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Hanfanbau unter Sonnenlicht

Von Nitro

 

Inhalt:

  1. Einleitung
  2. Auswahl der Samen
  3. Garten, Balkon oder Treibhaus
  4. Freilandstandorte
  5. Wasser im Freiland
  6. Wasser im Garten
  7. Erde
  8. Licht
  9. Anbauzeitpunkt
  10. Keimung
  11. Auspflanzen
  12. Vegetatives Wachstum
  13. Bl�te
  14. H�henprobleme
  15. Krankheiten und Sch�dlinge
  16. Ernte und Trocknung
  17. Fermentierung

 

Achtung: Da wir niemand zu illegalen Handlungen auffordern wollen sei daran erinnert dass wer Hanf ausser f�r industrielle Zwecke und als Landwirt im Vollerwerb in Deutschland anbauen will nach � 3 Abs. 2 BtMG eine Erlaubnis braucht. Diese Erlaubnis muss beim Bundesinstitut f�r Arzneimittel und Medizinprodukte in Berlin beantragt werden. Diese Brosch�re dient nur zur Information und darin enthaltene Hinweise d�rfen nicht ohne eine solche Erlaubnis in die Tat umgesetzt werden.


1. Einleitung

 

Medizinalhanf (�Marihuana�, Drogenhanf) zeichnet sich durch einen hohen THC-Gehalt (4-20%) und einen niedrigen CBD-Gehalt aus (CBD < THC, bei Sativa-Sorten teilweise unter 0,1%). Am wirkungsvollsten sind die getrockneten weiblichen Blueten und das daraus extrahierte Harz (Haschisch) oder Oel, am zweitwirksamsten sind kleinere Bl�tter und m�nnliche Pflanzenspitzen, gefolgt von grossen Bl�ttern. Die Samen, Stengel und Wurzeln der Pflanzen enthalten kein THC und sind daher nicht psychoaktiv. Hanf ist nach Koffein, Alkohol und Nikotin die viertpopul�rste Freizeit�droge in Europa und vielseitig medizinisch einsetzbar.

 

Hanf ist keine schwierig anzubauende Pflanze aber viele Hanfg�rtner haben nur minimale oder keine Gartenbauerfahrung, weshalb etwas Information sehr n�tzlich sind. Diese Brosch�re ersetzt kein vollst�ndiges Anbauhandbuch das ich auf jeden Fall empfehle, aber sie d�rfte helfen, zumindest die gr�bsten Fehler zu vermeiden.

 

Heutzutage wird in Europa und Nordamerika der meiste Medizinalhanf in Wohnungen unter Lampen angebaut. Vielen Konsumenten wollen den Schwarzmarkt vermeiden, k�nnen oder wollen aber aus verschiedenen Gr�nden nicht drinnen anbauen. An diese von vielen Anbaub�chern vernachl�ssigte Gruppe richtet sich diese Brosch�re.

 

2. Auswahl der Samen

 

Qualitativ hochwertige Bl�ten kann man nur von Pflanzen aus gutem Saatgut ernten. Vogelfutter und Nutzhanf sind wegen des niedrigen THC-Gehaltes dieser Sorten zur Medizinalhanf�herstellung ungeignet. Geignete Sorten stammen aus dem Ausland, aus tropischen oder subtropischen Gegenden oder Weiterz�chtugen davon aus den Niederlanden, der Schweiz und Kanada.

 

Seit 1.2.1998 sind die Einfuhr, der Handel mit und der Besitz von Cannabissamen wenn sie den Umst�nden nach zum illegalen Anbau dienen in Deutschland illegal. Samen als Lebensmittel sind dagegen legal aus Nachbarl�ndern einzuf�hren wo sie f�r alle Zwecke frei verk�uflich sind, z.B. den Niederlanden, �sterreich, der Schweiz und Gross�britannien.

 

In Katalogen von Samenlieferanten wird zwischen �Indoors�, �Indoors/Greenhouse� und �Outdoors� unterschieden. Diese Kategorien sind sehr wichtig! Der ent�scheidende Unterschied zwischen ihnen ist, wie fr�h die entsprechende Sorte im Sp�t�sommer oder Herbst zu bl�hen beginnt und wie lange die Bl�te dauert, d.h. wann die Bl�te abge�schlossen ist. Freilandsorten bl�hen unter nat�rlichen Lichtbedingungen in Deutschland fr�h genug und reifen schnell genug um vor dem ersten ernsthaften Frost fertigbl�hen zu k�nnen. Andere Sorten brauchen dazu mindestens ein Treibhaus um gegen Nachtfrost gesch�tzt zu sein, oder Kunstlicht in gesch�tzten R�umen. Bei von Freilandpflanzen geernteten reifen Samen kann man in der Regel ebenfalls von Freilandeignung ausgehen.

 

Man unterscheidet generell zwischen Sativa-Sorten, Indica-Sorten und Kreuzungen. Das High von Sativa ist heller, aktiver w�hrend das High von Indica eher schwer und l�hmend ist. Indicas und Indica/Sativa Kreuzungen kommen mit weniger Licht aus und bl�hen fr�her als tropische Sativas. Dazu haben sie auch h�here Ertr�ge. Indicas und Indica/Sativa-Kreuzungen eignen sich daher prinzipiell gut f�r den Freilandanbau in Mitteleuropa. Bei feuchtem Herbstwetter kann allerdings der dichte Wuchs von Indica-Bl�ten eher zu Schimmel f�hren als bei Sativa-Sorten. Eine Sonderstellung unter den Sativas haben die s�dafrikanischen Sorten aus Durban, einer Stadt am 30. Breitengrad. Diese Sorten bl�hen auch in Deutschland fr�h genug um bis Ende September reif zu werden und haben ein Sativa-High. Vielen erfahrenen G�rtnern ist das klare Sativa-High wichtiger als hohe Indica-Ertr�ge.

 

Man sollte sich unter den von den Samenbanken f�r den Freilandanbau empfohlenen Sorten die aussuchen deren Wirkung dem pers�nlichen Geschmack entspricht. Teurer ist dabei nicht unbedingt besser. Die folgende Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollst�ndigkeit und soll nur als Einf�hrung dienen. Mehr Informationen findet man in den aktuellen Katalogen oder auf den Websites der Lieferanten (http://www.emeryseeds.com, http://www.ubino.com, usw).

 

Sensi Seeds (http://www.sensiseeds.com):

Dutch Passion (http://www.dutch-passion.nl):

EARLY PEARL�
Eine der popul�rsten Freilandsorten von Sensi Seeds. Sativa-dominiertes Wachstumsmuster, wenig Schimmelprobleme.

DURBAN�
Eine sehr fr�h reife s�dafrikanische Sativa-Sorte. Einfach anzubauen, Sativa-High.

MEXICAN SATIVA�
Kreuzung aus mexikanischen und s�dafrikanischen Sativas mit pakistanischem Indica

OUTDOOR MIX
Samenmischung zum Ausprobieren.

 

EARLY GIRL�
Kr�ftiges Indica-High, sehr fr�h reif.


EARLY SKUNK�
Kreuzung zwischen Skunk #1� und Early Pearl� . Zwei Wochen vor Skunk #1 reif.


RUDERALIS SKUNK�
RUDERALIS INDICA�
Fr�hreife Sorten mit Russenhanf-Einschlag.



Durban Poison (sativa)

Sativa aus S�dafrika.

 

KC33 (vorwiegend sativa)
Leda Uno (hybrid)
Beide Sorten enthalten brasilianisches Sativa.

 

Voodoo (sativa)

Vorwiegend thail�ndisches Sativa.

Amstel Gold (indica)
Holland's Hope (indica)
Mindbender (indica)
Purple Star (indica)
Purple Skunk (vorwiegend sativa?)
Skunk Indica
Smokey Bear (hybrid)
Twilight (indica)

 

Eine typische Verpackungseinheit enth�lt 10, 15 oder 20 Hanfsamen und wird zu Preisen zwischen umgerechnet DM 30-300 verkauft. Die Keimungsraten liegen bei korrekter Anwendung um die 90%. Von den entstehenden Pflanzen sind im Schnitt etwa die H�lfte weiblich und die andere H�lfte m�nnlich. Von einem gesunden Weiblein kann man als Minimum draussen 20 Gramm Bl�ten erwarten, wobei 50-100 Gramm n�her am Durchschnitt liegen d�rften. 10 Pflanzen sind ein guter Anfang f�r einen Garten. Wenn man sehr viel Platz hat kann man z.B. auch 50 Pflanzen anbauen, aber f�r den privaten Hausgebrauch ist das eigentlich nicht n�tig.Man sollte sich gut �berlegen, ob die zus�tzlichen Pflanzen wirklich gebraucht werden oder ob damit nicht nur unn�tig viel Arbeit und zus�tzliche Risiken verbunden sind. Niemand sollte in Versuchung geraten, etwas zu verkaufen nur weil er es selbst nicht alles wegrauchen kann.

 

3. Garten, Balkon oder Treibhaus

 

Der Anbau im Garten oder am Wochenendhaus kann viel Spass machen aber guter Sichtschutz ist dabei das Allerwichtigste. Oft hilft ein kleines Treibhaus, vor allem in Kombination mit Hecken, Z�unen und Geb�uden. Schuppen, grosse Holzkisten, Brennholzst�sse usw. k�nnen mit einem Plexiglasdach als getarnte Treibh�user verwendet werden. Deiner Kreativit�t sind keine Grenzen gesetzt, Hauptsache es kommt von oben genug Licht und man sieht rundherum nichts von den Pflanzen.

 

Im Garten stellt sich die Wahl zwischen T�pfen und Pflanzl�chern. Pflanzen die im Boden stecken kann man kaum mehr transportieren (ausgraben verletzt leicht die Wurzeln und der Ballen ist ohne Topf schwer zu heben), wenn sich z.B. ein Anlass ergibt wo sich jemand dort aufhalten wird den man bei der Aussaat dort nicht erwartet hatte.

 

T�pfe kann man auch mal in den Keller stellen wenn uncoole G�ste, Vermieter, Handwerker usw. kommen, oder in einen Wintergarten wenn's im Herbst kalt wird. Daher w�rde ich im Garten generell zu T�pfen raten, auch wenn's zuerst vielleicht unn�tig aufwendig und teuer aussieht. Es ist besser als eine Noternte. Direkt in die Erde pflanzen w�rde ich nur in der freien Wildbahn und zwar da auf jeden Fall.

 

Es gibt jede Menge billiger Beh�lter die als Pflanzt�pfe tauglich sind, z.B. leere Farbeimer von Malern, M�rteleimer f�r Maurer (Baumarkt), Mayonaiseeimer von Grossk�chen und Restaurants, Plastikwannen zum Baden von Kleinkindern, usw. Zur Not tun�s sogar zwei Plastikm�lls�cke ineinander. Wenn die mal mit Erde gef�llt sind dann stehen die auch.

 

Je gr�sser der Beh�lter desto besser f�r die Pflanzen und desto seltener muss man giessen und d�ngen. Zwischen 10 und 20 Liter sind ideal. Es muss unten auf jeden Fall ein Abflussloch vorhanden sein damit sich das Wasser nicht darin staut. Hanf vertr�gt absolut keine stauende N�sse!

 

Im Folgenden wollen wir uns vor allem auf den Freilandanbau und die dabei zu ber�cksichtigenden Faktoren konzentrieren. Sofern nicht anders angemerkt gilt alles dort gesagte auch f�r den Gartenanbau.

 

4. Freilandstandorte

 

Die vier Hauptanforderungen die sich draussen stellen sind Sichtschutz, Wasser, Erde und Licht. Leider gibt es nur wenige Pl�tze die alles ideal vereinen. Um sich gegen Ernteverluste bei Fehleinsch�tzung eines der vier Punkte zu sch�tzen sollte man seine Pflanzen auf 3-5 Freilandstandorte verteilen und �berall nur ein paar Pflanzen hinstellen. Eventuell sollte man auch mit einer etwas gr�sseren Gesamt�anzahl anfangen als im Garten oder drinnen da es im Freiland zu erh�hten Verlusten kommt.

 

Wenn die Ernte �ber mehrere Pl�tze verteilt ist, ist es eher unwahrscheinlich dass alle Pflanzen gefunden werden. Je weniger Pflanzen an einem Ort stehen desto wahrscheinlicher ist es auch, dass die Polizei im Falle eines Fundes die Pflanzen einfach erntet und sich nicht die M�he macht, den G�rtner ausfindig zu machen. Eine geringe Gruppengr�sse verringert die Chance dass Weibchen von M�nnchen best�ubt werden und dadurch weniger Bl�ten produzieren. Wenn man drei oder mehr Pflanzen pro Platz setzt dann ist die Chance sehr hoch, Samen zu bekommen (ausser man inspiziert im August mindestens w�chentlich und erntet alle gefundenen M�nnchen rechtzeitig) .

 

�berlege dir, wer sich normalerweise auf diesem St�ck Land aufh�lt (F�rster, Landwirte, Spazierg�nger, usw.) und wo er nicht hingehen wird. Ich habe mir dazu auf vielen Fahrten und Spazierg�ngen Gedanken gemacht.

 

Dass ein Anbauort m�glichst unzug�nglich ist ist fast das wichtigste: Wenn man Licht braucht kann man auch mit der S�ge nachhelfen und gute Erde kann man ranschaffen, aber ein Ort wo irgendwelche Leute durchlaufen ist und bleibt un�brauchbar.

 

Geb�sche, Dornenhecken usw. sind als Lage sehr zu empfehlen, sofern sie von Erde und Wasser her geeignet sind (am besten mal mit dem Spaten probegraben wie der Boden aussieht). Sie bieten den besten Schutz gegen Wanderer, Bauern und F�rster die sich im Allgemeinen nicht gerne das Gesicht und die Arme zerkratzen lassen: Ich kam bei fast jedem Gartenausflug mit neuen Kratzern zur�ck, aber daf�r habe ich keine Pflanzen an Dritte verloren.

 

Wald ist im allgemeinen wegen Lichtmangel ungeeignet, aber Lichtungen, Wind�br�che, Hochspannungsschneisen usw. k�nnen brauchbar sein, sofern dort nicht F�rster die Pflanzen entdecken. Die wissen wie Hanf aussieht und holen auch mal die �Freunde und Helfer.� Oder Pilzesucher, die sind genauso schlimm. Eine Lichtung muss schon ziemlich gross sein damit die Pflanzen dort nicht vorwiegend im Schatten stehen. Ein paar Stunden direktes Sonnenlicht pro Tag sind absolut unverzichtbar. Bestellte Felder sind in der Regel ungeeignet da sie vor der kompletten Hanfbl�te geerntet werden, ausser du bist selbst der Bauer!

 

Ich empfehle, dich schon im Vorjahrssommer und Herbst nach Anbaupl�tzen f�r's Folgejahr umzusehen: Wie sieht die Vegetation aus? Wie ist der Sichtschutz (vor allem w�hrend der Bl�te wichtig)? Laufen da Leute in der Gegend herum? Am besten, du f�hrst mal mit dem Auto oder Fahrrad spazieren, kaufst dir ein paar Landkarten, Touristenf�hrer, usw. und gehst am Wochenende wandern.

 

5. Wasser im Freiland

 

Viele Standorte sind nur deswegen ungeeignet weil sie zu trocken sind. Regel�m�ssige Besuche von Freilandg�rten zum Giessen sind aus Sicherheits�gr�nden generell zu vermeiden. Daher muss man zu trockene Standorte von vorneherein ausschliessen. Das Problem tritt oft auf wenn der Boden keine dicke Humusschicht hat die leichtes Wurzelwachstum erm�glicht.

 

Das gilt oft f�r Hanglagen da hier das Wasser einerseits leicht abfliesst und andererseits durch Erosion die Humusschicht d�nn bleibt. An H�ngen gibt es zwar oft viel Licht, aber ohne Regen vertrocknen die Pflanzen bald wenn sie nicht viel Erde unter sich haben. Deshalb muss man an H�ngen oft Terassen mit erdgef�llten Pflanzl�chern anlegen. Schr�g zum Hang gegrabene Rinnen die Regenwasser zum Pflanzloch leiten koennen sehr hilfreich sein. Steinbr�che sind wegen Wasser- und Erdmangel meist ungeeignet wenn man nicht sehr viel Arbeit investieren will. Wo dort kaum Unkraut w�chst wird auch Hanf nicht gedeihen.

 

Grundwasser findet sich am ehesten in horizontalen Lagen und in der N�he von Gew�ssern, z.B. in Flussniederungen entlang von Altwassern. Gutes Unkraut�wachstum ist ein Indiz f�r ausreichend Wasser.

 

Hanf braucht relativ viel Wasser, aber wenn erst mal die Wurzeln da sind dann kriegt er es auch. Die relativ feinen Wurzeln wachsen aber nur wenn man keine schweren Lehmb�den mit Steinen o.�. hat. Am besten ist Schwemmland oder brachliegender lockerer Ackerboden. Es sollte aber nicht sumpfig sein da Hanfwurzeln auch Luft brauchen. Das Wasser muss nach einem Regen ablaufen k�nnen, eventuell muss man dazu die Erde als H�gel oder Beete anh�ufen.

 

Weil die jungen Keimlinge in den ersten paar Tagen und Wochen am empfindlichsten sind ist es bei allen Standorten am sichersten, die Pflanzen zuhause vorzuziehen (siehe => Keimung, => Auspflanzen). Wenn erst mal ein paar cm Wurzeln da sind dann �berstehen die Pflanzen eher etwas Trockenheit. Im Zweifelsfall sollte man nach dem Auspflanzen ein paar Mal mit Wasserkanister im Rucksack vorbeischauen, aber nur gegen Anfang der Saison. Auch Urin hilft bei der Gelegenheit und liefert leicht�ver�f�gbaren Stickstoff. Besonders ab der Bl�te sollten Besuche auf ein Minimum beschr�nkt sein, bis zur Ernte.

 

Wenn man die Pflanzen zu viel giesst stockt das Wurzelwachstum und damit werden die Pflanzen erst recht trockenheitsanf�llig. Je gr�sser das Loch ist das ausgehoben wird um die Pflanzen im Freiland einzusetzen desto besser k�nnen sp�ter darin die Wurzeln wachsen und damit haben sie weniger Probleme wenn es mal l�nger nicht regnet.

 

6. Wasser im Garten

 

Bei Anbau in T�pfen m�ssen Pflanzen je nach Gr�sse der Pflanzen, T�pfe und den Aussentemperaturen nur 2-3 mal die Woche gegossen werden. �fter ist dabei nicht unbedingt besser. Nur kleine Keimlinge m�ssen teilweise einmal t�glich gegossen werden, sp�ter wenn der Wurzelballen gr�sser ist (und der Topf) ist alle 2-3 Tage besser. Zu oft giessen schadet den Pflanzen.

 

Am besten ist es, die Pflanze rund um den Stamm mit einer Giesskanne bzw Gartenschlauch mit Spr�hkopf zu giessen. Die Bl�tter / Bl�ten sollen dabei m�glichst trocken bleiben, besonders w�hrend der Bl�te. Rasensprenger sind w�hrend der Bl�te zu vermeiden. Ist das Wasser stark gechlort dann sollte man es erst abstehen lassen, weshalb die Giesskanne besser ist als der Schlauch.

 

7. Erde

 

Erde ist von allen Problemen dasjenige das man am einfachsten l�sen kann, indem man sie n�mlich vor dem Anpflanzen antransportiert. Man kann Erde, Kompost, Kunst�d�nger, usw. in mehreren M�rschen im Rucksack anschleppen und vor Ort mit der humusreichsten Deckschicht mischen die man dort finden kann, wo z.B. Laub verrottet ist. Man kann das auch ein paar Tage vor dem Auspflanzen machen, damit man nichts verd�chtiges dabei hat w�hrend man mitten in der Prairie Dreck schaufelt. Fuer Kompost ist es am besten wenn man ihn schon vor dem Winter in die Pflanzloecher einarbeitet.

 

Du brauchst auf jeden Fall einen guten Spaten und Arbeitshandschuhe gegen Schwielen. Du solltest bei B�den mittlerer Qualit�t ein mindestens 30 cm tiefes und 30 cm weites zylindrisches Loch ausheben (je tiefer und weiter desto besser) und dann mit guter Erde f�llen. Das erm�glicht sp�ter einen grossen Wurzelballen der grosse umd kr�ftige Pflanzen zul�sst. Nur die allerbesten B�den haben tiefes Umgraben nicht n�tig.

 

Zum Umgraben legt man eine Plane, Plastiksack o.�. aus, gr�bt das Loch und h�uft dabei die Erde auf die Unterlage. Man mischt sie dort mit organischem oder chemischem D�nger und zerkleinert alle Klumpen. Man f�llt mit der lockeren Mischung wieder das Pflanzloch. Wenn man organische D�nger (Kompost, u.�.) verwendet ist es am besten, den Boden schon im Herbst vorzubereiten.

 

Je mehr Humus aus zerfallenem Laub du vor Ort findest desto weniger D�nger musst du heranschaffen. Kompost lockert die Erde auf und macht sie luft- und wasserdurchl�ssig. Die Erde im Pflanzloch sollte n�hrstoffreich sein sonst reicht's nur f�r's H�henwachstum �ber den Sommer aber nicht f�r die Bl�te im Herbst. Die beste Erde ist komposthaltige Erde aus dem Baumarkt f�r den Gem�seanbau.

 

Ich habe keine Bedenken gegen vern�nftig eingesetzte Kunstd�nger. Sie sollten der Erde in f�r Gem�seanbau empfohlenen Dosierung zugesetzt werden. Auf keinen Fall aber darf man zuviel D�nger auf einmal zusetzen. Wer�s lieber rein biologisch will kann auch Mist, Hornsp�ne, usw. verwenden. Auch Zus�tze die die Erde leicht machen wie Vermikulit sind n�tzlich. Knochenmehl und andere D�nger aus Tierabf�llen k�nnen Tiere anlocken und sollten daher vorsichtig verwendet werden.

 

8. Licht

 

Hanf liebt Licht und braucht unbedingt mehrere Stunden direktes Sonnenlicht pro Tag. Schattige Lagen unter B�umen, Nordh�nge usw. sind f�r den Anbau leider v�llig ungeeignet. Hanf liebt es, sich in der Sonne zu baden. Beim Licht darf man nicht sparen.

 

Wenn Str�ucher, usw. am Anbauort nicht zu hoch sind (bis ca. 2 m) kann man mit einer S�ge, Axt oder Heckenschere vielleicht eine Lichtung schaffen die genug Licht einl�sst (so breit wie hoch) ohne den n�tigen Sichtschutz zu nehmen.

 

Wenn man erst im Juni anbaut steht normalerweise schon viel Vegetation da die dem jungen Hanf das Licht nehmen w�rde. Man sollte diese mit geeigneten Werkzeugen so weit wie m�glich entfernen damit genug Licht f�r den Hanf uebrigbleibt.

 

9. Anbauzeitpunkt

 

Wer Hanf wegen der Bl�ten und nicht der Stengel anbaut f�r den ist der fr�hest�m�gliche Anbauzeitpunkt relativ unwichtig. Fr�he Aussaat ist nur unn�tig riskant. Im April hat man im Freiland noch zu wenig Sichtschutz (wenig Bl�tter) und es laufen noch jede Menge vom Winter ausgehungerter Viecher herum. Befinden sich die Pflanzen vor der Bl�te zu lange im vegetativen Wachstum dann werden sie sehr hoch und damit leicht entdeckbar.

 

Daher ist der ideale Zeitpunkt eher Ende Mai / Anfang Juni. Auch Juli ist noch nicht zu sp�t und bei Balkonabau oft besser. Die Bl�te beginnt (je nach Sorte und Lage) zwischen Ende Juli und Anfang September, praktisch unabh�ngig vom Pflanz�zeitpunkt. Solange man vorher mindestens 1 Monat vegetatives Wachstum hat sind die Pflanzen bis dahin gross genug um genug Bl�ten bilden zu k�nnen. Mehr kleinere Pflanzen bringen mehr Bl�ten auf einer bestimmten Fl�che als wenige grosse die nur unn�tig auffallen. Bei sp�tem Anbau sind die Pflanzen einfach bis zur Bl�te noch nicht so hoch, reifen aber sonst genauso.

 

Wichtiger als der Anbauzeitpunkt ist der Bl�tezeitpunkt der sich in der Regel nach der Nachtl�nge und damit nach dem Kalendermonat, nicht nach dem Alter der Pflanze richtet. Indoor-Sorten gehen draussen oft so sp�t in Bl�te dass bis zu den Fr�sten in Oktober/November (an denen Pflanze fr�her oder sp�ter stirbt) zu wenig Zeit zum Reifen der Bl�ten bleibt. Daher sollten draussen ausschliesslich Freiland-Samen verwendet werden, es sei denn ein Gew�chshaus steht zur Verf�gung. Siehe auch => Samen.

 

10. Keimung

 

Man kann direkt am Anbauort Samen einsetzen, keimen lassen und bis zur Ernte wachsen lassen. Das macht am wenigsten Arbeit, aber man hat dabei mehr Aus�f�lle als wenn man Keimlinge zuhause vorzieht und sp�ter auspflanzt. Es lohnt sich daher vor allem wenn man (etwa aus einer Vorjahresernte) mehr als genug Saatgut hat.

 

Du solltest zwischen Ende Mai und Anfang Juli drinnen Samen ansetzen. Der Aufwand den Leute im Innenanbau oft treiben, mit nassen Papiertaschent�chern usw. ist f�r Anbau in Erde v�llig unn�tig. Mein Rezept f�r Keimung ist denkbar einfach:

 

Ich kaufe Pappbecher zu 200 ml wie man sie �berall f�r Parties bekommt (30-100 St�ck f�r ein paar Mark). In den Becherboden schneide ich mit einem scharfen Messer ein X-f�rmiges Loch (d.h. zwei �berkreuzende Schlitze zu je 3 cm) damit das Wasser ablaufen kann ohne dass gleich die ganze Erde rausrutscht wenn man den Becher hochhebt.

 

Dann f�lle ich die Becher bis 1 cm unter dem Rand mit Erde oder Erd-Vermikulit�mischung, dr�cke mit einem Bleistift oder Finger ein 1 cm tiefes Loch in die Erde, lege ein Samenkorn hinein und bedecke es mit 1 cm Erde (zu wenig ist schlecht, da trocknet die Deckschicht zu leicht aus, weshalb auch Ausstreuen auf die Erdoberfl�che eine niedrige Keimrate ergibt).

 

Dann giesse ich die Erde rund um den Samen bis sie vollst�ndig mit Wasser ges�ttigt ist und unten das Wasser rausl�uft. Die Becher stelle ich dicht an dicht in kleine Pappkartons damit sie nicht umfallen k�nnen und giesse sie jeden Tag ein wenig damit sie feucht bleiben. Viel Wasser braucht man dann nicht mehr, nur ein paar Kubikzentimeter pro Becher.

 

Ich stelle die Keimlingsbecher nicht in die Sonne oder einen besonders warmen Ort weil sie da nur besonders leicht austrocknen. Die Keimung wird allein durch Feuchtigkeit ausgel�st, besondere W�rme ist nicht erforderlich. Die Samen keimen bei 15 oder 20 C in der praktisch selben Zeit wie bei 25 oder 30, aber sie sterben nicht so leicht an Wassermangel (f�r den sie in diesem Stadium extrem empfindlich sind). Ein schattiger Ort ist bis zur erfolgreichen Keimung ideal, denn erst wenn das erste Blattpaar rauskommt m�ssen die Pflanzen ans Sonnenlicht. Ausser dem t�glichen Giessen l�sst man die Becher in Ruhe und stochert nicht ungeduldig darin herum.

 

S�ht man direkt in die Erde und nicht in Vorzuchttoepfe gilt sinngem�ss das selbe. Man spart sich nur das Umtopfen. Samen sollten immer in die Erde eingesetzt werden und nicht nur einfach ausgestreut, da dabei die Keimrate sehr niedrig ist. Streusaat ist nur bei grossen Fl�chen und sehr grossen Saatgutmengen ratsam.

 

Es dauert zwischen 2 und 10 Tagen bis die Keimlinge aus der Erde kommen. Man braucht etwas Geduld. Ab diesem Zeitpunkt brauchen die Keimlinge mehrere Stunden direktes Sonnenlicht pro Tag.

 

Wenn die Keimlinge die Erde durchbrechen stelle ich die Becher ans Licht und die Keimlinge wachsen dann ungef�hr 1 cm pro Tag, nach oben (Stengel) und nach unten (Pfahlwurzel). Ab diesem Zeitpunkt brauchen die Keimlinge mehrere Stunden direktes Sonnenlicht pro Tag. Haben sie zuwenig Licht dann kommt es zu "Geilwachstum" wobei die Keimlinge schnell 10 cm in die H�he schiessen ohne neue Bl�tter zu bilden, dann umkippen und eingehen. Bei genug Licht dagegen erschei�nen immer neue Blattpaare und der Durchmesser der Pflanze w�chst anfangs genauso wie ihre H�he, 1 cm pro Tag.

 

Das Giessen kann und soll man dann etwas reduzieren, denn die jetzt wachsenden Wurzeln brauchen wie Menschen und Tiere Sauerstoff da sie im Gegensatz zu den Bl�ttern keine Photosynthese betreiben sondern Zucker verbrennen.

 

Ein bis zwei Wochen nach der Keimung (2-3 Wochen nach der Saat) pflanze ich die Keimlinge in die endg�ltigen T�pfe um, oder in Pflanzl�cher im Freiland (die Pappkartons sind ideal f�r den Transport der Keimlingsbecher im Auto). Man kann aber auch direkt in grosse T�pfe oder die Gartenerde s�hen, besonders wenn die Samen frisch sind und die Keimrate hoch. Bei meinen Pappbechern reicht die Wurzel nach 1-2 Wochen schon bis zum Becherboden (ca. 6 cm), man sollte sich also bis zum Umtopfen oder Auspflanzen nicht zuviel Zeit lassen.

 

11. Auspflanzen

 

Je sp�ter im Jahr man auspflanzt umso weniger Probleme gibt es mit Wildverbiss. Im M�rz oder April sind Rehe, Hasen und M�use noch recht hungrig weil es zu wenig Futter gibt. Ausserdem bietet die dichtere Vegetation sp�ter mehr Sichtschutz. Manche Leute warten zwei Monate mit dem Auspflanzen, aber dann muss man schon riesige T�pfe im Auto spazieren�fahren und das ist nicht gut.

 

Die vorbereiteten 1-2 Wochen alten Keimlinge werden in einer Pappschachtel oder einem Picknic-Korb an den Pflanzort transportiert. Dort wird mit einem Spaten die Erde 30-50 cm tief umgegraben damit es die Wurzeln leichter haben. Das Pflanzloch wird wieder bef�llt und es bleibt ein Loch so tief wie der Pappbecher. Man kann die Becher auf den Kopf stellen und die Pflanze samt Erdballen in die Hand rutschen lassen um sie ins Pflanzloch zu setzen. Oder man kann den Boden des Pappbechers wegreissen und den ganzen Becher einflanzen. Nachher rundherum alles wieder auf die Originalh�he auff�llen und leicht andr�cken.

 

Nachdem die Pflanzen eingesetzt sind werden sie aus einem mitgebrachten Wasserkanister gegossen um den Verpflanzungsschock zu mildern. Zwischen den Pflanzen sollte man ausreichend Platz lassen. Wenn man wenig Pflanzen pro Standort hat sollte man mindestens einen Meter Abstand lassen, das brauchen sie bis zum Herbst. Selbst bei einer sehr grossen Pflanzenanzahl sollte man mindestens 30 cm Abstand lassen.

 

Kleine Pflanzen die im Haus vorgezogen wurden haben oft Probleme wenn sie zuerst ohne Wind aufwachsen weil der Stengel zu schwach ist und liegen dann schnell flach. Man kann sie mit Bindf�den locker an in die Erde gesteckte Schaschlikspiesse binden. Das Problem l�sst sich leicht mit einem Ventilator bei der Vorzucht vermeiden. Der Stengel wird, wenn die Pflanze Wind ausgesetzt wird und sich regelm�ssig hin und her wiegt, sehr schnell kr�ftig und holzig.

 

12. Vegetatives Wachstum

 

W�hrend die Sommern�chte kurz sind befindet die Pflanze sich in der vegetativen Phase w�hrend derer sie m�glichst viele Zweige und Stengel treibt. Erst in der anschliessenden Bl�te treibt die Pflanzen vorwiegend harzreiche Bl�ten aus. Die vegetative Phase sollte nur zur Faserproduktion m�glichst lang sein. Bei Drogen�hanf sind hohe Pflanzen wegen der Diebstahlsgefahr eher von Nachteil. Man sollte nur soviel Stengel wie n�tig produzieren, weshalb man nicht zu fr�h anpflanzen soll.

 

W�hrend des vegetativen Wachstums kann man die Pflanzen dazu bringen, zus�tzliche Seitentriebe auszutreiben. Zu diesem Zweck kappt man nachdem ein paar Nodien gewachsen sind die Spitze des Hauptstengels. An der Nodie unterhalb der Schnittstelle bilden sich bald zwei neue Triebe aus. Wiederholt man dieses Verfahren etwa alle 3 Nodien dann erh�lt man Pflanzen die nicht ganz so hoch werden wie unbeschnitten und daf�r breit und buschig wachsen. Die einzelnen Bl�tencolas werden kleiner aber zahlreicher. Haben die Pflanzen horizontal genug Platz dann kann man mit diesem Verfahren die Erntemenge etwas erh�hen, vor allem aber vermindert man mit niedrigeren Pflanzen das Risiko der Entdeckung und des Ernteverlusts. Kleinere Colas haben auch bei nassem Wetter weniger Schimmelprobleme.

 

13. Bl�te

 

Auf die Bl�te freut sich jeder Hanfg�rtner denn in dieser Phase bildet die Pflanze den Grossteil des THCs. Die Hanfbl�te ist lichtgesteuert: Die Pflanzen gehen in Bl�te wenn die ununterbrochene Nachtl�nge einen bestimmten Schwellenwert dauer�haft �berschreitet. Das ist normalerweise, je nach Sorte, zwischen Ende Juli und Anfang September der Fall, ist aber auch schon im Fr�hjahr m�glich wenn man im Februar drinnen anges�hte Pflanzen im M�rz-April ins Freie verpflanzt. Die Pflanzen bl�hen dann schon Mitte Mai weil die Nacht im Fr�hjahr noch so lange ist wie sp�ter wieder im Herbst.

 

Eine Sonderstellung in dieser Hinsicht nehmen die Ruderalis-Sorten ein (mit Einschlag vom russischen Wildhanf) die unabh�ngig von der Nachtl�nge nach einer bestimmten Anzahl von Monaten in Bl�te gehen. Die sind allerdings f�r ihre Wirkung nicht so ber�hmt.

 

W�hrend der Bl�te zeigt sich das Geschlecht der Pflanzen. Bei den meisten Sorten ist im Mittel jeweils etwa die H�lfte der Pflanzen weiblich und die andere m�nnlich. Zwitter sind auch m�glich aber eher selten. M�nnchen bl�hen in der Regel etwa 2 Wochen vor den Weibchen und versch�tten nach etwa einer Woche Bluete ihren Pollen der kurze Zeit sp�ter die Weibchen befruchtet so dass sie in ihren Blueten�st�nden Samen bilden. Die meisten Hanfg�rtner wollen das vermeiden da die Abwesenheit von M�nnchen die Harzproduktion der Weibchen maximiert und ernten alle M�nnchen sobald sie als solche zu erkennen sind. Dazu muss in dieser Jahreszeit der Garten mindestens einmal pro Woche auf M�nnchen abgesucht werden. Tut man das nicht dann erntet man nicht nur Bl�ten sondern auch Samen.

 

Die Staubbeutel der m�nnliche Pflanzen sehen aus wie kleine runde Trauben, etwa einen Millimeter im Durchmesser, die vor allem an Astgabeln im oberen Pflanzenteil zu finden sind. Weibchen dagegen zeigen zuerst V-f�rmige Paare von H�rchen. Man sollte keine gesunde Pflanze auf Verdacht abschneiden bevor nicht klar entweder Staubbeutel oder H�rchen zu erkennen sind.

 

Man kann Hanfpflanzen zur Bl�te zwingen indem man ihnen 12h Dunkelheit pro Nacht gibt (z.B. von 19-7 Uhr), genauso wie im Herbst. Man kann das auch im Sommer erreichen indem man z.B. t�glich schwarze Plastiks�cke �ber sie st�lpt oder sie in einen lichtdichten Kasten steckt. Dabei muss man aber sehr aufpassen dass man keine �ste abbricht, vor allem wenn die Pflanzen schon gross und unhandlich sind. Dieses k�nstliche Lichtregime m�sste man solange durchziehen bis die Nacht im August von Natur aus lange genug ist. Der Vorteil ist dass dadurch die Ernte entsprechend fr�her ist und keine Nachtfrostprobleme im Herbst mehr anfallen. Der Nachteil ist dass es sehr aufwenig ist und viel Disziplin erfordert und nur auf dem Balkon oder im Garten machbar ist. Lieber also eine fr�here Sorte w�hlen!

 

Solange die Bl�tenst�nde unbefruchtet bleiben bilden sich st�ndig mehr Bl�ten und mehr Harz. Wenn dagegen die Bl�tenst�nde erst mal durch Pollen befruchtet werden dann wird ab da fast die ganze Energie auf Samenproduktion verwendet. Dadurch bildet sich deutlich weniger Bl�tenmaterial. Samenproduktion ist nur anzuraten wenn man vorhat, die Samen im Folgejahr wieder anzupflanzen oder V�gel damit zu f�ttern. Zum illegalen Anbau verkaufen oder verschenken ist in Deutschland z.Zt. verboten. Zum Reifen der Samen sind etwa 4-6 Wochen Bl�te erforderlich.

 

Bei F1-Hybriden wie den meisten Hollandsorten ist die Qualit�t von Nachkommen aus selbstgezogenen Samen sehr unterschiedlich und kommt oft wie zwei komplett verschiedene Sorten. Nur wenn es sich um durch Inzucht stabilisierte Sorten oder um ungekreuzte Nachkommen von wilden Landrassen aus den Ursprungsl�ndern handelt sind Pflanzen aus selbstgezogenen Samen so gut wie die Eltern. Gl�ck�licher�weise sind viele Freiland�sorten genetisch sehr stabil.

 

Die meisten Anbauer produzieren nach M�glichkeit selber keine Samen und ver�wenden entweder im Folgejahr Ableger (Stecklinge) von guten Weibchen oder kaufen wieder frische Samen im Headshop ihres Vertrauens im benachbarten Ausland.

 

In den letzten zwei Wochen vor der Ernte sollte nicht mehr ged�ngt werden. Die grossen Bl�tter werden gegen Ende der Bl�te gelblich und fallen ab, das ist in dem Stadium normal. Durch den N�hrstoffmangel gegen Ende der Bl�te wird �bersch�ssiges Eiweiss abgebaut und die Bl�ten lassen sich so milder rauchen. Gegen Ende der Bl�te sollten fast alle mehrfingrigen Bl�tter abgefallen sein. Entlang der Stengel sollten in alle Richtungen einfingrige Bl�tter austreiben so dass dicke, klebrige, zylindrische sogenannte �Bl�tencolas� entstehen.

 

An alle die sich in diesem Stadium mit dem Gedanken spielen: �Vorkosten� lohnt sich nicht. Pflanzen die vollreif und getrocknet sehr wirksam sind koennen mitten in der Bluete noch voellig ent�uschend sein. Man erf�hrt durch �Testen� nur wenig ueber die Pflanzen, verschenkt aber unter Umst�nden viel Potential.

 

14. H�henprobleme

 

Wenn die Pflanzen w�hrend der Bl�te zu hoch werden kann man die Pflanzen auch herunterbinden so dass der Stengel schr�g steht oder U-f�rmig gebogen wird so dass sie eher seitw�rts wachsen (biegen, nicht brechen!). Ein Nebeneffekt ist dabei dass die Hauptcola die w�hrend der Bl�te w�chst dann mehrere Seitentriebe austreibt. Am besten verwendet man zum Herunterbinden Draht oder Schn�re. Beim Herunterbinden muss man vorsichtig sein um die Pflanzen nicht zu verletzen. Ab und zu muss man die Schn�re l�sen und neu binden weil alles weiterw�chst und manchmal zuviel Spannung entsteht.

 

Man kann auch einen Anbautopf schr�g stellen sofern man die Pflanze gegen Umkippen sichert. Selbst waagrecht angebaute Pflanzen wurden schon gesichtet!

 

Man kann auch den Haupttrieb kappen, wodurch die Pflanze unter der Schnittstelle verst�rkt Seitentriebe ausbildet. Dadurch verliert man aber die grosse Hauptcola, den st�rksten Bl�tenast. Ich w�rde dazu w�hrend der Bl�te nicht raten, ausser die anderen M�glichkeiten fallen aus und die Gr�sse wird riskant.

 

15. Krankheiten und Sch�dlinge

 

Es ist unvermeidlich dass Hanfpflanzen im Freiland mehr Angriffen durch Tiere ausgesetzt sind als in einer Wohnung. Man sollte sich von vorneherein darauf einstellen indem man von entsprechend mehr Samen, Keimlingen oder Stecklingen fuer eine angepeilte Anzahl erntereifer Weibchen ausgeht. Des weiteren sollte man fuer moeglichst ideale Wachstumsbedingungen sorgen. Auch wenn eine Pflanze von einem Parasiten befallen ist der ihre Bl�tter anknabbert kann sie gute Ergebnisse bringen wenn sie schneller nachw�chst als sie gefressen werden kann. Je harzreicher die Blueten um so weniger Interesse haben Tiere im allgemeinen an ihnen. Sch�dlinge haben vor allem dann ein leichtes Spiel weil die Pflanzen wegen Lichtmangel oder mangelnder Bewurzelung bereits kr�nkeln.

 

16. Ernte und Trocknung

 

Eine einziges gutgewachsenes Weiblein deckt den Jahresbedarf vieler Konsu�menten, vorausgesetzt es hat guten Boden, genug Wasser und Sonne und man l�sst ihm im Herbst Zeit zur Bl�te. Geduld ist eine Tugend. Leider wird oft zu fr�h geerntet, besonders wenn es erst die 1. oder 2. Ernte ist. Erntet man zu fr�h dann hat sich noch nicht genug THC gebildet und man verschenkt Menge und Qualit�t. Erntet man dagegen zu sp�t dann wird schon THC zu CBN abgebaut, Bl�tenteile werden vom Regen abgesp�lt oder es kommt zu Schimmel.

 

Als Faustregel gilt, zu ernten wenn die Pflanzen mindestens 8 Wochen in Bl�te waren und sich ausserdem etwa 50% der Bl�tenh�rchen braun gef�rbt haben. Sind die Pflanzen durch Nachtfrost abgestorben dann muss man sie ebenfalls ernten, egal wie reif sie bis dahin sind.

 

Zur Ernte schneidet man die Pflanzen kurz �ber dem Boden ab, oder reisst sie samt Wurzeln aus der Erde. Frisch geerntete Hanfpflanzen bestehen zu etwa � aus Wasser. Sie m�ssen vor dem Rauchen getrocknet werden. Solange sie nicht vollst�ndig trocken sind besteht Schimmelgefahr. Will man das �ber mehrere Monate angesammelte THC nicht zerst�ren dann sollte die Trocknung m�glichst langsam und schonend sein. Ernten von unreifen Pflanzen oder Schnelltrocknung ist zu vermeiden.

 

Man h�ngt die Pflanzen 3-4 Wochen lang an einer Art W�scheleine an einem dunklen, k�hlen und trocknen Ort auf (z.B. Keller, Kleiderschrank, usw.). Dann kann man die Zweige mit einer Schere abtrennen, luftdicht verpacken und bis zum Konsum aufbewahren. Hanf sollte immer trocken, k�hl und vor Luft und Licht gesch�tzt aufbewahrt werden. Gut geeignet sind Plastikbeh�lter (z.B. Tupperware�) oder Blechdosen f�r Tee und Kaffee sowie Filmd�schen. Korrekt gelagert h�lt sich Hanf problemlos 2-3 Jahre ohne merkliche THC-Verluste. Auch Einfrieren in der Tiefk�hltruhe ist eine hervorragende M�glichkeit.

 

17. Fermentierung

 

Von Fermentierung spricht man wenn das Pflanzenmaterial langsam getrocknet wird so dass Bakterien noch Chlorophyll (Blattgr�n) und Eiweisse abbauen k�nnen. Das Endprodukt ist milder zu rauchen. Dabei muss man regelm�ssig l�ften und kontrollieren ob sich nicht Schimmel bildet.

 

Eine einfache Methode ist, die Bl�ten in grossen Papierumschl�gen aufzubewahren und t�glich zu l�ften. Das Papier saugt �bersch�ssiges Wasser auf. Man kann auch die Bl�ten in Plastikschachteln aufbewahren und t�glich l�ften, wobei man vorsichtiger sein muss als bei Trocknung in Papiert�ten. Bei Anzeichen von Schimmel sollte man sofort alles komplett trocknen lassen oder du musst alle betroffenen Pflanzen wegwerfen (Schimmel in der Lunge ist ungesund).

 

Nitrophoska

Im Februar-M�rz 2000

 

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