http://www.wz-newsline.de , WZ 29.06.2013 , Seite 20 , wz130629.txt , wz130629.jpg (471.367 Byte)

„Köpfe" kämpfen für Schule

INITIATIVE Eine neue Gruppierung Anrather Bürger startet eine Fragebogenaktion zum Erhalt der Alleeschule.

Von Werner Dohmen

Anrath. Ihre Namen haben einen guten Klang: Peter Küppers, Friedel Kluth, Hans Gerd Segerath, Lukas Siebenkotten, Markus Gather, Frank Klingen, Manfred Knabben und Karl Heinz Hoogers sind in Anrath wohlbekannt, denn sie alle engagieren sich im Ort in Vereinen, Interessensgruppen, Parteien. Nun haben sich in einer neuen Gruppe zusammengetan, um gemeinsam ein Ziel zu verfolgen: die Rettung der Alleeschule als „Begegnungs- und Kommunikationszentrum".

„Anrather Köpfe" heißt die neue Gruppe. Ihr Ziel formuliert Peter Küppers vom Werbering: „Es soll deutlich werden, dass das Bestreben, die Alleeschule zu erhalten, ein Ziel weit über den Interessen einzelner Parteien oder Vereine ist. Sie soll als eines der letzten historischen Gebäude auch künftig der Allgemeinheit zur Verfügung stehen."

Nach Auskunft der „Köpfe" soll ein Konzept erarbeitet werden, wie Vereine, Initiativen und Interessengruppen in Zusammenarbeit mit der Stadt das zurzeit leerstehende Gebäude nutzen können. Denkbar sei eine Kombination aus der Ansiedlung von „stillem Gewerbe" (Rechtsanwälte, Ärzte) und/oder Mehrzweckräumen für Ausstellungen, Kleinkunst, Heimatmuseum.

Um zu klären, ob dies von der Bevölkerung mitgetragen wird, gibt es vom 6. bis 13. Juli eine Fragebogenaktion, an der jeder Bürger ab 16 Jahren teilnehmen kann. „Wenn dies zu einer positiven Resonanz führt, wird der Kreis im kommenden Halbjahr Konzepte für das Gebäude erarbeiten", sagen die „Köpfe".

Start der Aktion ist am 6. Juli auf dem Alleeschulhof
„Seit geraumer Zeit geistert die Information, dass es kein Bürgervotum für die Alleeschule gebe", ergänzt Küppers. Er spielt offenbar auf CDU-Ratsherr Dieter Lambertz an, der jüngst erklärt hatte: „Mir ist kein Verein bekannt, der in einem Bürgerhaus mitwirken und sich daran finanziell beteiligen will." Die „Köpfe" wollen dies nun klären. Die Antwort-Möglichkeiten sind im Fragebogen knackig formuliert: „Ja, auch ich bin für den Erhalt in kommunaler Trägerschaft." „Nein, ich bin für den Verkauf."

Start ist am Samstag, 6. Juli, 11 bis 13 Uhr, auf dem Alleeschulhof. Wer keine Zeit hat, kann trotzdem teilnehmen, da bei Schreibwaren Roggen, im Reisebüro Lade und in der Gesundheitsberatung Niklas Fragebögen ausliegen.
http://www.alleeschule-für-anrather.de

Dia Alleeschule wird 100 Jahre alt. Foto:Archiv

Hintergrund

ALLEESCHULE Das Gebäude steht seit Sommer 2012 leer. Kämmerer Willy Kerbusch hatte mehrfach erklärt, dass die Stadt kein Geld habe, es als Bürgerzentrum zu nutzen. Im Rat war beschlossen worden, das alte Gebäude zu verkaufen. Mit dem Erlös soll die neue Begegnungsstätte und die neue Heimatstube zu Füßen von St. Johannes finanziert werden.

FASSADE Die Fassade und der Schulhof sollen nach dem Willen der Politik erhalten bleiben. Laut Kerbusch laufen im Moment Verkaufsverhandlungen mit Interessenten.

Home