krank
'Sie konnte ihn nur noch warnen, der M�rder hatte sein Visier schon auf ihn gerichtet...' Ich war vollkommen vertieft in mein neu angefangenes Buch. Ich hatte es mir auf dem Sofa in unserem Wohnzimmer gem�tlich gemacht, hatte mir eine Decke geholt und einen gro�en Becher Cappuccino gekocht. Heute w�rde mich keiner mehr aus dem Haus kriegen.
Gerade als ich bei der Stell angelangt war, wo der M�rder zum Schuss ansetzte, legte mir jemand die Hand auf die Schulter. Schreiend fuhr ich rum und sah direkt in Antonys grinsendes Gesicht. "Das ist ja ne tolle Begr�ssung, na komm, so h�sslich bin ich auch nicht geworden!" Kreidebleich l�chelte ich ihn an. "Man, erschreck mich nie wieder so!!! Was machst du denn schon hier? Ich hab fr�hestens morgen mit dir gerechnet!" Antony hatte sich zu mich runter gebeugt und gab mir einen Kuss. "Wir waren fr�her wieder da, ich wollte dich �berraschen. Ist mir ja auch gut gelungen, so blass wie du geworden bist!" Lachend k�ssten wir uns. "Du bist doof. Ich hab dich vermisst!"
Ant zog mich hoch und schob mich aus dem Wohnzimmer direkt ins Schlafzimmer. "Was meinst du wie ich dich vermisst ha, nicht eine T�nzerin oder ein Fan...doch da war eine, die war dir recht �hnlich" Er schlo� die Augen und tat als w�rde er �ber etwas nachdenken. Ich liebte seinen Humor. "Und was hast du gemacht?" fragte ich ihn erwartungsvoll. "Hm, warte ma, wir haben uns getroffen...ich hab sie angeguckt, sie hat mir zugel�chelt, wir haben uns wieder gesehen und jetzt bin ich mit ihr zusammen!" Ich lachte und k�sste ihn...
Ich hatte meinen Kopf an seine Brust gelegt und war kurz vorm einschlafen, als pl�tzlich sein Handy klingelte. Es war Lee.
"Moin, sag ma, was hast du heute abend vor? Ich wei� du willst nichts lieber machen, als mit mir und den anderen beiden in den neuen Club in London zu gehen.." Entnervt lie� Ant sich zur�ck ins Bett sinken, ich lehnte mich wieder an ihn und h�rte den beiden beim Gespr�ch zu. "Lee, dir ist schon klar, dass ich jetzt gerade mal 3 Stunden zuhause bin und die auch gerne mit meiner Kleinen verbringen w�rde..." Wir h�rten ein St�hnen von Lee und kurz darauf einen gut gelaunten Dunk. "Hey, nun mach dir ma nich ins Hemd, deine Kleine is morgen auch noch da!!" Dunk und ich konnten uns noch nie leiden, Ant und ich waren nun schon 2 Jahre zusammen, in dieser Zeit hab ich mich schon so oft mit Duncan angelegt, ich hielt ihn einfach f�r einen bl�den eingebildeten dummen Idioten und ich hatte auch keine Hemmungen ihm das zu sagen. Wahrscheinlich mochte er mich deswegen nicht...naja wer mag schon jemanden der ihm sagt dass er scheisse ist!?
Nach langem hin und her und einem Einverst�ndnis erkl�renden Nicken meinerseits sagt Ant schlie�lich zu.
Nachdem er aufgelegt hatte, schmiss er das Handy auf seine Klamotten und zog mich an sich ran. "Und du hast da wirklich kein Problem mit? Ich mein wir haben uns...grmph!" Ich presste meine Lippen auf seinen Mund. "Nein hab ich nich, ich wollte sowieso weiterlesen und Carrie kommt heute auch noch vorbei!!"
Sein Gesicht wurde finster. Carrie. Die konnte er ungef�hr so gut ab wie ich Duncan. Er w�rde nie verstehen, warum sie meine beste Freundin ist. "Na dann ist ja nicht mal so schlecht, dass ich heute abend nicht da bin!" Ich schlug ihm leicht auf die Schulter "Lass sie in ruhe, du wei�t dass ich sie brauche, ich mein sonst h�tten wir uns doch auch nie kennengelernt!"
Auf einmal klingelte es an der T�r. "Wenn man vom Teufel spricht, ist sie das etwa schon?" Ich sah auf die Uhr und sprang auf, dass ich mich auch immer und zu jeder zeit von Ant zu irgendwas hinrei�en lie� was eigentlich so gar nicht in meinen Terminplan passte. M�nner eben. Ich sprang aus dem Bett und sah Ant bittend an, die T�r aufzumachen. "Muss ich?" Alles was ich ihm darauf antwortete war "Schatz, daf�r lieb ich dich gleich doppelt soviel!" und verschwand im Bad.
"Was machst du denn schon hier? Wolltest du nich erst morgen kommen? Ich hoffe doch du gehst heute abend weg, auf dich hab ich ja wohl so richtig keinen Bock!" Ant verdrehte die Augen "Hallo Carrie, freut mich auch dich zu sehen, ja danke ich hatte einen guten Flug, komm nur rein und machs dir bequem!" Gott wie er sie hasste. Carrie ging direkt ins Wohnzimmer und setzte sich auf Ants Lieblingsplatz von der Couch. Sollte er nun was sagen?! 'Ach leck mich doch' dachte er sich schlie�lich und holte seine Jacke. "Ich bin jetzt weg, okay S�sse?" Ich rief ihm irgendwas unverst�ndliches zu, ich hatte meine Zahnb�rste im Mund, und h�rte wie er die T�r ins Schloss fallen lie�. Schnell sp�lte ich mir den Schaum aus den Mund und zog meine Trainingshose an, dazu mein Top und rannte runter ins Wohnzimmer. "Hey, wie gehts dir? Sorry Ant hat mich �berrascht, deswegen hats l�nger gedauert!" Angewidert sah sie mich an. "Ich kann immer noch nich verstehen wie du ernsthaft mit ihm zusammen sein kannst, ich mein der Typ ist doch nun v�llig unter deinem Niveau, bedenk doch bitte mal wen du vorher hattest!" Vorwurfsvoll sah ich sie an. Ich wusste nur zu gut, wer Antonys Vorg�nger war. Er war so ein kleiner Schriftsteller aus Enfield, allerdings sah er sich gar nicht als so klein, er hat mich in der ganzen Beziehung, es waren vielleicht 6 Monate, 3 mal betrogen und hatte auch noch die Dreistheit besessen mich wegen Diebstahl seiner Ideen anzuzeigen. "Carrie manchmal bist du einfach nur bescheuert, Antony ist alles was ich will und alles was ich brauch! Er liebt mich, er betr�gt mich nicht, er sieht gut aus und er ist nicht so ein Arschloch wie Jonathan oder sein komischer Freund Duncan!!" Es war jedesmal so. Immer wenn ich mich mit ihr traf, musste ich mich wegen meiner Beziehung zu Ant rechtfertigen. So sehr sie auch meine beste Freundin war und so sehr ich sie auch liebhatte, aber bei dieser Sache geht mir echt immer wieder der Hut hoch. Nachdem wir das Thema nun endlich abgeschlossen hatten, beschlossen wir mal wieder ein paar Videos zu gucken, die ganz alten Schinken, die man nicht mehr auf Dvd brennen w�rde, weil sie eh keiner mehr kaufen w�rde.
W�hrenddessen in dem neuen Club...
Simon, Lee, Duncan und Antony waren umsonst reingekommen, sie hatten noch nicht einmal warten m�ssen. "Das ist der Vorteil am ber�hmt sein!" gluckste Lee mal wieder viel zu aufgekratzt rum. Simon und Antony verabschiedeten sich an die Bar, w�hrend die anderen beiden es vorzogen sich mal nach 'Frischfleisch' umzugucken. "Wie geht's Jo?" fragte Sy in einem etwas ruhigeren Moment. Die beiden hatten sich einen Tisch etwas weiter abseits erk�mpft und tranken da nun ihr Bier. "Ihr geht's super, ihre d�mliche Freundin kam vorhin, da brauchte sie mich ja auch nicht mehr, insofern haben wir heute beide unseren Spass! Und was macht dein 2tes Leben so?" Simon sah ihn an und lachte. Er war seit knapp 2 Monaten mit einer blonden Clubs�ngerin zusammen und alles schien wunderbar zu laufen. W�hrend die beiden so ihr Bier tranken, merkten sie nicht wie sich ein Typ, so ungef�hr Mitte 20 sich in ihre N�he stellte und sie beobachtete. Er hatte sie schon beim Reinkommen gesehen und seitdem nicht mehr aus den Augen gelassen. 'Welcher war nochmal Antony?! War es der kleine dunkelhaarige oder der gro�e blonde mit dem 'Bad Boy' auf der Tanzfl�che?' Abwechselnd sah der Typ zu Ant und Dunk. Schlie�lich schien er eine Entscheidung getroffen zu haben und verschwand genauso unauff�llig wie er gekommen war....
Sp�ter am Abend (so gegen 4.3o) merkte ich wie Ant ins Bett gekrabbelt kam. Er legte seinen Arm um meinen Bauch und k�sste meine Schulter. Jetzt war ich doch wieder ganz wach, ich drehte mich zu ihm um und sah in seine Augen. "Du wirst morgen so richtig fertig sein, mein Schatz!" Er gab mir einen langen Kuss, dann schliefen wir Nase an Nase ein. Keine Tiefschlafphase sp�ter klingelte mein Wecker. Es war Freitag und ich musste zur Uni. Grummelnd drehte Ant sich um. Ich gab ihm einen Kuss und stand auf, um mich fertigzumachen. Heute musste ich echt mal wieder hin, ich war schon bei mindestens 3 Vorlesungen abwesend und bekam so langsam doch ein schlechtes Gewissen.
Vor dem H�rsaal traf ich meine Freundin Kat, sie hatte genau wie ich schon seit Tagen nicht mehr an den Vorlesungen teilgenommen und war genauso planlos wie ich. "Heey! Wie war deine Woche, wir haben uns ja ewig nicht gesehen!" Eine k�nstlerische Pause trat ein, wir sahen uns an und mussten lachen. Der Professor kam und schloss die T�r auf, wir verzogen uns weiter auf die hinteren Pl�tze, schlie�lich mussten wir ja eine Menge Neuigkeiten austauschen. "Du wirst nie im Leben glauben was mir passiert ist!" Interessiert sah ich sie an. "Meine Damen, wenn ich um ihre Aufmerksamkeit bitten d�rfte" Dr. Smith r�usperte sich und sah uns streng an. "Ja, sofort!" Ich winkte ab und wandte mich wieder Kat zu.
"Ich war bei Starbucks, um mir nen Kaffee zu holen, steh an der Kasse, wollte mich gerade umdrehen...hab ich erw�hnt, dass ich mein s�ndhaft teures Kleid anhatte? Wie auch immer, ich dreh mich um und so ein totaler Vollidiot, dachte ich zumindest, dass er einer war..." Kat�s Darstellungen waren nicht immer so leicht nachzuvollziehen, sie packte immer 10000 S�tze in einen und machte nicht einmal ein Komma dazwischen. W�hrend ich ihr zuh�rte, f�hlte ich mich irgendwie beobachtet. Ich drehte mich um und sah in die Reihen hinter uns, aber ich konnte kein mir bekanntes Gesicht erkennen. 'Werd mich wohl get�uscht haben' dachte ich mir und drehte mich wieder nach vorne. "Auf jeden Fall bin ich heute Abend mit ihm verabredet, ich hab ihm erz�hlt, dass du ja nun auch schon seit Ewigkeiten einen Freund hast und ihr vielleicht mitkommen wollt?!" Die Frage holte mich wieder aus meinen Gedanken zur�ck, ich sp�rte irgendwie, dass mich jemand die ganze Zeit anstarrte, doch immer wenn ich mich umdrehte konnte ich niemanden entdecken.
"Wie hei�t denn dein neuer Gott!" Sie �berlegte kurz und meinte dann ziemlich sicher. "Duncan!" Mir drehte sich der Magen um. Duncan und meine Kat?? Um Himmels Willen, jeder, aber doch nicht der Duncan!!! Okay es gibt viele die Duncan hei�en in England, aber wieviele passen schon auf diese Beschreibung?! Leidend sah ich sie an "Du willst doch nich wirklich, dass ich mein freies Wochenende, welches ich mir supergem�tlich mit Antony machen k�nnte, mit Dunk verbringe, selbst wenn es nur ein paar Stunden sind!??" Sie stie� mir freundschaftlich in die Seite "Ach komm, das wird lustig, ausserdem ist Ant doch auch dabei!" Fragend guckte ich sie an "Wei� Dunk etwa, dass ich deine Freundin bin?" Sie grinste. Na toll, nein Danke, ich hatte wirklich kein Bock mich mit Dunk heute abend auseinander zu setzen.
Ich drehte mich jetzt schon wieder um. Es reichte mir, ich wollte wissen wer mich beobachtet. Ich sah angestrengt nach hinten, als pl�tzlich ein komischer Typ, so Mitte 20 aufsprang und aus dem Saal rannte. "Ja, laufen sie nur, und glauben sie nicht, dass ich das f�r sie noch mal wiederhole!" h�rte ich Dr. Smith in aller Ruhe sagen. Jetzt wusste ich zwar wie mein Beobachter aussah, aber ich war ihm noch nie im Leben begegnet, nachdenklich wandte ich mich wieder dem Tafelbild von Dr. Smith zu.
'Verdammt, wie konnte ich so unvorsichtig sein?' Max verschwand so schnell er konnte aus dem H�rsaal und rannte ein St�ck weit weg von dem Unigel�nde. Als er sich an eine Hauswand lehnte, um Luft zu holen, dachte er nach. 'Wei� sie jetzt wie ich aussehe? Wie lange hat sie mich schon angeguckt? Verdammt wieso hab ich nicht besser aufgepasst?' Er h�tte sich treten k�nnen f�r seine Unvorsichtigkeit, aber daran lie� sich jetzt nichts mehr �ndern. Er sah sich um und setzte seinen Weg weiter fort. In Gedanken ging er seinen Plan durch. Er wu�te alles �ber Antony und mich. Wie oft wir essen gingen, was unser Lieblingsrestaurant war und und und. Er wollte es genauso machen wie er es seit Jahren geplant hatte. Er hasste es, wenn etwas nicht so lief, wie er sich das ausgedacht oder geplant hatte und dass ich ihn nun gesehen hab, war nicht eingeplant.
"Hey S�sse, hat Kat dich schon aufgekl�rt?!" Antony schloss die T�r auf und sah mich im Flur stehen, er gab mir einen Kuss und nahm mir die Zigarette aus der Hand. Strafend sah er mich an, ich hatte eigentlich aufgeh�rt. "Du kannst doch nicht wirklich von mir verlangen, dass ich heute Abend mit Duncan irgendwohin gehe!!!" Ant legte seine Arme um mich und guckte mir tief in die Augen. "Vielleicht kl�rt ihr dann endlich ma, was ihr eigentlich f�r ein Problem miteinander habt!" Ich verdrehte entnervt die Augen. "Antony!! Wie oft hatten wir dieses Thema schon? Ich kann ihn einfach nicht ab und das wei�t du, das wei� Kat, das wissen alle die mich kennen. Wieso nervt ihr mich dann immer mit ihm? Er mag mich doch genauso wenig, wieso d�rfen wir uns nicht einfach aus dem Weg gehen?"
"Weil ich das nicht mag, wenn mein Schatz sich nicht mit meinen besten Freunden versteht!" Ich verstand mich eigentlich super mit Lee und Simon, aber Duncan!?! Dieser d�mliche Muskelbepackte egoistische, nicht ganz dichte, dauergeile Lackaffe!!! Wir haben uns, seit wir uns kennen, also seit gut 2 Jahren nicht einmal normal unterhalten, es endete immer in einem totalen Streit. Sauer, dass wir heute schon wieder keinen ruhigen Abend haben w�rde, es war endlich mal ein Wochenende, wo Ant zuhause war, ging ich in mein Zimmer. Ich wollte noch mein Buch weiterlesen.
Ich hatte mich kaum auf mein Sofa gesetzt, als Lee in mein Zimmer sprang. "Huhu, na Kleine?! Hab geh�rt du bist sauer?" Ich grummelte vor mich hin und nahm ihn dann in den Arm, er war schon richtig lange nicht mehr bei uns gewesen. "Ich muss mich ja wohl oder �bel dem f�gen, was Kat, Ant und Dunk wollen...Glaub mir ich hab da echt keine Lust zu." Er lachte, dann meinte er, dass Dunk genauso wenig Lust dazu hatte mich zu sehen, er wollte viel lieber einen Abend mit Kat alleine verbringen, doch sie war die treibende Kraft f�r ein Doppeldate.
Lee setzte sich zu mir und guckte mir ein wenig beim Lesen zu, doch nach einiger Zeit wurde es ihm wohl zu langweilig. Er verabschiedete sich und ging wieder runter zu Ant.
In meinem Buch klingelte gerade das Telefon und der M�rder, ein kranker Psychopath, k�ndigte an, dass die Frau von dem erschossenen Mann am Anfang des Buches ganz langsam und qualvoll get�tet w�rde, zu einer Zeit an einem Ort an dem sie nie damit rechnen w�rde. Ich war wieder vollkommen vertieft in die Handlung, als Kat meine T�r aufriss und mich mit einem lauten 'Hy' zu Tode erschreckte. Ich sah sie sauer an.
"Du verursachst echt Sch�den in meinem Leben, erst muss ich mich heute Abend mit Dunk abgeben und jetzt bringst du mich auch noch fast um, was hab ich dir getan?!" Lachend nahm sie mir das Buch weg und zog mich hoch. Sie musterte mich leicht verwirrt. "Du willst doch nicht wirklich so heute abend mit uns weggehen?!" Fragend sah ich an mir runter. Ich fand mein Outfit eigentlich recht in Ordnung. Ich mein was ist gegen eine dunkelblaue Trainingshose und ein wei�es Top auszusetzen? J Kat setzte sich also f�r l�ngere Zeit mit meinem Kleiderschrank auseinander. Ich ging w�hrenddessen was zu Essen holen. Ich stand an der Theke und machte ein paar Brote, als Ant in die K�che gelaufen kam, seine Arme um meinen Bauch legte und seine Lippen �ber meine Schulter wandern lie�.
Er st�tzte sein Kinn auf meine Schulter und beobachtete was ich machte. "Bist du sauer, wegen heute Abend?" Ich gab ihm ein St�ck Gurke und einen Kuss auf die Wange. "Ich h�tte mich schon auf einen gem�tlichen Abend gefreut, nur wir beide und abgeschaltete Handys! Aber was tut man nicht alles f�r den geliebten Mann und die beste Freundin?" Er l�chelte und verschwand wieder in dem Wohnzimmer, er und Lee spielten Play Station und Lee wartete schon ungeduldig.
'Sie sind heute Abend also zu viert weg. Das ist ja gar nicht schlecht!' Max sa� in seinem Zimmer und schrieb seine neusten Erkenntnisse in sein, seit Jahren sauber gef�hrtes Notizbuch.
Heute Abend sollte es losgehen. Er war sich sicher, dass er bereit war. Wie lange hatte er auf diesen Tag gewartet? Heute w�rde es beginnen und dann in 4 Wochen ist keiner mehr von ihnen �brig, weder die Band, noch die Freundinnen, nicht mal mehr ihre Haustiere sollten �berleben. Er wollte sie alle weg haben und heute war der richtige Zeitpunkt um anzufangen.
"Was h�ltst du denn von dem Mini? Heute ist auch so super Wetter, da kannst du den gerne tragen!" Kat sah mich herausfordernd an. Ich guckte meine Beine an und dann zu Kat zur�ck. "Hast du dir ma meine Beine angeguckt? So wei� wie die sind?! N�h vergiss es, ich zieh meine Hose an, ist sowieso besser...." "M�del du vergisst jetzt ma was, und zwar zu denken und mir zu widersprechen, du ziehst heute den Rock an, du hast gar keine Wahl, wieso frag ich dich �berhaupt?" Ich warf ihr lachend ein Kissen ins Gesicht. Sie wich aus und setzte sich aufs Bett um sich �ber die Brote herzumachen. Die Frau konnte echt essen ohne Pause und sie nahm noch nicht mal zu dabei.
"Hallo, st�r ich?!" Ant steckte den Kopf ins Zimmer. Kat winkte ihn ran und zeigte ihm den Rock. Er sah Kat an und bemerkte dann meinen drohenden Gesichtsausdruck, aber davon lie� er sich nicht abhalten mich heute auch noch fertigzumachen. " Also, ich finde, du kannst das heute abend gerne mal anziehen, ich find es besser als deine ewige Hose!"
Ich machte gro�e Augen. Er hatte doch eben nicht wirklich meine absolute Lieblingshose beleidigt. Gespielt beleidigt warf ich ein Kissen nach ihm, traf aber nicht. Antony kam zu mir und st�rzte sich auf mich. "Ach Schatz, nimm doch nicht immer alles so ernst!" Er fing an mich zu k�ssen, wir verga�en Kat einfach mal, war ja auch nicht schwer J . Sie stand auf und ging grinsend runter zu Lee, der immer noch da war, hatte der �berhaupt noch vor zu gehen??
Es war 7.oo als Kat an die T�r klopfte. "Leute, ich st�r euch ja nur ungern, aber seid ihr nicht der Meinung, ihr solltet euch mal langsam fertig machen? Ich mein, wir wollen in ner Stunde los!" Ich kuschelte mich noch ein wenig an Ant und schloss meine Augen. "Ja, mach ma keinen Stress, dein Depp kommt eh zu sp�t, der muss sich noch die Haare machen!" rief ich ihr durch die T�r zu. Sie ging wieder nach unten.
"Und, sind die beiden �berhaupt noch wach?" Lee sah Kat fragend an, sie zuckte aber nur mit den Schultern und a� ihren Joghurt, den sie sich genommen hatte, auf. So gegen 7.5o stand ich in dem Mini und einem dazu passenden Pulli unten in der K�che. "Was f�r Schuhe soll ich denn bitte dazu anziehen?" Kat guckte mich an wie ein Auto. "Sag nicht, dass du keine passenden Stiefel oder Stiletts dazu hast! M�del wof�r hast du eigentlich nen Superstar als Freund?" Ant guckte auf "Was ist los? Ich hab gerade nicht zugeh�rt!" "Antony Costa, wieso hab ich dich eigentlich als Freund, wenn ich nicht einmal passende Schuhe zum Outfit von dir bekomme?" Ant legte seine Hand auf meine H�fte und sah mich an, die Augenbrauen hochgezogen. "Mein liebes Fr�ulein, du selbst weigerst dich strikt dagegen, wenn ich mal mit dir einkaufen gehen will, weil du diese Schuhe hasst!!" Lachend strich ich ihm �ber die Wange und holte meine Chucks aus dem Schrank, es sah ein wenig ungew�hnlich aus, aber nicht schlecht und ich lief immer so rum, so kannte mich auch jeder, ich war eben nich zu �ndern.
Kat machte die T�r und gab Dunk einen Kuss auf die Wange "Hey, Kleiner, freut mich dass du so p�nktlich bist!" Duncan guckte sie an "Kleiner?! Du bist ganz sch�n frech, meine Liebe!" Er legte ihr die Hand auf den Po. Wenn ich sowas schon sehe, k�nnte ich ihm an die Gurgel gehen, er wusste doch nicht mal welche Augenfarbe sie hatte. "Hey Ant, na Alter wie gehts?" Die Beiden begr�ssten sich auch, nur bei mir machte Dunk eine Ausnahme. Er nickte lediglich mit dem Kopf... Oh ich hasse den Kerl!!
"Okay, wo wollen wir hin?" Fragend sah Ant uns an. Dunk schlug schlie�lich vor, dass wir alle tanzen gehen k�nnten, falls ich das denn kann. "Dankesch�n, aber ich glaub ich hab damit weniger Probleme als du!" Ich 'l�chelte' ihn an und griff mir Ant�s Hand um sie fest zu dr�cken. Kat schlug vor mit einem Auto zu fahren, doch nie im Leben w�rde ich in diese Schwanzverl�ngerung von Auto einsteigen die Dunk sich gekauft hatte.
"Wieso kannst du nicht versuchen nett zu sein? Ich mein, er ist nunmal so, du musst ihn ja nicht lieben, aber er ist eigentlich ganz okay!" Ant und ich fuhren im Wagen hinter Kat und Dunk und waren kurz vor einem Streit. "Checkst du eigentlich nicht, dass er mich hasst und ich ihn hasse? Ich will einfach nichts mit ihm zu tun haben und da muss ich ihn auch nicht nur deinetwegen m�gen!" Es herrschte dicke Luft bei uns im Auto, ich wollte jetzt so unbedingt eine rauchen, aber ich hatte es Ant versprochen nicht mehr zu tun. Kurz bevor wir ausstiegen, hielt er mich fest und sah mir in die Augen. "S��e, alles wieder okay?! Ich hab das nicht so gemeint, tut mir leid!" Jetzt kam wieder diese Nummer. Ich wollte ihm nicht so einfach wieder verzeihen. Wortlos stieg ich aus, Ant schlug mit der Faust auf den Lenker und meinte beleidigt. "Dann eben nicht, ich hab echt kein Bock auf dein Rumgezicke heute abend, ich hab meinen Spass! Mit oder ohne dir!" 'Dann hab doch deinen Spass, echt du kannst mich mal!' Ich war wirklich nicht mehr in Partylaune, aber als Kat ankam, machte ich ihr zuliebe einfach mit, was sie vorschlugen. Wir betraten den Club und mich bekam sofort ein ganz komisches Gef�hl, ich konnte es nicht beschreiben, aber irgendwie f�hlte ich mich unwohl. Am liebsten h�tte ich Ant�s Hand genommen, aber der war sauer auf mich, was ich auch verstehen konnte. Ich setzte mich mit Kat und Dunk an einen Tisch in einer ruhigeren Ecke und beobachtete die Leute. Antony kam mit den Getr�nken, stellte sie ab und nahm meine Hand. Dankbar l�chelte ich ihn an, ich beruhigte mich ein bisschen und gab mir sogar M�he mich mit Dunk einigerma�en gut zu verstehen. Antony stand die ganze Zeit hinter mir, hatte seine Arme um mich geschlungen und war super gut gelaunt.
Ich hatte mein schlechtes Gef�hl schon fast vergessen ,als es pl�tzlich einen lauten Knall gab.
Alles was ich sah, war Kat, die im ganzen Gesicht Blutspritzer hatte und ich selbst hatte auch was abbekommen. Die Menge schrie ich drehte mich um, um Ant sehen zu k�nnen. Er lag am Boden, blut�berstr�mt. Ich sah ihn wie durch eine Nebelwand, ich nahm nichts wahr. Ich war unf�hig mich zu bewegen. Gottseidank war Kat ein fr�her wieder zu sich gekommen und leistete so gut sie konnte Erste Hilfe. Duncan telefonierte einen Krankenwagen ran. Antony lag auf dem R�cken, der Schuss hatte ihn genau im Bauch getroffen. Als ich sah wie er mich anguckte, rutschte ich auf den Boden und kniete neben ihm. Ich nahm seine Hand und konnte nichts sagen, ich konnte nichts tun. Er lag da kurz vorm sterben und ich konnte nichts machen. Ich fing an zu weinen, ich dachte echt ich w�rde ihn nicht wiedersehen, doch in letzter Sekunde kamen die Sanit�ter und der Notarzt. Sie verarzteten ihn so gut es ging und transportierten ihn dann in das n�chste Krankenhaus. Ich durfte mitfahren. "Hey Jo, wir kommen hinterher, wir sind gleich wieder bei dir okay?!" Dunk hatte mich an den Oberarmen gepackt und sah mich eindringlich an. "Wir sind gleich im Krankenhaus, bleib da gleich sitzen wo wir dich finden k�nnen, okay?!" V�llig aphatisch nickte ich mit dem Kopf und stieg wie in Trance in den Krankenwagen.
Ich sah Antony auf der Bare liegen und dachte an nichts. Ich konnte auch an nichts denken, in meinem Kopf drehte sich alles, ich hatte immer wieder die Bilder vor Augen, wie ich das Blut in Kat�s Gesicht gesehen hatte und die Menge am Schreien war. Dann erschien immer wieder Ant, wie er auf dem Boden lag und �berall um ihn rum das Blut floss. Ich guckte wieder zu Antony und fing an zu weinen. Die Fahrt verlief schweigend, keiner der Sanit�ter redete mit mir, ich war auch ganz froh dar�ber. Sie hatten die Blutung stoppen k�nnen und fuhren jetzt auf dem schnellsten Weg zur Klinik. Antony lag im Koma und wurde sogleich auf die Intensivstation gebracht. Ich sa� teilnahmslos im Wartesaal und dachte �ber die letzten 2 Jahre nach. Wie wir uns kennengelernt hatten und dass ich ihn am Anfang richtig nicht mochte, weil er sich ewig �ber mich lustig machte...von wegen ich sei zu klein und solche Scherze. Auf einer Party von Carrie kamen wir uns dann n�her, wir hatten beide keinen Schluck getrunken und waren somit die einzigen auf der Party. Als wir uns dann in Carrie�s Zimmer zur�ckgezogen hatten um in Ruhe reden zu k�nnen, hielt er mich auf einmal fest und k�sste mich. Aus diesem Kuss wurde eine ganze Nacht. Normalerweise bin ich ja nicht so, aber Antony hatte irgendwann gestanden, dass er mich schon eine ganze Zeit richtig, ernsthaft liebt, er aber immer dachte, ich mag ihn nicht wegen seiner Scherze. Als er mir nach diesem Gest�ndnis wieder in die Augen guckte hatte es richtig geknallt bei mir. Seitdem sind wir zusammen und ich kann mir ein Leben ohne ihn schon gar nicht mehr vorstellen.
Duncan und Kat kamen durch die T�r. Kat st�rzte auf mich zu und nahm mich fest in den Arm. Sogar Dunk war richtig lieb zu mir.
Wir sa�en schweigend da, als endlich der Doktor kam. Sofort sprang ich auf, doch meine Knie gaben nach und ich sackte weg. Duncan fing mich gerade eben so noch auf. Der Doc sah mich an. "Sie sind Mrs. Costa?" Ich sch�ttelte mit dem Kopf "Nein aber ich bin seine Lebenspartnerin, seit gut 2 Jahren!" Der Doc gab mir die Hand und machte einen ernsten Gesichtsausdruck. Ich dr�ckte Dunk�s Hand fest, um nicht wieder umzukippen. "Es geht ihm den Umst�nden entsprechend, er ist au�er Lebensgefahr, aber wann er wieder ansprechbar sein wird, ist noch nicht raus. Sie k�nnen ihn aber jetzt sehen f�r einen Moment!" Ich folgte dem Doc in Ant�s Zimmer. Er lag da, an irgendwelche Schl�uche angeschlossen und schlief. Ich ging zum Bett und streichelte sein Gesicht. "Schatz, warum du? Was hast du getan? Wehe du kommst nicht wieder zur�ck, und das ganz schnell, ich kann doch ohne dich nicht mehr!"
Ich stand neben seinem Bett und wusste nicht was ich tun sollte. Ich f�hlte wie Kat ins Zimmer kam und ihre Hand auf meine Schulter legte. "Komm, er wird wieder, du kennst doch Antony!" Traurig l�chelte ich sie an. Ich hoffte so sehr dass sie Recht behielt.
Ich blieb die ganze Nacht im Krankenhaus, ich konnte ja irgendwas wichtiges verpassen. Duncan blieb auch zu meiner Verwunderung, nur Kat musste irgendwann weg, sie wollte lieber an die Uni, weil sie sonst wie sie selbst sagte, verr�ckt geworden w�re. "Ich entschuldige dich bei unserm Prof.!" Sie dr�ckte mir einen Kuss auf die Wange und verschwand. Teilnahmslos spielte ich die ganze Zeit mit dem Ring, den Ant mir irgendwann mal zum Geburtstag geschenkt hatte. Duncan beobachtete mich eine Weile. "Du wei�t, dass Ant das schon hinkriegt, du kennst ihn doch!" versuchte er mich schlie�lich aufzumuntern. Ich guckte ihn an, er l�chelte mir das erste mal seit unserer Bekanntschaft zu. Ich h�tte nie gedacht, dass wir uns je so gut unterhalten k�nnten. Er erz�hlte mir sein ganzes Leben, nur um mich ein wenig abzulenken. Weil wir so vertieft waren in unser Gespr�ch bemerkten wir gar nicht, wie Simon und Lee zu uns gelaufen kamen. "Hey, wie geht�s Antony? Wir haben es eben erst erfahren. Wieso habt ihr uns nicht angerufen?" Lee und Sy hatten erst in den Nachrichten gesehen was passiert war und waren sofort hergekommen. Lee nahm mich in den Arm und sah mich an. "Und wie geht�s Dir? Warst du schon bei ihm? Wie steht's um ihn?" "Er ist au�er Lebensgefahr, aber die �rzte k�nnen immer noch nichts genaues sagen!"
Wir beschlossen, nachdem wir Simon und Lee �ber die momentane Lage aufgekl�rt hatten, einen Kaffee trinken zu gehen.
'Na endlich! Ich muss zu ihm ins Zimmer, ich bin auch zu bl�d. dass ich nicht richtig treffen kann!!' Max stand die ganze Zeit um die Ecke und wartete stillschweigend darauf, dass sich eine Gelegenheit bot in Antony�s Zimmer zu gelangen. Dass Ant �berlebte war nun schon der zweite Fehler den Max sich geleistet hatte und dass machte ihn w�tend. Nicht auf Ant, sondern auf sich selbst. Es konnte doch nicht angehen, dass die jahrelange sorgf�ltige Planung wegen eigener Dummheit platzte. Das durfte auf keinen Fall passieren.
Vorsichtig schlich er sich in das Krankenzimmer von Ant und schloss die T�r hinter sich. Jetzt w�rde nichts mehr schiefgehen. Leise ging Max an sein Bett und sah eine Weile zu, wie Antony schlief. F�r einen Moment �berkam ihn ein schlechtes Gewissen. Sollte er wirklich? Im Prinzip hatte Ant ihm doch nichts getan, es war alles Jo�s Schuld, aber andererseits war er ja mit ihr zusammen, das reichte schon ihn umzubringen. Max nahm ein Kissen und dr�ckte es vorsichtig auf Ant�s Gesicht.....
Als wir vom Kaffeetrinken wieder kamen, sah ich wie einige �rzte aus Antony�s Zimmer gelaufen kamen und wie wild da rumwuselten. Die Jungs hatten es gerade geschafft mich wieder zum Lachen zu bringen, als ich das sah. In meinem Kopf machte sich Panik breit, ich rannte zu dem einen Doktor und hielt ihn am �rmel zur�ck. "Was ist los? Was ist mit Antony?" Der Doc zog mich ein St�ck zur Seite und sah mich bemitleidend an. "Es tut mir leid, aber ihr Freund wurde....er wurde ermordet. Man hat ihn erstickt!"
Ich konnte nicht glauben was ich da h�rte. "Wie kann man sowas in einem Krankenhaus zulassen?" schrie ich den Arzt mit tr�nenerstickter Stimme an. Ich schrie den Arzt total zusammen, ich wollte es einfach nicht glauben. Antony konnte doch nicht tot sein. Lee war zu mir gekommen und hatte mich fest in den Arm genommen, auch er hatte Tr�nen im Gesicht. Simon versuchte mit dem Arzt zu reden, es fiel allen schwer, schlie�lich war Antony nicht mehr da. Er w�rde auch nicht wiederkommen. Mit dem Gedanken lie� ich mich auf den Boden fallen, ich hatte keine Kraft mehr. Regungslos sa� ich auf dem Flur und weinte. Duncan schlug gegen die T�r, er war fertig. Lee war weggelaufen, er wollte keinen sehen. Sy versuchte sich unter Kontrolle zu halten, doch man sah ihm an wie schwer es ihm fiel, er schluckte ziemlich stark bei jedem zweiten Wort das er mit dem Arzt wechselte.
"Soll ich dich nach hause fahren?" hatte mich vom Boden hochgezogen und mich auf einen Stuhl gesetzt. Der Doktor hatte geh�rt, was Dunk mir vorgeschlagen hatte und kam auf uns zu. "Es tut mir leid, aber sie k�nnen diesen Ort noch nicht verlassen, die Polizei m�sste jeden Augenblick kommen und sie haben uns gebeten, jeden der mit Mr. Costa zu tun hatte hier zu behalten, f�r Vernehmungen etc." Durch meine verheulten Augen sah ich den Arzt an "Sie wollen doch jetzt nicht wirklich von uns verlangen, dass wir der Polizei irgendwas erz�hlen!! Haben sie denn �berhaupt kein Verstand? Wissen sie eigentlich wie man sich f�hlt, wenn der wichtigste Mensch im Leben, mal eben so im Krankenhaus umgebracht wird?!" Ich fing wieder an zu schreien und wollte auf den Arzt losgehen, doch Duncan hielt mich zur�ck. Ich sah den Doc hasserf�llt an, der machte auch gleich �ngstlich einen Schritt zur�ck und murmelte etwas, von wegen dass es ihm leid t�te, er aber nichts machen k�nnte.
Die Polizei kam tats�chlich noch und stellte mir als erstes ein paar Fragen �ber Ant. Ich musste alleine mit ihnen reden, ich durfte niemanden dabei haben.
Die beiden M�nner, die sich wohl tierisch toll vorkamen, immerhin befragten sie gerade die Freundin des Stars 'Antony Costa' wegen eines Mordfalls und das blieb mit Sicherheit nicht lange geheim... wer wei�? Vielleicht hatte sie ja sogar was damit zu tun?! Sie fragten mich zumindest �ber jeden kleinsten Streit aus, an den sie sich erinnern konnten, wenn er in der Sun oder in der Times stand. Nach einer guten Stunde durfte ich endlich gehen. Ich war total am Ende, ich wollte aber nicht nach hause, denn da konnte ich nie wieder hin. Das Haus hatten Ant und ich uns irgendwann mal gekauft, weil wir sicher waren, dass da bald auch noch Kinder leben w�rden, doch daran konnte ich nicht mal denken, ich wollte nichts von Antony sehen, es reichte, dass die �rzte mir seinen Ring und seine Kette vorhin in die Hand gedr�ckt hatten. Ich hatte den Ring die ganze Zeit fest in der Hand gehalten, w�hrend die Polizisten mit ihren Fragen �ber mich herfielen. Jetzt sah ich ihn mir das erste mal genauer an. Auch die Kette, ein Medaillon, betrachtete ich genau. Es war ein Foto von mir und Antony auf der einen Seite und eins von Blue auf der anderen. Es waren die wichtigsten Leute in seinem Leben, die er immer bei sich hatte. Ohne nachzudenken legte ich mir die Kette um den Hals und hielt das Medaillon in meiner Hand, den Ring steckte ich mir an meinen Daumen. Simon hatte mich die ganze Zeit beobachtet und war nebenbei gefahren. Er hatte mir angeboten, dass ich bei ihm schlafen k�nnte, was ich auch dankend annahm. Ich sagte die n�chsten beiden Tage kein einziges Wort, ich f�hlte mich viel zu alleine gelassen und irgendwie auch verletzlich.
'Okay, Nummer 1 ist weg, mal schauen wen sie jetzt nimmt... Du bestimmst die Reihenfolge ganz alleine Jo' Max hatte zur Feier des Tages, immerhin hat es ja doch noch geklappt, eine Flasche Sekt aufgemacht und sie auch im irren Tempo geleert. Er sah auf das Bild in der Hello Blue gerade f�r ihre neue Single Bubblin abgelichtet waren und ein Interview zu lesen war.
Lachend las er sich das Interview durch und grinste fies, als er an die Stelle kam wo Antony von mir erz�hlte und sagte, dass er mich liebt.
"Meinst du du kannst da jetzt schon rein?" Kat sah mich pr�fend an. Ich hatte sie gebeten, mich zu unserem Haus zu begleiten, ich wollte ein paar Sachen holen, denn ich zog bei Simon ein, nachdem er mich �berredet hatte.
Ich holte tief Luft, sah Kat einmal an und holte meine Schl�ssel hervor. Antony war jetzt seit einer Woche tot. Die Beerdigung war vor 2 Tagen. Wir konnten nicht verhindern, dass Bilder in der Presse waren, aber das konnte man ja nie. Ich schloss leise und vorsichtig die T�r auf und ging in den Flur. Ich sah das alles zum ersten mal seit Antony�s Tod. St�ndig hatte ich das Gef�hl, er w�rde gleich um die Ecke geschossen kommen und mich begr��en, aber es passierte nichts. Schweigend folgte Kat mir durch jedes Zimmer. Ich strich mit den Fingern �ber die Fotos die wir aufgeh�ngt oder auf das Sims gestellt hatten. Mir liefen Tr�nen die Wange entlang, ich holte Luft und ging ins Schlafzimmer. Dort setzte ich mich aufs Bett. Schlie�lich schluchzte ich laut und begann wieder heftigst zu weinen. Kat kam zu mir und nahm mich in den Arm. Alles in diesem Haus erinnerte mich an Ant und an die letzten 2 Jahre. Die Bettw�sche roch noch nach ihm. Ich legte mich mit meinen Klamotten ins Bett und atmete tief ein.
Warum Antony? Was hat er je irgendwem getan? Er war einer der liebsten Menschen auf der Welt, wieso hatte man gerade ihn erschossen? Wieso? Es waren x Menschen im Club! Das musste doch gezielt gewesen sein, aber wer??
Ich guckte Kat an, die mir durch die Haare strich und versuchte mich zu tr�sten. "Was hat Ant getan?" Sie guckte mich an "Ich wei� es nicht, Kleine, aber sei dir sicher, man wird den Kerl finden und einsperren!" Ich drehte mich um und machte die Augen zu. Ich versuchte mir vorzustellen wie es w�re, wenn Ant jetzt hier w�re. Er w�rde mir �ber die Wange streicheln und meine Nase k�ssen. Ich liebte es wenn wir einfach nur so im Bett gelegen hatten und er mir sagte, dass er mich liebte.
"Hey, wie wars?" Kat brachte mich wieder zu Simon, nachdem ich es geschafft hatte ein paar Klamotten einzupacken, wobei ich fast alle Bilder mitgenommen hab. "Es war schlimm. Du kannst es dir nicht vorstellen, es war einfach nur schrecklich!" brachte ich leise und traurig hervor.
Simon nahm mir die Tasche ab und wir gingen in mein Zimmer. Ich lie� mich auf das Bett fallen und sah mich um. Das Zimmer war hellblau gestrichen und es gab eine kleine Nische, in der ein Sofa stand und dem gegen�ber ein Schreibtisch. Au�erdem war eine Wand komplett mit Fenstern ausgestattet, was das Zimmer extrem hell werden lie�. Ich sah zu Simon, der mir ein paar Handt�cher gebracht hatte. " Gef�llt�s Dir? Es ist mit Sicherheit ungewohnt, jetzt erstmal, aber du wei�t ja wo du mich finden kannst!" Dankbar l�chelte ich ihn an, dann gingen wir zusammen runter ins Wohnzimmer, Duncan, Kat und Lee wollten demn�chst eintreffen. Von Carrie hab ich seit einer guten Woche komischerweise nichts mehr geh�rt. Ich wusste ja, dass sie Ant nicht mochte, aber so herzlos, immerhin war der Freund der besten Freundin gestorben, konnte sie doch auch nicht sein. Die Anderen kamen noch nicht, Simon und ich sa�en auf dem Sofa und zappten ein wenig durch die Programme, dabei fiel mir ein, dass er ja auch noch eine Freundin hatte, die ich noch nie gesehen hatte.. wie hie� sie noch? "Sy, was ist eigentlich mit deiner neuen Freundin? Hat sie gar nichts dagegen, dass ich jetzt hier wohne?" Ein wenig geknickt sah er zu Boden, das Thema h�tte ich wohl besser gemieden. "Sie hat Schluss gemacht, als sie von sonem schmierigen Plattenboss einen angeblich besseren Vertrag bekommen hat, als von mir, na ja schien dann wohl aber auch nicht die gro�e Liebe gewesen zu sein!" Ich sah ihn an, irgendwie tat er mir leid, er hatte bisher immer nur Pech wenn es um die Liebe ging. Wir sa�en noch eine Weile da, als auf einmal die anderen so ohne Klopfen oder klingeln reinkamen. Lee hielt lachend ein Sixpack Bier (Becks nat�rlich...nech Schatzi *gg*) hoch und begr��te uns grinsend. "Ich dachte, wir machen heute mal Party, was haltet ihr davon?" Kat nahm Simon und mich in den Arm, mir entging dabei nicht, dass sie und Duncan H�ndchen hielten. Als sie meinen Blick sah, grinste sie vielsagend. So nett Duncan auch war in letzter Zeit, ich war immer noch der Meinung die beiden passten nicht zusammen.
Wir machten es uns mit bestelltem asiatischen Essen und dem mitgebrachten Bier von Lee auf den Sofas bequem und guckten Dvd�s. Es war das erste mal, dass ich nicht ewig an Antony dachte und es war auch das erste mal, dass ich wieder richtig lachte. Lee und ich sa�en auf einem Sofa unter einer Decke und machten die ganze Zeit Witze �ber die Idioten in den Filmen und tranken auch ma um die Wette, es war echt lustig. Duncan und Kat verabschiedeten sich allerdings schon fr�her als Lee, der nach dem dritten Bier kurzfristig entschloss auch bei Simon zu �bernachten.
"Soa Leute ich geh jetzt auch ins Bett, macht mir keinen Unsinn, ich will hier nichts mehr h�ren!" Sy sagte dass mehr scherzhaft, Lee salutierte vor ihm und wir w�nschten ihm dann eine gute Nacht. Lee und ich blieben noch im Wohnzimmer. Inzwischen sa� ich mit meinem R�cken an seinen Bauch gelehnt und er seine Arme um mich gelegt unter der Decke und hatte mich an ihn gekuschelt. Eine Weile sagten wir nichts, jeder hing seinen Gedanken nach, bis ich irgendwann das Schweigen brach. "Was hat die Polizei dich eigentlich gefragt?" Er sah in den bereits ab geschalteten Tv und schien zu �berlegen, mit seiner rechten Hand streichelte er die ganze Zeit meinen Arm, was uns beiden aber irgendwie nicht richtig auffiel. "Den typischen Kram halt, wie lange ich ihn kenne und ob ich wei�, dass es bei euch gekriselt hat, eben solche Dinge. Und sie haben mich gefragt, ob er Feinde hatte!" Ich dr�ckte mich ein bisschen enger an Lee. "Das w�sste ich auch gerne, ich mein, dass das ein Anschlag war, ist ja nun seit dem Kissen klar, oder?!" fragend guckte ich ihn an. Er erwiderte meinen Blick und strich mir eine Str�hne aus dem Gesicht." Es ist definitiv ein Anschlag, das sag ich dir auf den Kopf zu, aber erkl�r mir bitte wieso gerade Antony? Ich meine, wenn es ein Anschlag war, weil er ber�hmt ist, dann h�tte doch auch Duncan Opfer sein k�nnen oder?! Ich glaube da steckt mehr dahinter, aber wir sind keine Detektive Jo, wir k�nnen nur warten und auf die Arbeit der Bullerei vertrauen." "Vermisst du Antony? Ich mein, glaubst du es wird schwer werden f�r euch ohne ihn?" "Es wird verdammt schwer, wir sind nicht mehr Blue und wenn ich ehrlich bin, wei� ich auch noch nicht so sicher, ob wir so als Band �berhaupt weitermachen wollen. Sicher h�tte Ant das so gewollt, aber ohne ihn sind wir nicht mehr wer wir waren!" Wir f�hrten das Gespr�ch noch eine ganze Weile weiter. Seine Hand war auf meiner Wange geblieben und streichelte jetzt durch mein Gesicht. Ich kann nicht sagen, dass mir die Ber�hrungen nicht gefallen haben, aber ich war noch lange nicht bereit etwas mehr zu riskieren, als das was wir gerade taten. Lee schien es darauf aber auch nicht angelegt zu haben. Er streichelte einfach nur in denselben monotonen Bewegungen �ber meine Wange, ich wusste nicht einmal, ob er das �berhaupt merkte. Jedenfalls beruhigten diese Ber�hrungen mich so sehr, dass ich recht schnell einschlief.
"Hey... Kleine! Aufwachen!" Verschlafen blinzelte ich durch die Gegend. Ich sah in Lees Augen und dachte an das Gespr�ch von dem Vorabend. "Wie sp�t ist es?" brachte ich leise hervor, aber wenn ich ehrlich war interessierte es mich gar nicht, ich wollte einfach liegen bleiben und weiterschlafen. "Es ist gleich 8.oo Wolltest du heute nicht wieder zur Uni?" Ich guckte auf sein Handy, das Display zeigte an, dass es tats�chlich 8.oo war und dass ein Dienstag war. Fluchend sprang ich vom Sofa und rannte wortw�rtlich die Treppen rauf ins Bad, wobei ich fast Simon umnagelte. "Sorry, ich hab�s eilig!" entschuldigte ich mich und knallte die T�r hinter mir zu. Ich war echt in einer rekordverd�chtigen Zeit fertig und goss mir unten Kaffee in meine Tasse. Schnell st�rzte ich mir das Getr�nk runter, verbrannte mich tierisch, stie� einen Fluch aus und fuhr dann mit meinem kleinen Auto....okay, es war auch mal ein Geschenk von Ant, ein Mercedes (das war das einzige was ich mit Duncan gemeinsam hatte) Richtung Uni. Es war ein v�llig normaler Morgen, ich war wie immer ein paar Minuten zu sp�t, quetschte mich in den hinteren Reihen durch zu Kat, die mir ein Platz freigehalten hatte. "Hey, du bist ja richtig munter heute. Hei�t das, dass es dir jetzt so langsam besser geht?" Tina, eine Mitstudentin, die eine Reihe vor uns sa�, hatte sich umgedreht und sah mich aufmunternd an. "Ja danke, so nach und nach komm ich wieder in Ordnung!" Ich packte meinen Notizblock aus und fing an mal wieder was mitzuschreiben. Kat sah mich grinsend an, ich hatte zwar eine Menge an Stoff verpasst, aber ich war fest entschlossen, das so schnell wie m�glich wieder aufzuholen. Sp�ter in der Mensa, beim Mittagessen erz�hlte Kat mir alles von Duncans und ihrer ach so tollen Beziehung. Ich meine ich g�nne es den beiden ja, nicht so wie Carrie mir Ant versucht hat ersetzbar zu machen, aber Duncan ein liebevoller Mann??? Das konnte ich mir beim besten Willen einfach nicht vorstellen.
�Das Blatt hat sich ein wenig gewendet! Wenn ihre Freundin jetzt mit dem anderen Typen zusammen ist, dann muss ich die beiden wohl als letztes abhaken.� Max sa� an seinem kleinen Schreibtisch und betrachtete die Bilder in der Sun, die Duncan und Kat zeigten. Hinter ihm, lag eine Axt, sie war gerade eben erst von ihm benutzt worden, denn an der Klinge klebte noch frisches Blut.
Carrie w�rde erst in ein paar Tagen in ihrer Wohnung gefunden werden...
Die R�ckkehr an die Uni war gar nicht so schlimm wie ich sie mir vorgestellt hatte. Es gab nat�rlich ein paar Leute die mir ihr Beileid aussprachen, aber im gro�en und ganzen verhielt sich jeder wie sonst auch. Am Nachmittag beschloss ich Antonys Grab zu besuchen. Ich hatte vorher ein paar Blumen besorgt und stand jetzt vor den Mauern vom Friedhof. Ein wenig unwohl war mir schon, denn ich war zum ersten mal hier und ich hatte keine Ahnung wie ich reagieren w�rde. Ich hielt das Amulett fest in meiner einen Hand und den Strauss in der anderen. Als ich an seinem Grab ankam sah ich einige weibliche Fans und wollte eigentlich gerade wieder umkehren, auf noch mehr Beileid hatte ich absolut keine Lust. Doch eine von denen hatte mich schon entdeckt und sagte den anderen bescheid. Widerwillig ging ich doch hin. "Hy, du bist doch Jo, oder?! Tut uns echt leid, was passiert ist, wir wissen wie du dich f�hlst, immerhin ist Ant uns ja auch genommen worden!" Ein etwas pummeliges M�dchen mit schwarzen Haaren und einer Knollennase sah mich bemitleidend an.� Ihr glaubt zu wissen wie ich mich f�hle? Alles was ihr von Antony kennt ist sein B�hnenimage. Danke aber auf solche Spr�che kann ich echt gut verzichten!!� Ich hatte mich gedanklich schon so in Rage geredet, dass ich die drei eigentlich richtig zusammen machen wollte, doch als ich den Mund aufmachte um ihnen zu antworten brachte ich nur ein "Danke" raus. Die M�dchen lie�en mich jetzt alleine und zogen sich zur�ck, wof�r ich recht dankbar war. Ich sah auf den Grabstein und auf die vielen Geschenke die Fans hier abgelegt hatten. Auf einem Umschlag stand mit gro�en Lettern mein Name. Vorsichtig nahm ich ihn und �ffnete. Es war ein handgemaltes Portrait von einem Fan. Sie schrieb in einem kleinen Brief, dass sie sich nur schwer vorstellen k�nnte jemals �ber seinen Tod hinwegzukommen, weil Antony f�r sie einfach alles war, auch wenn sie ihn nicht kannte. Sie w�nschte mir alles Gute und Liebe f�r die Zukunft und dr�ckte auch noch mal ihr Beileid aus. Ich sah mir das Bild an und musste l�cheln, sie hatte ihn echt gut getroffen, er guckte mich direkt an und grinste so wie er es immer tat. Ich steckte das Bild ein und wandte mich nun wieder an das Grab.
"Hey mein Schatz, geht�s dir gut?" Bl�de Frage eigentlich, doch ich wollte ihm irgendwas erz�hlen. Ich setzte mich auf den Boden vor seinem Grabstein und begann. "Gestern haben wir alle einen Dvd Abend gemacht, war echt nett, auch wenn Duncan dabei war. Er und Kat sind jetzt �brigens zusammen.
Lee und ich haben uns richtig gut verstanden, vor allem haben wir uns lange unterhalten, es geht ihm gar nicht so gut, wie er eigentlich tut, aber das kennst du ja schon von ihm, nicht wahr?!" Ich erz�hlte ihm alles, was in den letzten 2 Wochen passiert war und erw�hnte auch, dass Carrie sich seitdem nicht mehr gemeldet hatte und ich das richtig mies fand und so weiter.
Nach einiger Zeit sah ich auf die Uhr. Ich hatte schon mehr als 2 Stunden hier verbracht. Ich nahm das Amulett von meinem Hals und legte es mit den Blumen an den Stein. Ich hatte irgendwie das Gef�hl, dass er uns alle so ein wenig n�her hatte. Ich verabschiedete mich von ihm und ging zum Auto.
Gerade als ich einsteigen wollte f�hlte ich wie jemand mich zu beobachten schien. Ich guckte mich um, konnte aber keinen entdecken. Ohne weiter nachzudenken fuhr ich zur�ck zu Simon.
Auf dem Weg �berlegte ich, ob ich nicht vielleicht kurz bei Carrie vorbeigucken sollte. Sie hatte Antony zwar nicht gemocht, aber dass sie sich so lange gar nicht meldete passte nicht zu ihr, da musste doch was nicht stimmen. Ich bog in die Strasse ein, in der sie wohnte und hielt vor ihrer Wohnung im Erdgeschoss.
Als ich klopfte erhielt ich keine Antwort, aber ihr Auto war da, folglich war sie zuhause. Ich versuchte durchs Fenster zu gucken, konnte aber nichts erkennen. So langsam wurde ich unruhig, ich suchte einmal um das ganze Haus nach einer M�glichkeit einzusteigen. Schlie�lich fand ich die Terassent�r auf Kipp und stieg ein. Ein abartiger Geruch stand in der Wohnung. Ich rief nach Carrie doch ich bekam immer noch keine Antwort. Vorsichtig �ffnete ich die Schlafzimmert�r und wich gleich erschrocken zur�ck. Dort lag Carrie. Neben ihr eine inzwischen getrocknete Blutlache. Sie sah aus, wie hingerichtet. Ich konnte nicht wegsehen. Irgendwer hatte Carrie den Kopf gespalten. Es war einfach nur widerlich. Es dauerte eine Weile bis ich mich von dem Schock soweit erholt hatte, dass ich um Hilfe rufen konnte. Ich rannte zum Telefon und rief die Polizei. Danach rief ich Lee an. Er h�rte sich an was passiert war und versicherte mir sofort zu kommen.
Ich legte den H�rer zur�ck auf die Gabel und sah Richtung Schlafzimmer. Das konnte doch nicht real sein, oder?! Ich rutschte kraftlos an der Wand runter und begann zu weinen. Carrie war der zweite Mensch, der mir wichtig war, der ermordet wurde. Was passiert hier?
Ein paar Minuten nach meinem Anruf traf die Polizei ein. Sie schlugen die Wohnungst�r ein und standen wenige Augenblicke sp�ter im Schlafzimmer. Der selbe Polizist der mich schon bei Antony befragt hatte kam zu mir und legte mir die Hand auf die Schulter. "Es tut mir leid, dass sie schon wieder so was durchmachen m�ssen!" Ich sah ihn mit roten Augen an. Kurz nach der Polizei kam auch Lee. Er sah mich und nahm mich wortlos fest in den Arm. Ich musste mal wieder einige Fragen beantworten, bevor Lee mich mit zu sich nehmen konnte.
Ich sa� schweigend im Auto, w�hrend Lee fuhr. Es lief kein Radio und er sagte auch nichts, es war ganz still.
Bei ihm angekommen machte er mir die T�r auf und half mir aus
dem Auto. In seinem Haus roch es nach Limonengras und sein Zimmer, welches er mir heute Nacht zur Verf�gung stellte war ganz in gelb-orange gehalten. "Brauchst du noch irgendwas?" fragte er mich. Ich sch�ttelte mit dem Kopf und wischte mir �ber die Augen. Schnell drehte ich mich um, damit Lee mich nicht schon wieder weinen sah, doch es blieb ihm nat�rlich nicht verborgen. Er kam zu mir und legte seine Arme um mich. "Hey, du wei�t wenn du reden willst, kannst du immer zu mir kommen und sonst auch!" Er dr�ckte mich fest an sich und strich mit durchs Haar. Nach einiger Zeit hatte ich mich dann wieder ein wenig beruhigt und bedankte mich bei ihm. Er rief bei Simon an und sagte ihm wo ich war, damit er sich keine Sorgen machen musste.
Trotz dem Schock wenige Stunden zuvor, schlief ich recht schnell ein und auch recht tief, so dass ich am n�chsten Morgen zeitgleich mit Lee wach wurde. Wir trafen uns in der K�che. Er war beim Kaffeekochen und trug nur seine Boxer. Total zerzaust wie ich aussah setzte ich mich an den Tisch und nahm mir eine Tasse. "Hab ich dich geweckt oder warum bist du schon wach?" Lee hatte sich gerade umgedreht und merkte erst jetzt dass ich schon unten war. "Nein, ich kann nicht mehr schlafen, irgendwie ist das alles zuviel gewesen, die letzten Wochen. Aber komisch ist es schon, bei Carrie hab ich nicht die gleiche Trauer wie bei Ant! Meinst du, sie war mir �berhaupt so wichtig? Wenn ich nicht mal richtig trauern kann, dann war die Freundschaft doch gar nicht so tief oder?!" Lee sah mich nachdenklich an und trank seinen Kaffee. Dann stand er auf und ging, ohne ein Wort zu sagen ins Badezimmer. Ich sah ihm hinterher und ging meinen Gedanken nach. Es stimmte. Ich war zwar v�llig am Boden, als ich Carrie so hingerichtet gesehen habe, aber es war nicht so schlimm wie es eigentlich h�tte sein m�ssen. Vielleicht lag es daran, dass ich bei Carrie nicht direkt dabei war und Antony ja fast neben mir gestorben ist.
Nachdem Lee sich auf den Weg gemacht hatte, der Urlaub war vorbei, sie mussten jetzt �ber den weiteren Verlauf von Blue nachdenken, setzte ich mich vor den Fernseher und guckte Nachrichten. Carries Mord war schon bekannt geworden und es waren auch schon Zusammenh�nge zwischen den beiden Mordf�llen gekn�pft worden, weil ich immerhin in sehr engem Kontakt mit beiden Opfern stand. Kaum waren die Nachrichten beendet klingelte es an der T�r. Ich schaute vorsichtig durch das Fenster und ging dann entnervt wieder zur�ck ins Wohnzimmer. Vor der T�r standen eine Reihe Journalisten, die sich irgendwelche Interviews erhofft hatten. Als sie endlich abzogen schlich ich mich durch den Hinterausgang zu meinem Auto und fuhr zu Kat. Ich war zwar nicht sicher ob sie zuhause war, aber es war besser in der Gegend rumzufahren, als zuhause bei Lee zu sitzen und darauf zu warten, dass irgendwas passierte.
Ich beschloss jetzt selbst mal nachzugucken, weil so recht vertraute ich nicht auf die Arbeit der Polizei und �berhaupt, wenn es wirklich was mit mir zu tun hatte, dann war es ja wohl nur mein gutes Recht selbst ein paar Dinge zu pr�fen. Kurzfristig beschloss ich doch noch einmal zu Antonys und meinem Haus zu fahren, bevor ich bei Kat erschien. Es war immer noch unsere Einrichtung drin und es war auch noch nicht zum Verkauf freigegeben worden, weil ich mir immer noch nicht so sicher war, ob ich es wirklich loswerden wollte, es hingen schlie�lich noch eine Menge Erinnerungen daran.
Ich schloss die T�r auf und guckte mich um. Ich hatte das Gef�hl, dass irgendwer hier gewesen war. Es sah zwar alles aus wie immer, doch irgendwas war anders. Ich ging durch jeden Raum und guckte mir alles genau an. In unserem Schlafzimmer fiel mir auf, dass das Bett gemacht war. Wenn ich mich recht erinnern konnte war ich die letzte die darin gelegen hatte und ich war definitiv nicht in der Lage gewesen das Bett wieder ordentlich zu machen. �berhaupt war das alles sauber und aufger�umt. Irgendwer war hier gewesen, soviel stand fest. Je mehr ich dar�ber nachdachte desto mehr Angst bekam ich. Hatte das etwa einen Grund, dass ich mich ewig beobachtet f�hlte? Ein wenig nerv�s ging ich wieder runter, als ich pl�tzlich etwas klirren h�rte. Neugierig und doch ver�ngstigt ging ich ins Wohnzimmer von wo der Knall kam. Ein Bild war vom Kaminsims gefallen. Ich hob es auf und betrachtete es. Es waren Antony und ich in unserem ersten Urlaub zusammen mit den Jungs. Ich betrachtete das Foto ganz genau und zum ersten Mal fiel mir ein dunkelhaariger Typ auf, der im Hintergrund auf dem Foto zu sehen war und der mir irgendwoher bekannt vorkam. So schwer man ihn auch erkennen konnte, ich wusste, dass ich dieses Gesicht schon einmal gesehen hatte. Mir fiel nur nicht ein wo.
Ich steckte das Foto ein und ging Richtung Haust�r. Ich versicherte mich dass ich auch auf jeden Fall abgeschlossen hatte und machte mich dann auf den Weg zu Simon. Er war auch schon zuhause und machte sich gerade einen Kaffee. Ich nahm mir eine Tasse und hielt sie ihm l�chelnd hin. Er goss mir auch ein und wir setzten uns dann ins Wohnzimmer. Erst war ich am Z�gern ob ich ihm erz�hlen sollte was ich vorhatte dann tat ich es aber doch. Er hatte mir schweigend zugeh�rt, als ich von meinem Vorhaben berichtete die Sache mal selbst in die Hand zu nehmen und er hatte auch nichts dazu gesagt als ich ihm erz�hlt hatte, dass irgendwer in unserem Haus gewesen sein muss. Erst als ich fertig war, setzte er die Tasse ab und sah mich an. "Jo, solltest du wirklich Recht haben, dann ist es auf jeden Fall eine unglaubliche Dummheit jetzt auf eigene Faust irgend etwas zu machen! Ich meine, ich versteh ja dass du den Tod von Antony und Carrie nicht einfach so hinnehmen willst, ich will es genauso wenig, vor allem, da es kein nat�rlicher Tod war sondern Mord. Doch wenn du glaubst, dass es Zusammenh�nge gibt dazwischen, dann solltest du das der Polizei erz�hlen und nicht selbst was losmachen, das gibt nur �rger!" Im Prinzip hatte Simon ja recht, aber ich wollte nicht mehr nur so in der Ecke sitzen und nichts tun, ich wollte unbedingt wissen wer hinter den Morden steckte und vor allem ob noch jemand in Gefahr war. Das musste er doch verstehen. Ich hatte genug getrauert, ich wollte jetzt handeln.
�Wie kann ich nur so scheisse dumm sein????? Es kann doch nicht angehen, dass ich die ganze Zeit in dem Haus nichts kaputt gemacht habe und jetzt wo sie einmal da war, ich gleich ein ganzen Bilderrahmen umschmei�e, ausgerechnet das Foto wo ich auch noch drauf bin!� Max konnte sich am liebsten schon wieder sonst wohin schie�en. Er war eigentlich nur noch mal in das Haus zur�ck gegangen, weil er einen Tag zuvor, wo er alles aufger�umt hatte das Foto gesehen hatte und ihm zu sp�t eingefallen war, dass er im Hintergrund zu sehen war. Wenn Jo jetzt das Foto mitgenommen hatte, dann w�rde ihr fr�her oder sp�ter mit Sicherheit einfallen wo sie ihn schon mal gesehen hatte. Er war bei so gut wie jeder Veranstaltung in London gewesen, wenn sie und Ant pr�sent waren und oft genug hatte er sich im Hintergrund aufgehalten, dass die Journalisten ihn mit abgelichtet hatten. Sollte durch diesen kleinen Fehler etwa schon alles zu ende sein? Jetzt wo es gerade anfing ihm Spass zu machen?!
Simon und ich waren gerade dabei essen zu machen, als Duncan in die T�r kam. "Hey, sagt mal wollt ihr heute Abend mitkommen? Kat und ich wollen in einen kleinen Club in der N�he von Essex, Kat meinte ich soll euch mal fragen!" Simon sah mich an, doch ich lehnte dankend ab, ich hatte seit jetzt gut 2 Monaten keinen Club mehr besucht, ich hatte da seitdem Panik vor und ich wollte auch ehrlich gesagt lieber etwas alleine sein. "Nicht mit mir, ich m�chte lieber hier bleiben und lesen, aber ihr k�nnt ja gerne gehen." Simon wischte sich die H�nde ab und ging hoch ins Badezimmer um sich ein wenig frisch zu machen. Ich kramte aus meiner Hosentasche das Bild raus und hielt es Dunk vor die Nase. "Sag mal, der Typ kommt dir doch auch bekannt vor oder!?" Duncan nahm mir das Bild aus der Hand und guckte es sich genauer an. "Ja, irgendwoher kenn ich den, frag mich aber nicht wer das ist, ich hab keine Ahnung." Super Hilfe Duncan. Ich steckte das Bild wieder ein und nahm die Nudelso�e vom Herd. Simon a� noch schnell mit mir, auch Duncan zog sich einen Teller Nudeln rein und dann verschwanden sie. Ich machte es mir auf der Couch bequem und stellte das Radio ein bisschen an. Ich dachte echt, ich k�nnte mal einen ruhigen Abend haben, aber nein. Kaum hatte ich mich unter die Decke gesetzt und mein Buch aufgeschlagen klingelte es wieder an der T�r. Ich ging hin und guckte durchs Fenster um dann, leicht erstaunt, Lee die T�r aufzumachen.
"Was machst du denn hier? Haben die anderen dir nicht bescheid gesagt, dass sie in Essex sind?" Er nahm mich in den Arm und wir gingen ins Wohnzimmer zur�ck. "Doch haben sie, aber als Kat meinte, dass du lieber hier bleiben wolltest, dachte ich mir, dass ich dir vielleicht Gesellschaft leisten sollte." Ich war richtig ger�hrt von seiner F�rsorge. Ich klappte mein Buch zu und wir setzten uns hin. Nach l�ngerem hin und her, machten wir eine Dvd an, einen Horrorfilm. Ich kuschelte mich wie schon so oft in den letzten Tagen an ihn unter eine Decke und beobachtete Uma Thurman wie sie gerade ihre Ex Kollegin von Kill Bill erschoss oder erstach was auch immer, ich sah nicht direkt hin, weil ich diesen Film hasste. Lee dagegen schien er zu gefallen und er bel�chelte es m�de, wenn ich mich hinter seinem Arm versteckte. Irgendwann drehte ich mich auf ihm um, weil ich die Flasche Wasser, die neben der Couch auf dem Boden stand nehmen wollte. Lee legte mir wie zuf�llig die Hand auf den R�cken. Bei der Ber�hrung durchfuhren mich 1000 Blitze und ich verhaarte, ein bisschen ver�ngstigt von meiner eigenen Reaktion darauf, so wie ich war. �Antony ist jetzt seit gut 2 Monaten tot. Sollte ich wirklich schon einen Neuanfang wagen?� Ich war mir meinen Gef�hle absolut nicht sicher. Z�gernd nahm ich die Wasserflasche, setzte mich wieder neben Lee und sah ihn an. Er guckte mir in die Augen ohne mich richtig anzusehen und streichelte mir durchs Gesicht, wie er es auch schon 2 Tage vorher gemacht hatte. Es war eine komische Stille zwischen uns und ich f�hlte mich irgendwie wohl, aber andererseits auch absolut nicht und ich wollte irgendwas sagen, doch ich kriegte nichts raus. Schlie�lich brach Lee das Schweigen. "Wei�t du. Wir haben uns ja schon immer gut verstanden und ich wusste auch schon seitdem wir uns kennen, dass du echt was besonderes bist. Aber ich glaub in den letzten 2 Wochen hab ich mehr f�r dich entwickelt als nur Freundschaft!" Ein Kribbeln machte sich in meiner Magengegend breit. Hatte er das eben wirklich gesagt? Ich sah ihn forschend an, doch als er mich sch�chtern...wirklich sch�chtern anl�chelte, war es auch um mich geschehen. Wir waren seit wir uns kennen immer sehr gute Freunde gewesen und Ant meinte fr�her auch immer, dass er froh ist, dass wir beide uns so gut verstehen, weil Lee mich ja vielleicht noch irgendwann von Duncans Nettigkeit �berzeugen k�nnte, schlie�lich waren die beiden ja beste Freunde. Vorsichtig n�herte ich mich seinem Gesicht und schloss die Augen, Lee zog mich sanft zu sich und wir k�ssten uns. Erst ganz vorsichtig, dann etwas leidenschaftlicher. Doch als er anfing meinen Bauch zu streicheln wich ich zur�ck. Fragend sah er mich an. "Lee, bitte, ich will noch nicht so schnell soviel. Es ist sowieso alles so komisch, ich wei� nicht was los ist!" "Soll das hei�en, der Kuss eben war nichts f�r dich? Bin ich der einzige der das eben als Anfang einer vielleicht wundersch�nen Beziehung gesehen hat?" Er war entt�uscht, aber ich hatte mich auch falsch ausgedr�ckt. Ich zog sein Gesicht so zu mir, dass er mich angucken musste. "Ich hab sehr viel f�r dich entwickelt, aber du musst doch verstehen, dass ich mich nicht so einfach in eine neue Beziehung st�rzen kann, nachdem was passiert ist!" Jetzt schien er zu begreifen und sich ein wenig zu beruhigen. Er gab mir einen Kuss auf die Nase und sah mir l�chelnd in die Augen "Du kriegst soviel Zeit wie du willst, aber lass mich bitte nicht zu lange warten, ich will dich nur gl�cklich machen!" Es h�rte sich so aufrichtig an und ich glaube ich war nach und nach an dem Abend immer mehr verliebt in Lee, obwohl ich dachte, dass ich das nie wieder k�nnte, mich so verlieben. Wir k�ssten uns wieder, er hielt mich fest im Arm und streichelte �ber meine Schulter. Ich wandte mich wieder um und kuschelte mich wieder an seinen Bauch. Meine Augen wurden schwer und so langsam schlief ich ein. Irgendwann mitten in der Nacht stupste Simon mich vorsichtig an. "Hey, willst du nicht lieber ins Bett gehen? Es ist doch tierisch unbequem oder nicht?!" Ich guckte mich um und legte mich dann wieder zur�ck in Lees Arme. "Nee, ich bleib hier, ist so gem�tlich!" Ich l�chelte Simon vielsagend an. Er verstand genau was ich sagen wollte und verlie� grinsend das Zimmer.
"Guten Morgen meine Kleine!" Lee weckte mich vorsichtig und l�chelte mich an. Ich guckte mich um und sah, dass es schon verdammt hell war. Dabei war heute Donnerstag und ich wollte doch endlich wieder was f�r die Uni tun. Eigentlich war es auch noch nicht zu sp�t, dort jetzt noch hinzufahren, aber ich hatte irgendwie so gar keine Lust. Ich guckte auf mein Handy und sprang gleich darauf geschockt vom Sofa. Kat hatte mir geschrieben, dass wir heute eine der letzten Vorlesungen vor den Pr�fungen hatten. Ich war wieder voll auf Achse und zog mich in rasendem Tempo um, wusch mich, kippte mir wieder den viel zu hei�en Kaffee runter, verbrannte mir den Mund und fuhr fluchend los.
"Sorry, darf ich mal bitte eben durch. Entschuldigung, Achtung, nur kurz, danke!" Geschafft lie� ich mich neben Kat auf den Sitz fallen und sah sie entnervt an. "Sch�n, dass du es noch einrichten konntest. War wohl ne lange Nacht mit Lee gestern was?!" Sie grinste, doch ich hatte f�r ihre spitze Bemerkung nicht viel mehr als ein m�des L�cheln �ber und wandte mich den Arbeiten.
Sp�ter in der Mensa...
"Jetzt erz�hl schon, wie wars gestern?" Kat sah mich forschend an. Ich lie� mir allerdings Zeit, nahm mir erst eine Zigarette, steckte sie mir in aller Ruhe an und guckte sie an. "Hallooo kannst du mir jetzt bitte mal erz�hlen, was ihr gestern gemacht habt? Ich meine, Lee hat ne Clubtour abgesagt, das hei�t da muss was gelaufen sein!!!" Okay jetzt konnte ich mich doch nicht mehr zur�ckhalten. Ich erz�hlte ihr jedoch nicht zuviel. "Er hat mir gesagt, dass er gerne eine Beziehung aufbauen m�chte und so weiter und dass er mich auf keinen Fall dr�ngen will und, wir haben uns gestern gek�sst, es war einfach nur genial, er kann froh sein, dass er eure Clubtour gestern ausgelassen hat. Wenn ich ehrlich bin, h�tte ich nie gedacht, dass ich mich wieder so heftig verlieben kann, vor allem nach so kurzer Zeit!" Kat l�chelte. "Das hei�t also, dass du jetzt dabei bist, das alles so nach und nach zu vergessen und dass du wieder so wirst wie fr�her?! Also lustig, nett, lieb, ausgehfreudig und vor allem nicht so ne Zicke?!" Ich stie� ihr lachend in die Seite "Wann war ich denn mal nicht nett?" Wir lachten und ich dr�ckte meine Zigarette aus, damit wir noch ein St�ck gehen konnten. Am Nachmittag ging ich mit Lee in die Stadt, wir wollten ein paar Sachen kaufen und ein bisschen durch London bummeln. Mit einer Menge Einkaufst�ten, die gar nicht alle in seinen Porsche passten wir aber trotzdem irgendwie alles reinbekommen hatten, machten wir uns auf den weg nachhause. Wir hatten Unmengen an Essen gekauft und ein wenig Bier und ein paar Klamotten. Am Abend hatten wir Simon, Kat und Duncan eingeladen auf einen Grillabend. Ich hatte Tina gefragt ob sie auch kommen wollte... vielleicht ging da ja was mit Sy J .
Wir sa�en bis sp�t in die Nacht hinten in Lees Garten und machten es uns nett. Duncan konnte es wohl nicht so ab, dass Lee und ich zusammen waren. Zumindest guckte er leicht verbittert, wenn wir uns k�ssten oder sonst was taten. Aber genau das Gleiche tat ich auch, wenn er und Kat sich irgendwie zu nahe kamen. Unsere geliebte Feindschaft war wieder voll da.
Blue ging �brigens weiter, die Fans hatten sich so gegen eine Trennung gewehrt und auf allen Konzerten bei allen Studiobesuchen, wo auch immer Blue waren, ihre Unterst�tzung und Treue bewiesen, dass die Jungs beschlossen hatten weiterzumachen, das Management hatte nach einigen K�mpfen schlie�lich auch zugestimmt.
Die Pr�fungen waren abgeschlossen, Kat und ich wollten zur Feier des Tages shoppen gehen, doch ich wollte kurz vorher nach haus und mich umziehen. W�hrend ich meine Tasche auskippte, weil ich nach einem Feuerzeug suchte, das Rauchen aufzugeben hatte jetzt sowieso keinen Sinn mehr, da Lee ja auch ein S�chtiger war, fiel mir das Foto mit dieser komischen Person im Hintergrund in die H�nde. Ich guckte einem Moment lang darauf und versuchte mich zu erinnern, woher ich diesen Typen kannte, doch mir fiel es immer noch nicht ein. Vorsichtshalber steckte ich das Bild ein, vielleicht konnte Kat ja was damit anfangen. "Hey, wo hast du denn gesteckt? Ich warte hier schon seit mindestens ner halben Stunde!" Kat kam mir entgegen und begr�sste mich �berschw�nglich, so dass ich mich fragte ob sie vielleicht irgendwas getan hat und ein schlechtes Gewissen deswegen hatte. Ich packte gleich zu Anfang das Bild aus und hielt es ihr vor die Nase. "Wer ist das?". Pr�fend sah sie das Bild an. Auch ihr kam er bekannt vor und sie �berlegte angestrengt wo sie ihn schon mal gesehen haben k�nnte. Doch dann gab sie es mir kopfsch�ttelnd wieder. "Sorry, in Verbindung mit dir und Ant kommt er mir bekannt vor, ich hab ihn aber noch nie pers�nlich gesehen... glaube ich!" Das konnte doch nicht angehen. Jeder kannte ihn irgendwoher, doch niemand konnte mir sagen wer es ist. Ich steckte die Fotografie wieder weg und wir wandten uns nun den Kleidern in der Auslage, wobei Kat mich zwingen musste so ein Ding anzuprobieren. Ich suchte mir immer zielgenau irgendwelche Hosen aus, bei denen sie einen Schreianfall vort�uschte.
V�llig geschafft und ein paar Kleidungsst�cke reicher, fuhr ich wieder nach hause. Ich war kurzfristig von Simon zu Lee gezogen und dort teilten wir uns auch schon ein Schlafzimmer. Ich schloss die T�r auf und er kam mir gleich lachend, er hatte sein Handy am Ohr, entgegen, k�sste mich und nahm mir eine Tasche ab. Ich brachte das alles ins Schlafzimmer und begann auszupacken. Kurze Zeit sp�ter sp�rte ich Lees H�nde auf meinen Schultern, er massierte mich. "Na Kleine, wars schlimm?" Ich guckte ihn an und grinste. "Geh du mal mit Kat einkaufen. Da stirbst du!" Lachend beugte er sich runter und k�sste meine Wange. "Naja, dann war sie ja nett heute, schlie�lich lebst du noch!" Ich drehte mich um und dr�ckte ihn auf das Bett. "Man, du sollst nicht immer alles so w�rtlich nehmen, mein Schatz!"
Seit unserem ersten Kuss sind jetzt 6 Monate vergangen ohne das wesentlich mehr passiert ist zwischen uns und so langsam bekam ich auch ein schlechtes Gewissen ihn so lange zappeln zu lassen. Auch wenn er es nie ansprach merkte ich doch, dass er hippelig wurde. Folglich war er leicht �berrascht als ich mich auf ihn setzte und anfing ihn zu k�ssen. Doch nach einigen Augenblicken begriff er was ich wollte und stieg voll drauf ein....
Geschafft legte er sich auf den R�cken und schloss die Augen. Ich kuschelte mich an ihn und legte meinen Arm um seinen Bauch. "Wei�t du was?! Ich liebe dich!" Lee drehte sich zu mir und k�sste mich. Es war fr�h am Abend und wir wollten heute noch feiern gehen, schlie�lich hatten Kat und ich unsere Pr�fungen hinter uns.
Tina und Simon waren auch dabei, die beiden verstanden sich echt super und ich war auch recht zuversichtlich was die beiden anging, aber sie waren so furchtbar langsam was das flirten anging. Gegen 22.oo wollten wir uns vor dem �Red Sky� treffen, doch bis dahin war ja noch ewig Zeit. Ich stand auf, um duschen zu gehen, als mir das Foto wieder einfiel. Ich schmiss es Lee auf�s Bett und fragte ihn ob er ihn kannte. "Ja, doch den kenn ich irgendwo her. Der ist auf recht vielen Bildern von uns zu sehen, also so Red Carpet Pix und so, wei�t du? Der hat auch immer hinter dir und Antony gestanden." Es fiel mir wie Schuppen von den Augen. Ich nahm Lee das Bild aus der Hand und guckte es mir angestrengt an. Er hatte Recht, es war der Kerl. Er stand immer hinter uns, hatte aber nie um ein Autogramm oder ein Fanfoto gebeten, er war lediglich immer da. Ich holte mir ein neueres Magazin, in dem Lee und ich schon zusammen fotografiert worden waren, bei den Brit Awards zuletzt. Ich suchte jedes Bild von Blue oder Lee und mir ab und tats�chlich. Er stand bei einem Bild von Lee und mir alleine wieder hinter uns. Das Grinsen was er drauf hatte machte mir Angst. Der Kerl war mir total unheimlich.
Das der Kerl sogar bei uns im Urlaub dabei gewesen ist, machte mich doch sehr nachdenklich.
Ich ging zur�ck ins Badezimmer, um zu duschen und mich fertig anzuziehen und zu schminken.
Gerade als ich mich eincremte, klingelte es unten an der T�r. Ich h�rte wie Lee aufmachte und gleich darauf meinen Namen rief. Schnell zog ich mir was �ber und kam die Treppe runtergelaufen, wo Lee kreidebleich auf mich wartete. Erschrocken �ber sein Aussehen nahm ich seine Hand. "Was ist los?!" Stumm zog er mich mit zur T�r, wo der Polizist, der in den Morden von Carrie und Antony ermittelte, mit einem betroffenen Blick auf uns wartete. Neben ihm stand seine Kollegin, eine drahtige kleine blonde Frau mit ziemlich heraus stechenden Augen. Die beiden Morde waren jetzt schon fast ein halbes Jahr her und ich war froh, dass die Polizei mich weitgehend aus den Ermittlungen rausgehalten hatte. Sie hatten mich lediglich zu rate gezogen, wenn sie Fragen hatten oder neue Hinweise gefunden hatten, aber den T�ter selbst haben sie noch nicht gefunden und ich hatte auch nach knapp 3 Monaten das Gef�hl, dass sie die Ermittlungen ein wenig zur�ck geschraubt hatten.
"Guten Abend. Es tut uns leid, sie bel�stigen zu m�ssen, aber wir m�ssen ihnen leider eine unangenehme Mitteilung machen!" Unsicher sah ich zu Lee, der sich mit dem Handr�cken �ber die Augen wischte, sie hatten es ihm also schon gesagt. Ich dr�ckte seine Hand ein wenig fester und sah die beiden Beamten dann an. "Ja, bitte was ist es denn?" Im Prinzip wusste ich es schon, es ist zwar alles wieder ruhig geworden seit den Anschl�gen, aber wir alle wussten, dass der M�rder noch frei rumlief und es war nur eine Frage der Zeit gewesen, bis er wieder t�tete. Doch wen hatte es dieses mal getroffen?
Der Polizist tat das jetzt schon zum dritten mal bei mir und es tat ihm jedes Mal aufs neue leid, das konnte man ihm ansehen. "Es tut mir leid, aber wir haben vor einigen Stunden einen Anruf erhalten von einer Tina Cook, sie hatte es gerade geschafft die Adresse zu nennen und um Hilfe zu beten, als die Verbindung unterbrochen wurde. Wir haben uns nat�rlich gleich auf den Weg gemacht, aber alles was wir bei dem Haus fanden, waren die Leichen von Tina und einem bisher noch nicht identifizierten schwarzen Mann." � Simon.
Ich sah wieder zu Lee, er machte sich keine M�he mehr seine Tr�nen zur�ckzuhalten. Er hatte sich auf den Treppenabsatz gesetzt und den Kopf in seine H�nde gest�tzt. Mir wurde �bel. Ich hielt meinen Bauch und versuchte tief durchzuatmen, aber das half nichts. Ich rannte auf Klo und musste mich �bergeben.
Mit zitternden H�nden wusch ich mir das Gesicht und sah in den Spiegel. Erst jetzt wurde mir klar, was der Polizist mir eben gesagt hatte. Je l�nger ich in den Spiegel sah, desto mehr musste ich weinen. Lee hatte die beiden inzwischen rein gebeten und ins Wohnzimmer begleitet. Danach kam er zu mir und nahm mich in den Arm. Wir standen eine Weile nur da und versuchten uns gegenseitig ein wenig Halt zu geben.
"Ich dachte es w�re vorbei Lee, die ganze Zeit war doch alles in Ordnung, wieso geht es schon wieder los?" Er sah mich mit verweinten Augen an und wischte mir eine Tr�ne aus dem Gesicht. "Sie m�ssen ihn jetzt finden, es war das letzte mal, glaub mir es muss jetzt vorbei sein!"
Weder er noch ich glaubten recht an seine Worte. Schweigend gingen wir uns Wohnzimmer zu den beiden Leuten und setzten uns mit ihren Fragen auseinander.
"Wann haben sie Tina das letzte mal gesehen?" Ich dachte nach und sah den Inspector dann an "Das war an dem Tag nach den Pr�fungen. Wir haben noch zusammen ein Glas Sekt getrunken, mit Kat, und heute haben wir auch noch telefoniert, weil wir heute abend zu sechst feiern gehen wollten!" "Wer wollte noch mit ihnen weggehen?" Jetzt schaltete Lee sich ein. "Wir wollten mit Simon, Tina, Duncan und Kat weggehen, weil die drei M�dchen ihre Pr�fungen alle bestanden hatten und wir sie zur Feier einladen wollten. Kat und Duncan wissen noch nichts davon oder? Soll ich sie anrufen?" Der Inspector nickte kurz und Lee verschwand im Nebenzimmer.
Ich f�hlte mich irgendwie unwohl alleine mit den Polizisten und ich war froh, als Lee kurze Zeit sp�ter wiederkam und meine Hand nahm.
Die Polizisten warteten noch auf Kat und Dunk, ich machte ihnen einen Kaffee.
Keine Viertelstunde nach Lees Anruf st�rmten die beiden ins Wohnzimmer, Duncan hatte einen Schl�ssel f�r Lees Haus, weil er ihn ja �fter besoffen nach hause brachte und weil die beiden einander blind vertrauten.
Kat und Dunk kamen neugierig n�her, anscheinend hatte Lee nichts weiter gesagt, als dass sie sofort kommen m�gen.
�Das mit Simon und Tina war ein Unfall, das wollte ich nicht!� Max sa� in seinem Stuhl und hasste sich schon wieder selbst. Es war 9 Monate her, dass er Carrie umgebracht hatte und eigentlich wollte er als n�chstes Duncan und Kat �hinrichten�. Das Simon ihm dazwischen kam, passte ihm gar nicht. Er war gerade bei ihm im Haus eingestiegen, als er von seinen Eink�ufen mit Tina wiederkam. Max konnte nicht mehr abhauen und hatte sich, mit einem Sch�rhaken bewaffnet, hinter der Schlafzimmert�r versteckt. Als Simon da reinging um sich ein wenig hinzulegen, schlug er zu. Tina bekam das mit und rannte in die kleine Bibliothek und schloss hinter sich ab, damit sie ein wenig Zeit hatte um die Polizei anzurufen. Doch Max konnte sie ja nicht davonkommen lassen, sie hatte ihn ja gesehen. Er trat die T�r ein und erschlug auch sie. Die Waffe hatte er sauber abgewischt und zur�ck an seinen Platz gehangen bevor er verschwand.�
"Wir geben den Fall von nun an weiter an Scotland Yard. Wir konnten nichts erreichen und vielleicht haben die Profis mehr Gl�ck als wir. Wir haben alles m�gliche getan!
Ein Chief Inspector wird sich demn�chst bei ihnen melden. Ich w�nsche ihnen viel Gl�ck!"
Damit verabschiedeten er und seine Kollegin sich. Ich hatte die beiden noch bis zur T�r begleitet und sah ihn nun so lange hinterher, bis sie mit ihrem Auto ausser Sichtweite waren.
Im Wohnzimmer war eine so grauenhafte Stille, dass ich glaubte, da drin zu platzen. Ich nahm mir meine Packung Zigaretten und ging raus. "Warte ich komm mit!" sagte Lee leise und ging mir hinterher.
Draussen ging jeder f�r sich erst einmal seinen Gedanken nach, bevor ich endlich den Mut fand etwas zu sagen. "Es sind alles Menschen aus meinem Umkreis, was ist wenn das was mit mir zu tun hat?" Lee sah auf und guckte mir direkt in die Augen. Ich glaube er hatte so was auch schon gedacht, nur tierisch Angst es laut zu sagen, geschweige denn es sich einzugestehen. Energisch winkte er ab und zog mich zu sich. "Es hat nichts mit dir zu tun!! Wer sollte dir denn so was antun wollen?" Damit hatte er zwar recht, ich konnte mir auch niemanden vorstellen, aber der Gedanke lie� mich nicht mehr los. Ich legte meinen Kopf an Lees Schulter und er hielt mich im Arm. Schweigend standen wir auf der Terasse und sahen in den, inzwischen schwarzen, Himmel.
Simon und Tina wurden am selben Tag beerdigt. Wie auch schon bei Antony sangen die �brigen Mitglieder von Blue, welche ja nur noch Duncan und Lee waren, �Every Breathe U take�. Bei dem Lied kam mir alles wieder hoch. Antony, seine Beerdigung und die Tatsache, dass sein M�rder noch immer frei rumlief und jetzt auch noch, nach Carrie, Tina und Simon auf dem Gewissen hatte. Kat und ich sa�en in der dritten Reihe nebeneinander und sagten die gesamte Zeremonie �ber kein einziges Wort. Kat war das erste mal in dieser Mordserie direkt betroffen, denn Carrie kannte sie nicht und Antony und sie haben sich nur ein paar Mal gesehen, wenn er zuhause war. Tina dagegen, war unsere Mitstudentin von Anfang an und sie war immer eine Reihe vor uns, wir haben uns alle drei immer super verstanden.
Am Abend, wir waren alle bei Lee, brachte ich es endlich einmal auf den Punkt. "Leute, ich hab das Gef�hl, es h�rt erst auf, wenn alle von uns tot sind!" Die anderen sahen mich schweigend an. "Hat sich der Mann von Scotland Yard schon gemeldet? Ich mein, es haben jetzt richtige Profis die Arbeit �bernommen, nicht mehr die St�mper, hier aus London, ich glaub, Simon und Tina waren die letzten Opfer!" Lee versuchte so zuversichtlich wie m�glich zu klingen, doch es fiel ihm schwer sich glaubhaft auszudr�cken. Ich nahm seine Hand und streichelte sie und guckte ihn an. Er schien es nicht zu bemerken, dass ich ihn ansah, doch er dr�ckte meine Hand, als suche er Unterst�tzung. "Wei�t du denn inzwischen wer der Kerl auf den Fotos von euch ist?" sah Kat mich fragend an.
"Lee hat ihn erkannt, ich hatte aber noch nicht die M�glichkeit irgendwie weiter nach zu forschen, sobald ich aber mal eine ruhige Minute habe, werde ich das kl�ren. Er war auf jeden Fall bei den Brit Awards wieder dabei, hinter Lee und mir! Ich hab das Gef�hl, der hat was damit zu tun. Fragt mich nicht wieso, aber ich find ihn komisch." Duncan schnaubte. "Du findest ihn komisch? Vielleicht ist es einfach nur ein Fan, der tierisch in dich verliebt ist und sich deshalb bei jeder M�glichkeit in deiner N�he aufh�lt! Deswegen muss er doch nicht der T�ter sein!" "Die M�glichkeit hatte ich noch gar nicht in Betracht gezogen, m�glich war es nat�rlich, aber wenn er nur ein normaler Fan war, woher wusste er dann so genau, wann ich wo Urlaub machen w�rde? Und �berhaupt, selbst wenn er unglaublich in mich verliebt sein soll, w�rde er soviel M�he aufwenden, nur um mich von hinten zu sehen? Ich habe ihn nie von vorne gesehen, geschweige denn �berhaupt gesehen, wenn er da war." Lee sah mich an. "Das kann nat�rlich ein Grund sein, seine Liebe in Hass zu wenden und als du an ihm vorbei spaziert bist und nur Augen f�r Ant hattest, ist er so sauer und eifers�chtig geworden, dass er ihn erschossen hat. Das w�rde erkl�ren, wieso er ermordet wurde und nicht Duncan, da es dann kein Attentat auf irgendwelche Prominente war, sondern gezielt ein Schlag gegen dich! Aber wieso dann auch die anderen drei?" Was wir so nach und nach da zusammentrugen, ergab alles irgendwie Sinn. Ich guckte mir das Bild an und studierte sein Gesicht. Die Nase ein bisschen anders und die Augenbrauen vielleicht ein wenig ungepflegter.... Auf einmal stie� ich einen so spitzen Schrei aus, dass Lee auch aufschreckte. "Schei�e ich glaub�s nicht! Das ist Jonathan!!!!" Verwirrt sahen die anderen mich an. Lee nahm meine Hand und zog daran, so dass ich ihn anguckte "Schatz, wer ist Jonathan?" Kat schien es wieder einzufallen, ich hatte ihr von ihm erz�hlt. Wir hatten uns kennengelernt, kurz nachdem ich die Sache mit ihm endlich abgeschlossen hatte, aber noch den Stress wegen seiner Anzeige mit mir rumgetragen hatte. "Das ist doch der Schriftsteller, mit dem du vor Antony zusammen warst, oder?!" Ich nickte. Aber irgendwie passte da was nicht.
"Ich hab aber vor gut 9 Monaten gelesen, dass er bei einem Autounfall t�dlich verungl�ckt ist!" erw�hnte Duncan, der nicht ganz glauben konnte, dass ich mit dem Kerl mal zusammen war. "Das hab ich auch gelesen, aber wer wei�, ich meine, der Kerl ist krank, was wei� ich was der sich ausdenkt!" gab ich nachdenklich zur�ck.
�Ob sie inzwischen rausgefunden hat wer das auf dem Bild ist, aus dem Urlaub?� Max ging spazieren, er hatte jetzt 4 Leute umgebracht, einer mehr als er wollte, es sollten doch eigentlich nur die Jungs und Jo sein, aber dass sie sich zwischendurch verliebten war nat�rlich nicht vorhersehbar und musste kurzfristig mit eingeplant werden. Wenn er richtig lag, m�ssten sie jetzt endlich rausgefunden haben, wie sich das ganze �berhaupt abspielte, immerhin hatte Jo das Buch doch auch gelesen. Er kramte sein inzwischen total zefleddertes Exemplar des Krimis auf dem seine Idee f�r die Morde basierte, aus seiner Tasche und la� die �besten� Stellen noch einmal. Einen Gro�teil hat er so erledigt wie es in dem Buch beschrieben war. Das Buch handelte von einem kranken Menschen, der sich eine weibliche Person aus der �ffentlichkeit aussuchte und nach und nach die wichtigsten Menschen in ihrem Leben ausl�schte, angefangen bei ihrem Lebenspartner. In dem Buch zog sich die Mordserie �ber Jahre hinweg und immer der neue Partner des eigentlichen Opfers wurde entweder vor ihren Augen kaltbl�tig umgebracht oder aber buchst�blich hingerichtet, wenn sie nicht dabei war.
Auch in dem Buch hielt sich der M�rder jahrelang im Hintergrund auf und war immer pr�sent, den einzigen Unterschied den er zu dem Buch gemacht hatte, war der Mord an Tina und Simon, was ja auch nicht beabsichtigt war. Dadurch hatte er nur Probleme bekommen, immerhin war jetzt Scotland Yard mit dem Fall beauftragt. Aber ein bisschen stolz war er schon auf sich, immerhin war ER jetzt bekannt.
Ich hatte mich hingelegt. Es war auch schon verdammt sp�t. Lee und ich konnten Kat und Duncan davon �berzeugen, dass sie bei uns blieben �ber die Nacht. Im Bett hielt Lee mich die ganze Zeit fest, als h�tte er Angst, ich k�nnte geklaut werden. Ich richtete mich auf und sah ihn an. "He, was ist los? Wir sind hier sicher, es ist alles abgeschlossen und wir sind nicht alleine hier!" Traurig sah Lee mich an, irgendwas stimmte nicht mit ihm. "Bist du dir sicher, dass du deinen Ex auf dem Foto erkannt hast? Ich meine, du hast ja selbst gesagt, dass die Nase ein wenig anders ist, vielleicht ist das ja nur ein Zufall." "Naja, sicher bin ich mir nat�rlich nicht, aber wir sollten die Polizei auf jeden Fall davon unterrichten, dass sie noch mal pr�fen sollten, ob Jonathan wirklich gestorben ist und ob es Arztbefunde gab. M�glich ist immerhin alles."
Unruhig schlief Lee irgendwann ein, er hielt mich immer noch fest, doch ich fand keine Ruhe. Nach einiger Zeit entschloss ich mich schlie�lich dazu aufzustehen und noch etwas zu trinken. In der K�che fiel mein Blick auf ein Buch dass ich vor kurzem zu ende gelesen hatte. Mit gro�en wei�en Lettern stand der Name auf dem Cover. >>KRANK<<. Ich bl�tterte die Seiten und la� hier und da ein paar Stellen. Es ging im gro�en und ganzen um die Freundin eines Stars die von einem Psychopathen ausgesucht wird und der alle wichtigen Menschen in ihrem Leben umbringt.
Moment mal.....
Ich la� in der Mitte noch einmal genau nach. DAS was ich gerade durchmachte, war genau DAS was in dem Buch passierte.
Dass ich nicht schon fr�her darauf gekommen war. Angefangen bei den heimlichen Verfolgungen bishin zu Antonys Mord war alles genau so passiert wie in dem Buch beschrieben, nur passte der Tod von Simon und Tina nicht ganz. Jetzt wurde mir klar, wieso Carrie so brutal hingerichtet worden war. Sie hatte etwas gewusst, sie hatte ihn gekannt, laut dem Buch. Ich war total aufgekratzt. Ich rannte stolpernd hoch ins Schlafzimmer zu Lee und weckte ihn � ziemlich unsanft. Er kniff die Augen zusammen, weil ich das Licht angemacht hatte, aber er setzte sich auf und h�rte mir zu. ".... und wenn ich Recht habe, dann kannte Carrie ihn. So finden wir ihn vielleicht! Verstehst du was ich sagen will?" "Ich bin ja nicht bl�d. Aber wieso kommst du da jetzt drauf? Ich meine, wenn du das Buch gerade eben erst gelesen hast, wieso kam die Story dann nicht schon fr�her bekannt vor?" Ich war inzwischen schon angezogen und guckte ihn erwartungsvoll an. Ich wollte zu Carries Eltern und sie um ein paar Sachen bitten, vor allem um ihre Fotokiste in der Carrie fast ihr ganzes Leben drin aufbewahrte. Lee sah auf die Uhr und qu�lte sich dann seufzend aus dem Bett, wohl wissend, dass ich eh keine Ruhe mehr geben w�rde. Wie auch? Ich war dabei vielleicht den M�rder zu stellen, was die Polizei seit �ber einem halben Jahr nicht geschafft hatte. Ich war inzwischen zu Kat und Duncan gegangen und hatte die beiden geweckt. Ich wollte sie nicht alleine lassen, davor hatte ich doch ein wenig Angst.
"Wenn das stimmt, Jo..." meinte Kat, nachdem ich ihr in Kurzform berichtet hatte, was ich eben rausgefunden hatte. Duncan legte seine Hand um Kats Bauch und wollte sie zur�ck ins Bett ziehen, er glaubte mir kein Wort. "Nenn mir mal eine Person die wirklich so >>krank<< ist, wie der Titel ja schon ganz treffend sagt!" Ich beachtete Duncan nicht weiter, sondern wollte die beiden eigentlich mitnehmen, doch nach kurzem �berlegen winkte Kat ab. "Lee und du ihr schafft das schon, ich glaub nicht, dass er jetzt herkommt, ausserdem hat Lee ja eine gute Alarmanlage!" Mir war zwar nicht ganz wohl bei dem Gedanken die beiden hierzulassen, doch im Prinzip hatte sie ja recht. Lee fuhr, an seinen Porsche hatte er noch nie jemanden gelassen, vor allem nicht seit er ihn jetzt erst seit kurzem wieder hatte. Ich war aber auch viel zu nerv�s, als dass ich mich jetzt auf die Strasse h�tte konzentrieren k�nnen. Als wir vor dem Haus von Carries Eltern standen, war es kurz nach 3.oo. Ich stieg aus und klingelte. Jane, Carries Mum machte mir auf und sah wenig erfreut aus. Sie hatte mich f�r den Tod ihrer Tochter verantwortlich gemacht, nachdem sie einige Berichte aus der Sun, oder der Times gelesen hatte. Widerwillig gab sie mir die Kiste und verlangte sie aber so schnell wie m�glich wieder. Ich ging zur�ck zum Auto und sah Lee motiviert an. Ich war mir sicher, dass wir ihn auf irgendeinem Foto hier finden w�rden. Auch wenn meine Identifizierung mit Jonathan damit nichtig war, aber das war ja jetzt egal. "Hast du was dagegen, wenn ich eben bei Mc Dreck mir was zu essen hol?" Ich sah gar nicht von den Fotos auf, antwortete ihm aber l�chelnd. "Schatz, du wei�t, dass ich dich dann den Rest des Tages nicht mehr k�sse!" Er grinste. Durch die Entdeckung der Parallelen und die dadurch erlangten Vorteile zu wissen, was der T�ter als n�chstes vorhatte, war uns beiden eine riesige Last von den Schultern genommen. Ich hatte mir die wichtigsten Schritte aus dem Buch auf einen kleinen Block geschrieben, so dass wir wussten was als n�chstes passierte. Uns war beiden dennoch klar, dass Lee in gro�er Gefahr schwebte. "Das muss ich dann wohl in Kauf nehmen, denn ich hab Hunger! Au�erdem k�ss ich dich dann eben jetzt!" Er zog mich sanft zu sich und k�sste mich lange. Als wir uns nach einer halben Ewigkeit voneinander l�sten sah er mich l�chelnd an und feixte. "Soa, das muss reichen f�r heute, ich glaube zwar nicht, dass du das durchh�ltst, aber ein Versuch ist es mit Sicherheit wert!" Lachend fuhren wir zu dem Drive in. W�hrend er auf dem Parkplatz sich seinen Doughnut reinzog, studierte ich jedes Foto. Pl�tzlich stockte mir der Atem. Ich hatte eines gefunden, wo Carrie, Jonathan, Ich und der Maxi drauf waren. Maxi war Jonathans bester Freund gewesen und auch kurze Zeit mit Carrie zusammen gewesen. Ich griff nach Lees �rmel und suchte ohne meinen Blick von dem Bild zu wenden, sein Handy. Er gab es mir und ich rief den Chief Inspector von Scotland Yard an, um ihn �ber unsere Erkenntnisse in Erfahrung zu bringen. "Fahren sie sofort wieder nach hause, wir sind in wenigen Minuten bei ihnen!" Er legte auf und ich sah Lee an, der wohl auch verstanden hatte, was uns gesagt wurde und Gas gab. In rekordverd�chtigem Tempo waren wir wieder zuhause. Doch wie es schien zu sp�t. Die T�r war aufgebrochen, der Alarm war abgestellt. Mich �berkam die totale Angst und ich suchte nach Lees Hand. Auch er wusste nur zu gut, was uns da drinnen erwarten w�rde. Ich holte mit zitternden Fingern meinen Notizblock aus meiner Tasche und sah drauf. Alles was da stand, war, dass die Polizei informiert wurde, als die Frau hinter das System gekommen war und sie und ihr Lebensgef�hrte nur noch tot in ihrer Wohnung aufgefunden werden konnten.
"Er wollte uns beide heute nacht t�ten, hat aber nur Kat und Duncan gefunden..." Ich traute mich nicht Lee anzusehen. Er hatte eben seinen besten Freund verloren und ich konnte an der Hand sehen, wie sauer, verletzt, traurig...ich konnte daf�r keine richtigen Worte finden. Lee zitterte, machte aber aggressiv die T�r auf und schrie in die Nacht raus. Er stand noch kurz auf der Strasse, dann wollte er ins Haus st�rmen. "Das Schwein mach ich kalt, ich hab die Schnauze voll, jetzt bring ich ihn um!" Ich hatte es gerade noch geschafft aus dem Wagen zu springen und mich vor ihn zu stellen. Ich musste meine ganze Kraft aufwenden, um Lee von der T�r fernzuhalten. Doch schlie�lich gab er nach und lie� sich weinend auf den Bordstein sinken. Alles was ich tun konnte war, bei ihm zu bleiben und irgendwie versuchen ihn zu tr�sten.
�Sie sind wieder da, wieso waren sie nicht im Bett wie jeder andere normale Mensch auch?� Max sah aus dem Fenster von dem Zimmer, in dem Dunk und Kat geschlafen hatten. Eigentlich sollten Lee und Jo seine letzten Opfer sein, doch als er in ihrem Schlafzimmer nur leere Betten fand und sich laut fluchend dar�ber auslie�, er konnte ja nicht wissen, dass er nicht alleine war, wurde er von Kat �berrascht. Damit hatte er die beiden auch umbringen m�ssen. Und wenn er ehrlich war. Um Kat tat es ihm ein bisschen leid, denn sie war gar nicht so h�sslich. Im Gegenteil, er fand sie sogar recht h�bsch, nur sie hat ihn entdeckt. Und sie hat geschrieen, das konnte er ja nun wirklich nicht brauchen. Somit hatte er nun das dritte Paar aus dem Leben gestrichen. Es ging zwar nicht mehr 100% nach dem Buch, aber solange Lee und Jo noch so starben wie es in dem Buch beschrieben war, z�hlte das ja auch. Jetzt sah er die beiden da unten sitzen. Er konnte Lee weinen h�ren. Jo stand neben ihm und blickte angestrengt nach oben zum Haus, zu dem Fenster wo er stand. Pl�tzlich war ihm, als schaute er ihr direkt in die Augen. Kurz darauf zog sie Lee von dem Bordstein weg. Sie hatte ihn entdeckt. Jetzt blieb keine Zeit mehr. Er holte seine Pistole aus der Tasche und setzte an. Max war seit Jahren im Schie�verein von London. Er schoss... und er traf. Jo fiel zu Boden.
Ich stand vor Lee und hatte seinen Kopf an meinen Bauch gelehnt, als irgendetwas blitzendes meine Aufmerksamkeit auf das Fenster von Kats und Duncans Zimmer zog. Eine Weile sah ich angestrengt hoch, bis ich die Umrisse von Max erkannte. Es konnte sein, dass ich mich t�uschte, aber ich wollte kein Risiko eingehen, also versuchte ich Lee unauff�llig aus der Gefahrenzone zu schaffen, doch ich wusste, dass er uns schon lange gesehen hatte.
Jetzt lag ich auf dem Asphalt, Max hatte mich kurz �ber dem Becken getroffen. Ich versuchte Lee zu sehen, doch alles drehte sich und auf einmal wurde mir schwarz vor Augen. Ich sah nichts mehr, ich h�rte nur noch Lees Stimme und die lauter werdenden Sirenen von Polizeiautos. Ich lag hinter dem Auto und f�hlte mich auf der einen Seite total benebelt, auf der anderen Seite war ich total entspannt und dachte ich w�rde schweben. Ich sah mein ganzes Leben an mir vorbeilaufen. Die tragische Beziehung zu Jonathan und die bisher sch�nsten Jahre meines Lebens mit Ant. Der << Film >> ging bis zu Lee und dort blieb er auch stehen. Vorsichtig �ffnete ich meine Augen und sah direkt in seine. Lee hatte meinen Kopf vorsichtig in seinen Scho� gelegt und versuchte mich bei sich zu behalten.
"Kleine, wenn du jetzt stirbst, hat Max doch erreicht was er wollte! Willst du das? Denk doch bitte an mich und komm zur�ck! Wenn du dann wieder gesund bist, ziehen wir in eine andere Gegend, ganz weit weg von hier, genau wir ziehen nach Spanien und gr�nden dort eine kleine Familie! Sowas hab ich mir schon immer gew�nscht, zwar nicht so schnell, aber ich wei�, dass das mit dir sein wird und du irgendwann gl�cklich und alt sterben wirst, aber nicht hier und nicht jetzt!" Ich suchte nach Lees Hand. Er merkte es und nahm sie ganz fest. Ich merkte trotz meiner �Abwesenheit� dass er weinte....
Die Polizei war inzwischen eingetroffen und hatte das Haus gest�rmt, Max hatte sich widerstandslos ergeben, aber er grinste, als er Lee und ich mich auf der Strasse sah. Es tat ihm kein bisschen leid. Er war stolz auf das was er getan hatte.
"Und was passiert mit Max jetzt?" Fragend sah ich den Chief Inspector an. Er trank einen Schluck Kaffee und antwortete dann, dass Max alles gestanden h�tte und wahrscheinlich 4mal lebensl�nglich bekommen w�rde, weil er keinerlei Reue zeigte, bei den Vernehmungen, im Gegenteil. Er war entt�uscht, dass ich nicht schlimmer verletzt worden bin und Lee und ich nicht im Bett gelegen hatten, denn so hat ja ein Teil �berlebt, von seinen angehenden Opfern. Lee sa� auf meinem Bett und k�sste mich gl�cklich. Max war eingesperrt, ich konnte in knapp 2 Wochen wieder aus dem Krankenhaus und dann w�rden wir uns von England verabschieden. Als der Inspector gegangen war strich Lee mir z�rtlich eine Str�hne aus dem Gesicht. "In einigen Monaten beginnt ein neues Leben, f�r uns beide!" Ich l�chelte ihn an und freute mich wirklich darauf.
Wir sind fast ein Jahr durch die H�lle gegangen und hofften nun beide auf ein neues Leben, irgendwo, weit weg von alledem was uns hier passiert ist.
"Lass uns bitte noch einmal zum Friedhof fahren, ich m�chte mich verabschieden!".
Lee und ich waren auf dem Weg zum Flughafen, als es mir pl�tzlich als Pflicht erschien mich von allen zu verabschieden. Lee war zwar der Meinung, dass mich das nur unn�tig aufmischen w�rde, lenkte aber schlie�lich doch ein.
Lee wollte nicht mit, er konnte die Atmosph�re auf Friedh�fen nicht ab und sagte, ich solle alle von ihm gr��en. Ich besuchte jedes Grab und blieb dort eine Weile stehen. Als letztes ging ich zu Antony.
"Hey Kleiner, ich wollte dir Goodbye sagen." Wie schon so oft setzte ich mich vor den Grabstein, auch lange nach seinem Tod brachten die Fans immer wieder Geschenke. Auch sein Medaillon lag noch da, es wurde nur hinter einer Zahl von seinem Sterbedatum befestigt. "Dein M�rder wurde gefasst, falls es dich interessiert, er hat mich auch angeschossen, ich wei� jetzt wie du dich gef�hlt hast! Lee und ich sind immer noch zusammen, kannst du das glauben? Lee, der sonst jede Woche eine andere hatte, ist seit �ber 11 Monaten mit mir zusammen und er liebt mich mindestens genauso sehr wie du es getan hast, du brauchst dir also keine Sorgen machen. Mir geht�s gut. Wir haben beschlossen, nachdem das hier alles abgeschlossen ist, nach Spanien zu gehen und dort eine Familie zu gr�nden, den Grundstein haben wir schon gelegt. Wir haben vor 3 Wochen geheiratet." Ich legte eine Pause ein und hoffte irgendwie auf eine Antwort, aber es passierte nichts. Kein Windhauch, wie so oft in Filmen war, nichts. "Naja, es ist soweit, unser Flieger geht heute Richtung Madrid, dort in der N�he haben wir uns eine kleine Finca gekauft und mal sehen, vielleicht wird Lee ja ein kleiner Bauer!" Bei dem Gedanken musste ich lachen. Ich sah ein letztes Mal auf seinen Grabstein und bevor ich aufstand nahm ich meine Kette ab und h�ngte sie �ber sein Medaillon, seinen Ring trug ich immer noch am Daumen, genau wie den, den er mir zum Geburtstag geschenkt hatte. Lee kam den Weg hoch. Er sah wie ich bei dem Grab sa� und dachte, ich sei wieder zusammengebrochen, doch als er sah, dass ich l�chelte, wartete er ein St�ck und kam nur langsam n�her. "Also mein Schatz, machs gut, ich liebe dich, wir sehen uns bald wieder, glaubs mir!" Ich stand auf und ging zu Lee, der seinen Arm um mich legte und zu Antonys Grab guckte. "Ist alles in Ordnung?" Ich nickte, wischte mir eine letzte Tr�ne weg und l�chelte ihn gl�cklich an. "Ja, ist alles okay, lass uns gehen!"
W�hrend wir den kleinen Weg entlang gingen, Lee seinen Arm um mich gelegt hatte, brach die Sonne aus den Wolken und schien �ber London.