http://www.extra-tipp-willich.de , 30.06.2013 Seite 9

Leserbrief

Alleeschule in Anrath

SPD verlässt Weg der Zusammenarbeit
Schade, dass der konstruktive Weg der interfraktionellen Zusammenarbeit seitens der SPD verlassen wurde und nun Wahlkampf vor vernünftigen Entscheidungen gesetzt wird. Scheinbar ist vergessen worden, dass auch mit Stimmen der SPD im Rat und Planungsausschuss über die zukünftige Verwendung der Alleeschule mehrheitlich abgestimmt wurde. Gemeinsam ist viel erreicht worden. Nicht zuletzt die Ortskernsanierung, an dem Verwaltung, alle Fraktionen und die Bürgerschaft gemeinsam ihren Beitrag geleistet haben und zum Schluss einen einheitlichen Konsens geschaffen haben. Das ist vorbildlich!
Das sieht nun bei der Alleeschule leider anders aus. Bisher habe ich ausschließlich Forderungen, meist seitens der SPD, gehört, man wolle ein Bürgerhaus aus dem alten Schulgebäude machen. Nähkurse und U3-Betreuung, sowie Vereine sollen dieses Gebäude nutzen können. Aber wer bezahlt? Wie kann man eine wirtschaftliche Nutzung auf die Beine stellen? Wer trägt die hohen Investitionskosten, welche bei einem Umnutzungsantrag zwingend investiert werden müssen? Hierzu verweist die SPD gerne zurück an die Verwaltung! Warum? Weil sie nur zu gut weiß, dass eine Finanzierung, ohne den Steuerzahler zusätzlich zu belasten, nicht möglich sein wird...
Sascha Fassbender, CDU Anrath

Abstimmung zur Alleeschule
Ganz sicher steht es mir nicht zu, das Abstimmungsverhalten der Fraktionen zu bewerten, aber die Argumentation, mit der Zustimmung zum Haushalt 2013 hätte die SPD-Fraktion dem Verkauf der Alleeschule zugestimmt, geht eindeutig ins Leere. Meines Wissens haben sowohl FDP-wie auch SPD-Fraktion in der Ratssitzung am 26. April 2012 dem geplanten Verkauf nicht zugestimmt. Stattdessen wurde der Antrag, die Anrather Bevölkerung durch eine Befragung in die Entscheidung einzubinden, abgelehnt und der Verkauf beschlossen. Nach den damit geschaffenen Fakten in der Folge deshalb dem Haushalt 2013 wegen einer (sehr optimistisch) prognostizierten Einnahme von ca. zwei Prozent des Gesamthaushaltsvolumens die Zustimmung zu verweigern, wäre m. E. politisch unredlich gewesen, selbst wenn ein solches Votum wegen der Mehrheitsverhältnisse nicht verhindert hätte, dass der Haushalt in Kraft gesetzt wird.
Friedel Kluth, Anrath

Alleeschule dem Geldmangel nicht opfern
Wir, die Anrather Bürger, sind nicht im Wahlkampf und wollen das Thema Alleeschule nicht für politische Scharmützel opfern. Wir erwarten eine solidarische Zusammenarbeit der Anrather Ratsvertreter quer durch die Parteien für den Erhalt der schönen Alleeschule. Dass der Verkauf abhängig vom „Neubau für altersgerechtes Wohnen" an der Kirche und sogar mit dem Aus- oder Neubau eines „Feuerwehrgerätehauses" in Anrath genannt wird, ist doch wohl ein schlechter Scherz und nicht nachvollziehbar. Man darf diese schöne Schule im Ortskern von Anrath nicht gegen alle Bürgerinteressen wegen evtl. momentanen Geldmangels für eine fragliche Nutzung opfern... Mit vielen Stimmen bei einer Bürgerbefragung können wir das schöne erhaltenswerte Gebäude noch retten...
H. Peter Enger, Anrath

Zahlen entbehren jeder Grundlage Meiner Meinung nach hatte die Stadtverwaltung Willich nie die Absicht, die Alleeschule den Vereinen in Anrath anzudienen. Es war von Anfang an eine beschlossene Sache, die Schule zu veräußern. Die finanzielle Situation der Stadt Willich ließ nach Ansicht der Kämmerei keine andere Möglichkeit zu, doch der Verkauf musste den Bürgern in Anrath erklärt, beziehungsweise schmackhaft gemacht werden. Für den laufenden Unterhalt der Schule wurden Zahlen in den Raum geworfen, die jeder Grundlage entbehren. 100.000 Euro pro Jahr. Für was? Der Verkaufserlös von einer Million (erträumten) Euro ist bereits in den laufenden Haushalt fest eingeplant und wahrscheinlich schon ausgegeben. Herr, Lambertz, ich bin nur acht Jahre zur Volkschule gegangen, aber auch ich ahne, dass das keine solide Haushaltspolitik sein kann. In der Alleeschule hätte man zum Beispiel die kath. Bücherei, die Altenbegegnungsstätte, den Bürgerverein u.s.w unterbringen können. Mit der Verlegung der kath. Bücherei hätte man gleichzeitig neue Kitaplätze schaffen können. Doch dran war niemand interessiert....
Achim Freystedt, Anrath

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