Das Häusersystem


Die genaue Geburtszeit und der Geburtsort ermöglichen es, die planetarische Konstellation  völlig  in ein persönliches Ordnungssystem zu bringen: das System der Häuser. Dadurch erhalten die Gestirnstände eines bestimmten Tages erst den genauen Bezug auf ein Individuum oder auf ein bestimmtes Ereignis. Erst durch die Häuser gelingt es der Astrologie die Konstellationen am Himmel zu erden.

Welches Zeichen ging, auf wie viel Grad genau, in dem Moment unserer Geburt, und vom Ort der Geburt aus betrachtet, am östlichen Horizont auf? Welches Zeichen, welcher Stern leuchtete hoch über uns in der Himmelsmitte, welches ging im Westen unter und verschwand aus unserem Blick? Welches befand sich in der für uns unsichtbaren Himmelstiefe – hatte gerade seine ganz eigene Mitternacht?

In jedem Horoskop zeigt die Verteilung der Planeten in den Zeichen Fähigkeiten an, die wir bei unserer Geburt mitbringen. Die Häuser hingegen zeigen, in welchen Lebensbereichen wir diese Fähigkeiten zum Ausdruck bringen sollen.

Das astrologische Häusersystem basiert auf der scheinbaren Bewegung der Himmelskörper um die Erde. Häusereinteilung und Zeitrechnung reichen in frühester Vorzeit auf die gleiche Wurzel, nämlich die Himmelsbeobachtung, welche zur Vierteilung der Hemisphäre führte. Diese vier Punkte markieren die prägnantesten Positionen des Horoskops: die Spitzen der sogenannten Eckhäuser. Planeten, die dort stehen sind dominant und prägen das Wesen der Persönlichkeit ganz außerordentlich.

Der bekannteste Punkt ist der Aszendent, jenes Zeichen, das zur Geburt im Osten aufgeht. Er repräsentiert das äußere Erscheinungsbild des Menschen und die Art und Weise, wie er sich im unmittelbaren Kontakt mit der Außenwelt behauptet. Das MC, die Himmelsmitte, hingegen repräsentiert öffentliches und berufliches Auftreten, der Deszendent die Partnerschaft, die Hinwendung zum Du und der Mitternachtspunkt, die Himmelstiefe wird mit dem tiefsten Punkt unseres Selbst, unserer Seelentiefe, profaner auch mit unserer häuslichen, privaten Umgebung, dem Heim und der Familie gleichgesetzt.

Noch bevor man die einzelnen Häuser eingehend betrachtet, gibt die Verteilung der Planeten auf die vier Quadranten erste Aufschlüsse über die allgemeine Ausrichtung:
Eine Planetenbetonung im oberen Halbkreis, also über dem Horizont, wird als stark nach außen gerichtete Energie verstanden, eine Ballung in der unteren Hemisphäre deutet dagegen auf größere Innerlichkeit hin.

Aber auch die linke und die rechte Hälfte dieses Kreises haben ihre Bedeutung: so ergibt sich aus einer starken Planetenbesetzung auf der linken Horoskopseite eher eine Ich-Betonung mit hoher Selbstmotivation, wohingegen viele Planeten in der rechten Hälfte den partnerschaftsorientierten Menschen auszeichnen, der sich am besten in der Auseinandersetzung mit einem Du entfaltet.

Später entwickelten sich aus dem Quadranten-System die heute gültigen Systeme der zwölf Häuser, welche mit der Anzahl der Tierkreiszeichen korrespondieren.

Entsprechend der polaren Struktur des Horoskops ergibt sich die Bedeutung eines jeden Hauses im vollen Umfang erst dadurch, dass man das gegenüberliegende mit erfasst. 

Das erste Haus beginnt immer beim Aszendenten. Von dort aus wird das Horoskop im Gegenuhrzeigersinn in 12 Teile eingeteilt. Diese Einteilung erfolgt je nach angewandtem System auf unterschiedliche Art; es existieren Häusersysteme nach Placidus, Monteregius, Koch, Campanus und Grimm, wobei gewöhnlich nach Placidus oder Koch gearbeitet wird.

          

Das Häusersystem

12.Haus

11.Haus

10.Haus

9.Haus

8.Haus

7.Haus

1.Haus

2.Haus

3.Haus

4.Haus

5.Haus

6.Haus

 

Jedes Haus findet seine Entsprechung in dem jeweiligen Zeichen, so dass z.B. das erste Haus verwandte Qualitäten zu dem ersten Zeichen, welches der Widder ist, aufweist. Während die Zeichen beschreiben, wie die Energien, die durch die Planeten repräsentiert werden, eingesetzt werden oder eingefärbt sind, stehen die Häuser für die angesprochenen Lebensbereiche. Die Häuserposition macht also deutlich, worauf sich die alltäglichen Erfahrungen beziehen; sie sind der irdische Schauplatz des Geschehens.

Das 1. Haus:  Steht also für den spontanen Selbstausdruck, das Ego, die äußerliche Erscheinung, die Konstitution, das Selbstverständnis und die Herangehensweise an alle Aufgabenstellungen. Ihm werden das Sternzeichen Widder und der Planet Mars zugeordnet. "Im Rad Rahu".

Das 2.Haus: steht für Ausbildung und Sicherung unserer materiellen und seelischen Existenz. Daher symbolisiert es die Werte, nach denen wir streben, unseren Erwerbssinn, unsere Sammelleidenschaften, den wirtschaftlichen Rahmen und die Einnahmequellen. Zudem bezeichnet es unsere emotionale Bindung an Dinge, mit denen wir uns umgeben. Zuordnungen: Stier und Venus.

Das 3.Haus: steht für die Entwicklung der kommunikativen Beziehung zu unserer Umwelt und die Art, wie wir äußere Umstände wahrnehmen und begreifen. Es geht hier um das begriffliche Denken, den reinen Logos, den Gebrauch der Sprache und der Beschaffung von Informationen. In der klassischen Astrologie werden mit dem dritten Haus unsere Geschwister und Nachbarn, die leichte Unterhaltung, die Hobbys, Interessen und kurze Reisen verbunden. Zuordnungen: Zwilling und Merkur. "Im Rad Uranus".

Das 4.Haus: symbolisiert die Seiten der Persönlichkeit, die eher im Verborgenen liegen, aber schon in der frühen Kindheit zum Ausdruck kommen. Hier befinden sich unsere Wurzeln, das Heim und die äußerlich nicht immer erkennbaren Emotionen. Auch die Art der Verbindung zu unseren Eltern lässt sich anhand dieses Punktes erkennen. Damit symbolisiert er das Verhältnis zur Familie, speziell den Eltern, dem Heim, die Traditionen, in denen wir aufwuchsen, unsere verborgenen Gefühle, die emotionale Basis und das Bedürfnis nach Schutz und Geborgenheit. Zuordnungen: Krebs und Mond.

Das 5.Haus:  ist das Haus der Sonne und symbolisiert daher unser Streben nach Selbstdarstellung und -verwirklichung. Hier zeigt sich unsere Experimentierfreude und schöpferische Kraft. Es beschreibt ebenfalls unser Verhältnis zu Kindern, wie auch dem Kind in uns selbst. das fünfte Haus liefert uns Erkenntnisse über unsere Sexualität, unsere Lebensfreude und allgemeine Konstitution. Zuordnungen: Löwe und Sonne.

Das 6.Haus: steht für unsere Fähigkeit und die Art, wie wir gemäß den Notwendigkeiten des Lebens unsere Qualitäten zum Einsatz bringen. Hier zeigt sich unsere Einstellung zur Arbeit und die Organisation unserer Existenz. Themen, welche die klassische Astrologie mit dem sechsten Haus verbindet, sind Pflichterfüllung, Methodik, praktische Intelligenz, Gesundheit und Ernährung. Zuordnungen: Jungfrau und Merkur.

Das 7.Haus: symbolisiert die Begegnung mit dem "Du" , die Gestaltung der persönlichen Kontakte und die Menschen, die im Laufe unseres Lebens eine besondere Bedeutung für uns erlangen. Es lässt sich erkennen, auf welche Typen wir anziehend wirken und welche Erwartungshaltungen in unseren Beziehungen existieren. Vor diesem Hintergrund steht das siebte Haus für gemeinsame Unternehmungen, unsere zwischenmenschlichen Kontakte, unsere Liebesbeziehungen und Partnerschaften. Zuordnungen: Waage und Venus. "Im Rad Neptun".

Das 8.Haus: steht für die Intensivierung der Begegnung mit dem "Du". Da es dem zweiten Haus gegenüber liegt, symbolisiert es die Werte innerhalb der Partnerschaft und nicht zuletzt auch unsere Fähigkeit, zu teilen. Ressourcen sollen hier zum gemeinsamen Wohl geschaffen und eingesetzt werden. In der klassischen Astrologie werden daher auch Themen wie Erbschaftsangelegenheiten, Transformation, Geburt und Tod mit diesem Haus verbunden. Zuordnungen: Skorpion, Mars.

Das 9.Haus: determiniert die Aufgabe, das erworbene Wissen in Zusammenhang mit den persönlichen Erfahrungen zu bringen und daraus eine eigene Weltanschauung und Orientierung zu bilden. Fakten werden nicht um ihrer selbst willen gesammelt, sondern dienen dazu, mit dem Blick für das Ganze gesellschaftliche Prozesse verstehen zu lernen, eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn der Existenz zu finden und das eigene ethische, moralische Bewusstsein zu erweitern. Der Mensch entwickelt Visionen und sucht nach seinem Platz in der Welt und dabei helfen ihm auch die mit diesem Haus in Verbindung stehenden weiten inneren und äußeren Reisen. Weitere Themen sind Philosophie und Recht. Zuordnungen: Schütze und Jupiter. "Im Rad Ketu".

Das 10.Haus: symbolisiert unsere nach außen sichtbare, soziale Position, die in unserer Gesellschaft oft gleichbedeutend für unseren beruflichen Erfolg ist. Wie im neunten Haus geht es um gesellschaftliche Themen, doch steht hier Praxisbezug und Realität im Vordergrund. Das Ansehen in der Öffentlichkeit, der Ehrgeiz, Karriere zu machen, das Verantwortungsbewusstsein der Gemeinschaft gegenüber, die eigenen Ziele im Lichte politischer Zusammenhänge sind die Themen des zehnten Hauses. Zuordnungen: Steinbock und Saturn.

Das 11.Haus: spiegelt unser Bestreben, durch die Identifikation mit einer Gruppe eine bestimmte Position zu beziehen. Wir nehmen Verbindung zu anderen Menschen auf, um uns auszutauschen und gemeinsame Ziele zu formulieren, die oft die Verbesserung bestehender Umstände beinhalten. Gemeinsamkeiten werden gesucht, wodurch wir uns als einen Teil der gesamten Menschheit verstehen lernen und Solidarität zeigen können. Daher steht das elfte Haus für unseren weiten Freundeskreis, unser Gruppenverhalten, unsere kollektiven Erfahrungen, humanitäre Ansichten, die Zukunftsvisionen und unseren Einsatz für gesellschaftlichen Fortschritt. Zuordnungen: Wassermann und Saturn.

Das 11.Haus: spiegelt unser Bestreben, durch die Identifikation mit einer Gruppe eine bestimmte Position zu beziehen. Wir nehmen Verbindung zu anderen Menschen auf, um uns auszutauschen und gemeinsame Ziele zu formulieren, die oft die Verbesserung bestehender Umstände beinhalten. Gemeinsamkeiten werden gesucht, wodurch wir uns als einen Teil der gesamten Menschheit verstehen lernen und Solidarität zeigen können. Daher steht das elfte Haus für unseren weiten Freundeskreis, unser Gruppenverhalten, unsere kollektiven Erfahrungen, humanitäre Ansichten, die Zukunftsvisionen und unseren Einsatz für gesellschaftlichen Fortschritt. Zuordnungen: Wassermann und Saturn. "Im Rad Pluto

Das 12.Haus:  ist wohl am schwierigsten zu beschreiben, da es Bereiche beinhaltet, über die üblicherweise nicht geredet wird. Zu seinem Verständnis sollte berücksichtigt werden, dass es das letzte Haus des Häusersystems ist und damit den Abschluss einer Entwicklung symbolisiert. Hier löst sich das Ego und die Individualität zugunsten eines starken Gemeinschaftsgefühls auf. Gleichzeitig ziehen wir uns von der Außenwelt zurück, um uns auf den Tod vorzubereiten oder Verbindung zu etwas "Höherem" aufzunehmen. Das zwölfte Haus steht auch für die freiwillige oder erzwungene Isolation, als Umfeld zur Besinnung auf die Wesentlichkeiten des Seins; auf einer praktischen Ebene damit traditionell für Gefängnisse und Krankenhäuser. Weitere Themen sind Beschränkung, Opferbereitschaft, Karma und die mystische Inspiration. Zuordnungen: Fische und Jupiter.



                                        
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