Online 78
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Werte Leserinnen und Leser, mich hat zwar auch f�r den FANZINE-KURIER 78 die eine oder die andere Rezension nicht rechtzeitig erreicht, es ist aber nur mir zuzuschreiben, da� diese Ausgabe mit einer gewissen Versp�tung erscheint... Denn gen�gend Material lag mir immerhin bereits im letzten Monat vor. Auch enth�lt der FK 78 wieder einen gewissen Schwerpunkt unter den Fanzinerezensionen, was gelegentlich kritisiert wird, letztendlich k�nnen im FK aber nur Fanzines besprochen werden, die erscheinen - und mich erreichen. Apropos erreichen: Zur Rezension im FANZINE-KURIER 79 sind mir immerhin bereits ALIEN CONTACT 26, SOLAR-X 27, KOPFGEBURTEN 9: EVE OF DAWN, IRRLICHTER 2: NACHBARN, GESCHICHTEN DER NACHT 15A/15B, DIE GRAUE ALLIANZ 3: INTRIGEN AUF AGON und ANDROMEDA SCIENCE FICTION MAGAZIN 139 zugegangen. Viele Gr��e Armin M�hle
FURTHER TALES OF BLOOD AND LOVE
FURTHER TALES OF BLOOD AND LOVE
Im allgemeinen beziehen Storyzines ihren Reiz aus der Vielfalt unterschiedlicher Schreibstile, Themen und Denkans�tze. Ein "roter Faden" (im vorliegenden Fall Vampirgeschichten) schr�nkt dies zwar ein wenig ein, l��t aber immer noch Freiraum, in dem sich die Phantasie der Autoren entfalten kann. Christel Scheja er�ffnet den Reigen mit "Spuren" - mehr der Entwurf f�r eine Story, die Farben sind noch etwas zu dick aufgetragen. Christel ist mittlerweile keine Unbekannte mehr und hat auch schon einige professionelle Ver�ffentlichungen vorzuweisen. In diesem Fall h�tte sie der Idee mehr Zeit zur Reife geben sollen, ja m�ssen! "Dancing with Mr. D:" ist eine Hommage an den STONES-Gitarristen Keith Richards. Verena Scheuerle zeichnet das Bild einer d�steren Welt, in der Junkies und kleine Dealer die Hauptrollen spielen. Der Protagonist, ein junger Vampir, findet in dieser Szene seine Opfer und wird sich seiner Obsession f�r den (gleichfalls drogens�chtigen) Richards bewu�t. Da dies jedoch keine Zukunft h�tte, beschlie�t er, ihn nur noch unerkannt aus der Ferne zu begleiten. Die Story ist ein bi�chen zu lang und weitschweifig geraten, um den Spannungsbogen bis zum Schlu� zu halten. Die lakonische Schilderung unbegrenzten Drogenkonsums kann als Denkansto� verstanden werden - nur wird das nicht wirklich deutlich. Michael Vladescu steuert mit seinen "Sargkantengeschichten" eine kleine, aber nicht sonderlich originelle Satire bei. Irene Salzmann kann da schon mehr �berzeugen. "Vorsicht, ich bei�e" - die Geschichte ist inspiriert von einem Song Frank Zappas, der auch abschnittweise zitiert wird - beginnt wie ein gew�hnlicher Disko-Besuch. Das Blutsauger-Element schleicht sich eher durch die Hintert�r ins Geschehen. Die sch�nste Geschichte des Heftes ist gleichzeitig die k�rzeste. Eileen (wer auch immer sich hinter dem Pseudonym verbergen mag) schrieb "A Vampire's Christmas-Story". Man k�nnte es f�r eine ganz gew�hnliche Liebesgeschichte halten, st�nde sie nicht im Kontext mit den anderen Stories. Die Miniatur wird erg�nzt durch eine passende Illustration. Auch die Fantasy soll nicht zu kurz kommen. Hier in einer konventionell-feministischen Version von Charlotte Engmann. "Am Brunnen" einer Oase geht es geht es nicht geheuer zu, ein D�mon aus einer anderen Dimension besch�tzt hier Frauen, die sonst anderen Wesen der Nacht zum Opfer fallen w�rden. Nicht ganz idealistisch freilich, denn ein Bann bindet ihn an diesen Ort. Die Rasse, der das Gesch�pf angeh�rt, nennt sich �brigens "Vampyri". Noch eine Anlehnung an einen Song ist die letzte Story, "Walk straight down" (Kate Bush, 1989). Peter Nomigkeit entf�hrt den Leser in einer Parallelwelt, in der die Vampire zu Hause sind. Manchmal gelingt es einem in unsere Welt, Erde-A, zu entwischen. Solche Entsprungenen werden dann von speziellen Agenten (selbst Vampire) zur�ck eskortiert oder, wenn nicht anders m�glich, zur Strecke gebracht. Dabei geht es ganz sch�n zur Sache - Sterbliche sollten besser in Deckung gehen. Die Lyrik ist durchweg in Englisch gehalten, darum vermag ich sie nicht im angemessenen Ma� zu w�rdigen. Andererseits w�re eine �bersetzung den Versen von Michael Vladescu, Andrej Dvorczak und Samuel Thorne vielleicht nicht gerecht geworden. FURTHER TALES OF BLOOD AND LOVE macht es dem Rezensenten nicht leicht. Am ehesten kann man es als den Versuch einer Verschmelzung von Musik, Horror und Grafiken zu einem Lebensgef�hl verstehen. Neue Sichtwinkel auf ein altes Genre. Ob es gelungen ist, wissen Horror-Fans am besten einzusch�tzen. Der Rezensent z�hlt sich nicht dazu. �brigens: Echte Freunde Draculas finden den letzten Spro� der Dynastie, Ottomar Rodolphe Vlad Dracula Prinz Kretzulesco, im Schlo� Schenkendorf in der Mark Brandenburg. Siegfried Breuer Berlin
LEGENDENS�NGER 60: RUDRIN
Wieder einmal gibt es einen neuen "Talastan"-Band von der flei�igen Christel Scheja. Im Wechsel mit Fanzines gemischten Inhalts, SF-Sonderausgaben oder erotischen B�nden erscheinen regelm��ig Erz�hlungen, die in ihrer Fantasy-Welt Talastan angesiedelt sind, in der auch Figuren anderer Autoren eine Heimat gefunden haben. In dieser Ausgabe setzt Christel den Weg einer ihrer Lieblingsfiguren fort. Prinz Rudrin strebt nach dem Thron von Yjan-Calliorn, doch um ihn zu erhalten, mu� er viele Opfer bringen. Zwei l�ngere Geschichten sind seinem Schicksal gewidmet, die nicht unbedingt spannend sind, sondern wohl mehr ein Thema zum Abschlu� bringen sollen, damit sich die Autorin neuen Protagonisten zuwenden kann, f�r deren Abenteuer hier der Grundstein gelegt wurde. Mit einer Trilogie wartet Charlotte Engmann auf, die bereits vor einer Weile Fu� in Talastan fa�te. Ihr Held Tagor begegnet dem Magier Arioll, der aufmerksamen Lesern aus fr�heren Erz�hlungen von Christel bekannt ist. Charlottes Stil ist fl�ssig, und sie versteht es, kleine H�hepunkte einzubauen. Zahlreiche Grafiken sind �ber das Fanzine verstreut. Insbesondere die Zeichnungen von Helen Keller und Kirsten Scholz fallen positiv auf. RUDRIN ist sicher nicht eines der besten Fanzines von Christel und rein auf Fantasy-Leser zugeschnitten. Die Freunde der "Talastan"-Erz�hlungen kommen auf ihre Kosten, da sie das weitere Schicksal bekannter Figuren erfahren - und anders ist es auch nicht von den Autorinnen geplant. Irene Salzmann Kranzberg
SOL 5
Auch in seiner f�nften Ausgabe beflei�igt sich das Verlautbarungsmagazin SOL einer weitgehend unkritischen Einstellung gegen�ber der PR-Serie. Zwar enth�lt es einen Schm�hartikel von Hubert Bacia, "Das f�nfhundertj�hrige Reich des Perry Rhodan und seine J�nger", der im Jahre 1969 in der Zeitschrift KONKRET erschien, doch wird dabei ein Kommentar vorangestellt, in dem Willi Diwo den Verri� schon vorab verrei�t. Richtig ist sicher, da� Bacia zwischen B�rgerlichkeit und Rechtsradikalismus kaum unterscheidet und deshalb wohl jeden nicht sozialistischen Helden verd�chtigen mu�, das geknechtete Volk zu t�uschen und zu unterdr�cken. (Manch einer wird sich mit Grauen an die ideologisch �hnliche und vergleichbar dilettantische PR-Untersuchung von Ellerbrock/Thie�e erinnern.) Zu einer ausgewogenen Reaktion auf die Kritik h�tte allerdings auch die Erw�gung geh�rt, da� die Serie im Jahre 1969 ein wesentlich anderes Gesicht hatte als heute - gerade mit der sp�teren Dissertation �BERLEGUNGEN ZUM WANDEL EINER HEFTROMANSERIE hat ja Rainer Stache die wohl bisher kompetenteste Auswertung vorgenommen. In den Sechzigern waren Bacias Ausf�hrungen nur grotesk �berzogen - heute sind sie kaum mehr verst�ndlich. Das Fehlen kritischer Auseinandersetzung mit der Serie macht sich in SOL 5 vor allem bei den gestellten Fotos von PR-Mitarbeitern und ihren - gar nicht witzigen - Zitaten peinlich bemerkbar. Damit hat es sich dann aber auch. Die Artikel zu zwei neuen PR-Taschenb�chern und "Gucky Shorty Nr. 4" sind unterhaltsam und bieten unverkrampften Humor; Ulrich Bettermann macht in seiner positiven Besprechung von PAX TERRA einen �berzeugten Eindruck und bem�ht sich, dies zu vermitteln. Mit einer ATLAN-Story und dem Artikel "MU und die Fr�hgeschichte der Menschheit" begibt sich SOL 5 in pr�historische Gefilde. Auch diese Beitr�ge sind unterhaltsam und lesenswert; trotz der darin gepflegten Selbstironie w�rde man sich allerdings eine klarere Trennung zwischen geologisch gesicherten Erkenntnissen, Spekulationen � la D�niken und PR-Story w�nschen, da vor allem f�r Jungleser und Einsteiger, die die Fanzentrale gewinnen soll, die Zuordnung nicht immer leicht sein wird. Ob SOL, wie in einem LoC vermutet, je ein w�rdiger Nachfolger des PR-Magazins werden kann, scheint mir wegen der alleinigen inhaltlichen Ausrichtung auf PR und der dabei fehlenden kritischen Reflexion sehr zweifelhaft. Informationsgehalt und Unterhaltungswert sind aber gro� genug, um es zu empfehlen. Clemens Nissen s. ps. Wangerland
ENPUNKT 28
Gleich am Anfang f�hrt Klaus die Arschlochquote ein. Sie dient ihm dazu, das Publikum bei Konzertbesuchen, an denen wir als Leser des ENPUNKT beteiligt werden, zu beurteilen. Die Arschlochquote ist ein vergleichsweise einfaches Me�instrument. Studierende sind n�mlich alles Arschl�cher und bei einem Konzert mit einem Studentenanteil von 80 Prozent kommt man - laut Klaus - leicht auf eine Quote von 90 Prozent, denn mindestens 10 Prozent der restlichen Besucher sind auch Arschl�cher... Nur gut, da� Klaus im ENPUNKT auch ein paar Leserbriefe abdruckt, eine f�r alle Zeiten unschlagbare Arschlochquote w�re diesem ENPUNKT sonst sicher. Dirk van den Boom hat den Charakter des ENPUNKT im FK 75 deutlich beschrieben. Dem gibt es nicht mehr viel hinzuzuf�gen. Auch diese Ausgabe enth�lt die �bliche Mischung aus Reise- und Konzertberichten. Eine Menge Platten von meist unbekannten Bands werden vorgestellt. Und wir erfahren von weiteren Abenteuern Klausens im Einsatz f�r die "APPD" - der anarchistischen Pogo-Partei Deutschlands. Der von Dirk festgestellte Anti-Intellektualismus scheint auch in dieser Ausgabe durch viele Zeilen hindurch, nicht nur bei der pauschalierenden Beurteilung von Konzertbesuchern. Das hindert Klaus aber auch nicht, sich abf�llig �ber "Siff-Punks" zu �u�ern. Vielleicht doch ein Anflug von Intellektualismus. Ein Eindruck, dem sich Klaus als Verlagsangestellter und Schreibtischarbeiter ohnehin schlecht wird erwehren k�nnen. Wenn man von den unz�hligen Platten- und Bandvorstellungen absieht, die sicherlich f�r Fans der Punk- und verwandter Musik lesenswert sind, gibt es allerdings nur noch wenige Beitr�ge, die wirklich interessant sind. Dazu geh�ren im ENPUNKT in aller Regel die Reiseberichte. W�hrend auch diesmal wieder die Schilderungen aus Afrika sehr informativ und abwechslungsreich sind, ist der Bericht �ber die Avignon-Reise im letzten Sommer eher belanglos. Wir erfahren zwar, wo Klaus erst einen Milchkaffee und dann mehrere Biere getrunken hat und welchen Stra�enk�nstler er zugeschaut hat, aber damit ersch�pft sich der ganze Bericht. Das Prosawerk "Seine liebste Parkuhr" ist ebenfalls bestenfalls peinlich, beschreibt es doch die Liebe des Protagonisten zu einer Parkuhr, die der Held der Geschichte des N�chtens auch vollzieht, w�hrend er seine Geliebte tags�ber nur von einer nahegelegenen Parkbank anhimmelt. Schnell vergessen. Chancen vergibt Klaus auch bei der Schilderung eines Fernsehauftrittes, zu dem er als PR-Redakteur gebeten wurde. Statt �ber das Showbiz und den genaueren Ablauf der Talk-Show zu berichten, reicht es ihm darzustellen, wie wichtig er sich selber dabei vorkam und welche Pornofilme es in dem "bonzigsten Hotel, in dem er jemals abstiegen ist", zu sehen gab. Fazit: Es gab schon bessere Werke aus dem Hause Frick. Holger Marks Marburg
SOLAR-X 84
Vorbei die seligen Zeiten, da der FK-Rezensent schon beim �ffnen der Sendung aus dem fernen Wallenhorst und dem Blick auf das darin liegende SOLAR-X wu�te, was kommen w�rde! N�mlich die immer wieder reizvolle Aufgabe, eine Rezension zu einem Rezensionsheft zu schreiben, was durch anschlie�ende Rezensionen dieser Rezensionen im �bern�chsten SX mitunter noch verfeinert wurde, worauf ein anderer FK-Rezensent abermals eingehen konnte. Mittlerweile jedoch wei� man gar nicht, was der ASFC Halle von einem Monat zum n�chsten so an Strahlen emittiert. Nachdem die letzte Ausgabe sich mit milit�rischer SF besch�ftigt hat, finden sich in der Nr. 84 zwei l�ngere reinrassige SF-Stories, die gemeinsam mehr als die H�lfte des Umfangs einnehmen. Und da es f�r die FK-Leser wohl interessanter ist, etwas �ber Prim�rliteratur zu erfahren als zum SOLAR-xten Mal versichert zu bekommen, da� die Rezensionen kundig verfa�t wurde, wollen wir uns auch gleich auf diese st�rzen wie der hungrige Habicht auf ein furchtsam fiependes Hasenbaby. Eddie Angenhubers "M'atilda" er�ffnet das Storyduett (oder, wie Fritz Walter, Exst�rmer vom VfB Stuttgart, nach einem Spiel mit dem damaligen Sturmpartner Klinsmann so trefflich formulierte: "Ja gut, der J�rgen un isch haben heut en prima St�rmertrio gebildet ... �h, isch mein nat�rlisch, en St�rmerquartett."). Seine von Thomas Hofmann sehr ansehnlich illustrierte Geschichte ist von dem Tom Waits-Song "Tom Traubert's Blues" inspiriert, dessen Version von Rod Stewart ja vor ein paar Jahren sogar zum Hit geworden ist. Was mit aber bislang unbekannt war, ist, da� es darin um eine Kanone geht, die mit durchschlagendem Erfolg ("she killed about a hundred") vermutlich im amerikanischen B�rgerkrieg eingesetzt wurde. Eddie f�gt sie in ein Postdoomsday-Szenarium ein, in dessen Mittelpunkt ein Ich-Erz�hler steht, der sich als Fl��er durch die unwirtliche Landschaft schl�gt. Nach einer nuklearen Katastrophe ist die Welt nicht nur von den �berlebenden Menschen sp�rlich besiedelt, auch allerlei Tiermenschen treiben sich umher. Eddie gibt zu, da� ihn dazu Cordwainer Smiths Katzenmensch "K'mell" inspiriert hat. Nach allerlei Irrungen und Wirrungen st��t der Ich-Erz�hler im Gefolge des nach eigenen Angaben letzten lebenden Wissenschafters (nat�rlich verr�ckt wie ein Rettich im Mai) und eines ebenso irren Generals auf besagte Riesenwumme, mit der die beiden Strolche die tierische Mehrheit der neuen Menschheit vergasen wollen. - Die Geschichte hat mir stilistisch gut gefallen. Eddie ist ja ein �u�erst routinierter Autor, auch wenn er erst vor relativ kurzer Zeit den Weg in die geheiligten Hallen des SF-Fandom gefunden hat. Und just dieser zweite Umstand scheint mir auch zur Schw�che der Story gef�hrt zu haben: Der Aufbau der Geschichte und das ganze Szenarium wirken ziemlich anf�ngerhaft. Postdoomsday-Geschichten schreibt wohl jeder SF-Fanautor in den ersten zwei, drei Jahren, bis er merkt, da� es schon so viel davon gibt, da� es witzlos ist, noch mehr zu ver�ffentlichen - es sei denn, man hat DIE Idee, die das Thema doch wieder auffrischt. Aber diese Idee sehe ich in "M'atilda" nicht. Verlassene St�dte, irre Wissenschaftler, von einem Golden Age-Autor entlehnte Tiermenschen und eine gefundene Superwaffe ordne ich eher in die Reihe "typische SF-Versatzst�cke" ein, und die rei�en die mich beim besten Willen nicht vor Begeisterung von der Klobrille. Die zweite Story ist eine �bersetzung aus dem Amerikanischen. Wilko M�ller jr. �bersetzte die Story "Stattlichere Wohnh�user" von John B. Rosenman, und der Brasilianer Cesar R. T. Silva illustrierte sie. Auch diese Geschichte zeichnet sich nicht durch eine �berf�lle neuer Ideen aus: Ein terranisches Raumschiff voller wei�er angels�chsischer protestantischer Amerikaner landet auf einem r�tselhaften Planeten, wo schon etliche Forschungsraumer aller m�glichen Zivilisationen verschwunden sind. Man untersucht eines der vermi�ten Schiffe und findet dort noch die Leiche eines reptilioiden Besatzungsmitglieds. Ja, wer denkt da nicht an ALIEN? Als dann die ersten Wucherungen auf der Haut der WASP-Astronauten auftauchen, ahnen wir schon, wie die Sache enden wird, gelt? Ich mu� trotzdem gestehen, da� ich die Story trotzdem h�chst interessiert gelesen habe. Sie ist, obwohl man vieles vorhersehen kann, doch recht spannend, und ich liebe halt diese Space Opera-Settings der Sechziger Jahre mit ihren im Licht einer fernen Sonne blinzelnden Captains, die unter der Einsamkeit leiden und denen es einen Stich ins Herz versetzt, da� der junge Xenobiologe mit der sch�nen Kollegin schl�ft. Und irgendwie st�rt es mich bei solchen Geschichten auch gar nicht, wenn sie wie "Stattlichere Wohnh�user" ziemlich st�mperhaft �bersetzt sind (was sich schon am holpernden deutschen Titel zeigt). Da ich von Wilko in SX bereits wesentlich bessere �bersetzungen gelesen habe, m�chte ich zu seinen Gunsten annehmen, da� er diesmal das Ganze deswegen in ein Deutsch �bertragen hat, das sich viel zu nah an die amerikanische Satzbauweise und Wortwahl anlehnt, weil das einfach zu solchen Space Operas geh�rt. Den Rest der Ausgabe nehmen dann noch die von uns FK-Rezensenten seit Jahren so hei�geliebten Rezensionen sowie eine umfangreiche Diskussion zum Thema "deutscher WorldCon" ein. W�r' ja auch zu traurig, wenn man sich bei SX nicht mal mehr darauf verlassen k�nnte. Joachim Stahl Leinfelden
LEGENDENS�NGER 57: STURMLICHT
STURMLICHT ist eine weitere Produktion aus der Fanzinefabrik Christel Schejas, die durch die Verwendung der Manuskripte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Druckvorlagen nicht sehr zur Lekt�re einl�dt, zumal einige Seiten schlecht reproduziert wurden. Das kurze Vorwort verspricht eine inhaltliche Vielfalt der Kurzgeschichten, jedoch lassen sich die Arbeiten in zwei Themenkomplexe einteilen: zum einen in moralinsaure, zum anderen in bem�hte Horror-Stories. Christel Scheja schildert unter dem bereits bezeichnenden Titel "Fr�hliche Weihnacht! �berall?" das einsame Weihnachtsfest ihrer Protagonistin, das in einem Suizid endet. Yvonne Friese gibt in "Das unergr�ndliche Leiden der Familie Bodin" - ein weiterer Storytitel, der den Inhalt vorwegnimmt - eine traurige Familiengeschichte wieder. Andr� Wiesler versucht in "Allein" das Schicksal eines politischen Gefangenen zu schildern, der ebenfalls Selbstmord begeht - ein schwieriges Thema, wenn der Autor �ber keine authentischen Informationen verf�gt. Ein weiteres "Experiment" Andr� Wieslers ist "Kalter Atem", n�mlich der Versuch, moralische Aussagen mit Horrorelementen zu verbinden: Eine Vampirin r�cht die Vergewaltigung einer Frau, indem sie die Vergewaltiger t�tet. Das ist nat�rlich nur Wunschdenken. Der Autor hat immerhin die Problematik seiner Story erkannt und sie mit einem kurzen Nachwort versehen, das freilich noch zwiesp�ltiger ist, da er der Meinung vertritt, da� in der bundesdeutschen Justiz ein "Vergewaltiger oder Kindersch�nder mit weniger Strafe davonkommt als ein friedlicher Demonstrant" und Verbrechensvorbeugung durch "Respekt vor den Opfern" beginnt - Zeilen, die noch undurchdachter als die Story sind und deshalb besser ungeschrieben geblieben w�ren. Alexander Lohmann f�hrt in "Eis" seine Protagonisten in ein Haus, in dem es spukt. Volker Budinger l��t in "Stra�en der Stille" seine Hauptfigur dagegen einen bekannten Alptraum erleben, n�mlich der letzte Mensch auf der Erde zu sein. "Lykos" von Janina Enders ist eine Werwolf-Geschichte. "Das geheimnisvolle Bild" von Sebastian Tiegal veranla�t einen Kunststudenten, eine Kommilitonin zu vergewaltigen und zu ermorden, den Verdacht aber erfolgreich auf einen anderen zu lenken. Neben der abgenutzten Idee weist diese Story auch einen schweren technischen Mangel auf: Der Plot wird erst in einem abschlie�enden inneren Monolog des Protagonisten offenbart. Konfus sind "Der Geist" von Alexander Lohmann und "Tr�ume" von Nora Weddehage. In "Der Geist" stirbt ein M�dchen bei einem �berfall auf ein Silberbarrenlager (sic!), doch einer der W�chter reist unbeabsichtigt in der Zeit zur�ck, rettet sie als Kind rechtzeitig aus einem brennenden Haus und verhindert damit, da� sie ihren Verstand verliert und an dem �berfall teilnimmt. "Tr�ume" von Nora Weddehage offenbart das Geheimnis einer biederen Hausfrau: Sie ist eine Sternenprinzessin, die vor einem b�shaften Magier Zuflucht auf der Erde gefunden hat. Humoristische Ans�tze weist dagegen "Himmel und H�lle" von Andr� Wiesler auf, der Tagesablauf eines Mannes, in dem fast alles schiefgeht, was schiefgehen kann. STURMLICHT bietet ein erfreuliches Wiedersehen mit den sehr ansprechenden Fantasy-Zeichnungen Heidi Kochs, die Mitte der achtziger Jahre im Fandom aktiv war. Aus dieser Zeit stammen auch ihre in STURMLICHT abgedruckten Zeichnungen, es sind also keine Erstver�ffentlichungen (aber das sind manche der Kurzgeschichten offenbar auch nicht), was freilich allenfalls langj�hrigen Fandomlern auffallen wird. STURMLICHT ist ein unbefriedigendes Fanzine, dem man kaum noch zugute halten kann, da� die Herausgeberin in ihren Produktionen neuen und weniger ge�bten Fanautorinnen und -autoren Ver�ffentlichungsm�glichkeiten bietet. Zumindest Alexander Lohmann und Andr� Wiesler sind Fanautoren, die bereits seit Jahren aktiv sind (ein Beitrag von Alexander entstand bereits 1988!) und die sich deshalb etwas gesteigerten Anspr�chen stellen m�ssen. Armin M�hle Wallenhorst
MONOCHROM 6/7
Schwarzwei�-Filme sind out, Schwarzwei�-Computermonitore finden sich bald nur noch in Hardwaremuseen, und Schwarzwei�-Malerei war noch nie angesagt. Nur in der Fanzine-Szene bleibt alles beim Alten. Aus Kostengr�nden finden sich nur selten farbliche Einsprengsel. Das man auch ohne Farbtupfer fast unendliche Gestaltungsm�glichkeiten hat, zeigt die neueste Ausgabe von MONOCHROM. Auf Hochglanzpapier und in gestochenem Druck bietet das Magazin auf alle F�lle etwas f�rs Auge. Auf jeder Seite ein anderes Layout, mal einspaltig, mal gleich mehrere Spalten nebeneinander, versetzt oder als Rundbrief gedruckt. Jede Menge Collagen, Hintergrundtexturen, Illustrationen und Einsprengsel lockern den Text derart auf, da� man manchmal gar nicht wei�, wo man anfangen soll zu lesen. Aber das Magazin hat nicht den Anspruch, von vorne bis hinten gelesen zu werden. Zu viele unterschiedliche Beitr�ge finden sich auf den �ber hundert, leider nicht numerierten Seiten. Das Heft besch�ftigt sich mit allen Auspr�gungen zeitgen�ssischer Kunst und (Alltags-) Kultur. Es wird daher f�r sp�tere Generationen von Ethnologen ein gefundenes Fressen sein. Es finden sich Interviews mit der Wiener Musikgruppe PULS, dem Techno-Pagan Antero Alli, mit einem Holopathen sowie mit dem SF-Autoren Paul Di Filippo. SF ist also durchaus auch ein Thema. Nicht nur in diesem Beitrag. Ihre Verbandelung mit der SF-Szene zeigen die Macher um Johannes Grenzfurther und Thomas Brandstetter auch dadurch, da� sie den Einf�hrungsbeitrag von J�rgen Thomann aus dem KOPFGEBURTEN-Themenband �ber Dystopien in einer gek�rzten Fassung nachdrucken. Es findet sich aber auch ein Beitrag �ber "Corseterie und andere Schn�rungen" von einer nur mit "suzie" gekennzeichneten Autorin, die ihre Erfahrungen mit den als Kleidungsst�cke daherkommenden Folterinstrumenten schildert. Der bekannte Filmkritiker Georg See�len schreibt in "Rammelnde Rabbits am Hintern der Autos" �ber die Aufkleber, mit denen wir unsere Verbundenheit f�r unser liebstes Kind zeigen. Gew�hnungsbed�rftig oder schlichtweg unverst�ndlich f�r manche Leser werden die englischsprachigen Beitr�ge sein, besonders dann, wenn sie in lautmalerischer Schrift den Slang nachzeichnen, wie es in dem Interview mit Christal geschieht. Christal ist eine texanische Frau, die nach einem Unfall mit einem von Latex st�ndig umh�llten Kopf lebt und sich selbst als "bionisch" bezeichnet. Sicheres Terrain bieten nicht einmal die verschiedenartigsten Besprechungen, denn auch sie sind teilweise auf englisch. Nicht nur B�cher, Comics, Platten, Fanzines oder Filme, sondern auch Kombucha-Pilze, Oblaten, Thunfisch in Dosen oder Ratgeber f�r besseren Sex werden, wenn schon nicht besprochen, so doch zumindest erw�hnt. Nebenbei gesagt ist der Beitrag von T. Baumg�rtel �ber den Schwarzenegger-Film ERASER die beste Filmkritik, die ich seit langem gelesen habe. Ein gro�er Teil der Beitr�ge besch�ftigt sich mit den Auswirkungen, die die zunehmende Vernetzung der Gesellschaft durch den Computer nach sich zieht. Dabei geht es nicht immer um so heitere Dinge wie die Zeitumstellung auf das n�chste Jahrtausend, die von vielen Zeitsystemen moderner Computernetze nicht bew�ltigt und aller Wahrscheinlichkeit nach zu einem gro�en Chaos nicht nur bei der Deutschen Bundesbahn f�hren wird (dort w�rde es nicht einmal auffallen). Es geht auch um die gesellschaftlichen Ver�nderungen durch Internet, Multimedia oder Biotechnologie. MONOCHROM zeichnet die neueren Tendenzen unserer kranken, verr�ckten Welt nach. Die Macher betreiben aber keine blinde Technikkritik, daf�r sind sie selber viel zu sehr von den M�glichkeiten fasziniert. So entsteht ein ungew�hnliches Fanzine, in dem man stundenlang st�bern kann und immer wieder etwas Neues entdeckt. Es ist kein SF-Fanzine, sondern ein Magazin f�r moderne Kultur, das seinen Finger am sogenannten "Puls des Zeit" hat. Das einzig Unmoderne ist der Schwarzwei�druck. Aber auch das ist Programm. Holger Marks Marburg
SOLAR-X 85
Dem Betrachter fliegt auf der ersten Umschlagseite von SOLAR-X 85 eine Fledermaus entgegen. Und auf dem zweiten Cover steht George Hamilton mit kleinen spitzen Z�hnen und weist bereits auf das Hauptthema hin, unter dem die "Red Edition" steht: Bram Stoker ist angesagt. Nun sind Vampirzines und Vampirstories an sich nichts au�ergew�hnliches. Im FK wurde mit MORE TALES OF BLOOD AND LOVE bereits ein Fanzine besprochen, das sich ausschlie�lich dem Ph�nomen des Vampirs widmet. Bram Stoker als Erfinder "des" Vampirs schlechthin, Dracula, ist nat�rlich immer noch der unbestrittene Held der Vampirfreunde. Bleibt zu hoffen, da� SOLAR-X nicht nur eines von vielen Vampirzines ist. Die klassische Mischung aus Prim�r- und Sekund�rmaterial wurde auch f�r diese Ausgabe beibehalten. Der Storyreigen wird eingeleitet mit der Kurzgeschichte "Kairats Kuss" von Eddie Angerhuber. Die sehr lyrische und an ein M�rchen erinnernde Geschichte um eine nat�rlich wunderh�bsche Prinzessin, die vom Geist ihrer toten Schwester heimgesucht wird, hat im Grunde kein klassisches Vampirthema, sondern ist eher so etwas wie ein leicht morbid angehauchte Geschichte mit eher klassischen Versatzst�cken aus dem Fantasy-Genre. Der Stil ist sehr sicher, tr�gt aber in seiner S��lichkeit etwas dick auf. Wer solche Geschichten mag, wird jedoch auf seine Kosten kommen. Weitaus derber wird es dann bei Arnold Reisers "�hrenlese". W�hrend ein Junge sich mit einem M�dchen in einem Weizenfeld vergn�gt, taucht die Langt�ttin auf, eine D�monin aus dem Volksglauben, die den Jungen durch �tzenden Eiter aus ihren Br�sten t�tet und anschlie�end aussaugt, was das die Szene betrachtende M�dchen mit dem Kommentar "Robbi war ein mieser Typ!" quittiert. Von einigen Sequenzen fast schon dem Bereich des Splatter-Horrors zuzuordnen, habe ich nicht ganz verstanden, was denn nun der Sinn dieser Story eigentlich sein soll. Sonderlich unterhaltsam ist sie jedenfalls nicht. Weitaus interessanter und lesenswerter ist dann schon Erik Wehders biographischer Artikel �ber Bram Stoker. Die umfangreiche und offenbar gut recherchierte Vorstellung kratzt geh�rig am Lack des Autors und stellt fest, da� Stoker au�er DRACULA kein gescheites Buch geschrieben habe und sich sein Beitrag zum phantastischen Genre in der Tat - was den Anspruch an Qualit�t und Wirkung betrifft - ausschlie�lich auf dieses eine, daf�r umso wichtigere Werk beschr�nkt. Diese kritische Einsch�tzung bleibt aber zugleich fair. Erg�nzt wird SOLAR-X 85 durch allerlei Rezensionen, deren Qualit�t aber durchaus schwankt und nicht immer das bekannte Niveau erreicht. Die Chance, das Flair und den "sense of wonder" von Vampirgeschichten auch auf grafischem Gebiet ausreichend her�berzubringen, hat Redakteur Peter Sch�nemann weitgehend vergeben. Von einigen wenigen gro�formatigen Zeichnungen abgesehen bleibt auch dieses Heft die bekannte Bleiw�ste. Aus irgendeinem Grund h�lt sich unter Fanzineredakteuren immer noch das hartn�ckige Vorurteil, Grafiken seien blo�es Beiwerk zum Text. Nur wenige Redakteure - wie z. B. Michael Marrak - haben in ihren Publikationen bewiesen, da� dies nicht sein mu�. Gerade bei einem so dankbaren Thema wie "Vampire" h�tte sich noch so manches grafische Leckerbissen unterbringen lassen k�nnen. Fazit: Ein lesbares, durchaus abwechslungsreiches Fanzine mit zumeist gut ausgew�hlten Beitr�gen. Vor allem f�r Vampir-Fans empfehlenswert. Dirk van den Boom M�nster
STERNENFEUER 6
STERNENFEUER 6 pr�sentiert sich im DIN A 5-Format mit kartoniertem Einband in SW und Klebebindung. Im Gegensatz zu vielen anderen Fanzines wirkt es durch ein klares, gro�z�giges Layout unaufdringlich und dadurch professionell. Es erscheint zweimal im Jahr. Inhaltlich wechseln sich Beitr�ge aus verschiedenen Bereichen ab. F�r jeden Geschmack ist etwas vorhanden, angefangen bei den Stories, �ber Sachartikel und ein Interview bis hin zu einigen Grafiken - das typische Fanzine eben, und auch noch gut ausgewogen. Die Qualit�t der Grafiken reicht von m��ig bis gut, wobei haupts�chlich die Beitr�ge von Gregor Beckmann und Christian Hold dem Auge gef�llig sind. Auch die Titelgrafik von Sascha Renninger hat ihren Platz verdient. Allein den im Inhaltsverzeichnis aufgef�hrten Comic habe ich vergeblich gesucht. Es gibt vier Stories: "Ha�" von G�tz Roderer ist die k�rzeste und auch diejenige, die den Leser am wenigsten beeindruckt. Die ganzen Endzeit-Stories sind doch ziemlich out. Ein New Yorker Cop verfolgt einen Verd�chtigen. Der springt vom Dach eines Hochhauses und... flaue Pointe. Das Ganze k�nnte sich auch in Frankfurt, Berlin, M�nchen oder sonstwo abspielen; der einzige Grund, die Handlung in die USA zu verlegen und sich somit f�r die trivialen Amerikanismen zu entschuldigen, ist der Umstand, da� es wenig vorstellbar ist, da� ausgerechnet Deutschland nach einem globalen Krieg als zweifelhafter Sieger �brig bleibt. Gregor Beckmann, der �berdies mit drei Grafiken vertreten ist, widmet sich in "Professor Zimpels Zeitmaschine" dem beliebten Thema der Zeitreise, wobei er auf das bew�hrte Klischee vom einsamen, verschrobenen Wissenschaftler (Zimpel = Simpel) zur�ckgreift, dem eine bahnbrechende Erfindung gelingt, durch die er jedoch alles andere als gl�cklich wird. Gregors Stil ist leger, die Erz�hlung pl�tschert fl�ssig dahin, ohne jedoch an den Leser gro�e Anforderungen zu stellen. Das Sprachniveau der Wissenschaftler entspricht nicht ihrem Status. In "Besuch bei Papa" erz�hlt Klaus N. Frick von Margaret, die nach (Pogo in) Togo reist, um die Hilfe eines Voudou-Priesters zu erbitten. Klaus schildert die Szenen sehr anschaulich und versteht es, seinen Figuren Identit�t zu verleihen. Die beste Story in STERNENFEUER. "Das letzte Gespr�ch" von Michael M. Thurner ist eine Geschichte aus dem PR-Universum. Offensichtlich haben die regelm��igen Eliminierungen alter und innigst geliebter Handlungstr�ger Michael veranla�t, sich Gedanken �ber das Warum zu machen und wen es wohl als n�chsten treffen wird. Die uns allen bekannten Figuren Perry und Bully pr�sentieren sich ungewohnt soft und emotional. Irgendwo bin ich entt�uscht, jetzt weniger von der Geschichte an sich als von dem Fazit, das Michael aus der "Mordlust der Autoren" f�r sich zieht. Hoffentlich lassen die sich nicht dadurch inspirieren, denn ich warte immer noch darauf, da� die Serie eines sch�nen Tages in "Reginald Bull, der Erbe des Erben des Universums" umbenannt wird ... Die Sekund�rbeitr�ge sind gr�ndlich recherchiert, interessant und angenehm zu lesen. STERNENFEUER liegt im guten Durchschnitt und bietet hundert Seiten Lesestoff, f�r den man durchaus 7,50 DM bezahlen kann. Irene Salzmann Kranzberg
LEGENDENS�NGER-SONDERBAND 24: SCHATTENSEITE
Der mittlerweile 24. Sonderband der LEGENDENS�NGER-EDITION besch�ftigt sich mit den diversen Schattenseiten des Lebens. Dieses sehr breite und ungenaue Oberthema f�hrte zu einer sehr breiten Mischung an Inhalten, die von sehr realistischen Geschichten �ber Probleme die Menschen mit sich und andere haben, bis hin zu fast kafkaesken Ideen und surrealistischen Darstellungen reichen. Die interessanteste Idee verarbeitet Uwe Lammers in seinen "Nichteuklidischen Wanderungen". Er schildert die Erlebnisse eines Wanderers, der sich in die verr�ckten und aller Logik widersprechenden Geb�ude und Welten des M. C. Escher verstrickt. Uwe gelingt es gut, diese Welt zu beschreiben, auch wenn er sich manchmal notgedrungen in die Terminologie der Geometrie versteigt. Dies verr�t eine Stilunsicherheit - die Uwe selbst zugibt -, die der Geschichte etwas von ihrem Charme nimmt. Auch in seiner zweiten Geschichte mit dem Titel "Der Beh�lter", die leider inhaltlich nicht so �berzeugen kann, fl�chtet er sich in geometrische Fachausdr�cke (was bitte ist ein Trapezoeder?) und gibt, damit es sich jeder vorstellen kann, gleich eine Zeichnung seines geheimnisvollen Beh�lters anbei. F�r mich sieht es aus wie ein sargf�rmiges Gebilde, dessen Boden in der Mitte eingekerbt ist. Welche Bewandtnis es damit hat, erfahren wir leider nicht. Groteske Ideen ganz anderer Art nimmt Andr� Wiesler in seinen Geschichten auf. Vom Stil und der erz�hlerischen Umsetzung geh�ren sie zu den besten des Bandes. In "Die andere Seite" haben die Spiegelbilder ein eigenes Leben. Sie leben in einem geschlossenen Raum hinter dem Spiegel. Und jedesmal wenn eine neue Person in den Spiegel schaut, kommt eine dazu, was dazu f�hrt, da� es hinter dem Spiegel auf die Dauer ziemlich eng wird... In "Feuertaufe" entf�hrt Andr� seine Protagonisten in ein neuer�ffnetes Restaurant. Das ungew�hnliche daran: die Rechnung bezahlt man erst nach dem Tode - mit zus�tzlichen Jahren in der H�lle. Der Betreiber ist nat�rlich der Leibhaftige selbst. Die dritte Geschichte ist ein kleines Kinderm�rchen und beschreibt den Weg eines Zierfisches von der Zoohandlung bis in den gro�en Flu�, der der Geschichte auch seinen Namen gibt. Alle drei Geschichten sind erz�hlerisch gut umgesetzt. Andr� bettet seine Ideen in eine �berzeugende Handlung ein und vermeidet unn�tige Erkl�rungen oder l�ngere Abhandlungen. Mit 14 Seiten die mit Abstand l�ngste Geschichte stammt von Arnulf Breuer. "Aus dem Hafenviertel" wurde durch ein l�ngeres Praktikum, welches Arnulf in Kenia absolvierte, inspiriert. Das Hafenviertel der Geschichte ist der Treffpunkt verschiedener Menschen aus den unterschiedlichen Regionen eines nicht genannten Landes. Die Geschichte ist handlungsarm und bem�ht sich mehr um die Schilderung der Atmosph�re und den Gespr�chen zwischen den Menschen. Bei der L�nge der Geschichte machen sich beim Lesen jedoch bald Erm�dungserscheinungen bemerkbar. Nur gegen Ende zieht die Geschichte wieder etwas an, die Beziehung der Personen untereinander erh�lt etwas Spannung. Ansonsten wird zu h�ufig dar�ber gesprochen, wer jetzt Bier holen geht oder in welches Lokal man nun wechseln solle. Eine K�rzung h�tte der Geschichte gut getan. Die restlichen Geschichten von Yvonne Friese und Gero Lloyd sind kurze bis sehr kurze Geschichten, die hier nicht im Einzelnen erw�hnt werden k�nnen. Etwas aus dem Rahmen f�llt der Beitrag von Christel Scheja, der Herausgeberin. In "Die kleinen Fehler der Fantasy" vergleicht sie die Realit�t des Mittelalters mit der Welt in der Fantasy-Literatur. Die Vergangenheit war weniger grandios und prachtvoll, das Heldenleben gar nicht so heldenhaft und vor allem nicht so klinisch rein, wie es in vielen Filmen und B�chern geschildert wird. Sie zeigt die Beschwerlichkeiten, denen der Mensch des Mittelalters ausgesetzt war, in vielen Punkten auf, so z. B. bei der t�glichen Ern�hrung, der Kleidung, auf Reisen oder im Krieg. Zum Schlu� appelliert sie an alle Autoren, doch etwas mehr dieser realistischen Einschr�nkungen in ihre Geschichten aufzunehmen, k�nnten sie doch das Einerlei vieler Sword & Sorcery-Geschichten etwas bereichern. Ein interessanter Beitrag, den man vielen Autoren nur ans Herz legen kann. Insgesamt hinterl��t dieses Sonderheft der LEGENDENS�NGER-EDITION - wie andere Hefte vor ihm - einen zwiesp�ltigen Eindruck. Neben vielen interessanten Ideen und einigen guten Stories finden sich auch etliche unausgereifte oder fl�chtig hingeschriebene Werke mit gro�en stilistischen Schw�chen. Viele st�rende und �rgerliche Tippfehler sowie einige schlechte Grafiken verbessern den Gesamteindruck ebenfalls nicht gerade. Holger Marks Marburg
BAWUEMANIA 12
Bankverbindung: Sparkasse Heiligenberg (BLZ 690 517 25), Konto 3007309, lautend auf Helge Lange. BAWUEMANIA, ein Name, an den man sich erst gew�hnen mu�, ist das externe Fanzine des SFC BADEN-W�RTTEMBERG, und jetzt wei� man auch, wie sich der Name zusammensetzt. In dieser Ausgabe liegt der Schwerpunkt auf den Stories. Von Andr� Wiesler stammen gleich drei Geschichten: In "Die andere Seite" beschreibt er ein furchtbares Gedr�nge in einem kleinen Bad. Man ahnt schon fr�h, was die Ursache daf�r sein mag, und das Ende kommt dann auch nicht unerwartet. Trotzdem noch die originellste Erz�hlung. In seiner "Gier" wird es schlicht eklig. Guten Appetit! In "Kalter Atem" greift eine Vampirin zur Selbstjustiz. Hans-Wolfgang Klemms Protagonisten entwickeln "Vatergef�hle"; ein nicht mehr neues Thema. Aus seiner Feder stammt auch "Endstation Akropolis", eine d�stere Endzeit-Erz�hlung, wie sie schon hunderte von Malen in Filmen, B�chern, Comics, Fanzines abgehandelt wurde. "Wenn das der Tod ist ..." von Uwe Lammers, dann lesen wir von dem tragischen Opfer eines Experiments, bei dem einmal mehr dem Ph�nomen der Zeitreise nachgegangen wird. In Gediminas Kulikauskas' "Der Totengr�ber" holen Alptr�ume einen Berufst�tigen ein. Allen Geschichten gemeinsam ist, da� es sattsam bekannte Themen sind, die niemanden mehr vom Hocker rei�en. Fast �berall ist Gewalt im Spiel, Tod, Hoffnungslosigkeit, Entt�uschung. Man vermi�t schreiberischen Pep und neue Ideen. Zwischen die Stories mischen sich drei Gedichte, ein Sachtext, sowie mehrere Illustrationen, die leider nicht �berzeugen k�nnen. Insgesamt ist BAWUEMANIA ein h�chstens mittelm��iges Story-Zine, das dem Leser nicht lange in Erinnerung bleibt. Irene Salzmann Kranzberg Der FANZINE-KURIER erscheint in der EDITION WHISPERING TIMES. Herausgabe, Redaktion und Vertrieb:Armin M�hle Eibenweg 18 49134 Wallenhorst. Preise: Einzelexemplar 1,20 DM, Jahresabonnement (6 Ausgaben) 6,00 DM (in Briefmarken oder als Verrechnungsscheck). Mitarbeiter dieser Ausgabe: Dirk van den Boom, Siegfried Breuer, Holger Marks, Clemens Nissen s. ps., Irene Salzmann, Joachim Stahl. Auflage: 70 Exemplare.Besucher der Online-Ausgabe:
F�r Rezensionsexemplare sind wir stets sehr dankbar!
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