Liebe Alle!
Heute erklären wir, warum wir uns "Heidelberg" nennen.
Unsere Stadt liegt auch an einem Fluss wie Heidelberg am Neckar. Beide Städte sind schon
sehr alt und man kann in beiden Monumente besuchen. Unsere Stadt hat etwa so viele
Einwohner wie Heidelberg, ein Viertel von ihnen sind Studenten.
Die Heidelberger Universität ist etwa so alt wie unsere. Trotzdem sind beide gut
ausgerüstet: Bibliotheken, Computerräume (aber unsere hat weniger Computer als
Heidelberg!), Räume, wo wir in Gruppen studieren können, usw.
In der Heidelberger Universität haben große Persönlichkeiten studiert wie Hegel und
Schopenhauer. In unserer auch, wie Miguel Torga und José Falcão, die ihre Namen Schulen
gegeben haben.
In Heidelberg sind die wichtigsten Fakultäten seit langem Jura, Physik und Chemie, und
hier ist es auch Jura, und außerdem Medizin.
Bis hierhin haben die Studentinnen geschrieben, und ich, Bernd Speidel,
habe dann noch den Auftrag bekommen, für diejenigen, die jetzt immer noch nicht raten
können, zu guter Letzt noch unsere Schutzpatronin vorzustellen (Es war Freitag Abend, und
da werden die fleißigsten Deutschlerner unproduktiv). Die heilige Elisabeth, oder auch
Rainha (gesprochen: ra-innja) Santa, lebte vor langer, langer Zeit in unserer Stadt. Da
sie barmherzig war, verteilte sie das Brot an die Armen, was ihr allerdings der König,
ihr Herr und Gemahl, ausdrücklich verboten hatte. Als sie wieder einmal die ernste
Verwarnung ihres rechtmäßigen Gebieters missachtete, kam dieser mit seinen Knappen
herangeritten und verlangte von ihr, sie solle zeigen, was sie da im Schoß unschlossen
hielte. Wie ihr seht, die Geschichte droht nun, einen tragischen Verlauf zu nehmen, es sei
denn, die höheren Mächte greifen ein. Wenn ich nun Gott gewesen wäre, hätte ich dem
Tyrannen einen Blitz aufs Haupt gesendet, oder doch wenigstens sein stolzes Ross
ausrutschen lassen und den Typen in den Schlamm geschmissen, denn er hätte schließlich
meinen Zorn gereizt! Aber Gott (oder war's die heilige Jungfrau?) zeigte dem rechtmäßigen
Gebieter über das ganze Land und besonders auch über seine angetraute Gemahlin sein
Missfallen sanfter. Aus einer Notlüge machte er die Wahrheit! Ja, denn die heilige
Elisabeth log: "Es sind Rosen, mein Herr!", und als sie die Schürze öffnen
musste, fielen rote Rosen heraus.
Ein zweites Wunder vollbrachte der Leichnam der Heiligen, der im Santa Clara-Kloster
aufgebahrt ist: Statt zu verfaulen, wie das die Leichen zu tun pflegen, ist er
mumifiziert. Elisabeth soll heute immer noch schön sein. Das kann ich allerdings nicht
persönlich bezeugen, denn ihr Sarg ist nicht aus Glas wie der von Schneewittchen.
Vielleicht war es doch weise Voraussicht von Gott dem Herrn, den König nicht ausrutschen
zu lassen oder ihm gar Schlimmeres anzutun, denn schließlich hat eben dieser Dom Dinis im
Jahre 1290 die Gründungsurkunde unserer Universität unterzeichnet. Somit hat also jener
König mir die Grundlagen zu meinen Arbeitsplatz gelegt. Dank sei ihm! (Wenn jemand
heutzuge allerdings vom Dom Dinis spricht, meint er die gleichnamige Studentendisko.
Gottes verspätete Rache für sein majestätisches Machogehabe?)
So, wenn ihr jetzt noch nicht wisst, woher wir sind, dann seid ihr
definitiv selbst schuld, nicht wir. Trotzdem noch zwei Worte zur Ölpest vor unseren
Küsten: Nach offiziellen Angaben sind wir nicht bedroht. Aber wenn sich der Wind und die
Meereströmungen ändern, kommt der Ölteppich auch an unsere Strände. Bereits jetzt
werden von hiesigen Naturschützern verölte Meeresvögel gepflegt, die nicht mehr
weiterfliegen können. Für die Seefahrer war der Albatros ein Glückszeichen, denn bald
würde der Ruf "Land in Sicht!" ertönen. Aber wofür steht ein verölter
Albatros?
Bis nächste Woche!
die Heidelberger und Bernd Speidel
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