Fränkische Schweiz - alte Kulturlandschaft im Herzen Deutschland

Folgt man der alten "Sächsischen Straße", der heutigen B 2, nach Süden, gelangt man hinter Pegnitz in eine Landschaft von eigenem Reiz und Tradition. Die Fränkische Schweiz ist der nördlichste Ausläufer eines alten Juramassives. Getragen wird es von Dolomitgestein, das, für Juragebiete typisch, zur Verkarstung neigt. Geblieben sind z.T. bizarre Felsformationen, die einzeln oder in Gruppen die Gipfel der hügeligen Landschaft zieren. So verbindet die genannte Straße heute in Sachsen und Franken zwei der reizvollsten Klettergebiete Deutschlands.
Die Geschichte der Region beginnt in der Altsteinzeit, wie zahlreiche Funde belegen.
Mit der Besiedlung durch die Franken im 6. Jh wurde die Region Teil des Fränkischen Großreiches. Es folgte eine wechselhafte Geschichte, von der heute noch zahlreiche Schlösser und Burgen zeugen
Im Dreieck zwischen den Städten Nürnberg - Bamberg - Bayreuth gelegen, bietet die Fränkische Schweiz heute ihren Besuchern neben typischer fränkischer Gastlichkeit auch jede Menge Landschaft zum Wandern und Entspannen. Es gibt keine großen Städte. Die schmalen Täler und windigen Höhen im "Gebürg" haben nur eng aneinandergedrückte Bürgerlichkeit in liebenswerden Kleinstädten und Marktflecken zugelassen, was auch in Gräfenberg nachfolzogen werden kann.

Bei Streitberg, an der forellenreichen Wiesent, fängt die wilde Landschaft an. Zerklüftete Kalkgebirge mit abenteuerlich ausgewitterten Dolomitfelsnadeln und Felsspitzen, enge Felswandtäler mit frischgrünem Gebirgswasser, dazu die vielen abenteuerlichen Tropfsteinhöhlen mit den merkwürdigen Anschwemmungen der gebeine vorsintflutlicher Tiere bilden in ihrem Zusammentreffen auf engem Raum eine Reihe eigentümlich schöner Landschaftsbilder.

Victor von Scheffel, 1859
Einst war das Land vielfach umstritten. Davon zeugen viele Burgen, von denen heute noch viele stehen - zum Teil allerdings nur noch als Ruinen. Aus anderen sind prächtige Schlösser geworden, die seit Jahrhunderten von der gleichen Familie bewohnt werden.

Gräfenberg - das Tor zur Fränkischen Schweiz

Die Geschichte der Stadt ist wie die vieler Orte und Plätze der Region sehr lang und bewegt. "Gravenberc" wurde erstmals 1172 erwähnt. Es verdankt seine Enstehung der günstigen Lage an einer alten Handelsstraße. Die "Sächsischen Straße" von Nürnberg über Pegnitz nach Sachsen verbindet noch heute als B 2 zwei bedeutende Regionen deutscher Geschichte und Gegenwart. Die erste urkundliche Erwähnung der Siedlung fiel in die Zeit der großen Minnesänger wie Wolfram von Eschenbach und Walther von der Vogelweide.
Gräfenberg entwickelte sich zu einer bedeutenden Siedlung, der 1333 das Marktrecht und 1371 das Stadtrecht verliehen wurde.
Viele Jahre später rückte die Stadt erneut ins Zentrum deutscher Geschichte. Im Jahre 1866 unterzeichneten bayerische und preußische Truppen in ihren Mauern einen Waffenstillstand, der zu den Grundlagen für die Beendigung des innerdeutschen Teilung wurde.
Heute ist Gräfenberg eine aufstrebende Kleinstadt. Auf Grund ihrer Lage ist sie Anziehungpunkt für viele Menschen, die ein Leben in urwüchsiger Umgebung dem Großstadtbetrieb vorziehen. Mit dem Ausbau der Bahnlinie nach Nürnberg wird sich aber auch die verkehrstechnische Anbindung an den mittelfränkischen Großraum verbessern.

Der Wald

Das Gebiet des Buchwaldes erstreckt sich über eine Fläche von 2,4 qkm nördlich von Gräfenberg. Er verfügt über alle Merkmale, die für den Wald in der Fränkischen Schweiz so typisch sind: wechselnder Bewuchs mit z.T. ausgedehnten Laubwaldbeständen über zahlreichen Hügeln mit freistehenden Felsformationen und einem gut ausgebauten Wegnetz. Die Waldgebiete sind oft von geringer Ausdehnung und werden immer wieder durch Feld- und Kulturlandflächen aufgelockert. Dadurch bieten sich dem aufmerksamen Betrachter wechselnde, immer wieder reizvolle Ausblicke.
Auf Grund seiner günstigen Lage wird der Buchwald als Naherholungsgebiet nicht nur von Gräfenbergern geschätzt. Fortswirtschaftliche Aktivitäten hinterließen Spuren im Wettkampfgebiet, die jedoch den Charakter des Waldes nicht wesentlich veränderten.

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Last Update April-25-1999

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