Maikäfer flieg!


CHRISTINE NÖSTLINGER (1936-….)

Sie wurde 1936 in Wien geboren, im Bezirk Hernals. Sie stammt aus einer überzeugt sozialistischen Familie. Ihren Vater (er war Uhrenmacher) bewunderte und liebte sie sehr. Mit ihrer Mutter (sie war Kindergärtnerin) und älteren Schwester kam sie weniger gut aus. Ihrer Vater erhielt wegen seiner sozialistischen Gesinnung mehrere Gefängnisstrafen. Während des Zweiten Weltkriegs war er soldat und kam er schwer verletzt nach Hause. Diese Schlußphase des Zweiten Weltkriegs ist das Thema von Nöstlingers wohl bekanntestem Roman, dem voll autobiographischen ‘Maikäfer flieg!’.

Sie studierte Kunstgeschichte. Sie ihr Studium ab, als sie heiratete. Sie trennte sich von ihrem Mann und heiratete zum zweiten Mal. Sie hat zwei Töchter. Ihres sozialistischer Hintergrund ist durchaus erkennbar: systematisch ergreift sie die Partei der Schwachen. Ihre Texte enthalten keine klassischen ‘Happy-Ends’. Ihr Werk ist in viele Sprachen übersetzt und wird weltweit gern gelesen.

Sie hat sich zur wichtigsten Jugendbuchautorin in deutscher Sprache entwickelt. Ihre Bücher erscheinen für unterschiedliche Zielgruppen: Kinder, Jugendliche, Jungerwachsene.

Bekannte Titel sind:

Wir pfeifen auf den Gurkenkönig (1972);
Maikäfer fleig! (1973);
Ilse Janda, 14 (1974);
Pfui, Spinne (1980);
Zwei Wochen im Mai (1981);
Mein Tagebuch (1989).

Maikäfer flieg! (Mein Vater, das Kriegsende, Cohn und ich)

Erste Auflage: 1973, Beltz Verlag, Weinheim und Basel Programm Beltz & Gelberg,Weiheim

Verlag und Seitenzahl: 1995, Wolters-Noordhoff, Groningen. 168 Seiten

Motto: Dieses Buch hat kein Motto, aber eine Vorbemerkung mit einem Kinderliedchen:

Maikäfer, flieg!
Der Vater ist im Krieg
Die Mutter ist im Pulverland
Pulverland ist abgebrannt.

Motto- und Titelerklärung: Dieses bekannte Wiener Kinderliedchen, das viel auf der Straße gesungen wurde, gab Christine Nöstlinger autobiographischem Roman seinen Titel: ‘Die Geschichte, die ich erzähle, ist eine Pulverlandgeschichte.’

Der Untertitel, Mein Vater, das Kriegsende, Cohn und ich deutet auf die autobiographischen Schreibweise des Romans. Sie schreibt nämlich über ihren Vater, das Ende des Zweiten Weltkriegs (das Kriegsende), ihren russischen Freund Cohn (der Koch) und sichselbst (ich).

Perspektive: Die Geschichte wird natürlich in der Ich-Form erzählt, weil das Buch einen autobiographischen Roman ist. Jedes neue Kapitel im Roman fangt mit ein paar Schlüsselwörter an. Diese Wörter geben eine sehr kurze Zusammenfassung vom Inhalt.

Zeit und Ort: Die Geschichte spielt 1944/1945, Endphase des Zweiten Weltkrieges, in der österreichischen Hauptstadt Wien (Bezirk Hernals). Es ist kein Zufall, weil Christine Nöstlinger, die Autorin dieses autobiographischen Roman, in Wien gewohnt hat in dieser Periode.

Hauptpersonen:

Christine: in 1944 8jährige Christine lebt in im Bezirk Hernals, gehörend zur Wien. Regelmäßig gibt es Fliegeralarm: Bombenangriffe. Sie ist daran gewöhnt. Solange sie sich erinnert, gibt es den Krieg schon. Sie geht nicht zur Schule, weil nichts mehr funktioniert. Mit dem Mutter, Schwester und den Großeltern wohnt sie im gleichen Haus. Der Vater ist im Krieg, kämpft in Rußland, später in Deutschland. Im März 1945 kommt er nach Wien ins Krankenhaus. Er ist durch Granatsplitter verletzt. Er kommt mit einem selbst ausgestellten Urlaubsschein jeden Tag nach Hause und desertiert schließlich. Christine ist sehr stolz auf ihrem Vater, weil er desertiert. Sie kann auch besser mit ihrem Vater auskommen dann mit ihrer Mutter. Der Vater ist Uhrmacher, gleich wie sein Vater, Christines Großvater. Die Großmutter regt sich leicht über alles Mögliche auf. Christine glaubt denn auch, daß die beiden nur geheiratet haben, weil der Großvater Angst vor seiner späteren Frau hatte und nicht ‘nein’ zu sagen gewagt hat.

Frau von Braun, eine Nazi-Anhänger flieht zum Westen und Christines Familie darf auf die jetzt leerstehende Villa aufpassen. Sie begegnen da der Schwiegertochter von Frau von Braun und ihren Kindern Hildegard und Gerald.

Die Vorhut der Russen kommt und quartieren sich ein in der Villa der Von Brauns. Ein Major ist darunter. Christines Vater wird in Ruhe gelassen. Seine kaputten Beine retten ihn. Der Koch der Russen wohnt im Gartenhaus. Er heißt Cohn. Christine liebt den Koch, weil er kein Krieg war. Er war nicht hübsch. Er sagte immer: ‘Macht nix, macht nix!’

Thema: Die Schlußphase des Zweiten Weltkriegs.

Eigene Meinung: Das Buch hat viele kurze Kapiteln. Das finde ich angenehm, weil ich dann ein bißchen Übersicht behaltet. Der Sprachgebrauch war nicht zwierig. Es gab wenig schwierige Wörter und ich las das Buch dann auch bald aus.
Ich hatte noch nie eine autobiographische Roman gelesen. Es hat mir gefallen, weil ich es angenehm finde Geschichte zu lesen, die in der Ich-Form geschrieben sind.


Terug


Robert Boer.
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Revised: juni 01, 1999.

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