HEINRICH BÖLL (1917-1985)
Er starb, im Alter von 68 Jahren, als der berühmteste, moderne deutsche Autor. Er hat viele Preisen bekommen. Im Jahre 1972 selbst der Nobelpreis für Literatur. Im Jahre 1983 wurde er zum Professor und zum Ehrenbürger von Köln ernannt.
Er stammt aus einer großen katholischen Familie. Sie wohnten in einem großen Haus in einem Vorort von Köln. In 1930 mußten sie das schöne Haus verlassen und sie bekamen finanzielle Probleme. Diese Situation findet man auch zurück in Und sagte kein einziges Wort. Die Familie Bogner verliert durch den Krieg ihres Haus und bekommen auch finanzielle Probleme.
In 1939 will er ein Studium anfangen, aber er muß Soldat werden. Mit Widerwillen hat er den Krieg sechs Jahre lang erlebt. Er war viermal verwundet. In September 1945 kehrt er zurück zu seiner Frau Annemarie Cech. Ihr erstes Kind stirbt einen Monat später. Die ersten Jahre nach dem Krieg geht es ihm sehr schlecht. Die erste Kinder von Fred und Käte, eine Zwillinge, sterben auch in Und sagte kein einziges Wort. Auch Fred geht es nach dem Krieg schlecht. Weil Böll arbeitslos ist, fängt er zu schreiben an. Von 1947 an erscheinen seine ersten Kurzgeschichten in Zeitungen.
Sein erster Roman Der zug war pünktlich hat viel Aufsehen erregt. Er schreibt einen einfach lesbaren Stil und die Themen sprechen ein großes Publikum sehr direkt an. Seine Erzählungen, Kurzgeschichten, Satire und Romane sind aktuell; sie beziehen sich immer auf die politischen, sozialen und moralischen Entwicklungen der modernen Gesellschaft. Er zeigt in seinen Werken, daß er ein tiefes Mißtrauen jeglicher Macht gegenüber hat. Er ist ein Anwalt der Kleinen, der Wekr- und Hilflosen. Er wollte das Gewissen des Lesers wachhalten. Der Mensch, obgleich abhängig von der Geschichte, bleibt ein Verantwortlicher.
Bekannte Titel sind:
-Und sagte kein einziges Wort (1953);
-Doktor Murkes gesammeltes Schweigen (1955);
-Billard um halb zehn (1959);
-Ansichten eines Clowns (1963);
-Die verlorene Ehre der Katharina Blum (1974);
-Fürsorgliche Belagerung (1979).
UND SAGTE KEIN EINZIGES WORT
Erste Auflage: 1953, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln
Verlag und Seitenzahl: 1997, Wolters-Noordhoff BV, Groningen. 136 Seiten
Titelerklärung: Der Titel erklärt sich aus dem 4. Kapitel. Käte hört im Radio den Sang eines Negers: And he never said a mumbling word.à Und sagte kein einziges Wort. So wie Christus sein Kreuz ertragen hat, ohne ein einziges Wort zu sagen, so will sie das ihrige tragen: die Sorgen des Haushalts, die Erziehung der Kinder und die Neurose ihres Mannes.
Perspektive: Die Geschichte wird jeweils von dem Mann, Fred und seiner Frau, Käte in der Ich-Form erzählt, so daß der Leser abwechselnd die Gedanken und Gefühle von Fred und von Käte miterlebt. Sie greifen in ihren Gedanken und auch in ihren Gesprächen immer wieder auf die Vergangenheit zurück, so daß der leser dadurch ein Bild über ihr ganzes Leben bekommen, namentlich über die letzten Monate ihrer Ehe. Fred erzählt den ersten und den letzten Abschnitt und ist damit die Hauptstimme. Käte ist die Gegenstimme.
Zeit und Ort: Der Roman erschien und spielt im Jahre 1953, etwas, das bei Böll immer auffällt. Er läßt die Handlung in demselben Jahre ablaufen, in dem er sein Werk schreibt. Die Handlung erstreckt sich über die ganz kurze Zeitspanne von zwei Tagen und es spielt sich in einer Großstadt in Deutschland ab.
Hauptpersonen:
Fred Bogner: er ist 44 Jahre alt und 15 Jahre verheiratet mit Käte. Siet zwei Monaten leben sie aber getrennt. Er erkennt sich nicht, er findet sich selbst arm, grau und mager. Er ist der Sohn einer herzensguten Mutter, die er mit 7 Jahren verloren hat. Schon sehr jung hat er erlebt, was Tod ist. Dieses Trauma hat seitdem in ihm nur verstärkt. Er hat Interesse für Beerdigungen und folgt auch den Särgen unbekannter Toten. Er sagt selbst, daß der Krieg ihm seine Interesse an den Tod verursacht hat. Im Krieg war er Telephonist. Es war sehr langweilig. Jetzt war er auch Telephonist, aber bei einer kirchlichen Behörde. Mit seinen 320 Mark im Monat hat die Familie ein knappes Auskommen. Er macht viel Schulden. Er trinkt und raucht auch zu viel und er interessiert sich auch für Spielautomaten. Er übernacht oft in einem Gepäckshaus. Er denkt dann oft an seine Familie und weint darum. Er konnte nicht sehen, wenn ein Mensch geschlagen oder mißhandelt wurde, aber er schlug seine Kindern sehr heftig. Er erträgt auch nicht mehr die Enge der Wohnung, die Gegenwart von Frau Franke und die schreckliche Nachbarschaft der Hopfs. Das sind die Gründe, daß Fred lieber nicht heimkehrt.
Käte Bogner: sie ist 38 Jahre alt und beschreibt sich selbst wie eine magere Frau, die sich der Bitternis des Lebens bewußt geworden ist. Sie raucht auch und hat früher viel getrunken. Im Krieg haben sie und Fred ihr Haus verloren und leben in der zerstörten Stadt seit 8 Jahren in einem einzigen Raum mit drei Kindern: dem 13jährigen Clemens, der 11jährigen Clara und dem Kleinen. Ihre Zwillinge, Regina und Robert sind von Läusen gestochen und gestorben. Sie ist vielleicht auch wieder schwanger. Das Ehepaar Franke hat in demselben Hause vier Zimmer. Wegen Frau Franke dürfen die Kinder keinen Lärm machen und bekommen sie kein anderes Haus. Käte muß darum oft weinen. Zur Kommunion geht sie nicht mehr und sie hat einen Haß auf die Priester. Sie hat einen katholischen Glauben und betet oft.
Thema: Das Thema dieses kurzen Romanes ist das Eheproblem in der Nachkriegszeit. Dieses Problem hat einen sozialen Einschlag: die drohende Gefahr für eine Familie, die dazu gezwungen ist, unter unzulänglichen Lebensbedingungen zu leben.
Eigene Meinung: Das Ende der Geschichte fand ich gut. Es gab kein 'happy end' und das hat ich eigentlich erwartet. Die Beschreibungen der Umgebung und der Personen waren kurz aber klar und dadurch wurde die geschichte nicht langweilig durch zu lange beschreibungen. Die Perspective wechselte nach jedem Kapitel von Fred zu Käte und zurück. Das war angenehm, weil es dann übersichtlich blieb, wer der Ich-person war. Das Thema dieses Romanes ist nicht mein Favorit, aber ich fand es zwar eine gute Geschichte. Es war nämlich nicht schwierig zu lesen, weil Böll in einen einfach lesbaren Stil schreibt.