Biochemischer Grundkurs WS 1998/1999

 


Praktikanten:

Thomas Sandmann

Dirk Hockemeyer
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Protokoll zu Versuchstag 7:
 


cAMP

Meßprinzip


 


Die Reaktion von b -adrenergen Rezeptoren auf unterschiedliche Wirkstoffe wird anhand der cAMP-Bildung in Gliomzellen untersucht.

Die cAMP-Konzentration wird mit Hilfe einer Isotopenverdünnung (3H-cAMP) bestimmt. Als Bindungsprotein für "kaltes" und "heißes" cAMP wird eine cAMP-abhängige Proteinkinase aus Rinderherz verwandt.

Die gemessenen cAMP-Konzentrationen werden anschließend auf die Zahl der lebenden Zellen in einer Kulturschale und die enthaltene Proteinmenge bezogen und ausgewertet.
 
 

  1. cAMP-Bestimmung

  2. Zur Auswertung werden zunächst die Mittelwerte der Zählergebnisse für die Mehrfachbestimmung berechnet.

    Zählergebnisse für die Isotopen-Verdünnungs-Ausgleichsgerade:

    (Der Raumleerwert beträgt 34 cpm.)

    Gefäß Nr.
    cpm
    um Raum-Leerwert korrigierte cpm
    1
    166
    132
    3
    6013
    5979
    5
    6830
    6796
    7
    1923
    1889
    9
    1166
    1132
    11
    646
    612
    13
    376
    342
    15
    305
    271
    17
    387
    353
    Gefäß Nr.
    cpm
    um Raum-Leerwert korrigierte cpm
    2
    44
    10
    4
    6554
    6520
    6
    1800
    1766
    8
    1307
    1273
    10
    623
    589
    12
    471
    437
    14
    274
    240
    16
    385
    351

     

    Damit erhält man folgende Mittelwerte, da stets zwei gleiche Ansätze gemessen worden sind:
     
    Gefäße
    Mittelwerte der um den Raumleerwert korrigierten cpm
    Um Filterleerwert korrigierte cpm

    (B)

    1,2
    71
    0
    3,4,5
    6432
    6361 (B0)
    6,7
    1827
    1756
    8,9
    1203
    1131
    10,11
    601
    530
    12,13
    389
    318
    14,15
    255
    184
    16,17
    352
    281

    In den ersten beiden Ansätzen war kein Bindungsprotein enthalten, das im Filter gemessen 3H ist also ungebunden. Dieser Wert wird deshalb als Filterleerwert von den anderen Mittelwerten abgezogen (rechte Spalte).

    Mit diesen Werten wird nun ein abgewandelter Scatchard-Plot erstellt. Die Ansätze 3,4 und 5 enthalten kein "kaltes" cAMP und geben deshalb Auskunft über die maximale Bindung (B0).

    Es wird der Quotient B0/B gegen die (kalte) cAMP-Konzentration aufgetragen.

    B0= Mittelwert der maximal gebundenen Radioaktivität in cpm

    B = Mittelwert der gebundenen Radioaktivität in Anwesenheit definierter cAMP-

    Mengen

    Die Ausgleichsgerade hat folgende Gleichung:
     


    B0/B = 0,4 + 1,1 . [cAMP]


     


    Damit läßt sich nun die cAMP-Konzentration in den Meßproben (Ansätze 18-32) bestimmen.

    Wieder werden zunächst die Zählergebnisse gemittel und korrigiert.
     
    Gefäß Nr.
    cpm
    um Raum-Leerwert korrigierte cpm
    um Filterleerwert und Raumleerwert korrigierte cpm (B)
    18
    262
    228
    157
    19
    1697
    1663
    1592
    20
    1917
    1883
    1812
    21
    2379
    2345
    2274
    22
    2244
    2210
    2139
    23
    3795
    3761
    3690
    24
    4275
    4241
    4170
    25
    5336
    5302
    5231
    26
    6495
    6461
    6390
    27
    5510
    5476
    5405
    28
    5915
    5881
    5810
    29
    424
    390
    319
    30
    169
    135
    64
    31
    1755
    1721
    1650
    32
    2279
    2245
    2174

    Mit der umgestellten Geradengleichung erhalten wir folgende cAMP-Konzentrationen:

    Gefäß Nr.
    B0/B
    cAMP-Stoffmenge [pmol]
    18
    40,63
    36,7
    19
    4,00
    3,3
    20
    3,51
    2,9
    21
    2,80
    2,2
    22
    2,97
    2,4
    23
    1,72
    1,3
    24
    1,53
    1,1
    25
    1,22
    0,8
    26
    1,00
    0,6
    27
    1,18
    0,8
    28
    1,09
    0,7
    29
    19,92
    17,8
    30
    99,46
    90,3
    31
    3,85
    3,2
    32
    2,93
    2,4
  3. Normierung der gefundenen cAMP-Werte

  4. a) Zellzahlbestimmung

    Das Volumen des ausgezählten Flüssigkeitsquaders in der Zählkammer wird berechnet.
     
    Volumen des Flüssigkeitsquaders m l Zahl der lebenden Zellen im ausgezählten Bereich Zahl der toten Zellen im ausgezählten Bereich
    0,1
    454
    5

    Der ausgezählte Bereich bestand aus 16 Einzelflächen. Damit läßt sich auf die Gesamtzahl der lebenden bzw. toten Zellen in der Kulturschale unter Berücksichtigung aller Verdünnungsschritte (auch der 1:2-Verdünnung bei Farbstoffzugabe) hochrechnen.

    Die Zellsuspension wurde in 1 ml HEPES-Puffer aufgenommen.

    Damit erhalten wir folgende Ergebnisse:

    Gesamtzellzahl lebend
    Gesamtzellzahl tot
    9080000
    100000

    b) Proteinbestimmung

    Folgende Meßwerte wurden aufgenommen:

    Gefäß Nr.
    Proteinmenge [m g]
    Extinktion
    Mittelwerte der Extinktion
    1
    0
    0
    -0,0025
    2
    0
    -0,005
    3
    10
    0,149
    0,155
    4
    10
    0,161
    5
    20
    0,307
    0,309
    6
    20
    0,311
    7
    40
    0,564
    0,566
    8
    40
    0,568
    9
    60
    0,738
    0,7325
    10
    60
    0,727
    11
    80
    0,971
    0,959
    12
    80
    0,947

     
     
     

    Diese Ergebnisse werden als Eichgerade aufgetragen:

    Die Geradengleichung
     


    Extinktion = 0,04 + 0,012 . Proteinmenge


     


    kann nun dazu benutzt werden, die Proteinmenge unserer Ansätze zu bestimmen.
     
    Gefäß Nr. Extinktion Mittelwerte der Extinktionen

    (13,14; 15,16)

    Proteinmenge [m g] Proteinmenge in der Kulturschale (m g)
    13
    0,372
    0,36
    27,1
    2166,9
    14
    0,348
    15
    0,689
    0,6745
    53,8
    2153,2
    16
    0,66

    Mittelwert der Proteinmenge in der Kulturschale: 2160,1 m g
     
     

    c) Bezug der cAMP-Werte auf die Zellzahl und die Proteinmenge

    Gefäß Nr.
    cAMP-Stoffmenge [pmol]
    cAMP [pmol/106 Zellen)
    cAMP pro Zellprotein [pmol/mg]
    18
    2039,5
    224,6
    944,2
    19
    18,5
    2,0
    8,6
    20
    16,0
    1,8
    7,4
    21
    12,4
    1,4
    5,7
    22
    13,3
    1,5
    6,2
    23
    7,0
    0,8
    3,2
    24
    6,0
    0,7
    2,8
    25
    22,0
    2,4
    10,2
    26
    16,4
    1,8
    7,6
    27
    21,0
    2,3
    9,7
    28
    18,9
    2,1
    8,8
    29
    495,6
    54,6
    229,5
    30
    2509,1
    276,3
    1161,6
    31
    17,8
    2,0
    8,2
    32
    13,1
    1,4
    6,0

    Konzentrations-Wirkungskurven
     
     

    Wertetabelle:

    Gefäß Nr.
    Konzentration Isoproterenol [M]
    cAMP [pmol/106 Zellen]
    Zusätze
    18
    1,00E-06
    224,6
    IBMX 10-4 M
    19
    1,00E-09
    2,0
    20
    1,00E-09
    1,8
    21
    1,00E-08
    1,4
    22
    1,00E-08
    1,5
    23
    3,00E-08
    0,8
    24
    3,00E-08
    0,7
    25
    1,00E-07
    2,4
    26
    1,00E-07
    1,8
    27
    3,00E-07
    2,3
    28
    3,00E-07
    2,1
    29
    1,00E-06
    54,6
    30
    1,00E-06
    276,3
    31
    1,00E-06
    2,0
    Propranolol 10-6 M
    32
    0
    1,4
    Leerwert

     

    Obwohl in Gefäß Nr. 29 und Nr. 30 die gleiche Wirkstoffkonzentration vorliegen sollte, weichen die Werte sehr stark voneinander ab. Wahrscheinlich liegt ein Meßfehler oder ein Fehler bei der Inkubationszeit vor. In der Auswertung wird dennoch ein Mittelwert aus beiden Meßwerten betrachtet.

    3. Auswertung

    Betrachtet man die Konzentrationswirkungskurven so wird deutlich, daß erst bei Übersteigen einer gewissen Agonistenkonzentration (Isoproterenol, ca. 10-6 M) eine Zellreaktion ausgelöst wird. Es liegt ein Schwellenwert vor. Die Zugabe eines Phosphpdiesterasehemmstoffes (IBMX) verstärkt die Zellantwort, da entstandenes cAMP nicht mehr abgebaut wird, sondern sich anhäuft. Wird ein Antagonist (Propranolol) zugegeben, der einen kompetetiven Hemmstoff darstellt, da er zwar an den Rezeptor bindet, aber keine Signalweiterleitung auslöst, wird auch bei Überschreitung des normalen Schwellenwertes keine Zellantwort ausgelöst.

  5. Radioaktivitätsbilanz
Für den radioaktiven Zerfall gilt das Geschwindigkeitsgesetz 1. Ordnung:
 


N(t)=N(0) . e-l t mit l =


 
Leerwert in CPM
im Mai 1985 dpm
im November 1998 (cpm)
vergangene Zeit in Minuten
dpm heute
Zählrate %
34
183500
53338
7140960
84801
62,90

Da die Ausgabe der Radioaktivtät Zehn Stunden vor der Messung der Wischtests erfolgte, muß miteinberechnet werden, daß ein "natürlicher" Verlust durch Abklingen aufgetreten ist.
 
Leerwert in CPM
ausgebene Radioaktivität cpm
vergangene Zeit in Minuten
cpm beim Versuchsende
abgeklungene Radioaktivität %
34
872100
600
872043
0,006

Ergebnisse der Wischtests / des Flüssigkeitsabfalls:
 
cpm
um Leerwert korrigierte cpm
Flüssigkeitsabfall (600 m l)
1173,79
1140
200er Pipette
17
0
40er Pipette
16,1
0
Tisch
19,27
0

Auswertung:
 
Gesamtvolumen Flüssigkeitsabfall m l
Gesamte Radioaktivität cpm
Anteil an der ausgegebenen Radioaktivität %
336400
639042
73,3

 

Summe der Radioaktivität in den gemessenen Proben [cpm]
Anteil an der ausgegebenen Radioaktivität %
73722
8,5

Damit können wir den Verbleib von 81,8% der ausgegebenen Radioaktivität angeben. Die übrige Radioaktivität befindet sich demnach im festen Abfall.

Hosted by www.Geocities.ws

1