| Widder: |
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lat: Áries, Aríetis, Ari
Klassisches Sternbild.
Athámas, der König von Theben hatte als erste Frau Nephéle (=die Wolkengöttin).
Ihre gemeinsamen Kinder waren Hélle und Phríxos. Aber Athámas vergraulte Nephéle
mit seinem Lebenswandel. Sie zog sich daher auf den Olymp zurück. Darauf nahm
er seine Freundin Inó als zweite Gemahlin. Diese wollte die Stiefkinder
loswerden. Sie stiftete daher heimlich die Bäuerinnen des Landes an, das
Saatgut zu rösten, es wachse dann besser. Das stimmte natürlich nicht, und es
gab eine Dürre. Wie Athámas sich an das delphinische Orakel um Rat wandte, hat
Inó die Boten zur Falschaussage bestochen, die hieß: Er solle Phríxos und Hélle
opfern um die Götter zu besänftigen. Schon wollte er sich fügen und die
Kinder auf dem Berggipfel opfern. Da schickte Nephéle einen Widder mit goldenem
Vlies vorbei. "Steigt auf meinen Rücken", rief er und entführte die
Kinder. Wie sie hoch in den Lüften gegen den Bosporus ritten, schwindelte Hélle.
Obwohl sie Phríxos halten wollte, stürzte sie ins Meer. Die Stelle heisst
seither "Héllespont" (griech. = Meer der Hélle). Phríxos ritt
weiter bis Kolchís am schwarzen Meer und opferte dort zum Dank für die Rettung
den Widder den Göttern. Das goldene Vlies hängte er zum Gedenken im Opferhain
auf.
Vom Widder sieht man in den Sternen nur den kantigen Widderkopf (a, b, g) mit der Rückenlinie zum Schwanz (e, d, t). Diese Linie mit dem Kopf erinnert an einen typischen Rammbock, wie er zum gewaltsamen Öffnen der Stadttore bis in unser Mittelalter verwendet worden ist. Die drei kleinen Sterne ( 35, 39, 41) oberhalb der Figur nennt Bode in seinem Sternatlas 1806 "Widderfliege" (von 1613 an war es eine Zeit lang ein eigenes Sternbild unter verschiedenen Namen: Biene, Wespe, Fliege. Es wurde dann aber wieder gestrichen, da es am südlichen Himmel bereits ein Sternbild "Fliege" gibt).
a = Hámal (nach den Arabischen Wort Lamm)
Unter dem Widderkopf stand zu Hípparchos' Zeiten (um 160 v. Chr.) der Frühlingspunkt ^ auf der Ekliptik.
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| Zwillinge: |
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lat: Gémmini, Geminórum, Gem
Das klassische Zwillingspaar
der Antike sind Kástor und Polydeúkes (= lateinisch Póllux). Die Mutter der
Zwillinge ist Léda, die Frau des Spartanerkönigs Tyndáreos. Zeús machte mit
ihr als Schwan
verkleidet einen Seitensprung und wurde so Vater der Zwillinge, weshalb sie auch
"Dioskuren" (Söhne des Zeús) genannt werden. Ihre Schwestern sind Hélena
(wegen der der Troyanische Krieg ausgebrochen ist) und Klytaiméstra. Die beiden
Brüder waren unzertrennlich und verbrachten alle Abenteuer gemeinsam (sie haben
unter anderem an dem Argonautenzug teilgenommen). Ihren Vettern Lynkeús und Ídas
aus Messenien spannten sie die Basen Phóibe und Hiláeira aus und nahmen sie
zur Frau, was einigen Wirbel brachte. Wieder einig gingen die vier einmal nach
Akadien eine Viehherde rauben. Bei der Verteilung der Beute kam es zu blutigem
Streit, aus dem nur Póllux übrig geblieben ist. Da er aber untröstlich ohne Kástor
nicht mehr auf Erden bleiben wollte, bat er Zeús ebenfalls um Aufnahme ins
Totenreich. Der versetzte darauf beide unter die Sternbilder. Dort stehen sie
nebeneinander die halbe Zeit am Himmel (überm Horizont) und die andere Hälfte
in der Unterwelt (unterm Horizont). Sie galten von da an als Schutzpatrone für
Menschen in Seenot .
Das Sternbild zeigt zwei Jünglinge, die brüderlich nebeneinander stehen. Kástor
streckt die linke Hand aus gegen das Sternbild Fuhrmann. Seine rechte legt er Póllux
auf die Achsel. Letzterer schlenkert beide Arme (d, l). Die vier Füsse stehen
alle auf einer Linie. Der rechte Fuss Kástors (n) ist der schwächste der vier
Sterne. Kástor hat kürzere Beine (Stern im Schritt = e) als Póllux
(Schrittstern = z).
Merke: Kástor (a) ist der nördlichere, Póllux (b) der südlichere der beiden
("Im ABC kommt K vor P)
M35
ist ein offener Sternhaufen, der von Kástors Fuss (m) über (h) mit einem
Feldstecher gut zu finden ist.
Ptolemaíos nennt die Kofpsterne (a) = Kástor und (b) = Póllux, die Fusssterne
(m, n, g, x) die Schultern (k, i) und den Stern im Arm (J).
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| Krebs: |
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lat: Cáncer, Cáncri Cnc
Das klassische Sternbild zeigt den Krebs im Sumpf von Lerna. Wie Heraklés als 2. seiner 12 Arbeiten die lernäische Hydra besiegen musste, versuchte die eifersüchtige Héra ihn dabei zu hindern. Sie sandte hierfür einen Krebs aus. Aber dem ist der Angriff nicht gelungen. Heraklés konnte ihn zertreten und anschliessend die Hydra besiegen.
Der Krebs steht zwischen den Sternbildern Zwillinge und Löwe. Er schreitet rückwärts - im Krebsgang - über den Tierkreis. Seine weit ausgebreiteten nördliche (i) und südliche (a) Scheren zeigen gegen die Nase des Löwen. In der Kopfbrust steht der Sternhaufen M44, der seit dem Altertum bekannt ist. Er heisst "Krippe" (lat. = praesaepe, auch nur praesepe geschrieben), an der die beiden Kopfsterne (g, d) als "Eselchen" stehen. Die Krippe ist in dunklen Nächten von blossem Aug zu erkennen, besser aber mittels Feldstecher.
(g) = Aséllus boreális (lat:
nördliches Eselchen)
(d) = Aséllus austrále ( südliches Eselchen)
M44
= Praesaepe (Krippe)
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| Löwe: |
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lat: Léo, Leónis, Leo
Klassisches Sternbild.
Bei der Ortschaft Neméa auf dem Pelopones machte ein starker Löwe die Weiden
unsicher. Er hauste in einer Höhle mit mehreren Ausgängen. Wie viele Untiere
der griechischen Sagenwelt stammt er von Échidna (griech. = giftige Natter) und
Typhón (griech. = Wirbelwind) ab. Diese beiden sind die Eltern verschiedener
Fabelwesen, wie Chímaira (Mischwesen aus Löwe, Ziege und Drache), Kérberos (Hüterhund
am Tor zur Unterwelt) und Órthros (zweiköpfiger Hund des Viehbesitzers Gerýoneus).
Der Hund
Órthros (griech. = Morgendämmerung) war mit Sirius verknüpft. Zusammen mit
seiner Mutter Échidna zeugte er den nemeïschen Löwen. Dieser trug ein
eisenhartes Fell und war daher unverwundbar.
Als erste seiner 12 Arbeiten für Eurystheús musste Herkules
(die Griechen nannten ihn Heraklés) diesen Löwen besiegen. Da seine giftigen
Pfeile am Fell abprallten, trieb er ihn in seine Höhle zurück, deren Ausgänge,
bis auf einen, er vorher mit Felsblöcken verstopft hatte. In der Höhle erwürgte
er den Löwen von Hand und zog ihm dann das Fell ab. Wie er darauf mit der Löwenhaut
zum König wollte, erschrak Eurystheús so sehr, dass Herkules künftig seine
Trophäen vor der Stadtmauer zeigen musste.
Der Löwe ist als Sternbild
gut zu erkennen. Unter dem Grossen Wagen läuft er über den Frühjahrshimmel.
Seine Nase (e) streckt er gegen den Krebs. In der einen der beiden Vorderpfoten
steht der helle (a) Regulus (lat. = Prinz) auf der Ekliptik. Der Schwanzstern
(b) Denébola (arab. = Löwenschwanz) hängt in den Armbogen der Jungfrau. Beide
Hinderpfoten (J) hält er übereinander. Stern (g) am Halsansatz ist Algiéba.
Bei Ptolemaíos ruht der Löwe mit untergeschlagenen Beinen. Stern Regulus sitzt
auf seinem Herz.
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| Jungfrau: |
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lat: Vírgo, Vírginis, Vir
Bei Áratos zeigt das klassische Sternbild die Jungfrau Díke, eine der drei Horen, die das Recht vertritt. Ihr Vater ist Zeús persönlich und ihre Mutter ist Themis, die direkt vom Himmel (Uranós) und der Erde (Gaía) abstammt. Díke versammelte im Goldenen Zeitalter die Menschen auf dem Marktplatz um mit ihnen zu diskutieren, was rechtens sei. Deren Nachkommen im silbernen Zeitalter haben sich aber nicht mehr so gut verhalten. Da schalt Díke: "Wieviel minder ist das Geschlecht, das die goldenen Väter hinterlassen haben! Und ihr werdet noch schlechtere Kinder gebären. Es werden wohl Kriege und also auch feindsehliges Blutvergiessen sein unter den Menschen, und über dem Übel wird der Schmerz lasten." Dann zog sie sich in die Berge zurück. Das Volk spähte noch immer nach ihr und hoffte auf ihre Rückkehr. Aber nachdem das Silberne Geschlecht tot war, entstand das Eherne Geschlecht. Dies waren heillosere Menschen. Sie schmiedeten als erstes das übeltäterische, wegelagernde Schwert und assen als erste das Fleisch ihrer Zugochsen. Da ist Díke zornig zum Himmel geflogen, wo sie noch nächtlich den Menschen erscheint.
Bei Hygínus erinnert die Jungfrau an Erigóne, die Tochter des Ikários. Er war der erste Weinbauer im alten Griechenland. Von da stammt der Name Vindemiátrix.
In die Sterne lässt sich
gut eine Frau legen, die gegen den Löwen ihre Arme ausbreitet. Die rechte Hand
ist (e) = Vindemiátrix (lat. = Winzerin). Die Kniesterne (i, k) gehören zur Fläche
des Sternbildes Jungfrau. Die Füsse hält sie auf den Balken der Waage (aLib,bLib).
Der Schossstern ist (a) = Spíca (lat. = Ähre). Sie liegt wenig südlich der
Ekliptik. Schon vor den Griechen ist mit Stern Spika eine Getreideähre
verbunden worden.
Im Oktober geht die Sonne ob Spíca vorbei und neun Monate darauf steht sie vor
den Zwillingen.
Günter Keil zeichnete 1940 diese Jungfrau für das ZEISS- Planetarium.
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| Waage: |
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lat: Líbra, Líbrae, Lib
Das Sternbild zeigt eine "Apothekerwaage": am Balken (a - b) hängen die beiden Waagschalen (g) und (s). Die Namen zeigen noch auf ihre Herkunft von den Scheren des Skorpions:
a = Zubén Elgenúbi arab. =
südliche (a) Schere
b = Zubén Elschemáli arab. = nördliche (b) Schere
Die Aufteilung des Tierkreises auf 12 Sternbilder ist alt. Auf Keilschrifttafeln der Sumerer aus der Zeit des Gilgameschepos (um 2230 v, Chr.) kommt bereits das Sternbild "Waage" (Zib-Ba An-na) vor mit dem Hinweis, sie sei aus den Scheren des Skorpions gebildet. Ebenso zeichnen die Ägypter in ihren Tierkreis die Waage (siehe Tierkreis von Dendera). Bei den Griechen nennen Eúdoxos (um 370 v. Chr.) und Áratos (um 250 v. Chr.) das Sternbild "Scheren", wie es auch in den Sternkatalogen von Hípparchos (um 150 v. Chr.) und Ptolemaíos (um 138 n. Chr.) steht. Dieser braucht aber im Text seines Handbuches neben "Scheren" auch das Wort "Waage". Julius Caesar setzte in den Julianischen Kalender (46 v. Chr.) die Waage, die seither in unserem Tierkreis steht.
(c) by K.Oechslin
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| Skorpion: |
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lat: Scórpius, Scórpii, Sco
Das klassische Sternbild gehört
zum Sagenkreis des Oríon,
den der Skorpion auf Geheiss der Götter mit einem Stich vergiftet. – Wenn der
Skorpion am Osthorizont erscheint, dann geht Oríon am Westhimmel unter.
Das auffallende Sternbild besteht aus meist hellen Sternen, die gut die Figur
eines Skorpions zeigen: Vorangehen ist der Brustpanzer mit den Scheren; den
Schwanz mit dem aufgerichteten Stachel (k, l,) schleift er nach (in unseren
Breiten bleibt der Schwanz unter dem Horizont). Mit seinen Scheren greift der
Skorpion das Bild der Waage
(gLib, sLib). Der helle, rötliche Stern (a) heisst Antáres
(griech, = Mars gegenüber). Zwei schwächere Sterne flankieren ihn. Der
Sternhaufen M4
ist im Fernglas erkennbar.
(c) by K.Oechslin
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| Schütze: |
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lat: Sagittárius, Sagittárii, Sgr
Klassisches Sternbild im
Tierkreis. Die Griechen sahen in diesen Sternen einen Kentauren mit einem Bogen
(m, l, d, e, h) in der Hand. Der Holzschnitt von Albrecht Dürer 1515 folgt
genau der Beschreibung des Ptolemaíos (138 n.Chr.). Diese Kentaurfigur lässt
sich aber nicht mit einem Linienzug in die Sterne legen. Einige moderne
Sternkarten nehmen daher zu einer "Teekanne" Zuflucht, was aber
mnemotechnisch schlecht ist. Denn die Teekanne gibt zu dem Schützen überhaupt
keinen Zusammenhang.
Die Sterne zeigen aber gut ein Strichmännchen, das an einen Jäger der prähistorischen
Felszeichnungen erinnert: Er macht einen Luftsprung und streckt Pfeil und Bogen
in die Höhe. Die Sterne südlich dieser Figur sind zudem in unseren Breiten
ohnehin unter dem Horizont. Eratosthénes (250 v.Chr.) beschreibt übrigens den
Schützen nicht als Kentaur (da diese als Waffen keine Bogen gebrauchten,
sondern Prügel und Felsbrocken), sondern als zweibeinigen Mann: Der Schütze
ist Krótos, der Sohn der Euphéme (= Amme der Musen) und des Wald- und
Weidegottes Pan. Von ihm hat Krótos zwei Bocksfüsse und einen Satyrschwanz.
Pan seinerseits war ein Sohn des Hermés (= Merkur).
Der Schütze steht in der Ekliptik. Die Füße (m, h) sind vorangehend, der Kopf
(s) nachfolgend. Der nördliche Arm hält den Bogen (x, o, p, r), der südliche
den Pfeil (z, t).
Im Bereich des nördlichen Beines sind einige Messierobjekte z.T. schon im
Feldstecher zu finden: M8,
M17,
M22,
M23,
M24,
M25.
Nebenbei: Albrecht Dürer zeichnet seinen Kentaur - Schützen in "Globusansicht". Umstehend ist er daher seitenverkehrt abgedruckt um ihn mit der "Himmelsansicht" (wie Sternkarte) zu vergleichen.
l = Kaus boreális
d = Kaus meridionális
e = Kaus austrális
(c) by K.Oechslin
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| Steinbock: |
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lat: Capricórnus, Capricórni, Cap
Klassisches Sternbild.
Es kommt schon im alten Babylon als Ziegenfisch vor. Bei Eratosthénes ist es
Pan (Gott des Waldes und der Weide), der sich beim Kampf mit Typhón in das
Mischtier "Steinbock mit Fischschwanz" verwandelt. So beschreibt ihn
in seinem Sternkatalog auch Ptolemaíos. Apollódoros schildert: Beim Kampf von
Zeús mit den Titanen hat sich das Ringen bis an den Nil hingezogen. Typhón (griech.
= Wirbelwind) kam aus der heissen Wüste und war erst erfolgreich gegen Zeús.
Da tarnten sich die Götter als Tiere: Hermés als Ibis, Apóllon als Krähe,
Athéne als Katze usw. Pan sprang als fischschwänziger Steinbock in den Nil.
Typhón schnitt Zeús die Sehnen aus den Händen und Füssen und schleppte ihn
in eine Höhle in Kilikien. Allein Hermés und Pan befreiten ihn und setzten ihm
die Sehnen wieder ein. Wieder auf den Beinen verfolgte Zeús den Typhón bis
Sizilien, schlug ihn zu Boden und warf den Berg Ätna auf ihn. Hin und wieder hört
man Typhón im Vulkan noch grollen. Zur Erinnerung setzte Zeús den Steinbock
als Fabeltier in den Tierkreis.
Das Sternbild zeigt gut (wie bei Ptolemaíos) vorangehend einen Ziegenkopf mit
Gehörn und Bart. Die Vorderbeine winkelt er unter seinen Bauch. Nachfolgend ist
der Fischschwanz, eine auf den Spitz gestellte Raute mit Zipfel. Stern (d) = Déneb
Algédi (arab. = Schwanz des Steinbocks). Ausser den beiden Sternen im Horn (a,
b) und (d) im Schwanz sind alles schwächere Sterne. Die Ekliptik verläuft
durch den Kopf, über den Rücken und durch den Schwanz. Die Sonne durchmisst
die Strecke vom 19. Januar bis am 15. Februar.
Stern (a) Algédi ist schon von Auge doppelt zu erkennen. Die beiden stehen um
1/5 Vollmond- breite nebeneinander. Sie gehören aber physisch nicht zusammen.
Der westliche (a1) ist 1500 Lichtjahre von uns entfemt, der östliche
(a2) nur 120 Lichtjahre. Der östliche ist der hellere von beiden.
(c) by K.Oechslin
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| Wassermann: |
lat: Aquárius, Aquárii, Aqr
Klassisches Sternbild.
Er wird seit alters her als Mann dargestellt, der nachfolgend in der rechten
Hand einen Krug hält, aus dem er dem Südfisch Wasser vors Maul giesst. In der
griechischen Mythologie ist er entweder Ganymédes, der Mundschenk im Olymp. Er
mischt Wasser und Nektar zum Göttertrank. Oder er erinnert an Deukalíon und
seine Frau Pýrrha, die als einzige die grosse Flut überstanden haben: Sie
landen mit ihrem Nachen am Parnass in Böotien. Ausgestiegen bringen sie Zeús
ein Dankopfer für ihr Überleben dar und bitten neue Menschen schaffen zu können.
Zeús weist sie an: "werft die Gebeine der grossen Mutter hinter
euch!" Nach einigem Überlegen nehmen sie Steine ab der Mutter Erde und
werfen sie über ihre Achsel. Aus diesen wächst ein neues Menschengeschlecht
heran: aus den Steinen Deukalíons werden Männer und aus denen von Pýrrha
Frauen.
Die Ekliptik führt unter dem Nabel (J) und knapp nördlich den Wasserguss-Sternen (s, l und j) durch den Wassermann. Auf ihr läuft die Sonnen vom 16. Februar bis am 12. März. M2 ob der ausgestreckten, vorangehenden Hand ist ein Kugelsternhaufen, der im Feldstecher als Nebel zu sehen ist. Der Kopfstern (a) heisst Sadalmélek (vom arab. = König ). Markant ist am Himmel das Sterndreieck des Wasserkruges (g, h, p) mit Stern (x) in der Mitte. Die übrigen Sterne sind nicht auffallend. Zum Auffinden hilf, dass sich die drei Wasserstränge an den Südenden gabeln.
(c) by K.Oechslin
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Fische: |
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lat: Písces, Píscium, Psc
Klassisches Sternbild.
Der Typhón (griech. = Wirbelwind) war der Sohn der Gaía (= Erde) und des Tártaros
(= Unterwelt). Er war ein Unhold mit 100 Drachenköpfen und Schlangenfüssen. Zeús
(lat. = Jupiter) hat ihn in einen Vulkan verbannt. Einst brach er aber wieder
hervor und Zeús bekämpfte ihn mit Blitz und Donner (bei Vulkanausbrüchnen
gibt es oft Gewitter). Aphrodíte (lat. = Venus), die Tochter von Zeús, floh
vor dem Kampfgetümmel mit ihrem Söhnchen Éros (lat. = Amor) an das Ufer des
Euphrat, wo sie sich im Schilf versteckten. Wie ein Wirbelwind im Schilf
raschelte, glaubte sie, Typhón sei im Anzug und sprang vor Schreck in den
Fluss. Zwei Fische schwammen herbei und trugen Aphrodíte und Éros weg in
Sicherheit. - Diese Fische sind als Sternbild im Tierkreis verewigt. Schon um
1500 v. Chr. Sind bei den Babyloniern die beiden Fische durch ein Band
verbunden. Die Griechen - nach 1000 v. Chr. - kannten die Begründung hierfür
nicht mehr.
Der Westliche Fisch schwimmt unter dem "Pégasusviereck" . Die Ellipse des Kopfteils (i, J, 7, g, k, l, 19) ist von Auge zu sehen. Südlich der Ekliptik ist das Rechteck (27 - 33) hinten im Fisch im Feldstecher gut zu finden. Die Spitzen der Schwanzflosse (3, i) gehört zum Sternbild Walfisch. Das Band der Fische schwingt sich mit 4 Sternen zur Verzweigung (n), wendet mit dem hellen Stern (a) nördlich von Míra (o) im Walfisch und zieht von (n) mit weiteren 4 Sternen zum nördlichen der Fische. Dieser besteht aus schwachen Sternen und ist ebenfalls besser im Feldstecher aufzusuchen. Seine Nase (t, 82) zupft gegen den Hüftstern Mírach der Androméda (b).
Der Frühlingspunkt der Ekliptik ^ steht in unserer Zeit nachfolgend dem Schwanz des westlichen Fisches.
(c) by K.Oechslin![]()
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