Münchner Stadtanzeiger Nr.31 Seite 11 Donnerstag, 31. Juli 1997
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| Folgt man der Sport-Saga, hat vor
einigen Jahrhunderten ein, englischer Soldat den Fußball erfunden,
ales er den Schädel eines Feindes übers Schlatfeld kickte. Heute
gibt es nur noch eine Ballsportart, der man solch robusten Ursprung anmerkt:
Australian Rules Football - das härteste Spiel der Welt.
Australische Goldschürfer haben es im 19.Jahrhundert aus einerMischung von gälischem Football und Rugby entwickelt, und die Rules bestehen im wesentlichen darin, das es keine Regeln gibt. Das Spielfeld ist 175 Meter lang - zwei Teams à 18 Mann kämpfen ohne Polster oder Helme um den eiförmigen Ball. Und das nicht zimperlich - der Gegner darf sogar als Trittleiter benutzt werden. Ein ungeheur spannendes, schnelles Siel, das im Gegensatz zum amerikanischen Football nicht dauernd unterbrochen wird. Schnell und spannend ist das Spiel auch bei der Münchner German Australian Rules Football Association - die Härte beschrankt sich allerdings auf nicht ganz ernst gemeinte Anfeuerungsrufe wie: ,, Smash him, psycho!" Verletzungen sind selten, sagt Greg Langley, der gerade einen Arm in Gips hat. Nur bedingt ein Sportunfall. Als sie neulich wieder einmalgegen dir Frankfurter Red Backs spielten, haben die Münchner zum ersten Mal verloren, ,,und wir sind zu 70 Prozent Australier in der Mannschaft, während den Frankfurten mehr Deutsche spielen". Der Frust ob solcher Niderlage hat Greg anschließend mit ein paarBier heruntergespült ,,und da bin ich wohl gestoplert". Verletzungen, meint er, ,,sind ohnehin eher ein Problem des Alters als der Sportart". Derzeit gibt es in Deutschland nur zwei Mannschaften, die |
,,Footie" spielen - einmal
pro Monate treffen sich die Münchner mit den Frankfurten zum Match.
Trainiert wird Sonntags in praktischer Biergarten-nähe im Hirschgarten
und hin und wieder gibt es einFreundschaftsspiel mit ein paar Iren, die
gälischen Football kicken. Beide Sportarten beruhen laut Langley auf
demselben Konzept: ,,Du rennst".
Auch wenn die Spieler viel laufen müssen, für witzige Kommenare haben die Australier immer noch genug Puste, und so ist ihr Spiel nicht nur ein optisches, sondern auch ein akustisches Vergnügen. Deutsche sind jederzeit willkommen in der Mannschaft, und man muß nicht der Supersportler sein, um mitzumachen: ,,Wir haben hier ein paar sehr fitte Leute, aber der Rest ist auch nicht so sportlich", sagt Greg. ,,Speak for yourself, Greg",sagen seine Team-kollegen. In zwei Jahren werden die Münchner an den australischen Arafura Games teilnehmen. Das ist ein internationaler Wettbewerb, der alle zwei Jahre in Darwin läuft; dort spielen auch Teams aus Kanada, Dänemark, England, Japan und Neu-Guinea. Das nächste große Kampf (gegen die Frankfurter Redbacks) ist allerdings in München angesagt, am 27. September um 11 Uhr. Wo das Spiel stattfinden soll, steht zwar noch nicht fest, aber der Ort für die Party danach ist bereits gebucht: Ab 16 Uhr feiern die Münchner Australier in Shananigans Irish Pub in der Ungererstraße. Jeder der Lust hat, mitzufeiern, ist eingeladen. - Und daß ist wirklich etwas zum Begießen gibt, dafür wollen vorher die Munich Roos sorgen, in dem sie natürlich die Redbacks schlagen. ,,Mann sollte das spiel etwas ernster nehmen, als wir das tun" grubelt Greg, - Pause - ,, Aber nicht viel." |
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