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Die Nitropfeife mit dem echten Hanfstengel


Hanf und Auto

Die folgenden Informationen stellen lediglich (ausserhalb des Geltungsbereichs des BtMG gewonnene) persönliche Erfahrungen dar und sollen keinesfalls als Empfehlung des unerlaubten nichtmedizinischen Gebrauchs von Cannabis missverstanden werden! Diese Informationen sind nur zur Reduzierung von Risiken beim Cannabiskonsum in Ländern bestimmt in denen der Cannabisbesitz und -Konsum legal sind oder für Patienten im Geltungsbereich des BtMG mit einer ordnungsgemässen Cannabisgenehmigung von der Bundesopiumstelle. Bitte fahrt nur nüchtern und ausgeschlafen Auto.

Subject: Hanf und Auto
Mario Warner schrieb
> Diese situation fördert nicht gerade einen verantwortungsvolle
> verküpfung von cannabis und strassenverkehr.
Eben, nach dem Motto: "jetzt bin ich eh schon ein Krimineller..." Ein Gesetz das einen schon beim blossen Besitz von Cannabis kriminalisiert hat bei nachfolgenden Handlungen keine abschreckende Wirkung mehr. Ich finde Cannabis am Steuer ist ein sehr schwieriges Thema. Weder handelt man automatisch unverantwortlich wenn man sich unter THC-Einfluss ans Steuer setzt noch kann man sich damit freisprechen dass Alkohol wesentlich schlimmer ist (was aber auch stimmt). Das ganze Thema ist, wie so vieles im Leben, eine Grauzone.
> Trotzdem habe ich noch keinen kiffer kennengelernt,
> der gefahren währe, obwohl ers nicht mehr konnte.
> Und ich bin wirklich kein glorifizierer imho.

Ich glaube dass es zumindest eine Gruppe gibt die man auf jeden Fall vor dem Fahren unter THC-Einfluss warnen sollte: Führerscheinneulinge. Zwar stimmt es dass THC generell nicht so enthemmt und die Selbsteinschätzung beeinträchtigt wie Alkohol, aber bei einem jugendlichen Fahranfänger sieht's mit der Selbsteinschätzung der Fahrfähigkeit oft eh' schon problematisch aus, weswegen unnötige Risiken eingegangen werden deren Folgen unter Cannabis schlechter beherrschbar sind als nüchtern.

Bei Leuten mit mehreren Jahren Fahrpraxis fühlte ich mich als Beifahrer eigentlich immer sicher. Sie fuhren nicht merklich anders als wenn sie nichts geraucht hätten.

> Bekifftsein führt nämlich nicht zu einer solchen
> selbstüberschätzung wie alkohol. Wenn wer nicht
> mehr fahren kann, tut ers auch nicht.

Vor etwa 17 Jahren sass ich mal auf dem Rücksitz eines Golf dessen 21 jähriger Fahrer sich auf der dreispurigen Autobahn München-Nürnberg nachts nicht schneller als 60 fahren traute nachdem er etwas geraucht hatte. Ich und eine Freundin haben ihn ständig gebettelt, doch mindestens 80 zu fahren damit uns hinten kein LKW draufbrennt! Es war kein schönes Erlebnis.

Ein sehr guter gleichaltriger Freund von mir hat als Führerscheinanfänger im ersten Jahr mit Auto 3 Unfälle verursacht (zum Glück nur Blechschäden) die er selbst auf eine etwas enthemmtere Fahrweise unter THC zurückführt. Dazu muss ich sagen dass er damals auch nüchtern ziemliche Risiken einging. Ihm fehlte die Fähigkeit, Risiken abzuschätzen. Er fuhr zu schnell wenn's geschneit hatte, überholte wo nicht ausreichend Sicht war, usw. Nachdem er endlich vernünftig fahren gelernt hat fährt er (wie ich auch) seit vielen Jahren unfallfrei.

>> Deine Aussage, daß Du nicht alkoholisiert fährst ist geradezu
>> lächerlich, das Fahren unter Cannabiseinfluß würd ich als nicht
> minder schlimm bewerten

> Siehe max post weiter unten. Ist es imho eben doch.

Da muss ich dir und nicht Benjamin recht geben. Es ist ein Riesenunterschied ob man bekifft oder besoffen fährt. Alkohol beeinträchtigt die motorische Kontrolle und verlangsamt die Reaktionsfähigkeit. Cannabis tut das nicht, macht allerdings ein wenig vergesslich. Man ist sich aber immer bewusst dass man nicht "normal" ist, was meistens zu einer vorsichtigeren Fahrweise führt. Man geht von vorneherein weniger Risiken ein -- aber Ausnahmen gibt's.

Ich würde auch sagen dass man völlig nüchtern am sichersten fährt. Aber wenn man ansonsten ein sicherer Fahrer mit ausreichend Fahrpraxis ist (vielleicht so ab 7 Jahre?) und es mit der Dosis nicht übertreibt wäre es verantwortbar -- wenn es nur legal wäre ;-)


Deutsches Ärzteblatt zu THC im Straßenverkehr
http://www.hanf.org/hanf/archiv/artikel/976/

Marihuana im Straßenverkehr
http://www.legalisieren.at/studien/thcfahren.htm


Australien:
Bei Unfalltoten bei denen nur THC (Cannabis) gefunden wurde ist laut einer australischen Studie die Wahrscheinlichkeit, der Unfallverursacher zu sein *geringer* als bei drogenfreien Unfalltoten (Faktor 0,6), bei Alkohol dagegen 6,8 mal höher als bei nüchternen Fährern.

http://www.raru.adelaide.edu.au/T95/paper/s16p6.html


  1. Becker, S.: Cannabiskonsum und Autofahren. Deutsches Ärzteblatt 96:C634-635 (1999).
  2. Hunter, C. E., et al.: The prevalence and role of alcohol, cannabinoids, benzodiazepines and stimulants in non-fatal road crashes. Report to Forensic Science, Department for Administrative and Information Services South Australia, 1998.
  3. Smiley, A.: Marijuana: on road and driving simulator studies. In: Kalant, H., Corrigal, W., Hall, W. and Smart, R. (eds.): The Health Effects of Cannabis. Addiction Research Foundation, Toronto 1999.
  4. H.W.J. Robbe, Influence of Marijuana on Driving, Institute for Human Psychopharmacology, University of Limburg, Maastricht 1994,CIP-DATA, Den Haag (ISBN 90-5147-023-1)


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