Ein Engel auf Erden

oder

Mission impossible

(wie alles begann)

Louis seufzte und st�tzte den Kopf in die H�nde. Auf seinem Schreibtisch lag ein riesiger Papierberg, der nur darauf wartete, abgearbeitet zu werden. Nichts als Probleme hatten die da unten auf der Erde und er konnte dann wieder sehen, wie das alles wieder in Ordnung kam, was meist nicht der Fall war, aber versuchen musste man es ja doch immer. Louis lehnte sich in seinem wei�en Polstersessel, der nach all den Jahren langsam unbequem wurde, zur�ck und schloss die Augen. "Urlaub", dachte er doch als er wieder auf den Berg von Zetteln sah, verwarf er den Gedanken und nahm den obersten Zettel vom Stapel. An Urlaub war bei der Masse vom Arbeit wirklich nicht zu denken. Er las den Zettel sorgf�ltig durch und seufzte erneut. "Na sch�n, was sein muss, muss sein", sagte er schlie�lich und �ffnete eine der Schubladen seines wei�en Schreibtisches. Er kramte eine Liste hervor, auf der lauter Namen standen. Louis betrachtete die Liste sehr lange und verzog dann das Gesicht. "Das darf doch nicht wahr sein", sagte er, als er die ganzen Kreuze hinter den Namen sah. "Das kann einfach nicht wahr sein. Alle ausgebucht und beurlaubt", st�hnte er und suchte verzweifelt nach einem verf�gbaren Mitarbeiter. Einige hundert Male betrachtete er die Liste sorgf�ltig, doch das �nderte nichts daran, dass nur noch einer seiner Engel nichts zu tun hatte. Louis sch�ttelte den Kopf. "Bitte nicht", sagte er verzweifelt. "Bitte nicht die 124!" Die 124, die war noch frei, aber Louis bekam das Grauen, bei dem Gedanken, dass er diesem Engel einen so wichtigen Job �berlassen sollte. Doch es half alles nichts. Er legte die Liste beiseite.

"Jenny, w�rdest du bitte Bryan zu mir schicken?", sagte er dann. Jennifer, die Sekret�rin von Louis, die bis jetzt die ganze Zeit auf dem wei�en Sofa in Louis B�ro gesessen hatte und mit ihrer Fl�gelpflege besch�ftigt gewesen war und ihre Fingern�gel gefeilt hatte, schaute auf. Sie war erst ein wenig irritiert, aber dann stand sie auf und setzte ihr zuckers��es L�cheln auf. "Aber nat�rlich, Chef", s�uselte sie, sch�ttelte einmal ihr langes blondes Haar und verlie� das B�ro.

Louis rieb sich die Augen. Eine Weile starrte er an die wei�e Wand, die ihm gegen�ber lag, doch dann stand er auf und ging durch eine T�r in ein Nebenzimmer. In dem Zimmer befanden sich lauter wei�e Schr�nke mit etlichen Schubladen. Louis �berlegte kurz und ging dann auf einen der hinteren Schr�nke zu. Er suchte die Schublade, die mit der Nummer 124 versehen war und wollte sie �ffnen. Doch vorher sch�ttelte er den Kopf und seufzte: "Oh mein Gott!"

Der Griff der Schublade war schon richtig abgenutzt, was auf den h�ufigen Gebrauch dieser Schublade hinwies und Louis wusste auch genau, warum. Er streckte die Hand aus und �ffnete die Schublade. Als er den Inhalt sah, musste er kurz die Augen zusammenkneifen. Die Schublade war voll mit roten Zetteln, die ihn richtig blendeten. Wegen diesen roten Zetteln tauchte Bryan fast regelm��ig in Louis B�ro auf. Louis hielt ihm dann jedes Mal eine Standpauke, die jedoch nie dazu gef�hrt hatte, dass Bryan sich gebessert hatte.

Louis kramte in den Zetteln herum. Nichts als diese roten Dinger. Nur ganz unten in der Schublade fand Louis etwas anderes. Es war Bryans Handy. Louis war schockiert. Wie lange lag das denn schon da? Bryan hatte st�ndig Handyverbot, was auch auf einigen der roten Zettel stand, und deswegen hatte Louis schon nicht mehr den �berblick, was Bryan denn das letzte Mal angestellt hatte. Louis steckte das Handy in seine Tasche, schloss die Schublade und ging kopfsch�ttelnd zur�ck in sein B�ro.

Als Jennifer das B�ro verlassen hatte, wusste sie genau, wo sie hin musste. Sie verirrte sich st�ndig in dem riesigen wei�en Geb�ude, mit den vielen Fluren und T�ren, doch fast jeden Tag schleppte sie Bryan zu Louis hoch und inzwischen war es kein Problem mehr, sein Zimmer zu finden. Sie ging die langen wei�en Flure entlang, bog ein paar Mal rechts und links ab und stand schlie�lich vor Zimmer 124.

Sie klopfte an die T�r und wartete. Keine Antwort. Sie klopfte erneut, doch es blieb still.

Nach einer Weile verlor sie die Geduld und �ffnete die T�r.

"Na das ist mir ja ein ganz feiner Engel. Alle sind am arbeiten, weil die Erde mal wieder nichts gebacken kriegt und Engel Bryan ist noch immer nicht aus den Federn gekommen", sagte sie, stellte sich vor das Bett und verschr�nkte die Arme.

Langsam bewegte sich etwas unter der wei�en Decke auf dem Bett. Dann kam Bryans verschlafener Kopf darunter hervor. "Wat is?", fragte Bryan und rieb sich die Augen. Dann musterte er Jennifer von oben bis unten und sagte: "Wow", wobei er Jennifers wei�es Mini nicht aus den Augen lie�.

"Bryan", sagte Jennifer mahnend und zupfte nerv�s an ihrem Kleid, als ob sie es l�nger ziehen wollte.

"Okay, okay Jenny, is ja gut", sagte Bryan und lie� sich wieder in die Kissen sinken.

"Bryan" sagte Jennifer erneut, "Louis will dich in seinem B�ro sehen. Und zwar sofort. Au�erdem bin ich f�r dich immer noch Jennifer!"

Bryan g�hnte. "Was hab ich denn jetzt schon wieder ausgefressen?", fragte er dann.

"Woher soll ich das denn wissen, aber wenn du jetzt mal deinen faulen Hintern aus den Federn schieben w�rdest, um dich zu Louis B�ro hochzubequemen, dann w�rdest du es erfahren."

"Ist ja schon gut. Ich komme gleich", sagte Bryan und zog die Decke �ber den Kopf.

"BRYAN! SOFORT!", schrie Jennifer ziemlich ungehalten und zog die Decke weg.

Bryan setzte sich langsam auf und g�hnte. Dann rieb er sich die Augen und stieg langsam aus dem Bett. Er ging zum Schrank und �ffnete ihn. Er lie� seine Blicke �ber die Regalf�cher schweifen und fragte sich, ob er lieber das wei�e T-Shirt oder doch lieber das wei�e Sweatshirt anziehen sollte. Er entschied sich f�r das Sweatshirt, zog noch eine wei�e Hose aus einem der Stapel und machte den Schrank wieder zu. Jennifer stand immer noch da. Bryan schaute sie auffordernd an, doch Jennifer machte keine Anstalten, das Zimmer zu verlassen. Bryan l�chelte. "Liebste Jenny, w�rdest du mir jetzt bitte den Gefallen tun und das Zimmer verlassen, damit ich mich umziehen kann oder m�chtest du mir dabei behilflich sein?", s�uselte er.

Jennifer wurde w�tend. "JENNIFER, wie oft soll ich das noch sagen?" schrie sie und stapfte aus dem Zimmer. Bryan grinste und schl�pfte langsam in seine Klamotten.

"Was gibt�s denn?", g�hnte Bryan, als er Louis B�ro betrat und fast �ber die T�rschwelle gestolpert w�re.

Louis sch�ttelte den Kopf. An diesen Engel konnte man sich einfach nicht gew�hnen.

"Haben Hoheit denn wenigstens gut geschlafen?", fragte Louis ironisch. Bryan g�hnte erneut. Louis sah ihn mahnend an. Dann musterte er Bryan von oben bis unten. Er w�rde sich nie bessern. Auf den ersten Blick sah Bryan ja aus, wie jeder anderen Engel auch, aber wenn man ihn kannte. Bryan war daf�r bekannt dauernd alles zu vergessen, einfach in jedes Fettn�pfchen zu treten, �berall ein Chaos zu verursachen, wo er auftauchte, dauernd das Falsche zur falschen Person zur falschen Zeit am falschen Ort zu sagen und alles zu verschlafen, was man verschlafen konnte. Au�erdem hatte er nichts als Unsinn im Kopf und tauchte deshalb, wie schon gesagt, fast regelm��ig in Louis B�ro auf. Kurz gesagt: Bryan war f�r Louis der absolute Horror und wenn er ihn jetzt wieder so ansah, wobei ihm mal wieder die neonorangenen Schn�rsenkel in seinen Adidas auffielen, dann graute es ihm davor, ihn auf die Menschheit loszulassen. Bryan schaute auf seine Schn�rsenkel und zuckte mit den Schultern. Dann schaute er Louis fragend an.

"Okay, du wirst es nicht glauben, aber ich habe Arbeit f�r dich", sagte Louis und wartete auf Bryans Reaktion. Der verzog nur das Gesicht und g�hnte wieder.

Louis fuhr fort: "Die da unten haben schon wieder ein Problem und DU wirst das in Ordnung bringen!"

Louis �berreichte Bryan den Zettel, auf dem alles notiert war und wartete, bis Bryan ihn grob �berflogen hatte.

"Na die haben vielleicht Probleme", sagte Bryan und kratzte sich am Kopf.

"Ja, und du bekommst ebenfalls gewaltige Probleme, wenn das nicht wieder in Ordnung kommt!" sagte Louis.

"Hey, ich schaff das schon. Wie lange hab ich Zeit?"

"Na, ich denke so in 2-3 Wochen solltest du das geschafft haben."

"2-3 Wochen?", fragte Bryan und lie� seinen Unterkiefer runterklappen. "Das ist v�llig unm�glich!"

"Das ist dein Problem", sagte Louis und widmete sich schon wieder andere Dingen.

"Halt, halt, halt, halt, halt. Wie sieht�s mit �ner Wohnung aus? Soll ich unter �ner Br�cke pennen oder was?", regte Bryan sich auf und verschr�nkte die Arme.

Louis schaute auf. "Okay, hast ja recht. Ich k�mmere mich drum."

"Und was ist mit einem Auto?"

"Sonst noch irgendwelche W�nsche?"

"Soll das hei�en, dass ich die ganze Zeit zu Fu� laufen soll? Da mache ich aber nicht mit", sagte Bryan und war nah dran, den Zettel zu zerrei�en.

"Halt!", schrie Louis, der mal wieder einsehen musste, dass Bryan ein alter Sturkopf war und es wirklich fertig bringen w�rde, die ganze Sache hinzuschmei�en. "Ich werd�s mir �berlegen!"

Bryan, wollte den Zettel eigentlich gerade in Ruhe lassen, aber wenn Louis es so wollte... Bryan nahm den Zettel in beide H�nde und wollte kurzen Prozess machen. Louis sprang auf und sagte hastig: "Okay, okay, du bekommst dein Auto!"

"Und dann war da noch was", sagte Bryan, "WAS IST..."

"Ja?", fragte Louis genervt.

"Was ist, wenn ich das nicht schaffe?"

"Dann hast du Pech gehabt. Dann bleibst du auf der Erde", sagte Louis, als ob das etwas ganz nat�rliches w�re und wirklich �berhaupt nicht zur Diskussion st�nde.

"WAS? Wollen sie mich vereimern?", fragte Bryan schockiert und starrte Louis fassungslos an.

"Nein", sagte Louis entschlossen. "Das sind die neuen Regeln zur Leistungsverbesserung der Angestellten. Tut mir Leid, aber das kommt von ganz oben und ich konnte nichts dagegen tun. Und jetzt machst du dich besser auf den Weg. Und sieh zu, dass du nicht wieder alles vergisst."

"Was soll ich denn vergessen?", fragte Bryan.

Louis sch�ttelte wieder den Kopf. "Jetzt tu nicht so, als ob du nie etwas vergessen w�rdest. Mit anderen Worten: du bist der vergesslichste Mensch, sorry, ich meine nat�rlich Engel, den es je auf erden... �h...im Himmel gegeben hat. Wo ist dein Handy?"

Bryan schlug sie mit der flachen Hand vor die Stirn. "Oh Schei�e, liegt noch in meinem Zimmer", sagte er und wollte losrennen.

"Bryan", hielt Louis ihn zur�ck. "Ich glaube du hast da was vergessen. Du hattest Handyverbot." Louis zog das Handy aus seiner Tasche und als Bryan sich umdrehte wedelte er damit in der Luft herum. Bryan verzog das Gesicht. "Sehr witzig", sagte er und schnappte sich das Handy. "Sonst noch was?"

"Nein."

"Gut, dann verschwinde ich jetzt", sagte Bryan und ging Richtung T�r.

"Ja, aber verschwinde schnell", st�hnte Louis. Dann griff er zum Telefon und w�hlte. Als sein Gespr�chspartner dran gegangen war, sagte er: "Tut mir leid, aber die restlichen Auftr�ge m�ssen warten. Wir sind so ausgebucht, dass wir sogar auf die 124 zur�ckgreifen mussten. Und dann h�tte ich da noch eine Bitte. Wenn das keinen Stress macht, dann sorgt bitte daf�r, dass der Kerl nicht unter ein Auto ger�t oder so!" Er legte auf und lehnte sich zur�ck. "Dieser Engel", seufzte er. "Nein, dieser Engel!"

Georgina knallte die T�r zu. Nicky h�rte noch, wie sie drau�en in ihr Auto stieg und wegfuhr. Er lie� sich aufs Sofa sinken, st�tzte den Kopf in die H�nde und dachte nach. Womit hatte er das verdient. So viele Jahre mit Georgina und dann das. Sie hatte ihn verlassen und w�rde sooo schnell nicht wieder kommen. Sollte er sie anrufen? Lieber nicht. Trotzdem zog er sein Handy aus der Tasche und w�hlte.

"Ja?", erklang es am anderen Ende der Leitung.

"Hi Shay, ich bin�s", sagte Nicky und man konnte ihm anh�ren, dass er traurig war.

"Nix, was ist denn los?", fragte Shane.

"Ach Shane... es ist... Georgina... sie hat mich... sie hat mich verlassen!", sagte Nicky und k�mpfte mit den Tr�nen.

"Was?", fragte Shane erschrocken. "Sie hat dich wirklich verlassen? Nix...das..."

Nicky schluchzte weiter. "Ich wei� auch nicht, warum. Sie war irgendwie sauer und ist dann abgehauen."

Shane seufzte. "Nicky, die kommt schon wieder. Sie w�rde dich doch nicht ernsthaft verlassen."

"Da bin ich mir nicht so sicher", sagte Nicky.

"Doch. Das wird schon wieder. Jetzt mach dir keinen Kopf und warte erst mal ab, okay?"

Nicky wurde ruhiger. "Okay Shane, danke."

"Kein Problem. Jetzt beruhig dich erst mal! Hast du Lust, zu mir zu kommen? Meine Eltern und Geschwister sind die n�chsten Tage nicht da und ich hab hier sturmfreie Bude!"

"Hey, wenn dir das nichts ausmacht! Ich muss dringend raus hier."

"Kein Problem, Nix. Du kannst sofort vorbei kommen, wenn du willst."

"Okay, dann bis sp�ter", sagte Nicky und legte auf.

Auf dem Flur vor Louis B�ro ging Bryan zu den vielen Aufz�gen. Er blieb vor dem Aufzug mit der Aufschrift "ERDE" stehen, dr�ckte auf den Knopf und wartete. Als die T�ren sich �ffneten stieg Bryan in den Aufzug und machte sich auf den Weg gen Erde. Er zog den Zettel, den er von Louis bekommen hatte aus der Tasche und las ihn noch einmal grob durch. "Schon wieder so eine bl�de Beziehungskiste", dachte er sich, als er die ganzen Zahlen und den B�roquatsch �bersprungen hatte und bei dem wesentlichen angekommen war.

Nicky Byrne und Georgina Ahern, nicht verheiratet, heftiger Streit u.s.w. Nach Irland sollte es gehen. Bryan versuchte, sich zu konzentrieren und hoffte, dass es diesmal klappen w�rde. Fast noch nie war er da angekommen, wo er ankommen sollte und das bedeutete f�r Louis, was f�r Bryan nicht ganz so schlimm war, aber auch f�r ihn eine Menge Unannehmlichkeiten.

Der Aufzug stoppte und die T�r �ffnete sich. Bryan stieg aus dem Aufzug und schaute sich um. Er war in einer Tiefgarage gelandet. Bryan war angespannt. Dies konnte genauso gut eine Tiefgarage in China sein. Bryan kam von dem Gedanken ab, als pl�tzlich etwas in seine Tasche plumpste und sein Handy klingelte. Bryan fasste in die Tasche und zog einen Schl�ssel hervor. Dann nahm er sein Handy und sah, dass er eine SMS von Louis bekommen hatte. "Dein Auto steht hinten links", stand darin. Bryan steckte das Handy zur�ck in die Tasche und blickte sich kurz um. Das Parkhaus war fast leer. Bryan ging quer durch das Parkhaus bis er in der linken, von ihm aus hinteren Ecke angekommen war. Da stand tats�chlich ein Auto. Bryan st�hnte. Das Auto war wie erwartet wei� und schien nicht gerade neu zu sein.

"Typisch Louis", dachte Bryan und �berlegte. Aber dann probierte er erst mal, ob die Schl�ssel passten, nur, um sicher zu sein, dass dies auch wirklich das richtige Auto war. Die Schl�ssel passten. "Um Gottes Willen, was f�r eine Klapperkiste. Mit der komme ich nicht weit", dachte Bryan war aber gleichzeitig erleichtert, dass er wenigstens im richtigen Parkhaus gelandet war. Er �berlegte wieder. Dann zog er erneut sein Handy aus der Tasche und w�hlte.

"Himmel, Abteilung Louis f�r jegliche Probleme aller Art, Jennifer, guten Tag, ich m�chte sie darauf hinweisen, dass..."

"Jenny, ich bin�s, Bryan..."

"JENNIFER, ich sag�s dir zum letzten Mal!"

"Ist ja gut Jenny, ich werd�s versuchen. Aber ich..."

"Bryan... du..." Jenny schnaufte w�tend.

"Okay JENNIFER, ich hatte da mal eine Frage... �h... eine Bitte... k�nntest du mir einen klitzekleinen Gefallen tun?", fragte Bryan vorsichtig.

"Dir? Einen Gefallen tun?"

"Bitte Jenny... �h... Jennifer. Diese Klapperkiste hier... k�nntest du da nicht... na ja... nur ein kleines bisschen..."

"Warum fragst du da nicht Louis? Der ist f�r das Auto verantwortlich", sagte Jennifer genervt.

"Jennifer, du kennst ihn doch. Das kann ich voll vergessen. BITTE!"

"Und warum sollte ich das tun?"

"Weil... weil... weil ich dich dann garantiert nie, nie, nie wieder Jenny nennen werde. Ich schw�re", sagte Bryan und kreuzte die Finger auf dem R�cken.

Jenny gab nach. "Okay, ich mach�s, aber wenn das rauskommt: ICH war es NICHT!"

"Versprochen", sagte Bryan und kreuzte wieder die Finger. "Du bist echt ein Schatz."

"Bin ich nicht", fauchte Jenny.

"Ist ja gut, trotzdem danke." Jennifer legte auf. Bryan stellte sich mit verschr�nkten Armen vor das Auto und wartete. Dann machte es einmal "Plopp" und... Bryan riss die Augen auf. "Und ob du ein Schatz bist", sagte er leise und ging ein paar mal um das Auto, dass sich in einen metallgelben Sportwagen verwandelt hatte, herum, um es zu begutachten. Dann �ffnete er die T�r und lie� sich hinters Steuer sinken.

Und jetzt? Wohin jetzt? Bryan hatte keine Ahnung, wo er diesen Nicky finden sollte, geschweige denn... wie hie� sie doch gleich noch? Ach ja, Georgina. Wo waren die beiden? Und wie sollte er die beiden dazu bringen, sich wieder zu lieben? Liebe konnte man schlie�lich nicht erzwingen. Und wo sollte er �berhaupt wohnen. Louis hatte gesagt, er w�rde sich darum k�mmern, aber...

Bryan blieb in der Tiefgarage stehen und wartete. Er wusste selbst nicht, worauf, aber irgendwas musste ja passieren. Aber es passierte nichts. Bryan lie� seine Blicke durch den Wagen schweifen und stoppte vor dem Handschuhfach. "Nat�rlich", sagte er sich und �ffnete es. Er zog jede Menge Papiere heraus und studierte sie sorgf�ltig. Da waren Buchungen eines Hotels, jede Menge Adressen von Leuten, mit denen Bryan �berhaupt nichts anfangen konnte, eine Menge Bargeld und eine T�te Gummib�rchen, ohne die jemand wie Bryan auf der Erde gar nicht auskommen w�rde.

"Na dann los", sagte er sich und trat aufs Gaspedal. Als er die Tiefgarage verlie�, seufzte er. Es regnete in Str�men und es sah nicht danach aus, als w�rden die Wolken sich verziehen und ein paar Sonnenstrahlen durchlassen. Zuerst suchte Bryan das Hotel, von dem er die Adresse auf einem der vielen Zettel in seinem Handschuhfach gefunden hatte. Er brauchte eine Weile, um sich in der riesigen Stadt zurechtzufinden, doch irgendwann hatte er Gl�ck und fand die richtige Stra�e.

Das Hotel war sehr gro� und nicht zu �bersehen. Bryan trat auf die Bremse und wollte einen Parkplatz suchen. Er schaute schon aus dem Fenster hin�ber zu den vielen Parkpl�tzen, als er merkte, dass irgendetwas nicht stimmte. Das Auto wurde nicht langsamer, als er den Fu� von Gaspedal nahm.

Bryan trat fester auf die Bremse, obwohl das Pedal schon bis zum Anschlag durchgedr�ckt war. Nichts passierte. "Schei�e", fluchte Bryan und richtete seinen Blick auf die Stra�e. Was sollte er tun. Wenn er jetzt an eine rote Ampel kommen w�rde, an der auch noch andere Autos standen, dann... Bryan wollte gar nicht dran denken. Doch es ging nicht. Bryan konnte an nichts anderes denken, als an das, was passieren w�rde, wenn ihm jetzt irgendetwas in den Weg kam. Und was sollte passieren, wenn ihm nichts in den Weg kam? Er konnte ja schlie�lich nicht weiterfahren bis das Benzin alle war. Das Auto war vollgetankt und er w�rde Tage brauchen. Wo war Louis? Wo hatte der denn seine Augen, die sonst immer alles sahen, wenn es Bryan gar nicht passte?

Louis sa� in seinem B�ro und hatte Stress. Es gab mal wieder jede Menge zu tun und einige Sachen konnten auf keinen Fall warten. Louis seufzte und kramte dann in seinen Papieren rum. "Wie soll ich das blo� alles schaffen?", st�hnte er und st�tze den Kopf in seine H�nde. Der Stapel Papier war innerhalb von wenigen Stunden, in denen Louis mit Bryan, der drauf und dran war, unten auf der Erde mal wieder ein riesiges Chaos zu veranstalten, sowieso schon genug Probleme hatte, betr�chtlich gewachsen. "Unm�glich", sagte er. "Unm�glich!"

In Dublin war es inzwischen passiert. Bryan war in eine Stra�e eingebogen und sah dann erschrocken nach vorne. Tats�chlich eine rote Ampel und davor eine Schlange Autos. Bryan �berlegte verzweifelt. Viel Zeit blieb nicht, denn das Auto fuhr mit einer enormen Geschwindigkeit auf die Autos zu. Sollte er auf die andere Stra�enseite fahren? Diese Frage beantwortete sich von selbst, als er die Autos sah, die ihm auf der anderen Seite entgegen kamen. Aber der Stra�enrand. "Zusammen mit dem Randstreifen k�nnte der B�rgersteig reichen", sagte Bryan zu sich und war fest entschlossen, das Risiko einzugehen. Er riss das Lenkrad herum und bretterte dann �ber den B�rgersteig an der Autoschlange vorbei.

"Wehe, hier kommen jetzt irgendwelche Fu�g�nger", sagte Bryan. "Die fahre ich um!" Und als ob nicht schon alles genug schiefgegangen war kam eine alte Frau auf dem B�rgersteig entlang. Als die sah, das da pl�tzlich ein Auto direkt auf sie zugerast kam, blieb sie stehen, riss den Mund auf und lie� dann ihre Einkaufst�ten fallen.

"Geh weg", fluchte Bryan innerlich, doch die Frau machte keine Anstalten, sich zu bewegen. Auch wenn Bryan sich geschworen hatte, jegliche Personen �ber den Haufen zu fahren, die sich ihm in den Weg stellten... so ernst hatte er das nun doch wieder nicht gemeint. Aber was sollte er machen. Vor ihm die Frau, auf der einen Seite H�user und auf der anderen Seite die Autos, die immer noch an der roten Ampel standen. Bryan riss das Lenkrad wieder rum und fuhr dann direkt auf den Ampelpfeiler zu. Der kam immer n�her und es gab keine Chance auszuweichen. Bryan schloss die Augen. "Schei�e", sagte er noch einmal, bevor er frontal gegen den Pfeiler krachte. Es gab ein ohrenbet�ubendes Ger�usch, das Auto blieb stehen und irgendetwas krachte auf das Autodach. Dann wurde Bryan schwarz vor Augen.

Louis wachte auf. Verwirrt schaute er sich um. Er war immer noch in seinem B�ro. Vor ihm leider Gottes immer noch der Stapel Papier.

"Morgen Chef", ert�nte da eine Stimme neben ihm. Louis schaute verwirrt auf. Es war Jennifer.

"Bin ich wirklich eingeschlafen?", fragte er verwirrt.

"Ja Chef, sie sollte sich nicht so �beranstrengen. Hier ist erst mal ihr Kaffee." Jennifer stellte ihm eine dampfende Tasse auf den Tisch.

"Jennylein, du bist ein Schatz", sagte Louis noch etwas verschlafen und trank vom dem Kaffee. Langsam wurde er wach und fragte: "Ist denn da unten noch alles in Ordnung?" Das hatte er eigentlich nur gefragt, weil er nicht wusste, was er noch sagen sollte. Was sollte den schon passieren? Doch als Jennifer ihn leicht verlegen anschaute, machte er sich Sorgen. "Jenny, was ist los?"

"Na ja Chef, es ist so..."

"Jenny, jetzt sag schon! Raus mit der Sprache!"

"Also Bryan... der... er ist..."

"Was ist mit Bryan?"

"Bryan... der ist gerade mit seiner Karre vor einen Ampelpfeiler gerast", sagte Jenny nachdem sie einmal tief Luft geholt hatte.

Bryan �ffnete die Augen. Verwirrt sch�ttelt er den Kopf, um klare Gedanken zu fassen. Dann rieb er sich die Augen und schaute sich um. Er lag auf einer Liege, irgendwo in einem Raum, den er nicht kannte. Hinten im Raum stand ein Mann mit einem wei�en Kittel, der ihm den R�cken zugekehrt hatte.

"Was... wie...", fragte Bryan leise.

Der Mann drehte sich um. In der Hand hatte er ein Tablett, doch Bryan konnte nicht erkennen was sich darauf befand. Er richtete sich ein wenig auf.

"Hey, liegen bleiben", sagte der Mann und dr�ckte Bryan runter. Bryan hatte inzwischen realisiert, dass er nach dem Zusammensto� mit der Ampel wohl ohnm�chtig gewesen sein musste und sich jetzt in einem Krankenhaus befand.

Der Mann, der dementsprechend nat�rlich ein Arzt war, kam auf ihn zu.

"Wie lange war ich weg?", fragte Bryan.

Der Arzt wiegte den Kopf hin und her und sagte dann: "Na ja, ich sch�tze so eine halbe Stunde."

Bryan wollte sich an die Stirn fassen, weil er ein wenig Kopfschmerzen hatte, doch der Arzt hielt seine Hand fest. "Das w�rde ich lieber lassen", sagte er und stellte das Tablett auf einen Tisch. Bryan schaute ihn verwirrt an und legte die Hand zur�ck auf die Liege. Der Arzt zeigte auf Bryans Stirn und sagte: "Das da m�ssen wir erst n�hen." Bryan Augen wurden gr��er. Das konnte doch nicht sein. Warum lief immer alles schief, sobald er auch nur einen Finger r�hrte? Die T�r flog auf. Herein kam eine junge Krankenschwester.

"K�nnen wir anfangen?", fragte der Arzt und nahm etwas vom Tablett. Es war eine Nadel, die Bryan bei dem Gedanken, dass der Arzt damit an seinen Kopf wollte, sehr suspekt war. Der Arzt f�delte einen Faden durch die Nadel. Bryan verzog das Gesicht. Doch das half alles nichts. Brutal dr�ckte der Arzt Bryans Kopf nach hinten und dr�ckte dann einen Tupfer unheimlich fest auf seine Stirn.

"Schwester Lisa", sagte der Arzt. Die Schwester reichte ihm daraufhin eine Spritze, die er auch ohne Z�gern in Bryans Stirn piekste. Dann wartete er zwei Minuten und nahm die Nadel zur Hand und machte sich an der Wunde zu schaffen. Als er endlich fertig war, klebte er ein gro�es Pflaster auf die Wunde und legte dann die Sachen weg.

"Die n�chste Woche, sollten sie keinen Sport machen", sagte der Arzt. Bryan h�rte sich noch zwanzig Minuten lang dieses endlose �rztegefasel an, bis ihn der Arzt endlich entlie�. Als er aufstand, tat ihm alles weh. "Wahrscheinlich lauter blaue Flecken und sonst was", dachte er sich und ging leicht wackelig aus der T�r.

Doch drau�en warteten schon die n�chsten. Zwei M�nner in Uniformen, ganz klar Polizisten, standen vor der T�r und erwarteten ihn bereits.

"Sie sind der mit dem Autounfall?" fragte der eine Polizist und stand auf. Bryan nickte und wartete, was geschehen w�rde. Auch der anderen Polizist erhob sich und die beiden kamen auf ihn zu.

"Na da haben sie ja noch mal Gl�ck gehabt", sagte einer der beiden. "Die Ampel sieht nicht mehr ganz so toll aus." Bryans Augen wurden gro�. "Die ist doch nicht etwa..."

"Ganz recht. Sie ist auf das Autodach gekippt. Sie m�ssen ja ganz sch�n schnell gefahren sein. Das Auto wird gerade untersucht. Den F�hrerschein haben wir bereits im Handschuhfach gefunden, doch was mit dem Wagen nicht in Ordnung war, wissen wir auch noch nicht."

"Das kann ich ihnen sagen", meinte Bryan. "Die bl�den Bremsen haben nicht funktioniert."

Die Polizisten nickten. "Leider m�ssen wir sie noch kurz mit ins Polizeipr�sidium nehmen."

Bryan st�hnte, machte aber keine Anstalten, zu protestieren. Er fuhr mit den beiden ins Polizeipr�sidium und kl�rte dort ein paar Sachen. Dann wurde er zur Werkstatt gebracht, um zu gucken, wie weit die denn mit seinem Auto waren. Keine Chance. Das Auto sah nat�rlich noch fast genauso aus, wie nach dem Zusammensto� mit der Ampel.

"Hilft alles nichts", sagte Bryan zu sich und besorgte sich in dem zur Werkstatt geh�renden Autoverleih einen Leihwagen. War nat�rlich wieder ein toller Flitzer und Bryan konnte endlich sein Hotel suchen. Er fuhr los, machte wieder ein paar Umwege, weil er die richtige Stra�e nicht fand und kam dann endlich zu dem Hotel, dass er ja nur kurz gesehen hatte, bevor er gemerkt hatte, dass die Bremsen nicht in Ordnung waren. Gott sei Dank funktionierte es diesmal und Bryan suchte sich einen Parkplatz.

Wenig sp�ter hatte er sein Auto geparkt und stand vor dem Hotel. Er betrachtet das Hotel eine Weile. Der Eingang war eine riesige Dreht�r. "Oh mein Gott", sagte Bryan zu sich. Er z�gerte, bevor er durch die Dreht�r ging. "Jetzt blo� keinen Fehler machen", sagte er und ging vorsichtig durch die T�r. Und da passierte es. Die Dreht�r holte ihn von hinten ein. Doch er fiel nicht. Die T�r glitt durch ihn hindurch. Bryan fluchte. Dann schaute er sich vorsichtig um. Hatte ihn jemand gesehen? Musste ja nicht gleich jeder wissen, dass hier etwas nicht in Ordnung war. Gott sei Dank war es vor dem Hotel und auch in der Lobby leer und niemand hatte etwas bemerkt. Bryan ging schnell weiter und stand dann in der riesigen Eingangshalle des Hotels.

"Manchmal w�nschte ich, ich k�nnte nicht durch W�nde gehen", sagte er zu sich.

Dann ging er auf den Empfangstresen zu. Der war nicht besetzt und Bryan dr�ckte auf die kleine Klingel, die auf dem Tresen stand. Er musste eine Weile warten, bis eine junge Dame kam und ihm zul�chelte. Bryan l�chelte zur�ck. Eine ganze Weile l�chelte er sie an und dachte nicht daran, sich mal nach seinem Hotelzimmer zu erkundigen. Doch pl�tzlich klingelte sein Handy. Bryan zog es aus der Tasche.

"Hallo?"

"BRYAN. Ich warne dich!" h�rte er Louis dr�hnende Stimme. "Du hast was zu tun!"

Bryan st�hnte. "Ist ja gut", sagte er dann kleinlich und legte schnell wieder auf. Louis konnte aber auch echt fies sein. Als ob so ein paar kleine Flirtversuche seine Arbeit aufhalten konnten. Doch Bryan sah ein, dass Louis ihn nicht in Ruhe lassen w�rde und so fragte er nach seinem Zimmer, lies sich von der Empfangsdame den Schl�ssel aush�ndigen und ging auf die Treppen zu. Von T�ren hatte er vorerst die Nase voll und vermied es lieber, mit dem Aufzug zu fahren. Als er endlich im dritten Stock angekommen war, atmete er kurz durch und suchte dann das richtige Zimmer.

"Mark, bist du�s?", fragte Kian.

"Ja, was gibt�s denn?", fragte Mark als er Kians Stimme am anderen Ende der Leitung h�rte.

"Ach wollte nur mal so anrufen. Was machst du?"

"Eigentlich gar nichts. Ist halt ein ziemlich langweiliger Tag", sagte Mark und seufzte.

"Hast du heute Abend Zeit?", fragte Kian.

"Warum? Was hast du denn vor?"

"Na ja", sagte Kian. "Wir k�nnten doch ein bisschen um die H�user ziehen. Vielleicht kommt Shane auch mit und dann machen wir uns einen sch�nen Abend."

Mark �berlegte kurz und sagte dann: "H�rt sich gut an! Wann denn?"

"Na, so um neun. Soll ich Shane anrufen?"

"Mach das. Also dann bis sp�ter!" Mark legte auf. Kian behielt den H�rer in der Hand und w�hlte dann Shanes Nummer.

"Hallo?", meldete der sich.

"Hi Sha, ich bin�s, Kian. Wie geht�s dir?"

"Gut, danke der Nachfrage. Und dir?"

"Auch. Wollte dich nur fragen, ob du heute Abend Zeit hast. Mark und ich wollten noch ein bisschen los und was trinken gehen."

Shane �berlegte. Klar hatte er Lust, aber andererseits freute er sich auch auf Nicky. Immerhin hatte er einen Abend ganz f�r sich und Nicky und niemand sollte sie st�ren. Er wollte nur mit Nicky allein sein. Deshalb sagte er z�gernd: "Na ja... also es ist so... ich w�rde ja wirklich gerne mitkommen, aber Nicky kommt heute. Der ist ganz sch�n fertig, weil Georgi ihn verlassen hat..." Weiter kam er nicht.

"Georgina hat WAS?", unterbrach Kian ihn.

"Sie hat sich von ihm getrennt und da dachte ich, dass ich ihn ja mal ein bisschen aufmuntern k�nnte. Sorry, aber heute Abend geht echt nicht. Wir bleiben lieber zu hause."

"Ist schon klar", sagte Kian zwar ein wenig entt�uscht, konnte Shane aber auch verstehen. "Also dann gr�� Nicky mal von mir. Wir sehen uns ja vielleicht morgen! Bye"

"Bye", sagte Shane und legte auf. Diesen Abend w�rde keiner durchkreuzen. Der geh�rte nur ihm und Nicky.

Nicky war auf dem Weg nach Sligo. Er hatte die Gedanken an Georgina abgesch�ttelt und freute sich jetzt auf ein paar Tage mit Shane. Er kannte ihn noch gar nicht lange. Etwa vor einem Jahr hatten die beiden sich zuf�llig kennen gelernt, waren aber innerhalb k�rzester Zeit beste Freude geworden und trafen sich oft, auch wenn der Weg von Sligo nach Dublin keine f�nf Minuten Tour war. Nicky schaltete das Radio ein und sang leise mit, als ein Song von Bryan Adams gespielt wurde. Nicky fing an zu tr�umen. Wie gerne w�re er ein ber�hmter S�nger, dem die M�dchen hinterherliefen...

Er wurde aus seinen Gedanken gerissen, als hinter ihm jemand hupte. Nicky schaute auf und sah, dass die Ampel, vor der er eine ganze Weile gestanden hatte, gr�n geworden war. Er setzte sich in Bewegung und rollte, auf den nun leeren Stra�en, Richtung Sligo.

Shane erwartete ihn bereits, als Nicky mit seinem Auto auf dem Hof vor Shanes zu hause ankam.

"Hi Nix, sch�n, dich zu sehen. Wie es dir geht, brauche ich jetzt wohl nicht fragen, oder?"

"Frag ruhig."

Shane lachte. "Nicky, wie geht es dir?", fragte er dann v�llig �bertrieben und breitete seine Arme aus. Auch Nicky musste lachen. "Ach, ich denke ganz gut. Ich werden Georgina erst mal vergessen und hoffen, dass sie wiederkommt."

"Gute Idee. Hab ich dir ja gleich geraten", sagte Shane und ging mit Nicky ins Haus. Dort ging Shane erst mal zum K�hlschrank und holte zwei Flaschen Bier. Dann setzte er sich mit Nicky ins Wohnzimmer. Die beiden hatte sich eine Menge zu erz�hlen, denn in den letzten Wochen waren die beiden nicht oft dazu gekommen, sich zu treffen.

Bryan lie� sich aufs Sofa fallen. Hier w�rde es sich eine Weile aushalten lassen, dachte er, als er sich in der ziemlich gro�en Hotelsuite umschaute. Er hatte ein riesiges Bad, ein riesiges Bett und eine Minibar und das war alles, was Bryan erst mal brauchte. Er sa� eine ganze Weile mit geschlossenen Augen auf dem Sofa und spannte aus. Seine Gedanken waren weder bei diesem Nicky und seiner Georgina(wer das auch immer sein mochte) noch bei irgendwelchen anderen Problemen. Aber da hatte er seine Rechnung wohl ohne Louis gemacht, denn schon wieder klingelte Bryans Handy.

Bryan schoss in die H�he, als er hinten in der Hosentasche pl�tzlich den Vibrationsalarm seines Handys sp�rte. Schnell zog er es aus der Tasche und schaute auf den Display. Es war Louis. "Ist ja okay", st�hnte Bryan und schaltete das Handy aus, ohne dranzugehen. Er lie� es wieder in die Tasche gleiten und streckte sich.

"Na dann", g�hnte er und suchte seinen Autoschl�ssel. Dann verlie� er das Hotelzimmer und ging zu den Treppen. Unten in der Hotellobby angekommen blieb er kurz vor der Dreht�r stehen und atmete tief durch. Dann ging er, diesmal noch vorsichtiger als bei der ersten Begegnung mit der T�r, nach drau�en und setzte sich in seinen Wagen. Dann �ffnete er wieder das Handschuhfach und holte den ganzen Papierkram von Louis heraus. So, wo wohnte denn jetzt diese Nicky? Als er die Adresse gefunden hatte �berlegte er. Wie sollte er das denn jetzt schon wieder finden?

Er �ffnete erneut das Handschuhfach und kramte nach einen Stadtplan. Tats�chlich. Im Gegensatz zu ihm dachte Louis wirklich an alles. Er brauchte eine ganze Zeit, bis er die Stra�e auf dem Stadtplan gefunden hatte. Lange fuhr er mit dem Finger �ber die Karte, weil das bl�de Ding kein Stra�enverzeichnis hatte.

"Endlich", sagte er dann erleichtert, verzog aber sofort wieder das Gesicht. Bis zu dem Haus musste er durch die ganze Stadt. Das w�rde ewig dauern, denn inzwischen waren die Stra�en voller geworden und dann waren da auch noch diese vielen Ampeln, die immer genau dann rot wurden, wenn Bryan kam. Erst nach einer halben Stunde, er hatte sich zwischendurch auch noch verfahren, kam er in der richtigen Stra�e an und suchte die richtige Hausnummer. 17... 19... 21...

"Mensch, muss der denn wieder ganz am Ende wohnen?", fluchte Bryan.

Da. Na endlich. Bryan hielt am Stra�enrand und stieg aus. Ohne Z�gern �berquerte er die Stra�e. Dann zog er noch einmal den Zettel aus der Tasche, um sich zu vergewissern, dass er auch wirklich vor dem richtigen Haus stand, und ging dann durch den Vorgarten. Er ging ein paar Stufen hoch, die zur Haust�r f�hrten und wollte auf den Klingelknopf dr�cken.

Halt! Was wollte er eigentlich hier. Er konnte doch jetzt nicht einfach klingeln und wenn dieser Nicky �ffnen w�rde einfach sagen: "Hallo, ich bin Bryan dein Engel. Kannst du dich nicht wieder mit Georgina vertragen?"

Oder vielleicht w�rden ja auch Nickys Eltern �ffnen. Wer wei�, ob der noch bei denen wohnte. Und was war wenn... Bryan merkte pl�tzlich, dass er da was ganz wichtiges �bersehen hatte. In der Hoffnung, dass ihn niemand gesehen hatte, spurtete er zur�ck zum seinem Auto und stieg ein. Doch er fuhr nicht los. Er �ffnete wieder das Handschuhfach und kramte in den Papieren herum. Bei einigen Zetteln wusste er noch gar nicht so recht, was er damit anfangen sollte, doch das interessierte ihn jetzt auch gar nicht. Er suchte einen ganz bestimmten Zettel.

"Wo ist denn dieses Mistding?", fragte Bryan sich und kramte alles aus dem Handschuhfach. "Komm schon, ich hab nicht den ganzen Tag Zeit."

Erst nach zehn Minuten fand er das, was er suchte. Aber das lag wahrscheinlich daran, dass er v�llig nerv�s die Zettel durch das ganz Auto geschleudert hatte.

Drei Wochen, das war nicht viel und er wollte keinen Fehler machen. Das f�hrte dazu, dass er so nerv�s war und den Anschein machte, keine f�nf Minuten Zeit zu haben. Bryan atmete erleichtert auf, als er das Din-A4 Blatt endlich in seinen H�nden hielt. Diesmal nahm er sich Zeit. Er erinnerte sich noch daran, wie er den Zettel beim ersten Mal nur so �berflogen hatte. Das konnte ja nicht gut gehen. Also studierte er den Zettel diesmal ganz genau. Na klar. Was wollte er eigentlich bei Nicky? Da k�nnte er hingehen und ihm wirklich erz�hlen, was los war. Er k�nnte ihn auf Knien anflehen, dass er sich wieder mit Georgina vertragen solle � es w�rde nichts bringen.

Nicky w�re sofort bereit, wieder mit Georgina zu verkehren, aber das w�rden nichts an der jetzigen Situation �ndern. Georgina war die, die abgehauen war. Nicky war wahrscheinlich schon dran, ihr hinterher zu heulen.

Bryan �berlegte. Es brachte alles nichts. Er musste zu Georgina. Die war schlie�lich die, die hier Mist gebaut hatte. Bryan �berlegte wieder. Wenn er jetzt zu Georgina fahren w�rde... auch dort konnte er schlecht anklingeln und sagen: "Verlieb dich wieder in Nicky." Nein, so konnte er die Sache nicht angehen. Bryan merkte, dass er wie immer mal wieder keinen Plan hatte.

Eine Weile blieb Bryan noch so in seinem Auto sitzen, bis er merkte, dass das ganze keinen Sinn hatte und er die ganze Sache viel langsamer und taktischer angehen musste.

Taktik war gut. So etwas wie eine Taktik hatte Bryan nie gehabt. Also beschloss er, erst mal zur�ck ins Hotel zu fahren und hei� zu duschen. Dann konnte er sich in sein Hotelzimmer setzen und erst mal ganz in Ruhe �ber alles nachdenken. Dann konnte er langsam �berlegen, wie er die Sache �berhaupt angehen wollte. Er startete das Auto und fuhr los. Diesmal brauchte er nicht ganz so lange, auch wenn er sich immer noch nicht in Dublin auskannte. Den Weg vom Hotel bis zu Nickys Haus hatte er sich so ungef�hr gemerkt. Vor den Ampeln hatte er immer noch gro�en Respekt und testete schon Kilometer vor der Ampel, ob die Bremse auch richtig funktionierte. Auf eine weitere Begegnung mit so einem bl�den Pfeiler konnte er wirklich verzichten.

Als er das Hotel gefunden hatte und aus dem Auto gestiegen war, stand er eine ganze Weile regungslos vor dem Hotel und betrachtete die T�r. "Mistding", sagte er und ging dann etwas unsicher, aber auch entschlossen, es mit der T�r aufzunehmen, die Treppenstufen zum Hotel hoch und ging langsam auf die T�r zu. Mutig machte er ein paar Schritte auf die T�r zu und... er hatte wieder Pech. Schnell ging er weiter, als er merkte, dass die T�r ihn ein weiteres Mal erwischt hatte. Gott sei Dank war es wieder leer und niemand schien etwas bemerkt zu haben.

"Warum haben alle einen Schutzengel und ich nicht?", fragte Bryan sich und sch�ttelte den Kopf.

"Jetzt reicht es aber", sagte er sich. "das kann doch einfach nicht sein!" `Jetzt erst recht� lautete Bryans Motto, der einen Sturkopf wie kein anderer hatte. Das n�chste Opfer war der Aufzug.

"Also erst mal die etwas leichteren �bungen", sagte er sich und dr�ckte auf den Knopf neben der Aufzugt�r. Er wartete eine Weile, bis der Aufzug kam. Die T�ren �ffneten sich und Bryan stieg in den Aufzug. Die T�ren schlossen sich und Bryan sah zu, dass er m�glichst weit davon entfernt stand. Wenigstens waren keine anderen Leute da, die ihn wegen dieses ja etwas komischen Verhaltens bl�d anstarrten.

Shane sah Nicky an. "Da ist ja bei dir einiges passiert in den letzten Wochen", sagte er und l�chelte.

"Das kannst du laut sagen", sagte Nicky und leerte seine Flasche. "Ich bin froh, dass ich aus dem ganzen Stress erst mal raus bin. War schon ein ziemliches Chaos."

Shane betrachtet Nicky. Die blonden Haare, sein L�cheln... Shane versank in Gedanken. "Man, du siehst so verdammt gut aus", dachte er sich und schaute in Nickys blaue Augen, die so wundersch�n waren.

Er wurde aus seinen Gedanken gerissen. Nicky wedelte mit der Hand vor seinem Gesicht rum und sagte: "Shane, aufwachen!" Shane zuckte kurz zusammen und guckte dann weg.

"Hab ich was falsches gesagt?", fragte Nicky.

Shane sch�ttelte den Kopf. "Nein, hab nur �ber was nachgedacht", sagte er und l�chelte wieder.

Es war schon sp�ter Nachmittag, als Bryan beschloss, sich erst mal in Dublin ein wenig umzuschauen. Dann w�rde die Arbeit auch gleich viel besser klappen und er w�rde nicht dauernd alles suchen m�ssen. Eine Kneipe w�re sicher gut, um mal das zu machen, was bei Louis total tabu war. Aber in den Klamotten? Bryan schaute auf die Uhr. Es war noch fr�h genug, um eben in die Innenstadt zu fahren und erst mal ausgiebig zu shoppen.

Zuerst ging Bryan zum Empfangstresen. Doch bevor er diesmal die junge Dame anquatschte, griff er in seine Tasche und schaltete das Handy aus. Dann ging er auf die Dame zu und l�chelte sie erneut an. Er erz�hlte ihr von seinen Pl�nen f�r den Abend und lie� sich erst mal beraten, wo man am besten Geld ausgeben und sich m�chtig betrinken konnte.

"Temple Bar", sagte die junge Dame nur und zeigte ihm auf den Stadtplan, wo es lang ging. Bryan bedankte sich wollte das Hotel verlassen. Er ging auf die Dreht�r zu, stoppte aber pl�tzlich. Hinter ihm stand die Empfangsdame und schaute ihm wahrscheinlich zu und wenn er die Dreht�r richtig einsch�tzte, dann waren seine Chancen, diesmal heile durch die T�r zu kommen nicht sehr gro�.

Bryan �berlegte kurz und zu seinem eigenen Erstaunen, hatte er diesmal eine gute Idee. Er seufzte genervt und machte dann kehrt.

"Warum vergesse ich immer alles?", sagte er zu sich, aber so laut, dass die Frau hinter dem Tresen es h�ren konnte. Er spurtete zu den Treppen, bis die Dame ihn nicht mehr sehen konnte. Dann schaute er sich um.

"Hier muss es doch irgendwo einen Hinterausgang geben", sagte er zu sich und ging statt nach oben, die Treppen runter. Unten im Keller sah das Geb�ude nicht mehr sonderlich hotelm��ig aus, aber Bryan war sich fast sicher, dass es hier mit Sicherheit einen Hinterausgang geben musste. Der war schnell gefunden. Es war eine relativ gro�e T�r, vor der sich eine Laderampe befand. Wenn hier also alles ankam, was das Hotel brauchte, dann w�rde man von hier aus auch einen Weg auf die Stra�e finden.

Er ging um das Hotel herum und war froh, als er den Parkplatz vor dem Hotel gefunden hatte. Er stieg in sein Auto und fuhr los.

Georgina war betr�bt. War es richtig, was sie getan hatte? Hatte sie nach so vielen Jahren das Recht dazu, Nicky soooo zu verletzen? Georgina wusste keinen Rat. Was sollte sie jetzt machen? Wo sollte sie hin? Konnte sie jetzt einfach so losziehen und sich vergn�gen? Georgina �berlegte eine Weile.

Nat�rlich konnte sie machen, was sie wollte. Sie hatte keinen Grund, Nicky hinterher zuheulen. Er war doch an allem Schuld. Erst war er die ganze Zeit weg gewesen, weil er eine Ausbildung als Torwart bei Leeds United gemacht hatte und als er zur�ck gekommen war, hatte er diesen Shane kennen gelernt und hing die ganze Zeit mit ihm rum. Wie sollte man denn da noch eine Beziehung f�hren? Okay, vielleicht h�tte sie mit ihm reden k�nnen, aber h�tte das was gebracht? Vielleicht. Sie konnte es nicht sagen und wollte es auch nicht. Aber wieso sollte sie den ersten Schritt machen? Konnte Nicky das nicht auch? Schlie�lich hatte er nie Zeit...

Georgina hatte ihren Entschluss gefasst. Sie wollte Nicky vergessen und noch einmal von vorne anfangen.

Bryan war inzwischen in der Innenstadt angekommen und stand nun vor einem der vielen Gesch�fte, die lang aneinander und dicht an dicht in der Fu�g�ngerzone standen.

"Erst mal neue Klamotten", sagte er sich und betrat einen der L�den. Er st�berte eine Weile zwischen den Klamotten herum, bis er sich f�r eine Hose entschieden hatte.

"Cool, Baggie-Jeans", sagte er. Dann suchte er sich noch ein knallrotes Sweatshirt in XL und ging damit zur Umkleidekabine. Als alles passte, suchte er sein Portemonnaie und ging damit zur Kasse. Er schaltete sein Handy aus, flirtete noch kurz mit der Kassiererin und verlie� dann den Laden. Dann suchte er sich noch eine Drogerie und kaufte sich eine Tube Haargel. Als er alles hatte, ging er weiter zu McDonalds um sich auf der Toilette umzuziehen. Hunger hatte er keinen, auch wenn er Fast Food liebte, wie nichts. Er steuerte geradewegs auf die Toiletten zu und verschwand auf den M�nnerklos. Dort suchte er sich eine freie Kabine um sich umzuziehen.

Als er wieder rauskam, konnte man ihn fast nicht wiedererkennen. Er ging auf die Waschbecken zu und schaute in den Spiegel.

"Schon fast perfekt", sagte er, aber es klang ironisch und das lag daran, dass er sich im Spiegel nicht sehen konnte.

"Manchmal hasse ich es, ein Engel zu sein", sagte er sich und zog die Tube Haargel aus der Tasche. Er musste es wohl so versuchen. Er �ffnete die Tube und dr�ckte einmal kr�ftig zu, so, dass er die ganze Hand voll Gel hatte. Dann fuhr er sich einmal durch die Haare.

"Ja", sagte er dann, steckte das Haargel wieder weg. Er verlie� die Toilette und schlenderte dann noch ein wenig durch die Stadt. Erst, als es schon langsam dunkel wurde, machte er sich auf den Weg zum Auto. Bis zur Temple Bar, die er sich nicht entgehen lassen wollte, war es nicht ganz so weit aber heute Nacht w�rde er bestimme keine Lust mehr haben, erst gro�artig nach seinem Auto zu suchen.

"NICKY!", schrie Shane und ergriff Nickys Arm. Die beiden sa�en vor dem Fernseher und zogen sich einen Horrorfilm rein. Shane hatte sich gerade tierisch erschrocken und klammerte sich nun an Nicky fest.

"Mann, Shane! Du kennst den Film doch. Sie wird sowieso umgebracht", sagte Nicky und schubste Shane weg.

"Nix, du wei�t doch, dass ich immer so Schiss bekomme", sagte Shane und versteckte sich hinter Nicky.

"Na wenn du meinst", sagte Nicky und griff nach dem Popcorn. "Der Film ist sowieso gleich zuende."

"NEIN!" schrie Shane, als im Film das Blut nur so spritzte. Eine viertel Stunde sp�ter war der Film zuende. Nicky sa� auf dem Sofa und st�hnte.

"Immer das gleiche Gemetzel. Das dich das immer noch so fertig macht", neckte er seinen Freund und knuffte ihn in die Seite.

"Ey, lass das. Ich war sowieso f�r eine Liebesschnulze."

"Wie du willst", sagte Nicky und stand auf. Er ging zum Videorekorde und wechselte den Film. "So, damit du heute nacht auch keine Alptr�ume bekommst", lachte er und setzte sich wieder aufs Sofa.

Shane begann schon wieder zu tr�umen, als er sich die Knutschereien auf dem Bildschirm ansah. Er schaute wieder zu Nicky, doch der war nur mit seinem Popcorn besch�ftigt und starrte dabei gelangweilt den Fernseher an.

"Wie du dir so was immer reinziehen kannst", sagte er und sch�ttelte den Kopf. Shane starrte ihn nur weiter an, als h�tte er nicht geh�rt, was Nicky gerade zu ihm gesagt hatte. Nicky wunderte sich, dass Shane nichts sagte und drehte den Kopf zu ihm. Da sa� Shane und starrte ihn an. Starrte ihn einfach nur an und schien in einer anderen Welt zu sein.

"Shane...", sagte er leise und schaute in Shanes gr�ne Augen, die feucht wurden. Eine Weile sa�en die beiden nur so da und guckten sich an.

"Nicky... ich...", stotterte Shane. Dann war es wieder still. Nur im Hintergrund h�rte man eine wundersch�ne Ballade, die zu dem Liebesfilm geh�rte, der immer noch lief. Dann h�rte man ein Knutschger�usch. Nicky und Shane schauten beide gleichzeitig zum Fernseher. Nur kurz schauten sie sich an, wie das Liebespaar sich auf der Parkbank k�sste, dann drehten sie wieder die K�pfe und schauten sich in die Augen. Shane beugte sich nach vorne. Nicky tat es ihm gleich. Die beiden kamen sich immer n�her, bis ihre Gesichter nur noch wenige Zentimeter voneinander entfernt waren. Dann ging alles ganz von alleine. Shane dr�ckte seine Lippen auf Nickys und k�sste ihn leidenschaftlich. Nicky erwiderte den Kuss und nahm Shane in die Arme und Shane w�nschte sich, dass dieser Kuss niemals enden w�rde.

"Wie w�r�s denn mit der da?", sagte Mark und zeigt auf eine Kneipe.

"Sieht gut aus", antwortete Kian und die beiden �berquerten die Stra�e. Noch war es trocken, doch am Himmel hingen schwere Wolken und es sah ganz nach Regen aus. Doch das war Kian und Mark egal. Die waren schon durch ganz Sligo gelaufen und am�sierten sich pr�chtig. Girls, Alkohol und alles, was dazu geh�rte, wenn man mit seinem besten Freund durch die Stra�en zog.

Bryan hatte die Temple Bar gefunden und wollte sich nun einen sch�nen Abend machen. "Na dann wollen wir mal", sagte er, pr�fte, ob sein Handy aus war und betrat die Kneipe. Da es schon etwas sp�ter war, war die Kneipe gut besucht und Bryan suchte sich einen freien Platz vorne an der Bar. Die Barkeeperin kam sofort zu ihm und l�chelte ihn an.

"Was darf�s denn sein?", fragte sie s�� und klimperte mit ihren Augenlidern.

"Was hast du denn zu bieten?", fragte Bryan und beugte sich �ber die Theke.

"Lass mich mal nachschauen, was man einem gutaussehenden Mann so anbieten kann", sagte sie und drehte sich um.

Bryan schaute sich in der Bar um. Die Stimmung war ausgelassen und alle schienen sich zu am�sieren.

"Bitte sch�n", sagte da die Frau hinter der Theke und schob ein Glas �ber die Theke.

"Und was trinke ich da jetzt?", fragte Bryan.

"Lass dich �berraschen", s�uselte die Frau und schob das Glas noch ein bisschen weiter. Dann l�chelte sie noch kurz und wendete sich dann anderen G�sten zu. Bryan betrachtete das Glas, dass jetzt vor ihm stand. Ein giftgr�ner Cocktail, den man nicht eindeutig identifizieren konnte.

"Warum nicht?", fragte Bryan sich und fing an zu trinken.

Pl�tzlich hustete jemand neben ihm. Bryan nahm den Strohhalm aus dem Mund und drehte sich um. Auf dem Barhocker neben ihm sa� pl�tzlich eine wundersch�ne Frau mit langen dunklen Haaren und gr�nen Augen, die sich wohl gerade verschluckt hatte. Bryan schaute sie an. Liebe auf den ersten Blick. Dann fragte er eilig: "Alles okay? M�chtest du vielleicht was trinken?"

Die junge Frau h�rte schlagartig auf zu husten und nickte l�chelnd. Bryan bestellte ihr etwas zu trinken. Bryan wusste, dass sie nicht wirklich gehustet hatte. Das machten Frauen doch immer so, oder? Aber wenn man das mal so �berlegte, dann waren die M�nner ja nicht besser. Diese Masche, die die Frauen sich da angew�hnt hatten, funktionierte ja schlie�lich nur, weil die M�nner geradezu darauf warteten, dass jemand neben ihnen anfing zu husten, nur damit man ihnen etwas zu trinken anbieten konnte.

"Darf ich denn fragen, was so ein h�bsches M�dchen hierher verschl�gt?", fragte Bryan.

Sie lachte. "Vielleicht du!"

Das Eis war gebrochen. Eine Weile unterhielten sich die beiden ausgelassen.

"Was meinst du", fragte sie pl�tzlich. "Sollen wir uns nicht ein Pl�tzchen suchen, wo wir ein wenig ungest�rter sind?" Dann grinste sie verschw�rerisch. Bryan nahm ihre Hand und stand auf.

"Hey, du hast es aber eilig", lachte sie und stand ebenfalls auf. Beide verlie�en h�ndchenhaltend die Bar. Drau�en war es am regnen, aber das war den beiden egal. Sie schlenderte durch die leeren Stra�en. Pl�tzlich hielt sie an und hielt Bryan an der Hand fest. Dann stellte sie sich auf Zehenspitzen und gab Bryan einen Kuss. Bryan beuget sich ein wenig nach vorne, um ihr das ganze ein wenig leichter zu machen. Dann schlossen beide die Augen und lie�en sich einfach gehen. Der Regen wurde st�rker, doch Bryan fand das superromantisch und st�rte sich nicht daran, dass sie beide klitschnass wurden.

Lange standen sie da und k�ssten sich im Regen. Sie strich ihm �ber die Stirn. "Was hast du denn gemacht", fragte sie und deutete auf das Pflaster, das immer noch auf Bryans Stirn klebte.

"Ach, halb so wild", sagte Bryan und gab ihr wieder einen Kuss. Pl�tzlich fing sie an zu zittern. Bryan merkte das und nahm sie in den Arm.

"Ich glaube, wir sollten uns mal auf den Weg machen", sagte er, legte seinen Arm um ihre Schulter und ging mit ihr weiter. "Und wohin sollen wir jetzt gehen?", fragte sie und bleib wieder stehen.

"Na zu mir", bot Bryan sich sofort an und als sie nickte, f�hrte er sie zu seinem Auto.

"Shane.... das... das war einfach... unglaublich", sagte Nicky ganz �berw�ltigt. Seine Augen wurden feucht. Dann kullerte die erste Tr�ne �ber seine Wange. Shane beugte sich zu ihm und wischte sie z�rtlich weg. Nicky setzte sein s��es L�cheln auf.

"Wei�t du, dass du unheimlich s�� aussiehst, wenn du l�chelst?", fragte Shane und wollte den Blick gar nicht wieder von Nickys Gesicht abwenden. Daraufhin gab Nicky Shane einen weiteren Kuss.

"Du auch", sagte er dann. "Nicht nur, wenn du l�chelst."

Lange sa�en die beiden also da und l�chelten sich an. Beide wussten, dass dies mehr war, als eine einfache Freundschaft. Mehr als ein L�cheln und mehr als ein Kuss. Es war Liebe. Liebe zwischen zwei Personen, die so schnell keiner mehr auseinanderrei�en sollte. Oder doch?

"Sag mal, wohnst du immer im Hotel?", fragte sie und starrte an der Fassade des riesigen Geb�udes hoch.

F�r Bryan kam diese Frage etwas unerwartet. Wo wohnte er eigentlich sonst? Er konnte ihr ja jetzt schlecht erz�hlen, dass er... Bryan grinste.

"Nein eigentlich wohne ich im Himmel", sagte er und lachte dann.

"Ach so, dann bist du also ein Engel", scherzte sie und stellte keine weiteren Fragen. Tja, am besten l�gt man mit der Wahrheit. Bryan atmete auf und ging dann mit ihr auf den Eingang des Hotels zu. Bryan bekam weiche Knie. Aber vielleicht klappte es ja diesmal. Es musste einfach hinhauen. Er legte den Arm wieder um ihre Schulter und ging dann k�ssend mit ihr durch die T�r. Sie schien es nicht eilig zu haben. Sie wollte sich Zeit lassen und die Zeit mit ihrer neuen Bekanntschaft genie�en. Also setzte sie langsam einen Fu� vor den anderen um sich ganz auf ihn zu konzentrieren. Bryan blieb nichts anderes �brig, als sein Tempo zu verlangsamen und zu hoffen, dass er trotzdem schneller war als die Dreht�r. War er aber leider nicht. Die T�r glitt wieder einmal durch ihn hindurch und seine Partnerin, die er eben noch im Arm gehabt hatte, bekam die T�r voll in den R�cken und stolperte weiter in die Eingangshalle.

"Au", rief sie und drehte sich um. Wo war er? Sie hatte ihn doch eben noch...

"Schei�e", sagte Bryan leise. "Was sag ich denn jetzt?" Als er ebenfalls in die Eingangshalle kam fragte sie auch schon: "Was war denn da eben... wir haben doch... bist du nicht... h�?"

"Was kann ich denn daf�r, wenn du es so eilig hast, ins Hotel zu kommen?", fragte Bryan und zuckte mit den Schultern. Sein Gegen�ber war verwirrt, sch�ttelte den Kopf und murmelte dann etwas Unverst�ndliches.

"Was hast du gesagt?", fragte Nicky und h�rte auf, Shane zu k�ssen.

"Hm", machte Shane. "Vielleicht war es ja wieder ein wundersch�nes Kompliment an dich. Davon kann man dir doch gar nicht genug machen. Du kannst zum Beispiel unheimlich gut k�ssen", fuhr er fort und machte ein Gesicht, wie ein kleiner Hund, der was zu fressen haben wollte.

"Okay", sagte Nicky verf�hrerisch und nahm Shane ganz fest in die Arme. Dann k�sste er ihn erneut und lie� sich hinten r�ber aufs Sofa fallen.

"Hey, was hast du denn vor?", fragte Shane und kitzelte Nicky. Nicky musste lachen.

"Mal sehen", sagte er.

"Wie du willst", antwortete Shane und fing an, sich an Nicky Hose zu schaffen zu machen.

"Mist, ich krieg sie nicht auf!" Bryan fluchte. Er stand mit seiner Eroberung vor dem Hotelzimmer und versuchte, die T�r aufzuschlie�en. Bryan hoffte, dass sie anbiss.

"Lass mich mal", sagte sie und nahm Bryan den Schl�ssel aus der Hand. Bryan hielt ihre Hand fest. Sie schaute ihn an. "Was f�r wundersch�ne Augen", dachte Bryan und schaute ihr lange ins Gesicht. Ihre Hand wollte er am liebsten nie wieder loslassen. Er h�tte sie ewig so anschauen k�nnen, doch sie zog ihre Hand weg und wendete sich dann zur T�r. Bryan trat einen Schritt zur�ck und lie� sie an die T�r. Sie steckte den Schl�ssel ins Schloss und drehte ihn um. Wenige Sekunden sp�ter ging die T�r auf. Sie nahm Bryans Hand und zog ihn in die Suite. Dann schloss sie die T�r hinter sich und schaute sich erst mal um.

"Nicht schlecht", sagte sie schlie�lich und setzte sich aufs Bett. Bryan nahm das Telefon und sagte: "Ich komme sofort wieder", und verschwand dann im Nebenzimmer. Sie sa� immer noch auf dem Bett und wartete ungeduldig, bis ihr Schwarm... ja, er war l�ngst der neue. In ihn hatte sie sich verliebt. Ob er mehr wollte, wusste sie nicht, doch sie wollte es. Wollte ihre Gef�hle mit ihm teilen, mit ihm weinen, mit ihm lachen. Sie hatte ein Kribbeln im Bauch. Hunderte, ja Tausende von Flugzeugen kreisten durch ihren Bauch und gaben ihr das Gef�hl beim richtigen gelandet zu sein. Bei jemandem, der sie verstehen w�rde, jemand, der sie hoffentlich nicht so schnell verlassen w�rde. Sie fand es ja schon komisch. Sie kannte ihn erst seit wenigen Stunden und hatte schon solche Gef�hle. Sie wusste ja nicht mal, wie er hie�, aber das war jetzt auch egal. Hauptsache war, das sie ihn liebte.

Wenig sp�ter kam Bryan zur�ck und grinste. Er ging Richtung Minibar. Sie schaute ihm hinterher. Sie wollte etwas sagen, konnte aber nicht in Worte fassen, was sie gerade dachte, also schaute sie ihm einfach nur zu.

Neben der Minibar stand ein kleines Schr�nkchen. Bryan hatte der ihr den R�cken zugekehrt und �ffnete den Schrank und kramte darin herum. Man h�rte es rascheln und sie war gespannt, was Bryan als n�chstes tun w�rde.

"Wie w�r�s denn mit ein paar Gummis?", fragte er pl�tzlich.

Sie erschrak und stotterte dann: "Ich?... ich meine... jetzt einfach so... ich wei� auch nicht..." Sie hatte das Gef�hl zu platzen. Der wollte doch nicht im ernst... Ihr wurde hei� und ihr Kopf gl�hte. Ihr Herz begann schneller zu schlagen, sodass sie schon fast Angst hatte, er w�rde es h�ren.

"Ach komm, hab dich nicht so", sagte Bryan gelassen. "Die mit Erdbeergeschmack sind echt nicht schlecht und die gelben sind auch klasse! Oder probier mal die gr�nen!" Bryan drehte sich um und f�gte dann noch hinzu: "Und Kalorien sind auch nicht viele drin."

Sie musste lachen. Bryan stand da und in der Hand hatte er eine Sch�ssel voll...

Gummib�rchen.

"Was sind das denn f�r niedliche B�rchen. Du kannst ja so s�� sein", sagte Shane und zeigt auf Nickys Boxershorts. Nicky grinste. "Ist doch auch egal. Hauptsache du sorgst daf�r, dass sie uns nicht weiter st�ren." Shane verstand und machte sich an Nickys Boxershorts zu schaffen.

"Oh mein Gott, du bist ja soooo s��", sagte sie, erhob sich vom Bett und kam auf Bryan zu. Sie gab ihm einen kurzen Kuss und griff dann nach einem Gummib�rchen. "Wie niedlich", dachte sie. Der Kerl hatte echt Humor.

Es klopfte an der T�r. Bryan wollte gerade aufmachen, als er merkte, dass sie ihn fragend anschaute.

"Ach, ist bestimmt nur der Zimmerservice", sagte Bryan und ging dann zur T�r. Tats�chlich. Vor der T�r stand eine junge Dame, die ein Tablett in der Hand hielt.

"Danke", sagte Bryan und nahm ihr das Tablett ab. Die Dame w�nschte ihm noch einen sch�nen Abend und ging dann wieder. Als Bryan wieder ins Zimmer kam, machte seine Partnerin gro�e Augen. "Erdbeeren mit Sahne? Champagner? Oh, du bist ja soooo romantisch!"

Bryan grinste. "Na dann k�nnen wir uns ja jetzt einen romantischen Abend machen."

Einen romantischen Abend... genau das hatte sie gewollt. An was anderes brauchte sie jetzt nicht denken. Es gab nur sie und ihn. Drau�en war es nat�rlich l�ngst stockdunkel und am Himmel glitzerten Zigtausend Sterne und sie war sich sicher, dass sie nur f�r sie funkelten. Bryan machte die Zimmerlampe aus und machte dann eine kleine Nachttischlampe an. Das Licht im Raum wurde schummerig. Er setzte sich aufs Bett und zog sie zu sich. Er nahm eine Erdbeere, tauchte sie in die Sahne und f�hrte sie langsam zu ihrem Mund. Sie biss langsam von der Erdbeere ab. Als sich dabei ein bisschen Sahne in ihren Mundwinkeln verirrte k�sste Bryan sie z�rtlich an dieser Stelle. Sie schien das zu m�gen und lie� ihn rankommen. Wieder ein langer Kuss und als sich ihre Lippen ber�hrten hatte sie das Gef�hl, als ob sie eins w�r, eins mit ihm, verschmolzen wie gl�hende Lava, die nie kalt werden sollte.

Bryans H�nde wanderten auf ihren Schultern und begannen, langsam das Mini runterzuziehen. Auch dies lie� sie gew�hren und gab ihm immer wieder z�rtliche K�sschen. Bryans H�nde glitten langsam auf ihren R�cken und er wollte den BH aufmachen. Doch sie hielt ihn zur�ck.

"Halt", sagte sie verf�hrerisch. "Jetzt darf ich aber auch mal."

Bryan lie� sich nach hinten fallen und lag nun mit dem R�cken auf dem Bett. Sie setzte sich auf ihn und zog ihm dann die Hose aus. Die beiden kamen sich bei diesem Spielchen immer n�her und merkten, dass jetzt nichts mehr zwischen ihnen stand. Irgendwann hatten sich die beiden unter die Bettdecke verzogen. Nur die beiden, niemand anders und nichts, was sie jetzt davon abhalten k�nnte, diese Nacht zu einem wundersch�nen Erlebnis zu machen.

"Ich muss mal aufs Klo." Mark h�pfte von seinem Barhocker und verschwand eilig. Kian musste lachen. Kein Wunder. Mark hatte an diesem Abend so ungef�hr alles getrunken, was ihm in die Quere gekommen war.

Als Mark von der Toilette zur�ck kam sagte Kian: "Ich finde, wir sollten jetzt mal gehen. Ich hab keine Lust, dich hinterher nach hause zu tragen!!!" Mark machte ein entt�uschtes Gesicht.

"Nur noch einen. Komm schon, sei kein Spielverderber", sagte er zu Kian. Kian sch�ttelte den Kopf.

"Ach nee, lass uns doch lieber noch mal bei Shane vorbeischauen und Nicky hallo sagen."

Mark war einverstanden. "Okay, dann lass uns verschwinden", sagte er und ging hinaus in den Regen, der inzwischen auch �ber Sligo hergefallen war. Die beiden hatten ein ganzes St�ck zu laufen, denn Auto fahren war nach dieser kleinen Sauftour schier unm�glich.

Als die beiden auf dem Hof ankamen, war es dunkel und still. Nur ab und zu das leise Wiehern eines Pferdes und der Regen, der auf das Stalldach prasselte. Kian und Mark gingen auf das Wohnhaus zu und Kian klingelte. Die beiden warteten eine Weile, doch als sich niemand meldete klingelte Kian erneut. Nichts.

"Komisch", meinte Kian. "Heute am Telefon hat er gesagt, dass er heute Abend mit Nicky zuhause bleiben w�rde." Mark zuckte nur mit den Schultern und Kian klingelte noch ein letztes Mal. Mark wurde ungeduldig. "Komm, wir gehen mal hinten ums Haus rum. Vielleicht h�ren die beiden uns nicht."

"Okay", sagte Kian und folgte Mark.

"Da im Wohnzimmer brennt Licht", sagte Mark, blieb stehen und zeigte auf einen Lichtschimmer, der aus einem der Fenster kam.

"Jetzt geh schon", sagte Kian und schubste Mark. "Denen werden wir erst mal geh�rig die Meinung sagen. Uns einfach vor der T�r stehen zu lassen"

Die beiden schlichen zum Fenster und schauten dann ins Wohnzimmer. Mark riss die Augen auf und er brachte nur noch ein "Kian..." heraus. Kian klappte der Unterkiefer runter. Auf dem Sofa in Shanes Wohnzimmer sa�en Nicky und Shane, nur in Boxershorts und waren am rumknutschen.

"Ich glaub�s nicht", sagte Kian und starrte gebannt auf das Liebesp�rchen, wie auf eine Kinoleinwand, auf der gerade ein superspannender Film lief.

Mark hatte sich wieder ein wenig gefasst, klopfte Kian auf die Schulter und sagte zu Kian: "Komm, wir verpissen uns lieber. Wir haben nichts gesehen, okay?" Kian schluckte, nickte aber. Geduckt liefen die beiden an der Hauswand entlang und machten sich dann schweigend auf den Weg nach Hause.

"War da was?", fragte Nicky und fuhr hoch.

"Was soll denn gewesen sein?", fragte Shane verdutzt.

Nicky schaute zum Fenster. "Wei� auch nicht, Ich dachte, ich h�tte da was geh�rt."

"Ach komm, jetzt verdirb mir nicht den Abend", sagte Shane und zog Nicky zu sich runter. Wollte Nicky nicht, oder hatte er wirklich etwas geh�rt? Shane wurde unsicher. Sicher war er sich nur dar�ber, dass er Nicky liebte. Er liebte ihn wirklich. Er wusste nicht genau, wie lange das schon so war, aber seit einiger Zeit hatte er immer unbeschreibliche Gef�hle, sobald er Nicky nur am Telefon h�rte. Er hatte eine wundersch�ne Stimme. Eine Stimme, die er nie mehr missen wollten, Augen, in die er f�r ein Leben lang schauen wollte und er war einfach nur ein Mensch, den er nie wieder verlieren wollte. Doch was f�hlte Nicky? Da war noch Georgina. Nicky war sich doch so sicher gewesen, dass sie wiederkommen w�rde... Hatte er das nur so gesagt?

"Zu viele Fragen, um sie in einer so sch�nen Nacht durch den Kopf wirbeln zu lassen", dachte er sich, als Nicky ihn auch schon in die Seite knuffte.

"Hey, was ist denn los?", fragte Nicky und schaute ihn verst�ndnislos an. "Hab ich was falsches gesagt?"

Shane wollte Nicky nicht beunruhigen und setzte schnell ein L�cheln auf.

"Nein", sagte er dann. "Wie k�nntest du �ber diese Lippen je etwas falsches her�berbringen?"

Bryan musste kichern. "Hey, das kitzelt", lachte er und �ffnete die Augen. Die Sonne kam durch einen Spalt in den Gardinen ins Zimmer und schien Bryan direkt ins Gesicht. Bryan brauchte eine Weile, um sich an das grelle Licht zu gew�hnen. Als er die Augen endlich richtig �ffnen konnte, sah er, dass SIE neben ihm lag. Die, mit der er eine wundervolle Nacht erlebt hatte. Eine Nacht voller Leidenschaft. Kein One-night-stand. Er war verliebt in die Frau, von der er nicht mal den Namen wusste, die jetzt neben ihm lag und ihn �berall k�sste. Sie konnte wunderbar k�ssen, aber nicht nur das...

War jetzt der richtige Zeitpunkt, um sie zu fragen, wer sie war? W�rde es einen Morgen zerst�ren, der vielleicht noch sehr sch�n werden k�nnte? Bryan beschloss, diese Frage, die doch irgendwann mal gekl�rt werden musste, auf sp�ter zu verschieben. War doch jetzt erst mal egal. Er h�tte ewig da so im Bett liegen k�nnen. Er sp�rte, wie die Sonne das Zimmer ein wenig aufw�rmte. Was f�r ein Gef�hl. Erst, als Bryans Magen anfing zu knurren, machte sie den Vorschlag, erst mal ausgiebig zu fr�hst�cken.

Fr�hst�ck war �ber den Zimmerservice schnell besorgt und die beiden sa�en am Tisch und machten sich �ber das Essen her. Sie bestrich einen Toast mit Marmelade, aber anstatt es selber zu essen, nahm sie lediglich in die Hand und lie� es Richtung Bryans Mund gleiten. Bryan �ffnete ihn und biss gen�sslich hinein. Eine Weile f�tterten die beiden sich so, bis sie ein Gespr�ch anfing. "Wei�t du, dass ich so einen Menschen wie dich lange nicht mehr gesehen hab?"

"Ach..."

"Nein, jetzt mal ehrlich. Heute nacht hab ich das erste mal seit langem wieder so etwas wie Liebe empfunden... mein Ex... der..." Sie stockte. War es richtig, jetzt �ber den Ex zu reden. War das nicht ein Thema, das einem die Laune verderben konnte. Sollte man...

"Red ruhig weiter", sagte Bryan und wartete gespannt auf die Fortsetzung. Sie z�gerte einen Moment, redete dann aber weiter.

"Er... er hat.. er war in der letzten Zeit fast nie f�r mich da... ich hab... ich hab ihn verlassen..." Sie fing an zu weinen. "Nicky... er..."

Bryan brauchte eine Weile, bis er realisiert hatte, was sie da gerade gesagt hatte. Nicky? IHR Ex? Bryan verdr�ngte den Gedanken schnell wieder. "Auf keinen Fall", dachte er sich. Das musste gar nichts bedeuten. Nicky konnten viele hei�en.

Pl�tzlich schaute sie ihn verdutzt an. Bryan merkte, dass er wohl die ganze Zeit geguckt hatte, wie jemand, der gerade ein Alien gesehen hatte. Schnell setzte er ein bedr�cktes Gesicht auf.

"Das ist wirklich sehr traurig" sagte er schnell und nahm ihre Hand. "Du hast wundersch�ne H�nde", sagte er. Sie betrachtete ihre H�nde und zog sie dann schnell weg. Bryan schaute sie verdutzt an. "Was ist?"

Sie spielte mit ihrem Ring, den sie am Finger trug. Dann nahm sie ihn ab und betrachtete ihn. "Diesen Ring... ich habe ihn bei unserer Verlobung von Nicky bekommen..."

"Er ist wundersch�n", sagte Bryan und schaute ihr bei ihren Spielchen zu. Sie reichte ihm den Ring. Er hat sogar unsere Namen eingravieren lassen" erz�hlte sie etwas traurig. Bryan drehte den Ring in seinen Fingern. Dann las er die Innenschrift:

F�r Georgina! In Liebe, Nicky

"Das darf einfach nicht wahr sein", sagte Mark und seufzte. "Was ist mit seiner Georgi?" Kian wusste darauf keine Antwort. Das, was er letzte Nacht gesehen hatte, hatte ihn ganz fertig gemacht. Auch, wenn er Nicky nicht soooo besonders gut kannte, wusste er, dass Nicky und Georgina schon sehr lange und gl�cklich zusammen gewesen waren. Er hatte sich schon �fters mit Nicky unterhalten und immer wieder hatte er von SEINER Georgina geschw�rmt. Wie konnte es sein, dass er jetzt pl�tzlich mit einem Mann rummachte? Oder war das schon l�nger so? Hatte es bei Nicky und Georgina nur den Anschein einer gl�cklichen unbeschwerten Liebe gemacht? Kian bekam von den vielen Fragen, die durch seinen Kopf schwirrten nur noch mehr Kopfschmerzen, als er sowieso schon hatte und schob die wirren Gedanken beiseite.

"Und was machen wir jetzt?", fragte er. Mark zuckte mit den Schultern. Dann schaute er aus dem Fenster. "Scheint ein sch�ner Tag zu werden", sagte er schlie�lich. "Lass uns irgendwas unternehmen."

"Wie w�r�s mit Strand?"

"Gute Idee", stimmte Mark zu. Die beiden gingen ihre Sachen packen und machten sich auf den Weg zum Meer.

Nicky wachte an diesem Morgen in Shanes Armen auf. Er war gl�cklich als er Shane so da neben sich liegen sah. Es war unglaublich, aber er hatte sich in dieser Nacht verliebt. Oder war das schon l�nger so? Nicky dachte dar�ber nach, ob er es nur nicht gemerkt hatte. Konnte sein, musste aber nicht.

Nicky dr�ckte Shane einen Kuss auf die Stirn. Shane verzog das Gesicht zu einen L�cheln und schlug dann die Augen auf. "Nicky..."

"Morgen Schatz! Was ist? Fr�hst�cken wir im Bett?"

"Wenn du mich bedienst" sagte Shane und setzte einen bettelnden Blick auf. Nicky grinste und sagte: "Na f�r dich tue ich doch alles!" Dann schlug er die Bettdecke zur�ck und stieg aus dem Bett. G�hnend streckte er sich, rieb sich einmal die Augen und ging in die K�che.

Shane h�rte, wie Nicky in der K�che Fr�hst�ck machte. Irgendwann stieg ihm dann auch schon der Duft von frischem Kaffee in die Nase. Shane schloss die Augen und schnupperte. Er konnte es kaum erwarten, bis Nicky wiederkam und er ihm endlich wieder in die Augen sehen konnte.

"Fr�hst�ck", kam es auch schon von drau�en und wenig sp�ter stand Nicky mit einem Tablett in der T�r. Er ging auf das Bett zu, ohne Shane aus den Augen zu lassen. Ein fataler Fehler. Nicky sah nicht die Klamotten, die �berall auf dem Boden verstreut waren und stolperte �ber Shanes Jeans. Er versuchte, sich auf den Beinen zu halten, aber es war zu sp�t. Nicky fiel nach vorne, lie� das Tablett fallen und sa� wenig sp�ter mit dem ganzen Kram auf dem Boden. Shane konnte sich vor Lachen nicht mehr halten, als er Nicky da so zwischen Toast und Eiern sitzen sah. Nicky guckte ihn bedr�ppelt an, musste aber dann auch lachen. Er rappelte sich auf und fragte: "Und was jetzt?"

Shane �berlegte. "Lass uns irgendwohin gehen und was essen." Gesagt getan. Wenig sp�ter sa�en die beiden in Shanes Auto und suchten sich ein Pl�tzchen, wo sie ungest�rt fr�hst�cken konnten.

Shane fand ein kleines Restaurant, wo um diese Zeit noch nicht viel los war. Die beiden suchten sich an einen Tisch und bestellten sich erst mal ein ordentliches Fr�hst�ck. Dann schlugen sie sich den M�gen voll, als ob sie seit Tagen nichts mehr gegessen hatten. Nicky achtete nicht auf das, was er a�. Er war gerade dabei, Unmengen von Salz auf sein Ei zu kippen, was er allerdings nicht merkte, weil er wieder mal dabei war, Shane die ganze Zeit verliebt anzugucken. Dann nahm er seinen L�ffel, nahm das Ei und fing an zu essen. Er kaute, stockte dann und verzog das Gesicht. Shane musste schon wieder lachen.

"Ach Nicky, mit deinem Fr�hst�ck wird das heute glaube ich nichts mehr." Nicky nahm einen riesigen Schluck Wasser. "Da k�nntest du recht haben", hustete er.

"Nix, erst schlucken, dann reden", sagte Shane, der immer noch lachen musste. "Ich glaube, wir gehen jetzt lieber und machen uns irgendwo einen sch�nen Tag. Essen kannst du ja heute Mittag immer noch. Vielleicht hast du dann ja mehr Gl�ck."

"Sehr witzig, aber du hast recht. Lass uns abhauen." Nicky und Shane bezahlten. Dann stand Nicky auf und verlie� das Restaurant. Shane folgte ihm.

Bryan versuchte ruhig zu bleiben. Er atmete tief durch. In seinem Kopf kreisten die Gedanken nur so und es fiel ihm schwer, jetzt keine gro�en Augen zu machen oder den Mund aufzurei�en. Er konnte doch jetzt nicht einfach sagen: "Sorry, das mit uns wird nichts."

Schlie�lich liebte er sie doch. Warum ausgerechnet sie. Warum musste er ausgerechnet ihr in die Arme laufen und sich dann Hals �ber Kopf in sie verlieben? Bryan durchdachte seine Lage, aus der es irgendwie kein Entkommen gab. Er hatte tats�chlich mit der Frau geschlafen, die er mit wieder mit diesem Nicky zusammen bringen sollte.

"Schei�e", sagte er pl�tzlich. Dann hielt er sich schnell die Hand vor den Mund. Hatte er gerade wirklich "Schei�e" gesagt? Vor Georgina?

Wie erwartet fragte sie: "Was ist denn jetzt los?"

"Ach nichts", sagte Bryan schnell. "Mir ist da gerade nur etwas v�llig Unwichtiges eingefallen."

Bryan stand auf und ging Richtung Bad. Georgina blieb in Gedanken versunken auf ihrem Platz sitzen. Bryan blieb stehen und drehte sich um. "Was ist? Kommst du nicht mit?" Georgina schrak auf. "Was...?"

"Na, ob du mit duschen kommst?" Georgina grinste. "Klar doch!" Sie stand auf, rannte auf Bryan zu und schmiss sich um seinen Hals. Dann gingen die beiden ins Badezimmer. Bryan lie� seine Boxershorts runter und fummelte dann an Georginas Bademantel rum. Dabei plagte ihn sein schlechtes Gewissen. Doch er wollte sie nicht gehen lassen. Er wollte sie auf keinen Fall verlieren und sich erst Recht nicht den sch�nen Morgen versauen lassen. Er schaute ihr wieder in die Augen. "Nein", sagte er sich. "So schnell gebe ich dich nicht auf." Er nahm Georgina in die Arme und wollte sie am liebsten nie wieder loslassen. Zu viel Angst hatte er davor, Georgina bald verlieren zu m�ssen.

Georgina wand sich aus der Umarmung. "Na los", forderte sie ihn auf, nahm ihn an die Hand und zog ihn unter die Dusche.

"Was m�chtest du denn heute unternehmen", fragte Bryan, w�hrend die beiden, sich immer wieder k�ssend, unter der Dusche standen und das warme Wasser ihnen auf den R�cken prasselte.

"Ich glaube, ich muss mal dringend raus aus dieser Gro�stadt."

"Hast du einen Vorschlag?", fragte Bryan und k�sste sie auf die Stirn.

"An der Westk�ste... da gibt es einen Ort namens Sligo... Ich war da �fters mal mit Ni... also ich war da halt mal... da ist es ganz sch�n... kennst du ja wahrscheinlich, wenn du aus Dublin kommst."

"Ja", log Bryan. Er hatte keine Ahnung von Irland, geschweige denn von irgendwelchen kleinen Orten an der Westk�ste. Aber sich dort einen sch�nen Tag zu machen, das h�rte sich doch gar nicht schlecht an.

Erst nach einer ganzen Weile stieg er aus der Dusche, band sich ein Handtuch um die H�fte und ging dann zum Fenster. Drau�en schien die Sonne. Bryan schaute auf die Stra�e. Doch er sah nicht, wie viele Autos schon unterwegs waren, sah nicht wie ein Fahrradfahrer fast mit einem LKW zusammenkrachte, der daraufhin laut hupte und sah auch nicht, dass eine wundersch�ne Frau mit ihren zwei Freundinnen das Hotel betrat.

Er war nur bei Georgina, die er so liebte und selber daf�r sorgen musste, das es nicht so war. Aber wie sollte er das anstellen. Das konnte Louis doch nicht verlangen. Damit w�rde selbst er ein P�rchen auseinanderrei�en. W�rde er einen Engel bekommen? Einen, der daf�r sorgte, das da nichts war, was Georgina von ihm trennen konnte? Wohl kaum.

Bryan erschrak, als er pl�tzlich eine Hand auf der Schulter sp�rte und Georgina ihm den Nacken k�sste. Bryan l�chelte in sich hinein. Es f�hlte sich einfach zu gut an, wenn sie k�sste.

"Und jetzt?", fragte Nicky, als er mit Shane im Auto sa�. Shane legte demonstrativ den Zeigefinger ans Kinn und legte die Stirn in Falten.

"Jetzt tu blo� nicht so, als w�rdest du denken", lachte Nicky.

"Nee, ist sowieso ungesund", sagte Shane und lie� den Zeigefinger wieder sinken. "Ich w�rde sagen, wir fahren ein wenig shoppen."

Nicky schaute ihn skeptisch an. "Was ist denn jetzt los?", fragte Shane daraufhin.

"Du willst ehrlich schon wieder shoppen?"

"Nicky... bist du es wirklich? Der richtige Nicky will immer shoppen. Ich will ihn wiederhaben!!!", rief Shane.

"Wie du willst. Gehen wir shoppen! Aber versprich mir, dass du mich nicht wieder dazu bringst, Unmengen von Geld auszugeben." Shane musste lachen. "Bin ich wirklich so schlimm?" Aber dann streckte er zwei Finger in die H�he und sagte: "Okay, ich schw�re!"

"Na gut, dann fahr los."

"F�r dich doch immer", antwortete Shane und fuhr los.

Mark legte sich in den Sand und streckte sich lang aus. Dann schloss er die Augen und seufzte. Das Wetter war super und er wollte versuchen, wenigstens ein wenig Farbe zu bekommen. Au�erdem wollte er einfach nur ein bisschen ausspannen und relaxen.

"Mark, du willst dich doch nicht im Ernst jetzt schon hier in die Sonne legen, einpennen und dann den ganzen Tag gar nichts mehr tun, oder?", fragte Kian, stellte sich vor ihn und verschr�nkte die Arme.

"He, geh aus der Sonne", fing Mark an und �ffnete seine Augen wieder.

"Ich denk nicht dran. Jetzt komm."

"Wohin willst du denn?", fragte Mark und richtete sich ein St�ck auf. Kian sch�ttelte den Kopf. "Ach komm, du Langweiler. Schau dir den Strand doch mal an. Das Wetter ist super und es liegen jede Menge Nixen am Strand. Kian schaute sich kurz um und hatte auch schon die erste Frau ausgemacht, die nur wenige Meter von ihnen entfernt in der Sonne lag. Mark schaute zu ihr r�ber.

"Och n�", st�hnte er. "Du willst doch nicht schon wieder auf Baggertour gehen, oder?"

"Wieso nicht? Besser, als den ganzen Tag in der Sonne zu schmoren."

Mark schaute an Kian runter. "Ja, du hast gut reden. Guck dich doch mal an. Du bist braungebrannt, wie wei� ich nicht was." Kian st�hnte. "Na gut, wenn du meinst, dann geh ich eben alleine und du kannst hier versuchen noch was abzubekommen." Damit stapfte er los. Mark lie� sich wieder in den Sand fallen und k�mmerte sich nicht mehr um seinen Freund. Der w�rde schon seinen Spa� haben.

Die Sonne stieg immer h�her und es wurde immer w�rmer. Doch Kian tauchte nicht auf und nach geschlagenen drei Stunden machte Mark sich langsam Sorgen. Er setzte sich auf und musste feststellen, dass er sich einen sch�nen Sonnenbrand auf dem R�cken geholt hatte. "Mist", sagte er, k�mmerte sich dann aber nicht weiter darum, sondern schaute sich am Strand um. Es waren viele Leute da.

"Ein Wunder, wie vie Leute sich manchmal am Strand von Sligo rumtreiben", dachte er und suchte Kian unter den vielen Menschen. Es dauerte eine Weile bis er ihn gefunden hatte.

Im flachen Wasser kam er langsam den Strand entlanggeschlendert. Und er war nicht alleine. An seiner Seite, mit ihm h�ndchenhaltend, ging eine Blondine und die beiden l�chelten sich die ganze Zeit an.

"Wow, er hat�s mal wieder geschafft", sagte Mark sich und beobachtete die beiden. Wie s��. Die beiden blieben stehen und sie fl�sterte Kian etwas ins Ohr. Kian fing an zu kichern. Die beiden schienen sich sichtlich zu am�sieren.

Mark schaute die beiden etwas eifers�chtig an. Na der hatte vielleicht immer ein Gl�ck. Der musste nur los gehen und schleppte wenig sp�ter eine Traumfrau an. Kian schaute sich um. Er lie� seine Blicke �ber den Strand schweifen. Dann hielt er inne und zeigte mit dem Zeigefinger auf Mark. Dann kamen die beiden auf ihn zu.

"Na, ordentlich Farbe bekommen?", fragte Kian, als er vor Mark stand. Mark grinste ironisch. Dann drehte er sich um und gab den Blick auf seinen superroten R�cken frei.

"Farbe schon, nur die falsche", stellte Kian fachm�nnisch fest und lachte.

"Sehr witzig Kian. Ich lache dann morgen." Dann schaute er Kians neue Bekanntschaft an und wartete.

"Ach so", begann Kian. "Das ist Fiona, Fiona, das ist Mark. Guter Freund von mir. Fiona l�chelte Mark an. "Hi", sagte sie.

Bryan und Georgina sa�en im Auto nach Sligo. Bryan w�re ja gerne gefahren, aber als ihm dann eingefallen war, dass er ja gar keine Ahnung hatte, wo Sligo lag, lie� er dann doch Georgina ans Steuer. Bryan schaltete das Radio ein. Dann guckte er Georgina von der Seite an. "Sie l�chelt aber auch unentwegt", dachte Bryan sich. Vergn�gt brachte Georgina das Auto nach Sligo.

"Und wohin jetzt?", fragte Bryan, als sie ein paar Stunden gefahren waren.

"Hmm..." Georgina �berlegte. "Hast du Lust, mit mir shoppen zu gehen? Ich br�uchte dringend ein paar neue Klamotten."

Bryan grinste. "Immer doch", lachte er und Georgina fuhr Richtung Fu�g�ngerzone. Dort angekommen drehte Georgina den R�ckspiegel zu sich und betrachtete sich. Sie zupfte kurz ihr Haar zurecht und sagte: "Okay, von mir aus k�nnen wir." Bryan stieg schnell aus, lief um das Auto herum und �ffnete ihr die T�r.

"Na da hab ich mir aber einen Gentleman geangelt", kicherte sie und gab ihm ein K�sschen.

Dann machten sie sich gemeinsam auf den Weg. Das Wetter war warm und da war nichts, was einer gem�tlichen Shoppingtour im Weg stand. Georgina hatte schnell das erste Gesch�ft ausgemacht und zog Bryan mit durch die Eingangst�r.

Im Slalom lief sie mit ihm durch die vielen Kleiderst�nder und suchte nach etwas passendem. So ging das in vielen L�den, aber Georgina war nah dran, aufzugeben. "Ich find einfach nichts", jammerte sie und wurde nerv�s.

"Hey, nun bleib mal locker. Bryan lie� ihre Hand los und ging zwischen den Kleiderst�ndern auf und ab. Georgina schaute ihm verdutzt nach. Nach wenigen Minuten kam Bryan mit lauter Tops und Hosen wieder. "Hier, versuch�s mal mit denen." Bryan dr�ckte Georgina die Klamotten in die Hand und wartete.

"Bryan, die sind wundersch�n", sagte Georgina und rannte sofort zu den Umkleidekabinen. "Ich glaube, ich bin einfach nur verliebt", murmelte sie auf dem Weg dorthin. Dann probierte sie die Sachen alle nacheinander an, bis sie das richtige gefunden hatte. "Bryan, macht es dir was aus, wenn ich das hier noch mal zusammen anziehe?"

"Ne, ne, mach nur", antwortete Bryan.

Georgina verschwand wieder in der Kabine und kam wenige Minuten sp�ter wieder heraus.

"Und?", fragte sie.

Bryan drehte sich um. "Du siehst bezaubernd aus."

Georgina l�chelte wieder. Viel zu schnell verschwand sie wieder in der Kabine, fand Bryan. W�hrend Georgina sich wieder umzog, schaute Bryan sich in dem Laden um. Es war nicht besonders voll und man konnte wirklich nichts besonderes entdecken. Fast nichts. Bryan lie� seine blicke durch den Laden schweifen und beobachtete die Leute. Da war eine hibbelige Verk�uferin, die versuchte irgendwelche Sachen loszuwerden, ein Mann an der Kasse, der sich beschwerte und ein schwules P�rchen, das sich gerade k�sste. Bryan grinste. Er fand es doch noch immer ziemlich komisch, wenn zwei M�nner sich liebten.

"Hey Bryan. K�nnen wir dann los?", fragte Georgina hinter ihm und fasste ihm auf die Schulter.

"Klar Schatz�", antwortete Bryan und gab ihr ein K�sschen. Dann stupste er sie an. "Guck mal die zwei da vorne. Die scheinen sich ja richtig zu m�gen." Er zeigte auf die zwei M�nner, die ihm eben aufgefallen waren. Er musste wieder kichern. Georgina schaute in die Richtung, die Bryan ihr gezeigt hatte. Doch sie kicherte nicht. Bryan drehte sich zu ihr und merkte, dass sie geschockt die beiden M�nner anstarrte.

"Georgina, was..." Weiter kam er nicht. Georgina liefen pl�tzlich Tr�nen �ber die Wangen. Sie lie� die Klamotten, die sie in der Hand gehabt hatte, fallen und rannte aus dem Laden. Bryan hinterher. Vor dem Laden fand er sie an das Schaufenster des Ladens gelehnt. Sie hatte ihr Gesicht in den H�nden vergraben und schluchzte.

"Aber Georgina, was war denn los?", fragte Bryan ziemlich irritiert. "Hab ich was falsches gesagt?"

Georgina schaute auf und wischte sich die Tr�nen weg. Dann l�chelte sie Bryan an und sch�ttelte den Kopf. "Ach Quatsch", sagte sie und gab ihn einen Kuss. "Es ist... es ist wegen den zwei M�nnern... sie..." Georgina fing wieder an zu schluchzen. Bryan legte seinen Arm um sie und versuchte, sie zu tr�sten, obwohl er gar nicht wusste, was los war.

"Jetzt beruhig dich doch erst mal. Ich w�rde vorschlagen, wir suchen uns jetzt ein ruhiges Pl�tzchen und dann erz�hlst du es mir, okay?" Georgina nickte und die beiden machten sich auf den Weg.

"Nicky! Hallo! H�rst du mir �berhaupt zu?", fragte Shane. Nicky erschrak. "Was?"

"Wusste ich�s doch. Du warst schon wieder ganz woanders", sagte Shane beleidigt und schaute zur T�r, die Nicky die ganze Zeit geistesabwesend angestarrt hatte.

"Was ist denn da?", fragte er genervt. Nicky sch�ttelte den Kopf. "Ach gar nichts, ich dachte nur... ich dachte, ich h�tte Georgina gesehen. War wohl ein Irrtum." Shane st�hnte. Er war ein wenig beleidigt. Wieso musste Nicky immerzu an seine Ex denken?

"Jetzt komm, lass dir nicht den Tag verderben, nur, weil du �berall Georgina siehst", sagte Shane und zog Nicky aus dem Laden.

Georgina war immer noch am schluchzen, als sie ein kleines Caf� gefunden hatten und sich setzten. Bryan ging vorsichtig mit dem Daumen �ber ihre Wangen und wischte die Tr�nen weg.

"Du wei�t, dass du mir alles erz�hlen kannst", sagte er und schaute sie erwartungsvoll an. Georgina nickte. "Okay, ich hab mich nur gerade voll erschrocken. Die zwei M�nner in dem Laden... einer von ihnen... Nicky...Nicky und sein Freund..."

Bryans Unterkiefer klappte nach unten und er bekam riesengro�e Augen. "Nicky... ich meine dein Ex... er ist schwul???" Bryan konnte es nicht fassen. Seine Gedanken schwirrten in seinem Kopf umher wie ein Haufen Kriegsflugzeuge, die sich zum Kampf bereit machten. Das durfte doch alles nicht wahr sein. Erst verliebte er sich ganz aus Versehen in Georgina und dann wurde Nicky pl�tzlich schwul. Wie sollte er die beiden denn jetzt noch zusammen bringen???

"Bryan? Alles okay?", fragte Georgina und wedelte mit ihrer Hand vor Bryans Gesicht rum. Bryan erschrak.

"�h... ja, ja... alles okay... ich... ach, is ja auch egal."

"Und jetzt?"

"Is mir v�llig egal."

"Also noch l�nger hier zu bleiben und den beiden vielleicht noch mal zu begegnen, darauf hab ich echt keinen Bock." Georgina machte ein trauriges Gesicht.

"Hey, jetzt mach doch nicht so ein Gesicht. Ich dachte, wir wollten uns einen sch�nen Tag machen. Au�erdem hast du doch jetzt mich", sagte Bryan und bekam schon wieder Gewissensbisse. Aber er konnte einfach nichts gegen die Gef�hle f�r Georgina tun. Er war halt total verknallt. Was w�rde Louis wohl... Oh Gott, Louis! An den hatte Bryan gar nicht mehr gedacht. Das Handy hatte er meistens aus, weil Louis ja doch nur am nerven war. Der war jetzt bestimmt schon total sauer. War aber auch zu bl�d, die ganze Situation.

"Hey Bryan, was ist denn heute los?"

Bryan schaute auf und merkte, dass er schon wieder ganz woanders gewesen war.

"Ich glaube, ich bin verliebt", sagte Bryan und grinste sie an. Georgina lachte. "Ach Bryan, du bist einfach zu s��!" Bryan grinste mal wieder. Dann war es kurze Zeit still. Erst nach ein paar Minuten, in denen die beiden sich leidenschaftlich in die Augen geschaut hatten, sagte Georgina: "Bryan, lass uns wieder fahren. Ich hab echt keinen Bock, den beiden noch mal zu begegnen."

"Okay, wie du willst." Bryan bezahlte und die beiden machten sich auf den Weg zur�ck zum Auto.

Auf der Autofahrt war es still. Georgina war immer noch schockiert dar�ber, was sie eben gesehen hatte und Bryan, ja, Bryan auch. Erst jetzt hatte er begriffen, wie gro� seine Probleme wirklich waren. So w�rde er es wirklich nie schaffen, die beiden zu verkuppeln. Und dann m�sste er f�r immer auf der Erde...

"Halt mal. Was f�r Probleme eigentlich?", �berlegte Bryan. Bryan hatte einen neuen simplen Plan. Er w�rde Nicky in Ruhe lassen. Er w�rde weiterhin mit Georgina rumknutschen, die ganze Sache einfach hinschmei�en und auf der Erde bei seiner Geliebten bleiben. Bryan grinste in sich hinein. Er h�tte nie gedacht, dass er jemals auf der Erde w�rde bleiben wollen. Aber jetzt...

Mark sa� immer noch mit Kian am Strand und wurde langsam ungeduldig. Er hatte eigentlich gar nicht vorgehabt, so lange zu bleiben, aber Kian lie� sich einfach nicht von Fiona trennen. Seit Stunden, wie es Mark vorkam, sa�en die beiden nun da im Sand und waren am rumflirten.

"Kian, ich glaube, wir m�ssen langsam mal los", dr�ngelte Mark und versuchte, Kian auf die Beine zu bekommen.

"Kian schaute auf und machte ein entt�uschtes und gleichzeitig bettelndes Gesicht.

"Jetzt schon?", fragte er, als ob er erst f�nf Minuten f�r seine neue Bekanntschaft gehabt h�tte.

"Kian, wir sind schon seit Stunden hier. Ich hab echt keine Lust, im Dunkeln nach hause zu fahren." Kian schaute in den Himmel. "Jetzt �bertreib nicht. Es wird erst in ein paar Stunden dunkel."

Mark st�hnte. "Okay, okay, dann nimm sie doch mit."

Kian schaute seine Freundin an. Die l�chelte. "Wenn du nichts dagegen hast..." Kian sch�ttelte eilig den Kopf. "Keineswegs!" Fiona lachte und stand dann auf. Sie klopfte sich den Sand vom K�rper und zog dann Kian auf die Beine. Der legte seinen Arm um Fiona und die beiden gingen mit Mark zum Auto. Dort angekommen dr�ckte Kian Mark seine Autoschl�ssel in die Hand und machte wieder dieses flehende Gesicht.

"Okay", grinste Mark, der wirklich nichts gegen Autofahren hatte und gerne den Chauffeur spielte. Kian hielt Fiona die T�r auf und die beiden machten es sich auf der R�ckbank gem�tlich.

"W�nschen die Herrschaften denn ein wenig Musik?", fragte Mark aus Spa� v�llig �bertrieben, als ob er der Fahrer einer Limousine w�re und die Queen pers�nlich hinten drin h�tte.

"Aber gerne", antwortete Kian in einem ebenfalls sehr schnulzigem Ton und Mark schaltete das Radio an.

Als Shane und Nicky wieder auf der Stra�e waren, �berlegten die beiden, was sie noch machen k�nnten.

"K�nnen wir nicht irgendwohin fahren, wo wir ein bisschen Ruhe haben und ungest�rt sind?", fragte Nicky. Shane dachte nach. Der Gedanke, irgendwo alleine mit Nicky zu sein, war wirklich nicht schlecht.

"Okay, lass uns ans Meer fahren. Ich kenne da ne Stelle, die ist echt der Hammer."

"Wohin soll�s denn genau gehen?", fragte Nicky neugierig und umarmte Shane. Shane grinste geheimnisvoll. "Lass dich �berraschen", sagte er.

"Na du machst es ja mal wieder spannend. Aber gut." Die beiden k�ssten sich noch einmal und machten sich dann auf den Weg zum Auto. Dort angekommen klemmte Shane sich hinters Steuer und wartete, bis Nicky sich neben ihm niedergelassen hatte.

"Jetzt fahr los", dr�ngelte Nicky, der gespannt darauf war, wo Shane ihn hinbringen w�rde.

"Okay, okay,", sagte Shane und fuhr los. Eine Weile fuhren sie noch durch die Stadt, dann wurden es immer weniger H�user, die die Stra�e s�umten und irgendwann waren sie auf einer Landstra�e, die rechts und links nur noch von Wiesen begrenzt wurde. Nicky schaute aus dem Fenster und war v�llig in Gedanken versunken. Shane war einfach zu s��. Was er jetzt wohl wieder vorhatte.

Bryans Handy klingelte. Georgina blickte kurz zu Bryan, konzentrierte sich dann aber wieder auf die Stra�e.

Ohne auf den Display zu schauen ging Bryan dran.

"Hallo?", meldete er sich.

Eine schreiende und w�tende Stimme, die sich sofort als die von Louis identifizieren lies, antwortete ihm: "Bryan, wenn du noch einmal mit solchen Gedanken spielst, dann... dann... dann kannst du dich auf was gefasst machen. Dann kannst du gift drauf nehmen, dass du nie wieder auf der Erde bist...tut tut tut

Louis hatte aufgelegt.

"Wer war das denn?", fragte Georgina neugierig.

"Ach, guter Kumpel, hatte aber die falsche Handynummer erwischt", log Bryan. Georgina glaubte ihm ohne weiteres und fuhr weiter.

"Was machen wir denn heute Abend?", fragte sie schlie�lich.

"Lass uns in die Bar gehen. Die unten im Hotel ist echt super." Georgina war einverstanden.

Sie parkte das Auto vor dem Hotel und beide steigen aus.

Eine junge Frau kam ihnen mit einem Hund entgegen. Sie war h�bsch, stellte Bryan fest und beobachtete sie. Doch als sie immer n�her kam, wurde es Bryan ganz komisch im Bauch. Der Hund raste pl�tzlich auf Bryan zu und sprang fr�hlich kl�ffend an im hoch. Die Frau betrachtet Bryan mit gro�en Augen, riss den Mund auf, zog ihren Hund mit sich mit und ging schnellen Schrittes weiter. Bryan hatte gesehen, wie sie pl�tzlich Tr�nen in den Augen gehabt hatte. Bryan fasste sich an den Bauch. Er wusste nicht, was los war. Doch dann sp�rte er wieder seine Georgi an seiner Schulter und hatte die Frau schnell vergessen.

"So, wir sind da", sagte Shane und trat auf die Bremse. Als der Wagen hielt, wurde Nicky aus seinen Gedanken gerissen. Er hatte die ganze Zeit aus dem Fenster geschaut, hatte aber gar nicht richtig realisiert, wo Shane eigentlich hingefahren war. Er hatte nur vor sich hin getr�umt und war ganz woanders gewesen. Jetzt schaute er sich etwas verwirrt um und merkte, dass Shane nahe einer Klippe geparkt hatte. Der Felsen waren nicht sonderlich hoch, aber man hatte einen tollen Blick auf den Ozean, der in der Nachmittagssonne gl�nzte. Es war menschenleer und ein leichter Wind kam vom Meer her�ber.

"Wow, Shane, du kannst ja so romantisch sein." Nicky schw�rmte. Shane �ffnete Nicky die Autot�r und nahm in an die Hand. Dann zog er ihn aus dem Auto und die beiden gingen Hand in Hand auf die Klippe zu. Langsam, um nicht den Halt zu verlieren, tastete sich Shane bis zum Rand der Klippe vor und setzte sich dann. Nicky lie� sich neben ihm nieder. Schweigend sa�en die beiden auf der Klippe und blickten hinaus aufs Meer. Stunden vergingen, in denen sich die beiden immer wieder umarmten und k�ssten. Die beiden kamen sich immer n�her. Immer wieder landeten Shanes Lippen auf Nickys und k�ssten sie leidenschaftlich. Keiner sagte etwas. Es war in diesem Moment einfach nicht n�tig, etwas zu sagen.

Erst, als die Sonne dem Horizont n�her kam und dran war, im Meer zu versinken, sagte Nicky: "Wie wundersch�n." Shane nickte zustimmend. Gemeinsam, Nicky hatte seinen Arm um Shane gelegt, schauten die beiden sich den Sonnenuntergang an. Glutrot versank der Feuerball im Meer und man konnte nur zwei schwarze Umrisse auf der Klippe sehen, die durch die nahende Dunkelheit immer schw�cher zu erkennen waren.

Mark hatte sich erst mal unter die Dusche verzogen. Das Wohnzimmer hatten Kian und Fiona bezogen. Mark konnte ja verstehen, dass die beiden alleine sein sollten, aber mussten die es gleich �bertreiben? Langsam wurde es dunkel und nach dem gemeinsamen Videoabend war Mark superm�de. Immerhin konnten die beiden ja auch in Kians Schlafzimmer gehen. Da konnte Mark sich ja schlecht ins Bett legen und dem Liebesp�rchen das Sofa �berlassen. Mark stieg aus der Dusche und wickelte sich ein Handtuch um die H�fte. Von drau�en h�rte er jemanden kichern. Das waren ganz klar Kian und Fiona. Die kamen gerade die Treppe hoch, als Mark aus dem Bad kam.

"Hi Mark, du kannst jetzt das Wohnzimmer haben, wenn du willst. Wir verziehen uns dann in mein Schlafzimmer. Bis morgen."

Dann meldete Fiona sich zu Wort. "Ich hoffe, es hat dich nicht gest�rt, das wir es uns da unten noch ein wenig gem�tlich gemacht haben."

"Ne, ne, ist schon in Ordnung. Gute Nacht und viel Spa� euch beiden." Fiona und Kian l�chelten sich an und verschwanden dann in Kians Zimmer.

"Wehe, ihr macht Krach", dachte Mark sich, bekam davon aber nicht mehr viel mit. Kaum war er aufs Sofa gefallen, war er auch schon eingeschlafen.

Nicky fing an zu zittern. "Ist dir kalt?", fragte Shane besorgt. Nicky nickte leicht. Shane zog seine Jacke aus und h�ngte sie Nicky �ber die Schultern. "Ich glaube, wir sollten uns auf den Weg machen, bevor du mir hier noch erfrierst." Er stand vorsichtig auf und half dann Nicky auf die Beine. "Fall mir blo� nicht darunter. Ich w�rde mich hinterher st�rzen", drohte Shane und zog Nicky von der Klippe weg. Dann gingen die beiden zum Auto. Es war stockdunkel, als die beiden �ber die leeren Stra�en Richtung Sligo rollten.

"Was m�chtest du trinken?", fragte Bryan, als die beiden in der Bar Platz genommen hatten.

Georgina �berlegte. Dann sagte sie: "Ach, ich nehme einfach das, was du auch nimmst." Daraufhin bestellte Bryan zwei Drinks und die beiden fingen an, sich fr�hlich zu unterhalten. Bryan bekam jedes Mal, wenn er Georgina beteuerte, dass er sie �ber alles lieben w�rde, immer wieder Gewissensbisse. "Wenn du doch nur w�sstest", dachte er und fragte sich, warum immer alles so kompliziert und schwer sein musste.

Pl�tzlich zeigte Georgina auf einen Punkt hinten in der Bar. "Was haben die denn vor?", fragte Georgina. Hinten an der Wand, waren einige Leute dabei, eine kleine B�hne aufzubauen, Mikros aufzustellen und Boxen zu platzieren. Bryan zuckte mit den Schultern. "Keine Ahnung, vielleicht ist heute irgendeine Veranstaltung."

"Ja, wir haben heute eine Band hier. Die sollen hier ein bisschen Stimmung reinbringen", sagte pl�tzlich eine Stimme hinter ihnen. Bryan und Georgina drehten sich um. Hinter ihnen stand ein Kellner, der Georginas Frage wohl geh�rt hatte.

"Hm... und wann geht es los?", fragte Bryan.

"In einer halben Stunde."

Georgina wurde neugierig. "Was ist das denn f�r eine Band?", fragte sie.

Der Kellner l�chelte. "Drei junge M�dels. Ziemlich unbekannte Band, aber solange die Musik gut ist... und wer wei�, vielleicht werden sie ja mal ber�hmt..." Dann verabschiedete sich der Kellner und verschwand wieder hinter der Theke.

"Was ist", fragte Bryan. "Bleiben wir?"

"Klar, antwortete Georgina. "Wir machen uns jetzt hier einen sch�nen Abend."

Eine halbe Stunde sp�ter, Bryan und Georgina hatten die ganze Zeit rumgeturtelt, kam ein Mann auf die B�hne und nahm eines der Mikros in die Hand. Er begr��te kurz die Leute, machte aber keine lange Rede, sondern kam sofort zur Sache. "Atomic Kitten!", rief er ins Mikrofon und gab die B�hne frei. Sofort st�rmten drei Frauen auf die B�hne und fingen an, mehrere Lieder zu spielen. Die Stimmung in der Bar entspannte sich und alle schienen gut gelaunt zu sein. Bryan und Georgina sa�en Arm in Arm da und lie�en ihren Gef�hlen freien Lauf. Und das war wirklich nicht zu �bersehen.

"Was ist, tanzen wir", fragte Bryan, als Atomic Kitten fr�hlich weitermachten. Georgina schaute sich unsicher um. Alle in der Bar sa�en an ihren Tischen und h�rten der Band zu.

"Na gut", sagte sie etwas unsicher und lie� sich von Bryan auf die Beine ziehen. Die beiden waren noch gar nicht lange dran, da wurden auch die anderen Leute mutiger und kamen auf die Tanzfl�che, die Bryan und Georgina er�ffnet hatten. Die Zeit verging und die beiden verga�en ihre Probleme. Niemand schaute auf die Uhr und weil so gute Stimmung war, dachten die M�dels von Atomic Kitten gar nicht daran, aufzuh�ren. Erst nach Mitternacht wurde die letzten m�de und gingen auf ihr Zimmer. Auch Bryan und Georgina verlie�en ersch�pft, aber gl�cklich die Bar.

"Schei�e, das darf doch alles nicht war sein!" Shane schlug mit den H�nden auf das Lenkrad. Es hatte einen Knall gegeben und das Auto war schlagartig stehen geblieben. Shane trat ein paar mal aufs Gaspedal, aber das Auto r�hrte sich nicht von der Stelle. "Schei�e", sagte er noch einmal. Nicky guckte verschlafen durch die Frontscheibe. Kurz, nachdem sie die Klippe verlassen hatten, war Nicky auf dem Beifahrersitz eingeschlafen, aber durch den Knall war er wach geworden.

"Und was machen wir jetzt?", fragte er. Shane zuckte mit den Schultern. "Ich glaube, ich gehe mal gucken, ob ich was finde." Shane �ffnete die T�r und stieg aus dem Wagen. Er ging zur Motorhaube und �ffnete sie, aber bei der Dunkelheit konnte er beim besten Willen nichts erkennen.

"Mist, ich hab keine Taschenlampe im Auto", fluchte Shane, klappte die Motorhaube wieder zu und stieg wieder ins Auto.

"Ich kann einfach nichts sehen", sagte er zu Nicky und drehte den Schl�ssel noch einmal um. Nichts. Er schaute zu Nicky.

"Hast du dein Handy dabei?", fragte er ihn. Nicky sch�ttelte benommen den Kopf und Shane hatte das Gef�hl, dass er sich nicht ganz wohl f�hlte. Das hatte er schon gedacht, als Nicky auf der Klippe so gezittert hatte.

"Du auch nicht?", fragte Nicky leise. Shane sch�ttelte den Kopf. "es liegt zu hause am Ladeger�t."

Shane �berlegte angestrengt, doch er kam zu keiner L�sung. Noch einmal schaute er Nicky an, doch auch der hatte wohl gerade die gleiche Feststellung gemacht, wie er. Es gab keine andere M�glichkeit, als zu warten, bis es hell wurde, um zu gucken, was mit dem Auto los war oder zu warten, bis jemand vorbei kam, aber das konnte ewig dauern. Und selbst wenn es hell werden w�rde. Die Chancen, dass sie das Auto ohne weiteres wieder in Gang kriegen w�rden, waren sehr klein. Es musste einfach jemand vorbeikommen. Es Musste.

Shane fummelte am Armaturenbrett rum und versuchte, die Heizung wieder in Gang zu bekommen. Vergeblich. Im Auto wurde es immer K�lter und Nicky, der doch irgendwie nicht richtig gesund war, zitterte wie verr�ckt.

Er sa� zusammengesunken und frierend auf dem Beifahrersitz und rieb sich seine H�nde. Shane beugte sich zu ihm und nahm ihn in den Arm.

"Hey Nicky, es kann echt nicht mehr lange dauern", versuchte er seinen Freund zu ermutigen, klang aber nicht sehr �berzeugend. Ein Blick auf die Uhr sagte ihm, dass es noch Stunde dauern w�rde, bis die Sonne sich zeigen w�rde und die Hoffnung auf ein vorbeikommendes Auto war immer noch minimal. Doch am meisten sorgte er sich um Nicky. Der war schon ganz blass im Gesicht und obwohl es nicht so sonderlich kalt war, fror der Kerl wie ein Affe am Nordpol. Trotzdem standen ihm Schwei�perlen auf der Stirn. Nicky ging es gar nicht gut.

"Neeeiiiinnn!" Mark schreckte hoch. Kurz musste er �berlegen, wo er �berhaupt war. Verschwitzt sa� er auf dem Sofa bei Kian im Wohnzimmer.

"Mann, war das ein mieser Traum", sagte er leise und merkte, dass er Durst hatte. Er schmiss seine Decke auf den Boden und tapste in die K�che. Dort ging er geradewegs auf den K�hlschrank zu und �ffnete die T�r. Ein entt�uschender Anblick. Der K�hlschrank war so gut wie leer.

"Das kommt davon, wenn Kian so gut wie alleine ist", dachte Mark und machte den K�hlschrank wieder zu. Aber eine Flasche Wasser hatte er wenigstens erbeutet. Mit der ging er zur�ck ins Wohnzimmer und lie� sich wieder aufs Sofa fallen. Er lauschte kurz, ob Fiona und Kian oben in Kians Zimmer noch irgendwie zugange waren, aber es war v�llig still im Haus. Mark nahm einen gro�en Schluck Wasser und war wenig sp�ter wieder eingeschlafen.

Georgina war tief und fest am schlafen. Eine Weile schaute Bryan, der kein Auge zu bekam, ihr dabei zu. Es war einfach zu s��, wenn sie schlief. Bryan hatte fast die ganze Nacht wach gelegen. Die ganze Situation war ihm gewaltig zu Kopf gestiegen. Alles, was bis jetzt passiert war, war in ein gro�es Liebeschaos ausgeartet. Er sollte doch nur Nicky und Georgina wieder zusammenbringen und jetzt hatte er sich in Georgina verliebt und Nicky war pl�tzlich schwul und war mit diesem Shane zusammen. So w�rde das nicht funktionieren.

Das alles waren Gedanken, die in dieser Nacht in Bryans Kopf umher schwirrten. Wohl etwas zu viele, denn irgendwann fielen Bryan dann doch die Augen zu.

Shane schreckte hoch. Da waren doch nicht etwa... Shane schaute durch die Heckscheibe. Scheinwerfer, die tats�chlich auf sie zukamen. Als er kurz auf die Uhr schaute, erschrak er. Fast f�nf Uhr morgens.

Schnell �ffnete er die T�r und sprang aus dem Auto. Er stellte sich auf die Stra�e und wedelte mit den Armen. Das Auto wurde langsamer und kam kurz darauf vor ihm zum stehen. Ein junger Mann stieg aus. "Was ist denn passiert?", fragte er. Shane erkl�rte ihm eilig die Situation. Der Mann nickte und ging zu seinem Kofferraum. "Ihr habt Gl�ck. Ich hab ein Abschleppseil dabei. Soll ich euch mitnehmen?"

"Was f�r eine Frage", dachte Shane und nickte heftig mit dem Kopf.

Der Mann befestigte das Seil an den beiden Autos und schaute sich dann Nicky an. "Der sieht aber wirklich nicht gut aus. Soll ich euch nicht lieber zum Arzt bringen?"

Shane sch�ttelte mit dem Kopf. "Nein, ich glaube er hat nur Fieber."

"Gut, wie ihr wollt, aber dann bring ihn r�ber in mein Auto. Da funktioniert die Heizung noch." Das hielt Shane auch f�r eine gute Idee und schleppte Nicky zu dem anderen Auto. Er selber klemmte sich hinter sein eigenes Steuer, um den Wagen zu lenken. Er hatte mit dem Mann ausgemacht, dass er sie erst mal nach hause bringen sollte, weil Nicky nur noch ins Bett musste. Um den Wagen w�rde er sich dann sp�ter k�mmern.

Nicky, der jetzt halb schlafend neben dem Mann sa�, schaffte es noch, dem Mann den Weg zu Shanes Haus zu zeigen. Dort angekommen, bedankte Shane sich bei dem Mann, verabschiedete sich und trug dann Nicky ins Haus. Noch bevor sie die Haust�r erreicht hatten, war Nicky in Shanes Armen eingeschlafen.

Bryan und Georgina sa�en in Bryans Hotelsuite und waren wieder bei ihrer Lieblingsbesch�ftigung: K�ssen. Drau�en leuchtete die Abendsonne und tauchte das Zimmer in rot-oranges Licht. Sie hatten den ganzen Tag ausgespannt und einfach gar nichts getan. Es war superromantisch, aber dann klingelte Georginas Handy.

"Sorry Bryan", sagte Georgina, zog ihr Handy aus der Tasche und ging in ein anderes Zimmer.

"Hallo?... Ja... was... seit wann das denn?... ja, ich komme... bis sp�ter", war alles, was Bryan von dem Gespr�ch aufschnappte. Da er aus diesen Wortfetzen nicht viel entnehmen konnte, wartete er, bis Georgina wieder ins Zimmer kam. Als sie durch die T�r kam, guckte sie betroffen und verlegen zugleich.

"Georgina, was ist los?", fragte Bryan ein wenig erschrocken.

"Ach, ist nicht sooo schlimm. Meine Mutter ist ein wenig krank und mein Vater muss auf Gesch�ftsreise. Ich sollte mal zu ihr fahren."

"Na dann ist es schlimm", sagte Bryan traurig.

Georgina guckte ihn fragend an. "H�h?"

"Na, weil du mich doch jetzt verlassen musst."

"Ach komm", sagte Georgina. "Die zwei Tage schaffst du es auch ohne mich.

"Bist du dir da sicher?"

"Ganz sicher!"

"Es wird aber schwer", sagte Bryan und, machte ein Gesicht, dass dem eines kleinen Welpen sehr �hnlich sah.

"Bryan, guck nicht so", sagte Georgina und fuhr ihm durch die Haare. "Also ich packe dann jetzt mal meine Sachen", sagte sie dann und suchte einige Dinge zusammen. Als sie eine viertel Stunde sp�ter die Suite verlie�, rief Bryan ihr noch hinterher: "W�nsch deiner Mutter Gute Besserung und sag ihr, dass dein Freund das nicht lange �berleben wird, wenn sie nicht schnell wieder gesund wird!"

Georgina drehte sich im Flur und lachte. "Ach Bryan, du bist ein alter Spinner." Dann lief sie zu den Treppen und verschwand.

"Na toll", seufzte Bryan und lie� sich aufs Bett sinken. "Was stelle ich denn jetzt mit diesem angefangen Abend an?" Bryan �berlegte und lief in der Suite hin und her. Auf dem Couchtisch fand er eine Hotelbrosch�re. Bryan lie� sich auf die Couch fallen und bl�tterte sie durch, nur damit er etwas hatte, womit er sich besch�ftigen konnte, obwohl es da nat�rlich Dinge gab, die wesentlich interessanter waren, als Hotelbrosch�ren. Als Bryan sich den Prospekt so ansah, hatte er eine Idee. Er hatte gesehen, dass es unten im Hotel ein Schwimmbad gab und wollte sich nun wein wenig abreagieren. Er ging ins Bad, nahm sich ein Handtuch und ging zu den Treppen.

"Boah, gut mal so richtig auszuspannen", sagte Liz und strampelte mit den Beinen.

"Iiiihhh, h�r auf damit", rief Kerry, die mit ihr und Natasha im Whirlpool sa�. Auch Natasha nahm sch�tzend die H�nde vors Gesicht. "Kannst du nicht einmal still sitzen?", fragte sie.

"Lass gut sein", sagte Kerry und klopfte Natasha auf die Schulter. "Du kennst Liz doch." Dann mussten beide kichern.

Bryan, der sich inzwischen umgezogen hatte, betrat das Schwimmbad. Es war fast leer, bis auf drei Frauen, die kichernd und lachend im Whirlpool sa�en. Bryan erkannte sie sofort wieder. Wie hatten die sich doch gleich noch genannt? Ach ja, Atomic Kitten. Bryan schaute zu den M�dels hin�ber. Doch nur eine hatte ihn bemerkt. Sie hatte lange blonde Haare und l�chelte ihn an. Bryan l�chelte zur�ck. Die beiden lie�en sich nicht aus den Augen, bis pl�tzlich ein lautes "Uuuhhhh" ert�nte.

"Komm Tash, wir gehen lieber", sagte einer der anderen beiden und zog ihre Freundin aus dem Whirlpool. Dann liefen die beiden kichernd davon. "Viel Spa� euch beiden", rief eine der beiden noch, bevor sie verschwanden. Bryan und die Blonde schauten sich kurz etwas verdutzt an, mussten dann aber laut losprusten und Bryan ging lachend auf den Whirlpool zu. "Darf ich mich denn zu dir setzen?", fragte Bryan, wartete die Antwort aber gar nicht erst ab.

"Was ist denn ,wenn ich jetzt nein sage", fragte die Blonde verschmitzt.

"Das w�rden deine zwei Freundinnen aber gar nicht m�gen, wo sie doch extra den Whirlpool ger�umt haben", sagte Bryan und lie� sich ins Wasser sinken.

"Da hast du wahrscheinlich Recht. Darf ich denn deinen Namen erfahren?"

"Bryan und selber?" Die Blonde l�chelte, sagte aber nichts. "Ach komm", bettelte Bryan. "Oder ich gehe deine zwei Freundinnen fragen." Bryan machte Anstalten aus dem Pool zu klettern.

"Nein, bitte nicht diese zwei albernen M�dels", rief die Blonde eilig und zog an Bryans Shorts. Die konnte Bryan gerade noch festhalten und vorm runterrutschen bewahren.

"Na, so intim m�ssen wir ja nicht gleich werden, wo ich doch nicht mal deinen Namen kenne, oder?"

Kerry musste lachen. "Okay, ich sag�s dir. Kerry. Darf ich jetzt?", fragte sie und fing wieder an, an Bryans Shorts zu ziehen. Dann ging alles ganz schnell. Bryan hatte sich augenblicklich in Kerry verknallt und k�sste sie leidenschaftlich. Kerry war �berrascht, erwiderte den Kuss jedoch.

"Glaubst du an Liebe auf den ersten Blick?", fragte Kerry nach einer Weile.

"Muss ich ja jetzt wohl", sagte Bryan und schaute ihr in die Augen. Dann gab�s wieder einen langen Kuss. Dann ein Kichern. Bryan schaute Kerry an. Aber es war nicht sie gewesen, die gekichert hatte. Auch Kerry schaute sich um, aber da war niemand.

"Oh Mann, Liz und Tash...", sagte sie genervt.

Glaubst du, aus den beiden wird was?", fragte Liz.

"Na klar, du hast die zwei doch gerade gesehen. Mann, muss der Kerl k�ssen k�nnen."

Liz schaute Tash warnend an. "Tash, wag es ja nicht, damit bringst du dich nur in Probleme." Dann lachte sie. Auch Natasha musste lachen. "Ist ja schon gut. War ja auch nur so eine Feststellung."

"Und warum bist du dir da so sicher?"

Natasha seufzte. "Na hast du das gerade nicht gesehen?" Natasha schw�rmte.

"Ach komm, wir finden auch noch welche. Bei deinem teste ich dann vorher, wie gut er k�ssen kann, okay?"

"Oh Liz", rief Natasha und warf mit dem Handtuch nach ihrer Freundin. "Du kannst ja so doof sein."

"Was ich sein kann, das bist du st�ndig", scherzte Liz weiter. Dann rannte sie aus der Dusche, weil Natasha sich auf sie st�rzen wollte.

"Ich krieg dich!" rief Natasha und lief ebenfalls aus der Dusche.

"Nicky! Ist f�r dich", rief Shane durchs Haus, nachdem er an das klingelnde Telefon gegangen war. Nicky kam die Treppe runtergepoltert. "Wer ist denn dran?", fragte er und nahm die letzten drei Stufen auf einmal.

"Wei� ich auch nicht. Irgendein Kumpel von dir. Aber jetzt mach mal halblang, du siehst immer noch nicht gut aus.

Nicky riss Shane den Telefonh�rer aus der Hand.

"Hi", sagte er. "Ja klar... morgen Nachmittag?... klar, ich bin dabei... okay... Bye."

Nicky legte auf.

"Was wollte der?", fragte Shane.

"Wir wollen uns morgen treffen und ein wenig kicken. Hast du nicht Lust mitzukommen?"

Shane machte ein skeptisches Gesicht. "Nee, lass mal, hab im Moment echt keinen Bock auf Fussball. Aber bist du dir sicher, dass du morgen schon wieder so loslegen m�chtest?"

"Ach Shane, du machst dir immer viel zu viele Sorgen. Bis morgen bin ich wieder fit, glaub�s mir."

"Okay, du musst es ja wissen, aber ich komme nicht mit."

"Schade, aber vielleicht �berlegst du�s dir ja noch. Ich kann ja noch Kian und Mark fragen, ob die nicht Lust haben", sagte Nicky und nahm den H�rer wieder zur Hand. Doch auch Mark und Kian hatten keine Lust, weil die beiden angeblich verabredet waren.

"Och Mann, ich verstehe euch alle nicht", sagte Nicky. "Warum habt ihr denn alle keinen Bock auf Fussball?"

"Wir sind eben keine Profis wie du", sagte Shane.

"Haha, ich und Profi. Vielleicht w�re ich jetzt einer, wenn ich doch blo� nicht so klein w�re."

"Ooohhh", sagte Shane. "Ach komm KLEINER..."

"Haha", machte Nicky wieder.

"Hey sorry, aber meine St�rke ist eher Musik."

"Hast recht. Haben wir schon lange nicht mehr gemacht. Vielleicht h�tten Mark und Kian dazu ja auch mehr Lust.. na ja, morgen geht�s auf keinen Fall."

Shane schaute Nicky nach, der wieder die Treppe hochging. Er machte sich riesige sorgen um Nicky. Der hatte den ganzen Tag im Bett gelegen und sich nicht so doll gef�hlt. Au�erdem hatte er Fieber gehabt und jetzt wollte er schon wieder Fussball spielen. Shane hielt davon nicht besonders viel, aber das musste Nicky ja selber entscheiden, auch, wenn Shane fand, dass Nicky noch ziemlich k�sig aussah. Er verwarf die Gedanken und ging ins Wohnzimmer. Dann nahm er seine Gitarre und klimperte ein wenig darauf herum.

"Wie Nicky blo� den ganzen Tag Fussball spielen kann", sagte Mark, nachdem er aufgelegt hatte. "Und jetzt?"

"Wei� auch nicht", sagte Kian. "aber irgendwie hab ich den ganzen Tag das Gef�hl, dass wir mal Georgina anrufen m�ssten. Na ja, wenigstens mal fragen, wie es ihr geht. Nicky und Shane denken bestimmt nicht an sie."

Mark nickte. "Du hast wahrscheinlich recht. Hast du die Nummer?"

Kian holte sein Handy aus der Tasche und durchsuchte dann sein Telefonbuch. "Ja, hab sie gespeichert", sagte er und die beiden gingen zum Telefon. Kian wollte den H�rer in die Hand nehmen, doch Mark hielt in fest. "Warte mal. Sollen wir ihr eigentlich erz�hlen, dass Nicky... na ja, du wei�t schon..."

"Spinnst du? Ich will fragen wie es ihr geht und hoffe, dass es ihr gut geht und du willst ihr die Laune verderben... falls sie es nicht schon wei�"

"Woher denn?"

Kian �berlegte. Vielleicht hat Nicky es ihr erz�hlt."

"Ach Quatsch", sagte Mark. "der ist doch froh, wenn er mit Shane seine Ruhe hat."

"Okay, wenn du meinst. Und jetzt ruf an."

"Ja, ja, ich mach ja schon", sagte Kian genervt und w�hlte Georginas Nummer.

"Hallo?", ert�nte es am anderen Ende der Leitung.

"Hi, ich bin�s, Kian... das hei�t, wir sind�s. Mark ist auch noch da."

"Aha, was gibt�s denn?"

"Gar nichts. Wir wollten uns nur mal erkundigen, wie es dir geht."

"Na ja, geht so", sagte Georgina. "Erst die Flaute mit Nicky und jetzt auch noch meine Mutter."

Kian erschrak. "Was ist denn mit deiner Mutter."

"Sie ist krank und mein Vater ist weg. Bin im Moment bei ihr, scheint aber nichts schlimmes zu sein. Das mit Nicky ist schlimmer."

"Georgi", versuchte Kian sie zu tr�sten. "Vielleicht kommt er ja noch wieder."

Georgina lachte sp�ttisch. "Pfff, der doch nicht. Der ist doch gl�cklich in seiner neuen Beziehung..." Sie wurde von Kian unterbrochen. "Du wei�t es schon?"

"Was? Das mit Shane? Ja. Ich und Bryan... also ich habe die zwei beim shoppen gesehen."

"Wer ist Bryan?", fragte Kian, der total neugierig war.

"Guter Freund..."

"R�ck raus!"

"Okay, neue Beziehung, aber wenn Nicky das kann, dann kann ich das schon lange", meinte Georgina schnippisch.

"Hey, ganz ruhig. Hab doch auch gar nichts dagegen gesagt." Kian versuchte, sie zu beruhigen.

"Und, was macht Nicky so?"

"Och... eigentlich nicht viel... schmust hier halt die ganze Zeit mit Shane rum und hat sich morgen mit seinen alten Freunden zum kicken verabredet. Er will dann eine Nacht in Dublin bleiben."

"Der denkt aber auch nur an Fussball. Ein Wunder, dass er mich noch nicht aus dem Fenster geschossen hat, um sich dann auf die Knie zu schmei�en und "Tooooor" zu schreien."

Kian musste lachen. "Georgina. Jetzt �bertreib nicht."

"Ist doch so", sagte Georgina beleidigt.

"Ja, ja... ist ja auch okay. Du, ich glaube, ich muss Schluss machen. Also w�nsch deiner Mutter Gute Besserung und denk nicht so viel �ber Nicky nach."

"Mach ich. Danke, dass ihr angerufen habt. Bye."

"Bye!"

Georgina legte ihr Handy weg. "Fu�ball, Fu�ball, Fu�ball... ich h�re nur noch Fu�ball", sagte sie genervt und wollte gerade in die K�che gehen, da klingelte ihr Handy erneut. Georgina wollte es erst einfach klingeln lassen, ging dann aber doch dran. Es war Bryan.

"Hi, wie geht�s dir?", fragte er gut gelaunt.

Georgina war genervt. "Was ist? Warum rufst du an? Willst du vielleicht mit mir Fussball spielen?", fragte sie w�tend.

"Georgina? Geht es dir gut? Was ist denn los? Und warum bist du jetzt auf einmal sauer auf mich?"

Georgina erschrak. Hatte sie Bryan gerade wirklich angeschrieen? Georgina hielt sich die Hand vor den Mund. Dann atmete sie einmal tief durch und stammelte: "Bryan... es... es tut mir leid... ich"

"Aber Georgi. Irgendetwas ist doch nicht in Ordnung. Was ist los?" Eine Weile bekam er keine Antwort. Dann sagte Georgina: "Es ist eigentlich gar nichts. Ich bin nur total genervt. Eben haben Mark und Kian...

"Wer?"

"Ach so, die kennst du ja gar nicht. Sind zwei gute Kumpels von Shane und Nicky."

"Hast du was gegen die?"

"Nein, auf keinen Fall, aber die haben mir dann auch noch erz�hlt, dass Shane und Nicky die ganze Zeit am rumturteln sind und..."

"Georgina, jetzt denk doch nicht die ganze Zeit an Nicky. Du schaffst es noch, mich dazu zu bringen, beleidigt zu sein."

"Echt? Oh Bryan tut mir echt leid, aber ich kann es einfach nicht fassen, dass ich mich so lange, mit diesem Mistkerl abgegeben habe..." Georgina schluchzte. "Bryan... ich wollte nie, dass du..."

"Hey, Georgi, ist ja gut, ich wei� doch... Jetzt vergiss Nicky und erhol dich mal ein paar Tage."

Georgina nickte, obwohl Bryan es nicht sehen konnte. "Ist vielleicht auch besser so. Nicky h�ngt auch sowieso nur noch mit seinen Freunden rum. Morgen ist er schon wieder mit seinen Freunden zum Fussball spielen verabredet. Bei denen will er dann auch schon wieder eine Nacht bleiben. Will gar nicht wissen, mit wem er dann ins Bett h�pft."

"Nimmt er Shane gar nicht mit?"

"Kian hat gesagt, der h�tte keine Lust. Na ja, wei� ja auch nicht. Also ich muss Schluss machen. Danke dass du angerufen hast."

"Kein Problem." Dann war es still.

"Bryan", rief Georgina noch. "Ich liebe dich!" Doch sie bekam keine Antwort. Bryan hatte aufgelegt.

"Wen hast du gerade angerufen?", fragte Kerry, als sie aus der Dusche kam.

Bryan �berlegte. Schon wieder alles so schwer. Er liebte Georgina, das stand fest. Aber Bryan hatte noch eine weitere Feststellung gemacht. Er war nicht nur Hals �ber Kopf in Georgina verliebt, sondern auch in Kerry. Was jetzt?

"Gute Freundin", sagte er eilig. "Ihre Mutter ist krank und ich mach mir halt Sorgen."

"Ach so." Kerry stand jetzt vor ihm, nur ein Handtuch um ihren K�rper geschlungen, und beugte sich zu ihm runter. Dann gab sie ihm ein K�sschen. Bryan war schockiert. Er war verleibt. Verliebt in zwei Frauen.

"Heute hab ich noch einmal die ganze Nacht Zeit f�r dich", riss Kerry ihn aus seinen Gedanken."

"Noch einmal? Was soll das denn hei�en?", fragte Bryan irritiert.

"Das wir die n�chsten drei Tage schon wieder lauter Auftritte haben und wir uns so lange nicht sehen werden."

"Ach so, hab schon sonst was gedacht." Er schaute Kerry in die Augen. Kerry schaute zur�ck. "Jetzt komm", sagte sie. Dann nahm sie ihn an die Hand und zog ihn ins Schlafzimmer.

"Mann, die hat�s aber eilig", dachte Bryan sich, erinnerte sich aber, dass es bei Georgina genauso gewesen war. Georgina. Die war ja auch noch da. Sie w�rde erst �ber�bermorgen zur�ckkommen, aber dann... Dann hatte Bryan zwei Freundinnen, die sich auf keinen Fall begegnen durften, denn dann w�rde er gewaltige Probleme bekommen und von denen hatte er sowieso schon genug. Aber es blieb keine Zeit, lange dar�ber nachzudenken und sich ernsthafte Sorgen dar�ber zu machen. Kerry zog ihn aufs Bett und k�sste ihn. Sie k�sste wundervoll. Bryan erwiderte ihre K�sse und w�nschte sich, dass diese Nacht ewig dauern w�rde.

Und das dauerte sie auch. Lange lagen die beiden bei Bryan im Bett und trieben ihr Liebesspielchen.

"Natasha, bist du bescheuert? Du kannst doch da jetzt nicht einfach..."

"Wieso?", fragte Natasha, die mit Liz vor Bryans Zimmer stand. Die beiden hatten sich unten im Hotel erkundigt, wo Bryan sein Zimmer hatte und waren dann sofort die Treppen hochgest�rmt.

"Du glaubst doch nicht im Ernst, dass die da... Mensch Liz, die kennen sich erst seit ein paar Stunden."

"Ja, na und?"

Aber Natasha lie� sich nicht an Liz st�ren und wollte die T�rklinke runterdr�cken. "Ist bestimmt abgeschlossen", sagte Liz und wollte schon wieder gehen. Doch Natasha dr�ckte die T�rklinke runter und die T�r �ffnete sich. Natasha erschrak. Sie selbst hatte nicht damit gerechnet, dass die T�r offen war.

"Also die beiden sind aber ganz sch�n bl�d, wenn sie die T�r nicht abschlie�en", sagte Natasha. Liz drehte sich schlagartig um und betrachtete die T�r. "Nee, nicht bl�d, verliebt." Natasha lachte in sich hinein. "Jetzt komm, nur ganz kurz." Dann ergriff sie Liz Arm und zog sie in die Hotelsuite. "Tash", fl�sterte Liz. "Ich halte das wirklich f�r keine gute Idee." Natasha kicherte wieder. "Ich auch nicht, aber ich bin halt neugierig."

In der Suite war es dunkel. Natasha steuerte mit Liz im Schlepptau geradewegs auf die Schlafzimmert�r zu und lauschte. Es war v�llig still. Aus dem Schlafzimmer war nichts zu h�ren und deswegen �ffnete Natascha die T�r. Der Mond, der durch das Fenster schien, brachte ein wenig Licht in die Dunkelheit und was Natasha in diesem fahlen Licht erkennen konnte war wirklich zu s��.

"Liz, komme her, dass musst du dir angucken." Jetzt wurde auch Liz Neugier erweckt und sie schaute �ber Natashas Schulter.

"Oh wie s��", fl�sterte sie, als sie ins Zimmer guckte. Bryan und Kerry lagen in Bryans Bett und waren Arm in Arm am Schlafen. "Guck mal, die l�cheln ja richtig im Schlaf." Liz musste kichern und lief aus der Suite. Natasha schloss die Schlafzimmert�r und rannte ihr hinterher. "Sorry, aber ich konnte nicht mehr", entschuldigte Liz sich, die drau�en auf dem Flur wartete.

Als Bryan die Augen �ffnete, war es noch dunkel. Er war aufgewacht, weil er eine T�r geh�rt hatte, aber als er jetzt mit Kerry in seinem Bett lag und lauschte, war es still. Er hatte wohl getr�umt. Er blickte zur Seite. In seinem Arm lag Kerry, mit der er einen wundervollen Abend gehabt hatte. Danach hatte er gut geschlafen, aber jetzt war er wieder wach und hatte Tausend Gedanken auf einmal. Georgina, Kerry, Nicky... wie sollte das blo� wieder in Ordnung kommen? Bryan hatte das Gef�hl, als ob hier jeder jeden lieben w�rde und so �hnlich war es ja auch. Wer wusste schon ,was da noch alles lief. Vielleicht war Shane ja auch noch in irgendwen verliebt, was Bryan nat�rlich weniger st�ren w�rde, aber das w�rde das Chaos perfekt machen.

Chaos..., das war wirklich das einzige Wort, was zutraf. Und Bryan war der einzige, der dieses Chaos aufr�umen konnte. Und da gab es nur eine L�sung. Er musste... "Nein, bitte nicht", dachte Bryan, als er an diese Stelle kam. Aber das �nderte die Lage auch nicht. Bryan musste sich von Georgina trennen und daf�r sorgen, dass sie wieder mit Nicky zusammenkam. Doch das w�rde schwer werden. Hatte er sich nicht geschworen, Georgina niemals aufzugeben? Au�erdem liebte Georgian ihn und w�rde es vielleicht kaum verkraften, wenn er sie verlie�...

Und dann war da auch noch Nicky. Der schien ja wirklich schwul zu sein und war Hals �ber Kopf in Shane verliebt. Shane... Shane... Bryan hatte einen Entschluss gefasst. Er w�rde Shane f�r eine Weile aus dem Weg r�umen. Nur f�r ein paar Tage, damit.... ach, war ja auch egal. Das w�rde sich dann schon ergeben. Das Wichtigste war jetzt Shane, der laut Georgina morgen Abend allein im Haus war...

Shane stand unten in der K�che und machte Fr�hst�ck. Nicky war immer noch am schlafen und Shane gab sich M�he, m�glichst leise zu sein. Wenige Minuten sp�ter stieg dann der Kaffeeduft durch das ganze Haus und Shane dachte, dass Nicky davon doch langsam mal wach werden w�rde. Aber er kam nicht und weil Shane einen riesigen Hunger hatte, fing er schon mal an. Im Flur klapperte der Briefkasten. Shane seufzte und stand auf. Er lief in den Flur und nahm die Briefe aus dem Briefkasten. Da waren Rechnungen, Werbung und sonst nur eine Menge Kram an seine Eltern oder Geschwister. Nach einer ganzen Stunde, in der Shane mit seiner Post am K�chentisch rumgel�ngelt hatte, war Nicky immer noch nicht erschienen.

Shane machte sich langsam Sorgen. Er r�umte die Post vom K�chentisch und ging nach oben. Als er das Schlafzimmer betrat, erschrak er. Nicky hatte sich wohl �berhaupt nicht erholt. Schlafend w�lzte er sich im Bett hin und her und nuschelte irgendein wirres Zeug. Schwei�perlen standen ihm auf der Stirn.

"Nicky", rief Shane und lief zum Bett. Er packte Nicky an der Schulter und versuchte, ihn wachzur�tteln. "Nicky, was ist denn los", rief er immer wieder. Nicky �ffnete die Augen und setzte sich schlagartig im Bett auf.

"Was..." Nicky schaute sich verwirrt um. Dann rieb er sich die Augen und sch�ttelte einmal heftig den Kopf.

"Shane... ich..."

"Du hattest Alptr�ume, stimmt�s?"

Nicky nickte und lie� sich dann zur�ck in die Kissen fallen. "Ich glaube, ich f�hle mich �berhaupt nicht gut", sagte er leise und fasste sich an die Stirn.

"So siehst du auch aus", antwortete Shane. "Hast du Hunger?"

"Auch nicht. Wenn ich jetzt was esse, dann verbringe ich die n�chsten Stunden nur wieder aufm Klo. Ich brauche einfach nur Schlaf." Shane nickte beistimmend. "Okay, dann lasse ich dich jetzt mal alleine. Macht es dir was aus, wenn ich ein wenig reiten gehe?" Nicky verneinte. Shane ging aus dem Zimmer und schloss leise die T�r, denn Nicky war schon wieder am schlafen.

Kerry wachte auf, als es am n�chsten Morgen an der T�r klopfte. "Wer ist das denn schon so fr�h am morgen", fragte sie sich, aber als sie auf die Uhr schaute merkte sie, dass es schon neun Uhr war. Neben ihr lag Bryan, aber der war tief und fest am Schlafen. Es klopfte erneut. Schnell stieg Kerry aus dem Bett, zog sich einen Bademantel �ber und lief zur T�r. Es war der Zimmerservice, der das Fr�hst�ck brachte. Kerry nahm das Tablett und ging zur�ck in die Suite. Sie stellte das Tablett auf dem Tisch ab und schnupperte. Der Kaffee duftete herrlich. Nun musste Bryan aber auch mal aus dem Bett.

Kerry ging zur�ck ins Schlafzimmer. "Bryan Schatz, aufwachen!" Bryan �ffnete die Augen und schaute sie an. "Es gibt Fr�hst�ck", lockte sie ihn. Das lie� sich Bryan nicht zweimal sagen und sprang aus dem Bett.

Drau�en auf dem Hof war es leer. Alle Autos waren weg und nicht mal die Hunde liefen auf dem Hof herum. Nur Nickys Auto stand da, wo er es geparkt hatte, als er gekommen war. Shane ging �ber den Hof auf den Stall zu. Als er in den Stall kam, steckten fast zwanzig Pferde ihre K�pfe aus ihren Boxen und wieherten ihm entgegen. Shane ging an ihnen vorbei und zur Box von Carlton Clover. Er betrat die Box und streichelte sein Pferd. Carlton Clover schnaubte, als Shane ihn hinter den Ohren kraulte und ging sofort an Shanes Jackentasche.

"Sorry, aber ich hab nichts f�r dich", entschuldigte Shane sich und wollte Carlton Clovers Halfter holen. Das Pferd stampfte mit dem Vorderhuf. Shane drehte sich um und zuckte mit den Schultern.

"Ach komm, du hast deine Streicheleinheit gehabt", sagte Shane und ging ein Halfter holen. Er band sein Pferd in der Stallgasse an und begann zu putzen.

"So viel Zeit muss sein", sagte er sich immer wieder, wenn die Pferde mal wieder den ganzen Schweif voll Stroh hatten. Doch nach einer halben Stunde hatte er es geschafft und machte sich ans Satteln. Als das dann endlich geschafft war, f�hrte er Carlton Clover aus dem Stall und stieg auf.

"Also ich w�rde sagen, wir machen eine Ausritt", sagte er, klopfte sein Pferd und ritt los. Erst hatte er sich noch Sorgen um Nicky gemacht, doch schnell lie� er all diese Gedanken hinter sich. Wenn er �ber die Wiesen galoppierte verga� er immer alles, was zu hause so los war. Lange ritt Shane so durch die Landschaft, aber irgendwann kam Carlton Clover m�chtig ins Schwitzen und Shane machte sich auf den R�ckweg. Nicky ging es bestimmt wieder besser, wenn er etwas geschlafen hatte und Shane wollte zuhause sein, bevor Nicky sich auf den Weg machen wollte.

Und, wie sehe ich aus?" Kerry war gerade aus dem Bad gekommen. Es war sp�ter Nachmittag und sie machte sich f�r den Auftritt heute Abend fertig.

"Du siehst einfach bezaubernd aus", sagte Bryan und Kerry ging zum Spiegel. Dort drehte sie sich ein paar Mal und lie� ihre Haare durch die Luft fliegen. Bryan geriet ins Schw�rmen. Sie sah einfach zu wundervoll aus, auch wenn sie nicht auf der B�hne stand und ungeschminkt war.

Es klopfte an der T�r.

"Ich gehe schon", sagte Bryan als Kerry zur T�r rennen wollte. Er lief zur T�r und �ffnete sie.

"Hallo!", rief er als er Kerrys zwei Freundinnen auf dem Flur erblickte. Er trat einen Schritt zur Seite und lie� die beiden reinkommen. Kerry drehte sich um und erschrak. "Woher wisst ihr, dass ich hier bin?", fragte sie. "Na h�r mal", sagte Liz nur und schaute erst Kerry, dann Bryan an. Kerry verstand, was Liz meinte und fragte nicht weiter. Die zwei konnte man sowieso von nichts abhalten.

"Mann, mich h�tt's echt nicht gewundert, wenn ihr schon letzte Nacht hier rein geplatzt w�rt", lachte Kerry und schaute noch einmal in den Spiegel. Liz und Jenny schauten sich unsicher an, aber als Bryan ein fragendes Gesicht aufsetzte, l�chelten die beiden ich nur an und warteten, dass Kerry fertig wurde.

"Jetzt mach hinne", dr�ngelte Natasha. "Du siehst gut aus, glaub�s mir."

"Okay, ich komme", sagte Kerry genervt, nahm Bryan noch einmal in den Arm und gab ihm ein K�sschen. Danach schaute Bryan Liz und Natasha bettelnd an. "Und ihr wollt mir Kerry jetzt wirklich entf�hren?", fragte er und machte wieder ein Gesicht, wie ein Hundewelpe. Aber die beiden zeigten keine Gnade und zogen Kerry aus der Suite.

"Keine Panik, du bekommst sie unversehrt wieder", rief Natasha im Rausgehen noch und schloss dann die T�r.

Doch Bryan dachte nicht weiter an Kerry. Er war l�ngst ganz woanders mit seinen Gedanken. Shane. Das musste er jetzt erst mal erledigen. Den Weg nach Sligo kannte er und im Handschuhfach hatte er unter den Adressen, mit denen er Anfangs gar nichts anfangen konnte, hatte er Shanes Adresse gefunden. Es war ein langer Weg, aber es musste sein. Er zog sich noch schnell etwas anderes an und verlie� dann das Hotel wieder durch den Hinterausgang. Er hatte schon so einen ungef�hren Plan, wie er die ganze Sache angehen sollte, aber genaues hatte er sich auch noch nicht �berlegt. Das lag einfach daran, dass er Shane nicht kannte, dass er Shanes Haus nicht kannte und das er so gut wie gar nichts �ber die dortigen Begebenheiten wusste.

Deshalb setzte er sich einfach in sein Auto, verlie� Dublin und machte sich auf den Weg nach Sligo. Gott sei Dank war es noch nicht dunkel und Bryan hatte keine Probleme, den Weg wieder zu finden. Um den R�ckweg machte er sich keine Gedanken.

Kian und Mark standen in Sligo vor einer Eisdiele und warteten. Kian schaute nerv�s auf die Uhr und schaute sich um. Mark klopfte ihm auf die Schulter. "Sie wird schon kommen", beruhigte er seinen Freund.

"Sie ist aber schon f�nf Minuten dr�ber", sagte Kian und wollte schon wieder auf die Uhr schauen. Doch Mark hielt sein Handgelenk fest. "F�nf Minuten Kian. Was erwartest du? Vielleicht stand sie ewig vor dem Spiegel. Sie will dir doch gefallen." Kian lie� seinen Arm wieder sinken.

Weitere F�nf Minuten sp�ter kam Fiona. An ihrer Seite ging eine anderen Freu, die in ihrem Alter zu sein schien. Die beiden kamen auf Mark und Kian und zu und blieben vor ihnen stehen. Fiona ergriff sofort das Wort. "Hi ihr zwei. Das ist meine Freundin Christine. Christine, das sind Mark und Kian." Bei dem Wort Kian ging sie auf ihren Freund zu und dr�ckte ihm ein K�sschen auf den Mund. Christine schenkte Mark ein sch�chternes L�cheln. Mark l�chelte zur�ck.

Fiona tippte Kian auf die Schulter und nickte zu Mark und Christine. Sie zog an Kians Arm und schleppte ihn davon. Mark und Christine standen pl�tzlich alleine auf der Stra�e. Mark schaute sich nerv�s um, doch von Kian und Fiona war nichts zu sehen.

"Na dann m�ssen wir wohl alleine los", sagte er zu Christine und nahm sie an der Hand. Die beiden verstanden sich sofort und machten sich einen sch�nen Nachmittag.

Bryan hatte Sligo erreicht. Diese vier Stunden Tour machte einen doch ganz sch�n fertig, wenn man sie dauernd hin und her fuhr, aber Bryan hatte ganz andere Probleme. Shanes Haus zu finden war dann nicht mehr ganz so leicht. Er wohnte auf einem Hof, der ein wenig au�erhalb lag und Bryan kam es schon so vor, als w�rde es dort nicht mal eine Stra�e geben. Denn die fand er erst, als er eine Weile durch Sligo gefahren war.

"Oh Mann", sagte Bryan und schlug mit der Faust auf sein Lenkrad. "Wer hat denn diese Stra�en gebaut?" Mal wieder war er durch ein Schlagloch gefahren und das nun schon zum dritten Mal. Beim vierten mal reichte es ihm, aber da hatte er den Hof auch schon erreicht. Er �berpr�fte noch einmal die Adresse und stieg aus dem Auto. Es war bereits dunkel geworden und ein k�hler Wind wehte Bryan ins Gesicht. In einem Geb�ude, das Bryan als Pferdestall identifizieren konnte, wieherten Pferde. Daneben lag das Wohnhaus, dessen Umrisse man in der Dunkelheit noch so gerade erkennen konnte. Bryan ging um das Haus herum, um sich erst mal ein wenig umzuschauen. Aus den Fenstern kam kein Licht und Bryan dachte sich, dass Shane sicher schon im Bett lag. Trotzdem schaute er noch einmal durch alle Fenster, die sich im Erdgeschoss befanden. Alles dunkel. Fast schon zu dunkel. Bryan hatte M�he, heile bei der Haust�r anzukommen. �berall lagen Steine oder sonst was und es war nicht leicht, im Dunkeln nicht dar�ber zu stolpern.

An der Haust�r angekommen dr�ckte er die T�rklinke runter. War nat�rlich zu, aber Bryan hatte sich so was auch schon gedacht und machte einfach ein paar Schritte nach vorne. Es war ja dunkel und niemand konnte ihn sehen.

"Hast du morgen wieder Zeit?" Fiona streichelte Kian sanft �ber die Wange. Dabei l�chelte sie ihn verf�hrerisch an. Kian z�gerte. Morgen war Montag. Das Wochenende war schon wieder vorbei.

"Nee", fing er z�gernd an. Ich muss morgen arbeiten. Mein Chef killt mich, wenn ich wieder nicht erscheine. Fiona war entt�uscht, dass konnte Kian ihr ansehen. "Tut mit echt leid. Ich bin erst gegen Abend wieder da!"

Jetzt l�chelte Fiona wieder. "Na das reicht doch", sagte sie und verabredete sich sogleich mit ihm. Dann verabschiedete sie sich. Sie wollte lieber nach hause, weil Kian am n�chsten Morgen fr�h rausmusste und sie mal richtig ausschlafen musste. Kian machte sich auf den Weg nach hause. Es machte sowieso keinen Sinn, Mark zu suchen. Der lief entweder irgendwo in der Stadt rum, sa� in irgendeinem Pub, oder war schon wieder zu hause. Was zwischen ihm und Christine lief, wusste er nicht. Er w�rde es wohl erfahren. Er wollte gerade um die n�chste Ecke gehen, als hinter ihm jemand rief. "Kian!"

Kian drehte sich um. Es war Mark der laut rufend auf ihn zu kam.

"Hey, wo warst du denn?", fragte Kian erstaunt.

"Das gleiche k�nnte ich dich fragen." Mark machte ein vorwurfsvolles Gesicht.

"Hey, gib doch zu, dass Christine dir gef�llt! Das hab ich gesehen." Mark wurde rot. "Ja, ja", f�gte Kian noch hinzu, legte seinen Arm um Marks Schulter und knuffte ihn in die Seite. Lachend machten sich die beiden auf den Weg zu Kian. M�de fielen die beiden in ihre Betten. Mehr oder weniger. Mark pennte wieder auf Kians Sofa. Zu hause war es ja doch nur langweilig, wenn man alleine war.

Mark lag noch wach. Christine ging ihm nicht aus dem Kopf. Kian hatte es bereits gesagt. Er war verliebt und zwar total. Christine war einfach ein Traum. Im wahrsten Sinne des Wortes. Mark war wenige Sekunden sp�ter eingeschlafen und tr�umte von seiner neuen Errungenschaft.

"Puh! Manchmal ist es ja doch gut, wenn man durch T�ren gehen kann", sagte Bryan sich, als er im Flur von Shanes Haus stand. Es war stockdunkel und man konnte fast gar nichts erkennen. "Gut so", dachte Bryan sich. "Muss ja nicht gleich jeder sehen, was hier abgeht." Jetzt musste er nur noch Shane runtergekommen. "Zu doof, dass der auch ein Hirn hat und nicht einfach all das tut, was ich will", fluchte Bryan in sich hinein. Dann schaute er sich um. Alles schwarz. Bryan machte einen Schritt r�ckw�rts und dachte nach. "Hier muss es doch irgendetwas geben, was...."

Da passierte es auch schon. Irgendwas stand im Weg und gegen dieses gewisse etwas stie� Bryan mit dem Fu�. Scheppernd fiel es zu Boden. Bryan erschreckte sich und blieb dann erstarrt stehen. Eine Weile lang passierte nichts, doch dann h�rte er, wie sich in der oberen Etage eine T�r �ffnete und dann wieder ins Schloss viel. Dann Schritte. Die Schritte kamen die Treppe runter. Sie kamen immer n�her und Bryans Herz begann schneller zu schlagen. Er dr�ckte sich an die Wand und wartete ab. Die Schritte waren am Treppenabsatz angekommen und die Person blieb stehen. Es war so still, dass Bryan sich kaum traute zu atmen. Sein Herz schlug so schnell und stark, dass er schon Angst hatte, jemand k�nnte es h�ren. Und dann passierte es. Die Person kam den Flur entlanggetapst und sagte leise und vorsichtig: "Hallo?" Dann war es wieder f�r einen Moment lang still. Die Person lief weiter. Sie ging auf die Kellertreppe zu und schaute Richtung Keller. Dann sagte sie ein zweites Mal. "Hallo?"

"Jetzt oder nie", dachte Bryan sich . Er ging auf die Person zu, dr�ckte ihr die H�nde in den R�cken und schubste. Dann kam ein Schrei. Bryan h�rte, wie der jemand die Treppe runterflog.

"Tut mir leid Shane, aber es geht einfach nicht, dass du mir jetzt in die Quere kommst", sagte er noch leise. Doch dann kam aus dem Keller ein Ger�usch, dass Bryan nicht erwartet hatte. Es schepperte und krachte. Zwischendurch ein Schrei. Bryan erschrak, sagte aber dann zu sich: "Okay, ganz ruhig bleiben. Ich gehe jetzt nach drau�en und rufe einen Krankenwagen." Als er noch so da stand und versuchte, etwas ruhiger zu werden, passierte wieder etwas. Oben h�rte Bryan wieder eine T�r schlagen.

"Was... das kann unm�glich... hier kann unm�glich eine zweite Person im Haus sein!!!"

Bryan erstarrte. Wieder dieses unsichere "Hallo?" Dann ging oben im Flur das Licht an. "Schei�e", sagte Bryan leise und schaute sich um. Dann lief er zur Haust�r und hindurch. Die Person, die jetzt die Treppe runterkam, sah er nicht mehr.

Nicky erschrak, als er zwei H�nde in den R�cken bekam. Er wollte sich umdrehen, sich irgendwo festhalten, aber er verlor das Gleichgewicht und fiel die steile Betontreppe herunter, die in den Keller der Filans f�hrte. Er schlug mit dem Arm gegen die Wand und versp�rte schreckliche Schmerzen, als er immer wieder eine der harten Stufen im R�cken sp�rte. Der Fall kam ihm ewig vor und er hatte das Gef�hl, dass er erst nach Stunden unsanft am Ende der Treppe ankam. Mit Schwung, die Beine voraus, rutschte er �ber die Kellerfliesen auf die ihm gegen�berliegende Wand zu.

"Neeeiiin", schrie er und hielt sch�tzend die Arme vor sein Gesicht. Er strampelte mit den Beinen, aber es war zu sp�t. Er schlitterte bis zur Wand, wo er mit seinen F��en, gegen etwas hartes knallte. Nicky schloss die Augen. Dann knarrte es. "Neeeiiin!", schrie er erneut, als das Regal, das vollbeladen an der Wand stand, auf ihn herunterkippte. Noch w�hrend es kippte, fielen lauter Sachen aus den einzelnen F�cher und landeten auf Nickys K�rper. Nicky wollte immer weiterschreien, aber pl�tzlich fiel etwas auf sein Gesicht und verursachte schreckliche Schmerzen in seinem Kiefer. Dann kamen die Schmerzen von �berall. Es ging alles so schnell, aber Nicky sp�rte, wie Gegenst�nde auf den Bauch und auf die Brust flogen. Dann sp�rte er wie sich etwas in seinen rechten Oberschenkel bohrte. Es war etwas spitzes und schweres, das nun mit der Spitze in seinem Bein steckte. Doch es blieb keine Zeit, sich �ber die Schmerzen aufzuregen, denn als n�chstes bekam er einen eisernen Gegenstand an die Stirn. Ein Hufeisen. Nicky wurde schwindelig, aber das schlimmste kam noch. Das Regal kippte nun vollst�ndig um und begrub Nicky unter sich. Noch bevor er den stechenden Schmerz in seinem Unterkiefer, der daraufhin einsetzte, sp�ren konnte, wurde ihm schwarz vor Augen und er blieb reglos liegen.

Ein Schrei. Dann lautes Scheppern. Shane schreckte hoch. "Was... Nicky, wie... Nicky???" Shane rieb sich die Augen. Es war dunkel und Shane konnte absolut gar nichts erkennen. Er lauschte. Wo war Nickys tiefer Atem? Shane streckte den Arm aus und tastete �ber das Bett. Nichts. Nicky, der am vorigen Abend noch neben ihm im Bett gelegen hatte, war verschwunden. Und dann dieser Krach, der ihn aus dem Schlaf gerissen hatte. Oder hatte er das alles nur getr�umt?

Shane schlug die Bettdecke zur�ck und stieg vorsichtig aus dem Bett. Dann tastete er sich an der Wand entlang zur T�r und �ffnete sie. Drau�en auf dem Flur suchte er den Lichtschalter und machte das Licht an. Es dauerte eine Weile, bis er sich an die pl�tzliche Helligkeit gew�hnt hatte.

"Hallo?", fragte er vorsichtig. Keine Antwort. Aber wo war Nicky? Leise schlich Shane die Treppe runter. Unten Im Flur war niemand. Aber es war doch schon verwunderlich, dass die Vase, die vorher auf dem kleinen Tischchen im Flur gestanden hatte, jetzt, in tausend Scherben zersprungen, auf dem Boden lag. Shane sch�ttelte den Kopf.

"Was ist hier los?", fragte er sich. Shane beschloss, erst mal etwas trinken zu gehen. Er tapste in die K�che und suchte den K�hlschrank. Dabei erinnerte er sich an ein paar Worte, die seine Mutter einmal zu ihm gesagt hatte, als er noch ein kleiner Junge gewesen war: Geh mal nachts durchs Haus, mach alle Lichter aus und geh dann zum K�hlschrank, was glaubst du, was du da findest? Damals hatte Shane das unheimlich witzig gefunden, dass er im K�hlschrank das Licht gefunden hatte, dass er vorher ausgemacht hatte. Er l�chelte in sich hinein, beschloss dann aber, doch erst das K�chenlicht anzumachen. Dann ging er zum K�hlschrank und �ffnete die T�r. Nichts. Nicht mal eine Flasche Wasser war zu finden.

"Och nee, bitte nicht", st�hnte Shane und knallte die T�r des K�hlschranks wieder zu. Eigentlich hatte er keinen Bock, jetzt in den Keller zu laufen, aber der Durst war st�rker. Shane verlie� die K�che und ging zur Kellertreppe. Er machte das Licht an und stieg dann vorsichtig die Treppe hinunter. Als er auf der H�lfte der Treppe angekommen war und hinunter auf den boden schaute erschrak er. Das Regal war umgekippt.

"Nanu, wie konnte das denn passieren?", fragte Shane sich und ging auf das am Boden liegende Regal zu. Kurz davor hielt er inne.

"Neeeiiin, BITTE NICHT!", schrie er, als er eine Hand, die er als Nickys identifizieren konnte unter den Tr�mmern liegen sah. Dann sah er Blut. Shane rannte die Treppe wieder hoch und st�rmte zum Telefon. Er hatte kurz �berlegt, ob er Nicky nicht zuerst befreien sollte, war dann aber zu dem Entschluss gekommen, dass ein Notarzt jetzt einfach wichtiger war. Hastig w�hlte er die Nummer, bestellte einen Krankenwagen zu seinem Haus und legte auf, nachdem man ihm gesagt hatte, dass der Krankenwagen sich beeilen w�rde. Dann rannte er in den Flur, �ffnete die Haust�r und st�rmte wieder in den Keller und versuchte, m�glichst viele Gegenst�nde von Nicky K�rper zu r�umen.

Bryan stand drau�en vor dem Haus und wusste einfach nicht, was er tun sollte. Hatte der jemand, der da noch im Haus war, wer immer es gewesen sein mochte, Shane entdeckt? Bryan �berlegte, aber dann wurde pl�tzlich die T�r des Hauses aufgerissen und Bryan duckte sich hinter einem Busch. Von dort aus beobachtet er den Hauseingang. Doch es kam niemand aus der T�r.

"Mensch, was ist denn da los?", fragte Bryan sich verzweifelt. "Der Kerl braucht einen Arzt." Bryan sa� immer noch hinter dem Busch und wollte sein Handy aus der Tasche ziehen, als er etwas h�rte. Eine Sirene, die immer lauter wurde. Bryan steckte das Handy wieder weg und wartete. "Komm schon", sagte er. Und tats�chlich. Wenig sp�ter sah er Blaulicht, das auf das Haus zukam. Aber wer hatte den Krankenwagen gerufen? Wer war noch im Haus?

Bryan sa� hinter seinem Busch und beobachtete, wie die Sanit�ter mit eine Trage aus dem Wagen st�rmten und zum Haus liefen. Dann kam noch ein Auto und ein Arzt stieg aus. Auch er st�rmte in das Haus, wo die Haust�r ja schon vorher ge�ffnet worden war. Bryan wurde nerv�s. Es machte ihn ganz fertig, dass da eine zweite Person im Haus gewesen war. Das hatte ihn v�llig aus der Bahn geschmissen. Bryan wartete. Es dauert eine ganze Weile, bis sich wieder etwas regte. Zuerst kamen die zwei Sanit�ter mit der Trage, auf der auch tats�chlich jemand lag. Und dann kam der Notarzt, der mit einem anderen Mann redete. Bryan riss die Augen auf. Das konnte doch nicht sein. Der Notarzt redete mit... Nein... Bryan rieb sich die Augen, aber das �nderte nichts an dem Bild, was er da geboten bekam. Der Notarzt redete mit Shane.

Bryan war schockiert, schaffte es aber dennoch, sich schnell zu ducken, als der Arzt und Shane an dem Busch vorbeikamen.

"Wird Nicky es schaffen?", fragte Shane verzweifelt.

Der Arzt seufzte. "Das kann ich ihnen nicht versprechen."

Bryan schnappte nach Luft. Hatte Shane gerade wirklich "Nicky" gesagt? Nein, das konnte unm�glich sein. Nicky war doch bei Freunden kicken und wollte dann dort �bernachten.

Als Shane, der es leider Gottes wirklich war, und der Arzt an ihm vorbei gegangen waren, lugte Bryan hin�ber zum Krankenwagen, der gar nicht so weit entfernt stand. Da lag ein blonder Mann auf der Trage. Bryan konnte nicht erkennen, wer es war, weil der jenige, der da lag, eine Sauerstoffmaske im Gesicht hatte. Aber dann rannte Shane auf ihn zu und schrie: "Nicky, du darfst nicht sterben. Ich liebe dich doch!"

Bryan musste schockiert feststellen, dass er sich nicht verh�rt hatte. Er hatte nicht Shane die Treppe runter gesto�en. Es war Nicky gewesen und es sah nicht gut aus.

"Wollen sie mitfahren?", fragte einer der Sanit�ter Shane. Shane nickte und wischte sich die Tr�nen aus dem Gesicht. Dann stieg er mit den Sanit�tern in den Krankenwagen. Der Arzt stieg wieder in seinen Auto und beide Wagen setzten sich in Bewegung. Bryan schaute ihnen nach, bis das Blaulicht in der Dunkelheit verschwunden und die Sirene nicht mehr zu h�ren war. Dann erhob er sich. Was hatte er getan? Was hatte er blo� getan?

Shane war v�llig durcheinander, als der Krankenwagen endlich beim Krankenhaus ankam. Er hatte noch gar nicht richtig realisiert, was �berhaupt geschehen war. Ein Sanit�ter brachte ihn in einen Warteraum.

"Warten sie hier. Wir werden ihren Freund jetzt erst mal untersuchen und ihnen dann bescheid sagen, was los ist, okay?"

Es dauerte eine Weile, bis Shane ein leichtes Nicken zustande bekam und der Sanit�ter verschwand. Shane lehnte sich zur�ck. Im Wartenraum war es leer und auch sonst war im Krankenhaus nicht viel los gewesen. Erst, als der Krankenwagen mit Blaulicht am Krankenhaus ankam, wurden ein paar �rzte aufgescheucht. Doch als die dann mit Nicky irgendwo verschwunden waren, wurde es wieder still. Shane schloss die Augen. Nicky... Blut... das war alles, was er sah. Shane versuchte, die schrecklichen Gedanken aus seinem Kopf zu verbannen, doch sie hatten sich festgesetzt und bereiteten ihm Kopfschmerzen.

"Mr Filan?"

Shane schreckte auf. Ein Arzt stand vor ihm und versuchte, ihn zur�ck in die Gegenwart zu bringen.

"Was ist mit Nicky?", fragte Shane sofort.

Der Arzt seufzte. "Ihren Freund hat es ganz sch�n erwischt. Er ist schon im OP..." Er wurde von Shane unterbrochen. "Im OP... aber was..." Shane schluckte.

"Ja, das kann jetzt eine Weile dauern. K�nnen sie die Eltern oder irgendwen erreichen? Dann kann ich ihnen sp�ter alles erkl�ren." Shane nickte, war aber immer noch sichtlich geschockt.

"Hey, jetzt beruhigen sie sich erst mal. Das wird schon wieder. M�chten sie einen Kaffee?"

Shane sch�ttelte den Kopf. "Nein, jetzt gerade nicht. Danke." Dann stand er langsam auf und ging nach drau�en. Erst wollte er ein wenig frische Luft schnappen und dann Nickys Eltern anrufen. Als er drau�en war setzte er sich auf eine Bank. "Nicky, du darfst nicht sterben. Nicht, solange ich noch da bin", wimmerte er immer wieder.

Lange sa� er da und weinte um Nicky. Das Handy in seiner Hand hatte er v�llig vergessen. Erst, als es beinahe zu Boden gefallen w�re, weil Shane total durcheinander war, fiel ihm ein, dass er Nickys Eltern anrufen wollte. Er w�hlte deren Nummer und wartete.

"Byrne?", meldete sich eine weibliche Stimme. Das war bestimmt Yvonne, von der Nicky schon viel erz�hlt hatte.

"Hallo... �h... bin ich mit Nickys Mutter verbunden?"

"Ja, mit wem spreche ich denn?"

"Hier ist Shane... ein guter Freund von Nicky... er... er ist..." Weiter konnte Shane nicht. Als er daran denken musste, was mit Nicky passiert war, kamen ihm wieder die Tr�nen und Shane versuchte auch gar nicht, sie zur�ckzuhalten. Es h�tte ja doch nichts gebracht.

"Was ist mit Nicky?", fragte Nickys Mutter schockiert, als sie h�rte, dass Shane weinte. Stotternd erz�hlte Shane ihr alles.

Yvonne war schockiert und konnte das alles gar nicht fassen. Schweigend hatte sie Shane zugeh�rt und wusste nun gar nicht, was sie sagen sollte. Als Shane das merkte und h�rte, wie sie anfing, zu schluchzen, sagte er: "Am besten sie kommen, so schnell sie k�nnen!"

Yvonne nickte, auch, wenn es am Telefon niemand sah.

"Ja", f�gte sie leise hinzu und legte auf.

Shane musste wieder weinen. F�r Nickys Mutter war es bestimmt genauso schlimm und es war auch schwer gewesen, ihr alles zu erz�hlen. Einen weiteren Menschen traurig zu machen, wenn man es selbst schon war, das war einfach nicht leicht.

Bryan war dem Krankenwagen gefolgt. Er musste einfach wissen, was mit Nicky los war. Es durfte einfach nichts schlimmes passiert sein. Es durfte einfach nicht. Warum hatte es Nicky getroffen? Diese Frage war unn�tig. Wenn es Shane getroffen hatte... Bryan merkte, dass er einen Fehler begangen hatte. Schon alleine die Gedanken an diese Aktion h�tten ihm nie kommen d�rfen. Auch wenn es Shane getroffen h�tte, es w�re falsch gewesen. Klar, es war auch irgendwie dumm, dass dieser Shane ausgerechnet Nicky liebte, aber auch er h�tte so was nicht verdient. Au�erdem merkte Bryan, dass er selbst nicht besser war. Er liebte Georgina und das war das gleiche in Gr�n. Warum musste eigentlich alles so schwer sein. Jeder leibte hier jeden und er war dazu bestimmt, alles kaputt zu machen. Liebe konnte man doch nicht erzwingen, das merkte er selber. Denn auch jetzt, wo er erfahren hatte, dass Georgina Nicky geh�rte, liebte er sie immer noch und w�rde es auf ewig tun. Und dann war da auch noch Kerry...

Bryan sch�ttelte den Kopf. Half aber auch nichts. Gedanken konnte man nicht so einfach absch�tteln und irgendwo liegen lassen.

"Man br�uchte einen Schrank, wo man sie alle vor�bergehend reinlegen k�nnte!", dachte Bryan. Da es diesen Schrank aber noch nicht gab, konzentrierte er sich auf die Stra�e und versuchte sich so abzulenken.

Am Krankenhaus angekommen suchte er sich einen Parkplatz. Dann ab ins Krankenhaus. In der Eingangshalle war es leer. Bryan schaute sich skeptisch um. Das war ja schlimmer als im Himmel. Das Wei� da oben hatte Bryan schon immer ein wenig aufgeregt, aber das war ja wirklich nichts gegen dieses grau �berall. Wirklich trostlos. Na ja, passte wenigstens zur Situation. Nirgendwo ein Mensch, der ihm n�heres sagen konnte. Das war ja zum verr�ckt werden. Dauernd diese Ungewissheit. Kein Nicky, kein Shane, kein Arzt. Na toll. Bryan setzte sich auf einen Stuhl, der in einem der langen Flure stand und wartete.

"Drrriiinnng!" Es war Bryans Handy. Erschrocken schaute dieser sich um und lief dann eilig aus dem Krankenhaus. Drau�en nahm er ab.

"BRYAN!" Klar, wer au�er Louis hatte schon Bryans Handynummer. Bryan kniff die Augen zusammen. Jetzt w�rde es �rger geben. Wenn Louis seinen Namen schon so schrie, dann w�rde es danach erst richtig los gehen. Und es ging los. Bryan nahm das Handy ein St�ck vom Ohr weg, als Louis anfing, zu schreien.

"Und? Hast du sonst noch Ideen? Du kannst echt froh sein, wenn das mit Nicky gut geht. Dann lasse ich dich vielleicht am Leben. Was hast du dir eigentlich dabei gedacht? Nur weil Shane dir im Weg war, musst du ihn doch nicht gleich umbringen. Du siehst ja, wozu das f�hren kann. Das hast du jetzt davon. Sieh zu, wie du das wieder in Ordnung bringst, ich..."

"Louis", sagte Bryan z�gernd. "Ich wei�, das hier ist alles eine verdammte Schei�e und ich stehe knietief drin, aber... " Bryan holte tief Luft und schrie dann zur�ck: "Wie verdammt noch mal willst du Nicky mit Georginas zusammenbringen, wenn Nicky schwul ist??? Und wie willst du Shane daran hindern, Nicky zu lieben? Wie willst du mich daran hindern, Georgina zu lieben?" Bryan war v�llig au�er Atem. Jetzt wartete er auf Louis Antwort. Doch die half auch nicht weiter.

"Das ist nicht mein Problem sondern deins!" Damit beendete Louis das Gespr�ch und legte auf. Na toll, Bryan konnte es nicht fassen. Sein Chef war ja eine riesige Hilfe. Er musste es also doch selber in die Hand nehmen.

Er ging zur�ck ins Krankenhaus und setzte sich wieder. Stunden wartete er, bis sich endlich was tat. Um die Ecke h�rte er Stimmen. Bryan stand auf und wollte um die Ecke schauen. Da musste doch jemand sein, der ihm sagen konnte, was...

Shane und ein Arzt. Von denen kamen die Stimmen. Bryan zog den Kopf schnell zur�ck und presste sich an die Wand. Dann lauschte er.

"Mr. Filan, ich finde, sie sollten nach hause fahren und sich ausruhen. Sie k�nnen jetzt nichts f�r Nicky tun."

"Aber was ist mit ihm?", wimmerte Shane.

"Er liegt im Koma und ich kann ihnen nicht sagen, wann er aufwachen wird."

"Aber er wird doch wieder aufwachen, oder?"

Der Arzt gab ihm keine Antwort.

"Schon gut, verstehe schon", sagte Shane und drehte sich um.

"Mist", fluchte Bryan. Um Nicky schien es wirklich nicht gut zu stehen. Doch es blieb keine Zeit zum Nachdenken. Shane kam den Flur entlang und direkt auf ihn zu. "Mist", sagte Bryan erneut und schaute sich nach einer Fluchtm�glichkeit um. Shane jetzt in die Augen zu sehen, dass h�tte er nicht ausgehalten.

Ein paar Meter entfernt stand ein Getr�nkeautomat. Bryan lief darauf zu und stellte sich davor. Wie wild dr�ckte er auf den Kn�pfen rum. Er hatte gar kein Geld und deshalb trat er vor den Automaten und sagte: "Mistding!"

Shane schaute nur kurz auf, um zu sehen, wer da geflucht hatte, aber es interessierte ihn auch nicht weiter, dass dieser Mann dort Probleme mit dem Getr�nkeautomaten hatte.

Shane lief weiter und verlie� das Krankenhaus. Der Arzt hatte Recht gehabt. Er brauchte dringend seine Ruhe. Er bestellte sich ein Taxi und fuhr nach hause. Schweigend dr�ckte er dem Taxifahrer das Geld in die Hand und ging auf das Wohnhaus zu. Er war schon an der T�r angekommen und wollte das Haus betreten, als er aus dem Stall ein lautes Wiehern vernahm. Eine Unruhe ging durch den ganzen Stall und irgendetwas schien nicht in Ordnung zu sein. Shane ahnte schreckliches und rannte in den Stall.

"Nein, bitte nicht", betete er.

Puh, gerade noch einmal gut gegangen. Shane war vorbeigezogen und hatte das Krankenhaus verlassen. Jetzt aber schnell weg hier, bevor der Automat wirklich noch kaputt ging. Das w�r ja noch sch�ner. Bryan ging den langen grauen Flur entlang, durch die gro�en Glast�ren und trat ins Freie. Dort blieb er paar Sekunden lang stehen und atmete tief durch. Die frische Nachtluft war genau das, was er jetzt brauchte.

"Genau", sagte er sich, als er eine Idee hatte. Er w�rde nicht ins Hotel fahren. Er wollte drau�en bleiben und noch ein wenig frische Luft schnappen. Also stieg er in sein Auto und verlie� die Stadt. Immer weniger H�user reihten sich nun an der Stra�e und wurden von Feldern und Wiesen abgel�st. Au�erdem wurde es immer windiger. Bryan fuhr aufs Meer zu. Dort angekommen stellte er sein Auto irgendwo ab und stieg aus. Er ging auf eine Klippe zu und setzte sich. K�hl war es geworden, aber das st�rte Bryan nicht. Er sa� einfach da und sah den Mond, der sich im Meer spiegelte. Die Nacht war sternenklar. Bryan schaute zum Himmel, als etwas helles nur f�r einen Bruchteil der Sekunde �ber den Himmel huschte. Eine Sternschnuppe.

"Ich w�nsche mir, dass Nicky wieder gesund wird", sagte Bryan daraufhin und schaute wieder aufs Meer. Unter ihm schlug der Wind die Wellen an den harten Stein. Bryan sp�rte Salz auf den Lippen.

Ewig hatte er dort gesessen, und aufs Meer oder an den Himmel geschaut. Er hatte der Brandung gelauscht und alle Gedanken hinter sich gelassen.

"Hier ist er also, der Schrank", dachte Bryan und musste grinsen. Doch dann bekam er eine G�nsehaut und lief zur�ck zum Auto. Jetzt wollte er zur�ck ins Hotel. Das w�rde ein paar Stunden dauern. Wenn er Gl�ck hatte, w�rde er noch in er Nacht dort ankommen und noch ein paar Stunden ungest�rt schlafen k�nnen.

"Nein Angie, das kannst du nicht machen", fl�sterte Shane. "Es ist noch nicht so weit!" Shane kullerten Tr�nen �ber die Wangen. Er f�hlte sich hilflos und verlassen. Carlton Angie, eine Stute von Shanes Eltern, war tr�chtig und wollte in dieser Nacht ihr Fohlen zur Welt bringen. Doch Shane wusste, dass es noch viel zu fr�h war, auch, wenn Angies Bauch schon betr�chtlich dick war.

"Nein", fl�sterte er der Stute noch einmal ins Ohr und kraulte sie hinter den Ohren. Angie schnaubte.

Dann legte sie sich hin. Jetzt konnte Shane sowieso nichts mehr ausrichten. Wenn Angie ihr Fohlen bekommen wollte, dann w�rde sie es bekommen und Shane w�rde nichts dagegen unternehmen k�nnen. Trotzdem hielt er es f�r angebracht, den Tierarzt zu rufen. Er lief zur�ck ins Wohnhaus und ging zum Telefon. An der Pinwand dar�ber fand Shane die Nummer vom Tierarzt. Er w�hlte und wartete. Doch es meldete sich niemand. Shane w�hlte noch einmal doch wieder passierte nichts.

"Schei�e!", sagte Shane und lief zur�ck in den Stall. "Das darf doch alles nicht wahr sein."

Er lief zu Angies Box und setzte sich zu ihr ins Stroh. Langsam und vorsichtig streichelte er ihren Hals und versuchte, sich selbst zu beruhigen. Jetzt hie� es warten. Angie w�rde sich Zeit lassen.

Zwischendurch lief Shane immer wieder ins Haus und versuchte, den Tierarzt zu erreichen. Vergeblich. Es meldete sich nach wie vor niemand. Shane gab es auf. Er holte sich eine Decke und ging in die K�che. Dort kochte er Kaffee, den er in eine Thermoskanne f�llte. Dann suchte er sich noch einen w�rmeren Pulli und lief zur�ck in den Stall. Angie lag immer noch im Stroh.

Stunden vergingen. Shane hatte sich in seine Decke gekuschelt und sich wieder im Stroh niedergelassen. Angie schaute ihn an. Shane sah, dass sie Angst hatte. Kein Wunder, dies war ihr erstes Fohlen.

Pl�tzlich, es musste schon eine Ewigkeit vergangen sein, wurde Angie nerv�s. Sie spitzte die Ohren und erhob sich. Jetzt konnte es jeden Augenblick soweit sein.

Shane wurde ebenfalls nerv�s. Oft war er bei Fohlengeburten dabei gewesen, aber nie war er alleine gewesen und jetzt war es auch noch eine Fr�hgeburt. Wie sollte er das schaffen? Shane lief nerv�s in der Box hin und her. Er f�hlte sich wie ein gefangener Tiger im K�fig. Bei jedem Schritt raschelte das Stroh unter ihm.

Shane blieb stehen und alles war still. Angie durchbrach die Stille. Ihr schrilles Wiehern ging durch den ganzen Stall und Shane erschrak. Jetzt. Jetzt w�rde es kommen.

Shane stelle sich seitlich hinter Angie und wartete. So lange, bis die Vorderbeine kamen. Dann der kleine Kopf. Und dann ging es nicht mehr weiter. Shane lie� Angie Zeit, doch nach einer Weile machte er sich ernsthaft Sorgen. Was h�tte sein Vater jetzt getan? Genau. Shane nahm die Vorderbeine des Fohlens und zog daran. Das Fohlen flutschte heraus und plumpste ins Stroh. Nass und d�nn war es. Viel zu d�nn. Shane ging in die Hocke und betrachtet das kleine hilflose Ding, dass die Augen noch gar nicht richtig offen hatte. Eine kleine Stute. Shane hoffte inst�ndig, dass sie �berleben w�rde. Er schaute auf zu Angie, die jetzt eigentlich die Aufgabe hatte, sich um ihr Fohlen zu k�mmern und es trinken zu lassen. Aber das tat sie nicht. Wieder wieherte sie und wurde nerv�s. Shane war verwirrt.

"Angie, du wirst doch nicht dein Fohlen absto�en", sagte er verzweifelt, zog an ihrem Halfter und drehte sie um. Er versuchte, sie auf das Fohlen aufmerksam zu machen, aber Angie k�mmerte sich nicht darum. Sie drehte sich weg und wieherte wieder. Dann verkrampfte sich ihr Bauch. "Angie, was..." Shane war verzweifelt. Angie war die Hoffnung auf ein gutes Fohlen gewesen und jetzt...

Shane betrachtete Angies Bauch. "Nein, das kann nicht sein", rief er schockiert. "Das kann nicht sein"

Doch es war so. Da war ein zweites Fohlen und niemand hatte es bemerkt.

"Schei�e!", fluchte Shane und wieder liefen Tr�nen �ber seinen Wangen. Zwillinge waren gar nicht gut und h�tte es jemand bemerkt, dann h�tten sie Angies Schwangerschaft sofort abgebrochen. Zwillinge waren meist nicht zu retten. Sie waren meist viel zu schwach, um zu �berleben. Doch das brachte jetzt alles nichts. Das Fohlen musste raus und Shane musste Angie bei der Geburt helfen. Wieder die gleiche Prozedur wie beim ersten Fohlen. Es dauerte etwas l�nger doch irgendwann fiel auch das zweite Fohlen ins Stroh. Ein Hengst. Leider viel d�nner als seine Schwester. VIEL d�nner und Shane hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben. Trotzdem beschloss er, die Nacht �ber im Stall zu bleiben. Die Fohlen sollten eigentlich aufstehen und trinken doch dazu waren sie nat�rlich viel zu schwach. Also hob Shane erst den kleinen Hengst an die Milchbar und lie� dann die Stute trinken. Immer abwechselnd und so langsam wurden seine Arme schwach. Egal. Wenigstens nahm Angie die zwei Fohlen an und k�mmerte sich liebevoll um sie.

Shane lie� sich zur�ck ins Stroh fallen. Er war geschafft und konnte nicht mehr.

"Nicht einschlafen", ermahnte er sich selber und trank so viel Kaffee, wie er nur konnte. Doch das brachte irgendwann auch nichts mehr. Sein Kopf sackte zur Seite und er konnte die Augen nicht mehr offen halten. Irgendwann war er tief und fest am Schlafen.

Brrrrrrrr. Kians Wecker klingelte.

"Mistding", fluchte er und schlug ihn zu Boden. Als es wieder still war, lie� Kian sich zur�ck in die Kissen sinken und schlief ruhig weiter. Er war superm�de und dachte gar nicht dran jetzt aufzustehen. In seinem Bett war es einfach viel zu gem�tlich und niemand, aber auch wirklich niemand konnte ihn jetzt aus den Federn holen.

"Kian!" Das war Mark.

"Niemand", dachte Kian und ballte die F�uste. Dann versteckte er seinen Kopf unter dem Kissen und beschloss, denjenigen, der jetzt durch diese T�r da kommen w�rde nicht zu verschonen.

Die T�r �ffnete sich. Kian wartete geduldig, auch, wenn es unter dem Kopfkissen langsam hei� wurde.

"Kian!", ert�nte Marks Stimme eine zweites Mal. Jetzt stand Mark in der T�r. "Kian, es ist bereits acht und du hast genau eine halbe Stunde Zeit, deinen Hintern aus den Federn zu schieben und dich auf den Weg zu machen.

Klatsch. Kians Kissen landete direkt in Marks Gesicht. "Mark, ich wollte schlafen."

"Tats�chlich, das hatte ich noch gar nicht bemerkt, aber was du willst, das wird deinem Chef ganz egal sein."

"Mark, halt die Klappe." Kian suchte nach einen weiteren Schussobjekt.

"Oh nein, keine Kissenschlacht jetzt, du kommst sofort aus dem Bett und siehst zu, dass du los kommst."

"Bist du meine Mutter?", fragte Kian genervt.

"Nicht direkt, aber das hatte ich auch nicht behauptet." Mark grinste und warf das Kissen zur�ck. Dann verschwand er schnell aus dem Zimmer und lief die Treppe runter. Wenn Kian sich nicht langsam beeilen w�rde... Mark wollte gar nicht dran denken.

Kian lag oben immer noch in den Kissen. Die bl�de Arbeit... die konnte doch auch... ARBEIT? Kian fuhr hoch. Hatte er gerade wirklich an Arbeit gedacht? Kian suchte seinen Wecker, um zu schauen, wie viel Uhr es war, doch das einzige, was er fand waren ein paar Schrauben und andere Metallteile, die zusammen mal einen Wecker ergeben hatten.

"Oh Schei�e", rief Kian und suchte verzweifelt seine Armbanduhr. Er durchw�hlte Schulbaden, sch�ttelte seine Bettdecke aus, kroch unter dem Bett rum...

Erst nach... wie langer er gebraucht hatte, wusste er nicht, er hatte ja keine Uhr, aber die fand er irgendwann und machte gro�e Augen, als er merkte, dass die Zeiger mal wieder viel zu schnell gewesen waren und es bereits halb neun war. Genau jetzt sollte er eigentlich in einem Klamottengesch�ft stehen und arbeiten.

"Aaahhh", brachte er nur heraus, rannte ins Bad, kam f�nf Minuten sp�ter wieder raus, durchw�hlte seinen Kleiderschrank nach etwas passendem und stand um genau um zwanzig vor neun in der K�che.

Mark sa� da gem�tlich am Tisch und hatte wenigstens schon mal Fr�hst�ck gemacht.

"Boah, ich wusste, dass du zu irgendetwas zu gebrauchen bist", rief Kian Mark entgegen, schnappte sich ein Toast, schmierte irgendetwas darauf und verschwand damit im Flur.

"Na dann sie zu!", rief Mark schadenfreudig.

Kian steckte den Kopf noch einmal durch die K�chent�r.

"Haha, was ist denn mit dir?", fragte er und grinste triumphierend. Zu fr�h.

"Ich muss erst sp�ter los", sagte Mark und stocherte in seinem Spiegelei herum. Kian konnte daraufhin nur noch einen wirklich nicht identifizierbaren Blick aufsetzen und verschwinden. Mark h�rte noch, wie drau�en eine Autot�r schlug und Kians Auto sich mit quietschenden Reifen in Bewegung setzte.

"Shane?"

Shane blinzelte.

"Nicky?", fragte er leise. Er nahm seine Hand langsam hoch und rieb sich die Augen. Er hatte schreckliche R�ckenschmerzen und konnte sich kaum aufsetzen.

"Shane", kam es noch einmal und dann waren Schritte zu vernehmen. Doch es waren nicht Nickys, wie Shane es sich erhofft hatte. Und als er merkte, wo er war, stellte er entt�uscht fest, dass es sich bei den Ereignissen, die in seinem Kopf umherschwirrten nicht um einen b�sen Alptraum handelte, aus dem er gerade erwacht war. Die Schritte wurden schneller und kamen auf die Box zu.

"Shane!", rief wieder jemand und Shane erkannte, dass es sein Dad war.

"Dad!", rief er und stand auf. Zwar etwas schwerf�llig, aber er schaffte es, sich auf den Beinen zu halten. Erst da merkte er, was wirklich passiert war. Doch da fasste ihm auch schon jemand auf die Schultern und drehte ihn um. Shanes Vater, der gerade wiedergekommen war und nicht fassen konnte, was er da sah. Als Shane die gro�en Augen von Peter sah, drehte er sich um.

"Die Fohlen", sagte er dabei leise und hatte ungute Gef�hle. Doch als er merkte, was er da wirklich sah... Die zwei Fohlen standen neben Angie in der Box und waren am trinken. Beide total d�nn ,aber sie standen auf eigenen Beinen und waren am trinken.

Shane fiel seinem Dad in die Arme. Jetzt w�rde alles wieder gut werden. Alles...

"Nicky!", rief Shane pl�tzlich. Peter erschrak.

"Shane, was ist los?

"Nicky... er... er ist gestern..." Weiter kam er nicht. Seine Augen wurden feucht und wenig sp�ter bahnten sich die Tr�nen einen Weg �ber seine Wangen und liefen bis zum Kinn hinunter, um dann ins Stroh zu tropfen. Peter war besorgt. Er fasste seinen Sohn bei den Schultern und fragte erneut, was los sei.

"Nicky hatte einen Unfall", brachte Shane mit viel M�he heraus und heulte hemmungslos weiter. Langsam und stotternd erz�hlte er seinem Dad, was passiert war.

Als er geendet hatte, nahm Peter seinen Sohn in die Arme und versuchte ihn zu beruhigen. Doch das half alles nichts. Shane weinte und weinte und Peters T-Shirt war schon ganz nass, doch das war jetzt auch egal. Lange standen die beiden im Stall und Shane heulte sich bei seinem Dad aus. Erst nach einer viertel Stunde l�ste er sich aus der Umarmung, drehte sich um und zeigte auf den kleinen Hengst.

"Der da, der soll Nicky hei�en", sagte er.

Peter nickte nur. Jetzt war es egal, mit welchem Buchstaben der Name anfing. Shane sagte, der kleine Hengst solle Nicky hei�en und dann w�rde er Nicky hei�en. Dann schob Peter Shane aus dem Stall und brachte ihn ins Haus. Dort brach Shane vor Ersch�pfung fast zusammen, doch er schaffte es noch bis in sein Bett, wo er wenige Sekunden sp�ter eingeschlafen war.

Als Bryan aufwachte hatte er R�ckenschmerzen. Er versuchte dennoch, sich langsam aufzusetzen und klare Gedanken zu fassen.

War das wirklich passiert? Hatte es die letzte Nacht wirklich gegeben? Ein Blick auf seine Suite und die Frage war beantwortet. Die Sachen, die er angehabt hatte, lagen �berall verstreut auf dem Boden. Und dann die R�ckenschmerzen. Erst dieser unbequeme Stuhl im Krankenhaus, dann die Klippen und dann auch noch diese �tzend lange Autofahrt. Bryan wusste nicht, wie viel Uhr es gewesen war, als er endlich wieder beim Hotel war, aber es war schon sehr sp�t gewesen. Oder eher gesagt fr�h. Immerhin war es schon fast hell geworden, als er sein Auto endlich vor dem Hotel abgestellt hatte. Nur m�hsam war er die Treppen hochgekommen und dann sofort ins Bett gefallen. Nur die Klamotten. Es war wohl noch genug Zeit gewesen, um sie in der ganzen Suite zu verteilen.

Bryan schlug schwerf�llig die Bettdecke zur�ck und tapste ins Bad. Eine Dusche war genau das, was er jetzt brauchte. Keine l�stigen Anrufe von Louis und keine nervigen Beziehungen, die ja sowieso nicht mehr zu retten waren. Im Badezimmer schaute Bryan in den Spiegel. Nat�rlich nichts. Aber er wusste, dass auf seiner Stirn immer noch das Pflaster klebte und wohl oder �bel musste er wohl noch einmal ins Krankenhaus, um sich die F�den ziehen zu lassen. Doch jetzt erst mal duschen. Wenigstens hatte der Arzt ihm das nicht auch noch verboten.

Bryan stieg in die Dusche und lie� das warme Wasser �ber seien K�rper laufen. Jetzt konnte er Nicky, Shane und Georgina und somit auch seine gesamten Probleme vergessen. Um die konnte man sich immer noch sorgen wenn Zeit dazu war. Und jetzt war ganz bestimmt nicht die Zeit dazu.

Kian hatte sich eine endlose Standpauke angeh�rt. Sein Chef war von Kians zu sp�t kommen wirklich nicht begeistert gewesen und hatte ihm geh�rig die Meinung gesagt. Jetzt stand er ratlos in dem Gesch�ft und suchte verzweifelt jemanden, dem er vielleicht eine neue Hose andrehen konnte. Vergeblich. Es waren viele Kunden da, doch alle waren besch�ftigt oder schon bedient. Das konnte ja ein toller Tag werden.

Auch Mark musste sich langsam auf den Weg machen. Er hatte einen Job als Pizzalieferant und die ersten Bestellungen w�rden gegen Mittag kommen. Er hatte das Fr�hst�ck abger�umt und sogar alles gesp�lt, was zu sp�len war. Dann hatte er seine Sachen gepackt. Er wollte gleich nach der Arbeit erst mal wieder nach hause. Christine hatte versprochen, sich heute Abend zu melden und wenn sie sich vielleicht noch treffen wollten, dann mussten sie ja nicht gleich bei Kian rumh�ngen. Und wer wei�. Vielleicht hatte Kian ja auch schon was vor. ;-)

Mark stieg in sein Auto und fuhr los. An der Pizzeria angekommen, wurde er auch gleich wieder losgeschickt. So war Mark den ganzen Tag unterwegs, immer mit einer Ladung Pizzen hinten drin. Manchmal musste er sich an den Haust�ren echt zur�ckhalten, die Pizza nicht durch die Gegend zu schleudern, wenn mal wieder ein ganz besonders unfreundlicher Kunde aufmachte.

Aber was sollte man tun. Irgendwie musste man sich ja das n�tige Kleingeld verdienen.

Auch Bryan sa� inzwischen im Auto und war auf dem Weg ins Krankenhaus. Nur widerwillig machte er das, aber es musste ja sein.

Vor dem Krankenhaus blieb er kurz stehen und betrachtete das Geb�ude. Dabei setzte er einen Blick auf, als wollte er sagen. "Du... du... bl�des..."

Aber das machte auch keinen Sinn und durch dieses bl�de Anstarren w�rde das Krankenhaus auch nicht einfach in sich zusammenfallen und nicht mehr existieren. Auch Bryan sah das ein und ging schlie�lich entschlossen durch die gro�en Glast�ren. Da fiel es ihm wieder ein. Nicky. Bryan dachte, dass er ihm jeden Augenblick auf dem Flur begegnen w�rde, doch irgendwann fiel ihm ein, dass er sich ja in Dublin befand. Also suchte er den Arzt auf, der sich auch sofort um ihn k�mmerte. Er zog Bryan das Pflaster von der Stirn und...

Der Arzt machte gro�e Augen. Er kam aus dem Staunen nicht wieder heraus und so fragte Bryan: "Ist mit mir alles in Ordnung?" Er machte sich nun doch ein paar Sorgen, wo die Augen des Arztes immer gr��er wurden.

"Wie man es nimmt", sagte der Arzt noch immer ein wenig verwirrt und kratzte sich am Kopf. Bryan verstand gar nichts. "Wie man es nimmt? Was soll das denn hei�en?"

"Das es ihnen prima geht, aber irgendwas ist da trotzdem nicht in Ordnung." Der Arzt betrachtet Bryans Stirn eindringlich.

Bryan machte das ganz verr�ckt. Konnte dieser Arzt nicht einfach sagen, was los war? Doch der Arzt sagte nichts. Stattdessen hielt er pl�tzlich ein paar blaue F�den in der Hand. Doch die kamen nicht aus Bryans Stirn sonder hatten unter dem Pflaster geklebt.

Der Arzt drehte sich kurz um, w�hlte in irgendwelchen Schr�nken herum und zog einen Spiegel hervor. Den dr�ckte er Bryan in die Hand. Bryan schaute hinein und sah... gar nichts. Doch er lie� sich nichts anmerken. Er zuckte nur mit den Schultern.

"K�nnen sie sich das erkl�ren?", fuhr der Arzt fort. "Keine Borke, keine Narbe und das gerade mal nach drei Tagen?" Bryan zuckte wieder mit den Schultern.

"Das ist nicht normal."

"Kann ich was daf�r?"

"Das wei� ich nicht, aber ich w�rde sie gerne mal untersuchen, weil es mir ja schon komisch vorkam, dass sie bei dem Unfall nicht mehr abbekommen haben."

Bryan verschluckte sich und musste husten. "Unter... untersuchen?"

Der Arzt nickte. "Ja, nur eine Routineuntersuchung. Einmal Blut abnehmen, vielleicht ein paar R�ntgenbilder..."

Bryan wurde das unheimlich. "�h... ja... aber jetzt geht es wirklich nicht, ich hab noch was ganz wichtiges zu erledigen und muss ganz dringend los. Tut mir wirklich leid. Tsch��!"

Damit sprang er auf und verlie� das Zimmer. Er suchte sich den k�rzesten Weg aus dem Krankenhaus und lief schnell zu seinem Auto. Er lie� sich in den Fahrersitz sinken und atmete tief durch.

Untersuchen? Auf keinen Fall. Wer wei�, was der Arzt da noch alles gefunden h�tte. War ja schon schlimm genug, dass seine Wunder �berschnell verheilt war und er selber mal wieder total vergessen hatte, dass er nicht ganz normal war. Eine Untersuchung kam da nicht in Frage. Bryan sah sich schon die n�chste Zeitung kaufen in der es ganz gro� drin stand:

ALIEN entdeckt!

Gibt es wirklich Au�erirdische?

Nein, niemand durfte wissen, wer er wirklich war. Das wusste er ja selbst nicht mal so ganz... genau.

Bryan dachte nach und pl�tzlich war da eine Frage, die Bryan sich noch nie gestellt hatte.

WER war er �berhaupt?

Bryan fragte sich, was passiert war, bevor er zu Louis gekommen war? Wie war er ein Engel geworden?

Bryan brauchte nicht lange zu �berlegen. Schlagartig kamen ihm die Tr�nen. Es gab schlie�lich nur einen Weg, ein Engel zu werden. Einen schrecklichen Weg.

Mark wurde langsam nerv�s. Er stand in der Pizzeria und wartete, dass sein Chef ihn endlich entlassen w�rde. Wenn davor noch eine Bestellung kommen w�rde dann... Mark wollte gar nicht dran denken. Christine wollte sich doch melden und wenn er dann immer noch in dieser bl�den Pizzeria stehen w�rde...

"Okay, du kannst gehen und �brigens hast du den Rest der Woche frei. Ich mache Urlaub und werde die Pizzeria solange schlie�en", kam es pl�tzlich. Das lie� sich Mark nicht zweimal sagen. Er lie� alles liegen und st�rmte raus. Schnell zu seinem Auto und nach hause. Wenn Christine jetzt schon angerufen hatte, dann w�rde er seinen Chef erw�rgen. Es w�re sowieso alles viel einfacher, wenn man einen vern�nftigen Beruf und genug Geld h�tte.

"Tr�um weiter Mark" sagte er sich, schaltete das Radio ein und tr�llerte fr�hlich mit. Nichts sollte diesen Abend verderben. Christine konnte noch gar nicht angerufen haben. Sie konnte doch noch gar nicht.

Mark wurde immer �berzeugter, je �fter er sich dies einredete.

Und es half. Gerade als Mark die T�r aufgeschlossen hatte, klingelte das Telefon!

Mark st�rmte in den Flur und schnappte sich den H�rer.

"Hallo?", keuchte er v�llig au�er Atem. Doch es war nicht Christine. Es war Shane.

"Hallo", sagte dieser betr�bt und fing schon wieder an zu weinen.

"Shane? Bist du es? Was ist los?" Ups, so viele Fragen auf einmal, aber das musste jetzt sein. Shane schluchzte. "Ja, ich bin�s. Es ist...es..."

"Shane!" Mark machte sich Sorgen. Am anderen ende der Leitung h�rte er Shane in den H�rer schluchzen.

"Nicky... er..."

"Hat er.." Mark hielt sich die Hand vor den Mund. Beinahe h�tte er gefragt, ob Nicky Schluss gemacht h�tte, aber Kian und er hatten sich ja geschworen, dass sie nichts wussten.

"Hat er WAS?", fragte Shane, der leicht erschrocken klang.

"Nichts, was ist den mit Nicky", fragte Mark unschuldig und starrte in die Luft, auch, wenn Shane es nicht sehen konnte.

"Er hatte einen Unfall." Und noch einmal erz�hlte er Mark alles, was er heute Morgen schon Peter erz�hlt hatte. Mark wusste daraufhin nichts zu sagen. Er kannte Nicky nicht sonderlich gut, aber es hatte ihn doch stark getroffen.

"Warst du heute schon bei ihm?", fragte Mark, weil er nicht wusste, was er sonst sagen sollte.

Shane sch�ttelte den Kopf, bis ihm einfiel, dass Mark ja nur am Telefon war. "Nein, er wird auch so schnell nicht aufwachen."

"Wei� Kian es schon?" Mark wusste, dass das jetzt alles ziemlich dumme Fragen waren, aber es hatte ihn doch getroffen und irgendetwas musste er ja sagen.

"Nein, kannst du es ihm erz�hlen? Ich glaube, ich kann das nicht noch einmal." Shane war immer noch am heulen, das h�rte Mark, also sagte er: "Klar mache ich."

"Danke Mark", sagte Shane und beendete das Gespr�ch. Mark war durcheinander. Das konnte doch nicht wirklich passiert sein. Benommen und mit einem leeren Gesichtsausdruck schlurfte er ins Wohnzimmer und setzte sich aufs Sofa. Dort starrte er die ihm gegen�berliegende Wand an und wartete. Worauf, das wusste er nicht so genau. Christine, die hatte er ganz vergessen. Doch die w�rde sich an diesem Abend auch nicht mehr melden.

Kian ging langsam zur�ck ins Wohnzimmer.

"Wer war das denn?", fragte Fiona.

Sie bekam keine Antwort von Kian. Der kam ins Wohnzimmer, schien aber ganz woanders zu sein.

"Kian, was ist los?" Fiona stand auf und nahm Kian bei den Schultern. Sie nahm sein Kinn und sorgte daf�r, dass er sie anschaute. Es dauerte lange, bis Fiona ihn in die Realit�t zur�ck geholt hatte. Kian war total schockiert und erz�hlte Fiona stotternd, wer gerade angerufen hatte. Es war Mark gewesen, der sein Wandstarren beendet hatte und Kian die ganze Geschichte erz�hlt hatte. Was Mark und Kian �ber Shane und Nicky wussten, dass erz�hlte Kian ihr nicht. Das w�rde ihr Geheimnis bleiben. Vorausgesetzt, dieses Geheimnis w�rde bald noch existieren. Denn wenn Nicky bald nicht mehr...

Kian verwarf den Gedanken. Fiona zog ihn aufs Sofa und nahm ihn in ihre Arme.

Louis schlug mit der Hand auf seinen Tisch und Jenny, die bei ihm stand, zuckte zusammen.

So eine Schei�e. Wenn das da unten so weitergeht, dann erkl�ren die diesen Tag bald zum allgemeinen Trauertag. Jenny musste ihrem Chef zustimmen. Was da auf der Erde gerade passierte, war wirklich nichts sch�nes. Alle waren am heulen, lagen im Krankenhaus und machten sonst was. Jenny bezweifelte, dass die ganze Situation noch zu retten war. Jeder liebte da unten den falschen und Bryan stand schon knietief in der Schei�e und sank immer tiefer.

Doch Bryan dachte nicht an das, was Jenny gerade dachte. Das konnte ihm im Moment alles gestohlen bleiben. Was ihn im Moment am meisten interessierte, war nur er selbst. Er wollte wissen, wer er �berhaupt war. Bryan �rgerte sich, dass er sich das nicht schon fr�her gefragt hatte.

"Wenn ich jetzt ein Engel bin, wer war ich davor?"

Bryan war zu dem Schluss gekommen, dass man erst mal sterben musste, bevor man ein Engel wurde, aber was war passiert? Bryan konnte sich nicht erinnern. Er musste doch eine Familie gehabt haben. Wo hatte er gewohnt und vor allem: Was war dann passiert?"

Das wusste nur einer. Louis. Bryan z�gerte nicht lange und holte sein Handy aus der Tasche. Schnell hatte er Louis an der Strippe.

"Louis", fing Bryan vorsichtig an. Er wusste nicht genau, wie er die Sache auf den Punkt bringen sollte. Vor allen Dingen jetzt nicht. Louis war genervt, das h�rte man.

"Was ist denn?", fragte er st�hnend. Er hatte wohl einiges um die Ohren.

"Na ja... mir brennt da was auf der Seele und ich..."

"Komm zur Sache."

"Lous, wer bin ich?", fragte Bryan, um es kurz und schmerzlos zu machen und Louis das Gestotter zu ersparen.

"Wer du bist? Bryan, falls du es nicht mehr wei�t. Was soll das?"

"Nein, wer ich bin... �h... war. Bevor ich da oben... davor muss doch..." Mehr als diese unvollst�ndigen S�tze brachte Bryan nicht heraus. Er wusste nicht genau, wie er Louis sein Problem genauer erkl�ren sollte. Doch Louis stellte sich stur. Er wusste, was Bryan meinte, hatte sich aber fest vorgenommen, ihm auf diese Frage keine Antwort zu geben.

"Bryan, ich hab gerade wenig Zeit. Lass uns sp�ter dar�ber reden, okay?" Ohne auf Bryans Zustimmung zu warten, legte er den H�rer wieder auf die Gabel und lehnte sich in seinem Sessel zur�ck.

"Mist", fluchte er und Jenny fuhr wieder zusammen.

"Bryan?", fragte sie vorsichtig. Louis nickte.

"Was hat er jetzt schon wieder angestellt?" Jenny war mal wieder neugierig. Louis sch�ttelte erneut den Kopf. "Gar nichts... na ja... was hei�t gar nichts. Was bisher passiert ist, ist ja schon schlimm genug, aber Bryan macht sich da Gedanken um sein eigenes Ich."

"Wie jetzt?"

"Na der Kerl will wissen, wer er war, bevor er zu uns kam. Ich wei� nicht, wie er pl�tzlich darauf kommt, aber das ist doch hirnrissig."

"Find ich nicht. Mich w�rde so was auch interessieren..."

"Das mag ja sein, aber was w�re denn, wenn ich ihm jetzt sage, wo seine Familie steckt und er geht da schnurstracks hin und sagt mal eben Hallo? Wie stellst du dir das vor?" Daraufhin konnte Jenny nur mit den Schultern zucken. Trotzdem h�tte sie gerne mehr �ber Bryan erfahren. Sie hatte sich nie f�r diese ganzen Dinge interessiert, aber jetzt wo Bryan dar�ber nachdachte... Jenny verlie� trotzdem das B�ro von Louis. Sie w�rde nie erfahren, wer Bryan wirklich war. Louis wusste es, aber er w�rde es nicht verraten und das herauszufinden, das konnte ja Jahre dauern. Wer wei�, vielleicht kam der Kerl ja aus S�dafrika oder sonst woher und wie sollte man da schon rausfinden, wer man war?

"Wie soll ich blo� rausfinden, wer ich war?", fragte Bryan sich in diesem Moment. "Ein anderes Mal reden. Tz. Nie. Louis wird es nie verraten. Verdammt."

Wie sollte er denn jemals herausfinden, wer er war? Er konnte �berall herkommen. Doch Bryan hatte eine Idee. Doch das musste er auf den n�chsten Tag verschieben. Es war schon sp�t. Als er aus dem Krankenhaus gekommen war, war er die ganze Zeit durch die Gegend ged�st. Einfach nur ein bisschen herum gefahren. Er hatte einfach Zeit zum Nachdenken gebraucht.

Shane war am Abend noch einmal ins Krankenhaus gefahren. Er musste unbedingt zu Nicky. Der lag zwar noch im Koma, aber der Arzt hatte gesagt, dass Menschen, die im Koma lagen, oft auf die Stimme von vertrauten Menschen reagierten. Der Arzt war gar nicht begeistert, doch Shane bettelte wie ein kleiner Hund und der Arzt gab auf. Er nahm Shane mit auf die Intensivstation und brachte ihn zu einem Zimmer. Dann ging er wieder zur�ck und lie� Shane mit Nicky alleine.

Shane konnte Nickys Anblick kaum ertragen. Wie er da so lag. Er sah so leblos und blass aus und diese vielen Schl�uche hatte Shane noch nie gemocht. Trotzdem nahm er sich eine Stuhl und setzte sich an Nickys Bett. Dann redete er einfach drauf los. Er erz�hlte Nicky von Nicky dem Hengst, vom Wetter drau�en... Er sagte einfach das, was ihm einfiel.

Als er fertig war, f�hlte er sich erleichtert. Er wusste nicht, ob Nicky ihn geh�rt hatte, aber das Gef�hl, dass er wenigstens etwas versucht hatte, beruhigte ihn ungemein. Shane streichelte Nicky noch einmal �ber die Wange und stand dann auf. M�glichst schnell wollte er das Krankenhaus verlassen. Er wollte nicht dem Arzt begegnen, weil er gar nicht wissen wollte, wie es um Nicky stand. Erstens w�rde das die Situation auch nicht verbessern und zweitens hatte er so doch wirklich eine gr��ere Hoffnung.

Er setzte sich in sein Auto und fuhr auf dem schnellsten Weg nach hause. Dort fiel er auch sofort wieder ins Bett. Die letzte Nacht hatte ihm wohl doch ganz sch�n zugesetzt.

Am n�chsten Morgen wachte Mark schon fr�h auf. Er hatte gar nicht richtig geschlafen. Erst hatte er die ganz Zeit an Nicky gedacht doch irgendwann war ihm Christine wieder eingefallen und, dass sie sich nicht mehr gemeldet hatte. Mark hatte noch versucht, sie anzurufen, doch bei ihr hatte sich niemand gemeldet. Unruhig war er ins Bett gefallen und hatte sich die ganze Nacht nur hin und her gew�lzt. Und obwohl er so gut wie gar nicht geschlafen hatte, war er ruckzuck aufgestanden, unter die Dusche gesprungen und dann zum Telefon gerast. Er riss den H�rer von der Gabel und w�hlte eilig Christines Nummer. Doch wieder meldete sich niemand. Dreimal �berpr�fte Mark, ob er auch die richtige Nummer hatte, doch es war die richtige und irgendwann gab Mark es auf. Jetzt musste er erst mal raus hier. Vielleicht zu Shane. Der hatte Mark von den beiden Fohlen erz�hlt und aus irgendeinem Grund wollte Mark Shane besuchen und sie sehen.

Auch Bryan war fr�h aus dem Bett gekommen. Als er die Augen ge�ffnet hatte, war er wie von der Tarantel gestochen aus dem Bett gesprungen und hatte sich auf den Weg gemacht. Hauptsache war jetzt, dass Louis wieder viel besch�ftigt war. Der durfte ihm jetzt sauf keinen Fall in die Quere kommen.

Bryan wollte erst in die Innenstadt fahren, aber dann versuchte er es zuerst an der Rezeption. Wenn das klappte, dann w�rde es um einiges einfacher und unkomplizierter werden. Er erwischte wieder die junge Dame am Empfangstresen, schenkte ihr ein L�cheln und fragte dann freundlich: "Gibt es hier vielleicht die M�glichkeit, mal kurz ins Internet zu schauen?" Wieder dieses L�cheln und die Dame konnte nicht widerstehen.

"Ich denke schon", sagte sie sch�chtern. "Warten sie kurz hier." Sie verschwand und kam kurze Zeit sp�ter wieder. "Geht klar, kommen sie mit."

Bryan folgte der Frau in einen Raum, wo ein Computer stand. "Kommen sie zurecht? Ich muss wieder zum Empfang."

"Ja, danke, ich komme klar."

Die Frau verlie� den Raum und Bryan war alleine. Es musste jetzt einfach klappen. Es musste. Er hatte der Frau zwar gesagt, es w�rde kurz dauern, aber wenn er so dar�ber nachdachte, was alles zu tun war, dann w�rde das doch eine ganze Menge Zeit in Anspruch nehmen. Doch jetzt erst mal die Finger auf die Tasten und los. Bryan hatte sich �berlegt, dass er jetzt seit drei Jahren Engel war. Davor war alles schwarz. Das machte einen wirklich ganz verr�ckt, aber bis jetzt hatte Bryan nie dar�ber nachgedacht und so auch keine Probleme gehabt.

Jetzt brauchte er alle Bryans, die vor drei Jahren gestorben waren. Bryan seufzte. Jetzt kamen die ersten Probleme. Er kannte seinen Nachnamen nicht, es gab einige tausend Bryans auf der Welt und es gab bestimmt auch Hunderte von Bryans, die vor drei Jahren gestorben waren.

"Puh, das schaffe ich nie", sagte Bryan sich und nach einer Stunde musste er es auch aufgeben. Es hatte wirklich viele Bryans gegeben, die vor drei Jahren gestorben waren. Und das waren auch nur die gewesen, die Bryan beim Archiv einer Zeitung bei den Todesanzeigen gefunden hatte. Allein in Irland, was Bryan aus Spa� ausprobiert hatte, waren es zu viele, um sie alle durchzuschauen. Also hatte Bryan die ganze Sache erst mal liegen lassen. Es musste doch noch eine andere M�glichkeit geben.

Bryan hatte ja jetzt Zeit. Was sollte er denn tun?

Am besten erst mal wieder beruhigen und auf Georgina warten. Die w�rde heute wieder kommen und bevor Kerry dann wieder kam, hatte er noch einen Tag Zeit, um sich zu �berlegen, wie es denn jetzt weitergehen sollte. Mit zwei Frauen konnte das ja auf keinen Fall weitergehen.

Also stand Bryan auf, bedankte sich noch einmal bei der Empfangsdame und ging zur�ck in sein Zimmer, wo er erst mal ein wenig Ordnung machte. Musste ja nicht gleich alles auf dem Boden liegen, wenn Georgi wiederkam.

"Mein Timing", sagte er, als es genau da an der T�r klopfte, als er das letzte Paar Socken verstaut hatte. Bryan eilte zur T�r und riss sie schwungvoll auf. Eine Frau fiel ihm sofort um den Hals und eine andere sagte: "Hier hast du sie wieder!"

Bryan schaute auf den Flur. Wer hatte das gesagt? Natasha. Bryan war schockiert. Kerry war schon wieder zur�ck.

"Wo kommst du denn her?", fragte er und klang aus Versehen, aber auch mit gutem Grund ein wenig entsetzt."

Kerry machte ein entt�uschtes Gesicht.

"Wir haben fr�her frei bekommen. Freust du dich denn gar nicht?"

Bryan grinste. "Nat�rlich Schatz", sagte er und gab ihr als Beweis einen langen und leidenschaftlichen Kuss. Natasha und Liz klatschten. Also zog Bryan Kerry in die Suite und knallte den beiden die Nase vor der T�r zu. Kerry musste lachen.

"Du Pfeife, du", sagte sie grinsend, wof�r sie von Bryan ordentlich durchgekitzelt wurde. Dan schmiss Bryan sie aufs Bett und k�sste sie innig.

Kerry schob ihn weg. Bryan verstand das nicht und als er sie wieder k�ssen wollte, hielt Kerry abwehrend die H�nde vors Gesicht.

"Was..." Bryan war irritiert. Doch Kerry setzte sich selbstsicher auf und verlie� dann das Zimmer.

"Sorry", rief sie noch und verschwand im Bad. "Ich muss doch erst mal Sch�nheitspflege betreiben, bevor du mich vernaschen darfst." Dann h�rte Bryan, dass die Dusche lief.

Bryan atmete erleichtert auf. Die konnte einen aber auch erschrecken. Es klopfte wieder. Bryan �berlegte, wer es sein konnte. Es konnten wieder diese zwei H�hner Liz und Natasha sein ,aber es konnte auch...

"Nein, bitte nicht Georgina", dachte Bryan sich und faltete die H�nde. "Zu jedem anderen Zeitpunkt, aber nicht jetzt."

Sein Gebet wurde nicht erh�rt. Als Bryan die T�r �ffnete schmiss Georgina sich um seinen Hals und begr��te ihn st�rmisch mit vielen K�sschen. Bryan war �berw�ltigt. So viele st�rmische Begr��ungen an einem Tag, das hatte er nicht erwartet.

"Georgi... ich.. ich hatte dich jetzt noch gar nicht..." Weiter kam er nicht. Georgina lie� ihn nicht ausreden und dr�ckte ihm einen weiteren Kuss auf die Lippen.

"Hmmmm", machte Bryan. Das war ihm ja nun doch ein wenig zu st�rmisch. Doch Georgina zeigte keine Gnade. Jedenfalls k�sste sie so lange weiter, bis sie die Dusche h�rte.

"Bryan, wer ist da in der Dusche?", fragte sie, teils ein wenig erstaunt, aber auch �rgerlich. Da konnten ja sonst wie viele Frauen unter der Dusche stehen.

"Ach... �hm... ich warte, dass das Wasser warm wird. Ich hatte da Probleme mit der Dusche und jetzt wollte das Personal sich drum k�mmern. Jetzt sind die da in meinem Badezimmer und schauen, was los ist. Das hei�t so viel wie, ich wollte gleich duschen", log er.

"Ah", machte Georgina und wollte reinkommen. Bryan bekam jetzt aber doch Schiss. Es konnte nicht mehr lange dauern, dann w�rde Kerry mit duschen fertig sein und ins Zimmer spaziert kommen. Eventuell nur mit einem Handtuch bekleidet. Und dann war es aus.

Doch erst mal erkundigte Bryan sich h�flich nach Georginas Mutter, wie es ihr ginge und so weiter. Sie setzte sich aufs Sofa und fing an, fr�hlich mit ihm zu plaudern. Bryan antwortete auf ihre Fragen nur kurz und ab und zu h�rte er gar nicht was er sagte. Seine Situation war aber auch beschissen. Kerry in der Dusche und Georgina bei ihm auf dem Sofa. Seine zwei Geliebten.

"Ach... Georgi... wusstest du schon, dass Nicky... �hm..."

"Was ist mit Nicky?"

"Na ja... also er hatte einen kleinen Unfall und er... liegt jetzt in Sligo im Krankenhaus. Leider im Koma und es geht ihm wirklich gut... also... �hm..."

Bryan merkte, dass er sich verplappert hatte und da kam auch schon die Frage von Georgina.

"Woher wei�t du das?"

Da war sie. Die Frage, die nie h�tte kommen d�rfen. Woher wusste Bryan denn auch, was mit Nicky war? Er kannte ihn doch kaum.

"Hat mir ein Freund von Nicky erz�hlt. Ich soll�s dir ausrichten", log er schon wieder. Georgina �berlegte und schlug sich an die Stirn.

"Klar, ich hatte Kian ja von uns erz�hlt. Er hat hier angerufen?"

"�h... genau.. Kian, das war sein Name."

"Und das ist wirklich war?", fragte Georgina, jetzt aber total besorgt. Bryan nickte. Georgina lie� den Kopf h�ngen.

"Was ist", fragte Bryan, der sich jetzt wiederum Sorgen um Georgina machte.

"Ach, ich mach mir halt Sorgen. Also Nicky... ich.. kannst du das verstehen?"

"Ja."

Georgina fuhr hoch und hatte es pl�tzlich supereilig.

"Bryan, es tut mir schrecklich leid, aber ich muss nach Sligo. Nicky... er... ich mach mir solche Sorgen."

Jetzt erhob sich auch Bryan. Er stellte sich vor Georgina und nahm sie tr�stend in den Arm.

"Ich versteh dich doch. Ist doch klar, dass du dir Sorgen machst. Aber wenn du jetzt f�hrst... wann krieg ich dich denn wieder?"

"Ach Bryan, das wei� ich noch nicht... aber ich verspreche dir, dass ich mich beeilen werde. Ich liebe dich doch." Dann k�sste sie ihn noch einmal und ging zur T�r. Bryan h�rte, wie das Wasser in der Dusche ausging.

"Also dann Tsch��", sagte er schnell und �ffnete Georgina die T�r. Die gab ihm aber dann noch ein letztes K�sschen und verschwand. Bryan drehte sich um und gab der T�r noch einen Sto�, um sie zuzumachen. Sie ging nicht ganz zu, aber das merkte Bryan nicht mehr.

"Puh", machte er und wenige Sekunden sp�ter kam Kerry auch schon aus der Dusche.

"So Schatz, jetzt bin ich wieder f�r dich da", s�uselte sie. "Warte kurz." Damit verschwand sie im Schlafzimmer.

Die T�r flog auf. Bryan wirbelte erschrocken herum und sah Georgina, die ins Zimmer st�rmte. Sie rannte aufs Sofa zu und griff nach ihrer Handtasche.

"Sorry, die hatte ich vergessen", keuchte sie. Sie war wohl ziemlich st�rmisch die Treppen runter und wieder rauf gelaufen.

"Tschau", rief sie wieder und verschwand. Bryan verschloss die T�r diesmal sorgf�ltig. Schon kam Kerry wieder.

"Danke", murmelte Bryan und Kerry h�rte es.

"Wof�r?", fragte sie neugierig.

"Daf�r, dass Gott DICH geschickt hat", schw�rmte Bryan und die beiden vielen sich in die Arme.

"Du kannst ja so s�� sein", sagte Kerry.

"Hast du das jemals bezweifelt?"

"�h...", zog Kerry ihn auf. Daf�r wurde sie von Bryan auf den Arm genommen und auf schnellstem Wege ins Schlafzimmer bef�rdert. Bryan schmiss Kerry aufs Bett und warf sich auf sie.

"So, jetzt fl�chtest du mir nicht wieder in die Dusche."

"Warum nicht?", fragte sie grinsend.

Bryan k�sste sie einfach nur und das reichte Kerry als Grund. Sie blieb bei Bryan liegen und die beiden machten sich einen wundervollen Nachmittag und Bryan verga� sogar, dass er eben ein Schweinegl�ck gehabt h�tte. W�re Georgina auch nur drei Sekunden sp�ter gekommen... Doch das war jetzt egal. Georgina war auf dem Weg nach Sligo und Kerry hatte ihren Bryan ganz f�r sich, was sie ja auch nicht anders erwartet hatte.

Georgina war nach einer ziemlich langen Fahrt endlich in Sligo angekommen. Langsam hatte sie das Autofahren satt. Wie gerne w�re sie bei ihrem Bryan geblieben. Stattdessen fuhr sie stundenlang Auto, nur, um ihren Ex im Krankenhaus zu besuchen, obwohl sie nicht mal mit ihm reden konnte.

Doch jetzt war sie eh in Sligo und das Krankenhaus war auch nicht mehr weit. Warum also zur�ck fahren und alles wieder vergessen. Sich nach Nicky erkundigen, das konnte man ja mal tun.

Im Krankenhaus suchte sie sich einen Arzt, der ihr auch sofort Auskunft gab.

"Ich glaube kaum, dass er es schafft", musste der ihr leider mitteilen, brachte sie aber trotzdem zu ihm. Georgina konnte nicht glauben, was der Arzt da eben gesagt hatte. Nicht mal Nicky hatte es verdient, zu sterben. Doch das brachte alles nichts. Sie konnte nur hoffen, dass sich die Vermutungen des Arztes nicht bewahrheiten w�rden.

Der Arzt lie� Georgina in Nickys Zimmer allein. Doch in der T�r bleib Georgina schon stehen. Sie wusste selber nicht, was sie in diesem Moment f�hlte. Aber als Nicky da so lag und sie in der T�r stand, erwischte sie sich selbst dabei, wie sie ihn anstarrte und die Augen nicht von ihm abwenden konnte.

"Nicky", schluchzte sie nach einer Weile und ging langsam auf das Bett zu. Dort setzte sie sich auf die Bettkante und betrachtet Nickys Gesicht. Er sah s�� aus, wenn er schlief, aber das bemerkte Georgina nicht das erste Mal.

Lange sa� sie da an Nickys Bett und weinte. Sie konnte einfach nicht glauben, dass sie diesen Menschen verlieren sollte. Ihre H�nde glitten �ber Nickys Wangen und fuhren dann durch seine Haare.

Dann nahm Georgina Nickys Hand und beugte sich schlie�lich �ber sein Gesicht. Sie schob den Schlauch, der in Nickys Mund hing, ein wenig zur Seite und gab ihm einen Kuss. Nickys Lippen waren trocken, doch das st�rte Georgina nicht.

Der Arzt kam ins Zimmer.

"Entschuldigen sie, aber Mr Byrne braucht jetzt seine Ruhe!"

Georgina nickte dem Arzt zu und er lie� sie noch einmal kurz alleine. Georgina dr�ckte Nicky noch einen Kuss auf die Lippen, stand dann auf und sagte: "Nicky, ich liebe dich doch."

Weinend rannte sie aus dem Zimmer.

"Hey Mark, sch�n, dass du kommst", begr��te Shane seinen Freund an der T�r, klang aber auch ein wenig betr�bt. Mark klopfte Shane auf die Schulter, was so viel hei�en sollte, wie "Nicky schafft das schon", doch Shane bemerkte es kaum. Er lie� Mark reinkommen und die beiden setzten sich aufs Sofa. Stille trat ein. Die beiden sa�en da und starrten auf den Boden.

Irgendwann hielt Mark es nicht mehr auf.

"Gibt es irgendetwas, was dich jetzt aufmuntern w�rde?", fragte er deshalb. "Ausreiten vielleicht?"

Shane sch�ttelte den Kopf. "Keine Lust."

Mark war schockiert. Shane stieg immer aufs Pferd, wenn er sich ablenken wollte. Es konnte doch nicht so schlimm sein, dass er selbst dazu keine Lust mehr hatte.

"Ist es soooo schlimm?", fragte Mark besorgt.

"Ach komm, du bist doch auch nicht gerade gut gelaunt", sagte Shane irgendwann. "Was ist los?"

"Was soll los sein. Nicky liegt im Koma und ich soll mir einen tollen Tag machen? Haha!"

"Komm Mark, erz�hl mir dich nichts. Da ist noch was, was dich fertig macht."

"Nein, ehrlich. Es ist nichts."

Shane gab es auf. Wenn Mark ihm etwas verbarg, dass w�rde er es jetzt nicht aus ihm rausbekommen. Mark durfte ja schlie�lich auch seine Geheimnisse haben.

Kians Liebe hatte im Moment unter nichts mehr zu leiden. H�chstens unter Geldmangel. Kian war an diesem Morgen mal wieder zu sp�t gekommen und sein Chef hatte ihn daraufhin gefeuert. Aber da Kian sowieso noch bei seinen Eltern wohnte, machte das erst mal nicht so sonderlich viel.

Trotzdem hatte er Fiona gleich eingeladen, als er wieder zuhause war. Die beiden waren wieder an den Stand gefahren und hatten dort den ganzen Tag Fun pur gehabt. Jetzt war es schon am D�mmern und der Strand wurde leerer. Doch Kian und Fiona dachten nicht ans gehen. Beide lagen sie Arm in Arm im Sand und warteten, dass die Sonne untergehen w�rde.

Pl�tzlich stand Kian auf.

"Hey, wo willst du hin?", fragte Fiona und drehte sich um.

"Halt! Liegen bleiben", rief Kian und rannte um Fiona herum. Immer wieder die gleiche Runde. Als er das ungef�hr zwanzig Mal gemacht hatte sagte er: "So fertig!"

Fiona setzte sich auf und betrachtet Kians Meisterwerk.

"Oh Mann, bist du s��", sagte sie, als sie sah, dass Kian ein riesengro�es Herz in den Boden getrampelt hatte. Kian grinste stolz. Dann schmiss er sich wieder neben Fiona in den Sand und k�sste sie.

Es wurde langsam dunkel. Die Sonne hatte alles f�r eine ganze Weile in ein orangenes Licht getaucht, doch auch ihr Auftritt war nun vorbei und der Mond machte sich am Horizont bemerkbar. Die Nacht war sternenklar. Kian und Fiona hatten im Sand gesessen und hatte die untergehende Sonne beobachtet. Dann war Kian aufgestanden und hatte einen Stapel Holz hervorgeholt, denn er schon vorher hinter ein paar Felsen deponiert hatte. Schnell hatte er ein Feuer angez�ndet.

"Jetzt wo es so warm ist, brauchen wir die Klamotten doch nicht mehr, oder?", fragte Kian und grinste verschmitzt.

"Du meinst, wir sollen... hier am Strand?"

"Wieso. Hier ist niemand. Nur du und ich. Mehr brauchen wir nicht."

Ohne auf Fionas Antwort zu warten, nahm Kian Fionas Hand und zog sie runter in den Sand.

Mark wachte am n�chsten Morgen auf, weil er R�ckenscherzen hatte. Kein Wunder. Er war am vorigen Abend auf Shanes Sofa eingepennt und hatte die ganze Nacht ziemlich verdreht darauf gelegen.

Schwerf�llig setzte er sich auf und qu�lte sich hoch. Ziemlich langsam. Jedenfalls, bis ihm etwas einfiel.

"Christine", rief er und erschrak, als er merkte, wie laut er geschrieen hatte. Schnell zog er sich an, rannte schnell ins Bad und dann in die K�che. Dort traf er auf Shanes Eltern.

"Morgen Mark", begr��te Mae ihn.

"Morgen", sagte Mark und war schon wieder auf dem Weg nach drau�en?

"Kein Fr�hst�ck?", fragte Mae und deutet mit der Hand auf den Stuhl neben ihr.

"Nein danke, ich hab was dringendes zu erledigen." Mark war schon im Flur, als Mae ihm noch hinterher rief: "Okay, ich werde Shane bescheid sagen. Tsch��!"

"Tsch��!"

Mark rannte �ber den Hof, wobei er beinahe in einen Haufen Pferde�pfel getreten w�re, den wohl niemand weg gemacht hatte. Er kannte ja Shane.

Er konnte gerade noch ausweichen und st�rzte zu seinem Auto. Wenige Sekunden sp�ter war er vom Hof gebraust. Jetzt musste er zu Christine. Sie musste doch irgendwann mal da sein.

Er musste ihr zuhause eine Weile suchen, weil er noch nie bei ihr gewesen war und den Stra�ennamen nicht kannte. Trotzdem war er fest entschlossen, sie zu besuchen und zur Rede zur stellen.

Erst, als er vor ihrer Haust�r stand, da wurden seine Knie weich und er bekam ein seltsames Gef�hl im Magenbereich. Von dort aus breitete es sich aus und Mark konnte sich kaum noch beherrschen.

Mit zitternden Finger dr�ckte er auf die Klingel und wartete dann nerv�s. Er dr�ckte seine H�nde zusammen und lie� seine Finger knacken. Das brachte zwar auch nichts, war aber immerhin eine gute Methode, um sich abzulenken.

`Knack� machte es, als die T�r aufflog. Es war wie erwartet Christine.

"Hi", sagte Mark sch�chtern und fuhr sich mit der Hand durch die Haare. Christine schwieg, war aber nicht verwundert, Mark vor der T�r zu sehen.

Die beiden standen nun also schweigend in der T�r und schwiegen sich an, bis Christine das Wort ergriff: "Mark... komm doch rein..." Sie ging einen Schritt zur Seite und lie� Mark eintreten. Dann f�hrte sie ihn ins Wohnzimmer und die beiden setzten sich. Christine holte was zu trinken und Mark brachte die Sache sofort auf den Punkt. Er wollte nicht wieder diese peinliche Stille oder dieses Stottern.

"Christine, warum hast du dich nicht gemeldet?", fragte er und schaute Christine eindringlich in die Augen. Doch Christine wich seinen Blicken aus. Betreten schaute sie zu Boden, und wusste erst gar nicht, was sie sagen sollte.

"Christine", versuchte Mark sie zum reden zu bringen.

"Sorry, hab�s vergessen", antwortete sie irgendwann kleinlich.

Mark glaubte ihr nicht. "Vergessen? Erz�hl mir doch nichts. Warum bist du nicht dran gegangen, als ich dich angerufen hab?"

"Mark... ich... ich hatte halt viel zu tun."

"Ja klar. Dann h�ttest du mir das wenigstens mal sagen sollen."

"Sorry!"

"Sorry", meinte Mark ironisch. "Christine, du hast irgendwas und ich will wissen, was es ist. Schon schlimm genug, dass Shane auch so mies drauf ist. Kann denn hier nicht mal einer vern�nftig mit mir reden?" Mark verlor die Geduld.

"Shane?... �h... komm Mark... ich..."

"Was ist los?"

Jetzt fing Christine an zu weinen. Mark wurde das immer unheimlicher. Also fasste er sie bei den Schultern und zwang sie dazu, ihm in die Augen zu sehen.

"Mark, ich liebe dich", sagte sie und Mark sah, dass sie nicht log. Sie meinte es ernst, aber was war dann?

"Und?"

"Ich liebe noch jemanden." Aus, Punkt. Jetzt war es raus.

"Wen?"

"Shane."

"Shane? DEN Shane? Meinen Freund Shane Filan?"

"Shane ist dein Freund?"

"Und ob, aber den kannst du vergessen. Der ist vergeben. Er ist mit... Er hat halt schon jemanden."

"WEN?"

"Geht dich nichts an."

"Oh doch. Ich bin verknallt und habe ihn noch nie mit einer Freundin gesehen."

"Er hat keine!"

"Du hast doch gerade gesagt, er ist vergeben", meinte Christine vorwurfsvoll. Sie verstand nur noch Bahnhof.

Mark musste ihr auf die Spr�nge helfen.

"Mensch Christine. Shane ist schwul und hat einen Freund. Schei�e."

"Was Schei�e?"

"Es durfte niemand wissen. Shane wei� ja nicht mal, das ich es wei�."

Jetzt fing Christine an zu lachen. "Glaubst du, du kriegst mich so zur�ck? Gib dir keine M�he. Ich hab mich doch noch gar nicht entschieden. Ich liebe dich."

"Was versuche ich? Glaubst du mir nicht? Dann lass es doch sein!" Mark hatte es gereicht. Er erhob sich vom Sofa und rannte aus dem Haus. Christine wollte ihn aufhalten, doch als sie im Flur ankam, vernahm sie drau�en ein Motorenger�usch. Mark war weg.

"Und? Hat�s dir gefallen?"

"Hey, das war die beste Nacht meines Lebens."

Kian und Fiona lagen immer noch am Strand und waren am rumschmusen. Es war noch ziemlich fr�h und am Strand war es leer.

"Klopfst du mir denn jetzt den Sand vom R�cken?", fragte Fiona mit einem Hundeblick, dem Kian nicht widerstehen konnte.

"Mit Vergn�gen", sagte er ganz Gentleman und massierte ihre R�cken.

"Das ist aber eine sch�ne Art, mich von dem Sand zu befreien", schw�rmte Fiona und schloss die Augen.

Bryan wollte an diesem Morgen Georgina anrufen. Er musste unbedingt wissen, wie es Nicky ging. Er musste ja nicht sagen, was wirklich passiert war.

Deshalb machte Bryan sich an diesem Morgen auch nichts daraus, dass Liz und Natasha schon wieder in der T�r standen und Kerry mitnahmen. Was sie vorhatten, wusste Bryan nicht, aber als Kerrys Freundinnen ihm versprochen hatte, sie nicht zu lange zu behalten und sie heile wieder zur�ck zu bringen, lie� er sie gehen. War ihm ganz recht so. Bl�de Fragen von Kerry, die h�tten ihm jetzt gerade noch gefehlt.

Bryan setzte sich aufs Bett und w�hlte Georginas Nummer. Die meldete sich sofort und s�uselte ein "Guten Morgen Schatzi" in den H�rer. Bryan antwortete brav mit ein paar Komplimenten und kam mit ein paar Umwegen, die ihn �ber das Wetter und allgemeine Probleme f�hrten, auf Nicky zu sprechen. Dabei hatte er ein ungutes Gef�hl. Das hatte er ja schon im Krankenhaus gehabt, als der Arzt einfach gar nichts gesagt hatte, aber auch Georgina wurde pl�tzlich unheimlich still und dann konnte Bryan am anderen Ende der Leitung einen Schluchzer vernehmen. Das konnte nichts gutes hei�en. Und obwohl Bryan sich Georginas Antwort schon denken konnte, fragte er �bertrieben erschrocken: "Georgi, was ist los?"

Darauf antwortete Georginas nicht sofort. Entweder musste sie �berlegen, was sie jetzt sagen sollte, oder sie konnte einfach nicht. Bryan entschied sich f�r beides.

Doch Georgina sagte es schlie�lich.

"Der Arzt meint, er wird es nicht schaffen."

"Keine Hoffnung?" Bryan wollte h�ren, dass es wenigstens noch einen Schimmer Hoffnung gab. Es musste einfach noch eine Chance f�r Nicky geben. Und Georgina erl�ste ihn.

"Der Arzt wei� es nicht. Er sagt nur, die Chancen sind nicht sonderlich gro�."

Bryan atmete auf. Georgina h�rte das.

"Was, freust du dich etwa?"

"Nein, ich hab mich doch nur erschrocken, als du sagtest, dass Nicky es NICHT schaffen w�rde. Sorry."

"Schon gut, bin halt schlecht drauf."

"Okay, kann dich ja verstehen. Bin ja auch nicht sonderlich gut drauf. Ich vermisse dich."

"Ich dich auch", antwortete Georgina. Dann beendete sie das Gespr�ch mit einem "Bye" und legte auf.

Jetzt sa� sie in der Zwickm�hle. Sie liebte Nicky, sie liebte Bryan und wusste nicht so ganz, was sie machen sollte. Andererseits wollte sie zur�ck zu Nicky, aber der war jetzt mit Shane zusammen, und andererseits wollte sie auch bei Bryan bleiben und der hatte es auch nicht verdient, einfach so links liegen gelassen zu werden. Das war alles so unfair. Woher sollte Georgina auch wissen, wie schlimm es wirklich war? Woher sollte sie denn eine Ahnung von dem haben, was Bryan gerade durchmachte?

Bryan dachte �ber dasselbe nach. Dabei wusste er schon, wie er sich irgendwann entscheiden m�sste. Er hatte schlie�lich eine Aufgabe und die lie� keinen Platz f�r Georgina an seiner Seite. Bryan lief bei diesem Gedanken eine G�nsehaut �ber den R�cken. Er f�hlte sich kotz�bel. Es w�re eine ungerechte Entscheidung, sich von Georgina zu trennen, nur, damit sie wieder mit Nicky zusammenkam. Er konnte sie doch nicht zwingen. Doch gleichzeitig wusste er, dass er musste. Wenn Georgina und Nicky nicht wieder zusammenkommen w�rden, dann w�rde er Kerry und Georgina beide nie wieder sehen.

Louis bekam w�hrenddessen zu viel. Bryan sollte doch nur ein Liebesp�rchen retten und da unten auf der Erde wurde es immer schlimmer. Und dann auch noch dieser Mark, dessen Freundin jetzt pl�tzlich in Shane und ihn gleichzeitig war. Und dann dieser riesige Stapel Papier, der wuchs und wuchs. Die Situation schien ausweglos. Aber die anderen Sachen mussten warten. Bryan sollte lieber zusehen, dass er da unten fertig wurde, bevor es noch mehr Chaos gab. Louis hatte gewusst, dass es Probleme geben w�rde, aber das es so schlimm werde w�rde, das h�tte er nicht gedacht.

Mark merkte gar nicht, dass er viel zu schnell fuhr. Das, was Christine eben gesagt hatte, ging ihm einfach nicht aus dem Kopf. In Shane. Mensch, wollte die denn nicht kapieren, dass Shane vergeben und dazu auch noch schwul war? Warum konnte es denn nicht einmal so laufen, wie ER es wollte. Dauernd ging alles schief und Kian hatte Gl�ck. Der war jetzt irgendwo mit Fiona und die beiden hatte sicher eine sch�ne Nacht gehabt. Mark trat immer fester aufs Gaspedal. Das war einfach nicht zu fassen. In Worte schon gar nicht. Deshalb brachte Mark nicht mal einen vern�nftigen Fluch �ber die Lippen. Nicht mal ein "Schei�e!"

Innerlich kochend sa� er im Auto und schaute nur mit einem Auge auf die Stra�e. War schon schwer genug, sich �berhaupt aufs Fahren zu konzentrieren und Mark war froh, als er zu hause ankam. Noch einer im Krankenhaus das musste ja wirklich nicht sein.

Mark stieg aus dem Auto, rannte zur Haut�r, betrat das Haus und stapfte die Treppe rauf in sein Zimmer. Dort verkroch er sich in sein Bett und h�rte Mariah Carey. Nur das konnte ihn jetzt noch beruhigen. Der N�chste, der jetzt reinkommen w�rde, der w�rde eine r�ber kriegen, dessen war Mark sich sicher. Bei Liebeskummer konnte einfach keiner helfen. Nicht mal Mariah Carey, aber wenn man Musik h�rte, dann kam man wenigstens mal f�r ein paar Minuten auf andere Gedanken. Das war nicht besonders ermutigend, aber irgendwas musste man ja machen.

Bryan war alleine. Er hatte lange nachgedacht, aber das brachte jetzt auch nichts mehr. Nachdenken und dabei auf eine L�sung kommen, das war einfach nicht seine St�rke. Und dabei wurde man auch immer so schnell hungrig. Bryans Magen machte sich lautstark bemerkbar und Bryan lief daraufhin sofort zum Telefon und bestellte sich was aufs Zimmer. In der Minibar waren ja nur noch Gummib�rchen und jede Menge Getr�nke.

Bryan schnappte sich eine Dose Guinness. Er hatte das Zeug noch nie getrunken, aber irgendwoher wusste er, dass es ihm schmecken w�rde und so war es dann auch. Bryan trank die ganze Dose vor dem essen leer und als er sie gerade in den M�ll schmiss, das klopfte es an der T�r. Es war Bryans Essen. Vom Hunger getrieben raste Bryan zur T�r und holte das Essen rein. Er dr�ckte dem Zimmerservice gen�gend Trinkgeld in die Hand und schleppte das Essen zum Tisch.

"Hmm", machte er, als er die K�stlichkeiten sah. Das Auge ist angeblich mit, aber trotzdem verschwendete Bryan nicht viel Zeit damit, sein Essen anzustarren. Er nahm lieber gleich sein Besteck und schlang alles in Rekordzeit herunter.

Es klopfte wieder an der T�r.

"Bitte lass es Kerry sein", betete Bryan und ging zur T�r. Es war Kerry.

"So, sie haben mich wieder freigelassen", sagte Kerry und meinte damit Natasha und Liz, die aber schon wieder verschunden waren. Zum Gl�ck. Die konnten Bryan echt auf die Nerven gehen.

Bryan zog Kerry in die Suite und k�sste sie st�rmisch.

"Hmm", machte Kerry und versuchte verzweifelt Luft zu kriegen. Sie stie� Bryan weg und atmete auf. "Lass mich doch erst mal reinkommen", sagte sie gespielt emp�rt.

"Sorry, aber ich hab dich vermisst!"

"So schlimm? Ich war doch nur zwei Stunden weg."

"Zwei Stunden zu viel", sagte Bryan beleidigt und schloss sie in seine Arme.

"Da musst du dich bei Tash und Lil beschweren!" Kerry lachte und dann k�sste sie ihn. Bryan erwiderte ihre Kuss sofort und er dauerte ewig. Es klopfte an der T�r, aber das war Bryan egal. Jetzt z�hlte nur noch Kerry.

Das sah der jemand, der drau�en vor der T�r stand, aber gar nicht so. Oder eher gesagt, diejenigen. Es waren schon wieder Natasha und Liz.

"Mensch Kerry, jetzt mach auf", rief eine Stimme, die sich verd�chtig nach Liz anh�rte. Kerry und Bryan lie�en sich los. Bryan st�hnte und Kerry verfluchte insgeheim ihre zwei Freundinnen.

"Warum kommen die immer in den unpassendsten Momenten?", fragte sie und schaute Bryan fragend an.

"Was?", fragte der. "Die haben halt ein schlechtes Timing."

"Na, soll ich aufmachen?"

"Meinetwegen."

Kerry ging zur T�r und riss sie w�tend auf. "Was wollt ihr denn schon wieder hier? Noch mal komm ich nicht mit euch mit, falls ihr es noch nicht wisst, ich hab einen Freund und ich brauche mal ein bisschen Zeit und ich lasse mich jetzt nicht von euch in den n�chsten Pub schl�ren..."

Weiter kam sie nicht. Liz und Natasha hatte sie eine Weile schockiert angestarrt und wechselten jetzt vielsagende Blicke.

"Was?", fragte Kerry und zuckte mit den Schultern.

"Ach nichts, ich glaube, wir kommen sp�ter noch mal wieder und verk�nden dir dann unsere tolle Nachricht, okay?" Liz zog Natasha von der T�r weg und die beiden wollten sich wieder auf den Weg zu ihrem Zimmer machen.

"Halt!", schrie Kerry und hielt Liz noch gerade am Arm fest. Aber Natasha und Liz wollten sie zappeln lassen.

"Nein, wir kommen irgendwann wieder", sagte Liz, ohne sich umzudrehen. Dann kicherten beide. Aber Kerry war da auch nicht ohne und sagte schlagfertig: "Okay, dann werde ich jetzt mit Bryan in die Kiste steigen und wir werden uns heute den ganzen Tag und bis morgen fr�h k�stlich am�sieren. Und dann werden wir uns ganz tolle Tage machen und ihr k�nnt mir dann so was von Schei�egal sein. Und Tsch��." Sie wollte gerade wieder ins Zimmer gehen, als Natasha und Liz auf dem Flur kehrt machten und ihr entgegen rannten.

"Kerry, wir haben einen Plattenvertrag!!!", riefen beide aufgeregt und Kerry fing an zu kreischen. Alle lagen sich pl�tzlich in den Armen und riefen durch den ganzen Flur, bis die Leute aus ihren Zimmern kamen und sich �ber den L�rm beschwerten. Also zog Kerry ihre beiden Freundinnen ins Zimmer, holte einfach eine Flasche Sekt aus der Minibar und lie� die Korken knallen. Bryan, der die ganze Zeit schweigend und ein wenig durcheinander daneben gestanden hatte, wurde pl�tzlich st�rmisch von allen dreien umarmt und erst, als die keine Puste mehr hatten, wurde er aufgekl�rt.

Er begl�ckw�nschte daraufhin alle und Natasha und Kerry erkl�rten Kerry, wie es jetzt weitergehen sollte.

"In einer Woche geht es ab ins Studio nach England! Juhu!"

Kerry freute sich riesig und auch Bryan freute sich f�r sie. W�rde Kerry jetzt ein Superstar werden?

Egal. Den ganzen Tag feierten Bryan und die Kittens und wollten gar nicht mehr aufh�ren. Na ja, bis Natasha und Liz merkten, dass Kerry und Bryan nur noch am rumknutschen waren und bestimmt lieber alleine sein wollten. Deshalb verlie�en sie die Suite und Bryan und Kerry erlebten eine lange Nacht.

Georgina war wieder bei Nicky geblieben. Wieder hatte sie Tr�nen vergossen. Sie kam in Nickys Zimmer und hatte sofort Herzschmerzen bekommen. Sie konnte es einfach nicht ertragen, dass Nicky da so lag und sich nicht r�hrte. Diese vielen Schl�uche und �berhaupt das ganze Krankenhaus machten ihr immer Angst. Au�erdem konnte sie noch immer nicht richtig glauben, dass sie vielleicht nie wieder mit Nicky reden konnte. Es gab so viel zu besprechen und das konnte Georgina nicht einfach in sich hineinfressen und ihr ganzes Leben mit sich rumtragen.

Sie liebte Nicky doch noch und sie w�rde es ewig tun. Nicky musste �berleben. Er musste einfach!

Georgina hatte stundenlang an Nickys Bett gesessen. Der Arzt war ein paar mal da gewesen und hatte gefragt, ob sie nicht doch lieber nach hause fahren wolle, um sich ein wenig auszuruhen, aber Georgina hatte weinend verneint und hatte ihren Kopf wieder v�llig �berm�det auf Nickys Decke gelegt. Erst als es schon dunkel wurde, da hatte sie sich auf den Weg zu ihrem Hotel gemacht. Sie hatte erst noch Bryan anrufen wollen, aber das lie� sie dann doch. Bryan war ja vielleicht schon am schlafen und auch sie selbst war hundem�de und fiel sofort ins Bett.

Auch Shane hatte Nicky besucht und Georgina dort angetroffen.

Als er das Zimmer betrat, da sa� Georgina an Nickys Bett und hatte ihr Gesicht in Nickys Decke vergraben. In ihren H�nden hielt sie Nickys Hand. Shane r�usperte sich und Georgina fuhr hoch.

"Darf ich reinkommen?", fragte Shane vorsichtig.

Georgina sagte nichts, sondern nickte nur. Shane war erschrocken, weil Georgina ein total verweintes Gesicht hatte. Doch das st�rte ihn dann auch nicht gro�. Georgina hatte schlie�lich immer noch das Recht dazu, traurig zu sein. Shane hatte ja auch nicht erwartet, dass sie freudenstrahlend an Nickys Bett sitzen w�rde.

Langsam ging er auf das Bett zu und setzte sich auf einen Stuhl. Stille. Niemand sagte etwas. Nur ein leises Summen war zu h�ren, das von irgendeinem Ger�t kam, an das Nicky angeschlossen war.

"Bist du schon lange hier in Sligo?", fragte Shane und versuchte, irgendein Gespr�ch anzufangen. Doch Georgina sagte wieder nichts. Sie sch�ttelte den Kopf. Davon, dass sie genau wusste, was mit Shane und Nicky los war, davon sagte sie nichts. Shane merkte, dass es keinen Sinn hatte, zu versuchen, Georgina zum Reden zu bringen. Also stand er nach einer Weile auf, verabschiedete sich und fuhr nach hause.

Dort angekommen lief er sofort in den Stall. Er beeilte sich in den Stall zu kommen, denn es regnete und Shane hatte keine Lust nass zu werden. er riss die Stallt�r auf und hastete in den Stall. Dort verlangsamte er sein Tempo und steuerte Nickys Box an. Da stand das Fohlen, das sich prima gemacht hatte. Es war Shanes ganzer Stolz und Shane k�mmerte sich liebevoll um den kleinen Hengst. Er war im Moment alles, was er hatte und deshalb verbrachte er jede Minute bei ihm. Jetzt musste Nicky im Krankenhaus es auch noch schaffen und dann w�rde alles wieder gut werden, dessen war Shane sich sicher.

Kian und Fiona hatten da schon mehr Gl�ck. Klar machte auch Kian sich sorgen im Nicky, aber Fiona war jetzt im Moment alles, an das er dachte. Die beiden waren einfach ein tollen P�rchen und hatte den ganzen Tag gemeinsam verbracht. Kian hatte Fiona zum essen eingeladen und es hatte keine Probleme gegeben. Es war weder jemand von der Treppe gest�rzt, noch hatte er irgendwer festgestellt, das es zwei Liebhaber gab. Es gab nur Kian und Fiona. Am Abend nahm Fiona Kian zu sich mit nach hause und die beiden verbrachten die Nacht dort.

Kian und Fiona waren bei einem Liebesfilm so richtig in Stimmung gekommen und Kian hatte sich ohne Widerspruch von Fiona hoch ins Schlafzimmer ziehen lassen. Dort lagen �berall Rosen und um das Bett herum, da standen lauter Kerzen. Kian hatte keine Ahnung, wann Fiona das angestellt hatte und er hatte das auch immer so in Erinnerung, dass der Mann f�r solche �berraschungen zu sorgen hatte, aber wenn Fiona es so wollte, dann sollte es so sein. Also schmissen die beiden sich nach einem langen Kuss ins Bett und was da passierte, das brauche ich jetzt wohl nicht noch n�her erl�utern.

Georgina wachte fr�h auf. Sie hatte schlecht geschlafen und Alptr�ume gehabt. Deshalb machte es auch keinen Sinn, noch l�nger im Bett zu bleiben. Ihr war kalt, aber trotzdem zwang sie sich aus den Federn und unter die warme Dusche. Dann wollte sie Bryan anrufen. Den vermisste sie schon schrecklich und wollte ihn unbedingt sprechen.

Nach dem duschen wickelte sie sich in ein Handtuch ein und ging zum Telefon. Bryan nahm nicht ab. Na ja, war ja auch noch fr�h morgens und Georgina sch�mte sich schon fast, so fr�h bei Bryan durchgeklingelt zu haben, aber sie hatte gar nicht �ber die Uhrzeit nachgedacht. Sie konnte nur hoffen, dass sie Bryan nicht geweckt hatte.

Sie zog sich also an und fuhr sofort ins Krankenhaus. Zu ihrem Geliebten.

Der Anblick des Krankenhauses jagte ihr schon auf dem Parkplatz einen eiskalten Schauer �ber den R�cken. Trotzdem ging sie schnellen Schritts rein und sofort zur Intensivstation. Nicky lag unver�ndert da. Blass und schlapp, als w�re er schon tot. Doch Georgina legte wieder ihren Kopf auf Nickys Brust und merkte, wie sie sich langsam und gleichm��ig hob und wieder senkte. Dann konnte sie sich wieder nicht zur�ckhalten und dr�ckte Nicky wieder einen Kuss auf den Mund. Feste und lange dr�ckte sie ihre Lippen auf seine und dann passierte es. Nicky �ffnete seine Augen und war total durcheinander. Doch Georgina war die letzte die er erwartet hatte, obwohl er gar nicht so richtig wusste, wo er war. Er hatte riesige Kopfschmerzen, ihm war �bel und er hatte das Gef�hl, sich jeden Moment �bergeben zu m�ssen.

Trotzdem fuhr er hoch und sagte heiser, aber laut: "Georgina, was machst DU hier?" Das h�rte sich richtig komisch an, weil Nicky eine Schiene am Kiefer hatte und gar nicht richtig reden konnte.

Georgina wusste gar nicht, was sie sagen sollte. Doch das erste, was sie tat, war Nicky wieder in die Kissen zu bef�rdern. Denn Nicky hatte pl�tzlich f�rchterlich gest�hnt, als er sich so pl�tzlich aufgesetzt hatte. Alles tat ihm weh und die Kopfschmerzen gingen auch nicht weg. Trotzdem war seine Frage immer noch unbeantwortet und deshalb schaute er Georgina, so gut es ging, fragend an.

"Ich hab mir Sorgen gemacht", sagte sie kurz und b�ndig, als w�re das der wahre Grund. Nicky liebte ja sowieso Shane und daran konnte sie wohl nichts �ndern. "Hast nicht mit mir gerechnet, oder?"

Nicky bewegte seinen Kopf langsam von rechts nach links und dann wieder zur�ck.

"Na ja, Shane kommt auch noch, wenn du auf den wartest." Nicky machte ein entsetztes Gesicht und Georgina hielt sich sofort die Hand vor den Mund.

"Du wei� bescheid?", fragte Nicky ungl�ubig.

Georgina schaute auf den Boden und nickte dann betreten.

Nicky stellte keine Fragen. War ja auch eigentlich egal, woher sie es wusste. Er war sich sicher, dass Shane nichts verraten hatte.

Georgina stand auf, um den Arzt zu holen. Der kam auch gleich und schickte Georgina nach drau�en.

"Gl�ck gehabt", sagte er dann zu Nicky, der daraufhin nur ein verwirrtes Gesicht machen konnte.

"H�tte nicht gedacht, dass du jemals wieder aufwachen w�rdest."

Na das war ja eine nette Begr��ung. Nicky hatte so viele Fragen, aber die Art dieses Arztes hatte ihn doch abgeschreckt. Die T�r ging auf und ein weiterer Arzt kam, der sich als der Chefarzt vorstellte. Nicky war froh, als der andere Arzt ging. Der war ja wohl doch ein wenig zu hart gewesen.

Jetzt konnte Nicky endlich seine Fragen loswerden. Auf die Frage, was er abbekommen hatte, konnte der Arzt auch nur eine erschreckende Antwort geben. Nicky wurde ja schon nerv�s, als der Arzt tief Luft holte, um ihm dann eine Liste mit Br�chen und Prellungen runterzurattern.

"Ellenbogen gebrochen, Kiefer gebrochen, zwei Rippen geprellt, eine Rippe gebrochen, Gehirnersch�tterung, tiefe wunde im Oberschenkel, ..."

Nicky musste das erst mal verarbeiten. Dann hatte der Arzt eine Frage.

"Was ist passiert?" Mehr nicht. Nicky zuckte leicht mit den Schultern, was schon wieder weh tat.

"Keine Ahnung? Hab ich mir schon fast gedacht."

"Ich bin nachts runter gegangen, weil ich was geh�rt hab und dann..." Nicky wusste nicht weiter. Alles schwarz, aber wenn er ehrlich zu sich war, dann wollte im Moment auch gar nicht wissen, was passiert war. Die Folgen waren schon schlimm genug. Deshalb lie� der Arzt ihn in Ruhe. Er versprach, Shane anzurufen und verlie� das Zimmer.

Georgina hatte das Krankenhaus verlassen, nachdem der Arzt sie rausgeschickt hatte. Nicky liebte immer noch Shane und sie hatte sich auch noch verplappert. Jetzt wollte sie aber endlich Bryan anrufen. Selbst dieser Langschl�fer musste jetzt endlich mal aus den Federn gekommen sein. Sie zog ihr Handy aus der Tasche und w�hlte Bryans Nummer. Diesmal ging Bryan dran.

"Bryan?", meldete er sich. "Ach. Hi, du st�rst mich gerade beim Fr�hst�ck!"

"FR�Hst�ck? Das ist nicht dein ernst, oder? Es ist gleich zw�lf und du bist am fr�hst�cken?"

"Wieso nicht?"

"Langschl�fer! Hey, Nicky ist aufgewacht. Der Arzt meint, das Schlimmste h�tte er �berstanden."

"Das freut mich", seufzte Bryan. "Wann kommst du wieder?"

"Ich denke morgen. Nicky hat ja Shane und ich brauch mir jetzt keine Sorgen mehr zu machen."

Beinahe h�tte Bryan ein lautes "Was?" in den H�rer geschrieen, aber er biss sich rechtzeitig auf die Zunge und tat so, als w�rde er sich freuen.

"Ich freu mich", sagte er nur.

"Sch�n, dann will ich dich jetzt nicht bei deinem FR�Hst�ck st�ren", sagte Georgina und beendete das Gespr�ch. Bryan setzte sich wieder zu Kerry an den Tisch und stocherte in seinem Spiegelei rum, bis das Eigelb �ber den ganzen Teller floss.

Kerry wurde neugierig. "Wer war es denn?", fragte sie, wie immer, wenn Bryan einen Anruf bekommen hatte.

"Gute Freundin. Die, deren Mutter neulich krank war. Jetzt ist es ihr Ex, der gerade aus dem Koma aufgewacht ist." Kerry nickte. "Ihr habt vielleicht Probleme!", sagte sie und hatte nicht bemerkt, dass in Bryans Stimme eine nerv�ser Unterton mitschwang.

Wer sollte denn auch auf die Idee kommen, dass Bryan schuld daran war, dass Nicky im Koma gelegen hatte. Trotzdem hatte Bryan jetzt ein Problem weniger. Nicky w�rde es schaffen und damit war ein Teil seiner ganzen Aktion, "mission impossible", wie er sie insgeheim nannte, gerettet. Trotzdem blieb das "impossible" hinter dem "mission" bestehen.

Wie sollte er Georgina denn jetzt davon abhalten, nach Dublin zu kommen? Gar nicht. Bryan hatte eine andere Idee.

Shane war aufgewacht, als es an der Haust�r klingelte. Peter hatte aufgemacht und begr��te einen Mann, so viel verstand Shane, aber dann ging Peter mit dem Mann nach drau�en und Shane konnte nichts mehr verstehen. Langsam kletterte er aus dem Bett und ging zum Fenster. Er schob die Gardinen zur Seite und konnte auf den Hof gucken. Shane kannte den Mann, der da gerade mit deinem Vater in die Stallungen ging. Er hatte schon oft Pferde gekauft und auch an sie verkauft. Shane zog sich schnell was an und machte sich auf den Weg nach unten. Er rannte in den stall, um zu sehen, um welches Pferd es sich diesmal handelte.

Der Mann und Peter standen vor der Box von... Es war die Box von Angie und ihren zwei Fohlen. Und Shane konnte das Gespr�ch soweit mitverfolgen, dass der Mann sich f�r SEINEN Nicky interessierte.

"Neeeiiin!", schrie Shane und rannte auf die Box zu. Peter und der Mann drehten sich erschrocken um. "Nicht Nicky", sagte Shane.

"Shane, sei doch vern�nftig", versuchte Peter ihn zu beruhigen. "Wenn Nicky erst mal �lter ist, dann kann aus im echt was werden und im Moment ist er ja auch noch viel zu jung, um verkauft zu werden." Das k�mmerte Shane alles gar nicht. Mit Tr�nen in den Augen lief er aus dem Stall und ins Haus. Jetzt wollten sie ihm auch noch den zweiten Nicky wegnehmen. Shane wollte heulend die Treppe hoch stampfen, aber da klingelte das Telefon. Shane wischte sich schnell die Tr�nen weg, obwohl sie am Telefon sowieso niemand sehen konnte, und ging ran.

Es war ein Arzt, der ihm fr�hlich mitteilte, dass Nicky aufgewacht war. Shane freute sich riesig, beendete das Gespr�ch eilig und machte sich sofort auf den Weg ins Krankenhaus. Der Arzt erwartet ihn schon, kam aber nicht zu Wort. Shane raste an ihm vorbei und st�rmte sofort zu Nickys Zimmer.

"Na endlich", meinte Nicky vorwurfsvoll, als Shane das Zimmer betrat.

"Sorry, aber sie wollen Nicky verkaufen."

"Nicky?"

"Ach so, du wei�t es ja noch gar nicht. An dem Abend, als du die Treppe runtergest�rzt bist und ich dann aus dem Krankenhaus kam, hat Angie zwei Fohlen zur Welt gebracht und den kleinen Hengst, den hab ich Nicky genannt."

Nickys Augen leuchteten. Er streckte die Arme aus und Shane kam zu ihm. Dann gab es einen langen Kuss, der gar nicht enden wollte. Erst als Nicky irgendwann der Kiefer wehtat, da lie�en die beiden voneinander los.

"Georgina war gestern hier", sagte Nicky.

"Ich wei�, sie war gestern hier und sie hat um dich geweint."

"Ehrlich?" Nicky standen jetzt auch Tr�nen in den Augen.

"Nicky, was ist los?"

"Ich wei� nicht, ich freu mich blo�, dass du da bist!"

Da umarmten sich die beiden wieder und Shane erz�hlte Nicky alles, was in den letzten Tagen passiert war.

Erst nach Stunden machte er sich auf den Weg nach hause. Er w�re gerne noch l�nger geblieben, doch er hatte auch noch etwas zu tun.

Marks Mutter machte sich Sorgen. Ihr Sohn hatte den ganzen Tag in seinem Zimmer verbracht und hatte sich kein einziges Mal blicken lassen. Die T�r war abgeschlossen gewesen und wenn sie mal klopfte, dann hatte Mark blo� die Musik lauter gedreht und gar nichts gesagt.

Bryan hatte inzwischen Georgina angerufen und ihr gesagt, dass er die n�chsten Tage nicht in Dublin w�re. Er h�tte eine Menge zu tun und m�sste deshalb ganz dringend weg. Dann war er sofort ins Reiseb�ro gefahren und hatte eine Reise nach Mauritius gebucht. Last Minute und noch an diesem Tag sollte es losgehen. Kerry hatte er erkl�rt, dass er die Woche, bevor sie ins Studio m�sse, ganz allein mit ihr verbringen wolle und so schenkte er ihr die Reise nach Mauritius.

"Bryan, das ist so s�� von dir!", rief Kerry und rannte gleich los, um ihre Sachen zu packen. Sie sagte Natasha und Liz bescheid und wenige Stunden sp�ter sa� sie mit Bryan im Flugzeug.

Auf Mauritius war wundersch�nes Wetter. Die Sonne knallte und die Luft flimmerte in der Hitze. Doch noch am Flughafen bekam Bryan einen Anruf. Auf dem Display stand nichts, aber Bryan hatte erwartet, dass es Georgina war. Doch sie war es nicht.

Shane war wieder zu hause und rannte sofort in sein Zimmer. Unter dem Bett fand er einen Rucksack, wo er ein paar Klamotten reinpackte. Er rollte ein paar Decken zusammen und legte sie ebenfalls zum Rucksack.

Dann schlich er in die K�che. Da war Gott sei Dank niemand. Also �ffnete Shane den K�hlschrank und nahm alles mit, was er finden konnte. Er schleppte die ganzen Sachen hoch in sein Zimmer und packte sie ebenfalls in den Rucksack.

"Fertig", sagte er und als er nach drau�en schaute, war es auch schon am d�mmern. Es konnte losgehen. Shane rannte in den Stall und ging zu Angies Box. Er sattelte Angie schnell und nahm sie mit aus dem Stall. Die Fohlen folgten ihr brav. Mit ihren staksigen Beinen sahen sie ein wenig tollpatschig aus, aber sie hielten sich gut auf den Beinen und weil Shane nur Schritt ritt, konnten sie ihrer Mutter gut folgen. Den Rucksack hatte Shane auf dem R�cken und die Decken hinter dem Sattel festgemacht. So ritt er langsam vom Hof und Richtung Wald. Es wurde �belst schnell dunkel, aber Shane kannte sich aus und wusste genau, wo er hinwollte.

"Bryan!", t�nte da schon wieder Louis Stimmer durch die Leitung. Immer die gleiche laute Begr��ung konnte einem aber auch echt auf die Nerven gehen. Wie immer hielt Bryan das Handy schnell ein St�ck vom Ohr weg, weil Louis wirklich unheimlich laut war.

"Was gibt�s denn?", fragte er vorsichtig.

"Was es gibt? Das fragst du noch? Du bist auf Mauritius, w�hrend du in Dublin sein sollst, um dort eine Aufgabe zu l�sen. Was soll das denn jetzt schon wieder? Du hast vielleicht noch nicht bemerkt, dass heute Donnerstag ist, aber du hast noch genau zwei Wochen und wenn du die jetzt auf Mauritius verbringst, dann..."

"Was dann?"

"Dann... oh Bryan, mit dir kann man echt nicht reden." Louis legte auf. Bryan wusste nicht, was er von diesem Anruf halten sollte. Klar, er hatte nur noch eine Woche Zeit, aber was sollte er denn machen?

War ja auch egal. Jetzt war Urlaub mit Kerry angesagt und den w�rde Bryan sich so schnell nicht vermiesen lassen. Am Flughafen mietete er Auto und die beiden fuhren zum Hotel, dass die Wucht war.

"Darf ich bitten?", fragte Bryan und hielt Kerry die T�r auf. "Suite mit Meeresblick und Doppelbett." Er grinste schelmisch und Kerry konnte nicht anders, als ihm einen Kuss zu geben. Dann zog sie ihn in die Suite und die beiden knutschten weiter, bis die Sonne drau�en im Meer versank.

Shane suchte sich irgendwann eine Stelle, an der er schlafen konnte. Irgendwo zwischen Feldern und Wiesen hatte er einen Platz gefunden, an dem ihn so schnell niemand finden w�rde. Er packte seine Decken vom Pferd, warf zwei davon den kleinen Fohlen �ber den R�cken und nahm sich selbst auch eine. Angie sattelte und trenste er ab und band sie dann an einem Zaunpfahl an. Shane war superm�de, obwohl es noch gar nicht so sp�t war. Die Ereignisse des Tages hatten ihm einfach zu schaffen gemacht und schnell waren ihm die Augen zugefallen, obwohl es nachts drau�en ganz sch�n viele Ger�usche gab, die einem echt den Nerv rauben und wach halten konnten.

"Shane!" Shane schlug die Augen auf und wusste erst mal gar nicht, wo er �berhaupt war. Nur langsam erinnerte er sich an die letzte Nacht.

Dann h�rte er schnelle Schritte, die eilig auf ihn zu kamen. Peter. Dem geh�rte die Stimme, die immer wieder Shane rief.

Shane hatte sich get�uscht. Sie hatten ihn gefunden.

"Shane! Wir haben dich die ganze Nacht gesucht", rief Peter. Er hatte den Pferdetransporter an der naheliegenden Stra�e geparkt und war nun bei Shane angelangt. "Shane!", rief er immer wieder.

Shane r�hrte sich nicht von der Stelle, doch Peter kam auf ihn zu und schloss ihn in die Arme.

"Warum hast du das getan?"

"Das wei�t du doch ganz genau", dachte Shane sich, sagte aber nichts.

"Wir werden Nicky nicht verkaufen. Du kannst beruhigt wieder mir nach hause kommen", sagte Peter auf einmal und Shane konnte gar nicht fassen, was sein Vater da eben gesagt hatte. Jetzt w�rde alles wieder gut werden. Nicky w�rde wieder gesund werden und das Fohlen durfte auch bleiben. Peter half Shane, die Pferde zum Transporter zu bringen und fuhr dann mit ihm nach hause. Weit war Shane nicht gekommen, aber es hatte gereicht, um seinen Vater davon zu �berzeugen, dass er es ernst meinte.

Die Woche verging schnell. Kerry und Bryan hatten ein paar wundervolle Tage auf Mauritius, Mark und Christine redeten kein Wort miteinander und Fiona und Kian waren nach wie vor gl�cklich miteinander. Shane hatte einen Liebesbrief von Christine bekommen, musste ihr aber einen Korb geben. Er war immer noch unsterblich in Nicky verknallt und der erholte sich im Krankenhaus supergut. Georgina hatte die Woche in Dublin verbracht und sich damit abgefunden, dass Bryan nicht da war.

F�r Bryan und Kerry verging die Woche viel zu schnell. Zu sch�n war der Urlaub gewesen und der Gedanke daran, dass Kerry sich jetzt bald f�r eine weile von Bryan trennen musste, war �berhaupt nicht zu ertragen. Doch was kommen musste, das kam eben und Bryan und Kerry flogen zur�ck nach Dublin. Liz und Natasha erwarteten die beiden schon am Flughafen, da es f�r Kerry noch an diesem Tag weitergehen sollte. Neidisch betrachtete Liz Kerrys und Bryans Br�une.

"Das n�chste Mal nehmt ihr mich gef�lligst mit", meinte sie und schaute Bryan vorwurfsvoll an.

"Nur �ber meine Laiche", sagte Bryan scherzhaft und sch�ttelte heftig seinen Kopf, wof�r er einen freundschaftlichen Knuff von Liz erntete.

Aber es war nicht viel Zeit zum rumalbern, so gerne Bryan auch noch weiter mit Liz gestritten h�tte. Sie mussten unbedingt weiter. Also zog Natasha alle ins Auto und fuhr zur�ck zum Hotel. Bryan und Kerry verschwanden im Auto schnell auf die R�ckbank und verbrachten die ganze Fahrt knutschend. Liz und Natasha waren vorne vergn�gt am kichern.

"So, da sind wir", sagte Natasha irgendwann und stieg aus dem Auto. Im Hotel ging Kerry gleich in ihr Zimmer um ihre Sachen alle zusammen zu suchen. Nachdem sie das sehr eilig gemacht hatte, lief sie schnell wieder zu Bryan, um sich geb�hrend von ihm zu verabschieden. Das dauerte sehr lange. Der Kuss h�tte ins Guinnessbuch der Rekorde eingehen k�nnen, so lang war er, aber das musste ja auch f�r die n�chste Woche reichen.

Liz und Natasha wurden ungeduldig, aber daran lie�en Kerry und Bryan sich nicht st�ren. Erst, als ihr zuk�nftiger Manager auf den Flur kam und alle zur Abreise zusammentrommelte, da mussten sie aufh�ren. Trotzdem noch hier und da eine Umarmung, K�sschen rechts, K�sschen links bei Liz und Natasha und dann ging es los. Bryan begleitete die drei Kittens noch nach unten und musste sich dann endg�ltig von Kerry verabschieden.

Bryan stand noch vor dem Hotel, da h�rte er, wie jemand seinen Namen rief.

"Bryan!", kam es von irgendwoher und wenig sp�ter umarmte ihn eine Person von hinten. Georgina. Da hatte Bryan ja mal wieder Gl�ck gehabt. Diese Weiber konnten es aber auch immer knapp werden lassen. F�nf Minuten fr�her und Georgina h�tte ihn und Kerry beim Knutschen erwischt. Bryan wusste nicht, wie lange er dieses Spielchen noch so weiterf�hren wollte und konnte. Eins stand fest. Er wollte nicht mehr. Er f�hlte sich hundsmiserabel und gegen�ber Georgina und Kerry richtig schlecht. Es w�re einfach f�r beide besser, wenn er sich endlich entscheiden w�rde. Das hei�t, er hatte sich ja schon entschieden, aber er wusste einfach nicht, wie er die Sache angehen sollte.

Gott sei dank w�rde Nicky morgen h�chstwahrscheinlich aus dem Krankenhaus entlassen werden und nach Dublin zur�ck kommen. Vielleicht k�nnte man ja dann ein wenig an den Beziehungen drehen.

Shane hatte sich vorgenommen, Nicky aus dem Krankenhaus abzuholen. Trotzdem musste er an diesem Morgen erst mal ausschlafen. Die letzten Tage waren einfach Stress pur gewesen. Doch irgendwann kletterte Shane aus dem Bett, fr�hst�ckte gem�tlich und machte sich dann langsam auf den Weg zum Krankenhaus. Nicky wartete schon auf ihn.

"Du bist sicher, dass du zur�ck nach Dublin willst?", fragte Shane, als sie das Krankenhaus verlie�en.

Nicky nickte. "Shane, ich muss mich einfach ein bisschen erholen und m�chte ein wenig Zeit zu hause verbringen."

"Schon gut, versteh ich ja. Aber vorher guckst du dir Nicky an und dann fahre ich dich ach hause."

"Mich nach Dublin? Das ist nicht gerade ein Katzensprung."

"Mach ich trotzdem. Wie willst du denn nach hause fahren?" Shane musterte Nicky von oben bis unten. Er st�tzte sich immer noch auf eine Kr�cke und hatte einen Arm im Gips. Das konnte selbst Nicky nicht leugnen und stimmte zu.

Doch zuerst fuhr Shane mit Nicky zu sich nach hause und die beiden gingen in den Stall. Das brauchte etwas mehr Zeit, denn Nicky kam nicht sonderlich schnell vorw�rts. Doch irgendwie schaffte er es bis zu der Box und Shane �ffnete sie. Nicky streckte den beiden seinen kleinen Kopf entgegen.

"S��", kam es von Nicky, dessen Augen am leuchten waren, wie die eines kleinen Kindes, das gerade etwas besonders sch�nes zu Weihnachten bekommen hatte. Nicky und Nicky schauten sich eine Weile lang mit gro�en Augen an. Irgendwann wurde das dem kleinen Nicky wohl zu langweilig und er wandte sich an Shane, der ihn liebevoll hinter den Ohren kraulte.

"Muss ich jetzt eifers�chtig werden?", fragte Nicky. Shane h�rte auf, den kleinen Hengst zu kraulen und drehte sich zu Nicky. Er fuhr ihm durch die Haare und meinte: "Nein mein kleiner Hengst", worauf Nicky ihn fast emp�rt anschaute.

Die beiden alberte noch ein wenig im Stall herum, bis Nicky die Beine wehtaten und weil sie bis Dublin ja auch noch ein ganzes St�ck zu fahren hatten, machten sie sich auf den Weg. Auf der Fahrt hatte Shane die ganze Zeit das Radio an und sang lauthals mit. So verging die Fahrt richtig schnell und Shane und Nicky hatten gar nicht erwartet, dass es schon sp�ter Nachmittag war, als sie in Dublin ankamen. Shane brachte Nicky nach hause und verabschiedete sich.

"Willst du wirklich jetzt noch zur�ck nach Sligo?", fragte Nicky unsicher? "Du kannst doch heute Nacht noch hier bleiben."

"Nein, lass mal gut sein. Ich schaff das schon. Sieh du lieber zu, dass du dich schnell erholst. Ich will dich schnell wiedersehen." Shane umarmte Nicky, k�sste ihn einmal z�rtlich und machte sich dann auf den Weg. Nicky schaute im noch lange hinterher und starrte auch noch auf die Stra�e, als Shane schon l�ngst verschwunden war. Hinter ihm ging die Haust�r auf und dadurch wurde Nicky aus seinen Gedanken gerissen.

"Nicky!", rief Yvonne, die aus dem Haus gest�rmt kam und ihren Sohn fest in die arme schloss.

"Ah", schrie Nicky und Yvonne lie� ihn sofort wieder los.

"Nicky, es tut mir so schrecklich Leid, das wir letzte Woche nicht kommen konnten, aber..."

"Mum, wir haben doch telefoniert!", beruhigte Nicky sie, als ihre Augen feucht wurden.

"Ich wei�, aber ich freu mich doch so, dass du wieder da bist. Aber jetzt komme erst mal rein. Du hast doch sicher Hunger, wie bist du nach Dublin gekommen, wie geht es dir..." Nicky konnte sich gar nicht gegen den Hagel von Fragen wehren, der da auf ihn zugeschossen kam und so lie� er sich von Yvonne ins Wohnzimmer ziehen und beantwortete ihre Fragen geduldig.

"Ich hab dich soooo vermisst", seufzte Georgina, nachdem sie Bryan bis zum Umfallen umarmt und gek�sst hatte. Der Kerl k�sste einfach zu gut.

"Ich dich auch", sagte Bryan und bekam schon wieder Gewissensbisse, obwohl er gerade nicht mal gelogen hatte. Er liebte Georgina �ber alles und bekam immer ein komisches Gef�hl im Bauch, wenn er sie sah.

Bryans Handy meldete sich und es war ausnahmsweise mal nicht Louis. Eine SMS von Kerry war gekommen:

Hi Schatz! Ich vermisse dich jetzt schon. 1000 K�sschen, Kerry!

Bryan freute sich riesig, lie� das Handy aber sofort wieder in die Tasche gleiten und dr�ckte Georgina einen Kuss auf den Mund, ehe sie die Chance hatte, bl�de Fragen zu stellen. Jetzt im Moment z�hlte sowieso nur sie.

Drau�en wurde es schon dunkel und Georgina beschloss, �ber Nacht bei Bryan zu bleiben. Oder eher gesagt, die Nacht mit Bryan zu verbringen. Denn sie zog Bryan ins Schlafzimmer und schmiss ihn aufs Bett.

"Dieser Frauenwechsel kann einen ganz sch�n fertig machen", dachte Bryan sich, als Georgina sich an seiner Hose zu schaffen machte. Trotzdem lie� er sie einfach machen. Schlie�lich liebte er sie ja und hatte wirklich nichts gegen eine Nacht mit Georgina. Er k�sste ihr leidenschaftlich den ganzen K�rper und die beiden krochen eng umschlungen unter die Bettdecke.

"Hi Mark! Hi Shane!", begr��te Kian seine zwei Freunde bei sich zu hause. Er ging einen Schritt zur Seite und lie� die beiden eintreten. M�nnerabend war angesagt und das bedeutete meistens eine Menge Spa�.

Kian ging mit seinem Besuch ins Wohnzimmer und holte seine Gitarre hervor. Als e die ersten Takte anstimmte, sangen Mark und Shane lauthals mit und schon war das sch�nste Privatkonzert im Gange, was man sich w�nschen konnte.

Kian, Mark und Shane hatten schon in der Schule angefangen, zusammen Musik zu machen und dann war Nicky dazu gekommen. Der konnte heute nat�rlich nicht dabei sein, weil Shane ihn ja nach hause gebracht hatte, aber zu viert machte es meistens noch mehr Spa�. Oft kamen die Nachbarn r�ber und beschwerten sich �ber die Lautst�rke, aber das bleib ihnen heute erspart. Sie konnten also ungest�rt Musik machen und erst, als allen die Puste ausgegangen war, da kramte Kian einen Videofilm aus dem Schrank und alle schmissen sich aufs Sofa.

Mark war mal wieder f�rchterlich am schreien, als jemand umgebracht wurde, aber Shane k�mmerte das nicht. Er erinnerte sich nur zu gut daran, wie er den Film mit Nicky gesehen hatte, und wo er sich bei diese Szene �ngstlich an Nickys Arm geklammert hatte. Jetzt machte ihm dieser Film nichts mehr aus, aber das konnte auch daran liegen, dass er zu viel an Nicky dachte. Der wollte Shane einfach nicht aus dem Kopf gehen und er bereute es, dass er Nicky nach hause gebracht hatte und ihn nicht einfach in seinem Schlafzimmer eingeschlossen hatte. Mark und Kian grinsten sich an, als sie Shane da so gedankenverloren auf dem Sofa sahen. Mark musste kichern, aber Shane h�rte es Gott sei Dank nicht.

Als der Film dann zuende war, wollte Shane sich noch mal so richtig auspowern.

"Los, noch eine Runde", sagte er auffordernd und nahm Kians Gitarre in die Hand.

"Ist es nicht schon ein bisschen sp�t?", fragte Kian, aber auch nur, um hinterher nicht wieder vorgeworfen zu bekommen, er n�hme gar keine R�cksicht auf die Nachbarn. Au�erdem sang er die Frage ja auch schon fast und schon wurde es wieder laut.

Nicht lange. Drau�en war wohl wieder irgendein Nachbar oder Sp�tspazierg�nger auf die Musik aufmerksam geworden und klingelte an der T�r.

"Mist", fluchte Mark und h�rte sofort auf zu singen. Kian machte es nur wiederwillig, aber er ging zur T�r und �ffnete. Drau�en stand ein Mann, den Kian nicht kannte. Und auch Mark und Shane, die jetzt in den Flur gekommen waren, konnten mit dem Gesicht nichts anfangen. Shane, der die Gitarre immer noch in der Hand hielt, versteckte sie schnell hinter dem R�cken.

"Waren wir zu laut?", fragte Kian �ngstlich und zog ein Gesicht, als wollte der Mann ihm gleich eine r�berhauen.

Der Mann l�chelte. "Nein, keineswegs. Ich war gerade auf dem Weg und hab euch geh�rt. Ihr wart toll."

Damit hatten Kian, Mark und Shane nicht gerechnet. "Wie bitte?"

"Ihr wart gut", wiederholte der Mann, als ob die drei ein Problem mit der Akustik h�tten.

"�h..."

"Was �h? Ich meine es ernst."

"Ja, das glauben wir ihnen, aber bis jetzt haben wir jeden Abend �rger bekommen, wenn wir die Gitarren nur in die Hand genommen haben."

Jetzt lachte der Mann. Erst, als er sich wieder beruhigt hatte, stellte er sich vor.

"Ich bin Louis Walsh. Manager. K�nnte ich noch mehr von euch h�ren?"

"Jetzt?"

"Ja, jetzt!"

Kian, Mark und Shane schauten sich verdutzt und gl�cklich zugleich an. Dann lie� Kian Mr. Walsh eintreten.

Im Wohnzimmer setzte Mr. Walsh sich aufs Sofa und forderte die Jungs auf, ihm etwas vorzuspielen.

Das lie�en Kian, Mark und Shane sich nicht zweimal sagen.

"Wir sind eigentlich zu viert, aber einer ist krank", sagte Shane vorher noch. Doch Mr. Walsh nickte nur und die Jungs fingen an zu spielen. Nach jedem St�ck klatschte Mr. Walsh anerkennend in die H�nde. Er war begeistert.

"Ihr habt tolle Stimmen", sagte er, als sie geendet hatten und kam seiner eigene Begeisterung kaum noch hinterher.

"Ich bin Manager. Ich k�nnte euch ber�hmt machen. Ihr seht gut aus, k�nnt singen und h�ttet sicher Erfolg."

Hatte er das wirklich gesagt? Mark machte riesengro�e Augen, Kian musste sich an seiner Gitarre festklammern und Shane schluckte einmal kr�ftig.

"Ich wei�, das kommt �berraschend, aber �berlegt es euch noch mal."

Heftiges Kopfsch�tteln von allen. Mr. Walsh machte ein entt�uschtes Gesicht. "Nein? Schade, ich h�tte gerne was aus euch gemacht."

"Halt, sie verstehen das falsch. Wir meinen, dass wir uns das nicht �berlegen m�ssen. Klar wollen wir Erfolg haben."

Das Gesicht von Mr. Walsh erhellte sich wieder. Er blieb noch eine Weile und unterhielt sich mit den Jungs. Auch �ber Nicky. Der wurde nat�rlich erst mal angerufen und war sofort begeistert.

Trotzdem merkten alle schnell, dass noch was fehlte. Ein f�nftes Mitglied, aber Louis versprach, sich darum zu k�mmern, verabschiedete sich und ging.

Kian rannte daraufhin sofort in den Keller und holte eine Flasche Sekt rauf. Dann lie� er den Korken durchs Zimmer sausen und der Sekt spritzte durch die Luft. Bis in die fr�hen Morgenstunden waren die drei am feiern und riefen immer wieder Nicky an, der auch noch v�llig �berrascht war. Erst, als es langsam schon wieder hell wurde, das fielen alle m�de in die Kissen. Kian schleppte sich noch hoch in sein Bett, w�hrend Shane und Mark auf dem Sofa einpennten.

"Bryan?"

"Ja, was ist denn?"

"Ich hab mich morgen mit Nicky verabredet!"

"Du hast WAS?" Bryan war schockiert. Es war noch fr�h am morgen und so �berraschende Nachrichten vertrug er einfach nicht, bevor er unter der Dusche gewesen war und eine Tasse Kaffee getrunken hatte.

"Hey, keine Panik", sagte Georgina und klopfte ihm beruhigend auf die Schulter. "Glaub blo� nicht, dass ich mit dem je wieder was anfangen will", sagte sie, aber das "will" sprach sie ganz leise aus, weil es nicht die Wahrheit war. Trotzdem liebte sie Bryan und Nicky liebte Shane. Und Georgina wusste, wie man auf dem Boden der Tatsachen blieb.

"Was dann?", fragte Bryan, der eigentlich ziemlich schockiert dar�ber war, dass Georgina so selbstsicher sagte, dass mit Nicky nie wieder was laufen w�rde.

"Neugierig wie immer, aber gut. Es gibt da glaube ich einiges, was wir mal ganz dringend besprechen m�ssen. Wir treffen uns morgen um vier im Einkaufscenter. Nur, dass du dir keine Sorgen machst."

"Ich? Sorgen? Ich dachte ja nur..."

"Du? Denken?" Georgina lachte.

"Hey", protestierte Bryan. "Ich hatte immer �ne eins in Englisch.

"Was f�r ein Denkfach."

Bryan verschr�nkte die Arme. Dann st�rzte er sich ganz pl�tzlich auf Georgina und kitzelte sie durch.

"Aufh�ren", flehte Georgina lachend und kr�mmte sich. Doch Bryan zeigte keine Gnade. Er nahm Georgina auf den Arm und trug sie ins Schlafzimmer. Georgina zappelte und protestierte, aber Bryan schmiss sie aufs Bett und kitzelte sie weiter. Erst, als Georgina kaum noch Luft bekam, lie� Bryan los, lie� Georgina einmal atmen und k�sste sie.

"Mann, bei dir braucht man echt Kondition", lachte Georgina und umarmte ihren Schatz.

"So, ich gehe jetzt duschen", sagte Bryan schlie�lich ganz entschlossen, stieg aus dem Bett und ging ins Bad. Georgina rannte hinterher.

"Halt, ich komme mit", rief sie und konnte Bryan gerade noch daran hindern, die T�r zu schlie�en.

"Ist aber nur eine Dusche da", grinste Bryan und versperrte Georgina den Weg.

"Dann musst du wohl mit mir teilen", sagte Georgina und setzte einen Hundeblick auf. Bryan fand das s�� und lie� sie nat�rlich gerne rein. Dann schloss Bryan die T�r und die beiden verschwanden in der Dusche.

"Boah, hab ich einen Kater", st�hnte Mark, der versucht hatte, sich auf dem Sofa aufzusetzen. Sofort fiel er zur�ck in die Kissen und schloss die Augen. Shane verzog das Gesicht. Ganz im Gegensatz zu Mark hatte er gestern nicht eine ganze Flasche Sekt runtergekippt und konnte jetzt nur �ber Mark lachen.

"Das mit dem Alkohol musst du wohl noch ein wenig �ben", sagte er ironisch und bekam sofort ein Kissen ins Gesicht, das Mark unter seinem Kopf hervorgeholt und dann nach Shane geschleudert hatte. Dann h�rte man ein G�hnen. Das kam von Kian, der sich wohl auch schon aus dem Bett gequ�lt hatte und nun in der Wohnzimmert�r stand.

"Und, ohne torkeln die Treppe runtergekommen?", fragte Shane grinsend.

Kian nickte. "Bin ja nicht Mark", sagte er und spielte damit auf Mark an, der wirklich nicht besonders fit aussah.

"Oh Mann, wenn Walsh dich so sehen w�rden", sagte Shane.

"Walsh", rief Mark und lachte. Er freute sich wie die anderen immer noch �ber den Mann, der am vorigen Abend einfach reingeplatzt war und sie zu Stars machen wollte.

"Ach komm, wir rufen mal wieder Nicky an", machte Mark den Vorschlag und ging langsam zum Telefon. Kian rannte hinterher und griff sich als erster den H�rer.

"Komm, lass mich mal. Wer wei�, was du Nicky f�r eine Schei�e erz�hlst. Kian grinste. Mark fand das zwar gar nicht witzig, lie� Kian aber.

"Hi, ich bin�s Kian, Ist Nicky da?"

Kian wartete eine Weile, bis er seinen Freund an der Strippe hatte.

"Hi Nix, wie geht�s dir?"

"So weit ganz gut, ich kann nur noch nicht glauben, was ihr mir da gestern erz�hlt habt. Seid ihr sicher, dass ihr nicht zu viel getrunken habt und ein wenig halluziniert habt?"

"Nein, wir haben erst getrunken, als Walsh wieder weg war, aber er will dich unbedingt kennen lernen. Wann hast du Zeit? Morgen?" Kian hatte es eilig und wollte Mr Walsh unbedingt wieder sehen.

"Nee, da bin ich verabredet. Geht es auch heute? Das w�rde mir ganz gut passen, weil ein Freund nach Sligo f�hrt und mich mitnehmen k�nnte."

"Klar, wir m�ssen Walsh nur fragen. Ich ruf dich sp�ter zur�ck, okay?"

"Okay, mach�s gut. Bye!"

"Bye!"

Nicky legte den H�rer auf die Station und ging in sein Zimmer. Er zog sich um und wartete dann, dass Kian sich wieder melden w�rde. Das tat er etwa eine Viertel Stunde sp�ter. Daraufhin rief Nicky seinen Freund an, der auch sofort versprach, ihn abzuholen. Er w�rde am n�chsten Morgen auch wieder zur�ck fahren und k�nnte Nicky mitnehmen, der Georgina nicht versetzten wollte.

Es klingelte an der T�r. Kian sprang auf und lief in den Flur. Das konnte nur Nicky sein. Kian riss die T�r auf und schmiss sich Nicky um den Hals. Er wusste auch nicht, wieso, aber er hatte Nicky lange nicht gesehen und freute sich, dass er gekommen war. Nicky w�re bei dieser st�rmischen Begr��ung beinahe hinten r�ber gekippt und die Stufen vor der Haust�r runtergefallen, aber Kian hielt ihn am Pulli fest und zog ihn ins Haus.

"Hey, bleib auf den Beinen", sagte er und zerrte Nicky ins Wohnzimmer. Langsam hatte Nicky diese st�rmischen Begr��ungen satt. Dauernd wurde er sofort ins Wohnzimmer gezerrt, wobei er jedes Mal fast auf die Nase fiel.

Shane, der sah, dass es wirklich Nicky war, sprang vom Sofa auf und umarmte seinen Freund. Den Kuss lie�en die beiden mal aus, weil ja "eigentlich" niemand wusste, was los war. Doch hinter ihre R�cken grinsten Mark und Kian sich an. Doch Nicky und Shane, die versuchten, sich unauff�llig anzustarren, merkten das nicht.

"K�nnen wir los?", fragte Mark irgendwann, nachdem er sich lange genug angeschaut hatte, dass Nicky und Shane wohl immer noch ein P�rchen waren.

Shane und Nicky wurden aus ihren Gedanken gerissen und nickten ziemlich abwesend. Nicky wusste zwar gar nicht, wo sie genau hinwollten, aber er lief den anderen einfach hinterher und alle stiegen ins Auto.

"Warum h�lt so ein Manager sich eigentlich in Sligo auf?", fragte Kian, um ein Gespr�ch anzufangen.

"Wer wei�", grinste Nicky. "Vielleicht wollte er ein paar K�he casten!" Alle lachten.

W�hrend sie so �ber die Stra�en fuhren, wurden alle immer nerv�ser. War ja auch nicht anders zu erwarten, wenn man nah dran war, ein Popstar zu werden. Jedenfalls waren sie nah dran, wenn man Louis Walsh glauben durfte.

Kian schw�rmte: "B�hnen, Fans, Autogrammstunden!" Dabei faltete er die H�nde und zog die Mundwinkel zu beiden Ohren. So wie er da sa�, h�tte man echt denken k�nne, die M�dchen liefen ihm schon hinterher.

"Bleib auf dem Boden, Ki", mahnte Shane, der sich jetzt lieber noch nicht freuen wollte. Aber Kian schw�rmte weiter und konnte gar nicht wieder aufh�ren. Erst, als sie vor Louis T�r standen, jedenfalls vor der T�r von Louis vor�bergehenden Wohnung in Sligo, war die Spannung auf den H�hepunkt. Dabei hatte Louis Walsh noch gar nichts konkretes gesagt, noch nicht einmal die T�r ge�ffnet, aber trotzdem hielt es kaum einer der vier noch aus. Und als dann die T�r auf ging, da ging gar nichts mehr. Keiner brachte auch nur ein Wort heraus. Da stand Louis Walsh, ein Mann, der einen �ber Nacht zum Superstar machen konnte.

Georgina schaute nerv�s auf ihre Uhr. Nicky hatte bereits zehn Minuten Versp�tung und das passte einfach nicht zu ihm. Georgina vergewisserte sich noch einmal ob sie auch am richtige Treffpunkt war, aber das hatte sie auch schon vorher dreimal getan.

Sie stand in der Einkaufspassage am Ende der Grafton Street in Dublin und genau dort hatte sich mit Nicky verabredet. Unten in der Tiefgarage.

Sie hatten sich nicht mehr gesehen, seit sie sich getrennt hatten, bis auf das eine Mal im Krankenhaus, aber da hatten sie auch keine Zeit gehabt, sich zu unterhalten.

Und dann kam er endlich. Humpelnd k�mpfte er sich durch die Menschenmassen und stand schlie�lich vor Georgina. Beiden schauten sich an, aber keiner wusste so recht, was er sagen sollte.

"Ja, also", fing Georgina an und es war ein Gef�hl, als w�re Nicky ihr fremd. Als w�re er ein Mann, der ihr gerade begegnet war. Ein Mann, den sie noch nie gesehen hatte.

Nicky zwang sich zu einem sch�chternen L�cheln. Das ging dann eine ganze Weile so. Ab und zu mal ein L�cheln, aber eigentlich kannten sie sich gar nicht.

Es war Nicky, der irgendwann den Anfang machte.

"Gehen wir?", fragte er und deutet auf die Aufz�ge der Einkaufspassage, wo an diesem Tag irgendwie nicht so richtig was los war.

Georgina sagte wieder nichts, nickte aber. Also nahm sie Nicky bei der Hand, was sie sich selbst gar nicht zugetraut h�tte, und schlenderte mit Nicky zu den Aufz�gen. Sie wollten sich in ein Caf� in der zweiten Etage setzen und miteinander reden. �ber dies und jenes, eben das, was mal besprochen werden musste.

Nicky dr�ckte auf den Knopf neben dem Aufzug und beide warteten. Nicky hatte Georginas Hand nicht wieder losgelassen. Er f�hlte sich irgendwie unheimlich wohl in ihrer N�he.

Die Aufzugt�ren �ffneten sich und Nicky zog Georgina in die Kabine. Im Aufzug war sonst niemand, die T�ren schlossen sich und der Aufzug setzte sich in Bewegung.

Ein paar Meter bewegte sich die Kabine nach oben, dann gab es einen Ruck und sie machte halt. Die Lichter gingen aus und dann ging gar nichts mehr. Es war dunkel keiner wusste was los war. Jedenfalls in den ersten paar Sekunden. Dann realisierten Nicky und Georgina, dass sie stecken geblieben waren.

In der Einkaufspassage war �berall das Licht ausgegangen. Die Leute blieben wenige Sekunden still an ihren Orten stehen, als ob jemand einen Knopf bet�tigt h�tte, um sie auszuschalten, aber dann gab es ein Gemurmel, dass sich zu einem lauten Stimmengewirr entwickelte. Dann rannten alle. Es waren ja nicht sooo sonderlich viele Menschen da, aber die, die sich an diesem Nachmittag in dem Kaufhaus aufgehalten hatten, dr�ngten sich zum Ausgang und rannten ins Freie.

Oben in der Einkaufspassage �ffnete sich eine T�r. Jemand steckte seinen Kopf durch den Spalt und schaute sich vorsichtig um. Bryan.

Er schaute Richtung Aufzug und sah, dass er nicht oben angekommen war.

"Perfekt", sagte er sich und klatschte einmal in die H�nde. "H�tte nicht gedacht, dass das so einfach ist. Er trat aus der T�r, die eine gro�e Aufschrift "Nur f�r Personal" trug und ging dann zum Aufzug. Er nahm das Schild ab, auf dem in gro�en Buchstaben stand "Aufzug defekt" und ging. Georgina und Nicky sa�en zusammen und alleine in einem Aufzug, der stecken geblieben war und es gab ja fast keinen besseren Ort, um sich wieder ein wenig n�her zu kommen. Denn sich aus dem Weg gehen, das war da unten drin ja wohl schier unm�glich.

"Und jetzt?", fragte Georgina und klammerte sich an Nicky, fester, als sie eigentlich wollte.

Nicky zuckte mit den Schultern, obwohl Georgina das gar nicht sehen konnte.

Es war stockdunkel und nicht mal die Notbeleuchtung funktionierte. Nicky tastete sich an der Kabinenwand entlang, bis er endlich die vielen Kn�pfe fand. Er fuhr mit den Fingern dar�ber. Da waren viele Kn�pfe, wahrscheinlich mit 1, 2, und 3 oder so beschriftet und da war ein Schalter.

"Bitte, lass es den Notruf sein", flehte Nicky, legte den Schalter um und sagte irgendetwas, w�hrend Georgina ihre Finger immer tiefer in Nickys Arm grub.

"Au", rief Nicky irgendwann und zog seinen aus Georginas Griff. Ungewollt!

Beim Notruf meldete sich niemand. Keine Antwort. Es war einfach nur dunkel und still. Georgina, die sich eben so �ber Nickys ruckartige Bewegung erschrocken hatte, nahm vorsichtig ihre H�nde und ber�hrte Nickys Arm. Diesmal sagte er nichts. Er lehnte sich mit dem R�cken an die Wand und lie� sich daran runtergleiten. Georgina, die ja Nickys Arm festhielt, wurde mit runtergezogen. Nicky seufzte. "Na toll!"

Georgina legte ihren Arm auf Nickys Schulter. Nicky lie� sie gew�hren. Er f�hlte sich so gut, wenn sie bei mir war. Warum hatte sie ihn bl0� verlassen?

"Nicky?"

"Ja"

Stille. Georgina wusste nicht so recht, was sie eigentlich fragen wollte.

"Shane?", fragte Nicky unsicher.

"Ja", sagte Georgina ganz leise. Nicky senkte den Kopf. Eigentlich war es ihre Schuld. SIE hatte IHN verlassen nicht umgekehrt, aber er wollte ihr in diesem Moment keinen Vorw�rfe machen. Nein, er wollte ihr nie wieder Vorw�rfe machen. Er tastete in der Luft herum, bis er endlich Georginas Kinn zu fassen bekam. Er konnte nichts sehen, aber er zog sie zu sich ran und dr�ckte ihr einfach seine Lippen auf den Mund. Er hatte erwartet, dass Georgina ihn sofort absto�en w�rde, aber das tat sie nicht. Dabei hatte sie ihn verlassen, sie hatte ihm versichert, dass sie garantiert nie wieder kommen w�rde. Sie hatte gesagt, dass es AUS w�re. F�r immer.

Doch jetzt sa� sie da neben ihm, in einem dunklen Fahrstuhl und erwiderte seinen Kuss. Sie tat es wirklich und wollte anscheinend auch gar nicht wieder aufh�ren.

"Shane", sagte Georgina wieder, als Nicky sie loslie�.

"Sch", machte Nicky und legte seinen Zeigefinger auf Georginas Lippen, was im dunkeln wieder nicht einfach war. "Nicht dran denken."

Dann k�sste er sie erneut und immer wieder.

"Nicky, ich liebe dich", sagte Georgina und Nicky erschrak. Sie war am Weinen.

Nicky legte seinen Arm um Georgina. Georgina wartete gespannt auf seine Antwort. Dieses Schweigen machte sie ganz verr�ckt.

"Ich liebe dich auch", sagte Nicky endlich. Jetzt war es raus und pl�tzlich gab es nichts mehr, was zwischen ihnen stand. Georgina weinte immer noch. In diesem Moment dachte sie nicht mal an Bryan und Shane hatte sie l�ngst vergessen. Es war Nicky, der hier neben ihr sa� und ihr seine Liebe gestanden hatte. Aber Nicky, er wollte das Thema weghaben.

"Shane", fing er an.

"Was ist mit dem?", fragte Georgina, die Angst hatte, dass Nicky nicht so recht wusste, was er eigentlich wollte.

"Ich hab dich IMMER geliebt", sagte Nicky. "Und ich tue es auch jetzt noch. Aber ich war so sauer auf dich, als du einfach so gegangen bist und da kam Shane... Ich glaube, ich wollte dich vielleicht nur eifers�chtig machen..."

"Das hast du geschafft. Als ich euch beide gesehen hab, da... ich h�tte nie gehen d�rfen!"

Von Bryan sagte sie gar nichts. Dem w�rde sie das erst mal beibringen m�ssen. Daran wollte sie jetzt gar nicht denken.

Dann wieder ein Kuss. Diesmal war es Georgina, die sich zu Nicky beugte und ihn k�sste. Sie wollte nicht wieder aufh�ren.

"Langsam wird mir das aber hier zu eng", sagte Nicky irgendwann. Er sa� immer noch zusammengekauert auf dem Boden und fand diese enge Aufzugkabine irgendwie bedr�ckend.

"Du hast doch mich", beruhigte Georgina ihn und umarmte ihn fester.

"Ja", sagte Nicky und legte seinen Kopf auf ihre Schulter. "Ich hab dich und ich will dich auch nie wieder verlieren."

"Wir versuchen es wieder?"

"Ja!" Nicky freute sich riesig ,aber dann fiel ihm etwas ein, was er Georgina unbedingt noch erz�hlen musste. Also erz�hlte er ihr von Louis Walsh und allem was dazu geh�rte. Georgia freute sich riesig f�r Nicky und gab ihm wieder einen Kuss.

"Wir haben wohl einen Engel gehabt", sagte Nicky.

Es war bereits eine Stunde vergangen, als der Aufzug sich wieder in Bewegung setzte. Nicky, der an Georginas Schulter fast eingeschlafen war, erschrak und sprang auf. Georgina ebenfalls. Das Licht war wieder angegangen und das erste mal, seit sie sich eben ihre Liebe gestanden hatten, konnten sie sich wieder in die Augen sehen. Aber lange blieb dazu nicht die Zeit. Der Aufzug hielt und die T�ren �ffneten sich. Vor dem Aufzug standen irgendwelche Techniker, die breit l�chelten, als Nicky und Georgina aus dem Aufzug traten. Sie erkundigten sich nach ihrem Befinden, aber als Nicky und Georgina versicherten, dass es ihnen gut ginge, packten sie ihre Sachen.

"Was ist denn eigentlich passiert?", fragte Georgina noch, als sich die Handwerker gerade auf den Weg machen wollten.

"Stromausfall im gesamten Kaufhaus", erkl�rte ihr jemand. Dann wurde es leer und Georgina und Nicky machten sich auf den Weg zum Ausgang. Dort hatten sich eine Menge Schaulustige versammelt.

Georgina gab Nicky noch einen Kuss und sah nicht, dass Bryan sich in der Menge befand und sie beobachtete. Sie konnte ja auch nicht ahnen, dass Bryan sich noch an diesem Tag insgeheim riesig freuen w�rde, wenn sie mit ihm Schluss machte. Denn das hatte sie sich vorgenommen, genau wie Nicky. Und als sie noch so �ber die Stra�e schlenderte, da sagte Nicky: "Boah, nie wieder AUFZ�GE! Stecken bleiben ist im Bezug auf enge Kabinen und Dunkelheit einfach schrecklich. Ich steige NIE wieder in so ein Ding!"

"Hallo Bryan!"

Bryan erschrak. Es klopfte an seiner Zimmert�r und drau�en konnte er eindeutig Kerrys Stimme vernehmen. Komisch, die Woche war doch noch gar nicht rum.

Aber Bryan sprang auf, rannte zur T�r und �ffnete. Als es wirklich Kerry war, die da stand, fiel er ihr um die Arme und zog sie dann ins Zimmer.

"Was machst du hier?", fragte er fast schon ein wenig entsetzt.

"Nette Begr��ung", fasste Kerry zusammen. "Aber gut, ich hab heute frei und ich musste dich unbedingt sehen. Muss aber heute Abend noch zur�ck, also verschwende jetzt bitte keine Zeit und k�ss mich." Gesagt, getan. Bryan lie� sich da nat�rlich nicht lange bitten. Bestimmt h�tten die beiden wieder eine Rekordzeit im K�ssen aufgestellt, wenn es nicht wieder an der T�r geklopft h�tte.

"Shane, bist du es?", fragte Nicky leise, als am anderen ende der Leitung jemand den H�rer abgenommen hatte.

"Ja, ich bin es, was gibt es?"

Nicky wusste nicht so ganz, was er sagen sollte, aber dann versuchte er es.

"Okay, also erst mal m�chte ich mich bei dir entschuldigen, dass ich das hier jetzt am Telefon mache, aber vielleicht kannst du verstehen, dass ich heute einfach nicht nach Sligo kommen kann. Ist ja auch kein Katzensprung und..."

"Nicky, WAS machst du am Telefon?" Shane f�hlte sich nicht wohl. Nicky h�rte sich nicht besonders gl�cklich an und wenn er sich dann auch noch entschuldigte, dass er nicht gekommen war...

"Okay Shane, ich will, dass du mich jetzt ausreden l�sst und nicht gleich auflegst, wenn ich dir das jetzt sage, okay?"

"Nicky, jetzt komm zur Sache", mahnte Shane ihn.

"Okay, Shane die Sache ist die, dass ich mich heute morgen mit Georgina getroffen hab und wir beide haben bemerkt, dass wir einfach zusammen geh�ren. Es tut mir echt leid, aber Georgina ist einfach meine gro�e Liebe und..."

"Schon gut Nicky, ich wei� was du meinst. Es ist also aus?"

Nicky sagte daraufhin gar nichts und damit war Shanes Frage beantwortet.

"Okay, ich glaube, ich muss jetzt erst mal dar�ber nachdenken", sagte Shane und damit war das Gespr�ch beendet, weil Shane aufgelegt hatte.

"Schei�e", fluchte Nicky, war aber auch froh, dass er es hinter sich hatte. Aber er f�hlte sich miserabel, weil es einfach feige war, am Telefon Schluss zu machen. Er nahm sich vor, sp�ter noch einmal bei Shane anzurufen. Vielleicht hatte er sich das ganze �berlegt und war zu dem Schluss gekommen, dass ihre Beziehung sowieso keine Zukunft gehabt h�tte.

Es klopfte noch einmal. Bryan blieb nichts anderes �brig. Kerry w�rde doofe Fragen stellen, wenn er jetzt nicht aufmachen w�rde, weil er ahnte, wer es sein k�nnte, sie w�rde aber auch bl�de Fragen stellen, wenn sich seine Ahnung best�tigte. Also lie� er Kerry los und ging zur T�r.

Und es war Georgina, die in Zimmer spazierte und sich erst mal wunderte, wer die blonde Frau war, die da in Bryans Zimmer stand. Aber wer sollte das schon sein. Bryan durfte ja schlie�lich auch noch andere Frauen kennen!

Also wandte sie sich direkt zu Bryan. Sie war ihm unendlich dankbar daf�r, dass es heute keinen Kuss zur Begr��ung gab. Das h�tte alles nur noch viel schlimmer gemacht.

"Bryan, du wei�t ja, dass ich mich heute morgen mit Nicky getroffen hab..."

"Ja, das wei� ich", sagte Bryan, der ein wenig nerv�s wurde. Kerry h�rte bei dem Gespr�ch interessiert zu. Sie hatte ja keine Ahnung, was jetzt kommen w�rde.

"Na ja, wir beiden haben halt bemerkt, dass wir einfach zusammen geh�ren und uns immer noch lieben und es tut mir auch total leid, dass ich dir das jetzt sagen muss, weil ich dich immer noch unendlich lieb hab, aber zwischen uns beiden, das wird echt nichts!"

"WAS?", kam es da aus dem Hintergrund. Es war Kerry.

"Du hast gerade mit MEINEM Freund Schluss gemacht?"

"Mit deinem..." Jetzt wurde es aber peinlich, dachte Bryan, als Georgina und Kerry ihn ein wenig, oder eher gesagt total verwirrt anschauten.

"Wieso dein Freund? Ich war mit ihm zusammen und hab gerade mit ihm Schluss gemacht."

"Das ist nicht dein ernst", rief Kerry. "Was geht hier eigentlich ab?"

"Okay", fing Bryan, der die Sache jetzt irgendwie zuende bringen musste.

"Also Georgina, wo du jetzt sowieso Schluss gemacht hast... also das ist meine Freundin Kerry." Bryan zeigte auf Kerry, die immer noch ganz verwirrt war.

"Und das da liebe Kerry", er deutete auf Georgina, "ist meine Ex-Freundin Georgina."

"Deine Ex-Freundin?", schrie Georgina hysterisch.

"Ja", sagte Bryan und zuckte mit den Schultern. "Du hast doch gerade Schluss gemacht.

Jetzt war der Groschen bei den M�dels gefallen.

"Auf ihn", schrie Kerry und beide rannten gleichzeitig los. Bryan hob abwehrend die H�nde, aber Georgina und Kerry waren st�rker. Sie zerrten Bryan ins Schlafzimmer und schmissen ihn aufs Bett. Beiden stellten sich mit verschr�nkten Armen vor ihn.

"Und was machen wir jetzt mit ihm?", fragte Kerry, die wohl gro�e Lust hatte, Bryan eins auszuwischen.

"Hm", machte Georgina, als m�sste sie sich das sehr gut �berlegen.

"Okay, ich finde, der sollte uns jetzt erst mal erkl�ren, was hier �berhaupt die ganze Zeit los war."

Kerry nickte. "Ja, und wenn er das nicht macht, dann kitzeln wir ihn ganz gewaltig durch."

Bryan rief daraufhin laut: "Nein! Ich r�ck ja schon raus!"

Die beiden M�dels lachten. Bryan ergab sich und erz�hlte alles. Als er geendet hatte, sch�ttelten Georgina und Kerry den Kopf. Und dann sagten sie beide gleichzeitig: "Bryan, du bist unm�glich!"

"Mehr nicht?", fragte Bryan, der erwartet hatte, dass die beiden sofort aus dem Zimmer rennen w�rden, um sich nie wieder blicken zu lassen. "Bin ich kein riesiges Arschloch, oder so was?"

"Doch", sagte Kerry. "aber solche W�rter benutze ich nicht. Aber wenn ich es tun w�rde, dann k�nntest du dich auf was gefasst machen, das sag ich dir. Du bist ein ganz mieses Schwein."

Bryan schaute schuldbewusst drein.

Kerry konnte diesem Blick einfach nicht widerstehen. Sie drehte sich zu Georgina um und fragte grinsend: "Kann ich ihn haben?"

Georgina lachte und nickte. "Schnapp dir den Kerl, aber lass ihn nicht ungestraft davon kommen. Ich muss los. War nett dich kennen zu lernen."

Damit verschwand sie.

"Und jetzt?", fragte Kerry, die das ja fast schon wieder lustig fand, was Bryan da gebracht hatte.

"Du verzeihst mir?", fragte Bryan ganz �berrascht.

"Muss ich mir noch �berlegen. Du hast jetzt eine ganze Weile Zeit, bis ich wiederkomme. Ich werde Donnerstag Abend mit den Aufnahmen fertig sein und dann fliege ich nach hause. Irgendwann, dann melde ich mich wieder."

Damit hatte Kerry gesagt, was sie zu sagen hatte. Sie verabschiedete sich kurz und machte sich wieder auf den Weg. Sie h�tte noch bis zum Abend Zeit gehabt, aber jetzt brauchte sie Zeit f�r sich. Ein K�sschen gab es diesmal nicht. Das hatte der Kerl einfach nicht verdient.

Nicky hatte sich vor den Fernseher gehauen. Nicht gerade das, was er sich f�r diesen Nachmittag vorgestellt hatte, aber bald w�rde Georgina wiederkommen. Sie h�tte noch was zu besorgen, hatte sie gesagt und jetzt wartete Nicky, dass sie endlich wiederkam.

Und da klingelte es auch schon. Nicky sprang sofort auf und rannte zur T�r. Er h�tte sich beinahe gleich der Person um den Hals geschmissen, die da vor der T�r stand, erkannte aber noch rechtzeitig, dass es nicht Georgina war. Es war Shane, der letzte, den Nicky erwartet hatte.

"Shane, was machst du denn hier? Ich dachte, du bist in Sligo!"

"War ich auch, aber ich wollte ganz dringend mit dir reden, aber nicht am Telefon."

Nicky trat einen Schritt zur Seite und lie� Shane reinkommen.

Im Wohnzimmer angekommen, machte Nicky den Fernseher aus und dann fing Shane auch schon an zu reden.

"Nicky, versprich mir, dass wir immer Freunde bleiben werden, okay?"

"Du kommst hierher, um mir das zu sagen?", fragte Nicky �berrascht, der wirklich nicht erwartet hatte, dass Shane deswegen von Sligo nach Dublin fuhr.

"Nicky, das ist mir unheimlich wichtig. Versprich es."

Nicky umarmte Shane. "Nat�rlich verspreche ich dir das."

Dann war es ein paar Minuten lang still.

"Und was macht dein Liebesleben?" Nicky wusste auch nicht, wie er darauf pl�tzlich kam, aber es interessierte ihn einfach.

"Ich wei� nicht, aber ich glaube, es sind doch die Frauen!"

Beide mussten daraufhin lachen und h�rten nicht, dass es klingelte. Erst als sich beide wieder etwas beruhigt hatte ging Nicky zur T�r. Shane h�rte, wie Nicky laut "Georgina!" rief und die beiden dann lachend ins Wohnzimmer kamen. Die waren einfach ein zu s��es P�rchen und w�rden sich wahrscheinlich nie ernsthaft auseinanderrei�en lassen, dessen war Shane sich ganz sicher.

"Du hast es geschafft Bryan", meldete sich Louis auch mal wieder zu Wort. "H�tte ich nicht gedacht. Hast ja ganz sch�n Chaos angerichtet da unten."

"Hei�t das, ich soll jetzt wieder..." Bryan wagte es nicht, den Gedanken auszusprechen. Er war kein Mensch und er geh�rte nicht auf die Erde, aber er wollte Kerry nicht verlassen. Nie.

"Nein, jetzt noch nicht. �bermorgen sind die drei Wochen rum und bis dahin hast du Zeit, die Sache mit Kerry zu Ende zu bringen. Donnerstag Morgen!"

"Ich soll WAS?" Bryan war entsetzt. Was Louis da jetzt schon wieder verlangte, das war einfach unm�glich. Nie w�rde er Kerry verlassen, da konnte kommen, was wollte.

"Donnerstag Bryan. Also �bermorgen! Okay, sagen wir Freitag Morgen."

Bryan wollte etwas erwidern, aber Louis hatte aufgelegt, was wohl so viel bedeutete, dass Louis seine Meinung nicht �ndern wollte.

Freitag Morgen. Kerry w�rde erst Donnerstag Abend fertig sein und dann w�rde sie nach hause fliegen und Bryan musste vorher unbedingt mit ihr reden. Erst hatte er es nicht gewagt, auf ihr Handy anzurufen, aber jetzt, wo es sein musste, da lehnte sie seine Anrufe ab.

Es gab nur eine M�glichkeit. Bryan musste Kerry hinterher. Da gab es nur ein kleines Problem: Bryan wusste nicht genau, wo Kerry sich aufhielt!

Louis Walsh hatte die ganze Bande wieder versammelt. Diesmal in Dublin. Shane war am letzten Abend gleich dort geblieben und jetzt sa� er mit Louis, Nicky, Mark und Kian in einem Dubliner Studio, um das f�nfte Mitglied f�r die Band zu finden.

Noch war es nicht so weit, aber die Stimmung war trotzdem grandios. Alle waren gespannt auf den Neuen.

Bryan hatte w�hrenddessen ganz andere Probleme. Er hatte keine Ahnung, wie er Kerry erreichen sollte. Nach wie vor nahm sie nicht ab, wenn er sie auf dem Handy anrief und irgendeine Adresse hatte er ja auch nicht. Da gab es nur eins. Er musste irgendwen finden, der sich mit so was auskannte.

"Okay, wir fangen an", sagte Louis und klatschte in die H�nde. Also kamen einer nach dem anderen irgendwelche M�nner ins Studio und gaben ihr Bestes. Louis gefielen sie alle ganz gut, aber der, den er suchte, war noch nicht dabei. Er suchte jemanden, der einfach besser zu den anderen passte und noch ein ganz keines bisschen mehr Stimme hatte.

Bryan hatte eine Idee. Also verlie� er sein Zimmer und ging zu seinem Auto. Er musste in die Innenstadt. Er hatte schon eine ungef�hre Idee, wo er hinwollte.

Dort angekommen parkte er sein Auto vor einem gro�en Geb�ude. Es war gar nicht so leer auf den Parkpl�tzen, aber das fiel Bryan nur so nebenbei auf und war wirklich uninteressant. Aber irgendwo hier gab es vielleicht jemanden, der wusste, wo sich Atomic Kitten sich vielleicht aufhielten, oder zumindest rausfinden konnte, wo sie waren. Bryan schloss sein Auto ab und ging auf das Geb�ude zu. Drinnen gab es eine Menge Leute, aber mit ihren Kabeln und Mikrofonen in der Hand sahen sie nicht gerade so aus, als w�ssten sie dar�ber bescheid, was im Moment wirklich abging.

Also ging er weiter. Das Geb�ude war riesig und Bryan musste schon bef�rchten, den Ausgang nie wieder zu finden.

Und als er so dar�ber nach dachte, da hatte er sich auch schon verirrt. Pl�tzlich sahen alle G�nge gleich aus. Man konnte nach rechts gehen, oder nach links und wenn man geradeaus ging, dann konnte man sich zwei Meter weiter wieder f�r rechts oder links entscheiden. Und wenn man sich dann entschieden hatte, dann waren auf jeder Seite des Ganges zigtausend T�ren, die auch wieder alle gleich aussahen.

"Nie ins Musikgesch�ft", sagte Bryan sich, als er merkte, dass seine Aktion total aus dem Ruder laufen w�rde. Aber irgendwie musste er weiter und deshalb entschied er sich f�r links. Er war noch keine 20 Schritte den Gang hinunter gegangen, als sich eine der T�ren �ffnete. Ein Mann kam eilig heraus und rief: "Okay, haben wir noch jemanden?"

Bryan wusste nicht, was der Mann meinte, aber als er sich umschaute, war da niemand sonst, der sich angesprochen f�hlen k�nnte. Als Bryan aber nichts sagte, da kam der Mann auf ihn zu, packte ihn am Arm und zog ihn mit in das Zimmer, das sich hinter der T�r befand, aus dem der Mann eben gekommen war.

"Sie sind dran", sagte er und schob ihn vorw�rts. Bryan wollte sich w�hren, aber der Mann ging nicht darauf ein. Er hatte seine H�nde auf Bryans R�cken gelegt und schob immer weiter, bis er pl�tzlich vor einem Mikrofon stand. Bryan schaute sich um. Er war in einem Studio und vor ihm war eine riesige Glasscheibe. War ja nicht weiter schlimm, bis auf die Tatsache, dass er nicht wusste, was er hier sollte. Aber das, was hinter der Scheibe war, das war das schlimmste. Bryan hatte das Gef�hl ohnm�chtig zu werden, aber er hielt sich auf den Beinen, die ganz sch�n zitterten. Hinter der Scheibe, da sa�en drei M�nner, die Bryan nicht kannte und dann zwei M�nner, die er sehr gut kannte. Nicky und Shane. Die sa�en da und sagten nat�rlich gar nichts. Klar, die hatten ja keine eine Ahnung, wer Nicky die Kellertreppe runtergeschubst hatte, oder wer hier �berhaupt f�r das ganze Chaos verantwortlich war. Und Georgina hatte wohl auch nichts von ihm erz�hlt. Und wenn, dann wusste Nicky auch nicht, wie er aussah.

"Du kannst anfangen", riss eine Stimme Bryan aus seinen Gedanken. Anfangen? Womit? Bryan verstand nur noch Bahnhof.

"Sei ganz du selbst und sing einfach, was dir am besten gef�llt", sagte der Mann, der �lter war, als die anderen vier.

Singen?

"Na gut", sagte Bryan sich. Wenn der nur das wollte, dann sollte es so sein. Engel konnten singen, das wusste jeder!

Bryan fing an. Er sang einfach und wieso nerv�s? Er wusste ja nicht mal, warum er hier �berhaupt sang und deshalb war das ja auch wohl egal. Aber um sich nicht voll zu blamieren, gab Bryan nat�rlich sein Bestes und lie� alles raus, was drin war.

Als er geendet hatte, klatschen alle.

"DER IST ES", meldete sich der �ltere Mann wieder zu Wort. Alle stimmten zu.

Jetzt hatte Bryan aber genug. Was sollte das eigentlich. Es war weder der erste April, noch waren irgendwo versteckte Kameras zu sehen. Wollten die ihn verarschen?

"Ich bin WAS?", fragte Bryan laut, der jetzt endlich wissen wollte, was Sache war. Verdutzte Gesichter hinter der Scheibe.

"WAS?", fragte Bryan erneut.

Jetzt waren aber alle ganz verwirrt. Der �ltere Mann wollte wohl jetzt auch mal wissen, was los war.

"Warum bist du hier?", fragte er vorsichtig, als h�tte er es mit einem Drogenabh�ngigen zu tun, der dringend eine Therapie brauchte.

Na wenigstens mal eine Frage, die man beantworten konnte. "Ich bin hier, weil ich eine wichtige Frage hab und dann kommt so ein Kerl, schiebt mich hier rein und ich soll singen. Warum?"

Jetzt lachten alle. Bryan fand das gar nicht witzig. Konnte denn nicht mal einer sagen, was Sache war?

"Also du bist gar nicht wegen dem Casting hier?"

"Casting?"

"Na ja, also wir sind gerade dabei, ein f�nftes Mitglied f�r eine Boygroup zu finden und als du so reinkamst und in dem Alter warst..."

"Ach du Schei�e", lie� Bryan los und hielt sich die Hand vor den Mund.

Dieser Mann meinte nicht im Ernst, dass er mit Nicky und Shane und den zwei anderen da in eine Boygroup sollte. Doch der Mann konnte wohl auch Gedanken lesen.

"Ja, ich will dich in die Boygroup. Du kannst fantastisch singen. Stell dir vor, du bekommst eine Menge Geld, du wirst ber�hmt..."

Oh Gott, dieser Mann war unheimlich schnell, aber er konnte doch nicht einfach...

"Ach so, ich bin Louis Walsh, nur damit du das schon mal wei�t..."

"Louis? Walsh?" Bryan war entsetzt. Noch so einer, der Louis hie� und auch noch das sagen hatte.

"Ja", sagte Louis Walsh, der nicht auf Bryans Entsetzen einging. "Und das hier sind Mark, Kian, Shane und Nicky", fuhr er fort.

"Haha, aber das wei� ich auch schon", dachte Bryan, hielt aber lieber seine Klappe. Bryan f�hlte sich superschlecht. Das musste aber auch ein doofes Bild sein, wie er da stand, nicht so ganz recht wusste, was er sagen sollte und vor ihm in paar Leute, die ihn mal eben in eine Boygroup stecken wollten.

Aber halt, das war es doch. Dann konnte Louis da oben doch nicht einfach...

"Okay, ich bin dabei", sagte Bryan. Einen Versuch war es wert und zu verlieren hatte er gar nichts. Louis war �berrascht �ber Bryans pl�tzliche Entscheidung, stand aber sofort auf und ging durch eine T�r in das Zimmer zu Bryan. Er streckte seine Hand aus und sagte noch einmal: "Louis!"

"Bryan!", antwortete Bryan und gab Louis die Hand. Hinter der Scheibe h�rte man die anderen vier klatschen und johlen. V�llig �bertrieben, aber wenn sie Spa� daran hatten.

Louis rief die anderen zu sich. Dann knallten die Korken. Bryan wurde es �berlassen, die Flasche zu �ffnen und er spritzte damit das ganze Studio nass. Und als alle noch so am trinken waren, kam eine Frau herein. Georgina. Nicky hatte sie bereits erwartet und fiel ihr um den Hals.

"Ach hallo, so sieht man sich wieder", sagte Bryan und begr��te Georgina.

"Ihr kennt euch?", fragte Nicky, der so viele �berraschungen an einem Tag wohl nicht so ganz vertragen konnte. Aber Bryan und Georgina nickten nur.

"Lange Geschichte", sagte Georgina und Bryan musste kichern. Wie lang die Geschichte wirklich war, das wusste nur er.

Jetzt fehlte nur noch das Happy end. Und dazu brauchte es nur noch Kerry. Bryan zog Louis beiseite.

"Wie gesagt", fing er an. "Ich war eigentlich hier, weil ich eine wichtige Frage hab."

"Schie� los!"

"Ich wei� nicht, aber l�sst es sich irgendwie herausfinden, wo die Band Atomic Kitten sich im Moment aufh�lt?"

"Wieso das?"

"Weil ich mir jetzt die Frau meiner Tr�ume zur�ck holen werde."

"Hast aber Gl�ck. Die sind in England. Die Adresse kann ich dir besorgen. Wer ist denn die Gl�ckliche?"

"Kerry", sagte Bryan und grinste von einem Ohr bis zum anderen.

Als Bryan die Adresse hatte, da fuhr er sofort zum Flughafen. Er ging zu einem Schalter, bequatschte die Dame, die dahinter sa� und hielt wenige Minuten sp�ter ein Flugticket in der Hand. Er steckte es in die Tasche und fuhr zur�ck zum Hotel.

Und da, da rief Louis schon wieder an. Der Louis, der Bryan �bermorgen zur�ck haben wollte.

"BRYAN!", kam es wie �blich. "Was hast du getan?"

Bryan zuckte mit den Schultern und tat unschuldig.

"Was soll ich denn getan haben? Ich bin jetzt in einer Boygroup und wollen sie die jetzt kaputt machen?"

"BRYAN NICHOLAS MCFADDEN! Das ist nicht dein ernst, ich..." weiter kam er nicht, denn Bryan plapperte dazwischen.

"WIE hei�e ich?" Bryan war total �berrascht.

"Du hast nicht geh�rt, was ich gerade gesagt habe", sagte Louis v�llig schockiert.

"Oh doch, das hab ich. Dankesch�n." Bryan legte auf. "Yes!", sagte er und machte sich wieder auf den Weg zum Studio. Die anderen warteten sicher schon, weil Bryan gesagt hatte, er w�rde nicht lange weg sein. Auf dem Weg ins Studio warf er noch einen Brief in einen Postkasten.

Im Studio angekommen, waren die anderen schon da.

"Hey Bryan, ich brauche noch deinen vollst�ndigen Namen", rief Louis ihm schon entgegen.

Mann, heute lief alle wie am Schn�rchen. Jetzt konnte es echt nicht mehr besser werden.

"Bryan McFadden", rief Bryan fr�hlich. Das Nicholas fand er f�rs erste unwichtig.

Zu diesem Zeitpunkt, da wusste Bryan noch nicht, wie wichtig sein Nachname noch f�r ihn werden w�rde.

Westlife. Am n�chsten morgen stand es in der "Irish Times". Der Name f�r die Band war am letzten Abend noch schnell gefunden worden. Alle waren sich einig, dass es Westlife sein sollte und Louis hatte das sofort an die Redaktion gebracht und jetzt lag es schwarz auf wei� auf allen Fr�hst�ckstischen der Leute. Und da war eine junge Frau unter ihnen, die las diesen Artikel. Sie las ihn und fing dann an zu weinen, als sie das Bild in der Zeitung sah. Sofort wusste, was zu tun war.

Kerry hatte die Zeitung nicht gelesen, aber sie hatte einen Brief bekommen. Kein Absender, aber sie �ffnete ihn trotzdem. In dem Umschlag war fast nichts drin. Nur ein ganz kurzer Brief und etwas, was sich bei n�herem hinschauen als Flugticket entpuppte. Auf dem kleinen Zettel stand nur wenig: See you in Dublin, if you still love me. LOVE YOU! Bryan!

Kerry strahlte. Das war also Bryans Art. Mann konnte dem Kerl gar nicht entkommen. Heute noch w�rde das Flugzeug gehen, dass sie zu ihrem Liebling bringen w�rde. Kerry brauchte eine Weile, bis sie sich entschieden hatte.

Die junge Frau hatte sich auf den Weg zu den Studios in Dublin gemacht. In der Hand hatte sie einen Brief. Schnellen Schritts ging sie auf das gro�e Geb�ude zu. Sie wollte sich hier nicht unn�tig aufhalten. Nur der Brief, dann konnte sie wieder verschwinden.

Vor der T�r traf sie jemanden, der wohl gerade den riesigen Geb�udekomplex betreten wollte. Schnell rannte sie auf ihn zu und erwischte ihn an der T�r. Sie fasste ihn am Arm und zeigte ihm den Brief.

"K�nnen sie den weitergeben?"

Der Mann schaute sie �berrascht an. Passierte ja nicht jeden Tag, dass eine so h�bsche Frau angelaufen kam und einen um einen kleinen Gefallen bat.

"Klar", sagte der Mann dann freundlich, nahm den Brief, sagte Tsch�� und verschwand dann.

Der Mann betrachtete den Brief. BRYAN MCFADDEN stand da in gro�en Buchstaben auf dem Umschlag.

"Hm, wer ist das denn?", fragte der Mann sich und entschied sich, den Brief Louis zu geben. Der kannte die Leute hier alle und w�rde den Brief sicher an diesen Bryan McFadden weitergeben.

Louis �bergab den Brief an Bryan, als dieser gegen Mittag in den Studios eintraf. Sp�ter als alle anderen.

"Das sich das hier jetzt aber nicht zur Angewohnheit macht", sagte Louis auf Bryans Versp�tung hin.

"Versprochen", sagte Bryan ohne zu wissen, dass er dieses Versprechen ungef�hr jeden Tag einmal brechen w�rde.

"Hier ist ein Brief f�r dich abgegeben worden", sagte Louis dann und zog den Umschlag aus der Tasche. Bryan nahm ihn entgegen und �berlegte, von wem der sein k�nnte. Ohne Absender? Kerry? Nein, die war in England. Georgina? Nein, die stand mit Nicky hinter ihm und war am K�ssen. Louis? Nein, der schickte keine Briefe! Bryan hatte keine Ahnung, weil er doch in Dublin keinen kannte. Und der erste Fanbrief war das hier ganz bestimmt nicht.

"Kannst du ihn sp�ter lesen? Wir haben echt nicht viel Zeit", sagte Louis und dr�ngte alle. Er wollte noch einiges Besprechen und deshalb steckte Bryan den Brief in die Tasche und als dann alle um einen gro�en Tisch sa�en, da rutschte er unruhig auf seinem Stuhl hin und her und h�rte nur mit M�he zu, was Louis sagte. Dabei war es unheimlich wichtig, weil es um irgendwelche Vertr�ge ging. Louis hatte es jetzt wohl eilig, die Vertr�ge �ber den Tisch zu bringen, denn am letzten Abend, da hatten sie einen Plattenvertrag bekommen, aber Louis hatte das nicht �berrascht. Er war �berzeugt von den F�nf gewesen.

Er hatte jetzt eine halbe Stunde lang geredet und dann endlich sagte er: "Ihr m�sst jetzt nur noch unterschreiben."

"Boah, ich unterschreibe einen Vertrag �ber mehrere Alben", sagte Kian und konnte es kaum fassen. Deshalb war er auch der letzte, der seine Unterschrift, auf das wei�e Papier gesetzt hatte. Louis sammelte sofort die Vertr�ge ein. Jetzt war es offiziell. Westlife waren geboren und bereit, die Charts zu st�rmen.

Nachdem die Vertr�ge unterschreiben worden waren, hatte Louis wieder angefangen zu reden. Erst kurz bevor Bryan fast vor Neugierde in die Luft gegangen war, da hatte er aufgeh�rt und entlie� die Jungs. Als alle so rausrannten, da dachte Louis noch kurz dar�ber nach, was er sich da f�r eine Bande eingefangen hatte. An Action w�rde es bestimmt nicht mangeln.

Bryan war als erster drau�en. Er suchte sich eine ruhigen Ort. Den Vertrag, den er eben noch so aufgeregt unterschrieben hatte, den hatte er schon fast wieder vergessen. Jetzt z�hlte nur noch der Brief. Bryan wusste auch nicht, warum er so aufgeregt war, weil es ja sonst was sein konnte, aber er �ffnete den Brief mit zittrigen Fingern und sehr eilig.

Lieber Bryan!

Vielleicht wei�t du jetzt nicht so recht, wer dir hier schreibt, aber ich glaube, dass wir uns sehr gut kennen. Vor ein paar Jahren, da haben wir uns das letzte Mal gesehen. Wahrscheinlich die gl�cklichsten Tage meines Lebens, denn danach ist es passiert.

Du warst pl�tzlich nicht mehr da. Ein Autounfall und ich dachte, du w�rst tot.

Heute morgen hab ich dich dann in der Zeitung gesehen und da wusste ich echt nicht mehr, was ich denken sollte. Na ja, und jetzt ist hier halt dieser Brief. Ich w�rde mich freuen, wenn ich dich noch einmal treffen k�nnte, weil ich mir ganz sicher bin, dass ich dich kenne. Meld dich doch mal!

Deine

Susan McFadden!

 

Peng, da war es. Das leben des Bryan McFadden. Bryan schloss die Augen und dann sah er sie. Seine Eltern, seine Schwester, seinen Hund. Der Hund, der ihn neulich auf der Stra�e angebellt hatte an der Leine von Susan McFadden, seiner Schwester, die er bereits getroffen hatte. Und dann das Ende. Bryan sah klirrendes Glas, Autoscheinwerfer, sie ihn blendeten und das reichte. Mehr wollte Bryan nicht sehen und deshalb �ffnete er die Augen wieder. Er atmete tief durch und sch�ttelte dann seinen Kopf. Das war einfach zu viel des Guten an einem Tag.

Bryan schaute auf die Uhr. Kerry w�rde heute Abend kommen. WENN sie kommen w�rde. Dann m�sste er am Flughafen sein. Bis dahin hatte er noch genug Zeit.

Bryan betrachtete die Telefonnummer unter dem Brief.

"Puh... jetzt oder nie", sagte er sich und zog sein Handy aus der Tasche. Seine H�nde zitterten, als er die Nummer eingab und er musste dreimal von vorne anfangen, bis sie endlich stimmte. Jetzt stand die Nummer auf dem Display und Bryan kostete es echt �berwindung, die gr�ne Taste zu dr�cken. Aber er tat es und er legte auch nicht auf, als das Handy w�hlte. Er umklammerte es fest mit seiner Hand und hielt es ans Ohr.

"Hallo?", meldete sich eine weibliche Stimme am anderen Ende. Stille. Bryan wusste nicht, was er sagen sollte. Es hatte ihm total die Sprache verschlagen.

"Hallo?", kam es da noch einmal.

Bryan r�usperte sich. "Hallo", brachte er leise heraus und die Frage, die danach kam, war fast noch leiser. "Spreche ich mit Susan McFadden?" Fast ein Kr�chzen war das gewesen, aber es kam trotzdem eine Antwort. "Ja!"

Bryan zitterte und sagte dann: "Gut, dann... dann bin ich... dann bin ich wohl dein Bruder."

Es war drau�en. Bryan wartete auf die Reaktion seiner Schwester und konnte ein leises Schluchzen vernehmen, dass sich nach und nach zu einem leisen Wimmern entwickelte.

"Susan...", sagte Bryan. "Ich w�rde dich gerne wiedersehen."

"Heute?"

"Ja, heute. Jetzt gleich." Bryans Stimme war deutlicher geworden und ruhiger. F�r Susan hatte sie etwas beruhigendes an sich und sie wischte sich die Tr�nen weg. Jedoch immer noch ein wenig schluchzend sagte sie: "Dann komm nach hause!"

Bryan stimmte zu und verabschiedete sich dann. Wo zu hause war, das glaubte er zu wissen und deshalb setzte er sich in sein Auto und fuhr los. Fast ein wenig zu schnell, denn er konnte es kaum noch abwarten. Als er das Haus sah, kamen ihm die Tr�nen. Bryan wischte sie schnell weg. Die konnte er sich f�r gleich aufbewahren.

Bryan stieg aus dem Auto und ging die Stufen zum Eingang hoch. Vor der T�r wartete er. Sollte er wirklich schellen? Ja, jetzt oder nie lautete die Devise wieder und er schellte.

Susan, die ihn schon erwartet hatte, machte sofort auf und fiel ihm um den Hals. Dann flossen wieder die Tr�nen. Bryan bemerkte, dass Susan unheimlich h�bsch war. So hatte er sie gar nicht in Erinnerung gehabt.

Susan wollte Bryan gar nicht wieder loslassen. Aber irgendwann tat sie es dann doch und lie� Bryan erst mal reinkommen. Chip. Der ihn vor ein paar Tagen auf der Stra�e schon angebellt hatte, sprang an ihm hoch und Bryan streichelte ihn ausgiebig.

"Sch�n, dass du wieder da bist", sagte Susan und wischte sich wieder ihre Tr�nen ab. "Willst du dein Zimmer sehen?"

Bryan nickte und Susan ging mit ihm die Treppen hoch und Bryan ging ganz von alleine in sein Zimmer. Dort blieb er stehen und schaute sich um. Das Zimmer war erstaunlich sauber gehalten worden und das erinnerte Bryan pl�tzlich an seine Mutter.

Und die, die stand pl�tzlich hinter ihm und umarmte ihn. Sie musste sich auf Zehenspitzen stellen, um an Bryan ranzukommen. Bryan erschrak, als sich jemand so von hinten an seinen Hals hing und als er sich umdrehte, da erkannte er sie. Hinter ihr stand sein Vater. Der war so �berw�ltigt, dass er gar nicht wusste, was er sagen, geschweige denn tun sollte. Und deshalb war Bryan derjenige, der auf ihn zurannte und ihn in die Arme schloss.

Aber dann musste Bryan erst mal erz�hlen, was denn so passiert war. Bryan wusste echt nicht, was er jetzt sagen sollte. Er konnte ja schlecht erz�hlen, dass er eigentlich tot war und jetzt eigentlich nur hier war, um irgendwelche Probleme von irgendwelchen Leuten zu l�sen. Und das er eigentlich die ganze Zeit nicht auf der Erde gewesen war, sondern im Himmel, dass w�rde wirklich sehr unglaubw�rdig klingen. Gott sei Dank gen�gte seiner Familie, dass er sich da nicht mehr so dran erinnern konnte und dann erz�hlte er einfach von Kerry und von dem Casting. Das war schon mal etwas, was man erz�hlen konnte.

Bryans Mutter Mairead machte ihm nat�rlich sofort das Angebot, wieder bei ihr einzuziehen und das nahm Bryan dankbar an. Das Hotel war ja auf Dauer auch keine L�sung. Doch er sagte, dass er am n�chsten Morgen kommen w�rde. Und dann musste er los.

Als Bryan auf die Uhr schaute, merkte er, dass Kerrys Flugzeug, wenn sie �berhaupt drin sa�, schon im Landeanflug auf Dublin sein m�sste und deshalb st�rmte er zum Auto und raste zum Flughafen. Er betrat gerade die Eingangshalle, als der Flug auch schon angek�ndigt wurde. Durch die gro�en Boxen kam es laut und ein wenig unverst�ndlich, aber jetzt konnte es nicht mehr lange dauern, dann w�rde er Kerry in die Arme schlie�en. Oder auch nicht.

Viele Leute, die mit dem besagten Flugzeug gekommen waren, st�rmten durch die Halle zu ihrem Gep�ck. Und obwohl Bryan so gro� war, stellte er sich auf Zehenspitzen, um �ber die Menschenmenge zu blicken. Die Menschen str�mten alle an ihm vorbei. Kerry war nicht zu sehen.

Und dann kam niemand mehr. Die Leute waren alle aus dem Flugzeug und so weit Bryan das sehen konnte, war der Walkway leer. Langsam drehte Bryan sich um und schlenderte Richtung Ausgang.

"Bryan!", kam es da hinter ihm. Kerrys laute und durchdringende Stimme t�nte durch die Halle und sorgte daf�r, dass Bryan sich schlagartig umdrehte und auf sie zust�rmte. Kerry lie� ihr Handgep�ck fallen und lief ihm entgegen.

"Bryan!", rief sie noch einmal.

"Kerry!", rief Bryan zur�ck. Und als sie sich am Flughafen so in den Armen lagen, zwischen ein paar Schaulustigen, die ger�hrt zuschauten, fl�sterte Kerry Bryan ins Ohr: "Ich liebe dich."

Die ber�hmten drei Worte, die so viel in einem Menschen ausl�sen konnten. Bei Bryan l�sten sie eine Welle des Gl�cklichf�hlens aus, die sich von den F��en bis zu den Knien hoch arbeitete und sie ganz weich werden lie�, weiter in den Bauch ging und dort ganz viele Schmetterlinge zum losfliegen brachte, sich zum Hals hochdr�ckte, wo ein Klos stecken blieb und als sie dann in den Kopf ging, da dr�ckte Bryan seine Lippen auf Kerrys und k�sste sie. Sie hatte es gesagt: "Ich liebe dich!"

Ich liebe dich, das bekam an diesem Abend nicht jeder gesagt. Klar, Kian bekam es von Fiona gesagt, Fiona von Kian, Georgina sagte es Nicky und umgekehrt und Kerry und Bryan lie�en die drei Worte auch noch ein paar mal fallen.

"Wei�t du", sagte Mark an diesem Abend zu Shane, als die beiden sich in einem Pub gesetzt hatten, "irgendwo auf der Welt, da sitzt jetzt ein M�dchen, dass uns beide liebt!" Dabei dachte er an Christine. Shane nickte.

"Kann man nichts machen, willst du noch einen?"

Mark nickte und Shane bestellte noch zwei Guinness.

Bestimmt nicht die letzten an diesem Abend. Ein kleines, oder auch gro�es Bes�ufnis aus Liebeskummer nannten die beiden das und hatten sichtlich ihren Spa� dabei.

Ich liebe dich, das war bestimmt der gl�cklichste Moment in Bryans Leben, aber er f�hlte sich nicht weniger gl�cklich, als er am n�chsten Morgen neben Kerry im Bett aufwachte. Jedenfalls, als er sie so in seinen Armen sah, wie sie gl�cklich vor sich hin schlummerte.

Das es Freitagmorgen war, das merkte er erst wenige Sekunden sp�ter. Bryan wusste nicht, was Louis genau unter Morgen verstand, aber es war bereits neun und lange konnte es nicht mehr dauern. Was w�rde passieren? Klar, er geh�rte nicht auf die Erde. Jedenfalls konnte man das so definieren, wenn man nichts sah, wenn man in den Spiegel schaute.

Aber was es wirklich hie�, gl�cklich zu sein, dass merkte Bryan erst, als er auf dem Nachtisch einen Brief bemerkte. Stand nicht mal eine Name drauf und solche Briefe, die waren meistens sehr interessant. Bryan r�tselte diesmal nicht, von wem er sein k�nnte, sonder packte sofort nach dem Umschlag und riss ihn auf.

Okay, hier hast du dein Leben wieder!

Aber ich warne dich, wenn du da unten Bl�dsinn machst, dann baust du unverz�glich wieder einen Autounfall.

Du solltest das also echt w�rdigen. Kann ja nicht jeder behaupten, von den Toten auferstanden zu sein!

Louis!

PS: Sch�ne Gr��e von Jenny!

Bryan las den Brief noch einmal. Und wieder. Und noch einmal. Aber es stand da. In dem Umschlag lag dann pl�tzlich auch noch seinen Perso und das konnte nur eins bedeuten.

"Erde, ich komme", sagte Bryan und stieg fr�hlich aus dem Bett. Louis Brief war zwar ein wenig grob gewesen und der Kerl war sicher froh, dass er ihn los war, aber das hinderte Bryan nicht daran, geradewegs in sein neues Leben zu st�rmen. Jawohl, st�rmen. Er rannte auf die Badezimmert�r zu und mit einem Schwups durch.

Bums. Bryan war geradewegs vor die T�r gerannt und fand sich keineswegs im Badezimmer wieder.

"Ich Trottel", st�hnte er. �ffnete die Badezimmert�r und fand dort das vor, was er nach der Begegnung mit der T�r erwartet hatte: Sein Spiegelbild.

Am 19.4.1999, Bryan hatte eine Woche vorher seinen 19. und auch gleichzeitig 1. Geburtstag(was nat�rlich niemand wusste) gefeiert und Westlife hatten eine Menge Studioarbeit hinter sich, da stand sie in den L�den: Swear it again.

Mark, Kian, Nicky, Shane und Mark hatten sich eine Woche sp�ter getroffen. Louis hatte mal wieder alle zusammen getrommelt. Nun sa�en die f�nf da und warteten. Sogar Bryan war schon da, was sehr ungew�hnlich war. Das war den anderen Jungs nach einer so kurzen Zeit schon aufgefallen. Aber Bryan sa� da, hatte Kerry neben sich sitzen und fest seine Arme um sie geschlungen.

Aber Louis lie� auch nicht lange auf sich warten. Man h�rte schnelle Schritte, die immer n�her kamen. Louis kam freudenstrahlend angerannt und hatte in der einen Hand eine Sektflasche.

"EINS", schrie er und wurde immer schneller. "Eins!", schrie er noch einmal und es dauerte nicht lange, bis die Jungs realisiert hatten, was Louis meinte.

Alle sprangen auf und fielen sich in die Arme. Louis lie� die Korken knallen und rief: "Jetzt wird gefeiert!"

Als sich alle wieder beruhigt hatten, da sagte Louis zu Bryan: "Bryan, Gott muss dich geschickt haben. Mein Gott, wenn du nicht gekommen w�rst, dann... Du bist ein Engel." Er fiel Bryan um den Hals.

"Ja", sagte Bryan. "Aber im Himmel, da war es auch ganz sch�n."

Alle lachten, aber Bryan blieb ernst und schaute durchs Fenster an den blauen Himmel, wo die Sonne durchgekommen war.

"Danke", murmelte er, aber niemand h�rte es. Fast niemand.

The End!

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