Die Story ist f�r meine Cousine, die der gr��te Nicky-Fan ist, den ich kenne und sich sicher �ber eine Story freuen wird, in der Nicky die Hauptrolle spielen darf, ohne schwul zu sein(nichts gegen shnicky, die Story ist klasse)!

Marlene, hab dich ganz doll lieb!

Mareike!

 

I�ve killed somebody

 

Auf dem Weg ins Studio sprach ihn eine Frau an. Sie war um die zwanzig und stellte sich als Kathy vor. Ob sie ein Autogramm haben k�nnte, fragte sie und hielt ihm ein St�ck Papier hin. Doch Nicky ging weiter. "Nein, nicht jetzt", sagte er genervt. Er f�hlte sich nicht gut und war nicht in der Stimmung f�r so etwas. Au�erdem musste er in wenigen Minuten im Studio sein. Schnell ging er weiter und lie� die Frau auf der Stra�e stehen.

 

"Nicky, verdammt! Jetzt konzentrier dich doch mal. Es kann doch nicht angehen, dass du diesen einen Part nicht hinbekommst!" Louis schlug mit der flachen Hand auf das Mischpult und schaute Nicky b�se an. Nicky wollte wiedersprechen. "Aber...", fing er an, doch Louis lie� ihn nicht zu Wort kommen. "Nichts ABER. Das Album ist fast fertig und uns fehlt nur noch dieser eine Song. Du versuchst jetzt seit geschlagenen drei Stunden diese Strophe zu singen. Wie sollen wir das jemals schaffen?" Louis wartete erst gar nicht auf eine Antwort. Er schaute zu Shane, Bryan, Mark und Kian her�ber. Die hingen alle irgendwo herum und waren todm�de. Louis schaute auf die Uhr. Schon fast eins. Drau�en war es stockdunkel.

"Okay Jungs, wir machen morgen weiter. Morgen klappt es bestimmt besser." Vielleicht sollte es eine Aufmunterung sein, aber bei dem Blick und dem Tonfall klang es eher wie eine Drohung. Nicky wagte es nicht, Louis in die Augen zu sehen. Er nahm die Kopfh�rer ab und legte sie beiseite. Dann rieb er sich einmal die Augen und g�hnte. Er war superm�de und Kopfschmerzen hatte er auch noch. Vielleicht sogar Fieber. Aber Louis war das anscheinend egal und deshalb versucht Nicky auch gar nicht, ihm die Situation zu erkl�ren. Als er sich umschaute, merkte er, dass au�er ihm und Louis niemand mehr da war. Die anderen waren bestimmt sofort nach hause gefahren, nachdem Louis Feierabend angek�ndigt hatte. Schnell suchte Nicky seine Jacke und verlie� das Studio.

Drau�en auf dem Flur stand Bryan. Er lehnte mit dem R�cken an der Wand und schien auf ihn zu warten.

"Bryan, was machst du denn noch hier?", fragte Nicky erstaunt und ging auf seinen Kumpel zu. "Ich dachte, du w�rst l�ngst bei deiner Familie."

"Nicky, du sollst doch nicht denken", scherzte Bryan.

"Haha, sag mal, bist du immer noch nicht m�de? Ich wei� gar nicht, wie du das immer machst!"

"Wei� ich auch nicht, aber ich dachte, ich warte auf dich. Soll ich dich mitnehmen?"

Nicky guckte ihn verdutzt an und fragte: "Wieso? Ich hab doch mein Auto hier."

"Ja schon, aber ich finde, du siehst gar nicht gut aus. Louis scheint das nicht bemerkt zu haben, aber hast du nicht das Gef�hl, dass du krank bist?"

Nicky �berlegte kurz. "Doch, ich hab mich schon den ganzen Tag nicht gut gef�hlt, aber Louis versteht das einfach nicht. Ich kann halt nicht singen, wenn ich Kopfschmerzen hab und mich nicht gut f�hle."

Bryan nickte zustimmend.

"Tu nicht so, du w�rdest es auch dann schaffen", meinte Nicky.

"Das ist gar nicht wahr. Jetzt sei doch nicht beleidigt. Ich w�rde sagen, dass du jetzt gleich ins Bett gehst und dann geht es morgen auch besser."

Nicky atmete auf. "Danke Bryan, bei Louis klang das eben wie eine Drohung."

"Ja, das hab ich auch mitgekriegt. Aber was ist. Kommst du jetzt mit? Mir ist echt nicht wohl bei dem Gedanken, dass du in deinem Zustand alleine durch Dublin f�hrst."

"Bryan, ich find�s echt nett, dass du dir Sorgen machst, aber ich denke, dass ich alleine fahre. Trotzdem danke f�r das Angebot."

"Wie du willst", meinte Bryan und ging zu den Treppen. Nicky r�hrte sich nicht vom Fleck.

"Was ist, willst du nicht auch nach hause?", fragte Bryan und blieb stehen. Nicky, der wohl gerade ganz woanders gewesen war, schreckte hoch. "Was?... Nein... �h, ich meine doch, ich gehe nur noch kurz zur Toilette.

"Okay, dann bis morgen!" Bryan winkte noch kurz und verschwand dann. Nicky h�rte drau�en auf dem Parkplatz noch eine Autot�r schlagen, dann machte er sich auf den Weg zur Toilette.

Als er sein Gesch�ft erledigt hatte, ging auch er zum Parkplatz. Die Nacht war klar und Nicky blieb kurz stehen, um die frische Luft zu genie�en. Aber gegen die Kopfschmerzen half das auch nicht. Also kramte er seine Autoschl�ssel aus der Hosentasche und stieg ins Auto. Er legte seine Lieblings CD in den CD-Player und drehte die Musik, die wenige Sekunden sp�ter aus den Boxen kam, etwas leiser. Dann steckte er den Schl�ssel ins Schloss und fuhr los. Bis auf das Auto von Louis war der Parkplatz leer. Er hatte das Gef�hl, ganz Dublin sei verlassen, aber als er Richtung Innenstadt fuhr, die er einmal durchqueren musste, wurde es voller. Viele Menschen kamen gerade aus den Pubs und einige waren auch erst auf dem Weg dort hin. Nicky beschloss, einen anderen Weg zu nehmen. Die Kopfschmerzen wurden fast unertr�glich und er hatte keine Lust, den Wagen gleich gegen das n�chste Stra�enschild zu setzen. Er bog links ab und landete nach ein paar Umwegen auf einer kleineren Stra�e, die er schon �fters genommen hatte, wenn ihm das Verkehrschaos in Dublin mal wieder zu viel wurde. Er fragte sich, in welchem Hotel sich Kian, Mark und Shane befanden. Bis Sligo war es ein ganz sch�nes St�ck und das mitten in der Nacht zu fahren war echt hart. Vor allen Dingen, wenn die Stra�en Richtung Sligo immer kleiner wurden und es dann auch noch regnete. "Regen", dachte Nicky, als die ersten Tropfen auf die Autoscheibe fielen. "Kann es denn einen Tag auch mal nicht regnen, wenn ich hier bin?" Genervt schaltete er die Scheibenwischer ein. Der Regen wurde heftiger. Nicky konnte kaum noch etwas erkennen, weil in dieser Gegend keine Stra�enlaternen standen. "Kopfschmerzen, Regen, Dunkelheit, M�digkeit ... was kommt denn noch?", fragte Nicky sich. Sein Handy klingelte. Nicky erinnerte sich, wie er es ins Handschuhfach gelegt hatte. "Mist", fluchte er und dachte daran, es einfach klingeln zu lassen. Aber was war, wenn es etwas wichtiges war? Nicky streckte die Hand aus, um an das Handschuhfach zu kommen. Mit der anderen Hand hielt er das Lenkrad fest. Abwechselnd schaute er immer wieder zur Stra�e und dann wieder zum Handschuhfach. Er hatte das Fach gerade aufbekommen, als sein Wagen pl�tzlich ins Schlingern geriet. Nicky erschrak, lie� vom Handschuhfach ab und schaute wieder auf die Stra�e. Seine Scheibenwischer arbeiteten auf Hochtouren, aber das einzige, was er sehen konnte, war eine Regenfront und eine Stra�e, die vor seinen Augen v�llig verschwamm. Das Handy klingelte immer noch und Nicky hatte das Gef�hl, dass es immer lauter wurde und das machte ihn ganz wahnsinnig.

Dann krachte es. Nicky sp�rte den Ruck und dann lief es ihm eiskalt den R�cken herunter. Der Wagen war zum stehen gekommen, aber Nicky sah nichts, weil es immer noch wie aus Eimer goss. Das einzige, was er erkennen konnte, war, dass es keine Hauswand oder etwas �bergro�es war, wo er vorgefahren war. Star bleib er eine Weile im Auto sitzen und r�hrte sich nicht vom Fleck. Was war passiert?

Erst nach einige Minuten wagte Nicky es, die Autot�r zu �ffnen und aus dem Auto zu steigen. Sofort war er klitschnass. Dann sah er es. Er war vor ein Auto gefahren. Ein Auto, das am Stra�enrand geparkt haben musste. Es war ein kleiner Wagen, der von Nickys Auto vor eine Hauswand gedr�ckt worden war.

"Totalschaden", sagte Nicky sich und ging langsam auf das Auto zu. "Gott sei Dank nur ein Auto", dachte Nicky, als er schon fast am Wagen war. Dann hielt er pl�tzlich inne. "Nur ein Auto." Dieser Satz kreiste in seinem Kopf umher. "Nur ein Auto", dachte Nicky und stockte. Pl�tzlich bekam er furchtbare Angst. Was war wen..." Nicky wagte es nicht, weiterzudenken. In dem Auto konnte einfach keine Person gesessen haben. Nicht hier und jetzt. Nicht in diesem Wagen.

Nicky wollte kehrtmachen und weiterfahren, aber der Gedanke, dass der Wagen vielleicht doch besetzt war lie� ihn nicht los. Irgendetwas in seinem tiefen Innersten zwang ihn dazu, weiter auf den Wagen zuzugehen. Vorsichtig sah er sich um. Sein Herz klopfte so laut, dass er das Gef�hl hatte, jeder w�rde es h�ren, auch, wenn er wusste, dass es nicht so war.

Mit langsamen Schritten und voller Angst, etwas schreckliches zu entdecken ging er auf die Fahrert�r zu. "Nicky, da ist niemand drin gewesen", versuchte er sich selbst zu beruhigen.

Das Auto war v�llig zerst�rt. Das wunderte Nicky, weil er so was nicht erwartet hatte. Denn wenn er sich seinen Wagen so ansah, dann hatte dieser nur einen kleinen Schaden an der Motorhaube von sich getragen. Die T�ren waren total eingedellt und die Scheiben hatten lauter Spr�nge. Au�erdem waren sie beschlagen. Langsam nahm Nicky die Hand hoch und fuhr �ber die Scheibe der Fahrert�r. Dabei fiel sie in sich zusammen. Nicky schrie auf.

Der Anblick war grauenvoll, der Gestank widerlich. Die Person klemmte hinter dem Steuer und blickte ihn mit kalten und leeren Augen vorwurfsvoll an.

Nicky sch�ttelte den Kopf und rieb sich die Augen. "Alles nur ein b�ser Traum", dachte Nicky und wartete mit geschlossenen Augen darauf, dass er endlich erwachen w�rde. Doch es geschah nichts. Es blieb still, der Regen lief ihm �bers Gesicht und der schreckliche Gestank, den er wahrgenommen hatte, als er in das Auto guckte, verflog auch nicht. Nicky �ffnete die Augen wieder. Ein Gef�hl, als ob er gleich kotzen m�sste, �berkam ihn. Die Person, die er da vor sich hatte, war ohne jeden Zweifel tot. �berall Blut. Mann konnte kaum noch erkennen, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelte. So schlimm war es. Nicky wollte wegschauen, aber es ging nicht. Irgendwas sagte ihm, dass er noch nicht gehen sollte. Aber Nicky wollte nicht bleiben. Er wollte weg von hier. Weg von diesem schrecklichen Ort, weg von der toten Person, der Person, die er umgebracht hatte. Nicky trat ein paar Schritte r�ckw�rts. Dann fiel er auf die Knie, schaute zum Himmel und schrie: "Neeeiiin!"

Wie lange er dort gesessen hatte, wusste er nicht mehr. Aber irgendwann hatte er einen Entschluss gefasst. Entschlossen stand er auf und lief zu seinem Auto. Niemand w�rde je erfahren, dass er �berhaupt hier gewesen war. Er w�rde nach hause fahren und das ganze irgendwann vergessen. Er startete seinen Wagen, der immer noch funktionierte und fuhr R�ckw�rts. Dann wendete er und fuhr nach hause.

Wenn er keine Kopfschmerzen gehabt h�tte, nicht diesen Anflug von Panik... Vielleicht h�tte er sich umgeschaut. Vielleicht h�tte er die Person gesehen, die sich noch in der Stra�e aufhielt. Diesen Schatten, der sich lautlos versteckt gehalten hatte und jetzt wieder in der Dunkelheit verschwand. Aber all das bekam Nicky nicht mehr mit. Noch immer schockiert, aber v�llig �berzeugt davon, dass niemand ihn gesehen hatte, kam er bei seinem Haus an.

Georgina war schon ins Bett gegangen. Nicky schaute auf die Uhr. Fast drei. Kein Wunder, dass sie nicht auf ihn gewartet hatte, aber Nicky nahm ihr das auch nicht �bel. Er ging leise ins Bad, lie� einmal kaltes Wasser �ber sein Gesicht laufen und ging dann ebenfalls ins Bett. Georgina w�lzte sich nur einmal kurz als Nicky das Zimmer betrat und sich neben sie legte. Doch sie schlief weiter. Nicky lag noch lange wach. Er wollte auch eigentlich gar nicht einschlafen. Er hasste schlechte Tr�ume und gar kein Schlaf war besser als ein schlechter Schlaf. Aber er konnte sich gegen seine M�digkeit nicht wehren und seine Augen vielen zu.

"Nicky, was war denn heute Nacht los", fragte Georgina am Fr�hst�ckstisch.

"Wieso?" Nicky wusste nicht, was sie meinte.

"Ja glaubst du, ich hab nicht mitbekommen, wie du die ganze Zeit so ein wirres Zeug gelabert hast. Au�erdem hast du dich die ganze Nacht unruhig gew�lzt und mir dauernd die Decke weggezogen.

Nicky fasste sich an die Stirn. Er f�hlte sich kein bisschen besser. Eher noch schlechter als am Tag zuvor.

"F�hlst du dich nicht gut?", fragte Georgina und machte ein besorgtes Gesicht.

"Ich f�hle mich miserabel und das war auch gestern schon so."

"Alptr�ume gehabt?" Nicky nickte.

"Bist du sicher, dass du heute ins Studio willst?"

Nicky war sich nicht sicher. Das hei�t, er war sich hundertprozentig sicher, dass er nicht wollte, aber er musste. Diesen einen Part, den musste er heute hinkriegen und wenn er erst gar nicht im Studio erscheinen w�rde, dann w�rde Louis Laune sich nur noch verschlechtern.

"Ja, ja, mach dir mal keine Sorgen. Ich schaff das schon. Au�erdem ist das heute der letzte Tag im Studio."

"Ja und dann das Konzert. Ich finde, du solltest dich mal ein wenig ausruhen." Nicky fand, dass Georgina recht hatte, aber aussuchen konnte er sich das ja schlie�lich auch nicht. Also sagte er Georgina, wann er ungef�hr wieder da sein w�rde, gab ihr einen Kuss und verschwand dann. Georgina zuckte mit den Schultern und r�umte dann den K�chentisch ab.

Als Nicky ins Studio kam, war nur Shane schon da. Wenig sp�ter tr�delten Kian und Mark ein. Es war genau acht Uhr.

"Wo bleibt Bryan denn schon wieder?", fragte Louis genervt und wollte auf die Uhr schauen, was er immer tat, wenn er nerv�s war. Doch Mark hielt seinen Arm fest. "Der kommt schon. Es ist erst acht."

Louis brummte daraufhin: "Ja und genau jetzt wollten wir uns hier treffen."

"Sag ich doch!"

"H�h? Willst du mich verarschen?", fragte Louis und verstand kein Wort. Nur Shane und Kian kicherten.

"Na h�r mal, wir k�nnen von Bryan doch nicht erwarten, dass er um acht da ist, wenn wir uns f�r acht Uhr verabredet haben, oder?" Shane und Kian lachten wieder. Louis verdrehte die Augen. "Mark, bitte. Reicht es denn nicht, wenn Bryan den ganzen Tag bl�des Zeug redet?" Louis drehte sich um und lief im Studio hin und her. Kian sch�ttelte den Kopf, w�hrend er Louis beobachtete. Shane und Mark unterhielten sich und Nicky schaute gedankenverloren aus dem Fenster. Der vorige Abend ging ihm einfach nicht aus dem Kopf.

Die T�r flog auf und Bryan kam herein. Louis blieb stehen, schaute auf die Uhr und wollte etwas sagen. Aber Bryan war schneller. "Ja, ja, ich wei�, 7 Minuten und 39 Sekunden zu sp�t. Tut mir echt leid, aber Molly wollte mich nicht gehen lassen, sie hat sich an mein Bein geh�ngt und nicht wieder losgelassen. Au�erdem war Chip pl�tzlich verschwunden und ich musste ihn erst suchen. Als ich ihn dann im Garten gefunden hab, hat Molly mir die Autoschl�ssel aus der Hosentasche geklaut und ist damit weggerannt. Chip hinterher. Als Kerry und ich sie verfolgt haben, sind in der K�che die Spiegeleier verbrannt. Also hab ich ihr geholfen, die Sauerei wieder wegzumachen. Molly hat w�hrenddessen die Autoschl�ssel im Garten versteckt und ich musste ihn suchen. Also bin ich in allen B�schen rumgekrochen und dabei ist dann meine Hose dreckig geworden. Also musste ich mir erst eine neue Hose anziehen und..."

Louis starrte ihn fassungslos an. "Soll das bedeuten, du hast jetzt 7 Minuten und 39 Sekunden vor der T�r gestanden, um dir diese Ausrede auszudenken?" Kian und Shane, die wohl heute besonders gut drauf waren, mussten wieder lachen. Mark sch�ttelte den Kopf. "Nein, er hat eine verdammt schlaue Tochter", sagte er und Shane konnte sich nicht mehr halten. "Schlauer als er."

Bryan verschr�nkte die Arme. "Sagt mal, k�nnt ihr das mal lassen. Bl�de Spr�che sind hier immer noch meine Aufgabe."

"Ja, und bl�de Ausreden auch." Shane hielt sich den Bauch vor lachen.

"Sag mal hast du Drogen genommen", fragte Bryan. Darauf bekam er keine Antwort. Louis wurde langsam ungeduldig. "Ist ja sch�n, dass ihr so gut drauf seid, aber k�nnen wir jetzt mal anfangen?"

Immer noch lachend bewegten sich die Jungs von der Stelle. Nur Nicky stand immer noch da und schaute aus dem Fenster. Erst als Louis sich vor ihn stellte und ihn mit b�sen Augen anfunkelte, ging auch er zu den anderen.

Auf Louis Anweisung hin ging Nicky wieder ans Mikrofon. Er atmete einmal tief durch und wartet auf Louis Zeichen.

"Bittesch�n", sagte der und Nicky fing an. Aber schon nach drei Silben lag er wieder daneben. Er f�hlte sich einfach noch nicht besser, was ja auch kein Wunder war, aber er konnte ja auch schlecht sagen: "Hey Louis, hab gestern jemanden umgebracht und kann mich jetzt unm�glich konzentrieren." Umgebracht, dieses Wort. Nicky wurde schlecht, aber Louis sah das nicht. "Noch mal", sagte er blo� und wurde langsam w�tend, denn Nicky schaffte es wieder nicht.

Nach einer Stunde hatte Louis genug. Er drehte sich um und sah zu den anderen. Die sa�en alle nebeneinander auf dem Sofa und schienen gar nicht zu bemerken, das Louis sie ansah. Shane spielte mit seinem Handy, Kian las eine Zeitschrift, Mark war am D�sen und Bryan war damit besch�ftigt ein Haus aus Bierdeckeln zu bauen. Wei� Gott, wie die Bierdeckel ins Studio kamen, aber Bryan war gerade dabei, die letzten zwei Bierdeckel auf die Spitze zu stellen und konzentrierte sich darauf wie auf eine schwere Matheaufgabe.

"Bryan, du machst das jetzt", rief Louis pl�tzlich.

Bryan schrak hoch, lie� die Bierdeckel fallen und das ganze Haus brach in sich zusammen. Bryan kratzte sich am Kopf und starrte auf den Haufen Bierdeckel, als wollte er sagen: Nanu, warum ist das denn jetzt passiert?"

"Bryan!" Louis wurde ungeduldig. Bryan schaute auf. "�h...was?"

"Ich sagte gerade, du sollst Nickys Strophe singen."

Bryan starrte noch einmal die Bierdeckel dann Louis an. "Aber warum..."

Louis st�hnte. "Ja wenn Nicky das nicht schafft, dann muss es eben jemand anders tun und ich habe mich daf�r entschieden, dass du dieser jemand bist."

Bryan war lustlos. "Kann das denn nicht ein anderer..."

"Bryan, wenn ich sage, du machst das, dann machst du es auch, ist das klar? Und jetzt erz�hl mir nicht, dass du heute morgen verbrannte Spiegeleier gegessen hast und deshalb nicht singen kannst."

Bryan schaute zu Boden. Er mochte Louis Humor ganz und gar nicht, aber er wusste, dass er selbst jetzt so etwas �hnliches gesagt h�tte. Doch dann erhob er sich vom Sofa und tauschte mit Nicky Pl�tze. Er nahm den Kopfh�rer und setzte ihn auf. Louis schaute ihn durch die Glasscheibe warnend an.

"Okay, du bekommst einen Probeversuch und beim zweiten Mal klappt es."

Bryan starrte Louis mit gro�en Augen an. Aber das sah Louis nicht. Also ob das das nat�rlichste der Welt w�re, widmete er sich schon wieder anderen Dingen. Bryan schaute r�ber zu seinen Kollegen. Die waren ebenfalls schockiert, konnten aber nur mit den Schultern zucken. Kian strecke ihm beide Daumen entgegen und formte mit seinen Lippen ein "Viel Gl�ck!"

"Was ist, machst du jetzt?" Das war Louis, der ihm das Zeichen zum Anfangen gab. Die Musik fing an und Bryan patzte. "Sag mal, was ist denn heute mit euch los? Bryan, beim n�chsten mal, oder gar nicht." Jetzt musste Bryan sich konzentrieren und das konnte er am besten, wenn er an Molly und Kerry dachte. Er schloss die Augen, lie� Louis weit hinter sich und lauschte der Musik. Dann stellte er sich vor, wie er das Lied nur f�r Molly und Kerry singen w�rde. Als er fertig war klatschte Louis in die H�nde. Dann schaute er Nicky an, aber der schaute weg. Bryan wagte es nicht, Louis oder Nicky in die Augen zu sehen. Warum verstand Louis nicht, dass es Nicky nicht gut ging. Jeder konnte mal krank werden und dann hatte Louis noch lange keinen Grund, dauernd so gemein zu sein.

Bryan lie� seine Blicke durch den Raum schweifen. Bei Louis hielt er inne. Ihre Blicke trafen sich. Louis sah sehr zufrieden aus und l�chelte Bryan zu. Doch Bryan l�chelte nicht zur�ck sondern setzte einen fiesen Blick auf und verpisste sich dann schnell auf die Toilette. Gegen�ber Nicky hatte er ein schlechtes Gewissen. Auf dem Klo schaute er in den Spiegel. Nichts au�ergew�hnliches. Er war nicht mal blass geworden. Er lehnte sich mit dem R�cken an die Wand und lie� sich dann auf den Boden sinken. W�rde Nicky, sein bester Freund beleidigt sein? Bryan machte eine w�rgende Handbewegung und dachte dabei an Louis. Er war sauer auf ihn, aber er hatte es einfach nicht fertig gebracht, irgendetwas zu sagen. Er wollte einfach nicht mit Louis reden.

"Wenn Blicke t�ten k�nnten", dachte Bryan und erinnerte sich daran, wie er Louis eben angeschaut hatte. Doch gleichzeitig w�nschte er sich, dass Louis es nicht gesehen hatte. Dann dachte er wieder an Nicky. Es geschah wirklich �u�erst selten, dass Bryan weinte, aber in diesem Moment konnte er die Tr�nen nicht mehr zur�ck halten. Schnell suchte er sich ein Papiertaschentuch und wischte sich die Tr�nen weg. Gerade noch rechtzeitig, denn wenige Sekunden sp�ter flog die T�r auf. Es war Nicky, der ziemlich schockiert war, als er Bryan dort auf dem Boden vorfand. Er blieb kurz stehen, um zu warten, wie Bryan reagieren w�rde, doch der schaute nur weg, weil er ganz rote und verweinte Augen hatte. Ohne etwas zu sagen lie� Nicky sich neben Bryan auf dem Boden nieder. Lange sagte niemand etwas. Dann blickte Bryan Nicky an. Nicky erschrak, als er Bryans Gesicht sah.

"Bryan, was ist denn los? Und warum bist du �berhaupt weggelaufen?"

"Das wei�t du nicht?" Nicky sch�ttelte daraufhin den Kopf. "Aber ich hab eben deinen Blick gesehen, als du Louis angeschaut hast. Du bist sauer auf IHN, kann das sein?" Bryan nickte. "Au�erdem hab ich ein schlechtes Gewissen." Nicky verstand nicht. "Wei�t du", fing Bryan an, es ihm zu erkl�ren. "Ich wollte diese Strophe nicht singen. Es war DEIN Part..."

"Ja, und ich hab ihn nicht hinbekommen. Ist doch klar, dass Louis irgendwann die Geduld verliert."

Bryan machte ein entsetztes Gesicht. "Ich glaub einfach nicht, dass du auf seiner Seite bist..."

"Das bin ich gar nicht", schnauzte Nicky. "Ich h�tte den Part gerne gesungen..."

"Siehst du. Und du h�ttest das auch geschafft. Jeder kann mal was haben, ob es nun eine Krankheit ist oder ein pers�nliches Problem, aber das versteht Louis nicht. Ich wei� nicht, was es bei dir ist und wenn du es mir nicht erz�hlen m�chtest, dann ist mir das egal, aber ich wei�, dass mit dir irgendwas nicht in Ordnung ist. Meinetwegen kann das Album eine Woche sp�ter rauskommen, wenn es dir dann wieder besser geht... Verstehst du jetzt, warum ich das Gef�hl hab, dir was geklaut zu haben."

Nicky nickte. "Trotzdem will ich nicht, dass du so viel dar�ber nachdenkst. Ich mache dir wirklich keine Vorw�rfe. Du hast eben super gesungen und ich glaube, manchmal ist es einfach besser ist, wenn...

"Gar nichts ist besser!"

Nicky merkte, dass es keinen Sinn hatte, mit Bryan dar�ber zu diskutieren. Bryan war schon immer ein Sturkopf gewesen und irgendwie konnte er ja auch verstehen, dass er sich Vorw�rfe machte, aber er wollte auch nicht, dass Bryan sich deshalb den Tag verderben lie�. Nicky stand auf und nahm Bryans Hand. Dann zog er ich auf die Beine. Bryan schaute ihn erwartungsvoll an und sagte: "Also wenn du mir was sagen m�chtest, dann kannst du jederzeit kommen."

"Danke Bry, aber im Moment m�chte ich nicht dar�ber reden." Bryan machte sich trotzdem Sorgen. "Ist etwas mit Georgina?" Nicky sch�ttelte den Kopf. Mit dieser Antwort gab Bryan sich zufrieden, denn es beruhigte ihn, wenn wenigstens mit Nickys Beziehung alles in bester Ordnung war. Denn etwas schlimmeres als Beziehungsprobleme konnte er sich nach seiner Krise mit Kerry vor ein paar Monaten einfach nicht vorstellen. Aber da irrte er sich.

"Nicky meldete sich noch einmal zu Wort. "Und, wei�t du jetzt, warum Frauen immer zu zweit aufs Klo gehen?" Bryan war verwirrt, schaute sich dann aber um. Alles war still. Niemand, der einen st�rte, keine l�stigen Weiber, die einen belauschten. Bryan musste lachen und selbst Nicky konnte f�r einen Moment wieder l�cheln.

Den Rest des Tages hatten die Jungs frei. Die Aufnahmen f�r das Album waren abgeschlossen und das Konzert in Dublin w�rde erst am n�chsten Abend stattfinden. Das Konzert war restlos ausverkauft und Louis hatte �berlegt, zwei weitere zu veranstalten, doch das musste warten, weil die Halle die n�chsten Wochen dauerbesetzt war.

Nicky war erleichtert. Er war froh, das es nur ein Konzert geben w�rde. Dann konnte er danach erst mal ausspannen und alles, was in den letzten Tagen passiert war verarbeiten, auch wenn er sich nicht ganz sicher war, ob ihm das je gelingen w�rde. Er hatte jemanden umgebracht. Er konnte es nicht fassen, dass er, Nicky, der doch sonst keiner Fliege etwas antun konnte, einen Menschen get�tet hatte und dann abgehauen war.

"Es war ein Unfall", sagte er sich, aber es half nichts. Was er getan hatte, besonders, dass er einfach weggefahren war, war einfach nicht zu entschuldigen.

Shane, Kian und Mark hatten es sich im Hotel gem�tlich gemacht. Alle hatten sich in Shanes Zimmer getroffen und taten irgendwie gar nichts. Der Fernseher lief, aber keiner interessierte sich f�r den Film, der da lief. War ja doch blo� eine �tzende Liebesschnulze, die keine richtige Story hatte. Kian schaltete um. "Kann denn nicht mal was vern�nftiges kommen?", fragte er und dr�ckte wie wild auf der Fernbedienung rum.

"Hey", rief Shane und riss ihm das schwarze Ding aus der Hand. "Sie kann nichts daf�r."

Kian verdrehte die Augen. "Oh, Entschuldigung liebe Fernbedienung." Mark musste lachen.

"Und was fangen wir jetzt mit dem Tag an?" Mark hatte Lust, was zu unternehmen. Keiner hatte eine Idee. In Pubs gehen, das machte erst Abends richtig Spa� und jetzt in die Stadt gehen, das w�rde mit einer nervigen Autogrammstunde enden.

"Nein Danke", sagte Shane als diese Vorschlag kam. "Wir k�nnten doch lieber Bryan oder Nicky besuchen. Hier im Hotel rumh�ngen bringt doch nichts."

Mark guckte skeptisch. "Also wenn ihr mich fragte, dann waren die heute beide nicht besonders gut drauf. Nicky hat irgendwas und Bryan hatte auch miese Laune, als er Nickys Part singen sollte. Wei� jemand, warum?" Shane nickte. "Ja, ich hab eben noch mit Nicky gesprochen. Was ER hatte, wollte er nicht sagen, aber er hat gesagt, dass Bryan ein schlechtes Gewissen gehabt h�tte, weil es ja immerhin Nicky Strophe gewesen ist."

"Na und, da kann Bryan doch nichts f�r. Au�erdem ist es auch Louis, der hier so miese Laune verbreitet. Wenn das so weiter geht, dann wird das alles in einem riesigen Streit enden."

"Ich w�sste ja nur mal gerne, was mit Nicky los ist", sagte Shane nachdenklich.

Kian sch�ttelte den Kopf. "Ich glaube, der braucht einfach mal seine Ruhe. Ich schlage vor, wir fahren zu Bryan."

Mit dem Vorschlag waren alle einverstanden und eine Viertel Stunde sp�ter sa�en sie in Shanes Auto und waren auf dem Weg zu Bryan.

"Mein Gott", st�hnte Shane, als sie zum f�nften Mal vor einer roten Ampel landeten. "An diesen Verkehr kann ich mich einfach nicht gew�hnen."

Erst nach einer halben Stunde kamen sie bei Bryan an. Shane parkte sein Auto in der Einfahrt und alle stiegen aus. Kian klingelte. Bei zweiten Mal �ffnete Bryan die T�r. Er machte ein erstauntes Gesicht, als er die drei sah und sagte. "Lange nicht gesehen. Da sind wir ja wieder vollst�ndig."

Kian machte daraufhin ein verdutztes Gesicht. "Wie, vollst�ndig. Nicky..."

"Der ist auch hier. Georgina ist nicht zu hause, Kerry ist mit Molly irgendwohin gefahren und da dachten wir, dass wir uns ja einen netten Nachmittag machen k�nnten."

Shane lachte. Als alle ihn fragend anguckten sagte er nur: "Na dann sind ja wohl alle Weiber ausgeflogen. Gil und Jessica sind in Sligo."

Nicky war inzwischen an der T�r erschienen und schob Bryan zu Seite, der daraufhin fast gestolpert w�re.

"Kommt rein", sagte Nicky und machte die T�r noch weiter auf. Dann brachte er Mark, Kian und Shane in Bryans Wohnzimmer. Bryan schaute ihnen nach und h�rte Nicky sagen: "Tja, wenn Bryan euch nicht reinbittet, dann muss es ja wohl jemand anders tun. Wollt ihr was trinken?" Bryan musste kichern. Er ging ins Wohnzimmer und sagte: "Nicky, vielleicht sollte ich dich als Diener einstellen. Du kannst meine G�ste empfangen, ihnen etwas zu trinken anbieten... ja und dann kannst du auch gleich die Betten frisch beziehen, Essen machen, putzen..." Nicky sprang vom Sofa auf und wollte sich auf Bryan st�rzen. "Halt dein �bergro�es Maul", rief er und sprang auf Bryans R�cken.

"Hey, unser Nicky ist ja wieder richtig gut gelaunt", rief Mark und klatschte anerkennend in die H�nde. Auf der Stelle lie� sich Nicky sinken und sagte gar nichts mehr. Wieder musste er an den Unfall denken. "Mord", dachte er. "Ich hab jemanden umgebracht." Als er merkte, dass die Tr�nen nicht mehr lange auf sich warten lassen w�rde, rannte er schnell ins Bad und schloss sich ein. Schockiert starrten Mark, Kian, Shane und Bryan ihm hinterher.

"Hab ich was falsches gesagt?", fragte Mark.

Bryan zuckte mit den Schultern. "Ich wei� nicht. Nicky hat irgendwas und ich glaube, du hast ihn gerade daran erinnert."

"Schei�e", sagte Mark leise. Shane klopfte ihm auf die Schulter. "Ach, mach dir nichts draus, du kannst dich auch nichts daf�r."

Kian wurde langsam ungeduldig. "Ich frage mich, wer hier �berhaupt f�r was schuldig ist. Alle sind schlecht gelaunt, kloppen sich mit Louis und sind den ganzen Tag am rumheulen..."

"Woher wei�t du, dass er heult?", fragte Bryan.

"Ach komm, so was sieht doch �n Blinder. Und als du heute mit Nicky von der Toilette gekommen bist, hattest du auch geweint. Das hab ich doch gesehen."

"Hast recht", gab Bryan zur�ck und senkte seinen Blick.

"Und was machen wir jetzt?", fragte Shane und fischte eine Zeitung "The Irish Times" von Bryans Couchtisch. Die T�r ging auf. Nicky kam wieder herein. "Was war los?", fragte Mark. "Hab ich eben was falsches gesagt?"

Nicky sch�ttelte den Kopf. "Sorry, wenn es so aussah, aber ich musste lediglich aufs Klo." Die anderen glaubten ihm nicht, weil Nicky ziemlich rote Augen hatte. Doch keiner sagte etwas. Die Stimmung war sowieso schon voll down und das Bed�rfnis nach noch mehr Streit hatte wirklich keiner.

Shane bl�tterte immer noch gedankenverloren in der Zeitung rum. Auf einer Seite blieb er h�ngen. "Oh mein Gott, wenn ich mir vorstelle, das w�re mein Auto", sagte er pl�tzlich und studierte das Bild, was in der Zeitung war.

"Zeig mal her", sagte Kian und riss ihm die Zeitung aus der Hand. Als er das Bild gesehen hatte, nickte er. "Stimmt, wenn dein Auto so aussieht, dann ist das wirklich wichtiger als Gil."

"Haha", sagte Shane und las sich den Artikel durch. Auch die anderen waren interessiert. Alle hockten sich hinter Shane und lasen. Nicky war schockiert, als er das Bild sah.

Das Auto. Der Geruch der Laiche kam Nicky wieder in die Nase und er hatte das Gef�hl, von ihr verfolgt zu werden.

"Nicky, was ist los", fragte Shane besorgt, als er sah, dass Nicky kreidebleich geworden war. "Du bist doch sonst nicht so sensibel. Hier ist nicht mal ein Bild von der toten Person, die in dem Auto gefunden wurde."

Das reichte. Nicky rannte wieder auf die Toilette. "Bild, haha. Wenn du w�sstest, dass ich auch so wei�, wie es aussah. Wenn du w�sstest...", dachte er. Gerade noch rechtzeitig erreicht er die Toilette. Dann musste er sich �bergeben.

Ohne zu fragen, was denn los sei, hatte Shane Nicky nach hause gefahren. Nicky hatte sich sofort ins Bett gelegt und war auf der Stelle eingepennt. Die anderen warteten w�hrenddessen bei Bryan.

"Ich wei� gar nicht, was los ist. Irgendwas hat der doch. Ich hoffe nur, dass es nicht wegen Georgina ist." Kian wusste gar nicht, was er davon halten sollte.

"Quatsch", meinte Mark. "Deswegen kotzt man doch nicht gleich nur, weil man so einen Zeitungsartikel hier sieht. Er deutete auf die Zeitung, die immer noch aufgeschlagen auf dem Tisch lag. Bryan sch�ttelte den Kopf. "Nein, es ist nicht wegen Georgina." Kian und Mark schauten ihn fragend an. Bryan wollte gerade erz�hlen, was auf der Toilette vorgefallen war, als Shane wieder kam.

"Nicky liegt im Bett", sagte er und setzte sich zu den anderen. "Was hat er blo�?"

"Das wollte Bryan uns gerade erkl�ren" meinte Kian.

"Das will ich gar nicht", schnauzte Bryan und Kian wich einige Zentimeter zur�ck.

"Sorry", sagte Bryan. "Ich hab lediglich gesagt, dass es nichts wegen Georgina ist. Das hat er jedenfalls gesagt, als ich mich mit ihm unterhalten hab. Was jetzt letztendlich los ist, wollte er nicht sagen."

"Dann k�nnen wir es auch nicht �ndern. Wir k�nnen nur hoffen, dass es ihm morgen wieder besser gibt. Louis ist sowieso schon schlecht gelaunt. Wenn das Konzert jetzt auch noch schief geht, dann will ich gar nicht wissen, was er mit uns macht." Keiner protestierte. Diese schlechte Laune machte einfach alle fertig.

"Und jetzt?", fragte Shane, als sie eine Weile schweigend auf Bryans Sofa gesessen hatten. Keiner sagte etwas. Der Tag war sowieso verdorben und keiner war jetzt besonders unternehmungslustig. Kian, Mark und Shane verabschiedeten sich von Bryan und machten sich wieder auf den Weg zum Hotel. Bryan lie� sich wieder aufs Sofa fallen und starrte auf die Uhr. Die einzigen, die ihn jetzt noch aufmuntern konnten, waren Kerry und Molly.

Die kamen nach einer Stunde. Als es klingelte rannte Bryan sofort zur T�r und begr��te seine zwei M�dels. Kerry hatte Molly auf dem Arm, lie� sie aber sofort runter und warf sich um Bryans Hals. Bryan w�re fast hinten r�ber gefallen, als Kerry sich so auf ihn st�rzte. Molly lachte. Bryan ging mit den beiden ins Wohnzimmer. Dort standen noch lauter Colaflaschen.

"Was war denn hier los?", fragte Kerry, als sie das Chaos auf dem Tisch sah.

"Wer ist denn wohl f�hig, so was anzurichten", fragte Bryan und lachte. Auch Kerry lachte. "Ach, ich denke da an so f�nf Typen..."

"Da hast du v�llig recht!"

"Und ihr habt "Cola" getrunken?" Kerry konnte es nicht fassen. Bryan zuckte mit den Schultern. "Na ja, wir wollten eigentlich noch los heute Abend und da wollten wir uns nicht schon vorher betrinken. Aber der nette Abend hat sich jetzt auch erledigt."

"Wie erledigt."

"Ach, ich wei� auch nicht. Alle sind schlechter Laune, keiner wei�, was mit Nicky los ist und Louis ist auch nur noch am rummotzen."

Kerry machte ein mitleidiges Gesicht. "Mit anderen Worten: Krise bei allen?" Bryan nickte.

"Egal, das wird schon wieder. Und daf�r hab ich jetzt den ganzen Abend f�r EUCH Zeit." Kerry freute sich. Dann machte sie Essen, w�hrend Bryan versuchte, Molly zu zeigen, wie man einen Tisch deckte. Hoffnungslos. Molly fand es nur witzig, dauernd an der Tischdecke zu ziehen und Bryan gab auf.

Als Georgina nach hause kam, war das Haus wie verlassen und als sie klingelte, machte niemand auf. Also zog sie ihren Hausschl�ssel aus der Tasche und schloss die Haust�r auf. Im Haus war es v�llig still. Georgina wunderte das, denn Nicky m�sste eigentlich schon wieder zu hause sein. Doch dann fand sie Nickys Schuhe im Flur. Auch wenn sie sich nicht ganz sicher war, welches von seinen zigtausend Schuhpaaren er heute angehabt hatte, sie suchte ihn. Als sie das Schlafzimmer betrat l�chelte sie. Es sah einfach zu s�� aus, wenn Nicky schlief. Er l�chelte dabei immer so niedlich. Sie schloss die T�r wieder und lie� ihn weiterschlafen. Unten im Flur klapperte es. Die Post war gekommen. Georgina seufzte und ging in den Flur. "Na toll", st�hnte sie, als sie den Haufen Fanpost sah, der mal wieder f�r Nicky gekommen war. Sie nahm den Haufen mit in die K�che und sortierte die ganzen Fanbriefe aus. Die anderen Briefe, Rechnungen, Post von Verwandten und �hnliches, legte sie auf den K�chentisch. F�r Nicky war ein besonders komischer Brief gekommen. "Nicky Byrne", mehr stand auf dem Brief nicht drauf. Georgina hatte ihn beiseite gelegt, weil er ihr irgendwie komisch vorkam. Sie w�rde ihn Nicky geben, wenn er aufgewacht war. F�r sie war eine Ansichtskarte von einer Freundin bekommen. Neidisch betrachtete sie den Palmenstrand. "Wir sollten mal wieder Urlaub machen", sagte sie und seufzte. Um die Rechnungen w�rde sie sich sp�ter k�mmern. Sie hatte riesigen Hunger und wollte ebenfalls Essen machen. Weil sie gemerkt hatte, dass es Nicky nicht so gut ging, beschloss sie, ihm sein Lieblingsessen zu kochen.

Nicky r�mpfte die Nase. Wie ein Schwein, das gerade bemerkt hatte, dass es Futter gab. Er �ffnete die Augen und schnupperte. "Georgina, du bist ein Schatz", sagte er leise und kroch aus dem Bett. Als er am Spiegel vorbei kam erschrak er. Er hatte ziemlich geschwitzt. Hatte er Alptr�ume gehabt? Er konnte sich an nichts dergleichen erinnern. War ihm aber auch egal. Zum ersten mal, seit dem letzten Abend hatte er wieder richtig Hunger und hastete die Treppe runter. Georgina erwartete ihn schon.

"Du bist ein Schatz", wiederholte er laut und umarmte sie. Georgina l�chelte und die beiden k�ssten sich.

"Hier ist ein Brief f�r dich gekommen", sagte Georgina und holte ihn. Nicky riss die Augen auf. "EINER? Das ist Tiefenrekord." Georginas lachte. "Quatsch, ich meine au�er dem Haufen Fanpost, der da vorne liegt.

"Ach so", sagte Nicky und betrachtete den Brief, den Georgina ihm gegeben hatte. Georgina z�gerte. "Ich wei� nicht, ob es ein Fanbrief ist, aber er sah mir so komisch aus." Nicky nickte. "Ich k�mmere mich nach dem Essen drum."

Nicky betrachtet den wei�en Umschlag. Georgina war noch in der K�che zugange und er hatte sich mit dem Brief ins Wohnzimmer gesetzt. Vorsichtig �ffnete er den Brief. In dem Umschlag steckte nur ein kleiner wei�er Zettel auf dem nur ein einziger Satz stand:

DU HAST IHN UMGEBRACHT!

Nicky wollte schreien, aber er brachte kein Wort �ber die Lippen. Er schaute sich um, obwohl er wusste, dass sich niemand im Raum befand. Georgina hatte mit dem Tellergeklapper aufgeh�rt und fragte: "Was war den das f�r ein Brief?"

Nicky bekam feuchte H�nde. "Ach... es..." Jetzt blo� nicht stottern. "War doch ein Fanbrief", log er. "Keine Ahnung, wie der hier hin gekommen ist." Schnell steckte er den Brief in die Tasche uns verschwand damit im Schlafzimmer.

Wollte sich da jemand einen dummen Scherz erlauben? Nein, das w�re ja ein doofer Zufall. Aber wer hatte ihn gesehen? Er war sich so sicher gewesen, dass er alleine in der Stra�e gewesen war. Er war fest �berzeugt davon, dass ihn niemand gesehen haben konnte, doch jetzt bekam er Angst. Irgendwer war da gewesen. Irgendwer hatte ihn gesehen und er hatte auch gesehen, dass er gegen das Auto gefahren war. Schwei�tropfen traten ihm auf die Stirn, sein Herz schlug bis zum Hals und sein Atem ging unregelm��ig und schnell. Er nahm den Brief noch einmal aus der Tasche und las ihn sorgf�ltig durch. Immer wieder, aber die Buchstaben standen nun mal so, wie sie waren und sie ergaben diesen einen Satz: Du hast ihn umgebracht. Schnell steckte Nicky den Zettel weg. Er wollte nicht sehen was da stand. Denn es war die Wahrheit und die konnte er nicht ertragen. Doch er wusste, dass er dieser Wahrheit nicht entfliehen konnte. Georgina kam rein. "Nicky, was ist los?", fragte sie. "Du siehst krank aus."

"Ich bin krank", log Nicky. Dann legte er sich ins Bett und fiel in einen unruhigen Schlaf.

Am n�chsten Morgen hie� es fr�h aufstehen. Vor dem Konzert, auf dem schon St�cke von dem neuen Album gesungen werden sollten, waren noch eine Menge Fotoshootings und Interviews zu erledigen. Nicky hatte im Gegensatz zu den anderen schlecht geschlafen. Dauernd hatte er Alptr�ume von dem Unfall. Als er sich am Morgen im Spiegel anschaute, hatte er Ringe unter den Augen und war blass. "Kann man nichts dran �ndern", sagte er sich und verlie� das Zimmer. Eigentlich hatte Georgina gesagt, er solle sie wecken, aber als Nicky sah, wie sch�n sie schlief, wagte er es nicht, sie wachzur�tteln. Er ging in die K�che, machte sich Fr�hst�ck und schrieb dann noch einen Zettel f�r Georgina:

Hi Schatz!

Sorry, dass ich dich nicht geweckt hab, aber du hast so sch�n geschlafen, ich hab es einfach nicht �bers Herz gebracht. Mach dir einen sch�nen Tag, wir sehen uns heute Abend. Tausend Bussis,

Nicky!

Er legte den Zettel auf den K�chentisch und ging zur Haust�r. Vor der T�r lag ein Brief. Nicky brach wieder der Schwei� auf der Stirn auf. Es war genau der gleiche Umschlag, genau die gleiche Schrift wie auf dem Brief gestern. Nicky hob ihn auf und wollte ihn wegschmei�en. Doch er konnte nicht. Einerseits wollte er gar nicht wissen, was drin stand, doch andererseits brannte er darauf. Also �ffnete er den Brief. Wieder ein kleiner wei�er Zettel im Umschlag. Wieder nur ein Satz: HEUTE ABEND WIRST DU B��EN!!!

Nicky bekam angst. Heute Abend, da war das Konzert. Wenn der Schreiber es ernst meinte. Nicky wollte nicht weiterdenken.

Die Gedanken an die ganzen Termine heute waren grauenvoll. Wie sollte er das alles schaffen, wenn doch schon so ein bl�der Songtext nicht klappte? Und jetzt auch noch eine Drohung. Er musste einfach mal f�r einen Tag vergessen, was passiert war. Aber das war nicht einfach.

Die anderen erwarteten ihn bereits. Sie hatten sich vor dem Hotel, in dem Mark, Kian und Shane �bernachtet hatten, verabredet. Selbst Bryan war schon da.

"Was, ich bin der letzte?", fragte er. Bryan verstand die Anspielung und tat beleidigt. Doch es blieb keine Zeit zum rumalbern. Louis kam, sah das alle da waren und verfrachtete alle in den Van, der schon vor dem Hotel wartete und sie fuhren los.

"Gut, dass es noch so fr�h ist", sagte Louis, der erleichtert war, das noch um diese Urzeit noch keine Fans vor dem Hotel warteten.

Dann ging es ab zu den Interviews. Nach dem F�nften fragte Mark sich langsam, wie viele denn noch kommen w�rden, aber es schien kein Ende zu nehmen.

Nicky qu�lte sich mehr oder weniger durch die ganzen Studios, in denen auch �tzend viele Fotos gemacht wurden. Bei den Interviews verhielt Nicky sich still und sagte gar nichts und auch wenn die ganzen Reporter mal versuchten, irgendetwas aus ihr herauszuquetschen, weil das nat�rlich einen besseren Eindruck machte, wenn alle mal was sagten, Nicky sagte gar nichts.

Nach einem Interview zog Louis Nicky beiseite, w�hrend die anderen am Autogramm geben waren.

"Sag mal, was ist eigentlich los?" Nicky sagte nichts Louis packte ihn bei den Schultern.

"Nicky, ich will nicht, dass heute alle denken, du w�rst stumm oder so. Kannst du nicht auch mal was sagen. Die Reporter haben das auch schon bemerkt. Kriegst du denn gar nicht mit, wie die dich zum reden bringen wollen?" Nicky senkte den Blick.

"Guck mich an", schrie Louis. Z�gernd hob Nicky den Kopf und schaute ihm in die Augen. Er biss sich auf die Lippen.

"Okay", Louis atmete tief durch. "Irgendetwas ist mit dir nicht in Ordnung. Entweder du sagst mir, was los ist, oder du l�st es, aber wenn du es nicht tust, dann sieh zu, dass das heute alles klappt und wenn das Konzert heute Abend genauso mies wird, wie die Studioaufnahmen, dann gibt es �rger."

Oh Mann, was f�r eine Standpauke. Nicky schwieg. Er w�rde sich h�ten, Louis zu erz�hlen, was los war. W�re ja noch sch�ner. Louis merkte, dass Nicky nichts mehr zu sagen hatte, drehte sich auf dem Absatz um und verschwand. Nicky ging nach drau�en zu anderen.

Hysterisches Kreischen, als er auf den Platz kam, wo seine Kollegen schon flei�ig am Autogramme geben waren.

Gegen Abend brachte der Van Westlife zur Halle, in der das Konzert stattfinden sollte. Nicky bekam wieder Kopfschmerzen, weil hinter dem Van wieder lauter Autos hingen und eine Verfolgungsjagd durch Dublin starteten. Der Fahrer gab sich gro�e M�he, die Fans abzuh�ngen und raste um die Kurven wie ein Rennfahrer. In der Garderobe ging Nicky erst mal auf Toilette. Dort angekommen schluckte er ganze drei Kopfschmerztabletten. Sein Kopf f�hlte sich besser an, doch das Gewissen blieb. Er konnte das Auto einfach nicht vergessen, wie es dort auf der Stra�e gestanden hatte. Blut... Nicky wurde schlecht und er �bergab sich wieder.

"Nicky!" auf dem Flur rief jemand nach ihm. Es war Kian. "Verdammt Nicky, wo bist du?" Schnell rannte er aus der Toilette. Kian wollte gerade reinkommen.

"Sag mal, verbringst du den ganzen Tag auf dem Klo?", fragte er und verschr�nkte die Arme.

"Ach, ist doch auch egal. Komm." Nicky zog Kian am Arm und ging mit ihm zu den anderen. Die Stylisten warteten schon. Einer von den ganzen Leuten, die in der Garderobe rumstanden zerrte Nicky auf einen Stuhl und fing an, ihn zu schminken.

"Muss das sein?", fragte Nicky genervt.

"Heute besonders. Hast du mal gesehen, wie du aussiehst. Ich bin froh, wenn ich deine Augenringe wegbekomme." Brachte alles nichts. Nicky seufzte und wartete, bis er endlich fertig war. Dann noch schnell umziehen, ein "Ave Maria" anstimmen und dann mussten sie auch schon fast auf die B�hne.

Alle waren gut gelaunt, denn so ein Konzert war inzwischen wirklich kein Problem mehr und alle freuten sich auf die Fans, die schon kreischend in der Halle standen.

"Westlife! Westlife! Westlife!", kam es aus der Halle. Nicky bekam Angst. Was w�rde passieren? Wenn er doch blo� zur Polizei gehen k�nnte. Aber das war unm�glich. Dann hatten sie ihn und das durfte er nicht zulassen. Das durfte er Georgina nicht antun und seinen Kollegen auch nicht.

"Nicky komm!" Shane zog ihn am Arm. "Die Fans warten." Nicky hatte gar nicht richtig bemerkt, dass er stehen geblieben war. Doch jetzt lie� er sich von Shane auf die B�hne schleifen. Als die f�nf auf die B�hne kamen, fingen die ganzen Girls an, hysterisch zu kreischen und zu winken. Kian begr��te die Fans. Dann ging es los. Die Fans sangen so laut mit, dass es fast unertr�glich laut in der Halle wurde, aber die Stimmung war super. Bryan unterhielt die Fans mit flippigen Spr�chen. Gott sei Dank waren sie zu f�nft und man h�rte nicht, dass Nicky wirklich nicht gut drauf war. Das h�rten wahrscheinlich nur Anto und Louis, die hinter der B�hne standen und alles haargenau beobachteten. Nicky fing schnell an zu schwitzen, aber nicht weil er m�de oder geschafft war. Er hatte Angst. Angst, dass jeden Moment etwas passieren k�nnte. Doch er wusste, dass er jetzt nicht patzen durfte. Ein bisschen Stimmung musste schon sein.

Da landete ein Teddy vor ihm. Nicky hob ihn auf und warf ihn nach Bryan. Als der Teddy ihn traf, drehte Bryan sich schlagartig um. Er ging mit einem verschmitzen L�cheln auf Nicky zu und knuffte ihm in die Seite. Der Knall, der pl�tzlich folgte, war ohrenbet�ubend. Sofort danach ging das Licht aus und man h�rte jemanden schreien. Bryan.

Panik brach aus. Die Menge schrie wie wild durcheinander. Dann, nach wenigen Sekunden, ging das Licht wieder an. Wieder ein Schrei. Diesmal war es Nicky, der schockiert auf der B�hne stand und zu Boden schaute. Vor ihm lag Bryan, der sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an die Schulter packte. Blut sickerte zwischen seinen Fingern durch und tropfte auf die B�hne.

"Neeeiiin", kreischte ein M�dchen in der ersten Reihe und zeigte auf Bryan. Jetzt sahen es auch die anderen. Wieder breitete sich Panik aus. Einige versuchten verzweifelt, sich zum Ausgang durchzuk�mpfen. Die Masse von Fans bewegte sich pl�tzlich wie eine Welle durch die Halle und drohte, alles zu �berrollen. "Schei�e", sagte Mark, der sich als erstes wieder gefasst hatte und die Situation realisierte. Verzweifelt schaute er sich um. Dann sah er Louis, der auf die B�hne gest�rmt kam. "Schnell, wir brauchen einen Notarzt", schrie Mark und deutete auf Bryan, der immer noch am Boden lag und mit Schmerzen k�mpfte. Der Blutfleck auf der B�hne wurde gr��er.

Nur wenige Sekunden sp�ter st�rmten zwei �rzte, die immer hinter der B�hne standen, zu Bryan. Nicky wich ein St�ck zur Seite. Tr�nen standen ihm in den Augen und er konnte nicht mehr. Er lie� sich auf den Boden sinken und vergrub sein Gesicht in den H�nden. Shane und Kian versuchten inzwischen die Fans zu beruhigen. Es war nur zu hoffen, dass da unten niemand zerquetscht wurde. Doch schon zogen die Securities die ersten ohnm�chtigen M�dchen aus dem Publikum und brachten sie hinter die B�hne. In der Halle wurde weitergedr�ngelt. Alle wollten nur noch raus.

Die zwei �rzte hatten Bryan inzwischen auf eine Bare verfrachtet und brachten ihn zum Krankenwagen.

"Einer kann mitfahren", rief ein Arzt, aber das h�rten nur Kian und Louis. Louis nickte Kian zu und Kian sprang in den Wagen, w�hrend Louis versuchte, durch das ganze Chaos durchzusteigen. Die Halle wurde leerer, denn die Fans waren nicht zu bremsen gewesen. Nicky sa� noch immer auf der B�hne und weinte. Jetzt wusste er es. Die Briefe waren ernst gemeint und er hatte sie nicht ernst genommen. Jedenfalls nicht ernst genug. Klar hatte er Angst gehabt, aber hatte er etwas unternommen? Und es kam noch viel schlimmer. Es hatte IHN treffen sollen, nicht Bryan. Aber es war so gekommen und jetzt... Nicky schaute sich in der Halle um. Es war ruhig geworden. Bryan war weg, aber der Blutfleck war noch da. Nicky betrachtete die rote Pf�tze und fand, dass sie nicht gerade klein war. "Bryan", wimmerte er und dachte an das schlimmste. Was warm, wenn Bryan...

Nicky schloss die Augen. Nein, das konnte nicht war sein. Das durfte nicht passiert sein.

Pl�tzlich sp�rte er eine Hand auf der Schulter. Nicky schaute auf. Es war Louis und hinter ihm standen Mark und Shane. Louis blickte ihn still an. Shane und Mark sahen so aus, als w�rden auch ihnen gleich die Tr�nen kommen.

"Was... Bryan... er ist doch nicht etwa..." Louis zuckte mit den Schultern. "Wir k�nnen nur hoffen", sagte er.

"Aber was ist denn blo� passiert?", fragte Nicky verzweifelt. Er hatte nur den Knall geh�rt, dann das Blut gesehen und obwohl er schon ahnte, was passiert war, lie� er es sich erkl�ren.

"Er ist angeschossen worden", sagte Louis ruhig, aber man merkte, dass er k�mpfte, um diese Worte r�berzubringen. "Wie schlimm es ist, wissen wir nicht."

"Dabei hatte das Konzert doch so gut angefangen."

Louis nickte. "Ja, �ber deinen Auftritt wollen wir jetzt mal nicht reden. Es gibt Dinge, die sind jetzt wichtiger."

"Wo ist Kian?"

"Der ist mit Bryan ins Krankenhaus gefahren und ich w�rde sagen, da fahren wir jetzt auch mal hin." Louis half Nicky auf die Beine und ging mit den Jungs zu seinem Auto. Unterwegs trafen sie auf Anto. Er versprach, sich darum zu k�mmern, dass mit den Fans auch wirklich alles in Ordnung war und ging zu den Sannis, die sich um einige Fans k�mmerten, die ohnm�chtig geworden waren.

Drau�en war es schon dunkel. Im Auto dr�ckte Louis Shane sein Handy in die Hand. "Hier, ruf Kerry an", sagte er und startete das Auto. Nicky bewunderte Shane. Er h�tte es in dieser Situation nicht mehr geschafft, Kerry so ruhig zu erkl�ren, was eigentlich passiert war, aber das wusste er ja auch gar nicht so genau.

Die Fahrt zum Krankenhaus schien ewig zu dauern und die Ungewissheit �ber das, was denn jetzt mit Bryan war, war unertr�glich.

Schlie�lich stoppte Louis Auto vor dem Krankenhaus in Dublin. Shane, Mark und Louis stiegen aus dem Auto. Nicky war schon wieder ganz woanders und Shane musste ihn aus dem Auto zerren, bevor er �berhaupt merkte, was Sache war.

Langsam ging er mit den anderen auf die gro�en Glast�ren zu. Jetzt w�rde es sich entscheiden. Hatte er jetzt auch noch Bryan auf dem Gewissen? Klar, er war nicht derjenige gewesen, der geschossen hatte, aber er f�hlte sich unheimlich schuldig. Er h�tte es nicht so weit kommen lassen d�rfen. Er h�tte zur Polizei gehen m�ssen. Er h�tte die Wahrheit sagen m�ssen. Er h�tte... Ach. Dieses bl�de Wort "h�tte". Jetzt war es sowieso zu sp�t. Er konnte nichts mehr an der Situation �ndern.

Sie hatten den Eingang erreicht. Im Krankenhaus war fast nichts los. Am Empfang sa� eine einsame Nachtschwester und l�ste Kreuzwortr�tsel und hinten in der Notaufnahme unterhielten sich ein Arzt und eine Schwester. Kian war nirgendwo zu sehen. Louis ging zu der Schwester am Empfang. "�hm... Entschuldigung..."

Die Schwester schaute auf und legte ihren Stift beiseite. "Ja?"

"Ich suche Bryan McFadden", fing Louis an. "Er muss eben hier eingeliefert sein."

Die Schwester �berlegte kurz, dann deutete sie den Gang hinunter. Da fragen sie am besten den Arzt in der Notaufnahme, den sie dahinten sehen." Louis bedankte sich und ging mit seinen Jungs den Flur entlang. Die Schwester, die sich eben noch mit dem Arzt unterhalten hatte, verabschiedete sich und verschwand. Der Arzt w�nschte ihr einen sch�nen Feierabend und merkte dann, dass Louis auf ihn zu kam.

"Was kann ich f�r sie tun?", fragte er freundlich und r�ckte seine Brille zurecht.

"Ich suche Bryan McFadden."

"Ah, der mit der Schusswunde an der Schulter?" Louis nickte und Nicky kniff die Augen zusammen. Er wollte eigentlich gar nicht h�ren, was der Arzt jetzt sagte, aber er h�rte hin.

"Er ist im OP. N�heres kann ich ihnen auch nicht sagen."

"Verdammt", fluchte Nicky innerlich. "Kann der denn nicht sagen, was Sache ist?"

Doch diese Frage wollten wohl alle gekl�rt haben und Shane fragte: "Wird er es �berleben?"

Man merkte, dass der Arzt sich seine Antwort sehr gut �berlegte. Er atmete tief durch, bevor er anfing.

"Das k�nnen wir nicht sagen. Es wurde zwar in Anf�hrungsstrichen NUR die Schulter getroffen, aber er hat ziemlich viel Blut verloren und..."

Shane biss sich auf die Zunge, Kian schloss die Augen und knetete seine Finger und Nicky war nah dran in Ohnmacht zu fallen. Louis versuchte ruhig zu bleiben, aber man merkte ihm an, dass er es nicht l�nger aushielt. Der Arzt fuhr fort: "Also um ehrlich zu sein, ich geb ihm kaum eine Chance. Es ist ein Wunder, dass er es �berhaupt bis hier hin geschafft hat."

Jetzt war es raus. Es war pl�tzlich ganz still im Flur. Dann hielt Nicky es nicht mehr aus. Er drehte sich um und rannte davon. Wohin, das wusste niemand.

"Wo ist Kian?", fragte Louis. "Er war mit im Krankenwagen."

"Kommen sie mit. Er wartet oben." Der Arzt ging ihnen voraus zum Aufzug und sie fuhren in den ersten Stock. Dort angekommen brachte der Arzt sie in einen Warteraum, wo Kian vor dem Getr�nkeautomaten auf und ab lief. Seine Augen waren vom weinen ganz rot. Er hatte wohl schon mit dem Arzt gesprochen und wusste, was los war. In der Hand hielt er einen Becher Kaffee, der halb leer und wahrscheinlich auch schon kalt war.

"Ihr habt es auch geh�rt?", fragte er und blieb stehen. Alle nickten und Kian drehte weiter seine Runden durch den Warteraum. Die anderen setzten sich und beobachteten Kian. Irgendwann wurde es Shane zu viel. Er stand auf, zog Kian am �rmel und hielt ihn an. "H�r auf, du machst mich ganz nerv�s." Kian hielt einen Augenblick inne und setzte sich dann.

Kerry kam in den Warteraum. Man sah sofort, dass auch sie schon mit dem Arzt gesprochen hatte. Tr�nen rannen �ber ihre Wangen und vorne auf ihrem T-Shirt hatte sich schon ein Fleck gebildet. Heulend guckte sie die anderen an. "Wo ist Nicky?", fragte sie, weil sie nicht wusste, was sonst zu sagen war. Alle zuckten mit den Schultern. "Er ist eben abgehauen, nachdem wir mit dem Arzt gesprochen hatten.

Nicky war wieder auf die Toilette gerannt. Er wusste nicht, wie oft er wegen diesem Schei�, in den er da geraten war, auf die Toilette gefl�chtet war, aber es waren viele Male gewesen. Er wagte es nicht, in den Spiegel zu schauen. Er konnte sich auch so denken, wie er aussah. War ihm aber auch egal. Was z�hlte das denn noch, wenn sein bester Kumpel vielleicht sterben w�rde.

"Entweder wir beide, oder gar keiner", sagte Nicky sich und hatte seinen Entschluss gefasst. Wenn Bryan sterben w�rde, dann hatte er nicht das recht dazu, selbst weiterzuleben und es w�rde auch keinen Sinn mehr machen. Wenn Bryan sterben w�rde, dass w�rde auch er sein Leben beenden. Er zog sein Taschenmesser aus der Hosentasche, klappte es aus und betrachtete die Klinge.

"Er hat es �berstanden." Die erl�sende Nachricht wurde von einer Krankenschwester �berbracht, die l�chelnd hereinspaziert war und Freude daran hatte, eine so sch�ne Nachricht zu �berbringen. Nur Mark, der verpennte sie. Er sa� auf einem Stuhl, hatte sich nach hinten gelehnt und war irgendwann einged�st. Kerry blickte auf und konnte es nicht fassen. "Ist das... ist das wahr?"

"Sie k�nnen mich beim Wort nehmen", sagte die Schwester. "Der Arzt kommt gleich noch einmal vorbei, wenn sie hier warten w�rden."

Die Schwester verschwand wieder. Zuerst wurde Mark geweckt und als sie ihm sagten, was los war, verstand er erst mal gar nichts. Er brauchte Minuten, um wieder wach zu werden.

Shane fiel pl�tzlich wieder ein, dass Nicky noch nicht wieder aufgetaucht war. "Wo ist eigentlich Nicky?", fragte er die anderen. Jetzt fiel es auch ihnen wieder ein.

"Tja", sagte Louis. "Ich w�rde sagen, einer bleibt hier und die anderen gehen suchen."

Also blieb Kerry im Wartezimmer sitzen und die anderen machten sich auf die Suche nach Nicky.

Es war Mark, der ihn wenige Minuten sp�ter auf der Toilette im Erdgeschoss fand. Nicky sa� mit dem Messer auf dem Boden und hatten einen roten Kratzer auf dem Arm.

"Nicky! Was soll das", schrie Mark so laut er konnte. Er st�rmte auf Nicky zu und schlug ihm das Messer aus der Hand. Scheppernd landete es an der n�chsten Wand. Nicky starrte ihn unverwandt an. Mark war richtig sauer und stauchte Nicky zusammen. "Jetzt hat Bryan es gerade geschafft und dann willst du dich umbringen. Sag mal, sind denn jetzt alle verr�ckt geworden? Wo sollen wir eigentlich hinkommen, wenn sich hier jeder wegen jedem Schei� umbringt?" Mark war au�er Atem, nachdem er so geschrieen hatte. Er machte lange, tiefe Atemz�ge, w�hrend er Nicky abf�llig anschaute.

Dann meldete sich Nicky: "Du kannst doch hier nicht einfach so reinkommen und mich daran hindern... ich meine, das ist dich wohl meine Sache..."

Weiter kam er nicht. Mark hatte ihm eine gescheuert. Nicky wurde sauer und schrie: "Hast du sie nicht mehr alle?"

"Ich?", schrie Mark. "Ich glaube, DU bist nicht mehr ganz richtig! Du kannst doch auch nichts daf�r, wenn Bryan angeschossen wird."

"Was wei�t du denn?", schrie Nicky aufgebracht, stand auf und rannte aus der Toilette. Mark hinterher. Auf dem Flur bekam er ihn zu fassen. Er hielt ihn an der Jacke fest. Er wollte gar nicht wissen, was Nicky da angedeutet hatte. "Zeig mir deinen Arm", schrie er Nicky an. Nicky streckte seine Hand aus. Mark schob den �rmel hoch und betrachtete Nickys Handgelenk. Da war nichts. "Den anderen", sagte Mark. Nicky z�gerte. Mark wartete geduldig, bis Nicky ihm doch sein anderes Handgelenk zeigte. Es war nur eine kleine Schramme zu sehen. Mark war wohl gerade noch rechtzeitig gekommen. "Gl�ck gehabt", sagte Mark und lie� Nickys Arm los. "Ich denke, wir sollten den anderen erst mal nichts davon erz�hlen, oder?" Nicky nickte. "Sag mal, hast du das eben wirklich gesagt? Hat Bryan... hat Bryan es wirklich �berstanden?" Nicky konnte es nicht fassen, doch Mark nickte. "Ja, du hast wirklich keine Grund, dich umzubringen."

"Du hast wirklich keine Ahnung", dachte Nicky, sagte aber nichts. Er folgte Mark ins Wartezimmer, wo sich auch die anderen schon wieder eingefunden hatten.

"Was war los?", fragte Kian.

"Ich hab�s nicht mehr ausgehalten", gab Nicky zur�ck.

Mark und Nicky setzten sich. Wenige Minuten sp�ter kam der Arzt herein. Alle blickten ihn erwartungsvoll an.

"So, sagte der Arzt, einer von ihnen kann jetzt zu ihm." Kerry blickte fragend in die Runde und es war klar, dass sie zu Bryan gehen sollte. Sie stand auf und folgte dem Arzt auf die Intensiv.

"Ist es so schlimm?", fragte sie, als sie die Aufschrift auf der gro�en Glast�r sah.

"Na h�ren sie mal, ich bin froh, dass wir ihn �berhaupt durchgekriegt haben. Ein zwei Tage Intensivstation wird er schon aushalten m�ssen." Kerry fand, dass der Arzt recht hatte und war einfach gl�cklich, dass Bryan noch am Leben war.

Bryan wachte auf, weil er Stimmen auf dem Flur h�rte. Sofort, nachdem er die Augen ge�ffnet hatte, bekam er das Gef�hl, sich auf der Stelle �bergeben zu m�ssen, unterdr�ckte es aber. Doch das Gef�hl kam wider, als Bryan pl�tzlich den Schlauch sp�rte, der durch seinen Mund bis in den Rachen ging. Bryan hustete. Als es wieder ging, versuchte er sich zu erinnern, was passiert war.

Das Konzert, an das konnte er sich haargenau erinnern. Dann kam der Knall und der Schmerz in der Schulter. Dann wurde es dunkel, auch das wusste er noch. Als es wieder hell wurde, waren die Fans ausgerastet und aus der Halle gest�rmt. Dann der Krankenwagen. In Gedanken verfolgte Bryan seine Weg bis in den OP. Da konnte er sich nur noch an die Spritze erinnern. Dann war er wohl weggepennt. Er drehte den Kopf nach rechts. Seine Schulter und sowieso den ganzen Arm konnte er nicht bewegen. Er sah nur Ans�tze von dem Verband, sp�rte aber, das er um seine ganze Brust ging.

Bryan lauschte wieder den Stimmen. Es war Kerry und Bryan w�nschte sich, dass sie doch endlich reinkommen w�rde. Sein Wunsch ging in Erf�llung. Kerry betrat das Zimmer. Sie blieb eine Weile in der T�r stehen und schaute Bryan an. Dan st�rmte sie auf ihn zu, machte vor dem Bett eine Vollbremsung und gab ihm einen Kuss auf die Stirn.

Nicky sa� mit den anderen im Wartezimmer und sch�mte sich. Er war Mark so dankbar, dass er den anderen nichts gesagt hatte. Aber als er Mark ansah, bewegte der nur den Kopf langsam hin und her und verengte die Augen, als wollte er sagen: "Ich kann nicht glauben, dass du das tun wolltest." Nicky schaute wieder zu Boden.

Kerry kam wieder und sie sah gl�cklich aus. Der Arzt stand hinter ihr.

"K�nnen wir nicht auch noch zu ihm?", fragte Shane. Der Arzt fragte daraufhin: "Alle? Auf keinen Fall."

"Bitte", flehte Shane. Der Arzt �berlegte. "Na gut", sagte er. "Aber nur einer und nicht l�nger als f�nf Minuten."

"Wer geht", fragte Mark. Alle schauten auf Nicky. Er war so fertig gewesen und alle dachten, dass er sich vielleicht freuen w�rde, Bryan zu sehen. Als Nicky merkte, dass ihn alle anstarrten, schaute er kurz auf. Dann schnell wieder weg. Er brachte es nicht fertig zu Bryan zu gehen. Nicht jetzt.

"Okay, dann nicht. Dann gehe ich eben", sagte Shane und erhob sich. Und weil niemand protestierte, verlie� er das Wartezimmer und ging zu Bryan.

Bryan freute sich , ihn zu sehen.

"Wie geht es den anderen?", fragte Bryan, nachdem Shane sich ausf�hrlich nach Bryans Befinden erkundigt hatte.

"Wie, hat Kerry dir das nicht erz�hlt?", fragte Shane.

"Nee. Wir haben die Zeit zum K�ssen genutzt."

"Was? Du kannst mit dem Ding da k�ssen?", fragte Shane erstaunt und zeigte auf den Schlauch.

"Nein, sie hat die Arbeit gemacht und ich hab�s genossen. Mit dem Ding hier kann ich ja kaum sprechen.

"Okay, wir sind nat�rlich alle froh, dass du noch am Leben bist..."

"Was?"

"H�h?"

"Ich meine, wieso sollte ich nicht noch leben?" Bryan war ziemlich verwirrt und Shane erstaunt.

"Was hat Kerry dir �berhaupt erz�hlt? Du w�rst beinahe abgekratzt und sie sagt dir das nicht."

Bryan wusste darauf nichts zu sagen und machte ein unschuldiges Gesicht. Shane erz�hlte weiter: "Nicky hat sich die gr��ten Sorgen gemacht. Eigentlich wollten wir ihn zu dir schicken, weil er so fertig war, aber aus unerfindlichen Gr�nden hat er das nicht fertig gebracht. Frag mich nicht, warum. Er ist immer noch komisch drauf und wir wissen einfach nicht, was er hat."

Der Arzt steckte den kopf durch die T�r und deutete auf seine Uhr. "Ja gleich", sagte Shane. Dann wandte er sich wieder Bryan zu. "Also ,wie du siehst, ich muss los. Bis die Tage!" Shane ging zur T�r.

"Und halt die Ohren steif", sagte er im rausgehen noch. Dann verschwand er.

Als Nicky nach hause kam, machte er sich immer noch riesige Vorw�rfe. Die belasteten ihn so sehr, dass er es schwer hatte, die Haust�r aufzuschlie�en. Als er die T�r endlich offen bekommen hatte trat er in den Flur. Das Licht lie� er aus, weil Georgina bestimmt schon wieder im Bett war. Doch dann h�rte er etwas. Als er einen Fu� vor den anderen setzte, merkte er, dass da irgendwas war. Es h�rte sich an wie... Nicky schob den Fu� hin und her. Papier.

"Nein", keuchte er und hob den Briefumschlag auf. Wieder der gleiche Brief.

DAS HAST DU JETZT DAVON!

Das gleiche am n�chsten Morgen. Nicky hatte schlecht geschlafen und hob noch ganz m�de den vierten Brief auf.

DU BIST AUCH NOCH DRAN!

Nicky kamen die Tr�nen. Er hielt das einfach nicht mehr aus. Was musste denn noch passieren, damit dieser gewissen jemand endlich Ruhe gab? Was wollte er? War es wirklich Rache?

"Oh nein", du kriegst mich nicht", sagte Nicky, aber es klang nicht �berzeugend und Nicky f�hlte sich keineswegs besser. Pl�tzlich fasste er den Entschluss, Bryan zu besuchen. Das war er ihm schuldig. Er bereute es, dass er gestern nicht zu ihm gegangen war.

Die Fahrt zum Krankenhaus war der Horror. Nicky hatte dauernd das Gef�hl verfolgt zu werden. Hinter jeder Ecke sah er einen Schatten, der ihn verfolgte. Seine Fantasie ging mit ihm durch.

Er sagte sich, dass ihn niemand erkennen w�rde, weil er seinen Zweitwagen fuhr, da der anderen ja noch Blechschaden hatte, doch auch das war keine Ermutigung.

Im Krankenhaus angekommen machte Nicky sich sofort auf den Weg zu Bryan. Der Arzt hatte ihm gesagt, er l�ge immer noch auf der Intensiv.

Lange blieb Nicky vor der Zimmert�r stehen und traute sich nicht. Doch dann riss er sich zusammen und betrat das Zimmer. Bryan schlief.

Nicky stand da und betrachtete seinen Freund. Als er die ganzen Schl�uche sah, dachte er, dass er nicht da liegen wollte. Aber er wusste, dass er es verdient hatte und Bryan nicht.

Da �ffnete Bryan die Augen. "Nicky", sagte er.

"Bryan, sorry, dass ich..."

"Das du gestern nicht gekommen bist?" Nicky nickte betreten.

"Was war denn los?",. fragte Bryan weiter.

"Was soll los gewesen sein? Es sollte halt nur einer und..."

"Ja, und die Jungs wollten dich lassen, also erz�hl mir keine M�rchen. Shane hat erz�hlt, du wolltest nicht, weil du immer noch irgendwas hast. Also, ich h�re..."

"Bryan... ich... ich kann das wirklich nicht... ich..."

"Nicky, ich sehe das langsam nicht mehr ein. Warum redest du mit niemandem dar�ber?"

"Weil es nicht geht", fuhr Nicky ihn an.

"Es geht ja wohl. Du musst nur deinen Mund aufmachen. Das ist doch wohl kein Problem, oder?"

"F�r dich vielleicht nicht. Du kriegst deine Klappe immer und �berall auf, aber ich nun mal nicht."

"Nicky..."

"Bryan", schrie Nicky. "Ich hab Angst!"

"Wovor?" Bryan wusste echt nicht, was Nicky meinte.

Nicky atmete tief durch. Dann schrie er wieder: "Weil es MICH treffen sollte, NICHT DICH. ICH sollte jetzt hier liegen, NICHT DU. " Nicky fing an zu heulen. Bryan verstand kein Wort.

"Bryan, verstehst du denn nicht? Jemand will mich umbringen und ich wei� nicht, warum." W�hrend Nicky redete lief er nerv�s im Zimmer auf und ab. Dabei biss er sich auf die Lippe.

Bryan wollte lachen, doch er h�rte sofort wieder auf, als die Schmerzen in der Schulter wiederkamen.

"Willst du mich verarschen", fragte er dann nur.

"Nein, das will ich nicht. Warum sollte ich dich verarschen wollen. Reicht es denn nicht, was bis jetzt passiert ist?" Nicky wollte ihm die ganze Geschichte erz�hlen, aber die Sache mit dem Autocrash brachte er nicht �ber die Lippen. Stattdessen zog er die letzten drei Drohbriefe, die er bekommen hatte, aus seiner Hosentasche und gab sie Bryan.

DU HAST IHN UMGEBRACHT

HEUTE ABEND WIRST DU B��EN

DAS HAST DU JETZT DAVON!

DU BIST AUCH NOCH DRAN

Bryan las die Zettel und als er damit fertig war, fragte Nicky: "Und, glaubst du mir jetzt?"

Bryan verengte die Augen, als wollte er pr�fen, ob Nicky wirklich die Wahrheit sagte. Dann kam er zu dem Schluss, dass Nicky log. Da passte was nicht zusammen. Was bedeutete der erste Brief? Nicky hatte gesagt, dass er nicht w�sste, warum ihn jemand umbringen wollte, aber der erste Brief... Nicky sollte ihm das erkl�ren. Ohne Umwege sprach Bryan das Thema sofort an. "WEN hast du umgebracht?", fragte er, ohne Nicky aus den Augen zu lassen. Nicky riss die Augen auf und fasste in seine Hosentasche.

"Hatte ich dir nicht nur..." Nicky merkte, dass er Bryan doch alle Briefe gegeben hatte.

"Ich hab niemanden umgebracht", log er und fand, dass er nicht sonderlich �berzeugend klang. Bryan sch�ttelte den Kopf. "Du l�gst", rief er. "erst erz�hlst du mir, die Briefe w�ren echt. Wenn sie nicht echt sind, dann hast du niemanden umgebracht, aber dann hast du gelogen, DASS sie echt sind. WENN sie echt sind, dann ist auch am Inhalt was Wahres dran und demzufolge hast DU jemanden umgerbacht, also jetzt sag die Wahrheit.

Nicky fluchte innerlich. Er hatte einen Fehler begangen und Bryan war nicht so doof gewesen, den zu �bersehen. Er k�mpfte innerlich mit sich. Was sollte er sagen? Egal, denn alles, was er jetzt rausbrachte, ob wahr oder gelogen: Es w�rde nichts an der Realit�t �ndern. Da konnte kommen was wollte.

"Wie du willst!" Nicky war schon wieder am schreien. "Ja, ich hab jemanden umgebracht, aber..."

"Du hast WAS?"

"H�rst du nicht? Ich hab jemanden umgebracht!" Jetzt war es raus. Sein Geheimnis war nicht mehr geheim. Nicky drehte sich um starrte an die Wand. Er wagte es nicht, Bryan in die Augen zu sehen. Noch immer war es SEINE Schuld, dass Bryan hier lag.

"Ich kann es nicht fassen", sagte Bryan abf�llig. "Trotzdem, ich will jetzt genau wissen, was passiert ist."

"Das willst du ganz bestimmt nicht."

"Oh doch, das will ich."

Nicky drehte sich wieder um. Ohne noch irgendwas zu sagen fing er an: "Es war nach den Aufnahmen f�rs Album, an dem Abend als du mich nach hause fahren wolltest..." Dann sprudelten die Worte nur so aus ihm heraus. Ohne Punkt und Komma beichtete er Bryan die ganze Geschichte. Als er geendet hatte, war es lange still. Nicky hielt das nicht aus. "Es war ein Unfall", schluchzte er. Bryan sch�ttelte den Kopf. Auch, wenn Nicky sein Freund war, er sagte nicht die Wahrheit.

"Ja, es WAR ein Unfall. JETZT ist es Fahrerflucht. Eine Flucht vor der Verantwortung." Bryan setzte einen geh�ssigen Blick auf. Wie er das vor seinem Freund geschafft hatte, wusste er nicht. Dann spielte er mit der einen Hand an der Nadel rum, die im anderen Handgelenk steckte. Nicky schaute angewidert zu.

"Bryan, lass das. Mach es mir doch nicht noch schwerer!"

Das war zu viel. Bryan verstand einfach nicht, wie Nicky so denken konnte. "ICH? DIR? Was soll das denn? Wer liegt denn jetzt deinetwegen hier im Krankenhaus und kann es vor Schmerzen kaum noch aushalten."

Das traf Nicky zu hart. Wieder liefen Tr�nen �ber seine Wangen. Doch Bryan kratzte das in diesem Moment relativ wenig. Er war viel zu geladen und total sauer auf Nicky. Nicht, dass es ein Weltuntergang war, dass er jetzt hier lag, aber das Nicky wegrennen wollte, vor dem, was passiert war, das konnte er nicht akzeptieren.

"Ich kann nicht glauben, dass du jemanden umbringst, niemandem etwas sagst, obwohl es ein Unfall war und dann auch noch so tust, als w�r nichts. Wie locker siehst du die ganze Sache eigentlich?", fragte Bryan.

"Locker?" Nicky wollte ihm den Schnitt am Handgelenk zeigen, aber das lie� er dann doch.

"Locker ist gut. Wegen der ganzen Kacke hier singst du meinen Part auf dem Album, ich schlafe kaum noch, ich hab riesigen Krach mit Louis und mein bester Freund ist stinksauer auf mich. Au�erdem..." Wieder dachte Nicky an den Schnitt, unterlie� es jedoch ein zweites Mal, ihn zu zeigen. Wieder trat Stille ein. Nicky fuhr sich durch die haare und Bryan erschrak.

"WAS?", fragte Nicky.

"Was hast du da gemacht?", fragte er und deutete auf Nickys Handgelenk, das eben sichtbar geworden war. Nicky versteckte es schnell, aber als Bryan ihn auffordernd ansah, streckte er ihm langsam seine Hand entgegen.

"Locker, da kannst du�s sehen. Ich wollte mich umbringen!"

"Sch�n, dann hat es der Kerl, der die Drohbriefe schreibt ja leichter." Nicky konnte nicht mehr. Noch nie hatte er so was von Bryan geh�rt.

"Du willst mein Freund sein? Ich will mich umbringen und du machst Witze dar�ber?"

"Umbringen? Tz. Ich nenne das Weglaufen. Weglaufen vor der Wahrheit. Wei�t eigentlich was du machst? Du setzt UNSERE Leben aufs Spiel. Und deins dazu."

Nicky hatte darauf nichts mehr zu sagen. Er konnte es nicht mehr ertragen, mit Bryan zu reden, geschweige denn, ihn anzuschauen. Auf der Stelle drehte er sich um und rannte aus dem Zimmer.

Bryan bereute sofort, was er gesagt hatte. Am liebsten w�re er Nicky hinterher gerannt.

"Mistdinger", sagte er und verfluchte die bl�den Schl�uche, die ihn ja sogar daran hinderte, sich auch nur aufzusetzen. "Wegen euch verlier ich vielleicht einen Freund." Die ersten Tr�nen kamen bei dem Gedanken daran, Nicky zu verlieren. Dann schloss er die Augen und k�mmerte sich wieder um seine Schmerzen. Die waren ertr�glicher als die Gedanken an Nicky.

Nicky rannte aus dem Krankenhaus. Sofort bereute er, was er eben getan hatte. Wenn er wegen diesem bl�den Kerl, der Bryan angeschossen hatte, jetzt seinen Freund verlieren w�rde... Nicky ballte die F�uste. Sein ganzes Gesicht war verweint und deshalb k�mmerte er sich auch nicht mehr um die Tr�nen, die immer weiter �ber sein Gesicht liefen und sich jetzt mit dem Regen vermischten, der eingesetzt hatte. Schnell lief Nicky zu seinem Auto. Er wollte jetzt nur noch nach hause und schlafen, auch wenn er bezweifelte, dass er das konnte.

Er startete sein Auto und fuhr los.

Schon nach wenigen Sekunden, als er den Parkplatz des Krankenhauses gerade verlassen hatte sah er einen Zettel auf dem Armaturenbrett. "Schei�e", fluchte Nicky, als er die Schrift erkannte und gelesen hatte, was dort stand.

Shane war gerade aus dem Bett gekommen. Der Zimmerservice hatte ihm Fr�hst�ck gebracht und eine Tageszeitung war auch schon vorhanden. Shane griff nach einem Toast, w�hrend er mit der anderen Hand nach der Zeitung griff. "Au", schrie er und lie� den Toast sofort wieder fallen. Er nahm seine Hand vors Gesicht und pustete. "Ich hab nichts gegen frischen Toast, aber muss er soooo frisch sein?" Er beschloss, noch ein paar Minuten zu warten und sich schon mal die Zeitung anzugucken. Das Hauptthema auf der Titelseite kam nicht unerwartet.

"Schie�erei auf Westlife Konzert." Genau, wie Shane sich das vorgestellt hatte. Denn das riesige Bild, was ebenfalls auf der Titelseite war, war einfach nur...

"Geschmacklos", sagte Shane, als er Bryan blutend auf der B�hne liegen sah. "Einfach nur geschmacklos." Dann las er sich den Text durch. Ma�los �bertrieben, aber was sollte man machen. Dass die ganzen Fans im Krankenhaus lagen war ja wohl wirklich nicht der Fall. Ganz und gar nicht. Keiner von ihnen lag dort. Der einzige, der es dorthin geschafft hatte, der war Bryan. Dass jemand angeklagt werden sollte, das interessierte ihn erst nur wenig, weil feststand, dass er, oder auch die anderen von Westlife es NICHT sein w�rde. Aber dann dachte er l�nger dar�ber nach. Er stellte sich vor, wie das Management angeklagt wurde. Das w�rde jeder mitbekommen und in den Zeitungen w�rde es wieder ma�los �bertrieben werden. Da konnten sie sich auf den Kopf stellen, wer w�rde nach so was schon noch auf ein Westlife Konzert gehen??? Niemand. Wer hatte schon Lust, dort abgeknallt zu werden? Shane merkte, dass es keinen Zwecke machte, sich �ber solche Dinge den Kopf zu zerbrechen. Was kommen sollte, das w�rde kommen, so viel man sich auch damit besch�ftigte.

Die ganze Stra�e wurde abgesperrt. Polizisten liefen herum, ein Krankenwagen machte sich mit heulender Sirene auf ins Krankenhaus.

Nicky war nicht zu hause angekommen, nachdem er das Krankenhaus verlassen hatte. In der kleinen Stra�e, die Nicky �fters nahm, war es passiert. Nicky hatte einen Unfall gebaut. V�llig zerquetscht hatten sie sein Auto vor einer Hauswand gefunden. Es hatte eine Weile gedauert, bis sie Nicky hinterm Lenkrad hervor bekamen und ihn ins Krankenhaus bringen lassen konnten. Die Polizei nahm an, dass Nicky wegen der Gl�tte, es hatte viel geregnet, den Wagen nicht mehr unter Kontrolle gehabt hatte. Mit dieser Antwort gaben sich alle zufrieden und nach wenigen Stunden war die Stra�e ger�umt.

"Widerlich, oder?", fragte Shane und hielt Kian und Mark das Bild unter die Nase, nachdem er sich mit den beiden getroffen hatte. Die beiden stimmten ihm zu. Wieder schlechte Laune. Und jetzt war Bryan auch noch weg, der in den letzten Tagen wenigstens ein paar Lacher gebracht hatte, aber jetzt war es einfach nur noch mies. Louis hatte an diesem Tag noch nichts von sich h�ren lassen und bei Nicky war nur Georgina ans Telefon gegangen und hatte gesagt, die w�sste nicht, wo Nicky w�re. Ja und Bryan hatte auf der Intensivstation kein Telefon.

"Also nichts neues", sagte Mark und lie� sich aufs Sofa fallen. Dann begann er mit seinem Handy zu spielen.

Shane fiel pl�tzlich etwas ein. "Oh, ich Vollidiot", sagte er pl�tzlich. "Ich hab Gil in den letzten Tagen noch gar nicht angerufen. Das hab ich in der ganzen Aufregung ja ganz vergessen." Shane rannte los in sein Zimmer. Kian starrte ihm entgeistert hinterher.

"Wie, du auch?", fragte Mark und musste Lachen.

Kian nickte und rannte ebenfalls in sein Zimmer. Auf dem Weg rief er noch: "Jessie!"

"Was passiert denn noch alles?", fragte Mark sich, als er mal wieder im Warteraum des Krankenhauses sa�. Diesmal war es Nicky, der nah dran war, sein Leben zu verlieren und Mark hatte echt Schiss. Er musste an Nickys Selbstmordversuch denken. An den komischen Attentat auf Bryan, bei dem die Polizei noch immer nicht weitergekommen war und an das, was jetzt mit Nicky passiert war. Er erinnerte sich an den Vorfall, der in der Zeitung gestanden hatte und schwor sich, nie wieder durch diese eine Stra�e zu fahren.

"Da muss ein Verr�ckter hocken", sagte er sich. "Ein Verr�ckter, der mit Lust und Laune Menschen �ber den Haufen f�hrt."

Von den eigentlichen Geschehnissen hatte er keine Ahnung.

Zwei Polizisten kamen in den Warteraum. Sie stellten sich vor und waren wohl ziemlich getroffen, als sie die verweinten Gesichter von Mark, Shane und Kian sahen, die die einzigen im Warteraum waren. Georgina war noch nicht eingetroffen und Louis wusste von der ganzen Sache noch gar nichts.

"Wir m�ssten kurz mit ihnen reden", sagte einer der Polizisten. "Aber wenn sie das jetzt nicht wollen, wir k�nnen das auch verschieben."

Kian, Mark und Shane schauten sich an. Shane nickte. "Nee, geht schon in Ordnung."

Einer der Polizisten zog daraufhin einen Notizblock aus der Tasche und fing an.

"Habt ihr eine Ahnung, warum ein Mensch so was tun sollte?", fragte er und meinte die Schache mit Nicky. Alle verneinten.

"Hatte er vielleicht Feinde?"

"H�ren sie", sagte Kian. "Im Showbiz hat man viele Feinde. Alle wollen sich da gegenseitig fertig machen." Der Polizist musste ihm recht geben.

"Und da gab es auch niemanden in seinem n�heren Umfeld, der..."

Mark unterbrach ihn und sprach seine Gedanken von eben laut aus. "Vielleicht hatte man es gar nicht auf Nicky abgesehen. Ich hab das Gef�hl in dieser Stra�e, wo doch schon mal einer umgekommen ist, da f�hrt einer einfach irgendwelche Leute �ber den Haufen. Einfach so. aus Spa� an der Freude."

"Das mag ja sein, aber es w�rde uns nicht weiterbringen, weil wir bei dem ersten Fall noch keinen Verd�chtigen festnehmen konnten und so gibt es auch keinen Verd�chtigen in Mr. Byrnes Fall."

Der andere Polizist meldete sich zu Wort: "Ist euch in letzter Zeit irgendetwas bei ihrem Kollegen aufgefallen?" Die Frage kam unerwartet, aber die Antwort lag seit Tagen fertig in der Schublade.

"Ja", ergriff Shane sofort das Wort. "Er hat sich komisch verhalten. Er war schweigsam, hat sich nie besonders wohl gef�hlt und alles, was in den letzten Tagen bei Westlife anstand, das hat ihn total fertig gemacht. Besonders der... besonders der Unfall, der vor ihm passiert ist."

"Ich wei� nicht. Das passt alles nicht zusammen. Wir haben da was in seiner Tasche gefunden. Und im Auto lag auch einer davon", sagte er und reichte den Jungs die Zettel. Mark, Kian und Shane lasen sich verwirrt durch, was da stand:

DU HAST IHN UMGEBRACHT

HEUTE ABEND WIRST DU B��EN!

DAS HAST DU JETZT DAVON!

DU BIST AUCH NOCH DRAN

GLEICH WIRST DU WISSEN, WIE MAN SICH F�HLT, WENN...

Keiner konnte sich einen Reim auf das ganze machen. Alle sch�ttelten den Kopf. Der Polizist steckte die Zettel wieder ein.

"Ich glaube, so kommen wir nicht weiter. Wir m�ssen mit Mr. Byrne sprechen und mit Mr. McFadden auch, aber das wird im Moment wohl kaum m�glich sein." Die Polizisten wollten den Warteraum verlassen. In der T�r hielt einer der beiden inne. "Halt", sagte er und drehte sich um. Dann zog er Nicky Handy aus der Tasche und gab es Mark. Das k�nnen sie ihm geben, wenn er wieder bei der Sache ist.

"Wenn...", dachte Mark und nahm Nickys Handy entgegen. Die Polizisten verschwanden. Im Warteraum herrschte Stille und weil Mark es nicht aushielt, einfach nur da zu sitzen und nichts zu tun, spielte er mit Nickys Handy, wobei er ganz verga�, dass er das Handy im Krankenhaus lieber ausmachen sollte. Als ihm das Spielen langweilig wurde, las er seine SMS. Er wusste, dass das nicht richtig war, aber er machte es einfach und erschrak.

SO HATTE ES AUCH ANGEFANGEN! DAS AUTO STAND EINFACH NUR AUF DER STRA�E!

Gedanken huschten durch Marks Kopf und langsam, von hinten durch seinen Kopf schlich sich eine Theorie heran. Wenn die Polizei keine Ahnung hatte, dann musste er halt �berlegen. Was war wenn...

Mark verwarf den Gedanken wieder, obwohl er das Gef�hl hatte, der L�sung ganz nahe zu sein. Er wollte sich nicht jetzt damit besch�ftigen. Das hatte Zeit. Nicky war jetzt wichtiger.

Eine Frau kam in den Warteraum gest�rmt. Es war Georgina, die total am Ende war. Hinter ihr kam noch eine Frau. Kerry. Georgina hatte geweint. "Wo ist Nicky?", fragte sie.

Kian zog sie neben sich auf den Stuhl und erkl�rte ihr, was Sache war. Georgina brach fast zusammen. Stundenlang sa� sie da und heulte, bis endlich der Arzt in den Warteraum kam und sagte, dass Nicky es vorerst �berstanden habe. Georgina stand auf und folgte dem Arzt. Doch mit Nicky war nicht zu sprechen. Er war noch nicht aus der Narkose aufgewacht.

Bryan hatte inzwischen erfahren, was passiert war. Er konnte das einfach nicht glauben. Wie viele Leben wollte Nicky denn noch riskieren? Bryan �berlegte, zur Polizei zu gehen, wenn er hier raus war, aber ihm war klar, dass er Nicky dann als Freund verlieren w�rde. Er beschloss, es nicht zu tun. Er w�rde nur versuchen, Nicky dazu zu �berreden, es selbst zu tun. Kerry besucht ihn noch kurz, aber Bryan steuerte irgendein wild gew�hltes Thema an. Er wollte nicht �ber Nicky sprechen. Kerry gab sich damit zufrieden und ging nach einer Stunde wieder.

Mark sa� im Hotel und �berlegte. Shane und Kian hockten zusammen auf Shanes Zimmer und machten... Mark wusste auch nicht, was die beiden gerade anstellten, aber das war ihm auch egal. Er hatte dankend abgelehnt und gesagt, er brauche dringend Ruhe. Jetzt lag er mit Stift und Zetteln auf dem Bett und versuchte all das, was ihm im Krankenhaus eingefallen war, in eine Ordnung zu bringen.

"Mein Gott, wie gut, dass ich nicht Polizist geworden bin", seufzte er, als er merkte, dass er nicht vorw�rts kam. Trotzdem versuchte er es.

Er schrieb sich auf, was auf den Zetteln gestanden hatte, die der Polizist ihnen kurz gegeben hatte. Dann die SMS. Warum SMS? Warum sollte der Kerl pl�tzlich eine SMS geschrieben haben, wo er doch sonst Briefe bevorzugt hatte? Und warum hatte er seine Nummer unterdr�ckt? Die Frage war unn�tig, sollte aber auch eher ein Vorwurf an den Schreiber sein, der ja auch nicht doof war.

DAS HAST DU JETZT DAVON!

HEUTE ABEND WIRST DU B��EN!

Mark verstand nicht. B��EN? Wof�r? Er betrachtete die anderen Zettel und kam zu dem Schluss, dass ein anderer Brief noch davor gekommen war.

DU HAST IHN UMGEBRACHT

Daf�r sollte er b��en. Nein, unm�glich. Nicky hatte niemanden umgerbacht. Warum denn auch?

DU BIST AUCH NOCH DRAN

Auch? Wer war denn schon... Klar, Bryan. Mark ordnete die Zettel.

DU HAST IHN UMGEBRACHT

HEUTE ABEND WIRST DU B��EN!

DAS HAST DU JETZT DAVON!

DU BIST AUCH NOCH DRAN

GLEICH WIRST DU WISSEN, WIE MAN SICH F�HLT, WENN...

So war es gewesen. Nicky hatte jemanden... es musste einfach so sein. Dann wurde Bryan angeschossen, als er mit Nicky... Mit Nicky? Mark schlug sich vor die Stirn. HEUTE ABEND WIRST DU B��EN! Es hatte nicht Bryan treffen sollen. Mark beschloss, nachher ins Krankenhaus zu fahren.

Nicky hatte jemanden umgebracht und zwar die Person, die in dem ersten Auto sa�. Dann wollte jemand Nicky erschie�en, aber Bryan kam dazwischen. Dann kamen der zweite und dritte Brief. Nicky bekam Angst. Angst um sich und auch um Bryan. Nicky wollte Selbstmord begehen. Mark musste wieder an die Szene auf dem Toilette denken.

Da kam Mark schon wieder nicht weiter. Was war denn dann. Wo war Nicky gewesen, als er mit dem Auto unterwegs war? Bei Bryan! Er wollte am Abend zuvor nicht und zwar, weil er sich schuldig gef�hlt hatte. Er h�tte beinahe Bryan auf dem Gewissen gehabt und wollte ihm nicht in die Augen sehen. Heute morgen hatte er wahrscheinlich gemerkt, dass es ein Fehler gewesen war. Er war zu Bryan gefahren und hatte...

Hatten die beiden dar�ber gesprochen? Wusste Bryan vielleicht sogar, was passiert war? Wieder ein Grund mehr, mit Bryan zu reden.

Nicky hatte das Krankenhaus wieder verlassen und dann... Mark �berlegte, wo er in der ganzen Story, die er doch f�r ziemlich weit hergeholt fand, den vierten Brief unterbringen konnte. Er musste doch schon da gewesen sein, als Nicky los fuhr, aber vorher nicht. Mark platzierte den Brief in Gedanken auf dem Beifahrersitz, oder auf dem Armaturenbrett... Irgendwo da hatte er gelegen. Nicky fuhr also los. Wieso? Hatte er keine Angst bekommen, als er den Brief gesehen hatte? H�tte ihn dann nicht stutzig machen m�ssen? Er fuhr trotzdem los. Vielleicht, weil er den Brief nicht gesehen hatte. Er fuhr in die kleine Stra�e. Wieder ein WARUM? Doch dieses WARUM konnte nur Nicky beantworten und auch das, was dann passiert war, denn die SMS lie� sich gar nicht einordnen. Mark bekam Angst. Er erinnerte sich, wie sie alle im Krankenhaus gesessen hatten. Dann hatte man ihnen gesagt, dass Nicky es VORERST �berstanden hatte. Was war, wenn Nicky diese Fragen nie w�rde beantworten k�nnen, weil... Mark verwarf diesen schrecklichen Gedanken.

Trotzdem fand Mark, dass er relativ schnell zu einer L�sung gekommen war. Doch als er auf die Uhr schaute merkte er, dass es bereits acht war und es drau�en schon dunkel wurde und als er sich seine Notizen noch einmal angeguckt hatte, zerkn�llte er das Papier und warf es in die n�chste Ecke. Das ganze war einfach zu weit hergeholt und auch, wenn alles zusammen passte: Mark wollte seine eigene Story einfach nicht glauben. Sollte die Polizei sich doch darum k�mmern.

Trotzdem entschied er sich daf�r, noch einmal zu Bryan zu fahren. Ohne jemandem bescheid zu sagen, verlie� er das Hotel und machte sich auf den Weg ins Krankenhaus.

Dort angekommen erz�hlte der Arzt ihm, dass Bryan nicht mehr auf der Intensiv l�ge. Er sagte Mark die neue Zimmernummer und Mark machte sich auf den Weg zum Aufzug. Im Krankenhaus war es um diese Zeit sehr still, fast schon unheimlich.

Bryans Zimmer war schnell gefunden. Mark klopfte leise an die T�r und auf Bryans ebenso leises "Herein", �ffnete er die T�r und betrat das Zimmer. Bryan sah wesentlich besser aus. Die vielen Schl�uche, bis auf der in der Hand, waren verschwunden und Bryan war nicht mehr so blass. Er freute sich, Mark zu sehen. "Mark altes Haus, dich hab ich hier noch gar nicht gesehen", sagte er und setzte sich auf.

"Bryan, wir m�ssen reden", sagte Mark mit ernstem Ton, um sofort auf Nicky zu sprechen zukommen. Bryan machte ein verwirrtes Gesicht.

"Ich meine, wir m�ssen �ber Nicky sprechen. Hat er heute morgen mit die geredet?" Bryan wollte sich um die Antwort dr�cken, aber Mark machte den Anschein, es sowieso zu wissen, wei� Gott woher.

"Ja, er hat mich besucht."

"Wor�ber habt ihr geredet?"

Jetzt musste Bryan l�gen. "�ber was sollen wir denn schon gro�artig..."

"Sag die Wahrheit." Bryan merkte, dass die ganze L�gerei keinen Sinn machte. Mark hatte irgendwas herausgefunden und w�rde sich nicht davon abbringen lassen, jetzt die ganze Wahrheit aus ihm herauszuquetschen. "Also, ich h�re!"

Bryan wusste nicht, was er sagen sollte und war einen Moment lang, einfach nur still. Doch Mark wartete geduldig und machte keine Anstalten, das Thema zu wechseln. "Okay, aber jetzt erz�hlst DU MIR erst mal, was du �berhaupt wei�t", sagte Bryan.

"Ich wei� gar nichts", sagte Mark ruhig.

"Ach, und wie kommst du dann darauf, dass ich mit Nicky �ber irgendwelche Themen geredet hab, die vielleicht niemanden etwas angehen?" Bryan merkte, dass er schon wieder anfing zu streiten, aber was sollte das hier auch eigentlich. St�ndig kamen irgendwelche Leute in sein Zimmer und redeten Bl�dsinn. Wer sollte das denn noch aushalten.

"Ich wei� ehrlich nichts. Alles was ich hab, ist eine bl�de Theorie."

"Die will ich h�ren", sagte Bryan und stellte sich stur.

"Oh Mann, dein Dickkopf kann einem echt zu schaffen machen. Aber gut. Heute, als wir im Warteraum sa�en..." Mark erz�hlte ihm alles und was er sich dann zusammengereimt hatte.

Als er fertig war, sagte er noch: "Ich wei�, das ist eine bl�de Theorie, aber auch wenn sie nicht war ist. Irgendetwas anderes steckt hinter all dem, was hier passiert."

Bryan war still.

"Was ist?", fragte Mark. "Willst du nichts dazu sagen?"

Bryan war noch einige weitere Sekunden still, dann sagte er z�gernd: "Mark... das, was du da eben... deine Theorie... sie..."

"Was ist damit?"

"Sie ist wahr!"

"Waaas?"

"Ja, du hast richtig geh�rt. Sie ist wahr. Nicky hat jemanden umgebracht und jetzt will sich jemand r�chen und jetzt..."

"... will er davor weglaufen", beendete Mark den Satz.

"Woher wei�t du das? Ich dachte, niemand w�sste davon, dass Nicky..."

"Eigentlich auch nicht, aber ich hab ihn auf der Toilette gefunden, als er sich das Leben nehmen wollte. Du wei�t es also auch. Mir scheint, du hast mit Nicky sehr viel besprochen. Und ich will jetzt wissen, was genau passiert ist. Wen hat Nicky umgebracht und wie?"

Jetzt musste Bryan es erz�hlen, aber vorher sagte er noch: "Schw�rst du, dass du es niemandem erz�hlst?"

"Das kann ich nicht!"

"Dann kann ich dir auch nichts erz�hlen."

Mark verdrehte die Augen. "Okay, ich schw�re", sagte er und streckte Bryan zwei Finger entgegen.

Dann erz�hlte Bryan. Mark stand da und machte gro�e Augen. Er konnte es nicht fassen, was da passiert war. Als Bryan fertig war sch�ttelte er entsetzt den Kopf.

"Trotzdem, jetzt gibt es immer noch offene Fragen." Mark erz�hlte Bryan von dem Warum, das er noch hatte.

Warum, war Nicky trotz des Briefes losgefahren?

Warum die SMS?

Was war genau passiert, nachdem Nicky das Krankenhaus verlassen hatte?

"Also ich nehme an, er hat den Brief entweder gar nicht, oder erst sp�ter gesehen. Die anderen Fragen kann ich auch nicht beantworten", sagte Bryan. Mark nickte. "Nein, das kann nur Nicky."

"Schei�e", sagte Bryan, um damit die Gesamtsituation zu beschreiben. Dann g�hnte er.

"Okay, ich lass dich dann mal alleine. Darfst du morgen schon aus dem Bett?"

"Ich denke schon, wieso?"

"Wir m�ssen mit Nicky reden. Der Arzt hat eben gesagt, Nicky sei heute Nachmittag aus aufgewacht."

"Und wieso sagt mir das niemand?"

"Ist doch auch egal. Also wir sehen uns morgen."

"Okay, bis dann."

"Bye!"

Bryan g�hnte ein zweites Mal, lie� sich in die Kissen sinken und schlief trotz der vielen Gedanken, die er hatte, schnell ein.

Im Hotel erz�hlte Mark nichts von Nicky. Er und Bryan mussten unbedingt die ersten sein, die mit ihm redeten. Na ja, Georgina war wahrscheinlich schon bei ihm gewesen, aber die Polizei wusste im Gegensatz zu ihnen kaum was und Georgina erst recht nicht. Und selbst wenn sie mit der Polizei gesprochen hatte, dann hatte sie das nicht weitergebracht und mit Nicky dar�ber zu reden, war heute Nachmittag bestimmt noch schier unm�glich gewesen. Ja und Louis... Der hatte es nat�rlich auch l�ngst erfahren, was passiert war, hatte aber sowieso nicht die Absicht, durch das Chaos durchzublicken.

Als Mark am n�chsten Morgen Bryans Zimmer betrat, war der schon dabei, sich Klamotten aus dem Schrank zu suchen. Mark half ihm, in das T-Short zu kommen, was mit dem Arm nicht ganz leicht war und die beiden machten sich auf den Weg zu Nicky. Ein wenig Schiss hatten die beiden ja schon, aber was sollten sie tun?

Der Arzt war nicht begeistert davon, dass Mark und Bryan gleich beide gleichzeitig zu Nicky wollten, aber Mark und Bryan bestanden darauf und der Arzt lie� sie rein.

Nicky schien noch nicht wieder ganz bei der Sache zu sein, aber Bryan und Mark nahmen darauf keine R�cksicht. Mit verschr�nkten Armen stellten sie sich beide vor ihn und erwarteten, dass er redete. V�llig sinnlos nat�rlich, weil Nicky keine Ahnung hatte, was die beiden wollten.

"H�h", machte er leise.

"Was ist gestern Morgen passiert?" Mark nahm das Wort sofort in die Hand.

"Bryan, du schon aus dem Bett", fragte Nicky, der erst mal realisieren musste, wer da vor ihm stand.

"Stell dir vor und jetzt erz�hlst du uns, was passiert ist."

Nicky ging das alles zu schnell. Was fiel denen eigentlich ein, so fr�h morgens ins Zimmer zu platzen und irgendeinen Bl�dsinn zu labern?

"Wie jetzt? Was soll passiert sein? Ich bin vor eine Hauswand gekracht."

"Ah, das war mir ja noch gar nicht klar gewesen", meinte Mark ironisch. "Aber sag mal, bist du von alleine auf die Idee gekommen oder hat dein Drohbriefschreiber dich darum gebeten?"

Nicky riss die Augen auf. "Woher wei�t du von den Briefen?", fragte er und schaute dann zu Bryan. "Du hast ihm doch nicht etwa..."

"War gar nicht n�tig", sagte Bryan. "Das hat die Polizei erledigt."

"Die Polizei? Woher..."

"Mensch Nicky. Was glaubst du eigentlich, was los war, als du hier eingeliefert wurdest? Die Polizei hat alles durchsucht, die Briefe gefunden und..."

"Wei� sie bescheid?", fragte Nicky �ngstlich.

Mark sch�ttelte den Kopf. "Die k�nnen sich auf die Briefe keinen Reim machen und haben wirklich keine Ahnung, was hier abl�uft. Das wissen nur Bryan und ich. Bryan hast du die ganze Story ja gebeichtet und ich hab mir das selbst zusammengereimt. Das einzige, was wir jetzt noch von dir h�ren wollen ist ein ausf�hrlicher Bericht �ber die Geschehnisse gestern morgen."

Als Nicky immer noch nichts sagte, half Bryan ihm auf die Spr�nge: "Du besuchst mich, verl�sst das Krankenhaus, f�hrst los, f�hrst wieder in die kleine Stra�e, die du ja ganz gerne mal nimmst, wenn Dublin mal wieder zu voll ist und dann?"

Jetzt blieb Nicky nichts anderes �brig, als rauszur�cken.

"Ich bin losgefahren. Dann... dann lag dieser Zettel da auf dem Armaturenbrett..."

"Welcher?", fragte Mark.

"GLEICH WIRST DU WISSEN, WIE MAN SICH F�HLT, WENN..."

"So, wie du es dir gedacht hast", sagte Bryan zu Mark. Nicky erz�hlte weiter: "Ich hab sofort auf die Bremse getreten und wollte anhalten, weil ich einen Schiss hatte, dass glaubt ihr nicht."

"H�h? Aber du bist doch erst bis in die Stra�e gefahren."

"Ja, weil die Bremsen nicht funktionierten und als ich den Fu� von Gaspedal nahm, da wurde das Auto auch nicht langsamer. Also hab ich wieder den anderen Weg genommen, weil ich keine Lust hatte, einen Unfall zu bauen."

"Hast du aber!"

"Ja, die Stra�en waren so glatt, da bin ich ins Rutschen geraten. Da hab ich den Wagen dann vor ein Schild gesetzt und endlich angehalten."

"Verarsch uns doch jetzt nicht. Dein Wagen war v�llig zertr�mmert, es kann doch nicht sein dass..." Mark wurde von Nicky unterbrochen. "Jetzt lass mich doch mal ausreden. Als ich dann das stand, kam eine SMS. SO HATTE ES AUCH ANGEFANGEN! DAS AUTO STAND EINFACH NUR AUF DER STRA�E!"

"Jetzt verstehe ich, wo die SMS in die Geschichte passt"

"Woher wei�t du das schon wieder?"

"Die Polizei hat mir dein Handy gegeben. Aber wei�t du was? Sie haben die SMS nicht gelesen."

"Okay, diese SMS kam also und da wusste ich dann was los war. Ich wollte aussteigen, aber es ging nicht. Da hab ich hinter mir auch schon ein Auto geh�rt. Das hat mich dann �ber den Haufen gefahren!"

"Warum sollte jemand so etwas tun?", Bryan verstand die Sache noch nicht so ganz.

"Mensch Bryan, verstehst du denn nicht?", fragte Nicky?" Da wollte sich jemand r�chen. Jemand wollte mir zeigen, wie man sich f�hlt, wenn man in einem Auto zerquetscht wird. Als ich dann da auf der Stra�e stand kam die SMS. Ich bin damals vor ein Auto gefahren, das auf der Stra�e stand. Jemand wollte mir zeigen, dass jetzt genau das gleiche geschehen w�rde, was mit der anderen Person auch passiert ist, dass das Schild nur der Anfang war." Nicky hatte angefangen zu heulen.

Mark und Bryan starrten sich an. "Wer kommt blo� auf solche Ideen?", fragte Mark. Bryan konnte nur mit den Schultern zucken.

"Und, was werdet ihr jetzt tun?", wimmerte Nicky und krallte seine Finger in der Bettdecke fest. Mark und Bryan schauten sich lange an.

"Ich denke", fing Bryan an, "wir warten erst mal, bis du aus dem Krankenhaus raus bist, okay?"

Nicky nickte und wischte sich die Tr�nen weg. Der Arzt steckte den Kopf zur T�r rein und holte Mark und Bryan aus dem Zimmer. "Nicky braucht Ruhe", sagte er.

Dann legte er eine Hand auf Bryans R�cken und schob ihn durch den Flur. "Und sie gehen jetzt auch wieder ins Bett. Wenn sie sich jetzt mal ein wenig ausruhen, dann kann es sein, dass wir sie morgen entlassen."

Das lie� sich Bryan nicht zweimal sagen und ging ins Bett. Mark fuhr zur�ck ins Hotel.

Nach zwei Wochen wurde auch Nicky entlassen. Bis dahin hatten Mark und Bryan die ganze Zeit mit einer L�ge gelebt. Die beiden und auch Nicky beteuerten fest, dass Nicky wegen N�sse gegen das Haus gefahren w�ren. Die Briefe sollten ein Streich sein, den sie eigentlich Shane spielen wollten.

Shane war kurz beleidigt, gab sich jedoch mit der Antwort zufrieden und als Nicky aus dem Krankenhaus kam, war das alles sowieso egal. Doch das sollte es nicht bleiben.

Kian und Shane merkten, dass ihre drei Kumpels sich ver�ndert hatten. Das machte das ganze noch schwerer. Bei Mark, der ja sowieso ein sehr ruhiger war, fiel es nicht so auf und Nicky konnte fantastisch so tun, als w�re nichts, jetzt wo er das Gef�hl hatte, die ganze Sache hinter sich lassen zu k�nnen, aber Bryan... Der wurde stiller und das missfiel den anderen. Witze und bl�de Spr�che blieben aus, Bryan hatte keinen Bock auf Party... Und das alles, weil Bryan nicht mit dieser L�ge leben konnte, auch, wenn er es vielleicht wollte. Doch niemand wusste, was los war. Weder Shane und Kian, noch Kerry oder Louis. Sie mussten sich damit abfinden, dass Bryan sich seit der Schie�erei auf dem Konzert ver�ndert hatte.

Bis es eines Tages passierte.

Es waren erst f�nf Tage vergangen und Mark und Bryan waren zu Nicky gekommen.

"Bryan, du hast dich ver�ndert", sagte Nicky, als ob das DIE Neuheit w�re. Bryan sagte gar nichts dazu. Er lie� den Kopf h�ngen und starrte auf Nickys blauen Teppich. Die drei hatten sich aufs Sofa gesetzt, aber es herrschte eine bedr�ckende Stille. Die T�rklingel durchbrach sie. Nicky erschrak. "Mein Gott", sagte er und ging in den Flur. Bryan und Mark blieben im Wohnzimmer. Doch sie h�rten, was an der Haust�r geredet wurde.

"Guten Tag Mr. Byrne. Es tut uns schrecklich leid, aber sie sind verhaftet. Sie stehen unter Mordverdacht und haben au�erdem Fahrerfluch begangen."

Mark und Bryan sprangen gleichzeitig vom Sofa auf und liefen in den Flur. In der T�r standen ein Mann, der gerade dabei war, seinen Kommissarausweis vorzuzeigen und zwei Polizisten. Dann ging alles ganz schnell. Nicky sagte kein Wort. Dann klickten die Handschellen.

Zu Bryan und Mark sagte niemand etwas.

"Komm Bryan, wir machen uns auf den Weg." Mark packte Bryan am Arm und zog ihm zum Auto. Bryan stand v�llig unter Schock. Er wollte etwas unternehmen, aber irgendetwas hinderte ihn daran. Was sollte er auch unternehmen? Nichts w�rde jetzt noch verhindern k�nnen, dass sie Nicky mitnahmen.

Bryan lie� sich von Mark ins Auto zerren und die beiden fuhren davon. Sie waren noch nicht weit gekommen, da knallte es hinter ihnen. Mark, der wegen Bryans schlechter Verfassung und der Schulter, die immer noch nicht richtig verheilt war, gefahren war, trat auf die Bremse und blieb am Stra�enrand stehen. Bryan und Mark drehten sich schlagartig auf ihren Sitzen um und verfolgten durch die Heckscheibe, was da gerade passierte.

Jetzt hatten sie ihn. Die L�gen brachten jetzt auch nichts mehr. Nicky sah noch kurz zur�ck, als sie ihm die Handschellen anlegten. In seiner Haust�r standen Bryan und Mark, die v�llig schockiert waren. Besonders Bryan. Mark zog ihn am Arm und sein Auto und fuhr los.

Der Kommissar wollte ihn gerade in ein Polizeiauto stecken, als es pl�tzlich knallte. Jemand hatte geschossen. Nicky lie� den Kopf umher wandern, um zu sehen, was passiert hatte. Aber es hatte niemanden getroffen. Der jemand, der geschossen hatte, wollte nur Aufmerksamkeit erregen.

Jetzt kam eine maskierte Person zum Vorschein und richtete seine Waffe auf sie. Den Lauf der Pistole lie� sie zwischen ihm, dem Kommissar und den zwei Polizisten immer hin und her wandern.

"Waffen weg", br�llte der... Nicky erschrak. Die Stimme geh�rte eindeutig zu einer Frau. Die Polizisten schmissen ihre Waffen weg.

"Und jetzt lasst ihn los", schrie die Frau und deutete auf Nicky. "Sofort!"

Dem Kommissar blieb nichts anderes �brig, als Nicky ein St�ck nach vorne zu schieben und abzuwarten, was passieren w�rde. Immer noch die Waffe auf sie gerichtet kam die Frau auf Nicky zu und hielt ihm dann die Waffe an den Kopf. Jetzt verstand Nicky gar nichts mehr. Wer war die Frau und was wollte sie??? Nicky wusste keine Antwort. Er hatte auch viel zu viel Angst, um jetzt �ber so was nachzudenken.

Die Frau ging, ohne die Polizisten aus den Augen zu lassen, mit ihm zu einem Auto und stie� ihn auf den Beifahrersitz. Dann richtete sie die Waffe auf die Polizisten. "Wehe, es folgt mir auch nur eine einzige Streife, dann ist der Kerl hier tot!" Das "tot" betonte sie besonders. Dann stieg sie in ihren wagen und brauste davon.

"Fahr hinterher", dr�ngelte Bryan. Als das Auto an ihnen vorbei brauste.

"Wieso?", fragte Mark und machte keinen Anstalten, den Wagen zu starten.

"Weil die da hinten es vorerst NICHT tun werden", sagte Bryan. "Jetzt FAHR!"

"Nein, das ist zu gef�hrlich." Mark weigerte sich, loszufahren. Bryan hielt das nicht aus. Er zog Mark auf den Beifahrersitz und kletterte �ber ihn r�ber auf den Fahrersitz. Ohne sich anzuschnallen, trat er aufs Gaspedal und d�ste los.

"Bryan, deine Schulter, du darfst doch noch gar nicht..."

Mark war das ganz und gar nicht geheuer. Bryans Fahrstil war einfach schrecklich, wenn er schnell fuhr. Dann flitzte er mit quietschenden Reifen um die Kurven und hatte auch noch Spa� dabei. Mark klammerte sich am Sitz fest und blickte �ngstlich aus dem Fenster. "Bryan, nicht so schnell!", rief er.

"Nicht so schnell! Du bist gut. Wie sollen wir die denn dann einholen? Au�erdem ist das hier immer noch MEIN Auto. Deins hat ja einen Schaden. Wenn du nichts so schnell willst, dann fahr zur Werkstatt und hol dein Auto. Das wird sich garantiert nicht von der Stelle r�hren." Und Bryan behielt recht. Nach wenigen Minuten hatten sie das Auto eingeholt. Bryan wurde langsamer und hielt gen�gend Abstand, um nicht erkannt zu werden.

"Sag mal, machst du �fter solche Verfolgungsjagden?", fragte Mark erstaunt. Bryan grinste. "Tja, wenn Kerry mir abhaut, dann muss ich ihr auch hinterher fahren."

Mark konnte es nicht fassen. Jetzt sa� er hier mit Bryan im Auto und verfolgte Nicky, der gerade entf�hrt worden war und dann kamen schon wieder diese bl�den Spr�che.

Nicky war �ngstlich und verwirrt zugleich. Diese Frau hatte ein Affentempo drauf und Nicky hatte keine Ahnung, was das jetzt werden sollte. Was machte es denn f�r einen Sinn, einen Menschen vor den Augen der Polizei zu entf�hren, wo er gerade festgenommen wurde. Oder wollte ihn jemand befreien? Aber wer denn? Nicky kannte die Stimme der Frau nicht. Da kannte er nur Georginas und wenn die es nicht war da... Nee, da h�rte seine Stimmenkenntnis auf. Er schaute aus dem Fenster und merkte, dass sie die Stadt verlie�en und ein Blick in den R�ckspiegel sagte ihm, dass kein Streifenwagen hinter ihnen her war. Nichts, was irgendwie... Halt, war das nicht... Nicky wusste nicht, was er davon halten sollte, dass Bryans Wagen hinter ihnen her fuhr. Einerseits musste er innerlich grinsen, weil seine Entf�hrerin, wer es auch immer war, keine Ahnung hatte, andererseits hielt er die Aktion die die beiden da veranstalteten f�r nicht ganz ungef�hrlich. Er sah genauer hin.

"War klar", dachte Nicky, als er sah, das Bryan am Steuer sa�. Kein anderer w�re auf die Idee gekommen, eine Verfolgungsjagd zu starten. Nicky �berlegte. Durfte Bryan �berhaupt schon wieder Auto fahren? Er konnte sich noch genau daran erinnern, wie der Arzt gesagt hatte, dass das f�r einen Monat tabu w�re. F�r Bryan war die Welt zusammen gebrochen und er hatte heftig protestiert, aber es hatte alles nichts gebracht. Der Arzt hatte nicht nachgegeben auch, als Bryan ihm versichert hatte, dass er sich schon eine Woche ohne Autofahren nicht vorstellen konnte. Was sollte der Arzt auch tun. Das Bryan ein Autofan war, �nderte nun mal nichts an der Tatsache, dass Bryan eine kaputte Schulter hatte und Bryan musste sich geschlagen geben. Doch ein Chauffeur hatte sich schnell gefunden. Nicky hatte sich immer noch schuldig gef�hlt und das tat er auch jetzt noch und so hatte er Bryan �berall hingefahren, wenn Kerry mal gerade nicht zur Stelle gewesen war.

Nicky schaute wieder auf die Stra�e. Sie hatten die Stadt hinter sich gelassen und hielten schlie�lich vor einem verlassenen Fabrikgeb�ude. Bryans Auto war nicht zu sehen. W�re aber auch zu bl�d gewesen.

Nicky stellte sich vor, wie Bryan das Auto neben ihnen parkte, mit einem Grinsen auf dem Gesicht ausstieg und freundlich fragte: "K�nnen wir Nicky jetzt wiederhaben?" Ja, auch das w�rde er seinem Kumpel zutrauen. Doch Gott sei dank war Bryan nicht wirklich so bl�d. Oder hatte er sie verloren? Die Variante hatte Nicky noch gar nicht bedacht. Er erfuhr nicht, was los war. Die Frau zog ihn aus dem Auto und schleppte ihn in das alte, graue Geb�ude. Sie befanden sich in einer gro�en Lagerhalle. �berall hohe, graue W�nde und nur ein paar kleine Fenster, die Nicky eher an Schie�scharten erinnerten, brachten ein wenig Licht in die Halle. Aber auch das brachte nicht viel, da es drau�en langsam dunkel wurde. In der Mitte der Halle stand ein Stuhl. Die Frau dr�ckte Nicky runter und zog wieder ihre Waffe.

Bryan hatte die Lagerhalle erreicht und parkte neben dem Auto. "So, da sind wir." Bryan beugte sich zu Mark r�ber und �ffnete das Handschuhfach. Er kramte darin herum und holte etwas schwarzes heraus. Mit Schrecken musste Mark feststellen, dass es eine Waffe war.

"Bryan, du hast eine Waffe im Auto.

Bryan lud die Pistole. "Du glaubst gar nicht, was ich alles im Auto hab", sagte er ruhig und schloss das Handschuhfach wieder.

"Aber warum hast du..."

Bryan grinste. "Eigentlich hatte ich sie mir zugelegt, falls Nicky mal in eine Lagerhalle entf�hrt werden sollte und wir ihn verfolgen m�ssten, aber jetzt kann ich auch ganz gut Gebrauch davon machen."

Mark wurde ungeduldig. "Bryan, lass die Scherze." Bryan seufzte und stieg aus dem Wagen. Mark ebenfalls. Er ging um das Auto herum und nahm Bryan die Waffe weg.

"Ich gehe, du bleibst hier", sagte er und schubste Bryan zur�ck ins Auto.

"Wieso", fragte Bryan und wollte wieder aufstehen. Mark dr�ckte ihn runter und schlug ihm leicht auf die Schulter. "Au", sagte Bryan leise.

"Darum", sagte Mark, schloss die Autot�r, steckte die Waffe hinten in die Hosentasche und ging los.

"Oh Vollidiot", sagte Bryan, als er sah, wie die Waffe aus Marks Hosentasche fiel und im Gras landeten, das �berall zwischen den alten Betonplatten auf dem Boden wuchs. Und Mark merkte es nicht mal. Aber Bryan r�hrte sich nicht vom Fleck. Jetzt musste er die Polizei rufen. Jetzt ging es nicht mehr anders. Er fasste in seine Hosentasche. "Shit", fluchet er. Das Handy lag zu hause.

Mark ging in die Halle und wartete hinter einer Wand, was geschehen w�rde. Gespannt h�rte er zu, was die Frau zu sagen hatte.

"Endlich", sagte die Frau. "Wie sehr hab ich auf diesen Moment gewartet."

"Wer bist du", rief Nicky.

"Das w�sstest du wohl gerne! Aber gut, wenn du das so willst, dann zeig�s ich�s dir. Du wirst es sowieso niemandem mehr weitererz�hlen!" Die Frau ging auf ihn zu und zog dann ihre Maske ab. Nicky erschrak.

"Richtig", sagte die Frau. "Kathy!"

Jetzt hatte Nicky sie erkannt.

"Ich nehme an, du wei�t, worum es geht?", fragte sie und sah ihn verf�hrerisch an. Nicky dr�ckte seinen r�cken gegen die Stuhllehne und sch�ttelte den Kopf. "Wegen eines bl�den Autogramms wirst du diesen Aufwand ja wohl nicht veranstalten, oder?"

"Nicht ganz", sagte sie ver�chtlich. Nicky war verwirrt. Diese Stimmungswechsel machten ihn ganz verr�ckt. Erst tat sie so, als w�rde sie mit ihm in die Kiste springen wollen und dann war sie pl�tzlich so k�hl.

"Aber das Autogramm spielt da auch eine Rolle", fuhr sie fort. "Na ja, was hei�t hier "DAS Autogramm"? Du hast mir ja keins gegeben."

"Schlimm", sagte Nicky v�llig �bertrieben.

"Stell dir vor, es war schlimm. Seit es euch gibt, tr�ume ich davon, dich EINMAL zu treffen. Und was glaubst du eigentlich, was ich denke, als du da pl�tzlich �ber die Stra�e l�ufst. Zum greifen nah. Und was machst du? Du gibst mir nicht mal ein Autogramm. Dazu kommt, dass du ganz sch�n unfreundlich warst. Sag mal, ist das immer so, das Stars so eingebildet und egoistisch sind?"

"Hey, jetzt bleib mal ganz ruhig. Ich war mies drauf und es ging mir nicht gut..."

"EIN Autogramm."

"Wenn du es jetzt bekommst", versuchte Nicky sie zu bes�nftigen.

"Nicky, du bist ja so ein Vollidiot. Begreifst du denn gar nichts? Es geht nicht um das Autogramm. NICHT MEHR!"

"Was willst du dann?"

"Ich will dich umbringen. Mehr will ich jetzt echt nicht mehr. Ich will nur noch, dass du stirbst. So, wie Brad!"

"Wer verdammt noch mal ist Brad?"

"Wie, du wei�t nicht mal, wer der Tote war, der in dem Auto sa�?"

Nicky klappte der Unterkiefer runter. Was hatte DIE denn jetzt damit zu tun?

Als Kathy sein erstauntes Gesicht sah, sagte sie: "Brad war mein Freund."

Nicky wurde immer verwirrter. Was hatte Kathys toter Freund denn jetzt schon wieder mit diesem bl�den Autogramm zu tun?

"Pass auf, weil du es ja sowieso nicht kapierst, will ich dir auf die Spr�nge helfen. Es war der Tag, an dem ich dich getroffen hab. Nachdem du mich so schroff zur�ckgewiesen hattest, war ich total fertig. Den ganzen Tag bin ich durch Dublin gelaufen, immer mit der Hoffnung, dich vielleicht noch mal zu treffen, aber es sollte wohl nicht so kommen. Also bin ich wieder gefahren. Ich wollte mich am Abend noch mit Brad treffen. Aber ich konnte mich kaum aufs Autofahren konzentrieren. Die ganze Zeit musste ich an dich denken..."

"Mein Gott, komm zur Sache", bettelte Nicky.

"Sei still und lass mich ausreden, sonst wirst du das Ende der Story nie erz�hlen und es w�re doch wirklich schade, mit dieser Ungewissheit zu sterben oder?" Als Nicky schwieg, fuhr sie fort. "Jetzt kommt der Punkt. Es ist passiert..."

"WAS?"

"Jetzt halt doch mal endlich deine riesige Fresse. Etwas schreckliches ist passiert. Ich bin gegen ein Auto gefahren, dass auf der Stra�e stand. Als ich ausstieg, erkannte ich das Auto sofort. Es war Brads Auto und ich hatte riesige Angst, dass er im Auto sa�. Noch nie in meinem Leben hatte ich so einen Schiss. Aber als ich Brad dann gesehen hab...

Verstehst du es jetzt? ICH hab Brad umgebracht!!!"

Nicky w�re fast vom Stuhl gefallen. SIE hatte das Auto Schrott gefahren? Das konnte nicht sein. Sie schien seine Gedanken zu lesen.

"Und wie das sein kann. Bei mir ist die Welt zusammen gebrochen, als ich gemerkt hab, dass Brad tot war. Ich hab erst mein Auto weggefahren und bin dann zur�ck. Wie ein gefangener Tiger im Zoo bin ich durch die Stra�e gelaufen. Ich hatte so viele Gedanken im Kopf. Ich trauerte um Brad, ich wusste nicht, wie ich da jemals wieder rauskommen sollte. Aber dann ist pl�tzlich ein Auto gekommen." Ihre Stimme wurde immer ver�chtlicher.

"Ich dachte, ich w�rde tr�umen, aber pl�tzlich fuhr der wagen Schlenker und dann... ich glaub das immer noch nicht. Da f�hrt das Auto in Brads rein. Genau rein. Die ganze Sache wurde immer unfassbarer, als ich die Person erkannte, die aus dem Wagen stieg. DU. Du bist dann zu dem Wagen gelaufen. Ich dachte nur "Schei�e, wenn der die Polizei ruft", aber es wurde immer sch�ner. Du Idiot hast sofort geglaubt, dass DU ihn umgebracht hast und bist nat�rlich nicht zur Polizei gegangen. Das war meine Chance. Meine Drohbriefe haben deinen Glauben nur noch best�rkt, wie geplant. Dann wollte ich dich umbringen, dich aus dem Weg schaffen!" Sie machte eine Pause.

"H�tte Gef�ngnis denn nicht gereicht?", fragte Nicky.

Sie lachte sp�ttisch. "Ja, h�tte es vielleicht, aber es sah ja ganz so aus, als w�rdest du mit deiner L�gerei unschuldig davon kommen. Also wollte ich dich umbringen. Das Konzert war die beste Gelegenheit. Ich war am Zielen und wollte schie�en. Aber da kam dann dein Freund. Musste der Kerl sich denn in den Weg stellen? Aber es blieb auch keine Zeit mehr. Es war ja schon h�chstschwierig gewesen, die Waffe in die Halle zu bekommen, aber dann liefen auch noch dauernd diese Securities da rum. Also schoss ich und dann gab es pl�tzlich ein riesiges Chaos und viel zu sp�t merkte ich, dass ich nicht dich, sondern deinen Freund getroffen hatte. Aber um nicht aufzufallen hab ich mich hysterisch kreischend in die Menge geschmissen und mich zum Ausgang dr�ngen lassen. Dann hast du mit Bryan geredet und der verpetzt dich nicht mal. Schade, dass er dich nie wieder sehen wird.

Aber dann wollte ich dich wieder umbringen, nachdem dieser bl�de Mark dich auch noch davon abgehalten hatte, mir die Arbeit abzunehmen. Als du aus dem Krankenhaus kamst, da war ein guter Zeitpunkt. Dein Freund Bryan kannte ja nur DEINE Wahrheit und damit h�tte danach ruhig zur Polizei gehen k�nnen. Das w�re mir nur zugute gekommen. Aber er ist nicht gegangen. Egal. Du bist also los gefahren und hast zum Gl�ck nicht mal den Brief gesehen und bist trotz defektem Auto losgefahren. Du solltest einfach nur irgendwo vorfahren. Nicht mehr. Und was machst du? Du willst mit den kaputten Bremsen dem Verkehr entgehen und f�hrst wieder in die kleine Stra�e. Genau da kommst du ins Rutschen und bleibst vor einem Stra�enschild stehen. Ich konnte echt nicht glauben, dass es so viele Zuf�lle im Leben gibt.

Da hab ich dir sie SMS geschrieben. Die Idee kam so pl�tzlich, aber ich war entschlossen, dich so sterben zu lassen, wie Brad.

Kannst du dir eigentlich vorstellen, wie f�r mich ein weiteres mal die Welt untergegangen ist, als du das �berlebt hast? Ich wollte dich tot auf dem Friedhof sehen. Ich wollte dich umbringen und niemand anders sollte es tun..."

Nicky dachte, dass sie verr�ckt sei. Total verr�ckt.

Sie fuhr fort: "Dann war da wieder Mark. Auch so ein ganz bl�der. Findet der genau das raus, was ich als die Wahrheit anerkennen wollte. Genau wie er es gesagt hatte, sollten es alle akzeptieren. Ich h�tte mir so gew�nscht, dass er zur Polizei geht. Dann h�tte ich dich immer noch umbringen k�nnen. Aber nein, ihr, du, Bryan und Mark, ihr habt dicht gehalten. Die anderen haben ja nicht mal gefragt, wo denn die oberdoofen Spr�che von Bryan blieben und deshalb ist wegen euch nichts aufgeflogen.

Aber dann kommt die superschlaue Polizei. Und die entwickeln eine Theorie. Kaum zu glauben, aber es ist die gleiche wie Marks. Alles schien perfekt, aber ich kenne ja die Technik von heute und wei�, wie knallhart die Gerichtsmediziner sein k�nnen. Wer wei�, was passiert w�re, wenn jemand herausgefunden h�tte, das Brad schon tot war, als du noch im Studio warst! Eine Katastrophe. Ich wollte dich auf keinen Fall der Polizei �berlassen. ICH wollte dich! NUR ICH! Den Rest kennst du ja." Kathys Stimme war auf dem H�hepunkt der Abf�lligkeit angelangt. Jetzt stand sie vor ihm und hatte ein schadenfreudiges Grinsen im Gesicht. "wenn du keine Fragen mehr hast, dann w�rde ich die Sache jetzt gerne beenden", sagte sie und richtete die Waffe auf Nicky. Nicky brach der Schwei� aus. Er wollte hier nicht sterben. Nicht jetzt, wo er nicht mal mehr einen Menschen auf dem Gewissen hatte und er wollte auf keinen Fall von dieser doofen Tussi umgebracht werden. "Neeeiiin", rief er, dass es in den W�nden der Halle widerhallte, aber Kathy st�rte sich nicht an ihm. Sie kniff ein Auge zu und zielte.

"Keine Angst, es geht ganz schnell und du wirst gar nichts davon merken", sagte sie leise.

Jetzt wurde es ernst. Mark musste einschreiten. Er griff in seine Hosentasche und wollte die Waffe rausholen. Aber da war nichts. Mark tastete weiter. Keine Waffe.

"NEEEIIINNN!", kam es da hinter ihm. Kathy drehte sich erschrocken um. Dann knallte es und Kathy fasste sich an die Schulter. Dann fiel sie zu Boden. Mark drehte sich um.

"Bryan, ich hab doch gesagt, dass du..." Bryan lachte. "Gut, dass ich nicht..."

Nicky war von Stuhl aufgesprungen und lief zu den beiden.

"Was macht ihr denn hier?", fragte er Bryan und Mark, die hinter der Wand hervorgekommen waren.

"Ist jetzt nicht wichtig, wir brauchen eine Krankenwagen. Hat jemand ein Handy dabei? Ich h�tte die Polizei l�ngst gerufen ,aber mein Handy..."

Mark holte sein Handy aus der Tasche und rief einen Notarzt, w�hrend Bryan und Nicky sich heulend in die Arme schlossen.

"Ah", sagte Bryan und fasste sich an die Schulter. Nicky lie� ihn los und fragte: "Was ist?"

"Ach, ich glaube, meiner Schulter geht es noch nicht wieder so toll, aber da bin ich wohl nicht der einzige." Er deutete auf Kathi, die auf dem Boden lag. Bryan und Nicky gingen zu ihr. Bryan zog sein Sweatshirt aus und dr�ckte es auf Kathys Wunde. Er merkte, dass sie nicht so stark blutete, wie seine es getan hatte. Mark kam dazu. "Seit wann standest du hinter mir?", fragte er Bryan.

"Von Anfang an. Eigentlich wollte ich die Polizei rufen, aber ich hatte mein Handy nicht dabei. Ich hab gesehen, dass du die Waffe verloren hast und da bin ich dir lieber hintergelaufen." Mark atmete auf.

Wenig sp�ter wimmelte es in der Halle von �rzten und Polizisten. Louis, Kian und Mark waren auch da. Dann kam Georgina, die sich sofort auf Nicky st�rzte. Auch Kerry rannte auf Bryan zu und klammerte sich an ihn. Kathy wurde sofort ins Krankenhaus gebracht. Alle schauten dem Krankenwagen nach. "Ich kann nicht glauben, dass du ihre Schulter getroffen hast", sagte Mark.

Bryan lachte und sagte: "Rache ist s��!"

"Ja, ja, unser Bryan", sagte Mark und klopfte Bryan auf die Schulter. "Au", sagte Bryan wieder. Nicky zog ihn am Arm.

"He, was soll das?"

"Du kommst jetzt mit zu dem einen Krankenwagen dahinten und l�st deine Schulter untersuchen", sagte Nicky. Bryan schaute sich um und sah, dass da wirklich noch ein zweiter Krankenwagen war. Er weigerte sich, Nicky zu folgen.

"Jetzt komm, du Dickkopf", sagte Nicky und zog fester. Die anderen schauten sich das Spektakel belustigt an. Doch Bryan gab am Ende nach und ging mit Nicky in den Krankenwagen.

"Was hat er denn mit seiner Schulter gemacht?", fragte Kerry. Mark grinste. "Er hat erst eine Verfolgungsjagd gemacht, dann auf Kathy geschossen, Nicky umarmt und sich dann von mir draufklopfen lassen." Alle lachten. Nach zehn Minuten kam Bryan zur�ck. Er hatte den Arm in der Schlinge.

"Jetzt wollen wir aber die Story h�ren", sagte Kian, als sie alle wieder komplett waren. Bryan schnaufte. "Ganz sch�n lang die Story."

"Ja, die k�nnen wir auch zusammen auf dem Pr�sidium kl�ren", sagte pl�tzlich ein Polizist hinter ihnen.

Also wurden alle in irgendwelche Autos verfrachtet und zur Polizei gefahren. Dort gab es eine Endlose Besprechung, bis die ganze Story endlich durchgesprochen war und Nicky, Mark und Bryan waren so geschafft, dass sie jeder f�nf Tassen Kaffee tranken. Als Nicky, Mark und Bryan die Geschichte erz�hlten, staunten die anderen echt nicht schlecht und Nicky konnte es echt nicht fassen, was da passiert war.

Es war bereits drei Uhr in der Fr�h, als alle sich auf den Weg nach hause machten, um wenigstens noch ein paar Stunden Schlaf zu bekommen.

Am n�chsten Morgen war sch�nes Wetter. Als Nicky ein paar Sonnenstrahlen ins Gesicht fielen blinzelte er. Noch nie hatte er sich morgens so gut gef�hlt.

Sein Wecker klingelte. Dann das Handy. Nicky schlug den Wecker zu Boden und machte das Handy aus. Wenig sp�ter klingelte das Telfon. Nicky �berlegte, ob er nicht einfach den Stecker aus der Wand ziehen sollte. Doch er tat es nicht. Er nahm ab und sagte: "Ja?"

Es war Bryan, der auch schon versucht hatte, auf Nickys Handy anzurufen und es h�rte sich so an, als w�re er gerade dabei, auf seinem Bett auf und ab zu springen. Er war v�llig au�er Atem und konnte es kaum erwarten ihm etwas zu erz�hlen.

"Nicky... Nicky... ich..."

"Hey Bryan, jetzt beruhig erst mal."

"Geht nicht!", rief Bryan und h�pfte freudig weiter. "Nicky, das Album ist auf der 1!"

"Was? Sag das noch mal!"

"Das Album ist auf der 1!", wiederholte Bryan schreiend.

Nicky konnte es nicht fassen. Eine viertel Stunde lang schrieen sie sich vor Freude an, bis Bryan das Gespr�ch beendete.

Nicky lie� sich zur�ck in die Kissen fallen.

"Nr. 1", seufzte er noch, bevor er gl�cklich wieder einschlummerte.

 

Hosted by www.Geocities.ws

1