Kreuzung. Das Licht einiger Stra�enlaternen huschte �ber die Autoscheibe, erst schnell, dann immer langsamer, als Bryan sich einen Parkplatz suchte. Der Parkplatz war leer, doch ausnahmsweise dachte Bryan diesmal ein wenig voraus, wo es hier immerhin um Leben und Tod ging(nicht ganz, aber es reichte) und stellte den Wagen m�glichst dicht an die Eingangst�ren und zwar so, dass er hinterher so schnell wie m�glich wieder davonbrausen konnte.
Die Eingangshalle war so leer wie der Parkplatz. Bryan hatte gedacht, dass es schwer sein w�rde, um diese Zeit am Empfang vorbeizukommen doch selbst der war leer und Bryan warf seine ganzen Pl�ne, eine Nachtschwester zu �berlisten, �ber den Haufen. Schnurstracks, ohne sich weiter umzuschauen, lief er zu den Aufz�gen und informierte sich auf einem Schild, �ber Stationen und Zimmer, dass an der Wand hing, dar�ber, in welche Etage er musste.

Nicky sp�rte ein Kribbeln im Bein, dass bereits nach einigen Minuten in Schmerzen �berging. Er beobachtete die Plastikflasche �ber seinem Bett und fragte sich, ob durch den Schlauch, der von da oben zu seiner Hand f�hrte, wirklich Schmerzmittel floss. Er bezweifelte es. Und genau in diesem Moment, als Nicky anfing, an allen guten Dingen, die es auf dieser Welt gab, zu zweifeln, da ging die T�r auf. Vom Flur her kam ein mattes Licht ins Zimmer und Nicky konnte mal wieder nur den Umriss der Person erkennen die da stand. Egal, denn niemand kannte Nickys K�rper so gut wie er und der Umriss da in der T�r geh�rte mit Sicherheit zu Nickys K�rper.
"Bryan?" fragte Nicky trotzdem noch einmal und Bryan betrat das Zimmer. Im Gehen dr�ckte er noch eben auf den Lichtschalter neben der T�r.
Nicky musste die Augen schlie�en, bis er sich an das helle Licht gew�hnt hatte und umso gl�cklicher war er, als er sie wieder �ffnete und Bryan vor ihm stand und kritisch auf ihn hinabblickte.
"Ist was?" fragte Nicky besorgt.
Bryan kratzte sich am Hinterkopf.
"Nee, ich �berlege nur gerade, ob ich wirklich wieder mit dir tauschen m�chte."
"Ach komm", meinte Nicky, der Bryans Witz ausnahmsweise mal sofort verstanden hatte, aber gar nicht lustig fand. "Es ist eine kleine Schusswunde... die..." Nicky beugte sich nach vorne, schrie auf und fuhr mit schmerzverzerrtem Gesicht fort: "gar... nicht so... richtig... Aah... wehtut! Und jetzt hilf mir!"
"Kannst du laufen?" fragte Bryan, obwohl diese Frage eigentlich unn�tig gewesen w�re. Nicky konnte nat�rlich nicht laufen und Bryan verlie� das Zimmer, weil er drau�en etwas gesehen hatte. Nicky wartete und trommelte nerv�s mit den Fingern auf der Bettdecke herum. Wenige Minuten sp�ter kam Bryan wieder rein und schob einen Rollstuhl vor sich her.
"Perfekt", sagte Nicky und streckte Bryan seinen nach oben gestreckten Daumen entgegen. "Und was machen wir hiermit?" Nicky hielt seine Hand hoch.
"Na rausziehen", sagte Bryan und ging wild entschlossen auf Nicky zu. Der zog seine Hand schnell weg und vergrub sie unter der Bettdecke.
"Bryan, bist du verr�ckt?" schrie er aufgebracht, worauf Bryan ihn hilflos anschaute.
"Bryan, bei allen Talenten, die du hast, ich halte dich f�r einen mehr als miserablen Arzt."
"Was willst du dann tun?" fragte Bryan und zog an Nickys Bettdecke. "Wir haben schlie�lich nicht ewig Zeit."
"Ich wei�, aber hast du keine Schere dabei?"
"Nat�rlich", sagte Bryan mit einem leicht ironischen Unterton. "Ich habe immer eine Schere dabei, damit ich nachts durch Krankenh�user laufen und Schl�uche durchschneiden kann. Und ich hab auch keine Lust, das ganze Ding mitzuschleppen."
"Bryan, lass die Witze."
"Dann gib deine Hand her", forderte Bryan und Nickys Hand bewegte sich langsam unter der Bettdecke hervor.
"Wenn du nicht vorsichtig bist, dann... dann..."
"Ach komm, jetzt gib her!"
Bryan packte Nickys Handgelenk und als er den Schlauch mit einem Ruck herauszog, schrie Nicky laut auf. Bryan hielt ihm die Hand vor den Mund.
"Mensch Nicky, ich beeile mich extra, damit es nicht wehtut und du weckst trotzdem das ganze Krankenhaus auf.
"Es tat aber weh!"
"Ja, ist gut jetzt, wir sollten zusehen, dass wir hier raus kommen. Wo sind deine Sachen?"
"Im Schrank!"

Drau�en auf dem Flur war es noch leer. Bryan hatte schon bef�rchtet, dass es nach Nickys Schrei auf dem Flur nur so von �rzten und Schwestern wimmeln w�rde, aber es blieb still. Nur ein paar Lampen erhellten den Gang ein wenig. Eilig schob Bryan Nicky vor sich her zu den Aufz�gen und gerade, als er auf den Knopf gedr�ckt hatte, h�rten er und Nicky Schritte hinter sich. Nicky wollte schreien, doch diesmal war Bryan schneller. W�hrend er Nicky den Mund zuhielt, trat er nerv�s von einem Bein auf das andere und beobachtete den Arzt, der sein Tempo beschleunigte und nun schnellen Schrittes auf sie zukam.
"Mach schon, bl�des Ding", zischte Bryan dem Aufzug zu. "Jetzt komm!"
Der Arzt kam n�her und Nicky konnte erkennen, dass es der Arzt von vorhin war, der jetzt immer n�her kam.
"Hey, was tun sie da?" rief er und fing an zu laufen. Bryan fluchte noch einmal auf den Aufzug und das schien zu reichen. Die T�ren �ffneten sich langsam und Bryan hastete mit Nicky, der notgedrungen, trotz seiner Aufzugphobie einfach mitfahren musste, in die enge Kabine. Nicky sah noch, wie der Arzt im Laufen seine Hand ausstreckte, um die T�ren am Schlie�en zu hindern, doch es war zu sp�t. Donnernd schlossen die T�ren sich und um ein Haar w�ren die Finger des Arztes dazwischen gelandet.
"Das ist ein schlechter Film", murmelte Bryan, w�hrend sie auf dem Weg nach unten waren. Dabei musste er zugeben, dass der Film im Kino relativ spannend geworden w�re, denn als sie unten aus dem Aufzug stiegen, kam eine Verfolgungsjagd durch s�mtliche Flure des Krankenhauses, die damit endete, dass Bryan zum Endspurt ansetzte und mit Nicky an einer Krankenschwester, die wohl alarmiert worden war und nun breitbeinig und mit ausgebreiteten Armen in der T�r stand, vorbeiraste, sie fast umriss und raus in den Regen rannte. Er half Nicky ins Auto und warf nur noch einen kurzen Blick nach hinten. Dort kamen ein paar �rzte und Schwestern angerannt und Bryan sah zu, dass er ebenfalls ins Auto kam. Mit quietschenden Reifen fuhr er vom Parkplatz und bekam nicht mehr mit, was danach im Krankenhaus passierte. Er h�tte es ahnen m�ssen, doch so war er nicht vorbereitet, als hinter ihm pl�tzlich Blaulicht auftauchte.
"Shit", fluchte Bryan und raste wieder, diesmal absichtlich, �ber eine rote Ampel. Sie hatten die Polizei also schon verst�ndigt und wenn die zwei Wagen bis zu ihrem Ziel hinter ihnen bleiben w�rden, dann hatten Nicky und Bryan ein Problem, was sie jetzt, wo sie gerade drauf und dran waren, alle anderen Probleme loszuwerden, so gar nicht gebrauchen konnten.
Bryan hatte einen Entschluss gefasst. Er wollte dieses Problem loswerden und zwar noch, bevor sie Dublin verlie�en. Er fuhr nach rechts, dann wieder nach links. Als n�chstes bretterte er verkehrt herum durch eine Einbahnstra�e und als er im R�ckspiegel kein Blaulicht mehr sehen konnte, verlie� er Dublin auf einigen Umwegen.
Die Stra�en wurden immer dunkler, weil sich irgendwann wohl irgendjemand �berlegt hatte, dass man au�erhalb von Dublin nicht mehr so viel Stra�enlaternen brauchte. Bryan verfluchte diesen jemand. Er h�tte sich auch denken k�nnen, dass es irgendwann mal Situationen geben w�rde, in denen man etwas schneller aus Dublin rausmusste. Auch bei Nacht. Doch Bryan konnte nichts tun und musste langsamer fahren um nicht irgendwo von einer Kurve �berrascht zu werden. Nicky blickte nerv�s auf die Uhr.
"Also entweder wir kommen gar nicht mehr an, oder wir kommen zu sp�t", sagte er. "Was willst du lieber?"
Bryan wusste es nicht. Er �berlegte eine Weile, doch die Entscheidung wurde ihm abgenommen, als im R�ckspiegel wieder die blinkenden Blaulichter auftauchten. W�hrend er wieder fester aufs Gaspedal trat, rief er: "Ich sterbe lieber jetzt in einem Stra�engraben, als Jahre sp�ter in deinem K�rper ohne Kerry!"
Es wurde eine bessere Verfolgungsjagd, als in allen Kinofilmen, die je gedreht wurden. Noch war keines der Autos explodiert, w�hrend es sich in der Luft ein paar mal �berschlug, aber Nicky hatte das Gef�hl, als k�nnte es nicht mehr lange dauern. Dabei war die Fahrt so schon schlimm genug und das einzig spannende und gleichzeitig schlimme war ja doch immer das, was in einem Vorging und die Angst, die sich im ganzen K�rper breit machte. Und das Auto brauchte nach dieser Nacht, und nach einer Woche mit Bryan sowieso, bestimmt eine Komplettreparatur. Bryan fuhr eindeutig zu schnell und Nicky wusste, dass er die Schilder mit dem Tempolimit absichtlich �bersah. Zu Schade, dass die Polizeiwagen hinter ihnen genau das gleiche taten. Sie hatten noch eine Weile zu fahren und Nicky h�tte es lieber gehabt, wenn sie allein gewesen w�ren, obwohl sie die Strecke in DEM Tempo nat�rlich in der H�lfte der Zeit schaffen w�rden.
"Ich muss mich ablenken", murmelte Nicky und schaltete das Radio ein. Als Musik aus den Boxen kam, summte er leise mit und versuchte, nicht nach hinten, geschweige denn auf die Stra�e zu schauen, w�hrend Bryan auf nichts anderes als auf die Stra�e konzentriert war und gar nichts von der Musik mitbekam. Nicky hatte ihn selten so konzentriert im Auto gesehen. Er setzte alles daran, sie beide heile ans Ziel zu bringen, bevor die Polizeiwagen sie einholten, was wahrlich keine leichte Aufgabe war. Bryan ver�nderte seinen konzentrierten Blick erst, als er im Radio ein paar Wortfetzen aufschnappte, die aus den Nachrichten stammten und sich gar nicht gut anh�rten.
"Mach mal lauter", sagte er zu Nicky.
"Noch ist es der Polizei nicht gelungen, den Geiselnehmer zu �berf�hren. Nachdem der etwa 25-j�hrige T�ter einen jungen Mann aus dem Krankenhaus in Dublin entf�hrte, ist er nun mit einem Auto auf der Flucht. Wir melden uns wieder, wenn es Neuigkeiten gibt", kam es aus den Lautsprechern und Nicky machte das Radio wieder aus. Er wusste nicht, was er dazu sagen sollte.
"Dir ist klar, dass du erst mal in den Knast wandern wirst, wenn das alles hier vorbei ist, oder?" meinte Bryan.
"Wenn das hier �berhaupt jemals gelaufen sein wird."
"Oh, es wird klappen, aber keine Panik, ich kann ja f�r dich aussagen."
"Haha", lachte Nicky k�nstlich. "Was willst du denn sagen? Das DU eigentlich gefahren bist?"
Eine Weile wurde es still. Es wurde immer besser. Jetzt wurde den beiden auch noch eine Entf�hrung angeh�ngt.
"Das ist doch l�cherlich", schnaubte Nicky.
Bryan winkte ab. "Die haben halt keine Ahnung!"
Nicky gab ihm Recht. Trotzdem machte er sich Sorgen.
"Ich wei� nicht, wie wir das jemals alles aufkl�ren sollen."
Darauf antwortete Bryan nicht mehr. Er hatte sich von dem kleinen Schock nach den Nachrichten erholt und blickte wieder auf die Stra�e. Es war erstaunlich, wie schnell sie Dublin verlassen hatten. Es waren kaum noch H�user zu sehen. Doch auch, wenn es jetzt nicht mehr weit war, tickte die Uhr gegen sie. Doch Bryan lie� sich nicht beirren, was Nicky das Gef�hl gab, dass er sich sicher war, es zu schaffen. Obwohl es dunkel war, musste Bryan nicht lange �berlegen, wo er lang fahren musste. Sie waren noch nicht oft bei den Hamilton Schwestern gewesen und erst Recht nicht im Dunkeln, doch Bryan wollte seine einzige Chance nutzen und verfuhr sich kein einziges Mal.
Auf dem letzten St�ck schaltete er das Fernlicht ein, sodass man das Haus schon von weitem sehen konnte, und rief: "Sobald wir halten, rennst du, okay?"
"Rennen?" fragte Nicky fassungslos und musste an sein Bein denken, dass sich schon bei dem Gedanken an Rennen heftig protestierend bemerkbar machte.
"Wir schaffen das schon", ermutigte Bryan ihn. "Stell dir einfach vor, wir h�tten die Polizei hinter uns."
"Bryan, wir HABEN die Polizei hinter uns."
"War ein Scherz!"
"Ja, dann lass jetzt bitte die Scherze und geb Gas!"
"Nicky, ich gebe bereits Gas und falls du es noch nicht gemerkt hast, wir fahren um einiges schneller als erlaubt!"
"Ach nee."
Nicky machte schon die T�r offen, als Bryan noch gar nicht richtig gehalten hatte. Bryan parkte das Auto direkt vor dem Gartentor und Nicky kam aus dem Auto. Bryan stieg ebenfalls aus und rannte, ohne seine T�r zu schlie�en zu Nicky, den er gerade noch auffing.
"So, jetzt gib noch mal alles", sagte er zu Nicky und rannte los. Nicky kam kaum hinterher und lie� sich von Bryan einfach mitziehen, w�hrend er das Blaulicht schon an der Hauswand sah. Sirenen heulten, doch Bryan lief weiter. Noch wenige Minuten, dann hatten sie es geschafft oder nicht. Genauer gesagt waren es noch genau f�nf Minuten, dann war der Tag um.
An der T�r lehnte Bryan sich mit Nicky gegen die T�r und schellte. Er schellte Sturm, w�hrend Nicky mit beiden F�usten an die T�r h�mmerte. Das Blaulicht kam immer n�her und die Dunkelheit wich zur Seite. Bryan h�rte T�ren schlagen und M�nner rufen. Wahrscheinlich waren sie bewaffnet, aber das war jetzt auch egal. Bryan schellte noch ein letztes Mal, dann fiel ein Schuss. Bryan schaute neben sich, doch Nicky stand noch. Bryan wusste nicht, wohin der Schuss gegangen war, aber das war dann auch nicht mehr wichtig, denn wenige Sekunden sp�ter, als einer der Polizisten gerade "Stehen bleiben" rief, �ffnete sich die T�r und ohne etwas zu sagen, st�rmte er ins Haus, lie� Nicky in die Arme von Prudence fallen und verriegelte die T�r.
"Schnell", rief er Prudence und Phoenix zu.
"Ihr kommt reichlich sp�t", sagte Phoenix und blickte auf die Uhr.
"Egal", sagte Bryan. "Das erkl�r ich dir hinterher."
Prudence schleppte Nicky zu einem Stuhl, damit er sich setzen konnte, w�hrend Bryan seine Hosentaschen nach dem Zettel durchw�hlte. Er fischte den Zettel hervor und reichte ihn Prudence.
"Ich hoffe, du kannst das lesen!"
Prudence lachte. "Ich werde ja wohl noch mein eigenes Buch lesen k�nnen, oder? Das ist doch kinderleicht."
Sie faltete den Zettel auseinander und betrachtet ihn kurz. "Kein Problem."
Bryan und Nicky atmeten erleichtert auf, schauten ein letztes mal auf die Uhr und nickten sich gegenseitig zu. Jetzt oder nie.
Prudence hatte den Zettel vor Nicky auf den Tisch gelegt und Bryan zu sich gerufen. Noch drei Minuten.

"Bryan?"
"Ja, Bryan McFadden, kennen sie ihn? Man hat mir gesagt, ich soll mich an sie wenden, weil ich sonst niemanden erreicht habe."
"Aber..."
"Er wurde entf�hrt. Aus dem Krankenhaus. Leider wissen wir nicht von wem."
"Wissen sie, wie der Mann aussah?" fragte Louis, der b�se Vorahnungen hatte.
"Blonde Haare, etwa 1.70 gro�, Mitte 20..."
"Das gibt �rger", knurrte Louis, der zwar nicht viel davon hielt, sich in die privaten Angelegenheiten seiner Jungs einzumischen, sich aber entschlossen hatte, Nicky und Bryan einen Kopf k�rzer zu machen. Er konnte sich das ganze nicht erkl�ren, aber er hatte eine Ahnung, dass er wusste, wer der Mann war, der Bryan da *entf�hrt* hatte. Wenn man bei Bryan niemanden erreicht hatte, dann w�rde er sich um die Sache k�mmern, auch egal. Schlie�lich litten inzwischen auch Westlife unter dem, was Bryan und Nicky da gerade trieben. Was es auch immer war.
"Was meinen sie?" fragte die andere Stimme.
"Ach, ich war gerade woanders", sagte Louis schnell, knallte den H�rer auf die Gabel und lief nerv�s im Haus hin und her. Bis die Polizei die beiden gefunden hatte, konnte er nichts tun.

"Omnia mea mecum porto?" fragte Bryan mit tausend Fehlern, als Prudence ihm gesagt hatte, wie man den Satz aussprach. "Was soll das verdammt noch mal hei�en?"
Prudence st�hnte. "Mensch, du kannst Fragen stellen. "Wir haben noch eine Minute, aber wie du willst: Alle meine Dinge trage ich mit mir!"
Bryan lachte. "Bist du sicher, dass du den richtigen Spruch hast? Was hat der mit unserem Problem zu tun?"
"Bryan, ich erkl�re es dir hinterher, wenn du im Moment ein bisschen zu ersch�pft bist, um nachzudenken. Aber wenn es dir nichts ausmacht, dann denk jetzt einfach mal nicht �ber die Art der Hexen zu dichten nach, sondern sie zu, dass ihr innerhalb von drei�ig Sekunden diesen Satz auf die Reihe bekommt."
"Okay", sagte Nicky und nahm den Zettel. Er fing an und Bryan sprach mit: "Omnia mea mecum porta!"
Phoenix sprang auf. Zwanzig Sekunden und nichts war passiert.
"Nicky, es hei�t porto!"

"Aber wieso..."
"Nicky frag nicht. Das ist lateinische Grammatik."
"Bryan atmete durch. "Noch mal", sagte er, denn die beiden hatte noch zehn Sekunden Zeit.
"Omnia mea mecum porto", schrieen die beiden durch den Raum, als es polterte und die Haust�r einkrachte. Gleichzeitig zuckten kleine, giftgr�ne Blitze durch den Raum und man konnte nichts mehr erkennen. Es war ein Gewirr aus lauten Stimmen, Schreien und bunten Lichtern.
Nicky sp�rte, wie sich alles verzog, immer bunter wurde und dann fast schwarz. Nicky gab sich M�he, die Augen offen zu halten und krallte seine Finger in das Papier mit dem lateinischen Spruch. Das Papier riss und Nicky ballte die F�uste, sodass es zerkn�llt wurde. Bryan hatte sich nicht mehr auf dem Stuhl halten k�nnen. Auch bei ihm drehte sich die Welt in einem Chaos aus gr�nem Licht und trotzdem sp�rte er sofort sein Bein. Einige Sekunden war er hin und her gewankt und dann vom Stuhl gefallen. Jetzt lag er am Boden und krallte seine Finger um sein Bein, w�hrend er das Gesicht vor Schmerzen f�rchterlich verzog. Verschwommen sah er Nicky, der noch am Tisch sa� und zwei Papierfetzen in der Hand hatte. Als er den Kopf drehte, sah er ein paar Gestalten in der T�r, die keinen Augenblick zu sp�t gekommen waren. Sie kamen ins Haus und auf ihn und Nicky zugerannt, doch dann war es zu sp�t. Die Welt hatte sich zu schnell gedreht, um die Augen offen halten zu k�nnen und Bryan wurde ohnm�chtig.

Als Nicky wieder ganz sicher wusste, wo und wer er war, h�pften nur noch ein paar gr�ne Funken durch den Raum, die sich bald verzogen. Es stank nach Qualm, so wie nach einem Feuerwerk und ein Nebel, dessen Farbe nicht zu identifizieren war, hing unter der Decke. Nicky musste ein wenig husten.
"H�nde hoch", schrie einer der Polizisten und beendete damit die Verfolgungsjagd. Er kam mit auf ihn gerichteter Waffe auf Nicky zu, w�hrend seine Kollegen sich auf die anderen st�rzten. Bryan lag ohnm�chtig am Boden, aber das war egal und als die Handschellen klickten und der Polizist ihn auf die Tischplatte dr�ckte, da lachte Nicky. Es war nicht zu fassen, das man lachen konnte, wenn man gerade festgenommen worden war, aber das, was gerade passiert war, machte alles wieder gut. Ein Gl�ckgef�hl, wie Nicky es noch nie versp�rt hatte, machte sich in ihm breit. Der H�hepunkt war perfekt gewesen. Ein paar Sekunden sp�ter und... Nicky durfte nicht daran denken. Er atmete tief durch und blieb einfach mit dem Oberk�rper auf dem Tisch liegen, um zu sp�ren, dass er wieder er selbst war, dass er seinen K�rper zur�ck hatte. Seinen Kopf, seine Arme, seine Beine. Auf dem R�cken bewegte er vorsichtig seine Finger und es f�hlte sich gut an. Es war egal, als der Polizist ihm befahl, aufzustehen und mitzukommen. Nicky erhob sich und wurde durch den Raum, der aussah, wie ein Schlachtfeld, geschoben. Bryan lag immer noch am Boden und neben ihm hockte ein weiterer Beamter und wartete auf einen Arzt. Nicky wehrte sich gegen die H�nde, die auf seinem R�cken lagen und dr�ckten und blieb stehen.
"Bryan, es wird alles wieder gut", fl�sterte er, obwohl Bryan es nicht h�ren konnte. Dann ging es nach drau�en. Die Nachtluft war k�hl und Nicky genoss die paar Sekunden, in denen er noch einmal frische Luft atmen konnte. Er sog die Luft in sich hinein und lie� sich dann ersch�pft auf die R�ckbank des Streifenwagens fallen.
"Das ist ein schlechter Film", wiederholte er Bryans Worte, denn die hatten etwas Wahres an sich. Die spannendste Szene war vor�ber und wie es so sein musste, hatte alles auf die letzte Sekunde in einem gro�en Chaos aus Feuer und Schreien geendet.
"Fehlt noch das Happy End", dachte Nicky, als er aus dem Fenster schaute und die dunkle Landschaft nur halb wahrnahm. "Das werden wir auch noch drehen."
Er hatte gedacht, es w�rde schwer werden, sich von Kerry zu trennen, denn Nicky merkte, dass er sie immer noch hei� und innig liebte, aber das war jetzt egal. Sie geh�rte Bryan und er sollte sie wiederbekommen. Nicky dachte noch einmal �ber Kerry nach und �ber die Tage, die er mit ihr gehabt hatte. Das alles war so sch�n und so unfair gewesen. Nicky bekam Tr�nen in den Augen, als er wirklich realisierte, dass es keinen anderen Ausweg gab, als so zu tun, als w�re nichts gewesen. Es w�rde ihm schwer fallen, aber es war okay. Das Leben musste weitergehen, irgendwie.
Erst, als er sich genauer �berlegte, wie er das mit Kerry anstellen wollte, merkte er, dass das alles gar nicht so einfach war. Nicky hatte bei Kerry nicht das Gef�hl, als w�rde sie einem auf Anhieb eine Geschichte mit Hexerei und dem ganzen Zeug glauben. Sie w�rde wahrscheinlich erst Recht abhauen und sie beide f�r verr�ckt erkl�ren und da w�re sie nicht die einzige. Genug Leute hatten dieses Spektakel mitbekommen und Nicky konnte sich nur zu gut vorstellen, dass am n�chsten Tag ein fetter Artikel dar�ber in der Zeitung stehen w�rde. Louis und die anderen Jungs w�rden es sowieso erfahren und Nicky traute keinem zu, sich so eine Geschichte auf die Nase binden zu lassen. Nicky merkte, dass es nicht leicht werden w�rde, ein Happy End f�r die Story zu bekommen. Es w�rde noch einiges an Anstrengungen und �berzeugungskraft kosten und selbst das w�rde h�chstwahrscheinlich nicht mal ausreichen. Nicky seufzte und starrte in die Dunkelheit, ohne irgendetwas von da drau�en wahrzunehmen.

Bryan war unter die Lebenden zur�ck gekehrt. Er brauchte ein paar Sekunden, bis er wieder wusste, was passiert war. Und als er sich wieder allem bewusst wurde, da merkte er auch wieder sein Bein.
"Daf�r werde ich dich umbringen", fl�sterte er und dachte dabei an Nicky.
"Was haben sie gesagt?" fragte jemand neben ihm und Bryan nahm den Kopf hoch und drehte ihn zur Seite.
"�h... ach... ist schon... au!"
Bryan lie� den Kopf wieder sinken. Die Schmerzen wurden immer st�rker und lie�en sich nur ertragen, weil Bryan wusste, dass es diesmal wieder sein eigenes Bein war, dass da schmerzte. Es tat unheimlich gut, wieder in seinem eigenen K�rper zu stecken. Alles f�hlte sich wieder an wie fr�her, was Bryan ungemein befriedigte.
"Und ich werde dich trotzdem umbringen", dachte er, als der Arzt sich an seinem Bein zu schaffen machte. Dann fragte er vorsichtig: "Was ist denn nun mit dem Bein?" Bryan war froh, dass er nicht den Arzt erwischt hatte, vor dem er vorhin noch gefl�chtet war.
"Wird schon wieder", sagte der Arzt. "Aber es k�nnte ein wenig dauern. Die Wunde ist aufgeplatzt, aber das n�hen wir gleich."
"Kann ich dann nach hause?" fragte Bryan voll Hoffnung, weil er es kaum noch erwarten konnte, endlich wieder in seinem eigenen Bett zu schlafen. Der Arzt lachte und sch�ttelte den Kopf.
"Sie waren eine ganze Weile weg. Sie bleiben hier."
Bryan st�hnte, konnte aber nichts tun. Das war so klar gewesen und so musste Bryan noch einige Schmerzen und Torturen stumm �ber sich ergehen lassen, bis sie ihn endlich in Ruhe lie�en. Bryan bemerkte, dass der Arzt wahrscheinlich nicht mal viel von dem Spektakel dieser Nacht wusste. Er landete nicht mal im selben Zimmer, wie Nicky.
Stumm lag er in der Dunkelheit und hatte endlich Zeit, ein wenig nachzudenken. Er und Nicky hatten es geschafft. Es war verdammt knapp gewesen, aber es hatte tats�chlich geklappt. Nun w�rde Bryan Zeit haben, sich um seine Familie zu k�mmern. Es musste einen Weg geben, Kerry alles zu erkl�ren und dann w�rde alles wieder gut werden.

"Was haben sie sich dabei gedacht?" fragte der Polizist, st�tzte sich mit beiden H�nden auf den Tisch und beugte sich zu Nicky r�ber.
"Was soll ich mir dabei gedacht haben? Es war wichtig", versuchte Nicky zu erkl�ren.
"Wichtig? H�ren sie mal, sie haben eine schwer verletzte Person aus dem Krankenhaus entf�hrt."
"Wo ist er?"
"Wer?"
"Bryan!"
"Der ist in Sicherheit vor ihnen" sagte der Polizist �berlegen und Nicky erkl�rte ihn f�r bescheuert und arrogant. Er wusste nicht, was wirklich Sache war und tat, als w�sste er alles.
"In Sicherheit vor mir? Jetzt h�ren sie mir mal zu. Bryan ist mein bester Freund", wehrte Nicky sich aufgebracht und machte sich ein wenig gr��er, sodass sich ihre beiden Nasen fast ber�hrten. Der Polizist zog sein Kopf weg und drehte sich zum Fenster.
"Ich denke, wir sollten sie Sache morgen kl�ren, wenn sie wieder ein wenig klarer denken k�nnen."
Wieder war eine Anflug von �berlegenheit in seiner Stimme zu h�ren. Er hielt Nicky wahrscheinlich f�r psychisch krank und besoffen. Vielleicht auch f�r drogenabh�ngig, aber das war Nicky auch egal. Fest stand, dass es ganz sch�n schwer werden w�rde, da wieder rauszukommen. Der Polizist verlie� kopfsch�ttelnd das B�ro, dass sich irgendwo in einem der oberen Stockwerke der Dubliner Polizeistation befand. Schon zum zweiten Mal an diesem Abend hatte man Nicky dazu gezwungen, Aufzug zu fahren. Nicky blieb auf seinem Stuhl sitzen und drehte ihn gelangweilt hin und her. Durch das gro�e Fenster konnte er Dublin bei Nacht sehen. �berall funkelten kleine Lichter durch die Nacht und w�re Nicky nicht irgendwo bei der Polizei gewesen, dann h�tte es f�r ihn sogar einen Touch von Romantik gehabt. Aber jetzt starrte Nicky gelangweilt auf die Stadt runter und spielte dabei mit einem Kuli, den er auf dem Schreibtisch vor ihm gefunden hatte. Er musste innerlich Grinsen, als er den Stift betrachtete, und schraubte daran herum. Nicht zu fassen, was man mit den Dingern alles machen konnte. Nicky legte den Kuli aus der Hand, fing an, D�umchen zu drehen und schaute durch die Verglasten W�nde raus auf den Flur. Menschen liefen hin und her und Nicky nahm sich vor, seinen Job bei Westlife nie wieder zu verfluchen, wenn er sp�t ins Bett kam und um f�nf wieder aus den Federn musste. Das war allemal besser, als nach Mitternacht noch durch irgendwelche Flure zu rennen, Akten hin und her zu schleppen und irgendwelche Formalit�ten zu erledigen. Das war ja langweiliger, als auf Flugh�fen zu warten.
Nicky sah sein Portemonnaie auf dem Tisch vor sich liegen. Er nahm es wieder an sich, wobei ein kleines Foto heraus fiel. Er kannte es nicht und betrachtete es genauer. Eine Frau war darauf zu sehen. Sie hatte dunkle Haare und ein nettes L�cheln. Nicky wusste nicht, was es zu bedeuten hatte, steckte das Foto ein und wartete weiter.
Der Polizist kam wieder rein und hatte eine zweite Person dabei. Sie hatten sich wohl gerade entschieden, wie es weitergehen sollte und Nicky passte das gar nicht.

Als Bryan am n�chsten Morgen aufwachte, f�hlte er sich besser. Nachts hatte er es f�r kaum m�glich gehalten, einzuschlafen, aber die M�digkeit hatte ihn wohl �berkommen und ihn sogar die Schmerzen vergessen lassen. Jetzt waren sie weg und auch Bryans Kopf wurde allm�hlich wieder klar. W�hrend sich gestern noch alles gedreht hatte, konnte Bryan sich genau an alles erinnern, was passiert war und wieso er hier war. Bryan fragte sich, was sie mit Nicky gemacht hatten, doch nach der Verfolgungsjagd gestern, konnte er sich das denken. Er konnte sich zu gut vorstellen, wie Nicky Vorw�rfe gemacht wurden, jemanden entf�hrt zu haben. Verst�ndlich.
"So ein Mist", fluchte Bryan und schlug mit der Faust auf die Bettdecke.

Nicky war alleine. Vor etwa f�nf Minuten war die T�r hinter ihm zugefallen und abgeschlossen worden. Die f�nf Minuten hatte er ruhig da gestanden und in die Dunkelheit gestarrt. Bryan hatte Recht gehabt, als er bereits auf der Autofahrt von Gef�ngnis gesprochen hatte. Nicky seufzte und ging zu seinem Bett. Er legte sich einfach auf den R�cken und schloss die Augen. Das konnte eine lange Nacht werden, denn Nicky hatte das Gef�hl, dass er diese Nacht nicht w�rde schlafen k�nnen. Zu viele Dinge kreisten in seinem Kopf umher und verursachten Kopfschmerzen. Es war aber auch zum Verr�ckt werden. Das schlimmste war �berstanden und trotzdem war es immer noch nicht wieder richtig. Bryan lag h�chstwahrscheinlich im Krankenhaus, denn Nicky konnte sich nicht vorstellen, dass sie ihn hatten gehen lassen. Ob Kerry oder einer von den anderen Jungs schon was von der Aktion mitbekommen hatten, wusste Nicky nicht. Er wusste nur, dass Louis ihm den Kopf abrei�en w�rde, sobald er es erfahren w�rde.
Kerry hatte es bestimmt noch gar nicht erfahren. Keiner wusste so genau, wo sie �berhaupt war und was sie trieb und solange sie nicht mitbekam, was sich hier in Dublin �berhaupt abspielte, w�rde sie kein Interesse an Bryan zeigen. Oder hatte sie ebenfalls Sehnsucht? Nicky konnte sich ebenfalls gut vorstellen, dass sie sich nachts die Augen ausheulte und sich nicht traute, zur�ckzukommen. Dabei war Kerry eigentlich gar nicht der Typ, der pl�tzlich das Selbstvertrauen verlor. Sie bekam, was sie wollte und wenn sie Bryan wollte, dann w�rde sie es sagen.
Und er selbst? Nicky wusste es nicht. Wenn er ehrlich zu sich war, dann wollte er auch gar nicht wissen, was mit ihm geschehen w�rde. Wie viel bekam man f�r eine Entf�hrung, die eine Nacht dauerte? Bestimmt viel zu viel. Eine Nacht war schon zu viel, das merkte Nicky, als er ein par Mal aufwachte, sich einfach nur miserabel f�hlte und es kaum schaffte, wieder einzuschlafen.

"Morgen Bryan", t�nte eine grimmige Stimme durch das Zimmer, als Bryan gerade dabei war, das Fr�hst�ck zu vernichten. Es war ihm gleich viel besser gegangen, als eine gutaussehende Schwester das Fr�hst�ck brachte und ihn damit alleine lie�. Doch jetzt wurde er gest�rt, durch den Mann, der wohl gar nicht gut gelaunt war. Es war Louis.
Mit einem grimmigen Gesicht ging er auf das Bett zu und baute sich davor auf. Er sagte nichts und als Bryan sich ein wenig kleiner machte und fragte, was denn sei, verschr�nkte er die Arme und sagte: "Ich glaube, du hast mir was zu erkl�ren!"
Bryan hatte keine Lust, das ganze zu erz�hlen, weil er wusste, dass eine Geschichte wie diese, die nicht mal glaubw�rdig klingen w�rde, Louis Laune nicht gerade verbessern w�rde.
"Ich glaube nicht, dass ich irgendjemandem irgendwas zu erkl�ren habe", sagte er stur.
"Das glaube ich aber doch."
"Und wieso?"
"Weil du es fr�her oder sp�ter sowieso erz�hlen musst. Ich wei� nicht, ob du es schon mitbekommen hast, aber Nicky sitzt im Gef�ngnis und ich wei� nicht, wie ihr euch da wieder rausholen wollt. Die Polizei wollte mir ja nichts erz�hlen, aber..."
Bryan kam ihm dazwischen: "Die wissen auch gar nicht bescheid!"
"Ach ja? Hast du mir also doch was zu erz�hlen?"
"Dir nicht!"
"Gott, mit dir kann man einfach nicht reden. Du bist der �tzendste Sturkopf, den ich je kennen gelernt hab, hat dir das schon mal jemand gesagt?"
"Mag sein, aber du wirst es sowieso nicht glauben und so, wie ich die Menschen dieser Erde kenne, wird es niemand glauben."
"Deshalb willst du�s nicht erz�hlen?"
"Ja!"
"Und Kerry? W�rdest du es der erz�hlen?"
"Gib�s auf Lou, wir haben uns getrennt!"
Louis Unterkiefer klappte runter. "Ihr habt was?"
"Ja also als Nicky..." Bryan hielt sich die Hand vor den Mund. "Ich meine, Kerry ist abgehauen."
Louis wusste nicht, was er sagen sollte.
"Hat�s dir jetzt die Sprache verschlagen?" fragte Bryan.
"Allerdings!"

Louis hatte das Krankenhaus verlassen. Bryan hatte ihm nicht erkl�ren wollen, was los war und Louis hatte das Gef�hl, dass er es sowieso nicht verstanden h�tte. Seit wann war Kerry weg? Bryan hatte davon nichts gesagt.
"Okay, Privatangelegenheit", sagte Louis zu sich und �ndern konnte man daran jetzt auch nichts mehr. Dabei war Bryan der letzte gewesen, dem Louis zugetraut hatte, die Beziehung in den Sand zu setzen. Und selbst wenn Kerry diejenige gewesen war, die die Flucht ergriffen hatte, die beiden waren verheiratet und das hie� in Irland was. Louis seufzte, als er sich auf den Sitz seines Autos sinken lie�. Einen kurzen Augenblick lang spielte er mit dem Gedanken, noch zu Nicky zu fahren, aber er hatte Angst. Wer wusste, was Nicky noch an interessanten Stories zu bieten hatte? Es war unglaublich, was bis jetzt alles passiert war und Louis wusste, dass das noch nicht alles war!

Nicky wachte von einem leisen Kratzen auf, dass er unmittelbar in der N�he seines Bettes wahrnehmen konnte. Er �ffnete langsam die Augen, schaute sich in seinem Zimmer um und musste erst kurz �berlegen, was geschehen war, bevor er wusste, wo er war. Das Kratzen h�rte auf und Nicky blickte in die Richtung, aus der es gekommen war.
"Phoenix?" fragte er ungl�ubig, als er sie auf dem Stuhl neben dem Tisch erblickte und gerade noch sah, wie sie ihre Nagelpfeile in die Tasche steckte.
"Richtig", sagte sie und grinste. Dann schaute sie sich um. "Hast es ja richtig sch�n hier!"
"Haha", sagte Nicky, als er ihren ironischen Unterton bemerkt hatte. "Wie bist du �berhaupt hier rein gekommen?"
"Durch die T�r!"
Nicky blickte zur T�r. "Phoenix, die T�r ist verschlossen."
"Hey, ich hab nicht behauptet, sie ge�ffnet zu haben."
Nicky st�hnte. "Hab schon verstanden, aber das bringt uns auch nicht weiter."
Phoenix nickte und stand auf. Sie stellte sich auf Zehen spitzen, um aus dem Fenster zu gucken. "Gott, wie willst du hier wieder raus kommen?"
Nicky zuckte mit den Schultern. "Sorry, ich kann nicht einfach durch T�ren gehen. Aber wie kommt es eigentlich, dass du nicht hier sitzt. Nach dem netten Feuerwerk in eurem Haus..."
Phoenix lachte. "Du hast nicht ernsthaft geglaubt, wir w�rden einfach zugucken, wie die Polizei unser Haus st�rmt, oder? Nee, als die T�r aufflog, haben wir uns aus dem Staub gemacht."
"Na super", st�hnte Nicky.
Phoenix ging auf die T�r zu und machte Anstalten, das Zimmer zu verlassen.
"Hey, wo willst du hin?" rief Nicky und sprang auf.
"Nach hause", sagte Phoenix. "Sorry, die Einrichtung hier gef�llt mir nicht."
Nicky st�hnte ein weiteres Mal und fing an zu flehen: "Phoenix, bitte tu was, ich will hier raus!" Phoenix blieb noch einmal kurz stehen, blickte Nicky in die Augen und dachte nach. "Ich werde sehen, was sich machen l�sst, aber ich kann ja nicht die gesamte Polizei verhexen."
"Wieso nicht?" fragte Nicky und konnte sich bildhaft vorstellen, wie Hunderte von Polizisten durch die Welt liefen und nicht mehr wussten, was passiert war.
"Vergiss es", sagte Phoenix, tippte sich mit dem Finger an die Stirn und war wenige Sekunden sp�ter verschwunden.

An dem Tag, als endlich alles gekl�rt werden sollte, war Louis Geduld auch langsam am Ende. Zwei Tage war es her, dass Nicky im Gef�ngnis und Bryan im Krankenhaus gelandet war und niemand hatte etwas gesagt. Louis hatte nichts aus Bryan herausbekommen, Kerry war immer noch nicht wieder da, die anderen Jungs verloren ebenfalls die Geduld und heute sollte sich entscheiden, wie es weitergehen sollte. Louis war mit dem Auto auf dem Weg ins Krankenhaus, um Bryan dort abzuholen. Dort angekommen, wartete Bryan schon, war aber nicht besonders guter Laune und hatte wohl auch keine Lust, gro� zu reden.
"Hallo", sagte er, folgte Louis zum Auto und stieg ein. Kopfsch�ttelnd lief Louis ihm hinterher, stieg ebenfalls ein und fuhr los. Im Auto versuchte er erst gar nicht, mit Bryan zu reden. Missmutig starrte er aus dem Fenster. Wahrscheinlich wusste er selber, dass es so gut wie aussichtslos war, Nicky wieder aus dem Gef�ngnis zu holen.

Und Bryan wusste es. Er hatte zwei Tage lang Zeit gehabt, um sich zu �berlegen, was er sagen wollte, wenn es Fragen regnen w�rde, doch ihm war nichts eingefallen, denn es gab einfach keine logische, geschweige denn glaubhafte Erkl�rung daf�r, was in der Nacht bei Prudence und Phoenix und die Stunden davor passiert war. Bryan �berlegte noch einmal fieberhaft, dann gab er auf. Er sah die H�user Dublins an sich vorbeiziehen und wusste, dass es nicht mehr lange dauern w�rde, bis sich alles entscheiden w�rde. Es war keine Zeit mehr... wie er es hasste, keine zeit zu haben. Er hatte lange genug keine Zeit gehabt, konnte es nicht endlich vorbei sein?
Bryan nutzte seine letzten Minuten im Auto, um noch ein paar mal tief durchzuatmen. Wenn nicht noch ein Wunder geschehen w�rde...
Bryan stieg aus und ging zusammen mit Louis auf das gro�e Geb�ude zu. Er fragte sich, wer noch alles da sein w�rde. Er konnte es sich vorstellen. Shane, Kian, Mark und ein Haufen Leute mit Kameras.
"Bitte nicht", sagte er leise, als er die vielen Blitzlichter sah, die schon vor dem Geb�ude auf ihn warteten. Von einem Security lie� er sich einfach hindurchschieben.
Im Geb�ude war es sch�n k�hl und Bryan verweilte ein paar Sekunden, bevor er auf die Treppen zuging und sich auf den Weg nach oben machte. Seine Schritte schallten durch die gro�e Halle, als er eilig die gro�e Steintreppe hoch lief und sich dann von irgendeinem Mann, den er nicht kannte, den Weg weisen lie�. Er hatte das Gef�hl, schon stundenlang durch die lagen Flure des Gerichts gelaufen zu sein, als sie endlich vor einer T�r stehen blieben. Louis war ihnen gefolgt, ging zuerst hinein und suchte sich einen Platz. Bryan wartete noch kurz und betrat ebenfalls den Raum. Es war unheimlich voll und Bryan wurde unwohl. Das war nicht auf der B�hne stehen. Was, wenn Nicky jetzt nicht freigesprochen wurde? Bryan ging z�gig nach vorne auf seinen Platz, um nicht von zu vielen Blitzlichtern und Kameras getroffen zu werden. Er schaute sich um, doch Nicky war nirgendwo zu sehen, also hie� es warten und hoffen, dass alles gut ausgehen w�rde, obwohl Bryan schon kaum noch dran glaubte.
Bryan hatte erwartet, dass Prudence und Phoenix da sein w�rden, doch auch die beiden konnte er nicht finden, als er seine Blicke noch einmal durch den Gerichtssaal schweifen lie�.
Doch dann kam Nicky. Die gro�en Holzt�ren am anderen Ende des Saals flogen auf und Nicky kam in Begleitung zweier Polizisten in den Saal. Hilflos blickte er sich um, als auch er von Kamerateams umzingelt wurde. Allerdings nicht lange, denn die zwei Beamten schoben ihn weiter bis auf seinen Platz und es wurde still.

Nicky lie� sich nieder. "Angeklagter"
"Was f�r ein bl�des Wort", dachte Nicky, als er das kleine Schild gesehen hatte und schaute r�ber zu Bryan, der in einer der ersten Reihen sa� und ihm mit einem verzweifelten Blick antwortete. Nicky zuckte mit den Schultern, senkte den Blick und schob seinen einen Fu� nerv�s auf dem Boden hin und her. Ein Raunen ging durch die Menge im Saal, doch Nicky wagte es nicht, aufzuschauen und die Gesichter n�her zu betrachten. Es waren sicher einige dabei, die ihm sehr gut bekannt waren. Er machte sich langsam Sorgen, weil der Platz neben ihm immer noch frei war. Wer hatte ihm doch gleich noch versprochen, einen Anwalt zu besorgen?
"Mist", fluchte er in sich hinein.
Pl�tzlich wurde es still im Saal und die T�r hinter dem Richterpult �ffnete sich und einige Gestalten in langen, schwarzen Gew�ndern kamen in den Saal. Einer von ihnen... nein, es war eine, die gleich als erstes rein kam, lie� sich neben Nicky nieder und zwinkerte ihm zu.
"Prudence", sagte Nicky erstaunt und hielt sich die Hand vor den Mund. H�flich gab er Prudence die Hand und blickte wieder zum Richterpult, wo gleich die n�chste �berraschung wartete. Phoenix grinste ihn kurz an, als sie fast �ber ihr schwarzes Gewand stolperte und sich auf dem Stuhl niederlie�, der f�r den Richter vorgesehen war.
Nicky wusste nicht, ob er sich freuen oder schreien sollte. Was hatten die beiden mit dem Rechtsanwalt und dem Richter angestellt? Nicky wollte es gar nicht wissen, als Prudence ihn noch einmal angrinste. Nicky rutschte unruhig auf seinem Stuhl hin und her. Das konnte nie im Leben gut gehen.
Phoenix nahm den kleinen Hammer auf ihrem Tisch in die Hand, betrachtet ihn kurz und schlug damit ein paar Mal auf das Pult. Sie sagte irgendetwas von erheben, worauf sich das ganze Publikum erhob. Phoenix er�ffnete die Gerichtsverhandlung und alle setzten sich wieder. Nicky war froh, als sie wenigstens das einigerma�en hinbekommen hatte, aber sie machte weiter und das gar nicht so schlecht. Sie erl�uterte die ganze Geschichte, wobei sie einfach ein paar Sachen auslie�, hier und da ein paar einf�gte und die ganze Sache relativ glaubhaft klingen lie�.
"Halt dich einfach zur�ck", fl�sterte Prudence Nicky noch einmal zu und h�rte sich dann weiter an, wie Phoenix ein fachm�nnisches Gefasel loslie�, was sie wahrscheinlich selber nicht, aber auch kein anderer so richtig verstand.
"Gut", dachte Nicky. Jetzt musste sie nur noch die zwei Pappenheimer neben sich, die wohl doch noch echt waren, �berzeugen. Allerdings lie� sie vorher noch einmal Bryan was sagen, Prudi noch ein paar Mal zu Wort kommen und Nicky danach ein par "Ja, so war es", sagen.
Nicky wusste nicht, wie sie es schaffte, zwei Stunden zu diskutieren und immer wieder neue Argumente zu finden, bevor sie sagte, sie werde sich nun zur Beratung zur�ckziehen, aber er hatte das Gef�hl, als w�rde ihr alle glauben, was sie da sagte.
Prudi stand auf und folgte Phoenix aus dem Saal, genau wie die zwei M�nner, die eben noch neben Phoenix gesessen hatten. Zum ersten Mal seit Beginn der Verhandlung blickte Nicky wieder in Bryans Gesicht. Der machte einen Gesichtsausdruck, als wollte er sagen: "Ich glaube nicht, was die beiden da gebracht haben!"
Vielleicht fragte er sich ebenfalls, wo Richter und Rechtsanwalt steckten und was Prudi und Phoenix mit ihnen angestellt hatten. Nicky drehte wieder D�umchen, als es ihm zu lange wurde. Wer wusste, ob sich die zwei Herren �berzeugen lassen w�rden?

"Wenn Sie sich bitte erheben w�rden, ich verk�nde nun das Urteil!"
Phoenix hatte sich aufrecht hinter ihr Pult gestellt und lie� sich nichts anmerken. Anhand ihrer Miene konnte Nicky nicht mal erkennen, was sie so ungef�hr dachte und das machte ihn ganz verr�ckt. Zudem machte sie nicht gerade den Eindruck, als h�tte sie es eilig. Vielleicht gefiel ihr der Job. Bevor sie sich dazu entschied, wirklich zu sagen, was Sache war, lie� sie ihre Blicke noch einmal �ber die Menge gleiten und schien es zu genie�en, dass ihr mal alle zuh�rten. Und dann sagte sie es. Nicky h�rte den Rest des Satzes nicht. Er h�rte blo� das eine Wort: Freigesprochen.
Das eine Wort, das er hatte h�ren wollen. Er musste sich zusammenrei�en, um nicht laut schreiend von seinem Platz zu rennen, um irgendjemanden zu umarmen. Er musste sich zwingen, sich wieder hinzusetzen, damit Phoenix noch die Gr�nde und wie und warum erl�utern konnte, wobei sie ihm immer wieder l�chelnde Blicke zuwarf. Nicky hoffte, dass es niemand sah. Deshalb blickte er lieber zu Bryan, der erleichtert auf seinem Platz sa� und ein "Danke" in die H�he schickte. Gott wusste, wem es galt.

Der Gerichtssaal leerte sich. Auch Louis und die Jungs verlie�en den Saal. Nur Bryan und Nicky warteten noch, bis sie zu viert im Saal waren und Prudence grinste wie ein Honigkuchenpferd. Nicky fiel ihr in die Arme, doch Bryan kam kopfsch�ttelnd auf sie zu, verschr�nkte die Arme und fragte fassungslos: "Was habt ihr getan? Wo sind der Richter und der Anwalt?"
Phoenix zuckte mit den Schulter und pfiff ein unschuldiges Liedchen vor sich hin, w�hrend sie an die Decke starrte. Erst, als Bryan mit gewaltigen Schritten auf sie zukam und sich ihren Kragen greifen wollte, hielt sie sch�tzend die Arme hoch und schrie: "Halt, halt, halt, die beiden sind zuhause und trinken einen Kaffee zusammen!"
"Bryan blieb verbl�fft stehen. "Wie habt ihr sie DAZU �berredet?"
"�berredet?" Prudence lachte. "Ich hab da auch noch andere Mittel."
Nicky lie� von Prudi ab und fragte: "Hast du nicht behauptet, du w�rdest niemanden verhexen?"
"Hab ich nicht. Ich hab nur gesagt, dass ich nicht die ganze Welt auf den Kopf stellen m�chte, aber die zwei Menschen... Ich hoffe ja immer noch, dass sie morgen wieder wissen, wer sie �berhaupt sind."
Bryan und Nicky lachten laut los. Prudi und Phoenix qu�lten sich aus ihren schwarzen Sachen und zogen Bryan und Nicky aus dem Saal.
Drau�en auf dem Flur war nichts mehr los und Bryan erwartete die Menge unten in der Eingangshalle. Zu viert schlenderten sie den Flur entlang, an der Treppe trennten sie sich.
"Bis dann", sagte Phoenix, die nicht die Absicht hatte, sich zusammen mit Bryan und Nicky in die Menge zu st�rzen.
"Und lasst die Finger von den B�chern", f�gte Prudence noch hinzu und grinste. Bryan �berlegte, als er merkte, dass gar nicht alles so in Ordnung war, wie es aussah. "Na mal sehen", fing er an. "Vielleicht gibt es ja noch einen Spruch, mit dem man seine Geliebte zur�ckholen kann..."
"Wehe", warnte Prudence und hob den Zeigefinger. "Versuch es lieber so, bevor du sie in einen Elefanten verwandelst."
Bryan nickte, als er sich Kerry als gro�es Trampeltier vorstellte. "Dann macht es mal gut."
Prudence und Phoenix verschwanden in einem der Flure.
"Nicky", sagte Bryan und hielt seinen Freuden davon ab, die Treppe runter zu gehen. Von unten kamen viele und laute Stimmen.
"Ja", sagte Nicky und drehte sich um.
"Ich glaube, wir haben da noch was zu bereden."
"Bryan, was ist jetzt schon wieder", fragte Nicky, der Bryans Gesichtsausdruck nicht gerade vertrauenserweckend fand.
"Da gibt es ein Problem... na ja, vielleicht ist es f�r dich auch gar kein Problem... aber..."
"Bryan!"
"Okay, kurz und schmerzlos, aber du bist verliebt?"
"WAS?"
"Du bist verliebt!"
Nicky wurde unruhig. Nerv�s trat er von einem Fu� auf den anderen uns lie� den Kopf h�ngen. "Verdammt", fluchte er leise. "Woher wei�t du das?"
"H�h?" fragte Bryan, der leicht durcheinander geraten war.
"Na, dass ich voll in Kerry verschossen bin und..."
"Du bist was?" fragte Bryan entr�stet und riss die Augen auf.
"Ja, ich konnte doch nichts daf�r und...
"Na toll", st�hnte Bryan und lie� sich geschafft auf einen der St�hle sinken, die neben einer T�r im Flur standen. "Jetzt bist du in zwei Frauen verliebt. Nicky verstand nicht und r�ttelte an Bryans Schultern.
"McFadden, kl�r mich auf!"
Bryan dr�ckte seinen R�cken fest an die Stuhllehne, schaute auf zu Nicky, der v�llig verwirrt und hilflos mitten im Flur stand und fing an: "Sie hei�t Georgina und... na ja, das war es auch schon. Es hat Peng gemacht, als ich sie... also dein K�rper sie getroffen hat und..."
Jetzt war es Nicky, der einen tiefen Seufzer loslie�.
"Bitte sag mir dass das nicht wahr ist?! Ich hab nicht wirklich mit einer Frau geschlafen, die ich noch nie zuvor in meinem Leben gesehen hab? Bryan!"
"Na ja, ... doch, ich f�rchte das hast du!"
"Und was nun?"
"Keine Ahnung was nun. Wir haben jetzt wenigstens schon mal unsere K�rper zur�ck und du bist dem Knast entflohen. Das ist doch schon mal was!" Bryan war aufgestanden um die deutlich verbesserten Fakten offen darzulegen und lief nun vor Nicky auf und ab.
"Klasse! Und jetzt? Wie werde ich diese... wie hast du sie genannt? Georgina? Wie werde ich die wieder los?" Nicky hatte sich drohend vor Bryan aufgebaut, aber da er doch um einiges kleiner als sein Kumpel war, lie� er sich schnell auf einen Stuhl fallen und sah Bryan hilflos an.
"Wei� ich nicht du Schlaumeier. Mich interessiert im Moment viel mehr, wie ich Kerry wiederkriege!"
Erstaunt sah Nicky auf: "Stimmt ja! Du und sie, ihr m�sst ja wieder zusammen kommen!"
"Ha, m�ssen ist gut, ich will es so, fertig!" Bryan war sichtlich genervt von der Unterhaltung. Er hatte es so satt. Wie hatte er die R�ckverwandlung herbei gesehnt und nun, als sie vor�ber war, war immer noch nichts besser. Wieso hatten sie auch dieses verdammte Buch finden m�ssen?
Da ert�nten Schritte hinter ihnen und neugierig wie die beiden waren, drehten sie sich auch sofort um, um zu sehen wer da auf sie zukam.
"Louis", entfuhr es Bryan. Nicky sah nur stumm auf den Boden. Was jetzt kam, darauf hatte er absolut keine Lust. Wie sollten sie Louis das Ganze nur erkl�ren?
"Ja, Bryan, stell dir vor, ich bin�s!"
"�hm, was machst du denn noch hier?" Was bl�deres war Bryan auf die Schnelle nicht eingefallen. Aber das reichte Louis, um v�llig auszurasten.
"Was ich hier mache? Du fragst mich allen Ernstes, was ich noch hier mache? Bryan, ich will verdammt noch mal endlich eine Erkl�rung von euch haben, was hier in den letzten Tagen abgelaufen ist! Wieso warst du verschwunden, wieso hast du ein kaputtes Bein, wieso hat Nicky versucht dich zu *entf�hren* und wieso ist Kerry weg?"
"�h, geht das auch etwas langsamer Lou? Wir haben einen stressigen Tag hinter uns......."
"Bryan ich warne dich. Versuch gar nicht erst mich mit irgendeiner billigen Ausrede abzuspeisen, ich will Antworten auf meine Fragen haben, vorher kommt ihr hier nicht weg!"
"Genau!" ert�nte es da. Hinter Louis waren Kian, Shane und Mark wie aus dem Nichts erschienen. Regelrecht umzingelt r�ckten Bryan und Nicky immer enger zusammen. Das wurde ja immer sch�ner. Wieso konnten die Probleme nicht einfach aufh�ren? F�r Bryan war im Moment nichts wichtiger als Kerry und Molly. Er wollte seine Familie wieder zur�ck haben und Nicky musste sich schonend von Georgina trennen. Damit hatten sie ja wohl beide H�nde voll zu tun, jetzt auch noch mit diesen vier M�nnern gegen�ber von ihnen zu diskutieren, danach stand ihnen der Sinn so gar nicht.
"H�rt zu Leute", fing Nicky an zu sprechen. Bryan sah ihn erstaunt an, was hatte sein Kumpel vor?
"Um es kurz zu machen: Bryan und ich haben ein Zauberbuch gefunden und einen Spruch daraus probiert. Der bewirkte, dass wir unsere K�rper getauscht haben, also das Leben des anderen gelebt haben. Ich war Bryan, Bryan war ich, fertig. Kerry hat gemerkt, dass ihr Mann, der ja nun ich war, anders wurde und ist abgehauen, mit Molly. Bryan hat sich als ich eine andere angelacht, die ich nun am Hals hab. Zwei Hexen, denen das Buch, das wir gefunden haben, geh�rt, haben uns geholfen unsere K�rper zur�ck zu bekommen, aber das Problemen mit *unseren* zwei Frauen", dabei war er einen b�sen Blick Richtung Bryan, "haben wir noch immer und wenn ihr nix dagegen habt, w�rden wir das jetzt gerne l�sen, denn das wird sicher ein hartes St�ck Arbeit werden! Zudem ist Bryan, also ich, auch noch entf�hrt worden und der Entf�hrer l�uft immer noch auf freiem Fu� durch die Gegend."
Ungl�ubig sah Bryan seinen Freund an. Er hatte doch nicht wahrhaftig die ganze Wahrheit erz�hlt?! Au�erdem h�tte er gerne noch genauer gewusst, wieso er �berhaupt entf�hrt worden war... Ein Blick in die Gesichter von Kian, Shane, Mark und Louis verriet ihm, dass sie Nicky kein Wort glaubten.
"Sehr witzig Nicky, nicht mit uns. Also, was war wirklich los?"
"Gott, Shane, ich sag die Wahrheit!"
Bryan stand nur kopfsch�ttelnd daneben und beobachtete fast schon ein wenig am�siert die ganze Szene wie Nicky sich gerade zum Affen machte. Am besten l�gt man wohl wirklich mit der Wahrheit. Dabei war es doch abzusehen gewesen, dass ihnen niemand Glauben schenken w�rde. Bryan konnte es nicht mehr mit ansehen wie Nicky immer kleiner wurde in seinem Stuhl, deswegen stand er auf und �berragte die ganze Menge somit um ein ganzes St�ck.
"Komm mit, Nicky. War ja klar, dass diese Arschkan�len, sorry, ist aber so, uns nicht glauben. Wir gehen jetzt und suchen Kez und Geo. Bis bald!"
Damit zog er Nicky hoch und eilte mit ihm, so gut es mit einem verletzen Bein eben ging, die Treppen nach unten in die Eingangshalle. Gemeinsam schlugen sie sich durch einen Horde von Reportern und Fotografen und ins Freie. Dort knallte er sich in Nickys Wagen, der immer noch dort stand und Nicky stieg hinters Steuer.
"Toll, und was machen wir jetzt? Mensch Bryan, keiner glaubt uns, wir m�ssen Kerry zur�ck holen, nebenher auch noch f�r die Band da sein und Geo vergraulen. Wie soll das m�glich sein? Und der Entf�hrer ist da ja auch noch..."
"Wei� ich doch nicht. Am besten schlafen wir mal eine Nacht dr�ber und sehen dann weiter, oder?"
"Haben wir so viel Zeit �berhaupt?"
"Gott, Nicky, wir haben wieder alle Zeit der Welt. Mach mir jetzt blo� keine Hektik, die hatte ich in der letzten Woche wahrlich genug!"
Schweigend nickte Nicky und hielt dann kurz darauf vor Bryans Haus. Dunkel und verlassen lag es da, Kerry war wohl immer noch nicht aufgetaucht. Seufzend stieg Bryan aus und lief zu seiner Haust�r. Es war ein gutes Gef�hl, wieder zuhause zu sein, auch wenn er wusste, dass Kerry nicht da war. Keine Kerry, keine Molly, die auf ihn wartete. Er warf einen letzten Blick in Richtung Nicky, der in dem Moment quietschend vom Hof fuhr. Er w�rde ihn morgen anrufen, nahm Bryan sich vor und vielleicht w�rde er es ja bis dahin auch geschafft haben, sich einen guten Plan zurecht gelegt zu haben, was sie nun mit ihren beiden Frauen machen sollten. Ersch�pft vom ganzen Stress der letzten Tage schloss er seine T�r auf und ging hinein, wo er schnurstracks ins Badezimmer lief um sich erst mal eine ausgiebige Dusche zu g�nnen. Danach eilte er in die K�che um etwas zu essen. Etwas richtig herzhaftes. Gott, wie hatte er seine eigene K�che vermisst. Endlich konnte er sich wieder Sandwichtes machen, egal wie ungesund sie auch sein mochten. Er brauchte seine t�gliche Ration Majo, und heute ganz besonders. Als er soweit satt war, lief er nach oben und legte sich in sein eigenes Bett. Er kuschelte sich fest in seine Decke, sog den vertrauten Geruch seines Zuhauses ein und schlief sofort m�de ein. Nat�rlich nicht ohne noch einmal an Kerry zu denken......

Nicky hatte es sich mittlerweile in der Badewanne bequem gemacht. Endlich hatte er einmal wieder Zeit f�r sich. Seit er wieder in seinem eigenen K�rper steckte, war das ja nicht mehr m�glich gewesen. Es machte ihn so richtig gl�cklich, dass f�r ihn nun alles wieder mehr oder weniger geregelt verlief. Nur musste er Bryan und Kerry unbedingt wieder zusammen bringen, schlie�lich war er nicht ganz unschuldig an dem ganzen Dilemma. Er hatte Kerry schlie�lich vertrieben. Aber Bryan hatte doch noch von einer anderen Frau erz�hlt... Georgina! Da fiel ihm das Bild in seinem Portemonnaie ein. War das Georgina? Er streckte sich �ber den Badewannenrand und versuchte an seine Hose zu kommen. Mit M�he und Not erwischte er sie und fischte seinen Geldbeutel heraus. Er �ffnete ihn und zum Vorschein kam wieder das Bild. Er nahm es in seine H�nde und drehte und wendete es. Auf der R�ckseite konnte Nicky einige Buchstaben erkennen.
*Ich liebe dich mein Schatz, deine Georgina!* stand darauf geschrieben. Es war also tats�chlich Georgina. Nicky wendete das Bild wieder und sah sich die darauf abgebildete Frau genauer an. H�bsch war sie, kein Zweifel. Ihr L�cheln war bezaubernd und ihr Gesicht, richtig s��. Er war begeistert! Nicky wurde regelrecht warm ums Herz.
"Man, Bryan, was hast du mir da nur wieder mal eingebrockt?" Nicky warf das Foto auf den Boden und fing an zu �berlegen, was zu tun war. Vielleicht sollte er, als Nicky, einfach mal mit Kerry reden. Ihr irgendwas von wegen, Bryan h�tte Stress mit der Band und so, erz�hlen. Vielleicht w�rde sie das als Grund f�r sein merkw�rdiges Verhalten akzeptieren?! Versuchen konnte er es ja mal. Und was er mit Georgina machen sollte, das wusste er immer noch nicht. Mit ihr zusammen sein wollte er auf keinen Fall, dazu waren seine Gef�hle f�r Kerry immer noch zu stark, so glaubte er, und sich Georgina ewig hinhalten war auch nicht fair. Er beschloss, sich morgen weitere Gedanken dar�ber zu machen. Jetzt wollte er nur noch ins Bett und schlafen. Schlafen, schlafen und nochmals schlafen. Schlafen in seinem eigenen Bett...

Fr�h am morgen wachte Bryan auf. Er blinzelte und sah sich erstaunt um. Wo war er?
"Ich bin zuhause", fiel es ihm da wie Schuppen von den Augen. Er war wieder er, raus aus Nickys K�rper, zur�ck in seinem. Ein Blick auf das leere Bett neben ihm verriet ihm jedoch, dass noch nicht alles wieder ganz gekl�rt war. Kerry, sie war immer noch verschwunden. Kurzentschlossen stand Bryan auf, lief zum Telefon und rief auf Kerrys Handy an. Es war ihm egal, dass die Zeit unversch�mt fr�h war, er wollte seine Frau wieder zur�ck haben. Doch es meldete sich niemand. Entt�uscht legte er kurz auf, aber nur um gleich darauf die Nummer von Nicky zu w�hlen. Es tutete dreimal, viermal, ein f�nftes Mal und endlich meldete sich ein verschlafener Nicky.
"Byrne?" g�hnte er in den H�rer.
"Hallo, hier ist Bryan! Ist das nicht ein sch�nes Gef�hl endlich wieder du selbst zu sein?"
"H�? Bryan? Du? Jetzt? Ich meine, seit wann krabbelst du morgens freiwillig vor 11 aus dem Bett?"
"Ach komm Nix, alter Kumpel, so schlimm bin ich doch auch nicht!"
"Sag mal, wieso bist du so gut gelaunt? Ist Kerry schon wieder da? Dann brauch ich meinen Plan ja gar nicht mehr versuchen! Und das *alt* h�ttest du dir �brigens sparen k�nnen, ich.....!"
"Nee Nix, Kerry ist noch nicht wieder da", unterbrach da Bryan seinen Redeschwall, "aber ich freu mich grad einfach, dass ich wieder ich bin. Nichts gegen dich aber mein eigener K�rper ist mir dann auf Dauer doch lieber!"
"Ja, ja, mir doch auch! Du, ich hab mir was wegen Kerry �berlegt!" Und erz�hlte ihm Nicky, was er vorhatte.
"Meinst du das funktioniert?"
"Aber sicher, lass mich nur machen! Und hast du inzwischen schon �ber Georgina nachgedacht? Was ist mit ihr? Sie wird sicher bald hier anrufen, was soll ich dann sagen?"
"Wimmel sie ab, vielleicht merkt sie dann, dass du nix f�r sie empfindest!"
"Hm, das k�nnte gehen. Okay, so werde ich es machen. Auch wenn�s ja eigentlich fies und nicht meine Art ist, tja, muss wohl sein diesmal. Aber Bryan? Eins muss man dir lassen, du h�ttest dir auch eine schlimmere f�r mich aussuchen k�nnen. Georgina ist richtig h�bsch!"
"Ja ne? Okay, an meine Kerry kommt sie nicht ran, aber schlecht ist Georgi definitiv nicht!"
"Gut, dann verabrede ich mich am besten gleich mal mit Kerry. W�re doch gelacht wenn ich das nicht wieder hinbiegen k�nnte!" Nicky lachte nerv�s in den H�rer, ehe er sich von Bryan verabschiedete und auflegte. So ganz sicher, ob sein Plan auch wirklich klappen w�rde, war er sich dann doch nicht. Aber er hatte einen Auftrag, den er erledigen musste. Er hatte es sich zur Aufgabe gemacht, seinen besten Kumpel und seine beste Freundin wieder zusammenzubringen und genau das w�rde er auch tun. Und am besten auch schaffen. Sto�gebete gen Himmel schickend, w�hlte er Kerrys Handynummer und wie durch ein Wunder ging sie sogar dran.
"Kerry? Hi, ich bin�s Nicky!"
"Hi Nix! Wieso rufst du mich so fr�h an? Reicht es nicht, wenn Bryan mich zu so fieser Stunde weckt?"
"Bryan hat angerufen?" Wieso hatte er ihm das nicht gesagt?
"Ja, hat er, aber ich bin nicht rangegangen! Also, was kann ich f�r dich tun?"
"Ich w�rde mich gerne mit dir treffen und �ber Bryan reden!" Jetzt war es raus und Nicky konnte nur noch hoffen, dass Kerry ja sagte.
"Oh, braucht Bryan mal wieder deine Unterst�tzung?"
"Er wei� nicht, dass ich mich mit dir treffen will, Kerry!" Okay, das war gelogen, wenn auch nur halb. Bryan wusste, dass er mit Kerry reden wollte, von einem Treffen ahnte Bryan nichts. Nicky wusste zwar, dass das riskant war, schlie�lich war auch er in Kerry verliebt, aber am Telefon bereden wollte er das dann doch auch nicht! Als Kerry immer noch nichts gesagt hatte, hakte er noch einmal nach.
"Kommst du? Bitte!"
"Na gut, okay. Wann?"
"Wann immer du willst, am besten gleich heute!"
"Alles klar, ich komm gegen drei zu dir, ja?"
"Super, bis dann! Bye!"
Er legte auf, nachdem er geh�rt hatte, dass Kerry das auch getan hatte. Dann �berlegte er sich, was er bis zu ihrem Treffen tun wollte. Nach einem Blick in sein Wohnzimmer fiel ihm die Entscheidung nicht schwer. Er w�rde aufr�umen. Bryan hatte wie im Saustall gelebt, �berall lag M�ll herum, alte, angebissene Sandwichtes, das Haus war ein einziges Chaos. Komisch, dass ihm das gestern nicht schon aufgefallen war. Knurrend machte er sich an die Arbeit und fing an, Bryans Sauerei zu beseitigen. "Das gibt Rache, McFadden", schwor er sich als er nach einer Stunde immer noch nicht wirklich viel aufger�umt hatte. Bryan war ein hoffnungsloser Chaot. Wie Kerry das nur freiwillig mit ihm aushielt, w�rde Nicky wohl auf ewig ein R�tsel bleiben. Nach einer weiteren halben Stunde klingelte das Telefon. Genervt warf Nicky die eben aufgehobene leere Saftpackung zur�ck auf den Boden und eilte ans Telefon.
"Byrne?"
"Hi Nicky, hier ist Georgina!"
"Oh, hi, was kann ich f�r dich tun?"
"Och, ich w�sste da schon ein paar ganz unanst�ndige Dinge...", hauchte Georgina in den H�rer und l�chelte. Nicky wurde hei�, als er zum ersten Mal ihre Stimme h�rte. Sie war umwerfend und doch wollte er diese Frau so schnell wie m�glich loswerden.
"�h, nun, �h, na ja...." stotterte er daher.
"Hey, hat�s dir jetzt echt mal die Sprache verschlangen? Dass ich das noch erleben darf. Sonst laberst du doch immer!" Nicky konnte Georginas Grinsen deutlich vor sich sehen und schwor sich ein weiteres Mal, an Bryan f�rchterlich Rache zu nehmen. Wieso hatte Bryan sich auch nicht wie Nicky verhalten k�nnen als er Nicky gewesen war? Nun stand Nicky hier und konnte Bryans Fettn�pfchen ausbaden, ganz toll. Das Leben war ja so ungerecht...
"Mir, �h, mir ist heute so komisch...", versuchte er sich verzweifelt aus der Situation zu retten.
"Oh, bist du krank mein armer Liebling?" Schon hatte Georginas Stimme einen besorgten Ton angenommen.
"Krank, �h, ja genau, das ist es. Ich bin krank!"
Erleichtert atmete Nicky auf.
"Soll ich vorbei kommen und dich pflegen? Ich muss heute nicht zur Uni, h�tte also den ganzen Tag Zeit!"
"Nein!" schrie Nicky erschrocken in den H�rer, "�h, ich meine, nein das ist doch nicht n�tig. Ich will nicht dass du dich ansteckst!"
"Okay, gut. Dann sehen wir uns morgen? Oder soll ich lieber noch mal anrufen?"
"Anrufen w�re klasse!"
"Gut, dann rechne morgen fr�h mit einem Anruf von mir oder musst du da arbeiten?"
"Nein, ich bin da, ruf ruhig an!" Schei�e, was machte er da? Wieso ermutigte er sie auch noch anzurufen, er wollte sie doch loswerden. Aber es war zu sp�t. Georgina versprach ihm anzurufen und legte dann, mehr oder weniger zufrieden, auf. Nicky horchte noch eine Weile in den tutenden H�rer und fragte sich bestimmt zum tausendsten Male, wie er aus dieser ganzen Schei�e wieder rauskommen sollte. Dann legte auch er auf und lenkte sich mit weiterem Aufr�umen ab.

Bryan unterdessen war rege damit besch�ftigt, sein eigenes Haus auf den Kopf zu stellen. Man merkte, dass Kerry nicht da war, diese h�tte diese Sauerei, die Bryan veranstaltete, sicher schnell zu untersagen gewusst. Doch sie war nicht da und so konnte Bryan tun und lassen was er wollte. Auch wenn er diese unfreiwillige Freiheit genoss, er h�tte sie sofort ohne zu z�gern aufgegeben, wenn er nur seine Kerry wiederhaben konnte. Im Moment setzte er all seine Hoffnungen auf Nickys Plan. Er w�nschte sich nichts mehr als dass Nicky ihm seine Frau wiederbringen w�rde. Als er gerade einen Kartoffelchip, der ihm runtergefallen war, aufheben wollte, blieb sein Blick unter dem Sofa haften. Etwas wei�es schimmerte dort hervor. Verwundert krabbelte er so gut es ging unter die gro�e Couch und angelte nach dem St�ck Papier, als was er dieses wei�e Etwas inzwischen schon identifiziert hatte. Endlich hatte er es erwischt und zog es hervor.
*Irischer Zauberspruch f�r langes Leben* stand in sch�n geschwungenen Buchstaben auf Englisch gro� dar�ber.
"Fuck, doch nicht schon wieder so ein Ding? Ich will mit Magie nix mehr zu tun haben!" Er wollte den Zettel, der eindeutig aus dem gro�en alten Buch von Phoenix und Prudence stammte gerade zerrei�en, als er sich dazu entschloss, den Spruch wenigstens einmal zu lesen. Wenn er doch nur besser irisch k�nnte. So musste er mit M�h und Not alles, was er in der Schule mal gelernt hatte, aus seinem Ged�chtnis zusammenkratzen. Langsam fing er an zu lesen und es sich zu �bersetzen: " Ich rufe die sieben T�chter des Meeres an, welche der..... nee, halt, die, welche die Lebensf�den deren wirken, die lange leben auf Erden. H�?" Bryan stockte und sah sich den ersten Satz noch mal genauer an. Verwirrt las er schlie�lich weiter als er festgestellt hatte, dass alles richtig �bersetzt war. Sich am Kopf kratzend brachte er auch die n�chste Zeile m�hevoll zustande: "Dreimal soll der Tod von mir gekommen sein! So ein Schwachsinn aber auch. Nun gut, weiter. H�? Ach ja, drei! Drei volle seien mir geschenkt und die sieben Wogen des Gl�cks seien mein. Drei volle was seien mein? So ein M�ll aber auch. Gespenster sollen mich nicht schrecken, noch sollen mir sie schaden! Ha, ich lach mich tot, Gespenster, alles klar!" Schon jetzt war Bryan sichtlich genervt von diesem, wie er fand sinnlosen Spruch, aber er hatte es sich in den Kopf gesetzt ihn zu �bersetzen und da er stur war, w�rde er dies auch durchsetzen. Tapfer machte er weiter: "Wenn ich in blitzendem Panzer des Weges ziehe. Bekannt soll ich sein bei den sch�nen Frauen auf dieser Erde und erst im hohen Alter soll ich sterben! Na also, wer sagt�s denn, so langsam macht dieser Spruch Sinn. Bekannt bei den sch�nen Frauen.. ja, h�tte ich nix dagegen. Also weiter: Ich rufe den Mond, den unsterblichen Silberk�mpen. Eine Zeit von der G�te wei�er Bronze werde mir zuteil. Geld oder was? Kann ich dir geben!" Lachend las Bryan weiter: "M�ge mir Nachkommenschaft, hab ich doch schon, Mensch, m�ge mir Nachkommenschaft geschenkt werden, m�ge mein Recht gewahrt bleiben. M�ge meine Kraft sich mehren. M�ge mein Grab nicht bereitet sein. Und der Tod mich nicht am Weg �berfallen. Meine Reise will ich gl�cklich beenden. Die Kopflose Natter soll mich nicht ergreifen, noch der grimme, graue Wurm!" Als Bryan so weit gekommen war sch�ttelte er sich vor Lachen. Der grimme, graue Wurm. Welche Hexe auch immer auf diesen Spruch gekommen war, die hatte nicht mehr alle Tassen im Schrank, schon einiges intus oder eine kreative Phase gehabt. Kopfsch�ttelnd las er weiter: "Oder der kopflose, schwarze K�fer. Kein Dieb soll mir B�ses anhaben k�nnen. Die Frauen wollen mich nicht verwirren in meinem Denken und Handeln, bewaffnete Haufen sollen mich nicht erschlagen. Ha, wie soll denn das ohne Kerry gehen? Gott, die alten irischen Hexen versteh jemand anders. Der K�nig des Alls m�ge mir eine lange Lebensdauer schenken. Ich rufe Senach an, der sieben Lebensalter durchlebte. Ihn, den Feen an den Br�sten der F�lle ern�hrten. Ach, Feen gibt�s jetzt pl�tzlich auch noch? M�gen meine sieben Kerzen, wieso denn nur sieben? M�gen meine sieben Kerzen nie erl�schen. Ich bin eine unbezwingliche Feste, ich bin ein kostbarer Stein, ich bin ein Alter, reich an Wochen. Hundert mal hundert Jahre m�ge ich leben. Ein Jahrhundert nach dem anderen!"
Aber das wollte Bryan ganz sicher nicht. Ewig leben und das ohne seine Kerry, niemals. Genervt faltete er diesen komischen Zettel zusammen und nahm sich vor, ihn bei Gelegenheit mal den beiden Hexen zu schicken. Wenn er es nicht verga�... Vom �bersetzen m�de geworden, auch f�r einen Bryan war so was anstrengend, legte er sich ganz auf die Couch und schlief ersch�pft ein.

Nicky w�hrenddessen hatte solange gegr�belt, bis Kerry gekommen war. Als es klingelte, �ffnete er die T�r und lie� sie, mit Molly auf dem Arm, herein. Er gab ihr ein kurzes Begr��ungsk�sschen und bat Kerry dann, ins Wohnzimmer zu gehen. Diese nickte und setzte Molly auf den Boden, die sie gleich lachend daran machte, Nickys Fernsehzeitung in tausend Teile zu zerrupfen. Dann lie� sie sich auch selbst gestresst auf die Couch fallen. Mit Gl�sern voller Saft folgte Nicky ihr und setzte sich in den gro�en Sessel. Zuerst sa�en beide nur still da und sahen Molly dabei zu, wie sie eifrig damit besch�ftigt war, Nickys Boden mit Papierfetzen zu bedecken, ehe Nicky sich schlie�lich fragte, was er noch f�r Kerry f�hlte. Und zu seiner Erleichterung: Gar nichts mehr! Sie war wieder zur Bryans Frau f�r ihn geworden, eine gute Freundin, fast eine Schwester f�r ihn. Nicht mehr und nicht weniger. Das beruhigte Nicky ungemein, denn so w�rde es viel leichter werden mit Kerry �ber Bryan zu reden. Denn genau deswegen war sie ja auch hier.
"Nicky? Du wolltest mit mir sprechen?" Damit riss Kerry ihn aus seinen Gedanken. Kurz erschreckt sah Nicky auf und blickte Kerry mitten ins Gesicht. Dann entspannte er sich wieder, l�chelte und fing an: "Ja, richtig! Also, es ist wegen Bryan!"
"Komm auf den Punkt, ich wei� dass es um Bryan geht, das hast du mir vorher am Telefon schon verklickert. Also? Was ist nun? Ich hab nicht ewig Zeit!"
"Ja, okay. Also. Bryan hat mir erz�hlt, dass ihr, dass ihr... euch getrennt habt. Beziehungsweise, dass du dich von ihm getrennt hast. Die gro�e Frage ist nur: Wieso?"
"Ganz einfach, Bryan hat sich ver�ndert, zum Negativen wie ich finde, und damit komme ich einfach nicht klar!"
Nicky schluckte heftig. Das w�rde schwieriger werden als er gedacht hatte.
"Nein, das ist falsch. Bryan hat sich nicht ver�ndert. Na ja, nicht wirklich! Also, was ich eigentlich sagen will, er ist nur wegen Louis so deprimiert, weil der seine neuen Songs nicht mag, Bryan sie aber �ber alles liebt. Verstehst du?"
"Ach Nicky, du denkst doch nicht wirklich, dass ich dir das glaube? Mensch, Louis mochte Bryans Songs doch schon des �fteren nicht und f�r Bryan war das nie ein Grund, sich zu �ver�ndern�. Nein, da muss was anderes dahinter stecken!"
"Tut es aber nicht Kerry, das ist die Wahrheit." Nicky hasste es Kerry anl�gen zu m�ssen, aber das hatte er in den letzten Tagen so oft getan, da machte dieses eine Mal auch nichts mehr aus. Au�erdem war es ja nur zu ihrem Besten, wo sie doch die reine Wahrheit schon nicht glaubte. Was sollte er denn sonst tun?
"Nein Nicky, tut mir leid, aber da ist was faul. Ich bin mir ganz sicher." Kerry war nicht dumm, sie war nicht auf den Kopf gefallen und erkannte es meistens sofort, wenn etwas nicht stimmte, das wusste auch Nicky. Und doch musste er sie doch irgendwie dazu bringen, dass sie wieder mit Bryan zusammen kam. Er musste einfach.
"Okay, wenn das alles w�re: Molly, komm, wir gehen. Sag dem Onkel Nicky *Bye*!"
Die Kleine war aufgestanden, vor Nicky hingelaufen und winkte ihm ein *Bye Onkel Nicky* zu. Der l�chelte kurz gequ�lt, dr�ckte Klein-Molly an sich und �bergab sie dann Kerry.
"Bitte �berleg es dir noch mal. Bryan braucht dich, er liebt dich. Er l�uft rum wie ein nervliches Wrack. Bitte geh zu ihm zur�ck!"
"Mach�s gut Nicky!" Krampfhaft darum bem�ht, Nicky keine Antwort zu geben, eilte Kerry nach drau�en. Nicky sah ihr nach, er hatte es versucht, er hatte es immerhin versucht. Vorw�rfe, dass er es nicht wenigstens probiert hatte, konnte ihm niemand machen. Dass es nicht geklappt hatte, daf�r konnte er, mehr oder weniger, nichts.
Als die T�r hinter ihr ins Schloss gefallen war, blieb Kerry einen Augenblick davor stehen. Hatte Nicky nicht vielleicht doch Recht? Sollte sie zu Bryan zur�ck.....? Nein, merklich mit dem Kopf sch�ttelnd, lief Kerry nach unten zu ihrem Wagen, stieg ein und fuhr davon.

Lange hielt Bryan es nicht mehr aus. Wenn sich Nicky nicht in den n�chsten zehn Minuten bei ihm melden und ihm erz�hlen w�rde wie sein Gespr�ch mit Kerry gelaufen war, w�rde Bryan laufen. Und zwar Amok! Er hatte so die Schnauze voll von allem. Dieses Chaos ging ihm auf die Nerven. Zudem hatte er einen schlechten Mittagschlaf voller Alptr�ume hinter sich. H�tte er sich doch nie diesen verdammten irischen Spruch �bersetzt. Grummelnd lief Bryan vor dem Telefon auf und ab und beschwor es mit allen m�glichen Fl�chen endlich zu l�uten. Und endlich brachte es etwas, das Telefon klingelte schrill und Bryan riss den H�rer ab.
"McFadden?"
"Hi Bryan, ich bin�s!"
"Nicky, und? Wie ist es gelaufen?"
"Tut mir echt leid, ich f�rchte es hat nix gebracht!"
"Nein, sag, dass das nicht wahr ist, bitte!"
"Tut mir leid, Kumpel, ich hab alles versucht, sie glaubt mir nicht!"
"Na ja, trotzdem danke! Falls ich dir wegen Georgina irgendwie helfen kann......sag�s, ja?"
"Brauchst du nicht, die vergraule ich auch so, w�re ja nicht das erste Mal!" Dies war ein fehlgeschlagener Versuch von Seiten Nickys lustig zu sein, aber Bryan war zu entt�uscht und niedergeschlagen als dass er dr�ber lachen konnte. Stumm legte er auf......entsetzt, was er geh�rt hatte. Nickys Plan hatte nicht geklappt, Kerry war immer noch weg. Verdammt, er wollte seine Frau wieder haben. Koste es was es wolle. Da fasste er einen Plan. Er schnappte sich den irischen Zauberspruch und seine Wagenschl�ssel, knallte die T�r hinter sich zu, st�rte ja niemanden, weil niemand da war und eilte zu seinem Wagen. Mit quietschenden Reifen fuhr er, so gut es mit seinem Bein ging, zu Nicky, klingelte Sturm bei ihm und befahl seinem Freund mitzukommen.
"Bryan, was?!"
"Halt die Klappe Nicky und steig ein ja?"
Bryan sah so bitter ernst aus, dass Nicky sofort ohne zu z�gern einstieg und es sich auf dem Beifahrersitz bequem machte. Auch Bryan setzte sich wieder hinter das Steuer und fuhr so schnell er konnte, jegliches Geschwindigkeitslimit au�er Acht lassend, aus Dublin raus. Nicky kannte diese Richtung......
"Bryan, was willst du bei Prudi und Phoenix?"
"Mir meine Frau wiederholen!"
"Was? Wieso ist Kerry bei den beiden?"
"Ist sie nicht!"
"H�? Wieso fahren wir dann da raus?"
"Nerv mich nicht, das wirst du noch fr�h genug erleben, okay?"
Nicky nickte geschlagen, wenn Bryan sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, w�rde er nicht mehr aufh�ren, bis er es erreicht hatte. Und wenn Bryan nichts dar�ber sagen wollte, dann w�rde er auch nichts dar�ber sagen. Schweigend lehnte sich Nicky also in seinem Sitz zur�ck und sah die ganze restliche Fahrt �ber, die, Dank Bryans Fahrk�nsten, nicht allzu lang war, aus dem Fenster. Als sie endlich beim Haus der Hexen angekommen waren, konnte es Bryan nicht schnell genug gehen. Er h�pfte aus seinem Wagen, riss Nickys T�r auf und zog seinen Freund dann mit zur Haust�r. Dort klingelte er Sturm.
"Ja, ja, ich komm ja schon..... was macht ihr denn hier?" Verwundert �ffnete Prudence die T�r noch ein St�ckchen weiter, ehe Bryan sie ganz aufdr�ckte und Nicky mit sich ins Haus schleppte, schnurstracks in Richtung Esszimmer. Dort lie�en sich die beiden M�nner auf einen Stuhl fallen und Nicky blickte Bryan genau so gespannt an wie die beiden Hexen.
"Okay, wir haben�s auf die sanfte Tour probiert, wie jeder normal Sterbliche auch, wo wir grad dabei sind, hier, der Spruch geh�rt zu eurem Buch, aber zur�ck zum Thema. Wir haben�s lange genug probiert, doch es klappt einfach nicht. Meine Frau kommt nicht zu mir zur�ck und das ist alles nur eure Schuld!" Damit bohrte sich Bryans Finger fast in die Augen der beiden jungen Frauen!
"Unsere Schuld? Also jetzt h�r mal...." Phoenix war immer n�her an Bryan rangetreten. Sich f�r etwas beschuldigen lassen, was sie nicht verbrochen hatte, wollte sie dann doch auch nicht.
"Ja, eure Schuld. Wem geh�rt denn dieses d�mliche Buch?"
"Du h�ttest den Spruch ja nicht aufsagen m�ssen!"
"Und du h�ttest diese bekloppte Buch nicht auf UNSEREN Studiodachboden schaffen sollen!"
"Okay, ihr zwei, das reicht jetzt!" Nicky hatte genug und war zwischen die beiden Streith�hne gegangen. Dann wandte er sich an Prudence, die vern�nftigere Hexe.
"Prudi, es stimmt wirklich. Wir haben alles probiert, aber Kerry kommt einfach nicht zu Bryan zur�ck. Und ich hab zudem noch eine Georgina am Hals, die Bryan, als er ich war, aufgerissen hat und ich werde sie nicht mehr los. K�nnt ihr uns wirklich nicht helfen?"
Als Nicky geendet hatte, sah Prudi ihre Schwester nachdenklich an.
"Hm, was meinst du? Ginge der Urteilszauber?"
"Ja sicher ginge der Prudi, aber ich w�rde diesen beiden hier nicht noch mal helfen. Sie haben sich die Suppe eingebrockt, sie m�ssen sie nun auch wieder ausl�ffeln!"
"Sei doch nicht so herzlos. Mensch, siehst du nicht wie Bryan leidet? Er will seine Frau wieder haben. Was w�rdest du denn sagen, wenn ich dir deinen Schatz vorenthalten w�rde?"
"Okay, okay, �berzeugt. Aber das ist wirklich das letzte Mal, dass wir euch helfen, alles klar? In Zukunft ist jegliche Magie f�r euch tabu!"
"Alles klar." Bryan nickte heftig und strahlte schon wieder etwas. Jetzt konnte nichts mehr schief gehen, die beiden w�rden ihr letztes Problem auch noch l�sen. Und ab dann, nie wieder Zauberei, das schwor sich Bryan. Prudence war indessen auf den Dachboden geeilt und hatte das Zauberbuch, welches Bryan und Nicky inzwischen nur allzu gut kannten, geholt und schlug eine Seite ziemlich weit hinten im Buch auf, was aber nichts daran �nderte, dass auch diese recht vergilbt und alt aussah.
"Also, dann kommt mal her." Bryan und Nicky folgten Prudence�s Wunsch und waren aufgestanden. Dann liefen sie zu ihr r�ber und guckten mit ins Buch.
"So, diesen Spruch sagt ihr nun drei mal ganz langsam auf. Einfach ablesen wie es dasteht, okay?"
"�h, Prudi, warte mal, m�ssen wir nicht noch einen Kreis aus �pfeln, in denen man das Pentagramm sieht, um sie legen?" Phoenix war aufgestanden und eilte zur Obstschale, wo sie drei frische �pfel nahm und sie alle in der Mitte durchschnitt.
"Ach ja richtig! Du bist ja doch zu was gebrauchen Schwesterherz", lachte Prudence und fing den ersten Apfel auf. Gemeinsam legten die beiden Frauen einen Apfelkreis um Nicky, Bryan und das Buch. Dann traten sie zur�ck und aus dem Kreis, streuten etwas Puderartiges, silber gl�nzendes auf die �pfel, ehe sie den beiden den Befehl gaben, den Spruch aufzusagen.
"Ames iudicio, non amore iudices! Was soll�n das hei�en?"
Verzweifelt schlug Prudi die H�nde vor�s Gesicht.
"Bryan, du machst mich wahnsinnig. Das ist doch vollkommen egal, was das hei�t. Hauptsache es l�st eure Probleme, oder?"
"Ich w�rde aber trotzdem gerne wissen, was es hei�t", behaarte Bryan und wartete geduldig auf eine Antwort.
"Ich w�rd�s auch gern wissen", meldete sich da Nicky zu Wort. Prudence st�hnte noch einmal kurz auf, ehe sie sich dazu durchrang, den beiden den lateinischen Spruch schnell zu �bersetzen: "Lieben sollst du mit Urteilskraft, nicht mit Liebe urteilen!"
"Und das hilft?"
"Bryan, noch ein Wort und......"
"Schon gut, schon gut. Los, Nicky, drei mal. W�re doch gelacht wenn es daran scheitern sollte. Auf!" Nicky nickte rasch, ehe beide gleichzeitig zu sprechen anfingen: "Ames iudicio, non amore iudices! Ames iudicio, non amore iudices! Ames iudicio, non amore iudices!"
Nichts geschah. Stirnrunzelnd sahen sich die beiden um. Nichts hatte sich ver�ndert.
"�h, seit ihr euch sicher, dass das auch wirklich geklappt hat?"
"Ja sind wir. Ihr seit euch ja �ber eure Gef�hle klar, im Gro�en und Ganzen zumindest, aber eure Frauen nicht. Bei denen hat sich nun was ver�ndert. Wartet�s nur ab!"
"Na wenn das so ist..... danke sch�n!" Zufrieden grinste Bryan vor sich hin! Schon wieder war ein Teil des Chaos beseitigt. Zwar wieder nur durch Magie, aber das war egal, Hauptsache er war weg und alles w�rde wieder in geregelten Bahnen verlaufen. Jetzt mussten sie sich nur noch eine glaubw�rdige Erkl�rung f�r Kian, Shane, Mark und Louis einfallen lassen, aber das w�rden sie auch noch hinkriegen, Hauptsache alles andere war gekl�rt und erledigt.

Drau�en entschied Nicky sich kurzerhand, sich hinters Steuer zu klemmen, als er sah, dass Bryan schon wieder begann, leicht zu humpeln. Nicht zu vergessen, dass er pl�tzlich hibbelig und ungeduldig wie ein kleines Schulkind wurde, als es wieder Richtung Dublin ging.
"Bryan, jetzt setz dich bitte still hin, du machst mich nerv�s", st�hnte Nicky, ohne den Blick von der Stra�e abzuwenden. "Hatte Prudi nicht gesagt, wir w�ren uns unserer Gef�hle bewusst?"
Bryan schaute ihn verst�ndnislos an. "Wieso?"
"Weil ich das Gef�hl habe, dass deine Gef�hle langsam durchdrehen und du gleich mit ihnen."
"Ist das ein Wunder?"
"Nein, aber du w�rdest mir wirklich einen gro�en Gefallen tun, wenn du jetzt ruhig bist."
Bryan dr�ckte seinen R�cken in die Sitzlehne und versuchte, sich nicht zu r�hren, w�hrend Nicky weiter auf die Stra�e blickte. Wiesen und Felder, die von kleinen Steinmauern durchzogen wurden, flogen drau�en vorbei, sp�ter wurden es immer mehr H�user, in denen nach und nach die Lichter angingen, als die D�mmerung einsetzte und einen dunklen Schatten �ber Dublin legte. Die Stra�enlaternen, die um diese Zeit angingen, erleuchteten die Stra�en und Parks in Dublin. Bryan blickte �ber die verlassenen Wege des St. Stephen�s Green, als sie daran vorbei fuhren und tr�umte vor sich hin, da schrie pl�tzlich jemand. Es war ein lauter, greller Schrei, der aus dem Park kam. Bryan und Nicky blickten sich an, Nicky trat sofort auf die Bremse und das Auto kam mit quietschenden Reifen am Rand des Parks zum Stehen.
"Was war das?" fragten beide fast gleichzeitig und blickten hin�ber zu den B�umen, die dunkel und verlassen auf den Wiesen standen. Es war still, der Schrei war nur kurz gewesen und jetzt h�rte man ein leises Wimmern, das durch die B�ume drang. Bryan h�rte es eine Weile, h�rte das leise Weinen, das von einer Frau kam, ein leises Tr�nenvergie�en, Tr�nen, die aus ihren Augen kullerten, den Kayal verlaufen lie�en, sich einen Weg �ber ihre zarten Wangen bahnten und bis zum Kinn liefen, bis er sie zu sich nahm und sie ihr nasses Gesicht in seiner Brust vergrub. Bryan konnte es regelrecht sp�ren, wie sie da lag, wie sie es immer getan hatte, wie sie SO gewimmert hatte...
"Kerry!" schrie er, als er endlich wieder in der Realit�t ankam und ihm bewusst wurde, was er sich da die ganze Zeit anh�rte. Bryan fasste nach dem T�rgriff und riss die Autot�r auf. "Kerry!" schrie er noch einmal und verschwand in der Dunkelheit.
"Bryan...", rief Nicky und stieg hastig aus dem Auto. Er hatte Bryan im Park verschwinden sehen, aus dem immer noch das leise Wimmern kam und gar nicht aufh�ren wollte.
"Oh mein Gott", sagte Nicky, als er daran dachte, dass es wirklich Kerry sein konnte. Bryan kannte Kerry und wenn sie es war, die da weinte, dann wusste Bryan es. Immer dem Wimmern folgend schlug er sich durch die B�ume, bis das Weinen so laut war, dass es fast unmittelbar vor ihm sein musste. Und dann h�rte er Bryan, der schreiend auf zwei Personen zurannte, die im matten Schein einer einsamen Laterne standen.
Nicky wollte ihn zur�ck rufen, entschied sich aber, erst zu schauen, was genau los war. Es ging noch ein paar Schritte auf die nun drei Personen zu und blieb stehen. Er blinzelte, um besser erkennen zu k�nne, ob es wirklich Kerry war. Und sie war es. Nicky sah ihre blonden Haare durch die k�hle Nachtluft flattern, w�hrend sie sich heftig gegen die starken Arme eines Mannes wehrte, die sie festhielten.
Nicky brauchte eine Weile, bis er den Mann erkannte, wartete nicht lange und griff in seine Hosentasche.

Eine ungeheure Wut stieg in Bryan auf, als er Kerry erkannte und sah, dass sie in Schwierigkeiten steckte. Im Schein der Laterne sah er Tr�nen auf ihren Wangen glitzern, w�hrend sie mit letzter Kraft versuchte, sich zu wehren.
"Kerry", rief Bryan erneut und die grauenhafte Szene kam f�r einen kurzen Moment zum Stillstand. Es war schwer zu entscheiden, wer von den beiden mehr erstaunt blickte, als sie Bryan erkannten.
"McFadden", rief der Mann, schubste Kerry ein paar Zentimeter zur�ck und trat breitbeinig vor Bryan. Bryan sagte gar nichts. Er blickte �ber die Schulter des Mannes hin�ber zu Kerry, die wimmernd und �ngstlich in der Dunkelheit stand und es nicht wagte, etwas zu sagen.
"McFadden", wiederholte der Mann. "H�tte ich nicht erwartet, dass du hier auftauchst."
Bryan ballte die F�uste. Er hatte diesen Mann nie gesehen, doch er sp�rte, wie in ihm eine ungeheure Wut auf diesen Mistkerl aufstieg.
"Was hast du vor?" rief er aufgebracht und stemmte die H�nde in die H�ften.
"Fad, ich wusste, dass du wenig beh�ltst, aber dass du dich nicht mehr an mich erinnerst..."
Er sch�ttelte den Kopf, als wollte er gleich ein "Nein, nein, nein, b�ser Junge" loslassen.
Bryan war irritiert, sch�ttelte ebenfalls den Kopf und wiederholte seine Frage: "Was willst du?"
"Gut, ich wiederhole es f�r die ganz Doofen. Ich hatte es schon erw�hnt, als ich so freundlich war, dich in mein Haus zu sperren, aber nachdem du ja erfolgreich get�rmt bist, ohne den bl�den Scheidungsvertrag zu unterschreiben, bin ich wohl nicht mehr dazu gekommen, noch einmal zu sagen, dass ich nichts anderes will, als deine Frau!"
Bryan musste nicht lange �berlegen, bis ihm einiges klar wurde. Der Tausch, die Entf�hrung...
Und dann reichte es. "Mistkerl", br�llte Bryan, setzte zum Sprung an und st�rzte sich auf ihn. Die beiden landeten auf dem harten Kiesweg und w�lzten sich hin und her, w�hrend Kerry �ngstlich dabei zusah und nicht so recht wusste, worum es �berhaupt ging. Eine Weile h�rte man die tiefen und kurzen Seufzer der zwei M�nner, die sich auf dem Boden einen Kampf lieferten, in dem es nur um eins ging: Kerry.
Es war stockdunkel, doch die Dunkelheit wurde pl�tzlich von vielen blauen Lichtern durchbrochen, die durch die B�ume hindurchdrangen. Man h�rte Autot�ren und viele schnelle Schritte, die im Kies knirschten und dann immer lauter wurden.
"Da", schrie eine Stimme, die Bryan kannte. Es war Nicky. Der tauchte mit mehreren M�nnern auf dem Weg auf und Bryan konnte erkennen, dass es sich um die Polizei handelte. Dann ging alles ganz schnell. Nicky zeigte mit dem Zeigefinger auf Bryan und den Mann, die immer noch auf dem Boden lagen. Bryan sp�rte, wie ihm jemand unter die Schultern griff und ihn hochzog, w�hrend ein anderer sich den Mann schnappte. Bryan wurde wieder losgelassen, als er fest auf den Beinen stand und schaute sich nach Kerry um. Die stand wimmernd unter einem der B�ume und wagte es nicht, sich zu r�hren. Bryan war es, der auf sie zurannte und sie einfach in die Arme nahm, ganz fest dr�ckte und sp�rte, dass Kerry sich nicht wehrte, es einfach geschehen lie� und sich ihm voll hingab, als er seine Lippen auf ihre dr�ckte und die beiden ineinander verschmolzen.
Erst nach einer Weile legte Kerry ihre H�nde auf seine Brust und dr�ckte ihn ein paar Zentimeter von ihr weg, damit sie ihm in die Augen sehen konnte, in denen zu lesen war, das alles wieder gut werden w�rde. Kerry legte ihren Kopf auf seine Brust. Es w�rde alles gut werden, Bryan w�rde sein Versprechen halten.
Nachdem die Polizei den Entf�hrer in Handschellen gelegt hatte, kam einer der Polizisten auf Nicky, Bryan und Kerry zu um sich ihre Daten und �hnliches zu notieren. Jeder der drei erz�hlte kurz, was geschehen war, Bryan gestand seine Entf�hrung durch diesen Menschen und sie wurden gebeten, am n�chsten Morgen auf das Revier zu kommen, ihre Aussagen m�ssten protokolliert werden. Mit einem Kopfnicken versprachen es die drei, ehe sich die Polizei in Bewegung setzte um den Verbrecher au�er Gefecht zu setzen. Als sie weg waren, verlie�en auch Nicky, Bryan und Kerry den Park und eilten zum Auto. Sie stiegen ein und Nicky fuhr die beiden nach Hause, wo seit einer guten Stunde schon Oma Sue mit Molly auf ihre Tochter und deren Mann wartete.
"Meine G�te, was ist denn mit euch passiert?" war das einzige, was sie neben einem �u�erst besorgten Blick von Sue als Begr��ung bekamen. Nur Molly patschte wie immer vergn�gt in ihre H�nde und lachte freudig auf, als sie ihre Eltern und Nicky sah.
"Das ist eine lange Geschichte, Sue! Lass uns erst reingehen, dann erz�hlen wir dir alles! Kommt du auch mit Nicky?" Bryan hatte sich zu seinem Kumpel umgedreht, ohne Kerrys Hand loszulassen. Er hatte solange auf Kerrys N�he und W�rme verzichten m�ssen, dass er es jetzt nicht �bers Herz brachte, sie auch nur f�r eine einzige Millisekunde loszulassen.
"Nee, ich denke ich werde nach Hause gehen. Schlie�lich m�ssen wir ja morgen fr�h raus!" Damit verabschiedete sich Nicky und lie� einen ersch�pften Bryan, eine fertige Kerry, eine v�llig verwirrte Sue und eine wie immer vergn�gte Molly zur�ck. Die Kleine konnte absolut nichts aus der Ruhe bringen und die Laune verderben konnte man ihr schon gleich gar nicht. Bryan schloss die T�r auf und folgte dann seinen zwei Frauen und seiner Schwiegermutter ins Haus. Nachdem er die T�r wieder geschlossen hatte, setzten sie sich alle ins Wohnzimmer, wo Bryan schlie�lich anfing zu erz�hlen: "Also, das alles ist jetzt vielleicht 5 Tage her....." und damit purzelte alles, was er von Nicky �ber die Entf�hrung wusste aus ihm heraus. Er lie� nichts aus und am Ende hatte er nicht nur eine weinende Kerry sondern auch eine geschockte Sue mit Tr�nen in den Augen in seinen Armen. Und selbst Molly, vermutlich aus Loyalit�t gegen�ber ihrer Mama, hatte angefangen zu weinen.

Nicky war in der Zwischenzeit zu sich nach Hause gefahren, wo er vor seiner Haust�r einen kleinen, wei�en Briefumschlag fand, der an ihn adressiert war. M�de beugte er sich nach unten, nahm ihn in die H�nde und schloss anschlie�end seine T�r auf. V�llig kaputt lie� er sich auf sein Sofa fallen und atmete einige Minuten tief durch. Er lie� die ganzen letzten Tage noch einmal Revue passieren und kam zu dem Schluss, dass dies alles nur ein Traum sein musste, aus dem er jeden Augenblick wieder aufwachen w�rde. Doch als sich auch nach dem wiederholten Male des Kneifens in seinen Arm nichts tat, erkannte er entg�ltig, dass es kein Traum sondern Realit�t war. Da fiel ihm wieder der Brief ein. Er holte ihn aus seiner Hosentasche und riss ihn schnell und achtlos auf. Gespannt fing er an zu lesen.

*Lieber Nicky,

hast du morgen Mittag vielleicht Zeit und w�rdest mit mir einen Kaffee trinken gehen? Ich w�rde gerne mit dir reden! Melde dich einfach bei mir!
In Liebe
Georgina!*

Warum eigentlich nicht? Er kannte Georgina von diesem Bild und sie hatte ihm gut gefallen. Was sprach also gegen dieses Treffen? Er w�rde kommen. Spontan schickte Nicky ihr eine SMS, dass alles glatt ginge und irgendwie f�hlte er sich danach richtig gl�cklich und zufrieden. Vielleicht wirkte dieser Liebeszauberspruch ja doch? Bei Bryan und Kerry hatte es ja dem Anschein nach auch funktioniert! Da Nicky aber zu m�de war um noch weiter dar�ber nachzudenken, beschloss er, angezogen wie er war ins Bett zu gehen. Und kaum lag er drin, da war er auch schon im Reich der Tr�ume und erwachte erst am n�chsten Morgen wieder. Verschlafen rieb er sich die Augen, ehe er auf die Uhr sah und feststellte, dass es schon verdammt sp�t war und er eigentlich schon l�ngst auf dem Revier h�tte sein m�ssen.
"Verdammt noch mal, jetzt bin ich Bryans d�mlichen K�rper los und komm trotzdem zu sp�t", fluchte er und eilte ins Badezimmer, wo er sich schnell frisch machte.
Ohne Fr�hst�ck oder sonst etwas sprang er ins Auto und fuhr los. Und wie durch ein Wunder war Bryan wirklich einmal nicht der Letzte, was Nicky immer noch spanisch vorkam. Im Revier traf er im Vorraum auch gleich auf Kerry und Bryan, die wie er seine Aussagen so schnell wie m�glich hinter sich bringen wollten. Letzten Endes gestaltete sich dies allerdings als nicht allzu wild und nachdem sie das Versprechen bekommen hatten, dass der Entf�hrer die n�chste Zeit definitiv hinter schwedischen Gardinen in Irland verbringen durfte, verlie�en sie erleichtert die Polizeistation. H�ndchenhaltend liefen Kerry und Bryan nach einer Verabschiedung voneinander zu ihrem Auto und Nicky traute seinen Augen kaum, als er sah, dass Kerry fahren durfte. Eine Frau hinter dem Steuer von Bryans Wagen, das war neu. Das war sogar sehr neu. Dieser Spruch von Prudence und Phoenix wirkte besser als er je gedacht hatte. Als die beiden aus seinem Blickwinkel verschwunden waren, beschloss auch er noch einmal schnell heimzufahren, ehe er sich mit Georgina treffen w�rde.

"Hi Nicky", begr��te Georgina ihn, als Nicky das Caf� betrat und sie an einem der vielen Tische sitzen sah. Sie hatte ihre Haaren offen, ein bauchfreies Top an und sah einfach nur gut aus. Nicky wich ihren Blicken nicht aus, als er auf sie zuging und musste auch weiterhin in ihre Augen schauen, als er seinen Stuhl zur�ckschob und sich darauf niederlie�.
"Hi", sagte er dann und fing an, unter dem Tisch seine Finger zu kneten, w�hrend Georginas zwei Eiskaffee bestellte.
"Ich freu mich so, dich wieder zu sehen", sagte Georgina verliebt und st�tzte den Kopf auf die H�nde. Nicky blickte zur�ck, nickte vertr�umt, obwohl er sie nie getroffen hatte, und sagte: "Ich mich auch." Nicky merkte, wie er sie die ganze Zeit angucken musste, steckte v�llig in Gedanken versunken seinen Strohhalm in den Mund und dachte: "Wow, ich hab mich verliebt."
"Hast du heute noch etwas vor?" fragte Georgina.
Nicky blickte erschrocken auf.
"�h... was? Nein! Wieso?"
"Ach, ich dachte, du k�nntest mit zu mir kommen..."
Nicky freute sich. Das war die Gelegenheit, Georgina noch ein wenig n�her kennen zu lernen. Er kannte sie kaum und hatte Lust, ein wenig mehr �ber sie zu erfahren, ein bisschen zu plaudern und nach dem, was Bryan schon mit ihr gemacht hatte, erwartete diese Frau auch bestimmt noch ein wenig mehr. Nach dem Zauberspruch war sie sich also ihrer Gef�hle bewusst und ihre Gef�hle galten ihm. Nicky schl�rfte den letzten Rest Kaffee aus seinem Glas, dann machten Georgina und er sich auf den Weg. Es war noch nicht sp�t und sie hatten viel Zeit...

Kerry hatte Molly ins Bett gebracht. Die Kleine hatte stundenlang auf dem Scho� ihres Vaters zugebracht, ihm die neuesten Geschichten von Winnie Pooh erz�hlt und gl�cklich mit ihren kleinen H�ndchen an Bryans Haaren gezogen. Bryan hatte das alles �ber sich ergehen lassen. Wie hatte er es vermisst, dass die Kleine an seinen Haaren zog?
Dann hatte Molly angefangen zu g�hnen. Mit einem Unschuldsl�cheln, das dem eines kleinen Engels glich, hatte sie geschworen, dass sie ganz bestimmt nicht m�de sei, aber Kerry hatte sie auf den Arm genommen und hoch in ihr Zimmer gebracht, w�hrend Bryan sich entspannt in die Sofakissen sinken lie�, um sich auszuruhen. Es war nicht zu fassen, was da passiert war. Es war stressig gewesen, aber bestimmt eine Lehre, die er und Nicky so schnell nicht wieder vergessen w�rden. Gewiss war es auch ein Abenteuer, das die beiden durchgemacht hatten und wenn Bryan jetzt, wo Kerry wieder an seiner Seite war, dar�ber nachdachte, dann musste er zugeben, dass die Sache relativ lustig gewesen war, abgesehen davon, dass er sich in einigen Momenten schon als Single und Nicky schon als tot gesehen hatte. Er wusste nicht, wie es mit Nicky stand, aber er glaubte, dass Georgina durchaus eine Frau nach Nickys Geschmack sein konnte...

Georgina kuschelte sich an Nicky, der neben ihr auf dem Bett lag und zufrieden an die Decke schaute. Er wendete seinen Blick jedoch ab, als er Georginas Wange an seiner sp�rte. Er blickte ihr in die Augen, die eine ungeheure W�rme ausstrahlten, die Nicky dazu brachte, Georgina zu k�ssen. Sie hatte wundervolle Lippen, mit denen sie seinen Kuss sofort erwiderte. Nicky wusste nicht, ob er sich daf�r sch�men sollte, dass er f�r einen kurzen Moment nicht an sie, sondern an Bryan dachte und ihm eine leises Danke schenkte.
"Nein, ich werde ihn doch nicht killen", dachte er sich, als Georgina ihn fester umarmte und noch ein St�ckchen n�her an sie heranrutschte.
Die Kerzen auf der Fensterbank und auf den beiden Nachttischen waren fast heruntergebrannt, als Georgina m�de die Augen schloss, zufrieden seufzte und einschlief. Nicky betrachtet sie, wie sie friedlich neben ihm lag, sogar im Schlaf l�chelte und aussah, wie ein Engel.
"Ich liebe dich!", fl�sterte er und wusste, dass mehr daraus werden w�rde. Die letzte Kerze ertr�nkte ihren Docht im hei�gewordenen Wachs, lie� noch ein paar winzige Rauchschwaden durchs Zimmer ziehen und dann war es dunkel. Nicky l�chelte.
"Ich liebe sie!", dachte er sich noch einmal und schlief zufrieden in ihren Armen ein.

"Gut, dass du mich abholst", rief Nicky Bryan entgegen, als er auf das Auto zulief und Bryan sein Fenster runterkurbelte. Nicky rannte um das Auto herum und lie� sich neben Bryan auf dem Beifahrersitz nieder.
"Gott, wir haben ein Problem!", sagte er, als er sich angeschnallt hatte und Bryan, gespannt darauf, was Nicky zu sagen hatte, den Wagen in Gang setzte.
Bryan trat auf die Bremse und brachte das Auto mit quietschenden Reifen noch einmal zum Stehen.
"Wie bitte?" fragte er schockiert und starrte Nicky an.
"Ich sagte, wir haben ein Problem."
Bryan st�hnte. "Hab ich soweit verstanden, aber du willst mir nicht ernsthaft erz�hlen, dass wir schon wieder ein Problem haben... jetzt, wo wir doch gerade alle losgeworden sind. Du bist gl�cklich mit Georgina, ich hab meine Kerry wieder, ich kann aufs Klo gehen, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen und die Studioaufnahmen, die leider Gottes gleich wieder losgehen..."
"Du sagst es!", sagte Nicky. "Die Studioaufnahmen..."
"Nicky, k�nntest du mich bitte aufkl�ren?"
"Jo, das kann ich. Die Jungs und Louis erwarten leider immer noch eine Erkl�rung f�r das, was wir in den letzten Tagen angestellt haben."
Bryan st�hnte, schlug sich mit der flachen Hand vor die Stirn und lie� dann den Kopf auf das Lenkrad sinken: "Daran hatte ich gar nicht mehr gedacht."
"Bringt alles nichts, wir m�ssen uns was ausdenken. Auf jeden Fall k�nnen wir denen nicht noch einmal mit dieser Zauberbuchgeschichte kommen."
Bryan nickte. "Das k�nnen wir allerdings wirklich nicht. Die halten uns ja f�r total bescheuert."
Nicky grinste. "Vielleicht sollten wir sie in gelbe Regenw�rmer verwandeln..."
Bryan schrak auf. "Nicky, h�r auf mit dem Schei�!"
"Gut, du f�hrst jetzt erst mal weiter. Ich will nicht zu sp�t kommen und dann noch bl�de Geschichten erfinden."
Bryan fuhr weiter Richtung Studio, immer damit besch�ftigt, sich irgendetwas Dummes auszudenken, dass die anderen glauben w�rden.
"Okay", sagte er. "Damit ich das mal kurz zusammenfassen kann: Wir brauchen eine Erkl�rung f�r komisches Verhalten, pl�tzliche Beziehungsprobleme, die sich dann doch ganz von alleine kl�ren, f�r eine Entf�hrung, eine Verfolgungsjagd, eine Gerichtsverhandlung..."
"Bryan, h�r auf!"
"Vielleicht sollten wir noch mal zu Prudence und Phoenix und... hex, hex.", �berlegte Bryan, der daran dachte, einfach alle mit einem Vergessenszauber zu belegen.
"Nee, lass es, das bringt nur noch mehr Probleme. Ich werde nie wieder einen Zauberspruch gebrauchen und wenn es mein Leben retten k�nnte!"
"Okay, dann m�ssen wir uns eben was einfallen lassen." Nicky stimmte ihm zu.
"Gut, fangen wir an..."

"Glaubst du ernsthaft, die kaufen uns das ab?"� fragte Nicky, als er und Bryan gemeinsam die letzten Stufen zum Studio hinaufstiegen.
"Nee, nicht wirklich, aber wir sollten es trotzdem versuchen."
"Und was ist, wenn die uns nicht glauben?"
Bryan blieb abrupt auf der Treppe stehen, drehte sich zu Nicky um und schrie: "Halt die Klappe Nicky... BITTE!"
Bryan ging weiter, Nicky folgte ihm und als beide vor der T�r standen, verharrten sie eine Sekunde, die Nicky wie eine Ewigkeit vorkam, Stunden.
Doch dann schubste er Bryan ein St�ck vorw�rts und sagte: "Na los."
Bryan �ffnete die T�r, ging ins Studio und zog Nicky, der sich doch noch ein wenig wehrte, mit hinein. Nat�rlich waren schon wieder alle da. Sogar Louis, der wahrscheinlich auch nur gekommen war, um sich eine Erkl�rung abzuholen.
"Morgen!", sagte er, ohne eine Bemerkung �ber die kleine Versp�tung fallen zu lassen, was auch nur bedeuten konnte, dass er eine Entschuldigung f�r etwas ganz anderes haben wollte.
Bryan trat von einem Fuss auf den anderen und biss sich auf die Lippe, w�hrend Nicky unruhig auf den Fingern�geln herumbiss.
"Also!", sagte Louis, verschr�nkte die Arme und machte ein aufforderndes Gesicht. Bryan lie� seine Blicke von einem zum anderen gleiten. Von Louis, zu Mark, dann zu Shane und letztendlich zu Kian.
"Ja... �hm... also...", druckste Nicky herum und Bryan f�gte hastig hinzu: "Dann k�nnen wir ja anfangen!" Er grinste breit und wollte sich zu den anderen setzen, als Louis seine Hand nahm, sie auf Bryans Schulter legte und ihn zur�ck schob.
"Du wirst anfangen."
"Womit?" fragte Bryan und versuchte noch einmal, abzulenken, was sich wahrlich als keine gute Idee erwies. Louis wurde ein wenig ungehalten und schrie: "Mir zu erkl�ren, was da los war. Die ganzen letzten Tage und besonders diese eine Nacht, wo wahrscheinlich ganz Dublin mitbekommen hat, dass Mr. Bryan McFadden und Mr. Nicky Byrne von der Polizei verfolgt wurden, ganz zu schweigen von der ja nun etwas merkw�rdigen Gerichtsverhandlung, die darauf folgte..." Louis holte tief Luft, um fortzufahren, doch Bryan stoppte ihn.
"Tut mir leid, wenn ich dich unterbreche, aber darf ich dich korrigieren? Es hat nicht ganz Dublin mitbekommen, dass wir verfolgt wurden. WIR nicht!"
"Wie bitte?", fragte Louis in einen wirklich ungl�ubigen Ton, der Bryan ernsthaft Sorgen machte.
"Du willst mir also erz�hlen, dass du mit einem ja nun doch etwas �berh�htem Tempo durch Dublin rast und nicht mal merkst, dass die Polizei mit Blaulicht immer hinter dir herf�hrt, bis ihr aus Dublin raus seid? Nicht zu vergessen das Chaos, was darauf in diesem Haus ausserhalb Dublins passiert ist und die Entf�hrung aus dem Krankenhaus..." Bryan nickte eifrig und versuchte, einen Unschuldsblick aufzusetzen, der weder bei Louis, noch bei den anderen, die ein wenig irritiert auf dem Sofa sa�en, ankam.
"Es war aber wirklich so. Wir hatten eine Verabredung au�erhalb Dublins und als wir ausstiegen, da war da die Polizei und irgendwie..." Nicky stockte und Louis nutzte die Gelegenheit, ihm dazwischen zu kommen.
"NICKY! BRYAN! Ich will eine Erkl�rung! SOFORT!" Bryan zog den Kopf ein, als w�rden Louis Worte wie Feuerflammen auf ihn einschlagen. Als er fertig war, schaute er kurz auf, wollte etwas sagen, doch weder ihm, noch Nicky kam irgendetwas �ber die Lippen, als es pl�tzlich knallte und Louis sich schlagartig umdrehte. Hinten im Studio flogen ein paar Funken durch die Luft, dann stieg ein wenig Rauch auf und ein widerlichrer Gestank zog zu ihnen her�ber. Dann wurde es dunkel.
"Verdammt, was war das?" fragte Louis und tastete sich voran.
"Vielleicht eine Sicherung?!", sagte Shane und Nicky h�rte, wie er sich vom Sofa erhob und die T�r suchte. "Oder irgendein Kabel ist durchgebrannt."
"Halte ich f�r wahrscheinlicher", f�gte Mark hinzu und huste. "Das stinkt ja wiederlich."
Bryan r�mpfte seine Nase und schnupperte. Mark hatte Recht, es stank wirklich f�rchterlich nach irgendetwas undefinierbaren, aber Bryan kannte diesen Geruch. Vorsichtig ging er einen Schritt zur�ck, stie� Nicky an und fl�sterte: "Riech mal."
Bryan nahm wahr, wie Nicky, wie ein Kaninchen die Luft in kleinen Sch�ben einsog und dann sagte: "Na toll. Hatte ich mal erw�hnt, dass ich nie wieder einen Zauberspruch benutzen will?"
"Hey, die gute Nachricht ist, dass du ihn gar nicht benutzt hast und die schlechte ist, dass die beiden uns damit kein bisschen geholfen haben."
Pl�tzlich ging das Licht wieder an. Shane stand in der T�r und grinste. "War eine Sicherung, aber ich glaube, das Mischpult da k�nnen wir vergessen."
Alle drehten sich um und sahen das durchgeschmorte Kabel.
"Das ist schnell ausgetauscht", sagte der Produzent, der sich bis jetzt noch gar nicht ge�u�ert hatte.
"Gut!", sagte Louis und wandte sich den Jungs zu. "Dann w�rde ich sagen, dass ihr euch jetzt an die Arbeit macht und ich gehe meinen Kram erledigen."

"Wie bitte?" fragte Bryan, worauf Nicky ihm auf den Fuss trat.
"Ach, schon gut", f�gte er schnell hinzu, als Louis gerade etwas sagen wollte. Er verlie� den Raum und Bryan fragte: "Hab ich jemals gesagt, die beiden h�tten uns nicht geholfen?"
"Ja, hattest du, aber ich glaube, du hast es gar nicht so ernst gemeint!!!"
Beide mussten lachen, als der Produzent alle zur Arbeit aufforderte.

"Boa, ich bin geschafft"� sagte Shane, als alle Arbeit getan war. Er war der erste, der das Studio verlie�, dicht gefolgt von Kian. Dann kam Mark.
Nicky legte seinen Arm um Bryan und sagte: "Wei�t du, manchmal ist hexen und zaubern vielleicht ganz lustig."
"Wie bitte?" fragte Bryan und stoppte auf der Treppe.
"Ich sagte, dass das manchmal ganz lustig sein kann. Mal ehrlich, glaubst du wirklich an alles?"
"Wie meinst du das?"
"Na wir k�nnten doch mal ausprobieren, ob das wirklich alles klappt."
"Hm...", machte Bryan.
"Willst du?" fragte Nicky, griff in die Hosentasche und holte einen wei�en Zettel heraus, der irgendwo mit dem Computer ausgedruckt wurde.
"Was ist das?" fragte Bryan und wollte Nicky den Zettel aus der Hand rei�en, doch Nicky war schneller und zog ihn weg.
"Hab ihn bei Prudence auf dem Tisch gefunden. Komm, den hat sie irgendwo aus dem Internet, wo sollten wir denn hinkommen, wenn sich da mal eben jeder was zum rumhexen holen k�nnte."
"Okay, und was hast du vor?" fragte Bryan, dem nicht wohl war, bei dem Gedanken, morgen wieder in Nickys K�rper aufzuwachen.
"Wir lesen ihn gemeinsam und gehen dann nach drau�en, um festzustellen, dass alles noch in Ordnung ist."
"Okay", gab Bryan sich geschlagen und Nicky hielt den Zettel so, dass Bryan ihn sehen konnte.
"Also los, guck dir diesen Quatsch hier an", sprach Nicky ihm noch einmal Mut zu und die beiden fingen an zu lesen. Der Spruch war nicht lang, f�nf Zeilen vielleicht und als die beiden geendet hatten, steckte Nicky den Zettel wieder in die Hosentasche und ging mit Bryan weiter die Treppen hinunter.
Bryan �ffnete die T�r, trat ins Freie und blickte sich um. Nicky stellte sich neben ihn, ergriff Bryans Hand, die zitterte und feucht wurde. Nicky dr�ckte sie zusammen. Was er da sah war blau. Blaue B�ume, die die blauen Strassen s�umten, blaue H�user, blaues Gras, das in den Vorg�rten wuchs, blaue Blumen, blaue Str�ucher.
"NEIN", schrieen Nicky und Bryan gleichzeitig als sich im Westen �ber den D�chern Dublins, der blaue Feuerball der Abendsonne langsam niedersenkte und dann v�llig verschwand.

THE END!

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